38a 1586 450.
24. Mai 2. Zettel. Bittet die andern Sehr, an Sachsen, Brandenburg
Magdeburg, Braunschweig und Anhalt zu befördern, ehe der Ge-sandte dorthin kommt. 3 )
Warb. Fr. u. H- HI. 1586. H. f. 204. Or.
1) La Verriere war früher eine Zeit lang Stellvertreter des kgl.Gouverneurs zu Metz gewesen. Mit seiner Sendung steht wohl der jeden-falls frühere Entwurf einer Instruktion, „faict ä Paris, le jour de 1586" inZu-sammenhang. „Le sr de" — soll zueret den B. von Ötrassburg um Hin-derung des Durchzugs protestantischer Hülfstruppen ersuchen; Erzh.Ferdinand werde sicher gern bereit sein und der König seine Leute unterGuise zu den Truppen des Bischofs stossen lassen [vgl. no. 399]. Ausser-dem soll der Gesandte bei J. C. gegen die navamschen Werbungen undfür jene des Königs sprechen und beim B. von Speier und den dreigeistlichen Kff. seiner Instr. für Strassburg gemäss werben (Pb. f. fr. 3393.Conc). Die Sendung L. V. wurde von hugenottischer Seite begleitet miteiner „"Warnung etlicher heimlicher religionsverwandten in Frankreich,belangend des herren La Verriere .... Werbung"; dieselbe sollenur die evangel. Fürsten unter dem Schein eines vom König begehrtunFriedens von ihrem guten Willen abwendig machen und man dürfe denarglistigen Worten des Gesandten, „als der uf anhalten der Liga ver-schickt", nicht glauben. Sie versichern, der König habe wirklich dieLigue unterzeichnet und den B. von Paris nach Rom geschickt, um einenEid darauf in die Hände des Papstes abzulegen; er stehe in engsterVerbindung mit Spanien und Parma, mit dem Kaiser und den kathol.R. Fürsten und Cantonen, Savoien u. a. (St. und Marb. Copp.j.
2j Quitry's Aufzeichnungen berichten u. a., aus La V. Aeusaerungengehe hervor, derselbe solle vor Allem Sachsen unter dem Vorwand derCondolenz die Ueberzeugung beibringen, „que le roy de France n'eatpoint entre en ligue avec le roy d'Espagne; que ce qu'il fait etmonstre en apparence favoriser la dite Ligue, n'estquepour gagner tems et trouver ä la longue moyen de la rom-pre et ruiner; que le but du roy est de faire ä l'imitation des princesses voisins, qu'il n'y ait autre religion en son royaume que la sienne,
s'il peut.....qu'il desire la paix et que le roy de Navarre se
soubmette a la recevoir teile qu'il plaira au roy la donner; qu'il desireque les princes luy aident a la faire teile qu'il la peut donner avec sonhonneur et sans Charge de sa conscience.'' Desshalb hätten die kgl.Armeen noch nichts bedeutendes unternommen, dagegen müsste derKönig deutschen Rüstungen für Navarra mit den von Guise comman-dirten Armeen entgegentreten.
3) J. G. schrieb unter gl. Datum, L. Wilhelm, bei dem La V. am31. Mai geworben und eine üeneralantwort erhalten hatte, am 2. Juni anKf. Christian. Ueberdies kam Pallavicino dem französischen Gesandtenin Sachsen zuvor; La V. hatte am 17. Juni seine Audienz bei Kf.Christian, dem er condolirte und gratulirte und den Wunsch fortgesetzterFreundschaft mit Frankreich vorirug, ohne die andern in der kgl. Con-denz angefleuteten Punkte zu berühren, vielmehr mit der Erklärung, ersei einzig und allein der Condolenz wegen abgefertigt. Als er imWiderspruch hiemit nachträglich doch noch Audienz wegen der Legationund der Mandate [gegen fremde Werbungen] begehrte, wurde ihm die-selbe abgeschlagen (Christian an J. C. m. m. an L. Wilhelm, Dresden17. Juni, Dr. Conc). Die wiederholte dringende Bitte des Gesandten, derdem Kf. vorhielt, er sei hierin von seinen Räten übel beraten worden(La V. an den Kf. Dresden 18/28. Juni, Dr. Orr., frzös. und deutsch),erhielt am 24. Juni die gebührende Abfertigung, worin der Kf. seine Rätein Schutz nahm, das Benehmen La Y. als sehr unpassend hinstellte,