421-422. 1586 349
gleich und ufs ehist gefast mach, ohne welchen nervum, wie E. L. 13. Febr.am besten bewust, die legation uns nicht allein schimpflich, sonderauch den betrangten nachteilig sein möcht. Da dan E. L. wissen,was andere dissfals gesinnet und wie hoch sie sich angreifenmochten, bitt ich ganz freundlich, sie wollen sich dessen gegenmeinem rat oder da sie es bedenken trugen, mit wenig Wortengegen mir ad manus erkleren, das ich mich im ganzen werk destobass zu verhalten hab."
Marb. Fr. u. H. III. 1585/6. I. Eigh.
1) Vgl. no. 412; 418. Monatelang wurde noch, während die Lageder Hugenotten rasche Unterstützung mit Geld oder Truppen erfordertLatte, über diese Legation zwischen J. C, L. Wilhelm und den beidenKff. sowie zwischen den protestantischen Deputirten zu Worms verhan-delt. L. Wilhelms Nebenmemorial für seine nach Worms abgefertigtenRäte (Rothenburg 24. Jan.) fasst neben der Legation die Hülfe für denNotfall ins Auge, erinnert an das Beispiel des J. 1562 (vgl. Kluck-hohn, Friedrich der Fromme p. 310 f.) und schlägt die Summe von300000 fl. vor. Manche Schwierigkeiten bereitete die nach Segur's Be-hauptung von den Kff. dem Landgrafen und J. O. überlassene Auswahlder Gesandten. Der alternde Ludwig von Wittgenstein, den L. Wilhelmgewünscht hätte (vgl. sein Sehr, an den Grafen vom 4. Febr.), entschul-digte sich mit Kränklichkeit. J. G. erhielt dagegen die Zusage derGrafen Friedrich von Würtemberg und Wolf von Isenburg; er selbstwollte ihnen die Käte Joh. Philipp von Helmstadt und Beutterich bei-ordnen (an L. Wilhelm 4. März). Der Landgraf widerriet die Verwen-dung des Grafen Friedrich, der mit Frankreich, Oesterreich und Burgundschlecht stehe, und Beutterichs (an J. 0. 19. März); der letztere hatteselbst durchaus keine Neigung, vgl. seine Sehr, vom 12. und 21. März.L. Wilhelm und seine Brüder wählten Ott von Wolmerighausen undSteurburg von Löwenstein zu ihren Vertretern. Joachim Ernst von An-halt wünschte seinen Jüngern Sohn Christian bei der Legation gebrauchtzu Behen (L. Wilhelm an J. C. 31. März). Letzteres widerriet J. C, daWürtemberg sich bereits gefasst gemacht habe und es für einen Schimpfnehmen würde, unter dem Anhalter zu stehen (J. C. an Wilhelm9. April). — Obiges Sehr. J. C. überbrachte Schregel dem Landgrafen,der am 22. Febr. antwortete, er wolle, da Kf. August inzwischen gestor-ben, sich selbst zum neuen Kf. begeben, zu dem J. C. jemanden ab-fertigen möge.
422. Johann Casimir an Kurfürst August von 13. Febr.
Sachsen- Heidel-
berg
Getrennte Vota im Kff. Rat zu Worms über den 4. Punkt derProposition; Zumutung der Geistlichen mehr als die zu Augsburgbewilligten Monate zu bewilligen. Das Reich soll den Spaniernzum Krieg und Unterdrückung der A. C. Verwandten helfen. A.kann die 2 Monate nicht ohne Gefährdung seiner früheren Erklä-rung (bei Einnahme des Kf. Ernst in den Verein: wider BischofGebhard nichts zu tun noch einem oder dem andern Teil sich bei-pflichtig zu machen) erlegen. Bleibt A. bei der Bewilligung, sodarf man doch keinenfalls dem Kaiser die Aufstellung von Com-