196 1584 263.
6. März tant, quotiescunque huc veniunt. Ferinam et lepores et perdiceset antvögel mittunt, quarum minutiarum hie magna est copia.Comes autem meus me plane colit et tantura non adorat. Totaaula mihi amica et omnis abest invidia, quia me nullis negotiisimmiseeo. Tu vero, mi baro, scribe iterum atque iterum copiose.Ego totus, quantus quantus [!] sum, tuus sum et post duos prin-cipes et uxorem nullius magis."*)
Bm. Coli. Camerar. XI. nr. 309. Eigh.
1) „Bavaria" ist die Oberpfalz. Hier war die Huldigung nicht soglatt abgegangen wie am Rhein, „da die undertanen von herzog PhilipsLudwig pfalzgraffen sehr gesterkt wurden." Dohna musste mit demMarschalk Obentraut, Schregel und einigen Amberger Räten das schwie-rige Geschäft übernehmen. Unterwegs teilten sie in Ansbach J. C. Ent-8chluss mit, sich nicht von der alleinigen Tutel verdrängen zu lassen.„23. 10 1 "' 3 kamen wir nach Amberg und musten daselbst mit den losenleuten ohn einzige uhrsach handeln, tractiren, libelliren bis uf den 30. Ja-nuarü des 1584. Jahres, da sie sich erbotten die huldigung zu praestiren,inmassen sie auch tatten." Die andern Städte ausser Amberg machtennicht viel Schwierigkeiten. Am 13. Febr. kamen sie wieder nach Hei-delberg. ,,Im Martio hat man allerlei anfangen zu reformiren und denhoffstat einzuziehen" (Dohna).
2) XJeber den Fortgang des kölnischen Kriegs und die verräterischeUebergabe von Bonn (1. 2. Febr. 1584) vgl. Ennen V, 155 ff. Selbstein bairischer Oberst erklärte die Bonner Besatzung für nicht wertdeutsche Knechte zu heissen oder auf dem Erdboden zu sein. J. C. Hessdie auf seinem Gebiet betroffenen Bonner Knechte ergreifen und aufInterrogatoria von 26 Artikeln verhören (u. a. Art. 3: ob sie nicht inder letzten Angelobung im Sept. J. C. schwören sollten und ob nicht inder Leistung dieser Pflicht J. O. ausgelassen worden? Art. 5: wer die-jenigen, die, als J. C. zu Mülheim gelegen, mit dem Feind parlamentirtund conspirirt?)j J. C. an den Rat zu Speier, Heidelb. 14. Febr. Speieratädt. Arch. 661 Or. Vgl. no. 224 A. 1; 225. — „Comes meus": GrafFriedrich von Würtemberg.
3) J. C. Hess Würtemberg durch die Räte Joachim von Ortenburg,Christoph von Gottfart, Dr. Reuber und Hans Dietrich Wambold (ihreumfangreiche Instr. vom 17. Febr. Mb. 94/6 Or.; 112/211 Qonc.) zum Ab-stand von der Contutel auffordern und Über die angeblichen Neuerungenin den pfälz. Kirchen aufklären. Da die Gesandten sich auf die TJeber-einstimmung der beiden weltlichen Kff. mit ihrem Herrn sowie daraufberiefen, dass Kf. Friedrichs Religion seit 1566 nicht widerlegt wordenund der A. C. gemäss sei, wandte sich der über „solliche metamorphosesund wunderliche assertiones" entrüstete Herzog Ludwig (vgl. seine bei-den Antworten an die Pfälzer, Böblingen 23. 24. Febr. Me. 998. Or.)am 24. Febr. an die beiden Kff.; vgl. sein Sehr, an dieselben vom18. Febr. in Fortgesetzte Reverien p. 158 ff. Dass Ludwig dasVerfahren mit Kf. Friedrich im J. 1566 eine Suspension nannte und„magis gratiae quam victoriae und viier guetherziger freund intercession"zuschrieb, veranlasste J. C. zu einer ausführlichen Widerlegung (23. März),worauf Ludwig (am 9. April) wieder ausführlich zu Gunsten seiner Auf-
*) Am Rand: ,,Quaestio: an deseretur Gebhardus et quomodo opisfefetur? Saluta Statthalter, Canzler, Wamboldt."