Druckschrift 
2 (1884) 1582 - 1586
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190
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190 1583 255-256.

13. Febr. langen. (Ma. 545/3 Or.). J. C. schrieb deashalb am 14. März an Kf.August (ohne Basel zu nennen) und schickte zugleich den Baslern einst-weilen eine von August dem Kf. Ludwig mitgeteilte auskultirte Copiesammt einem unterschriebenen Or.-Zettel (Ebd. Copp.). Am 6. Aprilschickt dann August J. 0. eine neue Oopie, da nach J. C. Sehr, diefrühere verlegt worden sei (ebd. Or.).

13. , 256. Wilhelm von Baiern au Ernst von Köln.

W. Febr "

München .....N a . [Karl Truchsess] trotziges Benehmen im Ge-

fängniss; E. möge doch aufdisen listigen vogel" gut Acht geben.Hört,das E. L. disen Na. aus Silber speisen und sonst hocherdann ime Stands, zu geschweigen seinen verdinsts halb, gleichsamainen gast mit gueter gesellschaft tractiren . . . sollen", wasdem Kaiser u. a. Katholischen, besonders dem Papst und Erzhz.Ferdinand seltsam vorkommen dürfte. Na. hat den Rel.- undLandfrieden mutwillig gebrochen, kais. Gebote verachtet, Kin-henspolirt u. s. w. . . . Die Untaten desselben sollten in Artikelgebracht und ihm überschickt werden; will sie insgeheim beratenlassen, damit Na. sein Unrecht vorgehalten, der Hochmut gedämpft,die lästerlichen Keden gegen die katholische Religion und Ständeabgestellt und gebührliche Strafe vorgenommen werde. 1 ) ....

Mc. Köln. Or. Acta I. f. 329. Or- (teilw. chiffrirt).

1) Deutlicher tritt die Meinung Wilhelms in einigen späteren Sehr,hervor. In einem undatirten eigh. Conc. an Ernst rät er, den Gefangenenmit ernstlicher betroung der strengen frag" anzusprechen, ohne wirklichHand anzulegen (Ma. 130/8 f. 316). Am 26. März/5. April schreibt eran seinen Bruder Ferdinand:Bitt dich, schau, das des Carl Truchsessnit verschont werde; er ist ja des ganzen handeis ain ursacher." Tr.Freunde werden ohnedies beim Kaiser zu seinen Gunsten wirken.Muesdoch der guet von Saxn von deswegen, das er unrue angericht, seinleben lang gfangen sein und hats Grumbach wie billich mit der haut be-zalen müessen. Warumb mues man mit dem calvinischenmandl so vil prengs machen? Ist doch nit das reich an ime ge-legen." . . . Erinnert F., dass Tr. ihm nach dem Leben stellen Hess,darauf ich im die saiten wol anziehen wollt" (Ma. 9/2 f. 528. Oop.). Wilhelms hartnäckige Rachgier gegenüber Karl Truchsess sowie seinRat an die Schwester Maria von Steiermark, das lutherische Hofgesindebei einem Einfall der Türken voranzuschicken (so kombt man irer miteeren ab", A retin, Maximilian p. 239 A. 2) setzen doch die ihm beiStieve IV, 421 nachgerühmte grosse Gutmütigkeit in ein recht eigen-tümliches Licht. Nähere Belege für das trotzige Verhalten des KarlTruchsess bei und nach seiner Gefangennehmung gibt ein Sehr, des vorBonn liegenden Ferdinand Ursin (26. Jan./5. Febr.) an Erzhz. Ferdinand;als der Obrist [Manriquez] Tr.»aufforderte den Degen abzugeben, sagtedieser:Das wolle gott nit, das ich mein wöhr von mir geben solle",und riet einem Trabanten, der sie ihm abgürten wollte, dies bleiben zulassen; von einem Beines Standes möchte er es eher gedulden. Hieraufgürtete sie ihm der von Eggenberg ab [vgl. Isselt p, 440]. Als denGefangenen an der Tafel zu Poppeisdorf sein Nachbar Dietrich vonManderscheid im Gespräch Lügen strafte,gibt er Truchses ime vonstund an ein maultasehen darauf"; der Graf zog den Dolch, doch brachteman sie auseinander (vgl. Ennen V, 165 f.).