482-483. 1586 411
10. Sept. der Papst mit dem ganzen beschornen Haufen verbrannt, wie 2. Septbr.es den prot. Fürsten früher zu Rom geschehen sein soll. — Am 7. Sept.schreibt J. C. an L. Wilhelm aus Dessau, er werde mit dem Grafen vonLinar zu W. kommen (Marb. Or.).
483. Die deutschen Gesandten an Johann Casimir 7. Septbr.und Landgraf Wilhelm. Paris
Der Gesandte Navarra's, der nach seiner ersten Ankunft dieStadt gleich wieder verlassen musste, um sich zu sichern, kam ami. wieder und empfing zwei von ihnen in der Wohnung des eng-lischen Gesandten, wo er sich verborgen hielt. Seine Werbungging dahin : Dieser Verzug der Audienz solle offenbar den deutschenZuzug für Navarra verhindern. Nun habe Navarra allein bisherallerdings der Liga Widerstand geleistet, das könne aber auf dieDauer nicht so fortgehen und bei der Schwachheit des Königswerde auch die Successionsfrage brennend. Die deutschen Fürstenmöchten schleunig -Reiter und Landsknechte schicken, denen Na-varra 15000 Schützen und 1500 Pferde entgegensenden wolle. So-fortige Hülfe werde auch den König zur Friedenstractation veran-lassen, in welche sich Navarra ohne England und die deutschenFürsten nicht einlassen wolle. Dabei könnte dann Navarra etlichewichtige Städte „dardurch er die cron künftig desto besser ohnetumult an sich bringen möchte, pour retraitte et asseurance" ansich bringen.....
Bericht einer vertrauten Person über ein Gespräch des Königsmit seiner Bastardschwester madame d'Angoulesme in Vincennes;der K. äusserte, er frage nichts darnach, ob der Aufenthalt diedeutschen Gesandten verdriesse; er habe ihnen 20000 Kronen zurZehrung verordnet, die ihm wohl 100000 an einem andern Ortnützen sollten; während des Aufhaltens würden sich die deutschenFürsten nicht resolviren und die Gesandten sollten ihn auch indrei Wochen noch nicht sehen. 1 ) Zu einem Rat soll der K. gesagthaben: „En les trainant je fay nies affaires", und auf die Mahnung,die Leute nicht gar vor den Kopf zu stossen: ,,Je contenteray lesdeusche reuter et Allemans en Allemagne, c'est ä dire, je desbau-cberay les uns et les autres par urgent." . . . Ein deutscherAdeliger beruhigte dieser Tage den König, von den deutschenFürsten sei nichts zu fürchten; höchstens werde Dänemark Englandnuterstützen. 2 ) Sie bitten um Abforderung oder wenigstens Beför-derung beim K.
Marb. Fr- n. II- III. I. f. 158. Cop.
1) Am 3. Sept. hatten die Gesandten den im bois de Vincennes ein-getroffenen K. wieder um endliche Gewährung der Audienz ersucht (L aHug II, 358 A. 3). Am 4./14. Sept. versprach der K. dieselbe, „lors-que je seray de retour avec mon conseil", was man ihnen anzeigenwerde. Der Kanzler teilte dann eine Erklärung des K. mit, er könnewegen seiner Kur nicht vor Ende des Monats nach Paris kommen odersich wichtiger Geschäfte annehmen.