278
Lussy Empfehlungsbriefe durch den Kardinal ClaudiusAquaviva empfing, aber Johann von Lauffen krank zurückblieb (S. 100), und ging über Loretto (S. 100) auf dem altenWege nachhause, wo er am 28. Januar 1584 ankam (S. 102).
Seine Reisebeschreibung erschien 1590 zu Freiburg imUchtland; über die Person des Reisenden vgl. Balthasar,Helvetia VII, 347; über das durch L. mitgebrachte Urteil d.Pilatus vgl. Rud. Hofmann,"Das Leben Jesu nach d. Apo-kryphen 366—370 und oben S. 74—75, Note 285.
1583 (1).) Rudolf Pfyffer aus Luzern reiste (38 Jahrealt) am 11. Mai vom Hause ab und zwar mit einer Be-scheinigung des Rates, dafs zur Zeit keine Pest oder Seuchein der Schweiz grassiere, und empfing am 2. August denRitterschlag zu Jerusalem (die Urkunde darüber datiert vom10. August 1883, S. 216—217).
Aus seiner noch ungedruckten Reisebeschreibung, welcheHerr Bibliothekar Dr. Schiffmann in Luzern besitzt, er-schienen Auszüge im Schweizerischen Geschichtsfreund 1845,S. 213 ff.; merkwürdig ist, dafs P. darin weder seine Reise-begleiter noch seinen Ritterschlag erwähnt (S. 215).
1583 (e.) Johann von Lauffen, Barbier des MelchiorLussy, rät in seiner Reisebeschreibung, seitdem Frankreichmit der Türkei im Bündnis stehe, von Marseille aus nachder Levante zu reisen und im Orient sich als Franzose Aus-zugeben. Unter den 17 Regeln, deren Beobachtung jedesPilgerbüchlein dringend empfehle, ist besonders die hervor-zuheben, dafs man alle abergläubischen Segen „Marteres,Westerhüblin" daheim lasse. Sehr sorgfältig stellt er (fol.14—21) einige Rezepte für den Reisebedarf zusammen, dieihm sein Oheim verordnet, so wie aus einem von demdeutschen Arzt Georgius Pistorius abgefafsten Doktor-buche.
Die Angaben über die Reise bis Venedig bieten nichtsneues, Johann erwähnt (fol. 30) noch die Namen mehrererReisebegleiter, welche Lussy (S. 5—6) nicht nennt (aufserLaurentius Pacificus, Jesuitenpriester aus Venedig,aber von Geburt ein Deutscher): Johannes Antonius