ULB Düsse I dor f N +4009 999 01 DEUTSCHE PILGERREISEN. i\ !/ 0 x& DEUTSCHE PILGERREISEN NACH DEM HEILIGEN LANDE VON REIfVHOLD RÖHRICHT. GOTHA. PEIEDEICH ANDEEAS PERTHES. 1889. Irr ^DiW^f 2>os k Ooq qc,q SEINEM LIEBEN FREUNDE HERRN FRANZ BRODTMANN IN BERLIN ZUGEEIGNET. •y. -■■' ''■ , > ■: * Vorrede. Im Jahre 1880 veröffentlichte der Herausgeber mit seinem Freunde Herrn Dr. Heinrich Meisner, Custos der hiesigen Königl. Bibliothek: Deutsche Pilgerreisen nach dem heiligen Lande (Berlin, Weid- mannsche Buchhandlung, I. Bd. 8°, VIII, 712 S.), ein Werk 1 ), welches zwar vollen Beifall 2 ), aber infolge des grofsen Umfanges, besonders jedoch wegen der 1) Auf welches im Laufe der Darstellung hier durch RM. hingewiesen wird. 2) Nürnberger Corresp. 24. Nov. 1880; Post 2. Dez. 1880; Norddeutsche Allgem. Zeit. 21. Dez. 1880; National Zeit. 22. Dez. 1880; Literar. Centralbl. 1880 Nr. 43; Anzeiger für d. Kunde d. Vorzeit 1880, XXVII , S. 350; Zeitschrift d. Deutsch. Palästina - Vereins (ZDPV.) 1881, IV, 170-171, 224—245; Literar. Rundschau 1881, 15. August, S. 5u2—506; Deutsche Literat. Zeit. 1881, Nr. 6; Göttinger Gelehrte Anz. 1881, No. 5 u. 6; Histor. Zeit.schr. 1881, X, 561—562; Theolog. Lit. Zeit. 1881, No. 9: Deutsche Revue 1881, VI, No. 1; Leipziger Zeitung 1881, 16. Jan., Beilage V; Hannov. Courier 1881, 24. April; Wochenblatt d. Johanniter - Ordeusballey Brandenburg 1881, No. 1—4; (Wiener) Presse 1881, No. 64; Augsburger Post-Zeitung 1881, No. 39; Grenzboten 1881, No. 45; Archivio storjco italiano 1881, VII, 1H- VIII schwer lesbaren mittelhochdeutschen Texte (S. 42—461) und der angehängten bibliographischen Beiträge zur Geographie Palästinas (S. 547—648) nur in eigentlich gelehrten Kreisen Eingang und Verbreitung gefunden hat. Da es jedoch für die Geschichte des kirchlichen und sozialen Lebens, der Territorien, Städte, Geschlechter und hervorragender Persönlichkeiten, endlich der Verkehrs- und Geld - Verhältnisse reiche Aufschlüsse bietet, so schien der Versuch, eine kleinere Ausgabe zu veranstalten, gerechtfertigt, in welcher jene gelehrten Materialien noch stärker ausgenutzt, aber in ihrer Breite ausgeschieden, hingegen nur diejenigen Abschnitte wiederholt würden, welche jene geschichtlichen Interessen erläutern. Der Herausgeber glaubte dazu noch besonders befugt zu sein, da er jene Teile der grofsen Ausgabe, nämlich die historische Darstellung und das Pilgerverzeichnis, allein ausgearbeitet hat und seit acht Jahren an ihrer Erweiterung und Verbesserung unausgesetzt thätig gewesen ist. Es mochte allerdings fraglich erscheinen, ob das neue Buch, welches doch des gelehrten Apparates nicht entbehren kann, da es nicht Wahrheit und Dichtung, sondern geschichtliche Wahrheit geben und deren Erkenntnis durch peinliche Sorgfalt in dem Nachweise und in der Behandlung des gedruckten und ungedruckten Quellenmaterials fördern will, sich einen weiteren Leserkreis erringen könne, aber die Erwägung, dafs in unserm Vaterlande unter den'Gebildeten das Bedürfnis nach gesunder geistiger Nährkost, besonders nach einem gründlichere» Verständnisse der geschichtlichen Vergangenheit unsers Volkes in den letzten Jahrzehnten IX erheblich gestiegen, endlich aber durch manche historische Romane die Furcht vor dem gelehrten Arbeitsgerüst der Citate bedeutend geschwunden ist, drängte jenes Bedenken in den Hintergrund. Doch alle Mühe und Zeit wären verloren gewesen, wenn nicht die bisherige Verlagshandlung und deren Vertreter Herr Gustav Parey in liebenswürdigster Weise die Genehmigung zu diesem Neudrucke und zum Übergange des Werkes in den Verlag einer anderen nicht minder rühmlichst bekannten Firma gegeben hätte, wofür ich mich gedrungen fühle, hier den herzlichsten Dank auszusprechen. Derselbe gebührt ebenso allen den edlen Freunden und Förderern dieser Arbeit, unter denen, soweit ich sie nicht im Texte selbst genannt habe, hervorzuheben sind: Herr Graf Paul Riant in St. Maurice, Herr Direktor des Kantonalarchivs zu Luzern, Dr. Theodor von Liebenau, Herr Dr. Heinrich Meisner, welcher leider von seiner Mitarbeiterschaft zurückgetreten ist, und endlich Herr Prof. Dr. Wilmanns, Generaldirektor der Königl. Bibliothek, welcher die Benutzung des seiner Leitung unterstehenden Instituts durch eine grofsartige Liberalität erleichterte. Endlich sei noch die Bemerkung erlaubt, dafs die Schweizer in den Rahmen dieser Schrift- nur deshalb mit aufgenommen worden sind, weil für die Geschichte ihrer Beziehungen zum heiligen Lande mir überreiche Materialien zur Verfügung standen. Für die genauere Bibliographie der hier genannten oder sonst noch zu nennenden gedruckten .und ungedruckten Schriften von Deutschen über Palästina sei hiermit im voraus auf ein Werk des Verfassers hingewiesen, welches eine möglichst vollständige Zusammenstellung der bis 1888 nachweisbaren Palaestinensia geben und, so Gott will, vielleicht im nächsten Jahre erscheinen wird. Berlin 18. November 1888. Reinhold Röhricht. Übersicht. I. Historische Darstellung.......... S. 1—85, II. Pilgerlieder.............. S. 87-94, III. Pilgerverzeichnis............ S. 95—316, IV. Register................ S. 317-352. I. Historische Darstellung. Röhricht, Pilgerreisen. VV enn wir die gewaltige Bewegung der Kreuzzüge überblicken und uns vergegenwärtigen; welche unermefs- lichen Opfer an Gut und Blut die abendländische Christenheit im Dienste der Kirche bereitwillig dargebracht hat ; um das heilige Land zu erobern, wie aber alle dort mühsam erkämpften Besitzungen wieder verloren gingen, so wird wohl jeden, der in der Geschichte nicht blofs ein Spiel mechanischer Kräfte sieht, ein gewisses Gefühl der Wehmut beschleichen. Dies Gefühl lebte sicher auch in vielen Herzen der Zeitgenossen und konnte, so sehr man auch gewöhnt war, überall nur einen ethischen Kausalnexus zu erkennen und demgemäfs in dem Unglück der Christen nur eine gerechte Strafe für ihre Sünden zu sehen, doch nicht völlig durch die geistliche Trost Weisheit besänftigt werden; es steigerte sich zu brennender Scham, zu knirschender Wut, zu verzweifelndem Hohne [l]. Am ergreifendsten und würdigsten hat der Predigermönch Riccoldo de Monte Croce, welcher während und gleich nach dem Fall Accons im Orient als Missionar wirkte, die schmerzlichen Empfindungen geschildert, welche ihn wie die ganze gläubige Christen weit erfüllten. Er sah die Züge der gefangenen Christen, welche aus den christlichen Städten Syriens in das Innere Asiens geführt wurden, er hörte die höhnenden und lästernden Reden ihrer Peiniger und fragte sich: ist Gott denn wirklich gerecht, wenn er die Feinde des Kreuzes so triumphieren, ihre Macht täglich mehr wachsen läfst? Lebten denn in den christlichen Städten, die jetzt rauchende Trümmerhaufen 1* geworden sind, nicht einmal zehn Gerechte? In einem Schreiben voll Schmerz und drängender Bitte fleht er Gott, den Heiland, die Mutter Gottes, die Apostel an, Erbarmen zu üben und fordert schliefslich den bei der Belagerung Accons umgekommenen Patriarchen Nikolaus auf, mit allen den Tausenden, die wie er Märtyrer ihres Glaubens wurden, ihre Stimme am Throne Gottes für sein armes Christenvolk zu erheben. Am Schlufs endlich findet er in einem aus der Beute von Accon gekauften Buche, den Moralien des heiligen Gregor, besonders in einer Erläuterung des Buches Hiob, «las innere Gleichgewicht wieder und fafst sich in stiller Ergebung und Geduld [2]. Gewifs mochte manchem die Erkenntnis aufdämmern, wohl auch klar werden, warum die christlichen Staatengebilde im Morgenlande zusammenbrachen, zusammenbrechen mufsten; denn wir vernehmen ja Stimmen, welche nicht blofs aus dem verborgenen Ratschlüsse oder dem gerechten Zorne Gottes, sondern aus natürlichen Gründen die jämmerliche Niederlage der Christenheit zu erklären suchen, aber die grofse Menge des Volks, durch die glänzenden Sieges- verheifsungen der Kreuzprediger so oft und so entsetzlich getäuscht, durch den Jerusalemablafs bald gegen Mauren, Albigenser und Stedinger, bald gegen Mongolen, Preufsen und Hohenstaufen zusammengelockt und vorwärts getrieben, war begreiflicherweise schliefslich abgemattet und gleichgültig geworden. Überhaupt erlahmte der Kreuzzugseifer seit der Regierung Friedrichs IL, und mit dem Sinken der Hohenstaufischen Macht beginnt auch der unaufhaltsame Zu- sammenstui'z der christlichen Staaten in Syrien; während die Kurie gegen die Ghibellinen den Vernichtungskampf führt, bricht Sultan Bibars in Syrien Burg auf Burg [3], und im Jahre 1268, wo das Haupt Konradins in den Sand rollt, wird Antiochien erobert und die Bevölkerung nach Tausenden hingeschlachtet. Nur die Mongolen hindern den Sultan an der völligen Vernichtung der Christen, bis im Jahre 1291 Accon und ihre letzten Besitzungen fallen [4]. Alle Versuche, mit Hilfe der Mongolen wieder festen Fufs in Syrien zu fassen [5], mifslingen, alle Pläne [6] und selbst vorübergehende Erfolge, wie die Eroberung Smyrnas und später Alexandrias durch König Peter von Cypern [7], zerrinnen in nichts — das heilige Land ist und bleibt verloren. Wie aber hätte eine so gewaltige, das Herz der ganzen Christenheit in der innersten Tiefe erschütternde, heilige Sehnsucht, die jahrhundertelang Tausende über das Meer getrieben, durch politische Wandlungen getrübt oder getilgt werden können! Wie hätte die Christenheit jetzt auf einmal darauf für immer verzichten sollen, die heiligen Stätten zu schauen, wo der Heiland geboren, gelebt und gestorben, wo die Spuren seines Erdenwallens durch eine alte, allmählich immer mehr sich erweiternde Tradition an unzähligen Stellen'und Pesten sich befestigt hatten, die man mit Augen sehen, mit Händen greifen konnte [8], wo er endlich einst zum Weltgerichte wieder erscheinen sollte, zu richten die Lebendigen und die Toten! [9] Mochte der bufsfertige Sünder in Rom [10], Santiago [ll] und an allen den übrigen Gnadenorten Ablafs und Vergebung zu finden hoffen, was galten sie alle gegen das heilige Grab, aus dessen Todesnacht das Licht des ewigen Lebens hervorgetreten war! [l 2j Und gab es nicht immer noch Menschen, die sowohl in der Stille des Klosters, in der sauren Arbeit um das tägliche Brot, wie im Glänze des Ritter- und Herrschersaales einmal das Be- wufstsein des eigenen Sündenelends, des Erdenjammers überfiel [I3j, die in Träumen oder Visionen den Antrieb zur Einkehr und Bufse empfingen, die der Dienst der Kirche, der Reichtum des heiligen Landes an Reliquien und Ab- lassen hinaustrieb [14], die eine öffentliche [15] oder ge- / heime Schuld im Gewissen brannte, oder die es innerlich drängte, am heiligen Grabe, an der Stelle, wo das Kreuz gestanden, Gott einmal näher zu treten, um ihm für eine Gnadenerweisung, vielleicht für eine Rettung aus Kriegsund Seegefahr [16], zu danken, oder einen innigen Herzenswunsch im Gebet zuzuflüstern! [17] . Wohl mochte es manchem trotzigen Recken schwer fallen, jetzt statt mit dem ) Schwerte, statt im blitzenden Waffenschmucke, mit dem Pilgerstabe und im härenen Pilgergewande in die Stadt Gottes einziehn und schwere Unbill von den Ungläubigen leiden zu müssen [18], aber für die meisten, wie für die Pilger vor den Kreuzzügen, fiel es wenig ins Gewicht, dafs jetzt Muselmänner am heiligen Grabe standen, das einst Römer bewacht hatten, ja dies mufste sogar ein neuer Antrieb zu tieferer Demut und Erniedrigung werden, eine Gelegenheit zu ernsterer und wohlgefälligerer Bufse. Trotzdem würde man irren, wenn man glauben wollte, g dafs alle, welche über das Meer zogen, nur religiöse Beweggründe gehabt hätten, vielmehr können wir oft genug nachweisen, dafs weltliche Rücksichten und Ziele sie m bestimmten. Der eine wollte politischen Konflikten ausweichen [19], den anderen beseelte der Geist des Rittertums, (sei es um abenteuernd fremde Länder zu durchziehen [20], oder den Ritterschlag am heiligen Grabe und mit ihm die höchste Weihe zu empfangen [21], oder auch den Wunsch der Geliebten zu erfüllen und ihre Erhörung zu erlangen [22], I andere wieder trieb die fröhliche Wander- und Wagelust in den wunderreichen Osten [23], wie ja im 16. Jahrhundert das Reisen als das wichtigste und notwendigste Bildungsmittel für den Adeligen galt [24], der, wenn er auf italienischen Universitäten studierte, in Italien oder Konstantinopel diplomatische oder militärische Dienste that, die Gelegenheit, nach dem heihgen Lande zu kommen, leicht fand und auch selten vorübergehen liefs. Neben solchen Besuchern Syriens finden wir politische Agenten und militärische Berichterstatter, welche es überhaupt liebten, unter der Maske von Pilgern im Interesse ihrer persönlichen Sicherheit zu reisen [25], die im Auftrage des Königs Philipp U. von Frankreich, des Königs Heinrich V. von England, des Herzogs Philipp H. von Burgund den Orient durch wanderten [26], um mit geübtem Ohre und spähendem Auge zu beobachten und zu erkunden, ob die Verhältnisse für einen Kreuzzug günstig r lägen. Bald treten auch die wissenschaftlichen Zwecke in den Vordergrund; Belon und Rauchwolf treiben naturwissenschaftliche Studien, Justus Tenellus [27] und Wilhelm Postel [28] suchen im Auftrage des Königs Franz I. für die Pariser Bibliothek Handschriften zu erwerben. Ja selbst einzelnen Adepten [29] begegnen wir, welche bei den Eremiten und Weisen des Morgenlandes die geheimen Wissenschaften noch gründlicher zu erlernen hofften. Endlich finden wir auch viele Kauf leute; in allen gröfseren See- und Binnenstädten der ganzen Levante sind Comptoire und Faktoreien der grofsen Handlungshäuser Oberitaliens, Südfrankreichs, Spaniens, Deutschlands und seit dem Ende des 16. Jahrhunderts auch Englands und Hollands [30]. Viele von ihnen finden wir unter den Pilgern in Jerusalem, oder als deren Helfer und Berater; sie retten diese oft aus schweren Verwicklungen und Gefahren, zuweilen aus der Gefangenschaft, und werden ihnen nicht weniger unentbehrlich als die Johanniter von Rhodus und Malta. Wie stellte sich aber die Kurie zu den Pilgerreisen? Wir wissen, dafs die Wallfahrt, die grofse nach Jerusalem, Santiago und Rom, wie die kleine nach einem im eigenen Lande Hegenden Gnadenorte, von der Kirche schon sehr früh als Bufse auferlegt [31] und seit dem 13. Jahrhundert von Totschlägern auch durch die weltliche Gerichtsbarkeit verlangt wurde, aber die letztere verzichtete schon im 14. und 15. Jahrhundert auf die Leistung einer grofsen Wallfahrt und begnügte sich mit der Forderung der kleinen, die jedoch öfter wiederholt werden mufste [32]. Allmählich ward man noch milder; der adlige Herr konnte auch einen Dienstmann oder Geistlichen mit dem nötigen Reisegelde ausstatten und an den Gnadenort für sich senden, und schliefslich bildeten sich sogar Weltbrüderschaften [33], einzelne Zünfte von stellvertretenden Pilgern, in Deutschland Sonnweger genannt, welche sich bald sehr stark vermehrten, da sie fanden, dafs die Spekulation auf die Mildthätigkeit frommer Christen einträglicher und bequemer als rechtschaffene Arbeit sei. Auch die Kirche schien die Forderung der grofsen Wall- 8 fahrt anfangs aufgeben zu wollen, damit die Muselmänner nicht durch die Abgaben und Steuern der Pilger bereichert würden [34]; sie verbot jede Reise über Cypern hinaus und ganz besonders allen Handelsverkehr mit den Muselmännern [35], aber weder die Sucht nach Gewinn, noch die Sehnsucht nach dem heiligen Lande liefsen sich verbieten oder zurückdrängen; schliefslich gab man ohne langes Besinnen die Wallfahrt wieder frei, und schon zehn Jahre nach der Eroberung Accons beginnt der Pilgerstrom wieder nach den geheiligten Stätten zu fiiefsen. Es fehlte zwar nicht an Stimmen, welche das heilige Land, wie in den letzten Zeiten der christlichen Herrschaft, als Sammelpunkt des Auswurfs der Menschheit verschrieen [36], es fehlte auch nicht an Spöttern über die Reisewut und die Schiffernachrichten der Pilger [37], aber auch dies vermochte wenig auszurichten, und als erst im 14. Jahrhundert bekannt wurde, welche freundliche Haltung muslimische Behörden den christlichen Pilgern gegenüber einnahmen [38], und der Verkehr nach Venedig und von da nach der Levante immer reger wurde, galt eine Reise dahin nicht mehr als unüberwindliche Schwierigkeit, zumal man sie in sechs oder acht Monaten vollenden konnte [39]. So stieg denn die Beteiligung im 15. Jahrhundert, besonders in der zweiten Hälfte desselben und im ersten Drittel des sechszehnten, zu einer aufserordentlichen Höhe, bis dann die Reformation den Eifer erheblich abkühlte [40]; seitdem begannen, wenigstens in Deutschland, auch die asketischen Ziele mehr in den Hintergrund zu treten. Um aber eine Pilgerfahrt antreten zu dürfen, mufste jeder einzelne die nötige geistliche Erlaubnis besitzen, die er am Ende des 15. Jahrhunderts gegen eine Abgabe [41] vom Papste [42], oder den durch ihn dazu bestimmten Prälaten [43] erhielt; Geistliche mufsten die Erlaubnis auch- von ihren nächsten Vorgesetzten einholen [44], und Fürsten, wie Bogislaus X. von Pommern, erbaten sie sich auch vom Kaiser [45]. Wer ohne geistliche Erlaubnis, im Reformationszeitalter sogar ohne schriftlichen Ausweis seines Pfarrers [46], die Pilgerfahrt antrat, ward exkommuniziert, konnte aber Absolution durch den Guardian des Zionsklosters im heiligen Lande erlangen. Frauen waren schon durch Bonifazius, später durch den Legaten Thomas von der Beteiligung an Jerusalemfahrten abgemahnt worden [47], doch begegnen wir ihnen ; namentlich niederländischen, häufig in Begleitung ihrer Männer, zuweilen sogar in Mannskleidern [48], bis endlich der Papst Gregor XII. allen Frauen das Wallfahren über das Meer positiv verbot [49]. Manche derselben, namentlich Nonnen, mögen sich dafür durch sogenannte geistliche Pilgerfahrten entschädigt haben, doch kennen wir davon nur ein einziges Beispiel [50]. Aufser der Erlaubnis brauchten natürlich die Pilger auch Geld, und obgleich sie den Befehl des Herrn an seine Jünger, ohne Beutel und ohne Tasche in die Welt hinauszugehen, auf sich bezogen, auch mit Becht auf freundliche Aufnahme in Hospizen [51] und auf die Mildthätigkeit barmherziger Seelen rechnen konnten, so hielten es ärmere doch für geraten, sich entweder schon daheim oder in Venedig als Diener reicheren Herrn anzuschliefsen. Nur von wenigen wird uns berichtet, dafs sie sich vollständig mittellos auf den Weg machten und Fahr- wie Zehrgeld erbetteln mufsten [52]. Im 16. Jahrhundert kam es aber auf, dafs ganze Gemeinden einen armen Pilgersmann mit Geld für die Fahrt ausrüsteten [53]; jedenfalls wurde ihm dann auch ans Herz gelegt, am heiligen Grabe auch für die Wohlfahrt und das Glück seines Heimatortes und seines Vaterlandes zu beten. Hingegen brachten die Grafen und Fürsten durch Steuern [54] oder Anleihen [55] grofse Summen zusammen, um nicht nur auf dem Hinwege [56], sondern auch auf der Heimkehr mit ihrer Begleitung möglichst glänzend auftreten zu können; freilich so lange sie im heiligen Lande waren, wufsten sie eiD strenges Inkognito zu wahren, da sie sonst einen starken Tribut zahlen mufsten, ja sogar ihre persönliche Freiheit verlieren konnten. Die gröfste Summe 10 (200000 Mark), die jemals ein pilgernder Fürst verbraucht hat, mag wohl Herzog Wilhelm von Sachsen 1461 ausgegeben haben [57]; leider kennen wir von anderen Fürsten, aufser vom Kurfürsten Friedrich von Sachsen (1493), die Kosten der Pilgerreise nicht [58]. Gewöhnlich nahmen die Pilger aufser den kleinen für Trinkgelder nötigen kleinen Sorten wenig bares Geld mit, das sie entweder sorgfältig in die Kleider vernähten [59], oder unter den Vorräten von Schweinefleisch verbargen, um es in Jaffa vor den Händen der Muselmänner zu sichern [60]. Sonst besorgten sie sich meist Wechsel auf Venedig [61] durch Kaufleute aus Erfurt [62], Nürnberg [63] und Leipzig, oder auf Ancona, wo die Fugger ihre Comptoire hatten [64], und zogen von da wieder auf Alexandria [65], Aleppo [66], Konstantinopel [67]. Am bequemsten hatten es natürlich die Fürsten, welche entweder, wie Kurfürst Friedrich der Weise, In Venedig zuvor eine gröfsere Summe bei einem Bankhause deponierten, oder wie die Herzöge Ernst von Österreich (1414), Wilhelm und Albrecht von Sachsen (1461, 1476), Landgraf Wilhelm von Hessen (1491), die kurz vor ihrer Abreise Agenten nach der Lagunenstadt vorausschickten und alles, was nur irgend für die Reise erforderlich war, ordnen und besorgen liefsen. Solchen hohen Herren kam der Senat von Venedig mit der gröfsten Liberalität entgegen. Schon am 3. März 1346 liefs man dem Burggrafen Johann von Nürnberg, welcher einmal einen Transport venetianischer Waren aufgehalten hatte, mitteilen, dafs man ihm dies nicht vergelten würde, wenn er von Venedig nach dem heiligen Lande sich einschiffen wolle [68]. Sobald daher seit Mitte des 14. Jahrhunderts Fürsten und Herren an den Senat um Überlassung einer Galeere gebeten hatten, ward ihnen