502-503. 1586 435
Kaisers ohne Sorge sein. „So hab ich auch aus den reten keinen 1. Nbishero dazu inclinirt befunden. Das aber E. F. Gn. dannoch für 11. ov 'die wolfart diser statt und sonderlich erhaltung der catholischenreligion sorgfeltig sein und I. kais. Mt. also treuherzig erindern,das ist propter pusillanimos nur gar guet und an E. F. Gn. hoch-lich zu loben, wurdt auch I. kais- Mt. zweifelsone ganz wol ge-fallen", wie die bevorstehende Antwort zeige. Er selbst, einschlechter Diener und Schreiber, der „ad momenta rerum nit viltun kan", wü^de doch gegen eine solche Benachteiligung derKatholiken Erinnerung tun „und ein solche schwarze tinten ungernaus meiner feder gehn". Giftiges Tractätlein D. Müllers. Katho-lische Polemik, Burkhart, Hansovius. 1 )
Mc. Rel. Acta d. röm. R- 1534—86. tom. VI. f. 341. Eigh.
1) Vgl. Häberlin XIV, 504; 512.
503. Samuel von Dalwigk an Landgraf Wilhelm. 6. Novbr.
Stuttgart
"Werbung wegen der französischen Unruhen, mitleidiger Contri-bution und der Gefahr der Pf. Elisabeth. 1 ) Der Herzog erklärtesich nur auf den dritten Punkt dahin, er habe die Sache seinenRäten zur Erwägung übergeben. Auf die zwei andern Punkte,betr. Contribution und Hülfe, auch die Fortsetzung derselben,falls Sachsen' u,nd Brandenburg nichts zuschiessen wollten, mitandern deutschen A. C. Verwandten nebst England und Dänemark,erfolgte die Erklärung erst am fünften : Der Herzog halte dieses Werkfür sehr weitreichend und vielfach beschwerlich, auch ganz gefähr-lich; man wisse nicht, ob man den Krieg werde durchführenkönnen, und es würde diese Trennung der A. C. Verwandten denGegnern Veranlassung geben, den Religionsfrieden zu disputirenund in Verbindung mit ausländischen Potentaten gewaltsam vorzu-gehen, wie etliche papistische Stände' früher angedeutet hätten.Der Herzog könne sich jetzt ohne den Rat anderer correspondiren-der Fürsten nicht rotunde und schliesslich resolviren und wollesich nächstens schriftlich erklären. „Was sonstet hierüber herzogkJohan Casimiri unversehentlicher vorgenommener verenderung undviellicht mit dem konigk von Navarra getroffenen verbundtnusshalber vorgelaufen, werden E. F. Gn. aus dero viel geliebten hernbruders und gefatters besehenem schreiben satten bericht inge-nommen und, wohin der teufel (sit venia verbis) dissen grief ge-richtet und lendet, gnugsahm verstanden haben. Es gebühret mirnicht zu sagen, bitt auch E. F. Gn. undertenigk umb verzihung,kans aber nach gestalten sachen nit underlassen. Uff ringkrennen,turnieren, feurwerk und andere unnutze kurzweil, auch unnötigesachen ist man vast allenthalben Unkosten ufzuwenden geneigt,aber zu errettung eines armen Christen und seines nehesten, sounter die mörder gefallen, einen groschen auszuspenden ist keinSamaritanus vorhanden." . . .
Marl). Fr- u. H. III. 1586. I- Eigh.