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17. Oktbr. das gleichzeitige Ableben Kf. Ludwigs hinfällig. — J. C. lag schon am
6. Okt. zu Oberhonnefeld, wo er an Dohna den strengen Befehl gab, mansolle auf trierischem Gebiet „sich des bisher geübten muetwilligen beu-tens, hergens und Verderbens genzlich enthalten" (Mb. 93/6 f. 489).Trier war durch J. 0. Drohungen so eingeschüchtert, dass er dem Her-zog Ferdinand von Baiern die Einräumung des Fleckens Engers abschlug(Ferdinand an Ernst, Lager zu „Kherrlich" 16/26. Okt. Ma. 130 6).Mach einer Zeitung vom 22. Okt. (Dr. Köln. Sachen 10. Buch) warendie kais. Gesandten am 13. im Lager J. C- und zogen dann, geleitetdurch Breidenstein, Schenck und D. Beutterich, zu Coblenz über denRhein. Am 19. wurde J. 0. Hoffahne von der Stange abgerissen, am20. jenseits Hachenberg das Kriegsvolk abgedankt. Vgl. PrinstererI. 8, 277 f. J. C, der noch vor Eintreffen der Nachricht vom Todeseines Bruders sich mit Kf. Gebhard darüber verständigt und einen neuenHülfszug für den nächsten Frühling in Aussicht gestellt hatte, begabsich mit wenigen Pferden rasch nach Heidelberg. (L. Wilhelm an L.Ludwig, 2. Nov.; La Hug. II, 259 f.). Dohna berichtet weiter: „Werwahr aber unsinniger als reuter und knecht? Ich armer tropf musteabermahl alhie der katzen die schelle anhenken, reuter und knecht insfeld zusammen fordern, M. Gn. H. entschuldigen und ihnen abdanken.Von den reutern kam ich noch zimblich darvon, aber von den knechtenwere ich schier geschmissen worden." Ueber die klägliche Verfassungder abgedankten Truppen und die Schwierigkeiten, die Beutterichs Gas-konier auf Frankfurter Gebiet verursachten, vgl. iBselt p. 395 f.
18. Oktbr. 231. Der Kaiser an Kurfürst Ludwig.Prag
Das Ausschreiben zum Mühlhäuser Convent betrifft unter demSchein der Keligion kais. Hoheit, die Stände insgesammt und be-sondere Gerechtsame, womit L. gar nichts zu tan bat. ErmahntL., dessen Aumassungen ihn sehr befremden, dieses höchst gefähr-liche Vorhaben einzustellen.
Mb. 112/2b Or.
21. Oktbr.232. Landgraf Wilhelm an den Hauptmann zu Ziegen-Cassel hain.
Nachricht von Casimirs Zug auf Limpurg und Wetzlar. „Nunkönnen wir nicht ausrechnen, worauf solches geschehe, anders alsdas er wie ein beschissen kuhe auch andere leut mit sich gern inverderben ziehen oder uns und andere, die wir ihme nit gleichufpritschen wollen, unversehens überfallen und seinen mutwillenmit brandschatzen, rauben und plündern treiben wolte. Wiewohlwir uns nuhn solches zu ihm nit versehen solten, so hat er docheinen solchen häufen Harpyae bei sich, deren willen und trieb ervolgen muess, das wir nichts bessers darvonn iudiciren können."Soll, falls der Zug auf Wetzlar geht, ein paar hundert Mann nachZiegenhain aufbieten und vereidigen, dass sie tot und lebendig inder Festung bleiben wollen, es gehe ihnen wie es wolle. Nötigen-falls Verstärkung, Hauptleute, Proviant zu besorgen. 1 )
Marb. Erzst. Köln. Ref. VI- Cop.