ihr Wunsch sehr gern erfüllt, aber nur unter der Bedingung, dafs sie für deren Ausrüstung selbst sorgten und keinerlei Kaufmannsgüter mit an Bord nähmen [69]. Für ihren Empfang in Venedig wurden von staatswegen grofse Festlichkeiten angeordnet und für ihre ehrenvolle Aufnahme auf der Reise Empfehlungsschreiben I 11 ausgefertigt [70]. Arn 4. April 1472 ward sogar, damit hochangesehene Pilger und Gesandte eine würdige Unterkunft in Venedig fänden, dem Rolando Verardi de Guanto, einem jedenfalls reichen Patrizier, die Erlaubnis erteilt, sie bei sich zu beherbergen [71]. Die nötigen Anweisungen für die äulsereEinrichtung der Pilgerfahrt empfing der einzelne entweder durch den Mund heimgekehrter Pilger [72], aus Reisebeschreibungen [73] und eigenen Pilgerbüchlein [74], in denen alle heiligen Stätten der Reihe nach kurz angeführt waren, die man gewöhnlich erst in Venedig z. B. im Franziskanerkloster della Vigna kaufte [75] und mit Landkarten und Plänen während der Seefahrt durchstudierte [76]. Gegen Mitte des 15. Jahrhunderts fungierten in jenem Kloster eigene Pfleger und Ratgeber für die Pilger, unter ihnen ein Mönch und ein venetianischer Nobile [77]. Aufserdem rüstete sich der Pilger daheim noch weiter. Er legte den Habitus eines Pilgers an [78], liefs den Bart wachsen [79], steckte auf seine graue Kutte [80] ein rotes Kreuz, ein anderes über die Stirn auf den breitkrämpigen Hut und nahm Stock [81], Sack und Flasche zu sich; im 16. Jahrhundert befestigte man auch das fünffache Jerusalemkreuz auf der linken Brust [82]. Bekannte, Freunde and Verwandte gaben dem Pilger Ringe, Steine zu Paternostern (Rosenkränzen), auch Paternoster selbst mit, um sie an allen Orten, wo das Schiff anlegte und Reliquien sich befanden, durch Bestreichung an denselben zu weihen und wertvoller zu machen [83]. Der Pilger selbst bereitete sich durch den Genufs des heiligen Abendmahls zu seiner weiten Reise vor [84], machte sein Testament und empfing, wenn er ein Mönch war, noch den feierlichen Segen des Abtes und seiner Mitbrüder [85]; Fürsten legten zuweilen kurz vor der Abreise noch den Grund zu einer Votivkirche [86]. Man gab ihm das Geleit unter Thränen und Glückwünschen, auch den Johannissegen mit auf den Weg [87]. Wohl mochte manchem dabei schwer ums Herz werden und zumute sein wie dem Felix Fabri, der offen gesteht, er wäre gern im Momente 12 des Abschiedes umgekehrt, wenn er sich nicht geschämt hätte. Das nächste und bis gegen Mitte des 16. Jahrhunderts, auch das gewöhnlichste Ziel war Venedig, doch gingen viele nicht direkt auf den gewöhnlichen Alpenstrafsen [88] dahin, sondern noch erst zu einem anderen Gnadenorte, um den Beistand Gottes und der Heiligen für die beschwerliche Fahrt zu erflehen [89]. In Treviso [90] oder Pavia [91] verkauften die Pilger, welche bis dahin geritten waren, ihre Pferde, oder gaben sie dort in Futter [92], um sie bei der Rückkehr wieder vorzufinden, andere schickten sie auch in die Heimat zurück [93]. Waren nicht schon durch vorausgeschickte Boten Quartiere bestellt, so fanden die Pilger kurz vor der Stadt [94] eine Menge Agenten, welche mit zudringlicher Geschwätzigkeit die von ihnen vertretenen Gasthäuser anpriesen [95], Reiche Herren wohnten bei dem Rheder, mit welchem sie wegen der Überfahrt abgeschlossen hatten [96], arme Kleriker im Kloster St. Philipp und S. Jakob hinter der Markuskirche [97], auch im Dominikanerkloster [98], Ritter und Kaufleute im Spiegel [99], im Weifsen Löwen [100], im Schwarzen Adler [101], gewöhnlich aber im Deutschen Hause, das sonst auch St. Georg, zur Flöten [102] oder Pollten, oder zur Trinität [103] genannt wird. Hier waren Wirt [104] und Wirtin, Knechte und Mägde deutscher Abkunft, hier ward kein fremdes Wort gesprochen, und, wie erzählt wird, selbst der vierbeinige Wächter des Hauses, ein stämmiger Hund, schnüffelte nichtdeutsche Bettler und Hunde sehr bald heraus, um sie mit rücksichtsloser Strenge zurückzutreiben. Von dieser deutschen Herberge ist wohl zu unterscheiden der Fondaco dei Tedeschi [105] am Canal grande unmittelbar an der Rialtobrücke, welcher schon vor 1200 gegründet sein soll und jetzt die königl. Italienische Staats - Finanz- Intendantur in sich aufgenommen hat. Hier mufsten, während die Pilger anderswo absteigen konnten, alle deutschen Kaufleute logieren und Waffen dem Hausmeister abliefern, ebenso Geld und Geldeswert; hier war der gesamte deutsche 13 Handel in Venedig konzentriert und der Kontrolle der Staatsbehörde unterworfen, die trotz ihres strengen Schutzzollsystems und ihrer starken Auflagen doch im grofsen und ganzen dem deutschen Kaufmann bereitwillig entgegen kam. Und wie bedeutend der Zuzug nicht nur deutscher Kaufleute, welche in ihrer Jugend italienische Sprache und Buchführung lernen oder sonst ihre eigenen Geschäfte besorgen wollten, sondern auch deutscher Handwerker und Arbeiter war, wie lebhaft die Handelsstrafsen zwischen Deutschland und Venedig von Postboten und Reisenden begangen und befahren wurden und die daran liegenden Ortschaften dadurch emporblühten, ist erst in neuester Zeit vortrefflich erläutert worden [106]. In diesem Fondaco befanden sich nicht nur Wohn- und Schlafräume, sondern auch eine Wirtsstube, wo man gut afs und trank. Wenn die Deutschen sich sonst wenig über die Behörde zu beschweren hatten; hier war ein wunder Punktin den Beziehungen zu ihr; denn die Zeitbeschränkungen, welche den Besuchern wohl mit Recht auferlegt waren, bildeten eine stehende Klage, da diese Tag und Nacht die Wirtsstube offen wissen wollten nach dem bekannten schon von Tacitus erwähnten deutschen Brauche, „immer noch eins" zu trinken [107]. Die Gelegenheit zur Überfahrt von Venedig nach der syrischen Küste fand sich bis gegen Anfang des 16. Jahrhunderts sehr leicht, da der Verkehr mit der Levante von Venedig aus noch in seiner Blüte stand [108]; von da an wurde es schon schwerer, da infolge der Reformation die Zahl der Pilger aufserordentlich abnahm und die Konkurrenz Marseilles fühlbar wurde [109], welches eine schnelle und gern gesuchte Verbindung mit Konstantinopel und den Küsten des Ostens unterhielt, auch durch die Entdeckung des transatlantischen Handelswegs die Handelsstellung Venedigs immer mehr gesunken war. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts fanden die Pilger, welche nicht in der glücklichen Lage waren, alles bereits geordnet vorzufinden, oder wie Herzog Ernst von Osterreich (1414) und Kurfürst Friedrich (1493) eine Staatsgaleere zur Verfügung zu 14 haben [HO], durch Vermittlung ihrer Wirte sehr bald einen Rheder; gewöhnlich wurden sie durch Agenten herangelockt, welche die auf dem Markusplatze aufgesteckten Banner ihrer Herren umstanden und die Pilger einluden, mit ihrem Herrn Schiffskontrakte abzuschliefsen, ja der Eheder selbst suchte sie durch freundliche Einladung und glänzende Bewirtung auf dem Schiffe für sich zu gewinnen [111 ]. In dem Kontrakte wurden gewöhnlich folgende Bestimmungen vereinbart [112j. l) Der Patron soll die Pilger von Venedig nach Jaffa hin- und zurückbringen und in wenigen Tagen segelfertig sein [113]. 2) Die Galee soll mit den nötigen Waffen und Mannschaften ausgerüstet sein, auch ein Barbier und ein Arzt an Bord sich befinden [114]. 3) Das Schiff darf nur an den gewöhnlichen Hafenplätzen anlegen, in einem Hafen Cyperns wegen der dortigen Malaria höchstens drei Tage bleiben; während dieser Zeit werde es den Pilgern, welche Ritter des heiligen Grabes geworden sind, möglich sein, auf der Rückkehr durch den König von Cypern die Investitur seines Ordens zu empfangen. 4) Jeder Pilger erhält täglich Essen und Trinkwasser 5) und zwar möglichst gut und frisch; an einzelnen Stellen mufs das Schiff anlegen, um den Pilgern die Ergänzung ihres Mundvorrats zu ermöglichen, auch mufs es Vornehmeren erlaubt sein, sich einen eigenen Koch zu halten. 6) Aufserdem soll jeder Pilger vor der Mahlzeit ein Glas Malvasier erhalten 7) und aus einem triftigen Grunde, wo er will, das Schiff verlassen dürfen. 8) Der Patron mufs einem Pilger, der in einem Hafen nicht den gewünschten Proviant kaufen kann, von seinen Vorräten ablassen, 9) verpflichtet sich, die Pilger in jeder Weise vor Unbill zu schützen, 10) im heiligen Lande, auch an den Jordan, persönlich zu geleiten, ll) die nötigen Abgaben und Tribute, mit Ausnahme der kleineren Trinkgelder, dafür zu erlegen, 12) wofür er den bedungenen Schiffslohn halb in Venedig, halb in Jaffa ausgezahlt erhält [115]. 13) Stirbt ein Pilger auf der Fahrt, so darf der Patron nicht seine Hinterlassenschaft mit Beschlag be- 15 legen [116] und mufs 14) die Hälfte des Fahrlohns herausgeben, 15) darf auch den Verstorbenen nur auf hoher See, wenn kein Land in der Nähe ist, versenken, sonst mufs er die Leiche bis zum nächsten Landungsplatze mitnehmen. 16) Wollen einige Pilger nach dem St. Katharinenkloster ziehen, so mufs der Patron acht bis zehn Dukaten herauszahlen, 17) mit den Dragoman unterhandeln, abschliefsen und für das sichere Geleit Sorge tragen. 18) Endlich soll jeder Pilger den nötigen Platz auf der Galee zur Unterbringung von (10—12) Hühnern und für die eigene Küche 19) und jeder Kranke eine bessere Räumlichkeit angewiesen erhalten. 20) Zum Schlufs entsagen Patron und Pilger allen Ausflüchten und Verdrehungen, die durch Auslassung oder den unklaren Ausdruck eines Paragraphen begründet wären. Dieser Kontrakt wurde von dem Patron und den Pilgern unterschrieben und in der Dogenkanzlei von den Proto- notarien ratifiziert [ll7]; der Patron verpflichtete sich, eine hohe Geldsumme als Strafe zu zahlen, wenn er den Vertrag in irgendeinem Punkte breche [118]. Nichtsdestoweniger und trotzdem dafs jedes Pilgerschiff vor seiner Abfahrt auf die Seetüchtigkeit hin untersucht wurde [119], sogar zwei venetianische Nobili als Patrone der Pilger zuweilen mitfuhren [120], trotzdem seit dem 14. April 1398 und von neuem seit dem 8. Juni 1409 ausdrücklich bestimmt war, niemals sollten zugleich Kaufmannsgüter mit befördert werden [121], und seit 1408, wo ein Pilgerschiff unter Andreas Quirino im Golfe von Sattalia durch Korsaren überfallen worden war, jeder Patron für den nötigen Waffenvorrat am Bord sorgen mufste [122], kam es doch vor, dafs einzelne Schiffe sich als untüchtig, mit Waren überladen und unzureichend armiert erwiesen [123], wie es 1497 Herzog Bogislaus X. zu beklagen hatte, dafs die Nahrungsmittel schlecht, häufig ungeniefsbar waren, und an den einzelnen Hafenplätzen länger, als bestimmt war, angehalten wurde. Die Klagen darüber sind fast allgemein; nur in sehr wenig Fällen hören wir das Lob, dafs ein Patron wirklich den Kontrakt pünktlich und vollständig erfüllt habe. Am meisten 16 bedauerten die Pilger, dafs sie so lange in Venedig still liegen und ihr Geld verzehren mufsten; denn mindestens zwei, später auch sechs bis acht, Wochen hatten sie zu warten, ehe endlich das Schiff absegelte, doch war ja die Zeit, wo sie in Venedig weilten, für sie nicht verloren. Alle Berichte sind voll Bewunderung der Macht und des Reichtums [124], welcher in dem Mastenwalde des Hafens, dem reich gefüllten Arsenale, in einer Beihe glänzender Paläste, Schauläden und Kirchen vor dem trunkenen Auge des Beschauers sich entfaltete; die meiste Anziehungskraft jedoch übten auf den Pilger die grofsen Reliquienschätze [125], die prunkvollen Feste, wie die Vermählung des Dogen mit dem Meere [126] und die Fronleichnamsprozession [127], bei welcher die Pilger regelmäfsig teilnahmen und hoch geehrt wurden [128]. Sonst war jeder mit seiner Ausrüstung für die Seefahrt beschäftigt [129]; man warb Dolmetscher [130], kaufte Lebensmittel, Geräte, Pilgerbüchlein [131], Schreibzeuge [132], Kleider und Schuhwerk, besorgte sich Arzeneien [133], Wechsel und kleinere Geldsorten für das Land des Bakschische [134]. Sehr vorteilhaft und wichtig war es für die Pilger, nach Venedig Empfehlungsbriefe an den Dogen und Senat zu besitzen oder auch an die Gesandtschaft ihres Landes [135]; durch deren Vermittelung empfingen sie wieder Empfehlungsschreiben an die venetianischen Admiräle und Konsuln in der Levante [136], doch wurde ein Empfehlungsschreiben des Dogen gegen Ende des 16. Jahrhunderts wenig begehrt, da das Ansehen der Republik im Orient schon zu sehr gesunken war [137]. Manchmal brachte der Pilger auch direkt aus der Heimat ein Empfehlungsschreiben für das Ziel seiner Reise mit [138]. Wenn nun endlich der langersehnte Tag der Abfahrt gekommen war, schärfte der Patron seinen Matrosen die Schiffsartikel [139J mit ihren schweren Strafen ein und liefs die Pilgerfahne, weifs mit rotem Kreuz, die Fahne des San Marco, einen roten Löwen in weifsem Felde, das päpstliche Banner, einen grünen Eichenlaubzweig mit goldenen 17 Eicheln und gekreuzten Schlüsseln auf himmelblauem Grunde, und sein eigenes aufziehen [140]. Die Pilger tranken Jo- hannisminne und begannen fromme Weisen zu singen [141]; eine feierliche Messe ward gelesen, und der Steuermann sank mit der ganzen Bemannung aufs Knie, um Gottes Beistand für die Reise im Gebet zu erflehn, das jeder mit einem Amen schlofs [142]. Eine Seefahrt von sechs bis acht Wochen gab dem Pilger reichlich Gelegenheit, über die Einrichtung des Schiffes [143], über die Mannschaft [144], wie Polizei geübt [145], wie gespeist und Gottesdienst gehalten wurde [146], Beobachtungen anzustellen; viele verkürzten sich die Zeit mit Kartenspiel [147], mit der Jagd auf Delphine, und die Matrosen, ein rohes und diebisches Volk [148], wufsten sie mit der Erzählung von allerlei fabelhaften Geschichten, von meilenlangen Fischen [149], wohl auch von der „Seeschlange" zu unterhalten. Im allgemeinen wurde die Ordnung wenig gestört, doch kam es unter den Pilgern manchmal auch zu Reibereien, besonders wenn unflätige Burschen (als solche werden meist die Niederländer geschildert) an Bord waren [150], vielleicht solche, die für andere auf die Wallfahrt gingen, oder beim Spiel. So vergingen oft Tage ohne nennenswerte Ereignisse, bis entweder die Feier des Johannisfestes [l51], die Landung in irgendeinem Hafen, die Begegnung mit Bekannten oder Landsleuten, die Beobachtung des Elmsfeuers [152], unterwegs empfangene Nachrichten oder auch ein aufziehendes Unwetter die Eintönigkeit des Schiffslebens unterbrachen. Im letzteren Falle überfiel ein abergläubisches Entsetzen alle, die auf dem Schiff waren. Erst versuchte man durch Schüsse das Wetter zu verstreuen und, wenn dies nichts fruchtete, hiefs es, ein Gebannter müsse unter den Mitfahrenden sein [l53], oder eine Reliquie, ein agnus Dei, oder Jordanwasser, und traf der Sturm die Pilger gerade während der Heimfahrt aus dem heiligen Lande, so mufsten sie jene teuren Reminiscenzen, wenn sie nicht gut und sicher verborgen waren, geraubt und ins Meer geworfen sehen. Derselbe Fall trat trotz des Kontraktes regelmäfsig Röhricht, Pilgerreisen. 2 18 ein, wenn ein Pilger auf der Fahrt starb, da nach altem Seemannsglauben kein Schiff eine Leiche dulden dürfe, ohne in die äufserste Gefahr zu geraten. So wurde denn die Truhe, welche der Pilger in Venedig zur Bergung seiner Habseligkeiten gekauft hatte, die sein Lager auf dem Schiff und sein Sterbebett gewesen war, auch sein Sarg; man schnitt zum Zeichen, dafs er auf der Meerfahrt gestorben sei, fünf Kreuze darauf, legte zwei Dukaten als Begräbnisgeld für den etwaigen Finder hinein und senkte sie in die feuchte Gruft hinunter [154]. Trotzdem gelang es doch mitunter, verstorbene Gefährten mit ihrer Truhe im Kielwasser des Schiffes bis zum nächsten Landungsplatze zu schaffen und dort zu begraben [155]. Wenn nun trotz aller Opfer, die man dem Meer gebracht, seine Wut sich doch nicht legen wollte, so that jeder ein Gelübde, noch zu einem andern Wallfahrtsorte zu pilgern [156], oder man loste, wer für die Rettung aller diese neue Pilgerfahrt antreten solle [157]; jeder aber bereitete sich auf den Tod vor, und die auf dem Schiff als Pilger anwesenden Geistlichen nahmen allen die Beichte ab. Nur wenig starke Seelen ergaben sich ohne Jammer in Gottes Willen [158]; dafs aber der Kapitän und seine Mannschaften dem Sturme mit einer gewissen Berserkerwut zu trotzen gesucht, ist wohl nur selten vorgekommen [159]. Aufserdem ward den Pilgern die Fahrt durch die ungewohnte, in der Regel schlechte Nahrung, Seekrankheit und Dyssenterie verleidet, dazu kamen häufig Reibereien zwischen den verschiedenen Nationalitäten, auch Brutalitäten, besonders wieder bei den Niederländern, und alle die Unbequemlichkeiten , die das massenhafte Ungeziefer jeder Gröfse und Art, die erdrückende Schwüle im Schiffsraum, Betrunkene oder auch die auf dem Verdeck eingesperrten, unaufhörlich stampfenden Pferde und Maultiere den Schläfern bereiteten [160]. Mergenthai, welcher den Herzog Albrecht 1476 nach dem heiligen Lande begleitete, erzählt: „In der Galeen ist gar mancherley Unruhe; es ward unser einem in der Galeen eine Statt dreyer Vorderspannen [161] 19 weit zu eigen gegeben, da liegt einer am andern, da mufs man im Sommer gar grofse Hitze leiden, so thut einem das Ungeziefer grofsen Überlast; auch sein aus der Maafsen viel grofse Ratzen darinnen, die einem des Nachts über die Mäuler laufen, grofse Sorge der Lichter halben, damit man ungewärlich [162] umgehet und doch nicht zu löschen wäre, wenn Feuer aufskäme; denn es ist eitel Pech. So denn Zeit Schlafens ist, und einer gerne schliefe, so reden die andern neben ihm, oder singen und schreien, oder machens nach ihrem Gefallen, damit uns der Schlaf gebrochen wird. Diejenigen, so bei uns sich krank geworden, sind des meisten Theils gestorben. Gott sei ihnen gnädig! — So wir des Tages oben in der Galeen waren, ein jeglicher an seiner essenden Stadt, so hinge denn die Galeen auf die Seiten, da der Segel hing, so schrieen sie (die Matrosen) alle: pando, das ist, auf die andere Seiten, da mufsten wir denn aber auf, wenn dann das Meer begünte zu wüten und die Galee pumpete (sprang), kam uns der Schwindel in die Köpfe; eins Theils warfs gar darnieder, dafs wir gingen und taumelten wie die vollen Bauern. Das Essen, so uns der Patron gab, war ein Salat, ein Fleisch oder ein Kraut oder Grinsen (Grünes) und allewege eine Suppe. Das Essen war unlustig, das Fleisch hing an der Sonne, das Brot steinhart, darin waren viel Würmer, das Wasser war zu Zeiten stinkend, der Wein warm, dafs er vor Wärme rauchte, und war unschmackhaft; mufsten auch zu Zeiten in der Sonne in grofser Hitze sitzen und essen. Die Geboten sind eines Theils untreu und diebisch. So mufsten wir Wassers halben grofse Gefahr ausstehen, wurden auch zu Zeiten von den Türken und Raubschiffen gejaget, doch thaten sie uns nie nichts. Da es zum Herbste kam, begaben sich grofse Winde, Wetter, Donner, Blitzen und Regen, davor wir uns nicht konnten erhalten. — Es sind auch auf dem Schiffe viel Wanzen, anderes Ungeziefer und Luftraupen, die bekriechen einen überall. In Summa wir hatten wenig Ruhe, und weifs ich nichts Besseres auf dem Schiffe denn die hebe Patientia." 