36-37. 1587 29
36. Erzherzog Matthias an Johann Georg von Mai
Brandenburg. 25
Juni
Wird die ihm jüngst erzeigte hohe Freundschaft und ganz *väterliche Liebe nie vergessen. 1 Kam am 1. hier an und erfuhr, Linzdass der Kaiser seine drei Brüder insgesammt den polnischenStänden vorschlagen werde 2 sowie dass er selbst zahlreiche An-hänger habe, die ihn ermahnten Brandenburg, Sachsen und Däne-mark um Beförderung seiner Wahl sowie um Unterstützung mitReitern für den Wahltag zu ersuchen. Bittet J. G. um Ab-fertigung eines Gesandten, etliche Fahnen Reiter und eine SummeGelds. Sachsen bat sich dessbalb auf J. G. referirt. 8 . . . SchicktZeitungen, die der Kaiser aus Polen erhielt; glaubt, dass sein Be-such bei Sachsen diesen Discurs verursacht hat. 4
Berlin. R. IX. 8 cd. Eigh.
37. Schomberg an König Heinrich III. Mai
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Zwei Nachrichten „de noz quartiers." Am 11. Mai a. St. Junihat „Jsac Wicker", der ständige Kriegszahlmeister J. C, in 6Braunschweig Geld für 8100 Pferde erlegt, und zwar an Hans NancyBuch für 2200 Pf., an Friedrich von Werden für 1200, an JohannClot für 1200, an Baron „de Donau, chef du conseil du duc JohannCasemir et feldmarschal des Allemans du roy de Navarre," für3500. Das Laufgeld für 2 Reg. Landsknechte soll in Heidelberggezahlt werden, der Anzug gegen Johannis beginnen. Berbistorf,der einen Teil von Dohna's Pf. werben soll, hat schon seinemOberstleutnant und zwei Grafen ,,de Mansfeld d'Arrenstein" Geldgegeben; die Hugenotten wollen ihre Leute bei Basel sammeln undauf der dortigen Brücke über den Rhein führen. „Cela se faictä mon advis pour öviter l'empöchement du passage de la riviereet pour destourner l'orage que le duc Jehan Casimier crainct ducoste de V. Mt6, estimant que Ton n'aurra suget de luv courrirsus, puis qu'il ne marche et que l'assemblöe et passage du Rhin
1 Vgl. No. 30.
2 Auf ein Sehr, des K. vom 8./18. Mai wegen Unterstützung diesesVorschlags antwortete Christian von Sachsen am 24. Mai zusagend[Berlin].
3 Am 2./12. Juni beglaubigt M. zwei Gesandte bei Brandenburg,mit der Bemerkung : „MeiDe hern brueder haben andere, die inen ver-hilflich sein . . . ich niemands nach gott als die K. W. von Denemark,B. L., beide meine vilgeliebte her väter und des von Saxen L. meineslieben hern brueders" (ebd. eigh.). Sachsen und Brandenburg antwor-teten jedoch ablehnend (Sachsen an M. 5. Juni; Sachsen und Br. an M.11. Juni). Dänemark empfahl in einem Sehr, vom 31. Mai den polni-schen Ständen die Wahl des M. und ersuchte am 1. Juni Sachsen undBrandenburg ebenfalls diese Wahl zu befördern (Berl. a. a. O.; PflugXXIII; Copp.).
4 In dieser Zeitung hiess es, Sachsen wolle M., falls dieser gewähltwerde, 100000 fl. verehren und den Polen die 80000 fl. schenken, dieder verstorbene König seinem Vater schuldig geblieben.