8 1587 10.
Februar 10. Johann Casimir an Johann von Nassau,
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(Zurückweisung der gegen seine auswärtige, innere und kirchliche PolitikHeidel- erhobenen Vorwürfe.)
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Auf dessen Sehr, [an Grünrade am 6. Januar]. AusführlicheZurückweisung der Versuche ihn für die Hinderung der französischenHülfe verantwortlich zu machen. Seine virtutes betreffend, 1 hat erzweimal in Frankreich Frieden gemacht; in Niederland tragen, wieJ. bewusst, andere die Schuld; im kölnischen Zug hat er nachZeugniss der Papisten selbst das Seine und mehr getan. Das mitNavarra ist eine in Stuttgart aufgebrachte Unwahrheit; übrigensist Navarra vollkommen berechtigt neben der Eeligion auch dieRegion zu suchen, als der Erbe der Krone. 3 Kurbrandenburg freilichbesagt in seiner Erklärung, die Franzosen möchten zu stark, d. h.die göttliche Wahrheit, die unsere Evangelischen lieber dem Anti-christ in den Rachen stossen wollen, zu weit ausgebreitet werden;sie haben den Grundsatz: Pereant amici, dum una inimici inter-eidant. Was die Konzipisten betrifft, so könnte allenfalls seinkölnisches Ausschreiben gemeint sein oder seine Erwiderung aufdie nach Instruktion aus dem Frauenzimmer erfolgte Werbung deskursächsischen Kanzlers oder seine Abmahnung M. Jakobs vonBaden vom spanischen Kriegswesen oder vielleicht sein und L.Wilhelms Gesammtschr. an Sachsen. 8 Er hat allerdings als potentiavicarius imperii die sogenannten Säulen des Rs. zuweilen ihresAmts gemahnt. In Fällen des Patronats oder der Gemeinschaft
Beziehung (Berlin, R. IX. 8 ab, Cop.). Am 8. Febr. schreibt J. Fr. anseinen Vater über die päpstlichen Praktiken wegen der polnischen Wahl;es sei von Savoien oder Parma die Rede; im Fall einer österreichischenWahl müsste das Haus Brandenburg wegen Preussens und der Stellungdes deutschen Ordens zu Oesterreich wohl Acht geben; Matthias seinicht nur in Leipzig, sondern auch in Magdeburg gewesen und Kölnsolle ihm die Dompropstei abgetreten haben (ebd. Or.). Am 11. Febr.schrieb Job. Georg an Joachim Friedrich, das mit der Dompropstei zuMagdeburg glaube er um so eher als Matthias auch die Dompropstei zuBremen erlangt haben solle (ebd. Or.). Nach dem Tod Stephan Bathori'shatte L. Wilhelm in einem Sehr, an den Kf. Johann Georg vom 31. Dez. 1586den Gedanken angeregt, dem M.Georg Friedrich die Administration desKönigreichs zu verschaffen (ebd. Or.). Von joner Vermutung betreffs desLüneburger Konvents berichtet auch Minucci in einem Schr.an den Herzog vonUrbine, München 16./26. Febr. (Rom, pr. histor. Institut, Letteredi Minucci II;.
1 In Stuttgart hatte Dalwigk zu hören bekommen, man habe nochkeine so grossen virtutes an J. C. gesehen, dass man ihm dieses Werkvertrauen und das Geld in die Hand geben solle; man könnte wohlandere Leute dazu finden, in Ermanglung eines Fürsten einen Grafenoder sonst einen vom Adel [Bericht Christiaus vom 11. Dez. 1586, S. 1 A. 2.]
2 Vgl. S. 2 A. 1; no. 7; 8.
3 Vgl. II. 315 A. 1; 485; 487; das Sehr., in dem J. C. den M.lakob von Baden [vgl. II. 445] von der Teilnahme am niederrheinischen
Krieg auf kölnisch-spanischer Seite abmahnt, vom 15. Juli 1586 [Wies-baden a. a. 0.], bezieht sich u. a. auf eine Werbung Sehers von Schwarzen-berg und Jakobs hierauf, am 8. Nov. 1584 erfolgten Besuch bei J. C. zuJgelheim sowie darauf, dass J. „uns hievorn zu eim vater aufundange-nomen", wurde aber von J. im Lager vor Rheinberg am 22. Augustunter scharfer Zurückweisung von J. C. „injurien" abschlägig beantwortet.