2* 20 Endlich schwebten die Pilger in fortwährender Angst vor Seeräubern infolge der beunruhigenden Gerüchte, welche unterwegs begegnende Schiffe brachten [163], oder die Einwohner in den Häfen ihnen mitteilten. Viele kehrten infolge dessen um, und nur die Mutigsten bestanden auf der Weiterfahrt [164], ja 1476 ward der Besuch des heiligen Landes ihnen direkt widerraten, weil ein Colonna für die Vermogensbeschädigung durch einen Muselmann sich selbst Recht geschafft hatte, wofür nun die Muselmänner den Christen zur See allerlei Schaden zufügten [165]. Zum Glück jedoch erwies sich die Nachricht, dafs Seeräuber in Sicht seien, meist als blinder Lärm [166], und waren sie auch in der Nähe, so zogen sie sich bei dem Anblick des wohlgerüsteten Pilgerschiffes gewöhnlich zurück [167]; zu einem wirklichen blutigen Zusammenstofs kam es 1497, aber trotz der Niederlage entgingen auch hier die Pilger wunderbarerweise der Gefangenschaft [168]. Beispiele, wo Pilger durch Schiffbruch oder Angriff in die Hände der Türken fielen und schwere Gefangenschaft zu ertragen hatten, finden wir erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts, vorher selten [169]. Die Route, welche die Schiffe nach der Syrischen Küste einschlugen [170], ging an der istrischen, dalmatischen, türkischen und griechischen Küste entlang und berührte Pa- renzo [l7l], Rovigno, Pola [172], Zara, Curzuola, Ragusa [173], Corfu [174], Zante [175], Modon [176], Cerigo [177] und Candia [178]; von da ging die Fahrt über Rhodus [179] nach Cypern [180], bis endlich bei Jaffa die Küste vor den Augen der Pilger aufstieg und mit Lobgesängen begrüfst wurde. Ein Schufs aus einem der beiden Warttürme Jaffas und ein aufgestecktes Banner signalisierten die Ankunft des Pilgerschiffes [181], das jedoch so lange vor Anker liegen mufste, bis auf die Botschaft des Patrons nach Jerusalem der Sandjak [182] und der Guardian oder dessen Stellvertreter, sowie die Emire von Ramleh [183] und Jazur j 184] mit ihren Mannschaften in Jaffa eingetroffen waren; während dieser Zeit standen die Pilger in fortwährender Ge- 21 fahr, von Corsaren überfallen und gefangen zu werden [185]. Gewöhnlich erst nach sechs bis acht Tagen [186] erschienen die türkischen Behörden mit ihrem Gefolge, auch Kauf leute, welche von den Christen Scharlachtuche, hölzerne Schüsseln, Hausgeräte und Geschirr, Metall- und Glaswaren eintauschten [187]. Der Patron empfing die türkischen Herren am Bord seines Schiffes aufs glänzendste, beschenkte und bewirtete sie reichlich [188]; dafs sie den vom Koran verpönten Wein nicht verschmähten, sondern sogar ihm tüchtig zusprachen, wird uns bezeugt [189]. Nachdem die Pilger ihre Waffen abgelegt [190] und die Matrosen durch Trinkgelder abgefunden hatten [191], wurden sie ans Land gesetzt, das sie wieder unter Lobgesängen begrüfsten und in herzlicher Freude küfsten [192]. Hier that man allen Pomp und Staat ab; hatten Herzöge und Grafen sich schon in Venedig im Schiffskontrakte blofs als Bruder Wilhelm, Bo- gislaus u. s. w. bezeichnen lassen, so mieden sie jetzt vollends jedes verräterische Zeichen ihrer Würde [193], um dem sehr starken Tribut zu entgehen [194], den jeder Herzog oder Graf, dessen Inkognito verraten wurde, zu zahlen hatte, wenn er nicht schliefslich sogar die Gefangenschaft befürchten mufste. Besonders mufsten gegen die Mitte des 16. Jahrhunderts die Deutschen vorsichtig sein, da ihre Nation mit den Türken fast in dauerndem Kriegszustand sich befand [195]; sie verleugneten daher, wie bis vorl 1870, im Orient ihre Heimat. Die Pilger wurden in einen elenden stinkenden Chan, unter dem Namen der cellaria S. Petri bekannt [196], eingesperrt und mufsten hier so lange gewissermafsen im Belagerungszustande aushalten, bis der Patron mit den Türken über die Höhe des Tributs einig geworden war [197]. Während dessen erschienen Kaufleute und boten ihnen Decken, Rosenwasser, Balsam, echte und nachgemachte Edelsteine [198], oder Eier, Brot, Fleisch, Wasser, Rosenkränze zum Verkauf an [199], während allerlei loses Gesindel an ihnen Mutwillen übte, Erpressungen versuchte [200], und deutsche Juden ihnen mit Fragen über die Heimat zur Last fielen [201]. 22 Der Guardian, welcher entweder schon auf dem Schiffe oder hier [202] Anweisungen über das Verhalten der Pilger im heiligen Lande gegeben, oder dies in Ramleh zu thun versprochen hatte [203], war gegen alle diese Belästigungen und Scherereien völlig waffenlos; sie hörten aber seit dem Ende des 16. Jahrhunderts, vielleicht seit 1580, von selbst aufj da die Zahl der Pilger nur noch sehr gering war, ja von 1586 an hielt man es nicht mehr für nötig, nach Jaffa zu kommen [204], zumal auch die Route von Venedig nach Tripolis stärker in Aufnahme gekommen war. Seitdem erfolgte die Kontrolle der türkischen Behörden in Jerusalem. Der Pilger mufste hier sein Gepäck öffnen wegen des Zolls, die Waffen und Pferde zurücklassen, und konnte dann ungehindert in die Stadt gehen [205]. Hingegen war es im 15. Jahrhundert bis gegen Mitte des 16. umständlicher, von Jaffa endlich nach Jerusalem zu gelangen. Endlich waren der Patron und die türkischen Behörden mit einander einig geworden, und nun begann eine scharfe Kontrolle der einzelnen Pilger. Jeder mufste den Namen und Stand auch seiner Eltern genau angeben [206] und erhielt dann einen Passierschein [207]; die Gesamtzahl wurde ebenfalls aufgeschrieben. War man damit zu Ende, so begann die Plage mit den Eseltreibern [208], welche mit zudringlicher Gewalt sich um die Einzelnen rissen, unterwegs ihre Tiere zum Abwerfen reizten, um neue Trinkgelder zu erpressen, manchmal auch kleinere Gepäckstücke stahlen und mit Vorliebe die Weinflaschen zerschlugen [209]. Unter solchen Plackereien, die trotz der Bedeckungsmannschaft noch durch allerlei Bubenstücke und Gewalttätigkeiten des am Wege lungernden Gesindels vermehrt wurden, erreichte endlich die Karawane Ramleh, wo die Pilger in einer (1420) vom Herzog Philipp von Burgund erbauten Herberge, casa di Franchi genannt [210], Unterkommen fanden und von den Gürtelchristen Lebensmittel kaufen konnten [211]. Hier mufsten sie aber von neuem warten und zwar bis der Emir von Ramleh die geforderten Bakschische durch den Patron erhalten hatte [212]; die Zeit 23 indessen benutzten sie wenigstens, um die berühmten. Schwitzbäder zu besuchen [213]. Der Guardian oder sein Stellvertreter teilte hier italienisch und lateinisch den Pilgern eine Reihe von Verhaltungs- mafsregeln mit, welche sie sich dann wieder durch einzelne Mitpilger in ihre Landessprache verdolmetschen liefsen [214]. Demnach l) sind alle, welche ohne Erlaubnis des Papstes ihre Pilgerfahrt angetreten haben, exkommuniziert, können aber im heiligen Lande Absolution empfangen; 2) es ist den Pilgern streng verboten, ohne türkischen Führer umherzugehen; 3) sich für Unbilden zu rächen, 4) über türkische Gräber hinwegzulaufen, 5) Stücke vom heiligen Grabe abzuschlagen, 6) Mauern und Wände durch Anschreiben von Namen oder Anmalen von Wappen zu beschmutzen, 7) ohne Ordnung in der Prozession zu gehen. 8) Ebenso darf der Pilger nicht lachen oder Freude laut werden lassen, 9) nicht mit Türken reden, lachen oder scherzen, 10) kein Weib ansehen, ll) keinem Weibe auf seinen Wink folgen, 12) keinem Türken Wein geben. 13) Aufserdem soll jeder seinen Eseltreiber behalten, 14) sich und andere nicht inbezug auf Abkunft und Würde verraten, 15) nicht weifse Tücher um den Kopf schlagen oder sich weifs kleiden [215], 16) keine Waffen tragen [216], 17) keinem Türken trauen, 18) jede Trennung von den übrigen Pilgern meiden, 19) nicht offen Wein trinken, 20) mit keinem Türken handeln, 21) sich niemals mit ihnen zanken, 22) keine Moschee besuchen, 23) keinen Türken verspotten, 24) den Guardian nicht für eine Verzögerung verantwortlich machen, 25) dem Hospital aber eine kleine Summe und zwar für den Baufond spenden, 26) ebenso dem Konvent der Franziskaner vom Zionsberge. Von neuem machten sich nun die Pilger auf den Weg, abermals von umherschwärmenden Banden auf alle Art belästigt [217], bis endlich Jerusalem ihren Blicken sich zeigte [218]; da lag sie die Gottesstadt, das heifs umkämpfte, das heifsersehnte Ziel christlicher Begeisterung; wer möchte alle die Empfindungen schildern, die bei diesem Anblick 24 die Seele der. Pilger bewegten! [219] „Da wir die hochheilige Stadt im Angesichte hatten", schreibt Herzog Christoph in sein Tagebuch [220], „war sehr grofse Rührung in jedwedem, also dafs wir als rechte Christgläubige niederknieten und des Dankes voll waren. Und könnte ich das keinem beschreiben, wie mir zumute war vor so viel Gnade Gottes, dafs ich das erschauen durfte. Kam mir auch wohl in den Sinn, wie ich da allein solche Seligkeit erlebte und wenn das meine Brüder sehen könnten! Das ist mir allein beschieden durch Gottes unglaubliche Gnade! Er wird mir meine Sünden verziehen haben!" Und so zogen denn die Pilger, nachdem sie noch am Thore neue Geschenke an den Sandjak abgeschickt [221], hinein in die Stadt Gottes, die einen wohl mit herzlichem Dank gegen ihn, voll Inbrunst, andere wieder voll Schmerz darüber, dafs sie als Christen die Stadt ihres Herrn und Heilandes wie Fremdlinge, wie Bettler betreten sollten. Daher spricht der genannte Herzog [222] gewifs manchem der tapfern Ritter und edlen Fürsten, die in so unwürdigem Aufzuge einziehen mufsten, aus dem Herzen: „O hätte ich etlich zehen Ritterlicher meiner Kraft und ein mittleres Kriegsheer, also möchte ich wohl allen künftigen Pilgerleuten so grofse Schmach nehmen und dem türkischen Bluthund eine harte Nufs zu beifsen geben, dafs er erstickte! O du allmächtiger Gott, willst du dein treues Christenvolk in fremden Banden lassen, dafs ihm jeder Fufsbreit zugemessen und deine heilige Stätte ganz umgekehrt wird! Raff wohl auf Fürsten und Herren und schicke deinen heiligen Zorn über das Volk; da will ich nicht fern sein, wenn ich deinen heiligen Willen ersehe und das Meinige wohl verrichten, so viel du mir Zeug gegeben!" Die Pilger fanden teils Unterkommen bei italienischen Konsuln [223], teils im Johanniterhospital [224], wo man beim Eintritt zwei Marchettos zahlte und, so lange es beliebte, wohnen konnte, teils im Hause des zweiten Dolmetschers [225], meist aber im Zionskloster [226], wo beim Abschiede der Pilger fünf bis acht Dukaten [227] dem 25 Guardian als Gegengeschenk für die Verpflegung hinterliefs und dafür allerlei Reliquien, Kerzen, Agnus Dei, Erde und Steine von heiligen Orten, Rosenkränze aus Olbaumholz, Krüglein aus Cedernholz u. s. w. empfing [228]. Einige Pilger, die bereits in Jaffa irgendeinen Führer gewählt hatten [229], wurden durch sie auch in Bürgerhäusern, meist bei Juden [230], untergebracht. Alle aber fanden reichlich Gelegenheit, während ihres Aufenthalts Lebensmittel nach Wunsch bei Gürtelchristen zu kaufen [231]. Hatten sich die Pilger von ihren Strapazen ein wenig erholt, so versammelten sie sich auf dem Zion mit Wachskerzen zum Antritt der Prozession [232]. Der Guardian hielt ihnen eine Rede, worin er die Heiligkeit der Stätten pries, welche man jetzt besuchen wollte [233], und nun begann die Prozession zu allen Punkten, welche durch die Tradition in Beziehung zur heiligen Geschichte gebracht worden sind, deren Aufzählung wir hier unterlassen dürfen. Doch konnten die Pilger nicht alle Stätten. Jerusalems sehen. Das Haus St. Annas [23l] und des Pilatus [235] wurden durch Renegaten oder geldgierige Muselmänner nur gegen, starke Trinkgelder oder infolge anderer Geschenke zugänglich. Die geweihteste Stelle Jerusalems war natürlich das heilige Grab [236], dessen Eintritt jedoch nur zweimal im Jahre frei war [237], von den abendländischen Christen aber seit dem Ende des 15. Jahrhunderts durch eine Abgabe von fünf bis neun Dukaten erkauft werden mufste [238]. Vor der Thüre safsen mehrere türkische Beamte, welche jedesmal die Thür der Kirche entsiegeln mufsten [239], die Goldstücke in Empfang nahmen, eventuell wogen [240] und selbst noch ein Trinkgeld verlangten; wer nicht zahlen konnte, wurde abgewiesen [241] oder eingesperrt [242]. Ehe aber die Prozession dort einzog, gab der Guardian den Pilgern von neuem einige Anweisungen [343]. Er befahl, 1) dafs jeder Pilger sich mit Wachskerzen, versehen, 2) stets im Zuge bleiben und 3) eine Nacht mit Bufse und Fasten Gott weihen solle, 4) ferner dürfe er nicht mit den 26 in der Kirche feilhaltenden Kaufleuten Zeit verlieren, 5) ebenso sollten sich die Priester um das Messenlesen nicht zanken, für die 6) im ganzen vier Altäre bestimmt seien. 7) Jeder Pilger müfste Beichte und Abendmahl feiern, 8) jeder Priester habe Erlaubnis, Beichte zu hören und zu absolvieren, 9) aber keiner dürfe allein das Abendmahl austeilen. 10) Endlich sollten die Pilger nicht ihre Sachen in der Kirche herumliegen lassen, 11) keine Almosen erbetteln, 12) die heiligen Stätten nicht durch Abschlagen und Bemalen verunglimpfen, sondern 13) mit Ehrfurcht und Andacht betrachten. Alle diese Anweisungen waren notwendig, da der Aufenthalt im heiligen Grabe, wie die Pilgerschriften ausdrücklich erwähnen, allmählich eine Reihe von Unsitten und Ungebührlichkeiten im Gefolge hatte, und zwar besonders in der Karwoche, und wenn die Pilger sich in starken Scharen darin eingefunden hatten. An die Schritte der prozessionierenden Pilger hefteten sich Krämer und Kauf'leute, drangen mit ihnen, freilich gegen einen höheren Eintrittspreis, hinein und stellten kostbare Stoffe und Gewebe, Ketten, Ringe, Rosenkränze, Kreuze mit Reliquien von heiligen Stätten, Bänder und Zeugstreifen von der Länge des heiligen Grabes, später sogar Grünzeug, Getreide und Efs waren zum Verkauf. So füllte sich der Tempel des Herrn, der einst die Tische der Wechsler und Krämer umgestürzt und sie in heiligem Zorn hinausgepeitscht hatte, mit dem Tumult eines geschäftigen Jahrmarktes; während die einen feilschten und handelten, schliefen oder hockten die andern zusammen, indem sie aus ihrem Ranzen kräftig afsen und tranken [244], über Politik und Prozesse sich erzählten, oder prahlten und zankten. Das Gotteshaus ward eine Stätte des Unflats und des Gestankes [245], zuweilen sogar zu einem Bordell herabgewürdigt, da nach einem alten Aberglauben in der Kirche erzeugte Kinder Glückskinder seien [246]. Nicht minder tadelnswert war die Unsitte, von den heiligen Stätten in der Kirche Stücke abzuschlagen [247]; die Edelleute beschrieben die Wände, schlugen Nägel ein und hängten ihre Wappen daran, um ihrem 27 Namen eine gewisse Unsterblichkeit zu sichern [248J, der freilich der Sultan im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts bald ein Ende bereitete [249]. Die Priester selbst gingen allen diesen Unordnungen durch ihr Beispiel voran; denn sie schlugen und rauften sich um die Alba, und sobald einer die Messe gelesen hatte, stürzten fünf oder sechs auf ihn ein unter gegenseitigen Schmähreden, da einer dem andern die Ehre, in der Grabeskirche eine Messe celebriert zu haben, nicht gönnen mochte [250]. Seit Mitte und Ende des 16. Jahrhunderts kamen auch lutherische Christen nach Jerusalem und widersetzten sich der Forderung, das Abendmahl unter einerlei Gestalt zu empfangen [251], doch gab der Guardian infolge einer Notlüge [252] oder einiger Dukaten [253] ohne weiteres gewöhnlich nach. Der feierlichste Akt in der heiligen Grabeskirche war der Ritterschlag zum Ritter des heiligen Grabes, um dessentwillen allein oft viele, namentlich Niederländer, die beschwerliche Fahrt nach Jerusalem unternahmen, und dessen Zeichen selbst Protestanten später, obwohl sie wufsten und bekannten, jeder Christenmensch sei und müsse ein „miles Christi" [254] sein, annahmen. Die Zeremonie [255] ward gewöhnlich in der Nacht vollzogen; der Guardian schlug einen aus der Zahl der Pilger zum Ritter, und dieser gab einem dritten, dieser wieder einem vierten und so fort durch den Schlag die neue Ritterwürde. Die Pilger besuchten natürlich auch die Jerusalem umliegenden Ortschaften, am liebsten Bethlehem [256] und den Jordan, dessen Bad nach alter Pilgertradition [257], wie einst die Palme von Jericho, den Schlufs der Wallfahrt bildete. Der Besuch des Jordans ward ihnen jedoch gewöhnlich ausgeredet, weil der Patron, der doch zu persönlicher Führung des Zuges verpflichtet war, oft durch umherschwärmende Beduinen geschätzt wurde [258]; weshalb nicht wenige Pilger, ohne den Jordan gesehen zu haben, von Jerusalem heimkehrten [259]. Da der Flufs sehr reifsend ist und in seinem Grunde 28 viel Baumwurzeln und Gestrüpp hat, so war das Hinüberschwimmen an das andere Ufer streng untersagt [260], auch kam es vor, dafs Pilger, die zu sehr erhitzt, nüchtern, oder zu lange gebadet, krank wurden, oder starben. Daher wurden sie durch Trommelschlag von den Begleitungsmannschaften daran gemahnt, zu rechter Zeit das Wasser zu verlassen, widrigenfalls sie durch Peitschenhiebe herausgetrieben wurden [261]. An das Wasser des Jordans knüpfte sich allerlei Aberglaube. Es galt Edelleuten als unumgänglich notwendig für die Taufe ihrer Kinder [262], es ward als unverderblich von den Pilgern geschöpft und aufbewahrt [263] trotz des Verbotes der Päpste [264], welche dem Aberglauben damit entgegenwirken wollten, und trotz des Widerstrebens der Schiffsleute, Jordanwasser im Schiffe zu dulden [265]. Wer darin gebadet, hatte vollkommnen Erlafs der Sünden [266], und es war alte Pilgersitte, in einem Hemde, das später als Sterbekleid dienen sollte, im Jordan zu baden [267]. Man taufte sich gegenseitig im Jordan [268], um einen anderen Namen führen zu können [269], sowie auch Glöcklein, die, so weit sie hörbar sind, Schutz vor bösen Geistern und Blitzgefahr gewähren sollten [270]. Gewöhnlich nach vierzehntägigem Aufenthalte ver- liefsen die Pilger die heilige Stadt [271], um entweder das nördliche Palästina, Damascus und Aleppo zu besuchen, oder um nach dem Sinai, Cairo und Alexandria zu gehen; doch suchten sie allerlei Andenken, am liebsten Reliquien [272], mit nachhause zu nehmen. Man schnitt Dornen aus der Umgegend von Jerusalem ab [273], schlug Stücke von heiligen Stätten los, kaufte Abdrücke von Christi Fufsspur [274], kleine Steine vom Zion, Josaphat oder 01- berg [275], vom Hakeldama und Damascenererde [276], Stücke aus der Geburtshöhle Maria für gebärende Frauen [2 7 7], Frauenmilch aus Bethlehem [278], Marienerde [279], Rosenkränze aus Bethlehem und Gethsemane [280], Nägel aus den Kirchen Jerusalems [281], Stücke von der Hebroneiche [282], Streifen Leinwand von der Länge des heiligen Grabes [283], 29 Kosen von Jericho [284], dann aber auch Juwelierarbeiten, baumwollene und seidene Zeuge, Hemden, Schuhe [285]. Zuhause ätzte man sich zum Andenken an die fromme Fahrt eine gewisse Form am Leibe ein, z. B. das heilige Grab, den Namen Jesus Christus [286] und ahmte den Bau des heiligen Grabes sehr oft im kleinen oder in natürlicher Gröfse nach [287], ja man nannte einzelne Ortschaften nach palästinensischen Namen [288]. Wollten die Pilger dagegen noch den Sinai und Ägypten besuchen, um die Erinnerungen aus der heiligen Geschichte an den Stätten selbst in sich zu befestigen, so machten sie mit dem offiziellen Dolmetscher von Jerusalem einen Kontrakt folgenden Inhalts [289]: l) Der Dolmetscher verspricht den Pilgern freies Geleit, 2) bezahlt alle Tribute und Zölle bis Gaza, 3) stellt ferner für jeden Pilger einen Esel mit einem christlichen Treiber, 4) besorgt, den Wein ausgenommen, alle Lebensmittel bis Gaza, 5) in Gaza für den weiteren Transport die Kamele 6) und einen Stellvertreter für die Reise von da nach Cairo. 7) Jeder Pilger darf sich einen Wasserschlauch kaufen 8) und Wein; alle zusammen 9) haben Anspruch auf drei Zelte. 