Druckschrift 
3 (1903) 1587 - 1592
Entstehung
Seite
48
Einzelbild herunterladen
 

48 1587 58.

Juli um die Knechte zu bewaffnen und in Ordnung zu bringen, schreibt,IG er habe betreffs der Schweizer und Chätillon's alles geordnet. NachClervant's Sehr, werden sie Dinstag „ä trois lieues de vous" sein. 1Die Musterung kann also bald stattfinden; Dommartin soll sie ab-warten, da er das Verlangte ebenso rasch erhalten wird als wennman es ihm von hier schickte. „Je receu vendredy apres disnerles lettres que m'escriviez par le s r de Buy pour l'affaire dont ilvous a communique, et veu ce que vous en escrivez au - s r deBeaumont. 2 Et le soir je receus un autre paquet de vous, dans le-quel estoient les articles que luy avez envoye pour en traicter, 8 quea este" cauze qu' hier matin j' envoyay ä Spire lettres pour ferevenir ici le dit s r de Buy, et ayant entendu par celuy que j'avoisdepesche vers luy, qu' il estoit parti avec le sr de Tantonville de

1 Vgl. die Sehr. J. C. an S. vom 11. und 12. Juli, ebd. Orr.; hiezuLa Hug. II, 404 f.

2 Es handelt sich um den Beginn der Verhandlungen mit Lothringen ;vgl. No. 57; La Hug. II, 406 f.; III, 31 ff. Die früheste Erwähnungfinde ich in einem Sehr, des toskanischen Gesandten aus Paris vom14./24. Juni (Desjardins IV, 695). J. 0. vermerkt in seinem Kalenderzum 7. Juli: Schwetzingen, „alda Msr de Tantonville wegen des H. vonLotringen zu mir komen; Buy ist mitkomen"; am nächsten Tag kehrteJ. C. nach Heidelberg zurück, wo er am 9. Juli einem AbgesandtenClervant's, Monet, Audienz erteilte. In einer Zeitung „aus Strasburg,vom 1. julii ao. 87" (Marb. a. a. 0. f. 273) heisst es: Lothringen hat„Canteville", einen seiner „bellis", hieher zu den navarrischen Gesandtengeschickt und bietet gegen Verschonung mit dem Durchzug 100 000Kronen; „aber man will nichts darauf geben". Da der Lothringer nochnicht wieder hiehergekommen ist, glaubt man, er sei nach Genf gezogen,um de La Noue zu bewegen hieher zu kommen, was schwerlich angehenwerde. Man erklärt, das Kriegsvolk werde erst nach Lothringen ziehenund dann sehen, wie man mit dem Herzog akkordiren solle. Gesternkam ein Diener Dampmartin's aus Frankreich, der aus Lothringen be-richtete, der Herzog lasse gegen den Kapitän, der das Kriegsvolk nachPfalzburg geführt [vgl. Reuss S. 14 f.; 94] inquiriren und sammleTruppen. Ueber diese Rüstungen hatte ein Berichterstatter des Pf.Johann, der am 8. Juli in Nancy war, gehört, der Herzog habe einenBürgerauszug von etwa 10000 Mann gebildet, dazu 4000 Reiter, 3000Albanesen, gegen 16000 Schützen; Maine warte mit 5000 Schützen und1000 Speerreitern auf die Deutschen und Guise, der Donnerstag inNancy war, sei mit 30000 Mann im Anzug; ausserdem kommen noch9000 Italiener, auch Schweizer. In Nancy herrsche Siegesstimmung,J. C. werde allein als Anfänger und Ursache des Kriegs bezeichnet;er solle bald erfahren, was er damit gewonnen habe (Mb. 114/3 1 f. 23).In Wahrheit blieben die Streitkräfte Lothringens sehr weit hinter diesenAngaben zurück (La Hug. III, 80 A. 1; Tuetey I, 44 f.; 54). —Pierre de Mornay, sr de Buhy, der als Vermittler der ersten Anknüp-fungen mit Lothringen auftritt, war kurz vorher mit Aufträgen J. C. inEngland gewesen (La Hug. II, 405; 111,30). Ueber das Gerücht, Segurhabe mit Tantonville bereits abgeschlossen, vgl. die ebd. II, 407 A. 1und 111, 66 A. 2 angeführten Sehr. J. C. an Segur vom 4. und 12. Juli;in dem letzteren sagt J. C.: „vous avez raison de dire que 1' advis qu'on m' avoit envoye du traicte avec le sr de Tantonville ne s'est pastrouve veritable, ainsy que vous 1' aurez cognue par le voyage du sr deBuhy vers vous"; bittet um Nachricht hierüber.

8 Vgl. La Hug. III, 34 ff.; hiezu No. 57.