10) Dafür zahlen die Pilger, jeder einzeln, 23 Dukaten, und zwar die Hälfte in Jerusalem, die andere in Gaza, ll) Dieser Kontrakt wird durch den Gouverneur und den Ober - Dragoman bestätigt, 12) bis zur definitiven Abreise ist aber jedem einzelnen noch gestattet, in Jerusalem frei umherzugehen. Nach diesen Vorbereitungen und Zurüstungen setzte sich der Zug in Bewegung, überall vom Gesindel belästigt, oft auch unterwegs geschätzt [290]; über Bethlehem, Ramleh und Hebron kam man endlich nach Gaza, dessen Badestuben von den Pilgern mit Vergnügen besucht wurden [291], von da in langsamem, beschwerlichen Marsche [292] nach dem Sinai [293], wo sie freundlich aufgenommen wurden. Sie suchten und fanden auch hier Namen von deutschen Pilgern [294] und zogen gewöhnlich nach einem fünf- bis sechstägigen Aufenthalt, nachdem sie alle Stätten treulich besucht 30 und darüber eine Bescheinigung erhalten [295], über Ma- tharia [296], wo der ägyptische Dragoman sie erwartete und empfing, nach Cairo [297]. Die Pilger gewannen hier eine Fülle von neuen Eindrücken, und ihre Beschreibungen Ägyptens [298] sind daher äufserst breit und ausführlich. Sie erstaunten über die wunderbaren Tiergestalten wie Elefanten, Giraffen, Affen, Leoparden, Papageien, Straufse, Löwen |299], über die Brutöfen [300], den Pomp des Sultans und seines Hofes [301], das Treiben der muslimischen Mönche und Heiligen [302]. Der Dragoman [303], bei dem die Pilger in der Pegel ihre Wohnung fanden, führte sie sogar in sein Harem, liefs sie mit einem Janitschar in und aufserhalb der Stadt nach Belieben herumführen [304], z. B. nach den Pyramiden [305]. Einige Pilger wurden sogar vom Sultan selbst empfangen und mit Besorgnis über die Politik der abendländischen Mächte ausgefragt [306]. Nicht selten trafen die Pilger auch deutsche Renegaten, z. B. begegnete Harff einem gewissen Conrad aus Basel und einem Danziger, die ihm Pässe verschafften und mit ihm heimlich Wein tranken [307], Graf Albrecht einen Mamluken Paul Eeuter aus Feldkirch [308], Felix Fabri einen Seevogel aus Basel, dessen Eltern er genau kannte [309], und einen Goldschmied aus Mecheln [310], Kiechel den Renegaten Michael Müller aus Strafsburg [31l], Heberer einen schwäbischen Juden als Zolleinnehmer, und einen Büchsenmeister aus Bremen [312], Renegaten aus Frankfurt und Augsburg [313]. Sie bewiesen sich meist freundlich gegen ihre Landsleute und früheren Glaubensgenossen, doch fehlte es auch nicht an Versuchen, sie zu verraten und um ihre Freiheit zu bringen [314]. Ebenso waren die Pilger nicht wenig erfreut, hier Nürnberger Geld und Nürnberger Tand zu finden [315]. Vom Dolmetscher und durch die Freundlichkeit der Konsuln mit Geleitsbriefen und Pässen versehen, aber von ersterem meist gründlich betrogen [316], segelten die Pilger den Nil abwärts über Rosette [3.17] nach Alexandria [318], dessen Reliquien [319] ja eigentlich die Haupt- 31 anziehungskraft bildeten. Nach einem Eingangszoll [320] und erfolgter Pafsrevision wurden sie eingelassen und fanden bei italienischen Konsuln gewöhnlich Unterkommen [321], in Gefahren an ihnen Unterstützung. Sie staunten über den mächtigen Nilstrom [322] mit seinen furchtbaren Krokodilen [323], denen verwegene Taucher im Wasser trotzten [324]; ebenso wunderten sie sich über die ihnen bisher ganz unbekannte Taubenpost [325]. Von Alexandrien, an 7 dessen kommerzielle Wichtigkeit nur noch Damiette heranreichte [326], segelten die Pilger heim, oder sie gingen, wenn sie von Venedig aus in Alexandrien gelandet waren, den von uns besprochenen Weg über Cairo und den Sinai nach Syrien. Das nördliche Syrien mit Damascus [327] war schon in frühester Zeit ein bekanntes Pilgerziel [328]; man wohnte meist dort bei den italienischen Konsuln. Aufser- dem besuchten die Pilger Antiochien [329], Aleppo [330], den Libanon [331], Tripolis [332], Beirut [333], Accon [334]; einige zogen auf der grofsen Route durch Klein-Asien [335], oder in Begleitung diplomatischer Agenten zur See nach Konstantinopel [336], andere besuchten Athen [337] und Troja, ja Emmanuel Orttel und Harff kamen nach Mekka [338]; letzterer will sogar an der Ostküste Afrikas und in Indien gewesen sein 339]. Auf der Heimkehr hatten die Pilger wieder neue Gefahren zu bestehen, doch fehlte es auch nicht an kleinen freudigen Überraschungen; Herzog Alexander und Fafsbender wurden zu Pathen eingeladen und machten ein Kindtauffest im Morgenlande mit [340]. Nur wenige Pilger kehrten auf dem Landwege über Konstantinopel durch Ungarn nachhause zurück; die meisten wählten den gewöhnlichen Weg zu Schiffe nach Venedig [34l], doch gingen auch einzelne schon in Apulien ans Land, um von da aus Loretto [342] oder Neapel [343] zu erreichen. Einige besuchten auch Rom [344], fanden hier einen freundlichen Empfang und wurden durch Geschenke geehrt; viele liefsen sich hier in die Bruderschaft de Anima oder S. Spiritu aufnehmen. Die 32 meisten der Pilger haben ihre Heimat wieder erreicht; doch wird von nicht wenigen berichtet, dafs sie auf der Fahrt starben [345]- Jedenfalls aber galt es immer als das härteste Los, in die Gefangenschaft der Türken zu geraten, dem einzelne nur mit Mühe während ihrer Reise entgingen [346], andere aber wirklich verfielen. Doch auch hier waltete über den meisten wieder ein glückliches Geschick, da sie in der Regel ihre Freiheit durch diplomatische Vermittelung [347] oder barmherzige Freunde [348] wieder erhielten. Und wenn nun der Pilger, vielleicht oft totgesagt [34S], als gestorben betrauert, wieder in die Mitte der Seinen trat, wie mögen die Herzen übergeflossen sein von Thränen der Freude und des Dankes, wie mag man den viel Geprüften geehrt [350] und angestaunt haben! Wohl jeder wird dem Danke gegen Gott, dessen Vaterhand ihn so wunderbar und glücklich geführt, nach Kräften Ausdruck zu geben sich bemüht haben, der ärmere an geweihter Stelle im Gebet, der reichere durch Schenkungen oder Stiftungen von Kirchen, Kapellen oder Klöstern [351]. Nicht wenige befestigten das Andenken an ihre Fahrt durch mehr oder weniger ausführliche Reiseschilderungen, und aus dieser Quelle schöpfen wir Jüngeren die beste Kenntnis von dem, was unsere Väter auf der Wanderung nach dem fernen Osten für Herz und Verstand eingetragen haben. Aber nicht nur aus allen jenen klaren, stummen und redenden geschichtlichen Zeugnissen erfahren wir von jenen wunderbaren Fahrten, auch in der Sage klingt die Kunde davon fort; nur verschwimmt die Zeit der grofsen bewaffneten Heereszüge oft mit der unserer bescheidenen Pilgerreisen [352]. Als Veranlassung zu einer Jerusalemfahrt wird wie in der wirklichen Geschichte bald der Dank für eine wunderbare Rettung [353], bald die Sehnsucht, am heiligen Grabe Gott um die Erfüllung eines Herzenswunsches zu bitten [354], angegeben, doch spielt die Hauptrolle dabei meist die Liebe [355]. Die ausführlichste Sage, die ihren historischen Hintergrund in der Person des Bartscheerers _33 Artus von Bebenhausen (1483) hat, welcher der Reisegesellschaft des Felix Fabri sich anschlofs, ist nichts weiter als eine geschickte Fiktion [356], ebenso eine zweite, welche sich an die gleichzeitige Reise des Raininger von Buch- horn [357] und des Baders Felix von Giengen knüpft. Von historischen Pilgerreisen werden uns nur wenig sagenhafte Züge und Ausschmückungen gemeldet [358]; die meisten schliefsen sich an die Geschichte einzelner Stiftungen an [359]. Es ist, als ob die Zeit des fünfzehnten und sechszehnten Jahrhunderts die Lust und das Vergnügen an sagenhaften Stoffen, in denen der Orient mit seinen Wundern schimmert, ganz verloren habe; die Blüteepoche der deutschen Litteratur mit ihrem romantischen Schwünge war eben vorüber. Gewifs finden sich noch vereinzelte Spuren sagenhafter Fahrten, aber wir dürfen ihre weitere Verfolgung ebenso wie die Erörterung der dauernden Einflüsse des Orients auf Kunst, Wissenschaft, Handel und Verkehr, soweit sie Deutschland betreffen, füglich andern überlassen. Röhricht, PilgerreiBen. Anmerkungen. 1. Vgl. Röhricht, Beiträge zur Gesch. d. Kreuzzüge II , 79, 286, Note 48, derselbe in Briegers Zeitschr. für Kirchengesch. VI, 292 und in Les archives de l'Orient latin II B, 260. In Frankreich gab man dem Volke als Ersatz für die gefährliche Jerusalemreise die „ chemins de Jerusalem ", labyrinthartige Gänge, deren Durchwandlung einer Pilgerfahrt gleich gerechnet wurde (Otte, Handbuch d. kirchl. Kunstarchäol. 1885, I, 94—95), wozu sich eine Parallele zu finden scheint in dem vom deutschen Kitterorden angelegten Irrgarten von Riesenburg (55 Fufs lang und 60 Fufs breit), welcher den Namen Jerusalem führte (Grässe, Sagenbuch des preuss. Staates II, 705). Eine Erörterung der Gründe für und wider eine Jerusalemfahrt (aus d. Beginn des 14. Jahrhunderts) siehe in dem Gespräche d. Grafen Heinrich von Lascy und Walter Biblesworth (Wright, Eeliq. antiq. I, 134—136, auch in P. Meyer, Reo. d'anc. textes lat., Paris 1877, 360—366). 2. Les archives IIB, 264—269. 3. Röhricht ibd. 4. Röhricht, Die Belagerung Akkas durch die Muslimen 1291 in Forsch, zur deutschen Gesch. 1880, S. 94-126. 5. Röhricht in Les archives 1881, 637—652. 6. Die Eroberung 'Akkas 115ff.; De Mas Latrie, Histoire de l'ile de Chypre II, 118—132; 217—219; III, 725f. Eine bisher unbeachtete Prophezeiung auf den deutschen Kaiser, welcher das heilige Land gewinnen solle, enthält Grünembergs Wappenbuch (herausgegeben vom Grafen Stillfried-Alcantara) Platte 2 b , dafs dieser nämlich die Farben des Adlers und des Feldes im Reichsschilde mit einander vertauschen werde. 7. Vgl. Paul Herzsohn, Der Überfall Alexandriens durch Peter I., König von Jerusalem und Cypern, Bonn 1886, worin die ganze Litteratur erschöpfend behandelt ist. 8. Das Lob der heiligen Stätten wird in vielen Schriften ver- 35 kündigt (vgl. Köhricht, Die Pilgerfahrten vor den Kreuzzügen in v. Baumers Hist. Taschenb. 1875, S. 326 ff.; für die spätere Zeit vgl. Fei. Fabri, Evagat. I, 20—24; Quaresmius I, 754—889; Zu- allart im Beyssbuch II, 243f.; Bobinson, Palästina II, 207ff.). Die katholische Auffassung ist begründet in: Acta eoncil. Trident. sess. XXV; Bellarmin, De cultu Sanctt. H, col. 888 c. 8. 9; Gretser, De sacris et religiosis peregrinationibus, Ingoist. 1606; besonders aber: Katholisches Leben im Mittelalter, Auszug aus Ke- nelm Henry Digbys: Mores catholici, deutsch von Andreas Kobler, Innsbruck 1887, I, 633—675. Luthers Ansicht siehe in Opp., Jenae 1685, II, 436; vau Senden I, 360. Die katholische und protestantische Ansicht sind mit Angabe der einschlägigen Litteratur verglichen bei Jacob a Melle, De itineribus Lubecensium religiosis, Lubecae 1711, 1—5; sonst siehe auch Zöckler, Kritische Geschichte der Askese 1863, 278—284 und Tobler, Denkblätter 578. Der Araber hält wenig von dem Pilgern nach Jerusalem; „hüte Dich vor jedem Jerusalemfahrer!" soll nach Volney Ii, 182 ein arabisehes Sprichwort sein. Ebenso wegwerfend beurteilt das deutsche Sprichwort ja alles Wallfahrten. Wander (Deutsches Sprichwörterlexikon) führt unter Pilger und Wallfahrten auf: „Eine Pilgerfahrt macht nicht heilig; als Pilgerin fortgehn, und als Hure wiederkommen; der pilgert in den Himmel, wie eine Sau ins Mausloch, sagte der Narr, als er den Propst auf der Pilgerfahrt sah; Wallfahrt bringt keyn Wolfart; Wallfarten geschehen mehr aus Wollust denn aus Andacht; Wallfahrten gehn zu stummen ausländischen Bildern giebt daheim Brodheischen der lebendigen Bilder t (der Kinder); wer oft wallfahrten thut, wird selten gut." Ähnlich sagt Thomas a Kempis, De imi- tatione I, 23: „Qui multum peregrinantur, raro sanctificantur"; in den Annal. Stad. (Mon. Germ. SS. XVI) 333 wird von den Pilgern gesagt: „Devotione nee exeunt nee redeunt et vix aliquos vidi immo nunquam, qui redirent meliores." 9. Nach einer etymologischen Mythe (vgl. Joel 4, 2, 12) im Thale Josephat; siehe Tobler, Jerusalem II. 26ff.; Sepp, Das heil. Land I, 275. Schon im Jahre 1065 hofften die Pilger dort den jüngsten Tag zu erleben (Eöhricht, Pilgerfahrten, S. 345 ff.), und auch die Juden pilgerten dahin, um dort ihr Grab zu finden (Tobler, Denkblätter, S. 486—488; vgl. Gen. 47, 29 f. Exod. 13, 19). 10. Zur Geschichte der Bompilger vgl. Frenoy, Condition des pelerins k Borne en droit Komain, Paris 1879. Einen Bompafs siehe bei Baluze II. 431 lib., Nr. 49 und im Lübecker Urkundenb. III, Nr. 19 u. 20. An die Bomfahrt erinnert im Deutschen der häufige Name: Kömer, v. Böhmer, Pilger. Pilgram, wie an die Jerusalemfahrt: von Pilgram, von Jordan, Jerusalem, Palm, Palmer u. s. w. (Pott, Personennamen 273—274). 3* 36 11. Es gab in Frankreich eine confrerie des peldrins de St. Jacques (Soc. de l'histoire de Paris I, 186ff.; II, 340ff.; vgl. Jacobs in der Zeitschrift d. Harz-Vereins 1880, XIII, 320 ff). Ein Bädeker für die Santiago-Pilger aus Deutschland ist: De overen vnde med- delen Straten ran Brunswygk tho Sünte Jacob in Galicien. Bruns- wygk 1518. 8°. 12. Von dem Jerusalemgelübde konnte ein Beichtiger nicht entbinden (Mecklenb. ürkundenb. VII, Nr. 4850). 13. Fabri I, 3ff.; Brocard-Mie"lot in Le Chevalier au cygne ed. Baron de Reiffenberg I, 241 ff.; Pilgerkatalog 1618. 14. Vgl. unsern Pilgerkatalog zu 1330, 1430 b, c. 1460, 1470, c. 1570, 1656, auch 1600—1661. Über die Entwickelung des mit den heiligen Stätten verbundenen Ablasses siehe Tobler, Denkblätter 498 ff. und Geisheim 35 ff., besonders Briemle II, 555—560 (ibid. 299—321 die an den Orten üblichen Gebete); Schmitz, Bufsbücher und Bufsdisziplm der Kirche 1883, 152—154, 391, 405. 15. Pilgerkatalog 1309, 1354, 1391, 1433, 1465, 1493, 1505. 16. Wir besitzen eine reiche Fülle von Urkunden aus Lübeck, ■worin die Aussendung von Pilgern nach dem heiligen Grabe bestimmt wird (Pilgerkatalog 1380, 1387, 1395, 1406, 1407, 1413—1415, 1418, 1422, 1427, 1430-1432, 1434, 1440, 1443, 1457, 1461, 1508) und die Substitution als ein längst bekannter und geübter Brauch (vgl. Potthast, Reg. pontific, No. 5390) erscheint; jedenfalls kamen Lübecker Kaufleute durch ihre vielen Reisen oft in die Lage, die das Sprichwort charakterisiert: „Wer beten lernen will, gehe aufs Schiff!" Neben Jerusalem wurden auch Rom, Santiago, Canterbury, Aachen, Köln, Roquemaure als Wallfahrtsorte von Lübeckern stark besucht. 17. Pilgerkatalog 1470 a. 18. Nur Herzog Christoph giebt dem Gefühle seines Zornes in seinem Tagebuch darüber unverhohlen und kräftig Ausdruck; vgl. unten S. 24. 19. Pilgerkatalog 1386. Reinfriet von Braunschweig (ed. Bartsch) Vers 15472—15518 klagt, Pilgerfahrten würden häufig unternommen aus Feigheit, um Fehden zu entgehen, so dafs dann Freunde und Verwandte in hilfloser Lage zurückbleiben müfsten, oder um zu zu sparen. Im Jahre 1380 klagte Herzog Leopold von Osterreich dem Papste, dafs sich viele Laien in weltlichen Angelegenheiten den gewöhnlichen Gerichten zu entziehen suchten „asserentes, se zelo fidei munifice (mirifice?) crucis signum accepisse ac votum personale in terre sancte subsidium fecisse, pretextu privilegiorum racione voti hujusmodi eis, ut asseritur, per sedem apostolicam concessorum lai- eos eidem duci subjectos in terris, quas idem dux infra limites ma- ximi (sie) civitatis et diocesis habere dinoscitur, commemorantes, per rescripta apostolica ad certos judices delegatos eis in eisdem rescriptis 37 per sedem ipsam deputatos et eorum subdelegatos in diversia et re- motis mundi partibus consistentes in causis prophanis hujusmodi ad finem, ut dictos laicoa ad redimendum vexaciones suas compellant, in Judicium faciant trahi et eciam evocari, quamvis per prefatos secu- lares judices eis de ipsis laicis sint parati justitie complementum." Infolge dessen verordnete der Papst am 14. Februar 1380, dafs solche Kreuzfahrer, welche sich der weltlichen Gerichtsbarkeit zu entziehen suchten, durch die Landesbischöfe angehalten werden sollten, ihr Gelübde binnen zwei Jahren zu erfüllen oder den Johannitern in Rho- dus Hilfe zu leisten, widrigenfalls gegen sie „der weltliche Arm" einschreiten werde (Breve im Staatsarchiv zu Luzern; L.). Gegen die Sitte, das Wappen nach vollbrachter Pilgerfahrt zu ändern, richtet sich folgende Abmachung in einer Urkunde des vierzehnten Jahrhunderts: Ich Cünrat Wernher von Hadestat, Cünrat der gütteman, Sifrit sin brüder von Hadestat, Wernher der Junger von Hadestat, tun Allen den kunt, die diesen gegenwirtigen Brief ansehent, dafs wir mit gemeineme willen des ce rate sin worden bi geswornene eide, das Ich Cünrat Wernher von Hadstat, swenne mir got gehilft har wider ce lande, sol füren durch Wernhers willen des Jungen von Hadestadt, ob er Ritter wirt, die alten banier ven Hade- statt ane allen vnderscheidunge im Jar nach deme eil, so ich har wider ce Lande kome von vber mer, unde sol das beschehen ane allen argenlist. Obc aber es also kerne, das Wernher Ritter nicht en wirt, so sol aber ich Cünrat Werner durch aller miner veteren willen von Hadestat die vorbinante banier füren ane allen argenlist; so sollen aber wir Ich Cünrat der güteman, Sifrit min brüder von Hadestat, Ich Wernher der Junge, durch vnsers veteren willen Cünrat Wernhers von Hadestat füren das iar da nach Sinen shilt vnde sine banier, mit allen denne ceichene als er si gefürt hat alda har. Nach diesen zwein Jaren, so sollen wir alle gemeine füren die alten Bannier ane alle vnderscheidunge jemer me, es enwer danne also, das mir alle mit gemeinem Rate es endern ce rate wurden. Dise vorgesworene ge- lübde, di sol man anfahen ce leistende, swenne Ich Cünrat Werner von Hadestat har wider kome von vber mer eneewischen Basil vnde Strafsburc, vnde engat darnach niemer nie abe di wile wir leben. Füget aber es sich also, das ich Cünrat Wernher har wider ce lande niht en kome, so sin wir alle lidic dis vorbinanten eides: sweler vnder vns dis stete niht enhat, der ist meineide vnde sint die anderen lidic Irs eides, swer dis offent, der ist meineide, es wer danne das vnser einre furfüre, so sollent die dan noch lebent sinen kinden, obe er deheimes hat, diesen brief vorlesen, das er sich müge betuten ob ers stete welle han". (Aus dem Archiv der Familie jv. Hattstatt im Staatsarchiv zu Basel; L.). 20. Pilgerkatalog zu 1330, 1332, 1337; vgl. v. Hagen, Gesamt- 38 abenteuer III, 200; Reinfried 14616—14635. Umgekehrt gaben sich Landstreicher als Pilger aus (Conrady 14, Note 41); jedenfalls waren sie häufig Verbreiter von allerlei Nachrichten und Gerüchten (Wackernagel, Gesch. der deutsch. Litteratur I, 1879, 123). 21. So Georg von Ehingen (1454) und wie Gabriel von Rattenberg S. 403 erzählt, die meisten Niederländer (vgl. Pilgerkatalog e. 1519). O'Kelly of Galway, Mem. sur l'ordre di S. Sepulcre (47—58), stellte die Wappen belgischer und französischer Familien zusammen, welche das Jerusalemkreuz enthalten, (58—143) die Namen der belgischen und niederländischen Ritter des heiligen Grabes und (144—182) die Matricule des pelerins ou des voyageurs des Pays bas en Terre Sainte. Vgl. auch Inventaire des archives de la ville de Bruges, Table analyt. 326. 22. Oswald von Wolkenstein; vgl. Pilgerkatalog 1398. 2S. Pilgerkatalog 1435 a., c. 1548, 1552, 1561 a-c. 1573 a., 1578, 1586, 1587—1590, 1611, 1614. Vgl. Joh. Janssen, Geschichte d. deutsch. Volkes (2. Aufl.) I, 255—258; Archiv für Unterfranken XIV, 12—13. Über die Manie des Wallfahrtens zu dieser Zeit vgl. auch Scheible, Das Kloster VI, 595—637. 24. Vgl. zu den vielen Beispielen, die unser Pilgerkatalog bietet, auch die Reisen des Hans v. Schulenburg in der Zeitschrift für deutsche Kulturgeschichte 1872, 407—430; 453—477. Eine Handschrift, welche die Reisen eines Grafen Friedrich v. Eulenburg (aus der Mitte des 17. Jahrhunderts) enthält (der Reisende war dicht an Palästina) ist im Besitz des Herrn Geh. Hofrat Herrlich hierselbst und wird in Auszügen im Johanniterblatt der Ordensballey Brandenburg herausgegeben werden; vgl auch v. Mülverstedt, Monum. Ilen- burgensia II, 893—894. 25. Die Berner stellen ihren an Matthias Corvinus und Herzog Siegismund von Österreich am 20. März 1488 abgefertigten Gesandten Melchior Rufs den Pafs aus: „ cupientem hunc virum Melchiorem Rufs ex notabili prosapia ortum, cui virtutum nichil deest, ad partes eas, ubi Christus Salvator noster mortem moriendo destruxit et vitam resurgendo reparavit proficisci" . . . (v. Seegesser, Die Beziehungen der Schweizer zu Matthias Corvinus, Lucern 1860, 46. 87 f. und dessen Sammlung kleiner Schriften, Bern 1879, IL 211, 252 f. L). 26. Röhricht, Die Eroberung . Akkas 98, 118. 27. Belon (in Paulus, Sammlung der merkwürdigsten Reisen II) 262. 28. Serapeum 1853, Nr. 4, S. 49ff.; Tobler, Bibliographie, S. 71; über die Reisen des Altex-tumsforschers Ciriaco Pizzicolle vgl. Heyd, Gesch. des Levantehandels II , 292, sonst im allgemeinen auch Fr. Blume, Iter Italicum, Berlin 1824, S. 28—29, 45—47, 126—127. 39 29. So der fabelhafte Christian Rosenkreuzer, Job.. Agrieola, Pa- racelsus (Möhsen, Beiträge zur Geschichte der Wissenschaften in der Mark Brandenburg, Berlin und Leipzig 1783, S. 26, 30 f., 39); vgl. auch unfern Pilgerkatalog zu c. 1562. Auch der Ulmer Uhrmacher Vollrath soll im Orient die geheimen Wissenschaften erlernt haben (Vulpius, Curiositäten III, 1813, 401 f.). 30. Dafs die Niederländer aufserordentlich stark unter den Pilgern vertreten sind, ist eine bekannte Thatsache; sie hatten zahlreiche Jerusalembrüderschaften, aber neben den religiösen Interessen war das kaufmännische besonders wirksam (vgl. Conrady, Vier rheinische Pilgerschriften 186—187; über das Alter des Ausdrucks „nach Jaffa gan", welcher ebenda angeführt ist, konnte ich nichts Sicheres ermitteln). Sonst vgl. Studien en bydregen op't gebied d. histor. Theol. edd. Moll en de Hopp Scheffer, Amsterdam 1878, IV, 1—103: De Bedevaarten onzer Landgenooten door J. van der Kemp (besonders 32—46). 31. Vgl. ltöhricht in v. Raumers Hist. Taschenb. 1875, S. 354. i 33. Frauenstädt, Blutrache und Totschlag im Deutschen Mittel- altur 1881, 160-166. 33. Vgl. Anm. 36 und unten Anm. 51. 34. St. Genois, Les voyageurs Beiges, Bruxelles 1846 I, 15. 35. Revue nobiliaire 1870, 54f.; Heyd, Gesch. des Levantehandels II, 8, 24 ff.; Programm des Gymnasiums zu Zittau 1880; De Mas Latrie, Histoire de l'ile de Chypre II, 125. 36. Röhricht, Pilgerfahrten 328; Beitr. II. 202; Burchardus 88f.; 1 Fei. Fabri 1, 15 f.; Mencius, Hodoeporicon Henrici ducis Saxoniae 90—91; / Tobler, Denkblätter 287 f. Bekannt ist die lose Aufserung, die man Friedrich II. nachsagt: „Wenn Gott das schöne Land Neapel gekannt hätte, würde er seinen Sohn nicht in dem elenden, steinigen Pa- / lästina haben herniedersteigen lassen." In einer Urkunde (Mecklenburger Urkundenbuch V, Nr. 2766) heifst Palästina: „pessima terra, mortis janua", und Graf Botho von Stolberg pries sich daheim seine ' goldene Aue (Zeitschr. d. Harzvereins 1868, 191). 37. Ludolf von Sudheim ed. Deycks 2. 38. Pilgerkatalog 1332, 1338—1347, 1340, 1346, 1381. . 30. Im Anfang des 14. Jahrhunderts bestimmte der Züricher Richtebrief (das Staatsgrundgesetz), dafs der Rat alle Jahre vier Männer nach dem heiligen Lande schicken solle (Furrer, Theolog. Litteratur-Zeitung 1881, Nr. 9), und gegen 1470 unternahm sogar der ganze Rat eine gemeinsame Wallfahrt nach Jerusalem (Pilgerkatalog c. 1470). 40. Zuallart 257; Schach 8; Scheidt 22; Slisansky 22; Gabriel v. Rattenberg 403; Harrant 66—67; Briemle n, 59; vgl. Tobler, Denkblätter 491 f. Oft fanden sich seit 1527 kaum zwei bis drei 40 Pilger zusammen, während früher hundert bis zweihundert gleichzeitig abfahren wollten. 41. Wer mit zwei Verwandten nach dem heiligen Lande pilgern wollte, hatte 16 grossi für die Erlaubnis zu zahlen (nach dem üb. taxationum bei Woker, Das kirchliche Finanzwesen der Päpste 91 f.). Wer ohne Erlaubnis pilgerte, zahlte 8; war der Schuldige ein König, so hatte er 100 zu geben (S. 103); für Absolution vom Pilgergelübde zahlte ein Fürst 20 grossi, für jede weitere Person 10 (S. 104), doch liefs sich das Gelübde gegen Zahlung von 18 grossi oder 3 Denare auch kommutieren und prorogieren, wenn ein dauerndes körperliches Hindernis eintrat (s. 195. 205). Absolutionen gegen Geldzahlungen kommen übrigens schon im Zeitalter der Kreuzzüge vor (Potthast, Eeg. pont., No. 48, 445, 1137) ebenso wegen Krankheit (Potthast, Nr. 16289, 16965) und Gebrechlichkeit (1660, 9134, 10675, 18354, 24976), noch viel häufiger Kommutationen. 42. Stephan v. Gumppenberg im Reyfsbuch 1584, 235 a; Zimmersche Chronik ed. Barack I, 479; Fabri, Geistl. Pilgerfahrt 287; Bernhard v. Hirschfeld 38; Zuallart 256; Badzivill, Peregrinatio ed. Treter, Antwerp. 1614, 13; vgl. Kiechel 241. Einen päpstlichen Erlaubnisschein siehe auch in der Revue nobiliaire 1870, 58. 43. Entweder in Venedig (Walter von Walters weil 5 a) und zwar im Dominikanerkloster (B. von Eptingen in Schweiz. Geschichtsforsch. Bern 1828, VII, 313), oder beim Grofspönitentiar in Bologna (Porner 132), beim päpstlichen Legaten (Zülnhart 311) oder auch in Padua (Kantzow 230). Slisansky 26 präsentirte 1660 dem Guardian einen Erlaubnisschein des päpstlichen Nuntius zu Wien. 44. Fabri, Evagator. I. 26 ff. 61 ff. Walther v. Guglingen (1480) und Ludwig Helmlin (1639) erhielten nur mit Mühe die Erlaubnis vom Kapitel und dem Generalvikar (Schweiz. Geschichtsforscher XXXI, 346; vgl. Hugo Cluniac. bei Migne, Patrolog. latin. CCIX, p. 893, c. 54; Quaresmius I, 819—822). 45. Pilgerkatatog 1497 a. 46. Nach Kiechel 293 f. galt ein solcher Pilger als lutherischer Ketzer und ward von dem Besuch der heiligen Stätten durch den Guardian ausgeschlossen, doch sagt schon Ludolf v. Sudheim 3 : „tarnen plures sunt causae, ob quas absque licentia, ut audivi, transiri potest, ut si transiens sit religiosus vel si pater, mater aut amicus alicujus ibidem infirmaretur, vel captus detineretur, tum absque licentia transire potest ad quaerendum vel redimendum ipsos, vel si aliquis transmitteretur pro pace vel aliqua re bona reformanda vel recuperanda." Übrigens lesen wir in einer Urkunde von 1305 (bei Guden IH, 696) folgende Bestimmung: „Auch sin wir uberkomen: wer eine Bedefart wil leisten zu den Heiligen, der sol komen zu syme Pherner oder Capellan und bichta und erloub bidden sine bedefart zu 41 lesta, und des Pherners oder Capellans Brieff nennen, und der Brieff steen sal, uff welche tag er ist gegeben, und uss welcher stadt, sloss, dorff oder hoffe er sey und zu welchen Heiligen der Pilgerin wolle wandern; so sal der Pilgerin zur stund stund oder binnen dreien tagen — — ussryden oder geen bedefart zu leisten; und wers, daz der Pherner — sinem Pharrmann die brieff umb Gots willen nicht wolde geben, daz er doch buche tede, so sal man yme nit me geben dann ein halben Groschen." 47. Epistolae Bonifacii 405 (vgl. Christ. Sprengel, Geschichte von Grofsbritt. 115); Röhricht, Beiträge II, 277. 48. Fabri I, 317. 383; Albrecht v. Löwenstein (im Eeyfsbuch 1584) 189; Helffrich (ibid.) 375; Stephan v. Gumppenberg 245 a; Jodocus v. Meggen 90; vgl. Tobler, Denkblätter 572 und Zuallart 247. Nach Fabri I, 322 hatten die Pilgerinnen eine besondere Herberge in Jerusalem. 40. Radzivill 58. 50. Fabris Geistliche Pilgerfahrt in RM. 278—29G. Aus frühester Zeit giebt es nur wenig Stimmen für eine geistliche Pilgerfahrt (Röhricht, Die Pilgerfahrten vor den Kreuzzügen, S. 327 f.); die eindringlichste Mahnung dazu giebt (aus der Zeit kurz vor dem dritten Kreuzzuge, aber nur für kriegslustige Kleriker bestimmt) eines Anonymi liber de poenitentia et tentationibus religiosorum bei Pez, Bib- liotheca ascetica II, 56—63, welcher durch die Übersetzung der Namen Bethlehem, Jerusalem, Bethanien, Josaphat, Mons Oliveti, Jor- danus u. s, w. die geistlichen Ziele des nach Vergebung und Versöhnung ringenden Herzens zeigt; er schliefst (S. 63) mit den Worten : „ non ergo in istam Jerusalem habes abire, quia tu ipse tibi es Jerusalem. Hoc tantum satage, ut post laborem hujus belli per- venias ad illam celestem Jerusalem, quae vera visio pacis est!" Eine andere mystische Pilgerfahrt nach Jerusalem ist empfohlen in: Die Walfart der pilgerin aufsteigent in die heilige Statt des hymm- lischen Jerusalem, Nürnberg 1514. Sonst kenne ich an „geistlichen Pilgerfahrten" nur folgende: eine deutsche Handschrift (Cgm. 4681, 8 U . s. XVI) und eine lateinische (Universität 119 fol., s. XV, fol. 212 b—214 a) in München, eine italienische: Viaggio a Gerusalemme colla mente (Bibl. Ashburnham, Libri 1730, 4°, s. XVI) und folgende Drucke: Sensuyt une devote meditation sur la mort et la passion de notre Saulveur et Redempteur Jesu Christ avec les Mesures mises de place en place .... sine loco et anno (The Choicer portion of the Libry library, London 1859, No. 631); Jehan Henry: le Pelerinage de nostre Dame et de Joseph, de Nazareth en Bethlehem . . . , 8°, Paris, Pierre Sergent, sine anno u.: Deuota meditatione in Tutto il peregrinagio dil Salvatore . . . Bologna, Joan Antonio de li Bene- dicti 1500, 4°. 42 51. Eine zusammenfassende Geschichte der deutschen Hospitäler, wofür noch kaum ein Anfang gemacht ist, wird einmal mancherlei Beweise der Mildthätigkeit an armen Jerusalempilgern zu Tage för- •dern; schon in frühster Zeit (Röhricht, Die Pilgerfahrten, S. 358—360) hat es nicht an Pilgerherbergen gefehlt, und ebenso haben Päpste, Kaiser, Könige und Bischöfe durch Verordnungen die Pilger vor Völlen (vgl. Mone, Zeitschr. für d. Gesch. d. Oberrheins 1858, 36) Belästigungen und Unbill zu schützen gesucht. Im Jahre 1401 (26. Dezember) ward in Lübeck eine Brüderschaft gegründet zur Unterstützung von reisenden Kaufleuten, Schiftern und Pilgern (Lübecker Urkundenbuch V, 731, Nr. 644), und im Jahre 1413 bestimmte Tiedemann v. Rinteln, ein Schneider aus Lübeck, ein Legat, wovon man 30 Paar Schuhe für die Pilger anschaffen konnte (Jacob a Melle, De itineribus Lubeeensium religiosis 22). Über die seit 1325 in Paris bestehende Confrerie du St. Sepulere, welche Jerusalempilger unterstützen sollte, vgl. J. du Breul: Le theätre des antiquitez de Paris, Paris 1612, 528—549; Bdnard, Le voyage de Hierusalem, Paris 1621, 690—697; Lebeuf, Hist. du diocese de Paris ed. Cocheris II, 233 u. Anciens Statuts de'ordre militaire ... du St. Sepulere, Paris 1776. 53. Redwitz 8; Kohl 144—145; Albrecht 189a; Fürer 340; Reh- linger 410. 53. Pilgerkatalog 1565 c. 54. In einer Urkunde von 1271, die allerdings sich als Fälschung des 15. Jahrhunderts erweist, aber die Verhältnisse für diese Zeit jedenfalls illustriert, heifst es, dafs die Leute von Seedorf und Lobfingen dem Grafen von Thierstein Beiträge leisten mufsten „zu gottesfarten — gen Jerusalem, Sant Jacob Compostel, gen Rom" (Zeerleder, Cod. diplom. Bernens. II, 50). Im Jahre 1434 erneuerte Graf Johann von Freyburg eine frühere Urkunde des Grafen Ulrich von Neuenburg, wonach die Bürger zu Wallfahrten über das Meer zur Erlangung der Ritterwürde ihren Herren Beiträge zu leisten hätten (Matile, Monum. de Neuchätel I, 52—55; Preufsische Staatszeitung 1830, No. 7; v. Ledebur, Archiv X, 87; L). Auch Herzog Bogislaus X. von Pommern erhob vor Antritt seiner Fahrt eine zweijährige Steuer (Kantzow, S. 224). 55. Pilgerkatalog 1436 a. 56. Herzog Bogislaus liefs in Nürnberg seine ganze Begleitung aufs glänzendste ausstaffieren (Kantzow 228). 57. Seine Reisebeschreibung gab Kohl 1868 heraus; vgl. S. 157. Dort findet sich auch ein interessantes Register der Ausgaben für Trinkgelder an den Patron, den Guardian, an die Schiffsmannschaft {S. 142), für den Kauf von Gold- und Silberwaren, für Ringe, Heft- 1 ein, Borten, Glas, Sammet, Pelzwerk, Hüte (S. 149), Affen, .Vögel, 43 Wölfe, Meerkatzen, Hunde (S. 145—147). Nomper de Caumont (ed. de la Grange , Paris 1858) S. 136 f. führt in seinem Register auf: seidene Streifen von der Länge des heiligen Grabes, S. 138: Rosen von Jericho, Rosenkränze, Jordanwasser (vgl. Jacques 1« Saige 56—57; Gargiolli, Viaggi 421—438). Mariano da Siena (Pirenze 1822), S. 129—132 rechnet als Gesamtausgabe für die Reise 280 Dukaten (vgl. Claude de Mirabel in St. Genois, Les voyageurs Beiges I, 35—36), Stockar 70: 300, Tschudi 23: 150-200, Walter v. Wal- tersweil 3a bis Jerusalem 100 Dukaten, Joh. v. Lauffen für die ganze Reise 100—300 Kronen, H. v. Offenburg 1437 für 4 Personen 600 rheinische Gulden, Rieter (1464) mit seinem Schwager Axel v. Lichtenstein in 20 Wochen 1000 Gulden, Otto v. Groben 106—207: 200 Thaler. Sonst vgl. Reiseinstruktion 120 ff.; Rieter, Reisebuch 197—149; Rindfleisch bei RM. 319—320; Pilgerkatalog 1484a und 1550 a. 5S. Das Ausgabebuch, welches Hans Hundt, der Rentmeister des Kurfürsten, während der ganzen Reise geführt hat, ist eine wahre Fundgrube für unsere Kenntnisse der damaligen Hofbedürfnisse und Preise für allerlei Waren (Neues Archiv für sächs. Geschichte IV, Heft 1 u. 2, 44—100; vgl. auch d. Einleitung 37—44). 59. Bräuning 2. Dals Pilger in der Mitte des 14. Jahrhunderts zuweilen kurz vor Venedig ausgeraubt wurden, ersehen wir aus dem Pilgerkatalog 1355. 60. Baumgarten von Breitenbach 31. 61. Kohl 140; Gumppenberg 235 a; Baumgarten 32; vgl. Rindfleisch (1496) 321. Über den venetianischen Geldverkehr jener Zeit siehe Nasse in Konrads Jahrbüchern für Nationalökonomie 1880, Heft 5; über die Venetianischen Bankhäuser jener Zeit vgl. Archivio Veneto 1871, I, p. 106ff. (ibid. p. 332-363 über die Garzonis); 1888, 29 ff. 62. Wo ein Kaufmann Wedemann genannt wird (Kohl 139). 63. Unter andern wird hier Konrad Baumgarten erwähnt (Kohl 130), dessen Agent (ebenso für Wedemann) in Venedig 1461 Antonius Ridler war (Kohl 139); sonst vgl. auch Rindfleisch 321. 64. Wormbscr im Reyfsbueh (1584), 208 a. 233 a; Pappenheim 425. Als Faktor der Fugger wird Ulstetter genannt. 65. Tucher im Reifsbuch (1584) 369 a; Harff 59. 66. Fürer v. Haimendorf 253; Walter v. Waltersweil 3 a. Nach Kiechel 462 befand sich dort auch ein Handlungshaus des Friedrich Armbroster. 67. Bräuning 2. 68. Simonsfeld II, 296—297, No. 18. 69. Les archives de l'orient latin II, 238—240, 243, 248—24;'. ■ 70. ibid. 239—240, 245. (In München und Wien liegen Ab- 44 Schriften des Werkes von Teoderini, worin die Festlichkeiten beim Empfange hoher Fürsten (1390—1783) geschildert werden). 71. ibid. 249. 72. So Felix Fabri (I, 26: vgl. Grünemberg fol. 2) durch den Grafen Eberhard von Württemberg, Füessli (210) durch L. Tschudi, Scheidt (3) durch Salomo Schweigger, Stephan von Gumppenberg (235a) durch einen alten Jerusalemfahrer, der Graf von Hanau- Lichtenberg (vgl. die Keiseinstruktion in EM. 120—145) durch den Domherrn Bernhard von Breitenbach, Habermacher durch Lufsy, Se- bald Rieter durch seineu Vater; vgl. Ludolf 9; Eptingen 315—320; Albrecht 211—212 a; Wey 90-93; Bräuning 9; Waltersweil 8—61; Zuallart 252—264; Briemle II, 30—62. 73. Unter denen Burchard besonders zu nennen ist, den viele Pilgerschriften stark ausschreiben. Fabri (I, 3, 5, 62, 424, 426) benutzt auch Ludolf von Sudheim, Ordoricus und Tucher (I, 327f.); Hirschfeld bezieht sich auch auf Tucher, Tschudi auf Fabri. Eine kritische Erörterung des Verhältnisses der einzelnen Reisebeschreibungen wäre sehr dankenswert. 74. Solche Pilgerführer werden vielfach erwähnt (Hans Kot 29—51; Caumont 59—75; Guillebert de Lannoy ed. Potvin 73—97; 273—285; Bieter, Reisebuch 34—36, 61—85; Bräuning 2. Rehlinger 413 bemerkt, dafs ihre Angaben oft von einander abweichen; vgl. Breitenbach, Reiseinstruktion 120 — 121; Denkblätter 510ff.; Kobler, Katholisches Leben im Mittelalter I, 654. Das bekannteste Pilgerbuch: Peregrinationes Terrae Sanctae erschien Venetiis, Bap- tista de Sessa 1491 (vgl. Panzer, Annalen IX, 292, No. 1420b), das F. Joh. Romberch de Kyrspe ordin. Praedic. in Köln in seiner Informacio clara atque perfecta de ingressu peregrinorum in Terram Sanctam s. 1. et. a. (c. 1520) neu bearbeitete (Paris, Bibl. nat. Reserve O i F.); Romberch war Prokurator d. heil. Landes in Venedig. Nach Briemle II, 33 gab es im Jahre 1700 Procuratores Terrae Sanctae auch in Konstantinopel, Cypern, Aleppo u. Tripolis. 75. Zuallart S. 258. 76. ibid.; Rindfleisch S. 320. 77. Zuallart S. 257; Briemle II, 60. 78. Scheidt 21 versah sich erst in Cypern mit der Pilgerkleidung. Slisansky 3, 17 liel's sieh auf dem Wege nach Venedig einen Habit aus Kalbsfell machen und wurde wegen dieser sonderbaren Tracht in Syrien ausgelacht. 79. Der freilich nach der Heimkehr wieder dem Schermesser zum Opfer fiel (Fabri 1 , 65; vgl. III, 467); einige Fürsten liefsen ihn jedoch von nun ab ganz stehen (Pilgerkatalog 1426, 1468). 80. slavenie, esclavine genannt (Wilh. Chron. Andrens. in Mon. Germ. SS. XXIV, 696; Alwin Schultz, Das höfische Leben im 45 Mittelalter I, 405) auch bei Walter von Waltersweil S. 6. erwähnt (Pilgerkatalog 1493 a). 81. L. v. Wedel (Johanniterblatt des Ordensballey Brandenburg 1862) S. 65. Jacob Bräuning S. 215 berichtet: „Diejenigen aber, so pilgramsweiss alher Walfahrten, die tragen zwar uff breitte Schwartze Filzhüte, Haben an Grave Lange Tüchene Röcke mit weiten Ermelen, Welche Röcke um den Weichen mit einer breiten Gürtel gegürttet. Ueber solche Grave Röcke haben sie oben kurtze Schwarze Lederne Mäntel, so blofs die Schulteren bedecken, Und darauff das Fünffache Jerosolymitanische Creutz, in der einen Hand ein Pater noster Und in der anderen einen Pilger-Stab." 82. Abbildungen von pera und baculum (auch Friedrich I. und König Philipp von Frankreich nahmen 1189 beides als Symbole der Pilgerfahrt; Sybels Zeitschr. XXXIV, 38 und Beitr. II, 136) siehe bei Pistorius, Amoenitat. jur. histor. VI, 1657, in: Commission des antiquitds du ddpartement de la Cote d'or (Möm. VIII, 261 ff.); über die Sitte, beides aus der Hand eines Geistlichen zu nehmen siehe Du Cange Glossarium s. voce pera, baculum und Dissertat. XV auch Petitot, Col- lection complete des m&noires relat. k l'hist. de France, Paris 1819, III, 288—295; M&noires de la socidte" d'agriculture, Troyes 1859, X, 169 ff. Bilder von Pilgern aufser bei Bräuning siehe auch bei Edw. Cutts, Scenes and characters of the Middle Ages, London 1872, 158; Hefner - Alteneck, Die Trachten des christl. Mittelalters, III, Tafel 14; A Encyclop. of costume ed. James Robinson Planche", London 1876, I, 50; Harrant von Polschütz 68. Nach Tobler, Denkblätter 507 kam im siebenzehnten Jahrhundert die Pilgeruniform aufser Mode; Hirnheim 453 empfiehlt den Pilgern, lieber im Kaufmannshabit zu reisen. Über die Pilgertracht vgl. noch Otte, Handbuch der kirchlichen Kunst-Archäologie, 1885, I, 467, ebenda I, 198 über Pilgertaschen, die als Behälter für aus dem Orient mitgebrachte Reliquien sich noch in Quedlinburg, Brandenburg, Köln und Mainz vorfinden. 83. Fabri I, 94; Fafsbender 250. 84. Gumppenberg 235a; Walter von Waltersweil 2a; Lussy 2; Stockar 70. Nach Grünemberg fol. 3 kommunizierten die Pilger im St. Helenenkloster zu Venedig. Zuallart 249 empfiehlt es dringend, das Abendmahl noch vor der Abreise zu nehmen. 85. Fabri I, 67. Wahrscheinlich war es immer Sitte, für den pilgernden Mitbruder eine tägliche Messe zu lesen und ihn ins Gebet einzuschliefsen, wie dies aus dem siebenzehnten Jahrhundert ausdrücklich bezeugt ist (Schweiz. Geschichtsfreund XXXI, 348). Seit Ende des fünfzehnten las man für die Pilger bei der Abreise eine missa de peregrinantibus, wie Zülnhart 308 und Joh. von Hirnheim 447 berichten; pera und baculum wurden durch den Segen des Prie- 46 sters geweiht. Vgl. darüber z. B. Missale peregrinantium Colon. 1503, 12°, Sanctifieiale itinerantium Oppenheim 1521, 8°, Missale pro itine- rantibus secundum cursuni eccles. cathedralis Cracoviensis 1545, 4°. Die benedictio peregrinantium findet sich auch in sehr vielen Missalien z. B. in: Lib. agend. secundum usum eccles. Salisburg. 1575, I, p. 368—380, Agenda eccles. Moguntiac. 1514, 139; Rituale eccles. Paderborn. 1862, 230—233, Lib. agend. dioc. Vratislav. 1499, M2v- M4r, Rituale Vratislaviens. 1723, 417—422; besonders ausführlich im Missale, Venetiis 1497, p. 120 a, Venet. 1585, 213—214 a: Ordo Bene- dictionis ad peregrinos navigare volentes etc., Rituale ecclesiae Vero- nensis, Veron. 1756, 156—158, Manuale ad usum ecclesiae Saris- beriensis, Rothomagi 1543, 58—63 (wo ein: ordo ad servitium pere- grinorum faciendum zu finden ist), endlich Olaus Magnus, De gentium septentrionalium variis conditionibus, Basil. 1567, 601. Eine vollständige Entwickelungsgeschichte des Pilgerrituals wäre sehr zu wünschen. 86. Pilgerkatalog 1476, 1493 a. Herzog Heinrich von Sachsen liefs sich den Tag seiner Abreise astrologisch bestimmen (Pilgerkatalog 1498); auch sonst mochte man bei aller Frömmigkeit, sich Schutz für die Reise „ durch abergläubische Segen, Marterns und Westerhüblein" sichern wollen, wie Johann von Lauffen [1561) erzählt. 87. Abschiedsscenen beschreiben Hirnheim 446—447 und Buseck 455—456. Dietrich von Schachten 166 und Zülnhart 308 melden von der Sitte, Johaunisminne zu trinken; nach Schürpff 196 that man es in grofser Gefahr, oder in Venedig bei der Abfahrt (Kurfürst Friedrichs Pilgerfahrt in Spalatins Histor. Nachlafs 76; Fabri I, 148; Schürpf, 187; Geisheim, Die Hohenzollern am heil. Grabe 184, 250 ff.). Sonst vgl. über die Johannismiune besonders Panzer, Bayr. Sagen II, 231, 239; Zeitschrift des Oberrheins VIII (1857), 494; Sitzungsberichte der Wiener Akademie (phil. histor. Klasse) 1840, Bd. 40, S. 177, Sitzungsber. der Münch. Akad., 1870, n, S.15—39 und Zeitschrift für deutsches Altertum, 1878, 242ff. — Zuweilen schlössen sich, wie Buseck 455 meldet, die Pilger den nach Venedig abgehenden Postboten an. 88. Über diese vgl. v. Meiller, Babenberg. Reg. p. 222-223 not. 198, besonders aber Archiv für Schweiz. Geschichte, 1874, 235 ff.; Jahrbuch für Schweiz. Geschichte, 1878, III, 169—289; 1879, 165— 317 (wozu Hidber im Jahresbericht für die Geschichtswissenschaft, 1881, H, 215 einige Nachträge lieferte). Sonst vgl. für die römische Zeit Corpus inscript. latin. V, 933 ff, für das Mittelalter Adam. Bre- mensis in Mon. Germ. SS. VII, 368 und Annal. Stadenses in Mon. Germ. SS. XVI, 340; Thomas Wright, Reliquiae ant. I, 237; Itin. fran^ais I, 123—139), ferner die Itinerare Fabris III, 437ff, Leos von Rozmital 131—135,194 f., Siegmunds von Heberstein in den Fontes 47 rerum Austr. I, 172 ff., Weys (von Calais über den Brenner nach Venedig) 79—83, Simon (von Anglure) 105—106, und besonders Mone, Zeitschr. für die Gesch. des Oberrheins, 1853, IV, 17—20, wo ein Wallfahrtsbüchlein der Strafsburger Bibliothek (C. m. 458) erwähnt wird, in welchem die Stationen von Strafsburg bis Venedig über den St. Gotthardt (über dessen Geschichte auch Petermanns Mitteil., Ergänzungsheft, 1881, No. 65, S. 28 ff. gehandelt wird) und den Brenner verzeichnet sind. (Vgl. auch Ficker, Mitteil, des Österreich. Geschichtsinst. Innsbruck, 1880, I, 298ff.) Bequemer wurde es r als die Post eingerichtet war (vgl. hinten 1550 a) ; über die erste Entwicklung des Postwesens vgl. Zeitschrift für die Gesch. des Oberrheins IV (1853), 485 ff. 89. So pilgerten die Schweizer meist vorher nach Maria-Ein- siedeln (vgl. z. B. Villinger, S. 1). Nach Ziegler, Schweizer Jerusalemfahrten S. 29 beteten viele vor der Abreise zu St. Baphael, dem guten Wegweiser, zu St. Michael, dem Beschützer vor Feinden, zu St. Christoph, dem Patron der Seefahrer, zu St. Martha, der guten Herbergsmutter. Briemle II, 31 rät, vor der Abreise sich dem besonderen Schutze Gottes, Marias und St. Raphaels zu empfehlen. 90. Fabri I, 81 ; Fabri, Gereimtes Pilgerbüchlein (ed. Bir- linger) S. 5. 91. Tschudi S. 8; Füessli im Neujahrsblatt der Feuerwerker Gesellschaft, Zürich 1851, S. 48 nennt Castelfranco. 92. Porner S. 132. Füessli S. 48 meldet, dafs man bei der Heimkehr sie gegen einen geringen Aufschlag von dem Händler zurückkaufen konnte. 93. Dietrich von Schachten S. 170; Tschudi S. 8. 94. Wo ihnen durch die Polizei im sechszehnten Jahrhundert die Pässe revidiert und die Waffen abgenommen wurden; vgl. Pilgerkatalog 1550 a. 95. Fabri 1 , 82 f. Dafs diese oft die ihnen in Gewahrsam gegebenen Habseligkeiten mögen veruntreut haben, ersieht man aus Gesta Eomanorum ed. Gräfse, No. 118. Eine Warnung vor ihnen vgl. bei Conrady S. 193. 96. Kohl S. 138; Herzog Friedrich von Liegnitz S. 111. 97. Porner S 132. 98. Fabri I, 86. Der französische Pilger Lengherand (ed„ Menilglaise 1861, 32) wohnte bei Johannes Evrard, Kanonikus am S. Marco. 99. Gumppenberg S. 236. Heinrich Wölfli wohnte 1520 in einer Schweizer Herberge, deren Wirt Peter Theilkäs hiefs; Lorenz Slisansky (1660) S. 7 im goldenen Baume. 100. Albrecht. S. 190; Scheidt S. 9; Alexander S. 32a; Villinger 48 S. 13; Helffrich S. 399 a; Buseck S. 453; Pappenheim S. 425; Hirnheim S. 449; Troilo S. 4; Harrant S. 16; Neitschütz S. 18; Habermacher und Bartholom. Khevenhüller (Pilgerkatalog 1561 c, 1606), Simonsfeld, Der Fondaco dei Tedeschi in Venedig, Stuttgart 1887, I, 698; II, 155, 251, 284. Als Wirt nennt Pappenheim und Fürer S. 340 Peter Roth aus Ulm. Neben dem Weifsen Löwen wird auch der „Wilde Mann" genannt im Arch. histor. de la Gascogne, Paris. Auch 1883, III, 17; vgl. Schefer, Le voyage de la saincte cito de Hierusal. 22, wonach als Wirt im Ende des fünfzehnten Jahrhunderts Johann v. Lüttich fungierte. 101. Gumppenberg 236 a; Tucher 349 a; Harff 81; Wormser 234; Pilgerkatalog 1550a, 1606; Simonsfeld II, 249, 251, 252, 255, 256, 284. Buseck 456 nennt als Wirt Lienhard Egger; Meier v.Rnfs- weil (1603), No. 194 Christoff Haff. 103. Kindfleisch 320; Reiseinstruktion 127; Hirschfeld 35; Kiechel 152; Simonsfeld I, 698; II, 155, 249, 284. 103. Kohl 138. 104. Als Wirt wird (1483) genannt Peter Ugelheimer aus Frankfurt und Frau Margarethe (Breitenbach 50 a; Reiseinstruktion 127; Zimmersche Chronik I, 474; Simonsfeld II, 69, 284; Tgl. Rivista storica Italiana, 1884, 260ff.), ferner Meister Johannes, später Nikolaus Frigg (Fabri I, 83, 100, 107; III, 388), 1551 „Assmus, der schreiende Wirt" (Thunger 405) , 1581 Achatius Fentzel (Schweigger 327), 1586 Pancratius Hochgesang (Kiechel 152, 160, 240). Aufserdem wird gegen 1500 noch ein bei der Signoria angesehener deutscher Herbergswirt Peter Pender oder Bender (Stockar 54: Peter Schneider aus Bern, vielleicht derselbe) erwähnt (Herzog Friedrich von Liegnitz 111; Pilgerkatalog c. 1500; Zülnhart 308, 311; auch Herzog Bogis- laus X. wohnte bei ihm; vgl. Julius Müller in Balt. Studien 1879, Separatabdruck 126f.; Simonsfeld I, 698; II, 155, 284, 285; Hans Hundt 51, 54, 63). Sein Gasthaus lag im St. Bartholomaeusquartier, also nahe dem Rialto. 105. Simonsfeld, Der Fondaco dei Tedeschi in Venedig, Stuttgart 1887, 2 Bde. Nach Villinger 7 und Meier von Rufsweil No. 194 gab der Fondaco wöchentlich 100 Kronen Steuer, nach Briemle I, 120 monatlich 200 Speciesthaler oder 100 Zechinen. 106. Simonsfeld II, 37, 39, 88 ff., 176ff., 198 ff., 269 ff. Über den Postverkehr vgl. Greiff, Tagebuch d. Lukas Rem, Augsb. 1861, 77. 107. Ebenda 17, 29. 108. Nach Ulrich Leman (RM. 103) gingen jedes Jahr acht Tage vor Himmelfahrt ein bis zwei Pilgerschiffe nach d. heil. Lande (c. 1473). 109. Über die Bedeutung Marseilles im XVII. Jahrhundert vgl. besonders Le voyage de Hierus. von Behard, Paris 1621, 6—7, 11. 49 110. Vgl. Pilgerkatalog 1414 und 1493 a. und oben Note 69 u. 70. 111. Fabri I, 86, 88; vgl. Thunger 415 ff. Einige der wichtigsten Patrone sind: Jacobo Alberto (Conrady 239), Marco Antonio (Jacques le Saige ed. Duthilloeul 97), Jacobus Augustinus (Zuallart 264), BernardoBaldu (Archives hist. de la Gascogne 1883, III, 22), Ludovico Barbo (Alexander 34 a; Zülnhart in EM. 311; Rindfleisch ibid. 322), Andreas Contarini (Mergenthai, Leeman in RM. 103; Ketzel 35; Conrady, Vier rhein. Pilgerfahrten 90; das Wappen des Contarini im Bilde eines nach dem Sinai pilgernden Studiosus in langem Talare ist in einem Stammbuch abgebildet, über welches in Schlesiens Vorzeit in Bild und Wort 1880, XLIV, 465 berichtet wird), Antonio Contarini (Anon. August. 34a), Augus- tino Contarini (Alexander 34a; Arch. histor. de la Gascogne 1883, III, 22; Breitenbach 50a—51a; Reiseinstruktion 127, 144; Tucher 349; Rieter, Reisebuch 37; Lengherand 84; Casola 5; Fafs- bender in RM. 246; Grünemberg ibid. 151; Zedlitz ibid. 510; Conrady 90, 193), Sebastian u. Bernard Contarini. (Fabri III, 171ff.), Cristoforo Contarini (Les archives II, 242), Francesco Cornaro (Albrecht 190; Pappenheim 425), Andrea Curmelissi (Thunger in RM. 415f.), Maria Antonio Dandolo (Ottheinrich in RM. 361), Ludovico Delphino (Tschudi 12; Stockar 67; Jacques le Saige 42), Nicolo u. Paolo Donato (Les archives II, 243), Pietro Foscolo (Pilgerkatalog 1493a), Benedict Gabrielis (Porner 132), Genero (Bräuning 3, 210), Marco Giustiniani (Les archives II, 242), Augustino de Jacobis (Lussy 69), Petrus de Jacobis (Fürer 1), Marco Kautorto (Zülnhart in RM. 312), Petrus de Lando (Fabri I, 86, 88; Grünemberg in RM. 155f.: Lengherand 84; Reiseinstruktion 127), Alesandro Lanscino (Bräuning 210), Bertrand de Latore mercorum (Herzog Friedrich 114), Andrea Lauredano (Harff 60), Antonio u. Lorenzo Lauredano (Peter Rot 95; Hans Rot 73), Marco Lombardo (Les archives II, 243), Petrus de Losine (Seydlitz 250a; Münzer v. Babenberg 1), Lucas Mantelo (Georg Mülich 1449), Francesco Marconi (Mülinen), Nicolaus de S. Marite (Alex. v. Pappenheim in RM. 425), Jacobus Michaelis (St. Genois, Les voyageurs Beiges I, 200), Andrea Morosini (Brunner 190; Wey99), Leonardo Mudazio (Les archives 11,243), Nane (Buseck in RM. 456), Nicolaus Paulus (Lorenz von Egen 917), Pi- sano (Pilgerkatalog 1414), Priuli (Thunger in RM. 415, 423), Jacobo Romano (Les archives II, 242), Luca de Segna (Meggen27), Nicolaus de Stella (Anon. August. 321), Antonius de Stepha- nis (Ketzel 34), Battista Tagiero (Cotovicus 2), Hieronymus Terribile (Joh. von Hirnheim 449),- Matthaeus de Torre (St. Genois I, 156), Tomassino (Ketzel 52), Pietro Veneuri Röhricht, Pilgerreisen. 4 50 (Thunger 416), Viviano (Wormbser 215; Albrecht 190), Hansen Wasschall (Hirschfeld 40), Alois Zorzi (Klempin 542; Jul. Müller S. 124 ff; Pilgerkatolog 1497 u. 1498). 112. Dergleichen Kontrakte (naula) sind uns vielfach erhalten, z.B. bei Hans Rot 55-57-, Albrecht 190—191a; Baumgarten 181 ff.; ' Breitenbach 50—51a; Fabri I, 89 ff.; Hirschfeld 40—45; Klempin 542-545; Jodocus v. Meggen 27—36; Tschudi 13-22; Wormbser 215—216a; Mergenthai; Thunger 416-422; Hirnheim 449; sie stimmen meist vollständig mit einander überein. Herzog Albrecht von Sachsen zahlte 4000 Dukaten Fährgeld, verlangte aber, dafs kein fremder Pilger mitfahren dürfe; besonders wollte man niemals Juden mit auf dem Schiffe haben (Tschudi 20; Klempin 544; vgl. Rauchwolf 298 a; auch Tobler, Denkblätter 517—520). Als Agenten, die den Abschlufs von Schiffsverträgen voraus besorgten, werden David Otto (Albrecht 191a), HansBrun und Matthias Forberg (Mergenthai; vgl. Kohl 138) genannt. 113. Sonst mufste der Patron die Pilger auf seine Kosten bis zur definitiven Abfahrt unterhalten (Meggen 31); wurden Pilger noch vor der Abfahrt krank, so hatte der Patron das ganze Fährgeld herauszugeben (Meggen 31), bei einem Schiffbruch aber auf dem Lande sie frei zu halten (Albrecht 191). 114. Albrecht 191; Meggen 30. 115. Nach Gabriel von Rattenberg 403 hätten die Franziskaner gewöhnlich nur den halben Schiffslohn zu zahlen gehabt, doch hielt sich der Patron, überhaupt wenn nur wenig Pilger sich zur Überfahrt gemeldet hatten, nicht an diese Sitte. Die Höhe des Fahrgeldes schwankte sehr. Man zahlte mit Verpflegung im ganzen auf der Galee (auf der Galeazze war nach Girnand von Schwalbach 97 und Porner 133 der Preis [8—10 Dukaten] um fünf- bis sechsmal billiger): 80 (Pilgerkatalog 1498), 60 (Klempin 546; Casola 19; Albrecht 190; Mülinen; Zülnhart 312; Villinger 14), 58 resp. 42 (Herzog Friedrich 115), 50 (Klempin 544; Tucher 374; Alexander 34 a; Ehreuberg 273; Schürpff 187; St. Genois I, 200; Zedlitz (1493); Fafsbender 248; vgl. Pilgerkatalog 1550 a), 48 (Gumppenberg 236; Porner 133; Anon. August. 302; Rindfleisch 322), 46 (Stockar 67), 45 (Gabriel von Rattenberg 403), 44 (Dietrich von Schachten 175), 43 (Tschudi 21), 42 (Fabri I, 89; Breitenbach 51; Ccnrady 195), 38 (Grünemberg 151; Hans Rot 54), 35 (Peter Rot 96), 34 (Tucher 349 a; Rieter, Reisebuch 47; B. v. Eptingen314), 30 (Conrady 91), 24 (Pilgerkatalog 1482 b) Dukaten resp. 46—50 Kronen (Jod. von Meggen 32; Thunger 415). Ohne Verpflegung zahlte man im ganzen 40 (A. von Pappenheim 425"), 36 (Kohl 141) Dukaten resp. 34 (Ketzel 34), 33 (Porner 133), 30 (Harrant 67), 20 (Brunner 190; Holzwirth 1546) 16 (L. von Wedel 1578) Kronen. Monatlich zahlte man a)für 51 die ganze Eoute bis Jaffa (Hirnheim 451; Walter von Walters- weil 5): 5 Dukaten als Fährgeld (Habermacher 1606 : 6), für Essen 8 Dukaten, nach Hirnheim 451:5, Joh. vonLauffen: 4 resp. 7 Kronen, Briemle II, 60 : 4 (Fürer 340 : 2) resp. 6 Dukaten (dasselbe Zuallart 257 von Marseille bis Tripolis); b) für Teilstrecken bis Cypern, und zwar für Fährgeld und Essen, zahlten Villinger (14): 4 resp. 6 Dukaten, Schach (5): 4 Dukaten resp. 2 Silberkronen (aber der Patron verlangte [S. 6] später 15 Dukaten), Gabriel von Rattenberg 403:3 resp. 4 Dukaten, bis Candia zahlte Troilo (4) i 20 Scudi, Slisansky (9) bis Alexandrien 10 Thlr. Fährlohn und 1 Dukaten für Kost, Bräuning (3) bis Konstantinopel 3 Zechinen Fährlohn und 6 für Kost. Im ganzen von Cypern bis Jaffa gab Füessli (215) 20 Dukaten. Diese Ausgaben wurden häufig noch vermehrt durch wirkliche und fingierte Extraauslagen, über welche die Rheder reichen Pilgern in die Heimat starke Rechnungen nachschickten (vgl. Pilgerkatalog 1476 a). Die Überfahrt erfolgte entweder auf der Galee sehr schnell, oder sehr langsam auf dem Segelschiff (Galeere). 116. In Venedig bestand nämlich ein magistrato al cattaveri (auch bei Ibn djubair in Goergens-Röhricht, Arabische Quellenbeiträge I, 281 erwähnt), welcher alle Güter der auf dem Meere Verstorbenen einzog (vgl. Joh. von Hirnheim 449; Thunger 415; Meggen 35; Briemle I, 197; Harrant 42; Pilgerkatalog 1561c; Conrady 89, Note 67). Habermacher (1606) erzählt, dai's die Pilger bei ihrer Abfahrt genau die Summe des mitgebrachten Geldes angeben mufsten (im Kloster della Vigna), da, wenn ein Pilger auf der Fahrt zwischen Venedig und Cypern resp. in Tripolis oder Jerusalem starb, die Franziskaner jenes Klosters oder des Zion von Jerusalem erhielten; dasselbe bestätigt zum Teil Villinger 96, nach welchem das Geld eines östl. von Candia verstorbenen Pilgers den Franziskanern zu Jerusalem gehörte, und Johann von Lauffen, welcher erzählt, dafs das Geld eines in Tripolis verstorbenen Pilgers an den Konvent in Jerusalem fiel. 117. Fabri 1,92: „Qui (protonotarii) audientes causam nostrae praesentationis singulorum nomina, Status et conditiones inscripserunt in quendam grandem librum, cui et prius inscriptus fueram in prima mea peregrinatione; et ita ratificatus fuit contractus et conventio nostra". (Vgl. Hans Rot 73.) Dieser „liber grandis" wäre von der allergröfsten Wichtigkeit für die Geschichte der Pilgerfahrten, aber wie leider feststeht, ist die Kanzlei des hier gemeinten magistrato al cattaveri wahrscheinlich verloren, wenigstens bis jetzt nicht aufzufinden gewesen. Die Namen einzelner Beamten jener Kanzlei sind genannt bei Klempin 544 und Pilgerkatalog 1561a; vgl. Hans Rot 56, wo auch (S. 73) erwähnt wird, dafs (1440) das Exemplar des Kontraktes Nikolaus Muting vom Deutschen Hause in Verwahrung nahm. 4* 52 118. 4000 Floren (Klempin 542), 3000 Dukaten (Albrecht 191a; Thunger21), 2000 Dukaten (Tschudi 21), 1500 (Tucher 374a), 1000 (.Hans Rot 73). 119. Thunger 415. 120. Fabri I, 86; Fürer 2. 121. Les archives de l'Orient latin II, 240, 247—248. 122. ibid. 246—247. 125. Thunger 415; Eehlinger 408; Habermacher (1606). 124. Z. B. Hans Rot 17—20; Alexander 32aff.; Breitenbach 50ff.; Fabri III, 399—436; Kohl 80f.; Tucher 350f.; Rieter 38—41; Harff 41—51, 56f.; Kiechel 153—163: Tschudi 30—52; Cotovicus 515—518; Harrant 53; vgl. Ernstinger, Raisbuch 39—53, 68—69; Conrady 76—88; 193—200; 232—239; Romanin, Storia di Venezia VI, 436—465; Molmenti, La storia di Venezia nella vita privata, To- rino 1880, 151—368. Eine Beschreibung venetianischer Trachten siehe bei Dietrich v. Schachten 170—174, Schilderungen des venetia- nischen Lebens von deutsehen Reisenden auch bei Vulpius, Kuriositäten II, 252; X, 531 ff. Georg Ernstinger Raisbuch (im Stuttgarter litterar. Verein CXXXV), 48 giebt (1593) die Bevölkerungsziffer Venedigs an auf: 59349 Männer, 67 531 Weiber, 58412 Kinder von 6—12 Jahren, 2087 Mönche, 2183 Nonnen und 1157 Juden („nach einem getruckten welschen büchl"), Neitzschütz 19 (1636): 190 714 Seelen. 125. Harff 53; Fabri I, 95—107: Tucher 350; Schürpff 185 ff; Alexander 33—34; Hirschfeld 47 ff. 126. Hans Rot 87; Alexander 34a; Fabri 1,98; Harff 47; Seyd- litz 250; Tschudi 40f.; Conrady 236ff. 127. Herzog Friedrich 115; Zedlitz (1493); Alexander 35; Jo- docus von Meggen 13; Villinger 13; Füessli (1523): Gabriel von Rattenberg 403; Ottheinrich 358; Fafsbender 249; Conrady 234. 128. Villinger 10—11 erzählt, dafs die Pilger in ihren Reisekostümen neben den glänzenden Ratsherren gehen durften; nach dem Ende der Prozession empfing sie der Doge in seinem Palaste. Hier fielen sie vor ihm nieder, küssten ihm Gewand und Füfse, worauf er jedem die Hand auf die Schulter legte und glückliche Reise wünschte. Nach Hans Rot 83, Harff 44 und Dietrich von Schachten 174 waren sogar im Dogenpalast die Wappen aller adeligen Pilger aufgehängt, welche von Venedig aus ihre Jerusalemfahrt angetreten hatten. 129. Graf Albrecht (190) liefs sich in Venedig die Nativität stellen; vgl. Meggen 38. Ein Gefährte Tschudis (26), der die Waffen, wie daheim, öffentlich trug, wurde verhaftet und erst nach Weiterungen wieder frei. Ebenso mufsten die Pilger bei ihrer Ankunft in Venedig ihr Geld vorweisen; vgl. die Straferlasse bei Simonsfeld I, 477, No. 783 u. II, 194, No. 11. 53 130. Ein solcher Dolmetscher erhielt gewöhnlich entweder monatlich 3 1 / 2 —4 Dukaten und ein Kleid (Tucher 349 a; Rieter, Reisebuch 37; Harff 57; Herzog Friedrich 201; Albrecht 189a; Gumppen- berg 236; Stockar 47) oder 6 (Parsberg), oder aber im ganzen 30 Kronen (Thunger 415). Parsberg nennt einen Dolmetscher (Schiffmann), der achtmal im heiligen Lande gewesen war; zuweilen waren es Renegaten (Harff 57). 131. Püessli 211 kaufte sieh 1523 in Venedig eine deutsche Bibel; sonst vgl. oben Note 74 u. Rieter 62 ff. 132. Eine lederne Schreibtafel kaufte Waltersweil 7 a. 133. Vgl. Reiseinstruktion 121—122; Conrady 290—301; Tucher 373a; Rieter 144; Habermacher (1606), auch Jahrbuch für niederdeutsche Sprachforschung 1879, 5—26; Scheible, Das Kloster VI, 153 — 164. Ein berühmtes Rezeptbuch war Gualter Ryff, Konfektbüchlein, Nürnberg 1578, 8". 134. Über Geldwerte des XIII. Jahrhunderts vgl. Desimoni in Atti Ligure 1879, app. 111—114; Giornale Ligustico 1882, 13ff., über die des fünfzehnten und der beiden folgenden Jahrhunderte vgl. Hans Hundt, Rechnungsbuch 43; Steiermark. Geschichtsblätter 1881, 65 — 71; Zeitschr. d. Oberrheins 1852, III, 309ff; VI, 255ff.; IX, 96ff, 189 ff. u. besonders Beissel: Geldwert u. Arbeitslohn im Mittelalter, Ereiburg 1884 (Stimmen aus Maria Lach, VII. Ergänzungsband). Es mögen hier aus den Pilgerschriften einige gewifs erwünschte Angaben darüber folgen. Eine venetianische Zechine (wie der ungarische Dukaten genau 9, 60 Reichsmark, während der rheinische Gulden Ende des XV. Jahrhunderts c. 7,20 Reichsmark wert war) war nach Gir- nand v. Schwalbach (1440) 99: 28 Groschen (ä 4 Schillinge), nach Meier v. Rufsweil (1603) No. 204: 38 Schweizer Batzen, nach Joh. v. Hirnheim 452:27 Batzen, nach Buseck 460 ein Zehntel von 21 Floren und 5 Batzen und galt nach türkischem Gelde gegen Ende des fünfzehnten und Anfang des sechszehnten Jahrhunderts: 25 (Fabri 1, 387; HI, 101; Tucher 368: Baumgarten 57), 25'A (Tucher 362 a), 26 (Harff 78, 94; vgl. Breitenbachs Reiseinstruktion 145) Meidine, gegen Mitte und Ende des XVI. Jahrhunderts 40 (Fürer 39, 207; Bräuning 1257; Kiechel 334), 42 (in Aleppo nach Bräuning 274), 44 (Helffrich 378a), 45 (Harrant 472), 73—75 (m Tripolis nach Zuallart 331), 90 (Cotovicus 479") Meidine, ja 116 in Damaskus (Cotovicus); die Krone galt 32-34 (Helffrich 378 a), 60 (Zuallart 331) Meidine. Sonst galt die Zechine nach Bräuning 18 in Epirus 60 (ebenso S. 274 in Aleppo) Asperer, die Krone 50, der Thaler 40, ein venetianisches Pfund 6; nach Hartant 472 gab man für eine Zechine 90 Asperer. Bräuning 125f. und Schweigger 267 erklären, eine Zechine hätte sonst 8 Schahi gegolten (ein Schahi = V 4 Gulden oder 7 1 /» Asperer, ein Gulden = 30 Asperer, ein Asperer = 24 Mangur). Der Meidin galt in der 54 Mitte des XVI. Jahrhunderts nach Johann von Lauffen und Fürer . 206: 4 venetianische Schillinge oder '/ 8 Mocenigo (ein Mocenigo war nach Villinger 18 und Albrecht 195 a = 4 Constanzer Batzen), nach Villinger 18 = 2 / 8 Constanzer Batzen, nach Albrecht 195 6 /s desselben Geldes, nach Seydlitz 252 = 16 Heller, nach Bräuning 126, Schweigger 267 = 6 Füls, nach Rindfleisch (1496) = V* Marcello (ein Marcello galt nach Elias von Pesaro = 2 bajocchi = V 10 D u " katen, früher 10 Solidi = 60 Centimes; vgl. Thausing, Dürers Briefe 189: Tuchers Haushaltungsbuch ed. Loose 154), nach Kiechel 331 (in Syrien) V 60 » in Cypern '/m Joachimsthaler, die nach Rauchwolff 281 im Orient sehr verbreitet waren. Sonst galt der Meidin l 1 /»—2 Kreuzer (Kiechel 285; vgl. Tobler, Siloahquelle 163, Walter von Waltersweil 61; Bräuning 98), 3 (Schweigger 39, 267; Bräuning 125 f.; Scheidt 39; Dietrich von Schachten (Harrant 152 sonst. 3 Heller), oder 4 (Baumgarten 97) Kreuzer resp. l'/2 Asperer oder ein Stüber (Cotovicus 479). Der Asperer galt 1 (Wild 28) Kreuzer (nach Meier von Rufsweil, No. 201 = 1 Schilling), nach Schweigger 39, 53 aber 2 Kreuzer oder einen halben Heller weniger als ein halber Batzen. Der Marchetto hatte nach Dietrich von Schachten (1491) den Wert eines halben Weifspfennigs (= 0,5 KM.), oder Vio Marcello. Am genauesten verbreitet sich Cotovicus (1590) über die Geldverhältnisse und Werte; er sagt: 12 Asperer seien =10 gazettas oder 20 marchettos d. h. venetianische Schillingo, 5 Meidine oder 8 Asperer seien = ein Saiat (Harrant 472 und Zuallart 331 rechnen 4, Bräuning 274 47» Maidine auf ein Saiat; RauchwolfF 294a sagt, ein Saiat habe drei Batzen gegolten), 40 Saiat oder 20 Stüber, 8 Saiat oder 40 Meidin hätten einen türkischen Dukaten gemacht, dessen Wert nach Schweigger 39 gleichen Kurs mit dem ungarischen Dukaten gehabt hätte. Von christlichen im Orient gebräuchlichen Geldsorten nennt Cotovicus venetianische Silberdukaten, holländische Thaler (= 10 Saiat), spanische Regalen (alle = 65 Maidine), von türkischen Erzmünzen: Zibit, Mangur, Dirhem; 6 Nuccaras seien = 1 Meidin, 6 Mangur = 1 Asperer, 1 Nuccara = 2 Dirhem, 2 Zibit = 1 Dirhem. Die Meidine von Cairo hätten das doppelte gegolten als die syrischen; die Zechine hätte in Jerusalem 45, in Aleppo 120 gegolten, der Thaler in Damaskus 65, in Aleppo 68, in Jerusalem 30 Meidine. Walter von Waltersweil 61 rechnet 1 spanischen Kegal = 5 Saiat und 2 Meidin, 1 Thaler = 10 Saiat, 1 Goldkrone = 12—13 Saiat, einen ungarischen Dukaten = 16 Saiat, eine Zechine = 16—17 Saiat. Schweigger 267 giebt den Thaler an auf 4 Gurusch (1 Gurusch = 40 Asperer); Neitschütz 46 rechnet 3 Asperer auf einen Groschen, (2 Meidin stellt er (S. 152 f.) an Wert ziemlich gleich 2 meifs- nischen Groschen), einen ungarischen Dukaten (S. 240) = G4—68 Meidin, einen spanischen Regal = 34 (ebenso Rantzow 58; Zuallart 55 331: 45) Meidin, einen Meidin = 3 Aaperer, 1 Asperer = 4 Pfennig; Rantzow 58 sagt, ein Reichsthaler sei (1623) = 31 Meidin, eine ■ Zecnine = 60 oder 65 Meidine. Briemle endlieh (II, 257) sagt (1700), jeder venetianische, ungarische, deutsche oder holländische Dukaten hätte 3 Gulden und 10—15 Stüber gegolten. Von Silbermünzen nennt er Asperer, von denen früher 80, zu seiner Zeit 100 einen Thaler gemacht hätten (S. 258), ferner das Barra (= 3 Asperer oder 2'/2 Kreuzer), das Borasi (= 4 Asperer), das Solota oder ein türkischer Gulden, das Tult (= 7s Thaler = 30 Kreuzer =s 7» Gulden); die spanischen Thaler hätten den Namen Groske, die deutschen Kara Groske, die holländischen Arslane, die polnischen, sächsischen und brandenburgischen Tult. Sonst vgl. über die Geldverhältnisse noch Genaueres bei El-Calcaschandi in den Götting. akadem. Abhandl. 1879, 142 ff. und bei Tobler, Denkblätter 277 f. 185. Gumppenberg 236; Fabri I, 95; vgl. Tschudi 7; Zuallart 256 und Pilgerkatalog 1406, 1499. Bräuning 2 empfing Briefe vom kaiserlichen Agenten Balthasar von Dorenberg an den kaiserlichen Gesandten Graf Joachim von Zinzendorf in Konstantinopel, ebenso an den französischen Gesandten Mr. de Vie und durch den Faktor der Rehlinger von Augsburg, Johannes Neuss, nach einigen Plätzen der Levante, Kieehel 462 durch Friedrich Ambroster von Heidingshaus, der ebenfalls Verbindungen in Kleinasien hatte. Slisansky 3 brachte ein Empfehlungsschreiben von Wien nach Venedig und zwei nach Jerusalem mit. Rieter 37 fand durch zwei in Venedig ansässige Deutsche Hans Knewssel und Peter Schneyder mannigfache Unterstützung. 136. Harff59; Fabri 1,95. In einem solchen Geleitsbrief waren die Namen der Pilger alle aufgezeichnet. 137. Bräuning 2. 138. Zülnhart 308; Zuallart 256; Pilgerkatalog 1499. Ein offenes Empfehlungsschreiben (aus der Zeit der Kreuzzüge von 1209 in Schannat, Vindem. I, 188 f.) nach Santiago siehe in den Mecklenburg. Jahrbüchern 1878, 193 und im Ilsenburger Urkundenbuche No. 452, einen Rompafs von 1503 in der Zeitschr. für die Geschichte d. Oberrheins 1864, XVI, 490; vgl. oben Note 10. 130. Nach Jod. von Meggen 45 verbot er ihnen das Stehlen, widrigenfalls sie Spiefsruten laufen mufsten (Villinger 23), das Fluchen und „ne contra naturam peccent"; wer eine Übertretung dieser Bestimmungen zur Anzeige brachte, erhielt einen halben Dukaten Belohnung. 140. Fabri I, 150; Breitenbach 53 a; Jodocus von Meggen 44; Conrady 101; nach Harff 61 war auf dem Hauptsegel St. Christoph aufgemalt. Grünemberg 152 giebt ein sehr genaues Bild von einer absegelnden Galee, das sich leider nicht einfügen läfst; derselbe 56 berichtet auch, dafs jeder seinen Platz (als der beste galt mit Recht der dicht am Mastbaum; vgl. Beiseinstruktion 127) durch Anschreiben mit Kreide zu belegen pflegte. 141. Vgl. den Anhang: Pilgerlieder. 142. Kraft (ed. Cohn), Denkwürdigkeiten 27; nach Neitschütz 21 riefen die Pilger bei der Abreise dreimal: Jesus aus. 143. Über die Arten der Schiffe vgl. aufser der bekannten Stelle im Itinerar. Eicardi ed. Stubbs 89 : Ludolf von Sudheim 16 f., Harff 60f., Stockar 687, Tschudi 47—50, Bräuning 4—5, Fabri I, 117, Schweigger 240—243, Ign. von Eheinfelden 4—8 ; 71—76, Gabriel von Battenberg 403 f., Julius Müller 97 ff. Sonst siehe auch sehr sorgfältige Beschreibungen bei Casola (Milano 1855), 19—22, Minieri Eiccio, II regno di Carlo I di Angio, Napoli 1875, 104 f., Archivio storico italiano 1878, I, 234 f., Amari, Dipl. arabi del arch. Fior., pre- faz. XXIII (über arabische Schiffe vgl. Quatremere, Makrizi I A, 143 ff.; note 17 ff.; das Bild einer venetianischen Galeere bei Eye und Falke, Kunst und Leben der Vorzeit III, p. 22; ein anderes aus einem alten Stammbuch wird erwähnt in Schlesiens Vorzeit 1880, 44. Bericht, S. 464), Ernst Henrici in der Zeitschr. für deutsch. Altertum 1881, 59—70 und die Nachträge daselbst S. 182—188, endlich Alwin Schultz, Das höfische Leben II, 273—298. Über die Hafensignale Venedigs vgl. Grünemberg 152. 144. Stockar 67; Tschudi 104; Bräuning 6; Schvvßigger 280; Kraft 23f.; Kohl 125. 145. Fabri I, 122—127. 146. Fabri I, 136 f; Bräuning 6—8. 147. Fabri I, 164f.; 166; Werli von Zimmern 126; Kohl 86; vgl. Pilgerkatalog 1482 a, 1484 a. 14S. Fabri I, 143; Stockar 24; Mergenthal; Briemle II, 137; Heberer 157; Zuallart 247. Übrigens bestahlen sich auch die Pilger zuweilen gegenseitig (Tschudi 89). 149. Ludolf 12—14; Herzog Friedrich 119. 150. Fabri I, 38. 151. Werli von Zimmern 126 a; Fabri I, 170; Dietrich von Schachten 179; Parsberg. Der letztere erzählt auch, dafs vier Trompeter beim Vorüberfahren an einer Kirche, bei der Landung und bei Tagesanbruch Tuscn zu blasen pflegten, während Harff 61 sogar acht Trompeter, worunter zwei Deutsche waren, auf dem Schiffe fand, die vor und nach der Mahlzeit, sowie morgens und abends blasen mul'sten. Dafs es auch sonst, besonders bei windstillem Wetter, sehr lustig auf dem Schiffe herging, bezeugt Helffrich 375: „also dafs der Schiffmann nach dem Nachtessen auf den Cythern geschlagen und einen Tanz halten lassen, denn unter unserer Gesellschaft etliche Brabän- dische und Holländische Weiber waren, so übten die Schiffsleut auch 57 viel seltzamer spiel mit tantzen, gaukeln auf dem Seyl und dergleichen springen bis in die Nacht". 152. Fabri I, 54; Kohl 129; Ecklin 400; Dietrich yon Schachten 218; Lussy 71; Zuallart 332: bei Stammer 173 Friedensf'euer, bei Ignatius von Rheinfelden II, 12 St. Germanusfeuer genannt. 153. Fürer 318; vgl. Jona 1, 7. 154. Eadzivill 228f.; Bräuning 293; Stockar 38—41; Albrecht 189; vgl. Lussey 72f.; Füessli 223. Agnus Dei sind vom Papste geweihte, länglich runde Medaillen aus dem Wachs der vorjährigen Osterkerzen mit Chrisma, auch aus Oblatenteig oder Metall gebildet, die auf dem Avers das Lamm Gottes, auf dem Revers ein Heiligenbild zeigen (Otte. Handbuch der kirchlichen Kunstarchäologie I, 247); über andere Reminiscenzen vgl. Pilgerkatalog 1493 a. sonst auch Jö- docus von Meggen 161; Fabri II, 36; Füessli 220f.; Villinger 104. Gabriel von Rattenberg 407 erzählt, dafs der Patron beim Antritt der Heimfahi-t die Pilger schwören liefs, dal's sie kein Jordanwasser bei sich führten; vgl. auch Tobler, Denkblätter 540. 155. Stockar 41; für die Erlaubnis einen auf der Fahrt gestorbenen Pilger in Jaffa beerdigen zu dürfen, mul'ste man 10 Dukaten au die Türken zahlen (Parsberg). 156. Stockar 48; vgl. Hagenmeyer, Peter der Eremite 282 f.; ZDPV. IX, 178. Gewöhnlich gelobte man eine Fahrt nach Loretto, das ja auch wirklich viele Pilger auf der Heimkehr besuchten, nach Santiago oder einem anderen Gnadenorte wie z. B. Trebnitz, wohin Rindfleisch zu pilgern gelobte. Friedrich Greifenklau ward durch den Sturm so innerlich erschüttert, dafs er nach seiner Heimkehr ins Kloster ging (Pilgerkatalog 1454). 157. Vgl. Rieter 1464. Parsberg 1503 erzählt ähnliches. 158. Bräuning 294 sagt zum Beichtvater: „Dann ist ein Beicht- Vatter im Himmel, der mich durch das Verdienst, bitter Leyden und Sterben seines lieben Sohnes, meines einigen Erlösers und Seligmachers Jesu Christi, von allen meinen Sünden besser absolvieren und zu welcher Stunde es sein göttlicher Will, ein seliges End verleihen würde"; vgl. auch Rauchwolff im Reyfsbuch 1584, 347a. 159. Stockar 49 erzählt von einem Sturme: „Do sprach und schrieg unser Battron, der Theltfin, man sett al segel ainlon und settin das Banner Jerusalehem uffstecken, das Bilgerbanner und den Marckon und des Herren Banner, und müfsten wir do sterben, so weitend wir ritterlich sterben und mit uffrechten äugenden Segelen, und weit die Schand uit han ain im undan an den Sinengen; filleicht hülff uns Gott davon." I(i0. Fabri I, 1331F.; ähnliche Klagen finden wir in einer Ballade bei Simon von Anglure ed. Bonnardot 111—114; bei Zuallart 246; Slisansky 10; Briemle II, 36. 58 161. Also ein Platz drei Spannen breit (mit den Vorderfingern gemessen), wie Grünemberg 150 bestätigt. 162. D. i. unvorsichtig; Lupulus 379 erwähnt einen Schiffsbrand, der durch Unvorsichtigkeit mit dem Lichte ausbrach. 163. Heinrich 375 a. 164. Fabri I, 39. Übrigens bedienten sich auch einmal die Venetianer der Pilger als Entsatztruppen; vgl. Pilgerkatalog 1470. 165. Ketzel 38—41. Nach Buseck 459 war 1587 der Guardian durch die Türken aus Jerusalem vertrieben worden, so dafs die Pilger nicht in Jaffa, sondern in Tripolis anlegten; nach Rehlinger 409 war 1509 der Strand bei Jaffa (wohl zum Schutz gegen die Malteser) von türkischen Wachen stark besetzt. 166. Stockar 22, 31, 37; Ketzel 37; Herzog Friedrich 118f. 167. Kohl 98. 168. Vgl. Pilgerkatalog 1497a. Über die Art des Salutierens der Schiffe, die damals der Patron Alois Zorzi nicht beobachtet haben sollte, dafs nämlich das kleinere Schiff vor dem gröfseren die Segel niederlassen mufste, vgl. Tschudi 88; Conrady 101. 169. Hingegen hatten in der Mitte des XIV. Jahrhunderts Pilger Ausplünderung durch venetianische Schiffer oft zu erdulden (vgl. Pilgerkatalog 1355). 170. Breitenbach 114a —115; Cotovicus 4—116; Briemle II, 62-126. 171. Dort sollte Helena geraubt worden sein (Breitenbach 83 a; Fabri I, 33; Ottheinrieh 362). Über die geographischen Legenden des Mittelalters im allgemeinen vgl. die allerdings wenig erschöpfenden Nouveaux recits de voyages par Xavier Marmier, Paris 1879, S. 1-54. 172. Dessen Römerbauten erwähnt werden (Herzog Friedrich 116; Tschudi 56; Cotovicus 6—8); der Sage zufolge hätte hier Sim- son die Säulen des Philistertempels niedergerissen (Kurfürst Friedrich 77); nach Schürpff 188; Pierre de Smet in St. Genois, Les voyageurs Beiges I, 201; Zuallart 265 hätte hier Kaiser Karl den Boland (Harff 62 nennt Dietrich von Bern) einst als Hauptmann zurückgelassen. 173. Schürpff 191f.; B. von Eptingen 327-329. 174. Vgl. Bräuning 22—27; Briemle H, 118 (dort auch ein Bild der Insel); Fürer 329 nennt als „äufsersten Ort von Corfu" Cassopo. Im Jahre 1520 logierten dort die Pilger in einer deutschen Herberge, „der Krone". 175. Hier zeigte man das Grabmal Ciceros (Cotovicus 50—53, der auch eine Abbildung giebt; Seydlitz 251; Münzer von Baben- berg 5; Rehlinger 409; Geisheim 212; Hakluyt II, 103; vgl. Dru- 59 mann, Gesch. der römisch. Republik VI, S. 380 f., Note 99) und des Anatomen Vesalius (f 10. Oktob. 1564; vgl. Fürer 8; Zuallart 268f.; Troilo 14 -16; St. Genois, Les voyageurs Beiges II, 51). Eine vene- tianische Inschrift notiert Bräuning 31. 176. Wo der heilige Leo begraben lag (Ketzel 36). Ein Deutscher hielt 1483 hier ein Hurenhaus (Fabri I, 39); Harff 66 traf in Modon einen deutschen Büchsenmeister. Nach allgemeiner Übereinstimmung sollte in der Nähe der Stadt die Heimat der Zigeuner gewesen sein; vgl. Conrady 99—100. 177. Wo nach allen Pilgerschriften, wohl auf die Autorität des John de Maundeville hin, der Raub der Helena erfolgt sein soll. 178. Ludolf von Sudheim 27; Alexander 37; Seydlitz 251; Geisheim 212; Conrady 103—105; 242ff.; Nomper de Caumont 411; Ep- tingen 337—340; Cotovicus 71—85; Schweigger 328f.; Troilo 21—22; Neitschütz 131—135; Harrant 91—105; Otto von Groben 54-60. Ludolf von Sudheim findet das neutestamentliche Colossae hier auf Candia (andere z. B. Fabri I, 168, 254; Grünemberg fol. 317 auf Bhodus), wie die Galater mit den Einwohnern von Galata. der Vorstadt von Konstantinopel (S. 13), Malta mit Corsica identifiziert werden (S. 17); Wappen auf Candia werden erwähnt im Pilgerkatalog 1561a. Über Bayern als Verteidiger Candias (1645 —1669) siehe Münch. Sitzungsbericht 1881 III, 314—347. 179. Über Khodus (zu dessen Eroberung durch die Johanniter vgl. De Mas Latrie III, 682 f.), wo nach dem Anonym. August. Noah nach der Sintflut gelebt haben soll, vgl. Ludolf 28, Simon von An- glure 8—10; Hans Bot 22 -23; Harff 70ff.; Herzog Friedrich 121— 123; Fabri III, 248—269; Grünemberg fol. 31 f.; Bieter 49—51; Conrady 105—107; Tschudi 81—87; Bräuning 110ff.; Ottheinrich 370— 375; Kiechel 398 (eine hübsche Karte bei Grünemberg und Cotovicus), Schürpff 201b; Eptingen 341—343; Schweigger 248—250; Wild 46—48; Heberer 192—200; Groben 60—64; Bantzow 86f.; Briemle II, 106—112 und Johanniterblatt der Ordensballey Brandenburg 1861, No. 2ff.; 1870, No. 7, 21; 1872, No. 34ff.; 1875, S. 89ff.; 1876, S. 270—276; 1877, No. 14—16; 1880, No. 1. Neben den zahlreichen Beliquien werden in deutschen Pilgerschriften besonders die starken Befestigungen erwähnt, die 1464 erbaute Turris Burgundiae (darüber vgl. Ghistelle bei St. Genois I, 185; Harff 70) oder St. Nikolai (bei Pierre de Smet 203; Alexander 37 a; Cotovicus 88 — 94, der auch venetianische Inschriften erwähnt; vgl. andere Inschriften bei Heberer 197, 198), das castellutn St. Petri, welches Hesso von Schlegelholtz (über ihn vgl. Herquet, Juan Fernandez de Heredia, 1878, 100—103) erbaut haben soll (worüber Fabri III , 261; Johanniterblatt 1876, No. 48; Herquet, Juan Fernandez 93—97, 110), dann auch der Tier- 60 park mit seinen schlauen Hunden (Tschudi 86 f.; Baumgarten 144; Breitenbach 36; Kurfürst Friedrich 81; vgl. Berg, Die Insel Rhodus 109). Man lobte die Ritter wegen ihrer 1480 bewiesenen Tapferkeit (Breitenbach 118 ff.; vgl. Malepiero, Annali Veneti im Archivio storico italiano 1843, VII A, 123sqq.: Revue de l'orient 1849, 249sqq.), tadelte aber ihre verderbten Sitten (Anonym. Augustan. 303; Tschudi 83f.). Über die Eroberung vgl. aufser Caorsin Fontanus, De bello Rodio, Romae 1524: Jacques Bastard de Bourbon, La grande et mer- veilleuse oppugnation de Rh., Paris 1524; Megiser, Propugnaculum Europ., Leipzig 1606, 122—145, dann die Briefe des Peter von Engelberg an Johann von Rattstein in den Schriften der Gesellsch. zur Beförderung der Geschichts künde zu Freiburg 1828, 504—509 (vgl. ebencl. 509—558 Briefe desselbe Ereignis und die Übersiedelung des Ordens nach Malta betreffend); Hakluyt II , 72 ff.; Romanin V, 375ff., 518. Sonst vgl. über das neuere Rhodus: Newton, Travels and discoveries in theLevant, London 1865 I, 177 sqq.; Alb. Berg, Die Insel Rhodus 1862, 2 Bde. Zur Drachensage vgl. einen instruktiven Artikel von Herquet, Im neuen Reich 1881 II, 498—508. 180. Über Cypern vgl. Ludolf 33ff.; Fabri III, 217—242; Schürpff 203f.; Herzog Friedrich 189ff.; Gumppenberg 245: Conrady 111 ff., 243ff.; Seydlitz 251a: Fürer 308; Piloti (in Reiffenbergs Le Chevalier au cygne) 386, 394ff, 408. 412; Cotovicus 99; Heberer 141—144 (dort auch eine Karte); Troilo 25—40; Rantzow 25—32; Harrant 115—124; Groben 67—71; Briemle 112—121; Hakluyt 117ff.; besonders aber Heyd, Geschichte des Levantehandels II, 1—-24. 406—426. Bisher (selbst de Mas Latrie) unbekannt gebliebene Inschriften auf Cypern teilen wörtlich mit Helffrich 377, Tschudi 96, Fürer 300, 302 f., andere erwähnen Stockar 32 f, Jodocus von Meggen 16; vgl. von Cesnola, Cypern, übersetzt von L. Stern, Jena 1879, 40 und 298. Man besuchte hier gewöhnlich den Kreuzberg (Lussy 66ff.; Fabri I, 43; Breitenbach 56a; vgl. Ludolf 31 und besonders Herquet, Cyprische Königsgestalten 46 f.) und in Nicosia das Grab des (man weifs nicht wann ?) hier gestorbenen Grafen von Montfort (Fabri III, 235; Ottheinrich 381; Leman 104; Pilgerkatalog 1556 a. 1501c; Briemle II, 119; vgl. Birlinger aus Schwaben I, 43); oft traf man dort Deutsche, wie z. B. B. v. Hirschfeld (87) in Famagusta den Bürgermeister Antonius, der aus Freiburg im Breisgau stammte, in dessen Fremdenbuche viele Pilger eingeschrieben waren, oder wie Helffrich 376 a, der einen deutschen Büchsenmeister und einen österreichischen Edelmann traf: nicht selten sah man auch deutsche Wappen auf der Insel (Pilgerkatalog 1563 a). Einzelne Pilger empfingen durch den König von Cypern ein Wappen (Pilgerkatalog 1383, 1496) und den Ritterschlag (Pilgerkatalog 1436 a und e, 1460; Fabri I, 42- Gump- penperg 244: vgl. O'Kelly 180; Herquet, Cyprische Königsgestalten 61 31; Conrady 277—278). Über die Eroberung der Insel durch die Türken (1571) vgl. Neumayr, De bello Cyprio, Leipzig 1601; Sereno, Commentarii della guerra di Cipro, Monte Cassino 1845; Romanin VI, 292 sqq.; über den im Mittelalter hoch geschätzten cyprischen Wein siehe Alwin Schultz I, 300. 181. Bernhard von Eptingen 344; Tucher 352; Tschudi 98. 182. Saniaco (Helffrich 378; Conrady 114; Albrecht 204; Rauch- wolff 282 a; Seydlitz 253: Janiaco, Rehlinger 409: Jacquert), auch Vochardin (Fabri II, 113, 178; vgl. 337; Tschudi 230) oderFakardin (Reiseinstruktion 138) genannt neben dem Naydon (Fabri JI, 113) oder dem Naib (stellvertretendem Gouverneur). Offenbar ist dieser Name Vochardin verstellt aus Fachr ed - din, aber der Gouverneur von Jerusalem hiefs 1483 Nasir ed-din Muhammed (Moudjir ed-dm ed. Sauvaire 280); Bertrandon de la Brocquiere (1432) 478, 484 nennt ihn Nanchardin, Pfinzing 81 und Girnand von Schwalbach 98: Nasser ed-din (vgl. Geisheim HGf. ,] 248f.), Parsberg: Prechetlin. Fabri II, 143 nennt wieder den muslimischen Oberdolmetscher aus Kairo: Tamquardin (Baumgarten 21 • Tongobardinus; in einem Briefe des Sultans (12. Nov. 1498) bei Marino Sanudo, Diarii I B, 614: Tangriverdim, d. i. arab. Tangriberdy), der Anon. Augustan.: Weenpack. Neben dem Sandjak wird genannt der Elemin (Raueh- wolff325; Helffrich 378, 384: „das ist der Richter"; Scheidt 28) und der Calinus major (Fabri II, 107; Helffrich 380: cadinus) oder Dolmetscher des Sultans (Tucher 352, 362: Tschudi 91, 230; bei Leng- herand 47 u. Alexander 38 heilst er Abraham Grasso [vgl. Abrain Grasso bei Casola 52—55], bei Tucher 352; Gazello, sonst auch Sa- hathytanco (Fabri I, 451; n, 28, 193, 340; Sabatino [Casola 55]); er war auch der Vorsteher des St. Johanneshospitals und wurde gewöhnlich mit der Führung der Pilger nach dem Sinai betraut (Tucher 358a; Lengherand 117). Wie Herr Prof. Fleischer in Leipzig dem Herausgeber gütigst mitteilte, ist der Name Calinus nur eine Verdrehung aus Kulaguz, d. h. Wegführer, worüber F. Quatremere, Ma- krizi I A, 207f., Note 91 zu vergleichen ist. Von diesem C. major ist unterschieden der Calinus minor, der Stellvertreter des ersteren (Fabri II, 361), welcher zu Fabris Zeit (II, 107) Elphahallus hiefs und des Deutschen einigermafsen mächtig war, da er mit einem deutschen Adeligen einst an den Hof Friedrichs III. gekommen war und dort einige Zeit sich aufgehalten hatte (Fabri II, 108f.). Rieter (Reisebuch 56) wohnte bei ihm in Jerusalem. 183. Tucher 353 nennt ihn Beblibarder, Ketzel 49, Breiteubach 57 und des letzteren Reiseinstruktion 138 nennen ihn Balikader (von Tobler, Jerusalem II, 817 mit dem Supascha identifiziert; ob vielleicht Wali al-khazindar [Schatzmeister] darin steckt?), Alexander 38a: 62 ehassym de Rama; vgl. Fabri I, 187, 191, 193; Helffrich 378a; Hirschfeld 58. 184. Die Pilgerschriften sagen von Gaza, jedenfalls ist aber das eine halbe Stunde östlich auf der Route nach Jerusalem gelegene Jazur gemeint (vgl. Tobler, Jerusalem II, 639—642). 185. Alexander 43. 186. Alexander 38; nach Herzog Friedrich 201 in 14 Tagen. 187. Stockar 2, 69; Bräuning 4; Villinger 33. Wie Zuallart 255, Villinger 39, Stockar 13, Gabriel von Rattenberg 404 und Reh- linger 410, Joh. von Hirnheim 452 erzählen, waren die Türken besonders auf rote Hosennesteln besessen, Kinder schrieen (nach Briemle II, 56) sie auf der Strafse immer an: benghi, benghi (Nestel! Nestel!), weshalb Stockar 70 empfiehlt, zehn Dutzend Nesteln mit sich auf die Reise zu nehmen. Hingegen durften Lederwaren nach Rehlinger 410 nicht eingeführt werden. 188. Tschudi 100; Villinger 33; Rehlinger 410. 189. Pilgerkatalog 1561c; Harrant 139. 190. Schürpff 205; Fabri I, 193. 191. Ketzel 53. 192. Walter von Waltersweil 26—26 a; Conrady 205; Wappen in Jaffa sind erwähnt im Pilgerkatalog 1565 a. 193. Fabri I, 184; Walter von Waltersweil 13 a—14. Herzog Ottheinrich (376) gab sich für einen Knecht des Patrons aus; Herzog Friedrich von Österreich, ebenso Kurfürst Friedrich waren nahe daran, gefangen zu werden (Pilgerkatalog 1436 a, 1493 a), Sobald Rieter ward 1464 gleich nach seiner Landung gefangen und erst gegen Zahlung von 100 Dukaten frei (Pilgerkatalog 1464). Als Rehlinger 412 nach Palästina kam, vigilierten die Türken auf einen „Königssohn" unter den Pilgern; vgl. auch Pilgerkatalog 1436a. 194. Nach Zuallart 263 : 200 Zechinen; als Verräter werden Eselstreiber, Zigeuner und besonders Juden genannt (Pilgerkatalog 1436 a, 1468, 1495, 1497, 1498, 1507, 1565 a), was auch Zuallart 256 inbezug auf die letzteren bestätigt (ebenso Gabriel von Rattenberg 404; Ludwig Rauter 404; Ignatius von Rheinfelden I, 39; Harrant 545—547). 195. Wie Zuallart 248 und Seydlitz 257af. empfiehlt Briemle II, 58, sich am besten für einen Venetianer oder Franzosen auszugeben, J. von Hirnheim 453 als Burgunder. Im Jahre 1546 stellte der Dolmetscher die Deutschen, Franzosen und Niederländer dem Sandjak als Franken, die Spanier und Welschen als Venetianer vor CHolzwirth). So wird erklärlich, warum Sebastian Schach (1604), S. 8 f. nur kein deutsches Wort hören lassen durfte; aber 1697 schrieb Peter Stern aus Villingen, als Prinz Eugen die Türken gründlich besiegt hatte, nachhause: „sie kennen die Tapferkeit der Teutschen nit fassen, zittern vorm Wort Teutschen; sie sagen, dies Jahr muess Fried 63 werden, oder wir verlieren Konstantinopel" (Schriften der Gesellschaft zur Beförderung der Geschichtskunde in Freiburg 1828, S. 568). 196. Fabri I, 195: Tucher 352 a; Kurfürst Friedrich 83; Tobler, Jerusalem II, 600f.; im Jahre 1598 war es ein Getreidemagazin (Harrant 144 f.) geworden. Wie Heinrich 378 a erzählt, hatte ein dem Chan gegenüber wohnender Christ den Schlüssel und erhielt von jedem Pilger 6 Meidine (Zuallart.263: 3) Trinkgeld. Deutsche Wappen dieses Chans sind erwähnt im Pilgerkatalog 1561a, 1569, 1579, 1581, 1587 b. 197. Über die üblichen Trinkgelder und Abgaben besitzen wir aufser den Notizen in Les arckives II, 387—388 und denen Kots 73—75, die auch bei Girnand von Schwalbach 98—99 sich finden (vgl. Pilgerkatalog 1550a), eine Menge Angaben, von denen wir die wichtigsten hier zusammenstellen. Wenn man die Küste in Jaffa betrat, so mufste jeder sich zunächst mit den Matrosen durch Trinkgelder abfinden und dann mit den türkischen Beamten; die ersteren erhielten einige Meidine (Münzer von Babenberg 9:5, nach Seydlitz 252:5 [a 16 Heller]), von den letzteren empfingen die niederen meist sofort Trinkgelder); Bräuning 217 zahlte jedem Diener des Subascha 20, dem Emin 14, seinem Gesinde 5, dem Kadi 5, der ganzen Dienerschaft 8 Meidine (vgl. Conrady 179—180), Walter von Waltersweil 264, 158 f. sofort dem Subascha 1 Dukaten und seinen Dienern ein kleines Trinkgeld, Troilo (1666) 24 Piaster Zoll, Ignatius von Rhein- felden I, 3 als Franziskaner nur 6, jeder andere aber 14 Piaster, den höheren in der Hegel in Kamleh (58 Dukaten dem Subascha „nach altem Brauch", wie Münzer von Babenberg 13 bemerkt) oder in Jerusalem. Für das Geleit von Jaffa bis Jerusalem zahlte man: 6 (Harrant 148), 7 (oder 14) Thaler nach Albrecht von Brandenburg 217, Byfs 9, Ignatius von Eheinfelden I, 6, Groben 84, Slisansky 22 (welcher letztere notiert, dafs Inländer nur die Hälfte zahlten), 8 nach Scheidt 22, 16 nach Brunner 191 und B. von Eptingen 316, 16—18 nach Ketzel 51 f. (vgl. Conrady 114), 18 nach Wilhelm von Sachsen 100 gar 25 Dukaten (Zuallart 264). Für den Esel zahlte man dem Treiber bis Jerusalem 1 Dukaten (Villinger 33), einen halben Dukaten nach Zuallart 264; Helffrich 378 a gab für den Esel bis Jerusalem- Bethlehem und zurück nur 32 Meidine (1 Krone), Zuallart 260 notiert 25 bis Jerusalem, aufserdem Reitgeld '/s Zechine, Geleitsgeld für den Obersten 1 Zechine, ebenso viel für den Emin und kleinere Summen für die Schreiber und Trabanten. Das Trinkgeld für den Eselstreiber von Jaffa bis Ramleh betrug 4 oder 6 Groschen (Redwitz 9; Ketzel 58; nach letzterem in umgekehrter Richtung 4), von Ramleh bis Lydda 1, von da bis Jerusalem 6 Groschen (Redwitz 9; Ketzel 58), nach Walter von Waltersweil 27 von Jaffa bis Ramleh 2—3 Meidine, nach Mergenthai gar 2 Dukaten, von Ramleh nach Jerusalem '/i Dukaten und dem Mamelukenobersten 1 Dukaten (Zuallart, Walter 29). 64 In Ramleh gab J. von Hirnheim 452 f. Trinkgeld dem Subascha 1 Zechine und 4 Solidi, später noch 8; aufserdem mufste man den Begleitern noch Kleider kaufen und sich Tribute (1 Dukaten pro Kopf oder 25 Meidine, je nach Übereinkunft) gefallen lassen (Helffrich 378 a; J. von Hirnheim 454). Der Sandjak von Jerusalem erhielt 30 Dukaten (später wohl nur 2 nach Zuallart 264, der noch 1^ Dukaten an den Guardian für Kerzen ansetzte), der Subascha 24 (Münzer von Babenberg 13). Für die zwischen Ramleh und Jerusalem umherschwärmenden Bettler bestimmten die Pilger später einen eigenen spenditor, dem sie 3 Dukaten in Gold und 2 in Meidinen zur Verteilung überliefsen (Walter 29); denn wenigstens 4—5mal unterwegs überfallen zu werden mufste man gefafst sein (Zuallart 260). Von Jerusalem bis zum Jordan zahlte man 15 Groschen, bis Bethlehem 8 für einen Esel (Ketzel 58). 198. Fabri I, 197; vgl. Conrady 205. 199. B. von Eptingen 320, 345f.: Tucher 352; Conrady 116. 200. Itin. Ric. 24; Fabri I, 197; Grünemberg 156 erzählt sogar, dafs ein Pilger infolge eines Steinwurfs starb. Selbst die Mamluken, welche doch zum Schutze der Pilger dienen sollten, begingen Brutalitäten an den Pilgern (Pilgerkatalog 1561c), und Adam von Schlie- ben wäre von* einem beinahe erschlagen worden (ibid. 1581). 201. Joh. von Hirnheim 453. 202. Tschudi 100-103; Hirschfeld 57; Rehlinger 410; Conrady 117, 206, 249. 203. Fabri I. 193. Peter Bot (1453) erwähnt (921 noch keine Anweisungen des Guardians, dessen Erscheinen in Jaffa zu jener Zeit zum erstenmal uns begegnet. 204. Zuallart 276; vgl. Bräuning 217; Tobler, Denkblätter 527 f. 205. Man zeigte vor Jerusalem dem Sandjak die Ankunft an, schickte ihm Geschenke und erhielt dann nach gehöriger Visitation gegen Zahlung von H — 2 Zechinen Erlaubnis zum Eintritt; hierauf mufste jeder Namen und Stand angeben. Waren viele, so wurden sie gezählt vom Kadi (Villinger 41; Joh. von Lauffen; Walter von Waltersweil 32 a —33; Helffrich 379—379 a; Rauchwolff 324 a; Rehlinger 410; Fürer 181 f.; Bräuning 219; Jod. von Meggen 98; Lussy 10; Scheidt 28; Troilo 89; Slisansky 24; Rantzow39; Groben 84; Byfs 10; Neitschütz 295f.); Schweigger 287 erzählt, dafs jeder Pilger, welcher Waffen mit nach Jerusalem brachte, 100 Dukaten Strafe zu zahlen hatte. Der Guardian empfing die Pilger nicht mehr in Jaffa (nur Troilo 73 meldet [1666J, dafs sofort bei der Landung Kontrolle und Anzeige bei dem Guardian erfolgte), sondern am Thore des Klosters, nahm hier die Geleitsbriefe der Pilger entgegen und fragte, ob sie nach Jerusalem gekommen seien aus Andacht, zur Strafe oder — infolge einer Wette (Zuallart 279). 65 206. Fabri I, 194; Ketzel 54; Schürpff 206f.; Tucher 352a; Herzog Friedrich 83; B. von Eptingen 345f.; Jodocus von Meggen 90; Mergenthai; Seydlitz 252. Weder Jakob von Verona, noch Por- ner 134 und Gumppenberg 237 a berichten von dieser Kontrolle (wohl aber 1345 Niccolo da Poggibonsi I, 18); nach B. von Eptingen 365 erfolgte die Angabe der Namen erst in Jerusalem. Über das Pafs- wesen seit 1183 in Alexandrien vgl. Ibn Batoutah ed. Defremery I prdface, p. XXXVII, Note 3. 20?. Ein bei Grünemberg 156, Note 10 mitgeteilter Passierschein enthält den Namen des Koutrollbeamten: Muhibb el-barr Abdel-Hai Hindi. 208. Passerhammer 321; Kohl 100; Seydlitz 252f.; Rauchwolff 324; Ketzel 52; Lochner 217; Brunner 191; Villinger 33; Heinrich 378 a. Jeder mufste sich selbst Steigebügel besorgen; man brachte gewöhnlich hölzerne mit, da die eisernen regelmäfsig gestohlen wurden (B. von Eptingen 320, 351; Zuallart 260f.). Nach Kehlinger 411 erhielt jeder Pilger von dem Eselstreiber, den er gewählt, als Zeichen der Bestätigung des Abkommens einen Bing. 209. Dietrich von Schachten 191; Fabri I, 203, Pilgerbüchlein 12; man zerschlug die Weinfäfschen, um sie austrinken zu können, wie ja auch die Mamluken A. von Pappenheims 427 sich daran betranken, oder aus Mutwillen. Helffrich 378a erzählt: „Es war eine feine Kurzweil zu sehen; denn der Esel, die sie hinaufs brachten, waren viel mehr, denn unserer Personen, so darauf reiften sollten (1598 reichten sie lange nicht aus; Harrant 141 f.); es wolt auch ihrer keiner mit seinem Esel umsonst hinaufs geritten sein, sondern ein jeder einen Beuter haben, der ihm den Weg verlohnet. Also geschach es, dafs, wenn etwa einer dahinten blieb, und der Mohr, so zu seinem Esel gehöret, nit bei ihm war, kamen andere Mucker (Mokkari oder Eselstreiber) und hüben den Pilger mit Gewalt von seinem Esel und setzten ihn auf sein Maulthier. Nachdem solches der erste innen worden, wollt er seinen Reuter wieder haben; denn es ist gebräuchlich, dafs ein jeder den Esel reiten mufs, den er zum ersten bis Ramah geritten. Dieser Wechsel geschah nit allein mit einem, sondern fast mit allen, also dafs mancher auf den vierten oder fünften Esel gesetzt worden, ehe denn wir nach Rama kamen, denn sie ihrem Bedünken nach gar einen guten Lohn hatten. So mufs man den Schelmen unterwegs viel Trenkgeld geben, das sie auf Italienisch lernen fordern — solches fordern sie allezeit, wenn einer auf- und absitzen will; wer nun das zu geben weigert, den schlagen sie ihres Gefallens, denn niemand sich ihrer wehren darf." Auch Gabriel von Rattenberg 404 meldet, dafs jeder, der seinen Esel wegen Störrigkeit mit einem andern vertauschte, von diesem letzteren wieder heruntergerissen ward. 210. Fabri I, 212; Jodoc. von Meggen 91; vgl. Ritter, Asien Köhricht , Pilgerreisen. 5 66 XVI, 581; Tobler, Jerusalem II, 806f., 816f., 821; Sepp, Das heil. Land I, 33 f.. B. von Eptingen 348 nennt als Erbauer den Herzog von Mailand, Ignatius von Rheinfelden I, 54 nennt es St. Josephshaus, das den Franziskanern gehörte. Schürpff 207 sagt, Ramleh sei so grofs wie Zürich. Eine sorgfältige Karte des Weges von Jaffa bis Jerusalem von Schick siehe in Petermanns Mitteilungen 1867. 811. Tobler II, 822. 813. Ketzel 60. 313. Fabri I, 218; die Pilger sahen hier auch deutsche Wappen (Pilgerkatalog 1561 a, 1569, 1587). 311. Diese Artikel giebt Fabri I, 213 ff. am vollständigsten, im Auszuge auch Ketzel 56—58; Tucher 352 a; B. von Eptingen 350; Herzog Friedrich 127; Rauchwolff 324 a. 315. Ignatius von Rheinfelden I, 5 empfiehlt blaue Turbane; Briemle II, 34 und Walter von Waltersweil 7 warnen auch vor grünen Turbanen, die ersteren beiden raten auch den Pilgern, dafs sie keine langen Haare tragen sollten. 31G. Vgl. Geisheim 218. 317. Fabri I, 211, 220; B. von Eptingen 355; Conrady 272f. Helffrich 378a erzählt, dafs 52 Pilger 132 Meidine für das Gesindel aufbringen und sich von ihm den Wein austrinken lassen mufsten; nach Slisansky 22 wurden diese Wegelagerer beschwichtigt „durch den Taback, welcher ihr Liebster Trank ist". Überfälle waren besonders in der Nähe des „Räuberschlosses" al-Latrün häufig (Buseck 458; vgl. Tobler, Jerusalem II, 756). 318. Es wird der Gröfse nach verglichen mit Basel (Schürpff 209), Speier (Wormbser 232), Nürnberg (Gumppenberg 247 a; ibid. 240, 240 a, 243 a ähnliche Parallelen). 319. Trautmann 451. Jerusalem wird der Gröfse nach von Scheidt (Pilgerkatalog 1614) Erfurt gleichgestellt. 300. Trautmann 451. 331. Nach Tucher 358a gewöhnlich 50 Dukaten; er wohnte meist im Hause des Pilatus (Jodoc. von Meggen 97; Slisansky 54). 333. Trautmann 451—452. 333. Ketzel 55; Kohl 101 (wo 142 Jakob der Genuese genannt wird); Geisheim 219. Eine Liste der venetianischen Konsuln in Syrien von 1384—1797 siehe in Berchet ^Relazioni dei consoli Veneti nella Siria, Torino 1866, 55—57); über die Thätigkeit der Konsuln im Interesse der Pilger vgl. Les archives II, 355-363, 512; Conrady 133. 334. Hans Rot 25; Lengherand 117; Fabri I, 240f., 321; vgl. Tschudi 118. Über den Ursprung des Hospitals vgl. Zeitschrift für christliehe Archäologie und Kunst, herausgegeben von Quast und Otte, II, Leipzig 1858, 109, 118ff.; Sepp, Das heilige Land I, 716; Heyd 1 , 118; Tobler, Descriptiones Terrae Sanctae 441; Her- 67 quet, Johanniterwochenblatt 1881, S. 22. Thunger 423 nennt auch das armenische Kloster im Hause des Kaiphas als Herberge (vgl. Tobler, Jerusalem II, 169; Denkblätter 536), Helfirich 379 f. ein eigenes von den Mönchen für die Pilger gekauftes Haus. 225. Fabri I, 240; Lengherand 117; Tucher 352a; Parsberg; Tobler, Jerusalem I, 405f. 226. Wo eine neue Zählung erfolgte (Kohl m), j m sechszehnten und siebenzehnten Jahrhundert alle Pilger ihre Namen in ein grofses Buch eintragen mufsten (Otto v. Groben 85) und kurz vor Antritt der Prozession ihnen (nach 1 Tim. 5, 10) durch den Guardian die Füfse gewaschen wurden. (Ignatius von Rheinfelden I, 54; Byfs 10; Troilo 90; Harrant 160; Rantzow 40; Slisansky 35; Behaim 31; Zuallart 280 und besonders Otto v. Groben 86f.; vgl. Tobler, Denkblätter 530). Dies Zionskloster war im Besitz der Franziskaner nachBdnard, Le voyage de Hierusalem, Paris 1621, 269 seit 1304; vgl. Niederrhein. Bericht in Zachers Zeitschr. für deutsche Philologie XIX, 48—49. 227. Anfangs 1—2 Dukaten (Tucher 353a), später 5 (Tschudi 326 ff.; Fürer 260), 6—8 (Walter von Waltersweil 35 a; Schweigger 314), nach Joh. von Lauffen: 2 Kronen und 2 Batzen für Herberge und Wachskerzen. Scheidt 78 gab auch 8 Dukaten, klagt aber über die Betrügerei, welche die Pilger (über die auch Stockar 66 schwere Klage führt) an den Franziskanern zu üben pflegten; er sagt (S. 79): „ Etliche nehmen auch wol das Abendmahl, und wenn ihnen die Mönche allen guten Willen, so möglich wäre, erzeigt hätten, verehrten sie etwan einer 2 oder 3 Dukaten, oder geben ihnen böse Geld oder falsche Müntze, und wären wol 14 Tage als 3 Wochen allda; zu deme wann sie in ihr Land kämen, berühmten sie sich dessen, wie sie die Mönche betrogen hätten, ja für diese erzeigten Wohlthaten verspotteten sie sie." Ahnliche Undankbarkeit wird von Thunger 423 und Rehlinger 411 erwähnt. Das Geld selbst ward gewöhnlich bei Tisch gesammelt (Rehlinger 411J oder auf das heilige Grab geopfert (Parsberg). 228. Tschudi 326-331; Fürer 260; Tobler Denkblätter 233ff. 229. Grünemberg 157 hatte zum Führer einen Gürtelchristen Elias, Herzog Friedrich 127 einen Namens Simon; Stockar 1; Tschudi 99, 108 nennen ihn Gamelin d. i. Gamoulin, also einen Bastard aus der Ehe eines türkischen Vaters und einer lateinischen Mutter oder umgekehrt (Brocard-Mielot 298); Helffrichs (378 a) Führer hiefs De- metrius. 230. Fafsbender 257 wohnte bei einem Juden Namens Karel; Wilhelm von Boldensele 270 liefs sich durch einen deutschen Juden herumführen; Ludolf von Sudheim 97 wohnte in Safed bei einer jüdischen Familie aus Westfalen. 231. Tschudi 118; Helffrich 379 a. Lengherand 117 nennt einen 68 auch bei Tücher uns begegnenden „Gazelle crestien de la ceinture et qui pour lors se disoit consul du soudan" (vgl. 114), wo Pilger Unterkunft fanden. 232. Processio, quae fit quotidie a. P. P. Franeiseanis in ecclesia sancti et gloriosi D. nostri J. C. Sepuleri in Jerusalem, Venetiis 1796, 8"; Tobler, Denkblätter 538 f. 233. Diese lateinische oder italienische Rede ward den Pilgern natürlich wieder verdolmetscht (Fabri I, 241; Ketzel 77—78; Tschud 165). Grünemberg 157 berichtet aber, dafs die Erklärung der heiligen Stätten lateinisch, französisch, italienisch und deutsch gegeben wurde. 234. Pfinzing 75; Harff 182; Tschudi 231. 235. Tschudi 222. Auch das templum domini, dem sonst kein Pilger nahe kommen sollte (doch gelang es Grünemberg fol. 59), wenn er nicht in schwere Strafe fallen wollte (Kohl 120), ward durch Renegaten geöffnet (Harff 178 ff.; Wild 133 f.). Dasselbe wird vom Haus der Maria erzählt (Gabriel von Rattenberg 406). 236. Ludolf von Sudheim 98 vergleicht die Kirche mit der Kathedrale von Münster, Tucher 354 mit der Sebalduskirche in Nürnberg. Der Herzog von Burgund sowie Maximilian I. hatten dem heiligen Grabe reiche Geschenke zugewandt (Fabri I, 348; Tucher 353 a; Tschudi 161); auch Radzivill 68—70 ehrte es durch glänzende Gaben (die des letzteren erwähnt auch Otto von Groben 68—70), welcher (S. 105—106) die Summe der aus der christlichen Welt nach Jerusalem jährlich zusammenfliefsenden Gelder auf 80000 Thaler schätzt. 237. Ludolf von Sudheim 81: „a parasceue usque ad feriam seeundam post pascha et a vigilia inventionis S. Crucis usque ad cra- stinum festi"; vgl. Fabri I, 346; Tobler, Golgatha 407. Im Jahre 1422 war das heilige Grab ganz unzugänglich (Corner in Eccard, Corp. hist. medii aevi II, 1260—1261). Über die Geschichte des heiligen Grabes im XVI. Jahrhundert vgl. die sorgfältigen Angaben bei Zinkeisen, Gesch. d. Osman. Reiches II, 584—585, 713—714; IH 806 -828. 238. Anfangs wird gar keine Abgabe erwähnt (vgl. Pilgerkatalog 1340; Conrady 23 u. 38; dagegen Niccolo da Poggibonsi I, 36), weder von L. von Sudheim, noch von Stephan von Gumppenberg (237 a), noch von B. von Eptingen (367), noch vom Herzog Wilhelm (Kohl 113); ein kleines Trinkgeld erwähnt Graf Philipp v. Katzenellenbogen (1433): für den ersten Besuch 3, für den zweiten 4, (Schwalbach 98—99) , für den dritten 5 venetianische Groschen (ibid.: 2 Groschen und 2 Schillinge), Mülich (1449) nur überhaupt Ein Trinkgeld: 6 venetianische Schillinge, Ottheinrich 378 merkwürdigerweise nur 4 marchettos und Martin Ketzel (1476) S. 73 nur 3 venetianische Groschen, aber Tucher 354, Fabri I, 345 (also seit 69 1479 uud 1483) nennen als regelmäfsige Abgabe: 5 Dukaten (während orientalische Christen mit 2—5 davonkamen nach Eauchwolff 333 a, und Franziskaner immer freien Eintritt gehabt zu haben scheinen; vgl. Ignatius von Rheinfelden 1,3). Diese Abgabe steigerte sich bei Beginn des XVI. Jahrhunderts auf 7 (B. von Hirschfeld 65), seit dem aber auf 9 Dukaten (Zuallart 264; Walter von Waltersweil 33 Rehlinger 411; Joh. von Hirnheim 453; Lussy H; Villinger 68 Bräuning 226; Radzivill 107f.; Helffrich 380; Rauter 442; Ehrenberg 274; Münzer von Babenberg 15; Harrant 166; nach Johann von Lauffen noch aufserdem 3 Kreuzer für den Pförtner, nach Stammer 132 noch 2 Dukaten am Thor und 3 für Wachs, also 14 Dukaten, welche Summe auch Amman 111, Scheidt 43 und Byfs 10 angeben (Ignatius von Rheinfelden I, 3: 11 Dukaten oder 25 Piaster); Slisansky 85 gab 39 Gulden und 45 Kreuzer; Baumgarten 81: 20 Seraphii, Habermacher 1606 wieder nur 4Zechinen; sonst vgl. auch Tobler, Golgatha 409—413. Nach Zuallart 292 wurde diese Abgabe zur Unterhaltung der muslimischen Jerusalempilger verwandt, und die 40 Meidine Trinkgeld an den Einnehmer waren „für Zucker" be-^ stimmt. 239. Münzer von Babenberg 15 ; Rauter 442 und Joh. von Hirnheim 453. 240. Bräuning 226; nach Tsehudi 195 waren es 8 Beamte im ganzen, deren erster der Elemin (Helffrich 380) die Pilger nach Namensaufruf in den Tempel einliefs. 241. Rehlinger 411; daher zahlten manchmal reiche Herren für arme Pilger den Eintrittspreis (Villinger 69). 242. Helffrich 380. 243. Diese Artikel giebt ausführlich Fabri I, 284f., im Auszuge Tsehudi 162 f. Nach Stockar erhielten die Christen beim Eintritt einen Backenstreich. Eine Abbildung der Prozession wird beschrieben im Schweiz. Geschichtsfreund H, 214 f. 244. Fabri I, 313; 11,92; Tsehudi 306; Tucher 354. B. von Ep- tingen 380. Auch Schach 5 klagt über unwürdiges Betragen der Begleiter. 245. Demnach war auch die Grabeskirche eine wahre Brutstätte für Flöhe und anderes Ungeziefer (JWerli von Zimmern 134); Lupulus (Wölffli) fand, als er wieder nach Jaffa zurückkam, 230 Läuse in seinen Kleidern vor. 246. Tobler, Golgatha 427, Bethlehem 138 f. Dafs überhaupt die Pilger in Jerusalem viel Roheiten sich zu Schulden kommen liefsen, weist Tobler, Denkblätter 566ff. noch ausführlich nach; manche waren ja für die Sünden anderer auf die Wallfahrt gegangen! Die Sitte, eine Nacht in der heiligen Grabeskirche zuzubringen, soll ein Rest des im Heidentum wie im frühen Christentum 70 als heilkräftig gepriesenen Tempelschlafs sein (Nord u. Süd 1887, Oktob. 52—53). 247. Fabri II, 97; Harff 181 (Ludolf 80 sagt: „ Nam si sepul- crum Christi per grana et arenas posset deportari, jam ultra longa tempora, etiamsi maximus mons esset, fuisset deportatum, ita ut vix ibidem una arena permansisset '■); vgl. auch die interessanten Verse an König Balduin (Manuscr. Bodlej. 2394; Bodl. 603, die Webb in: Ar- chaeologia, London 1827, 416 Note citiert). Auch von der „Mariensäule" und dem „Tische Christi" in Nazareth wurden Stücke für gebärende Frauen (vgl. S. 29, Note 4) losgeschlagen (Tobler, Nazareth 146, 235). Jacob von Verona durfte sich noch einzelne Stücke zum Andenken mitnehmen, ebenso Ludolf von Sudheim, und auch Joh. von Lauffen (1583). 248. Fabri II, 92ff.: „Solinostri teutonici nobiles hac vanitate utuntur, ac si mundus non haberet nisi ipsos"; ein solches Wappen an einer Säule der Bethlehemskirehe siehe bei Sepp, Das heil. Land I, 557; vgl. Pilgerkatalog 1474. Gumppenberg sah 1421: 5 königliche Banner, 32 Waffenröcke und viele Wappen in der Helenenkapelle hängen; vgl. Eptingen ed. Bernoulli 167. Seit 1550 ist die Sitte, den Namen anzuschreiben, was Walter von Waltersweil 34a geheim zu thun rät, wieder verbreitet (Behlinger 411); doch vgl. Pilgerkatalog 1550 a. 249. Tobler, Golgatha 430. 250. Fabri I, 312ff. 251. Nach Kiechel 318 war es ausdrückliche Bestimmung des Papstes, dafs keiner ein Attest (wofür man eine Zeehine zahlte) über seinen Besuch der heiligen Stätten empfangen sollte, der nicht gebeichtet und kommuniziert. 252. Scheidt 28—31 erzählt, er sei von einem reichen Herrn vorausgeschickt, um für dessen Reise die nötigen Erkundigungen einzuziehen, worauf der Guardian seinen Zorn gegen den Protestanten fahren läfst; Adam von Schlieben (Schweigger 289—291) sagt, er und seine Freunde hätten daheim einen Mord begangen und seien zur Bufse auf die Pilgerfahrt gesandt worden; Bräuning 222 erklärt, er hätte daheim noch Feinde, mit denen er sich noch versöhnen müsse, ehe er das Abendmahl nehmen könne. Kiechel 314 und Neitschütz 298 - 300 weigern sich einfach zu kommunizieren und kommen unbehelligt davon. 253. O. von Groben 89 wird als Ketzer arg angeschrieen: er solle übertreten. „Endlich kam ein Spanier zu mir, welcher in einem weitläufigen Diskurs mir zu verstehen gab, dafs er es für keine Sünde hielte, sondern vielmehr vor ein gutes Werk, einen Ketzer durch Gift hinzurichten, weil er dadurch das Unkraut ausrotte" i^S. 90). Endlich beschwichtigt er durch Geschenke die Mönche (S. 91, 109), die 71 aber trotzdem ihre Bekehrungsversuche wiederholen (S. 242—246); vgl. Bräuning 223; Wormbser 218 a. Bräuning 323 und Rauchwolff 328—328 a, 335, 345 geben Betrachtungen der heiligen Stätten aus protestantischer Empfindung heraus. 254. Schweigger 303; Bräuning 241. Dennoch verschmähten auch Protestanten den Bitterschlag am heiligen Grabe nicht, worauf Gretser I , c. 9 (ibid. VI— VIII finden sich auch Pilgerkataloge für die Zeit von 300—1095, —1291, —1600) besonders aufmerksam macht. 255. Sie ist uns mehrfach überliefert z. B. v. Rauchwolff 342-342a; Jodocus von Meggen 136—148; Wormbser 234—235 Albrecht 194 a—195 a; Schweigger 300—303; Hirschfeld 70—73 Schach 9—13; Tschudi 308-310; Badzivill 303—308; Lussy 45ff. Zuallart 299—301; Cotovicus 104—109; Wankel 93; Otto von Groben 247-258; Harrant 376—425; Briemle II, 445-457; Stammer 143ff.; Ortelius, Theatrum orbis 1584, No. 97; vgl. auch Tobler, Golgatha 239—249; Caumont 51-52; Geisheim 162ff.; Johanniter- blatt 1862, No. 45—48 1875, No. 19; Histoire des ordres mili- taires, Amsterd. 1721, I, 71 ff.; Mennens, Deliciae equestrium sive militarium ordinum, Colon. Agripp. 1613, 214; Anciens Statuts de l'ordre militaire et hospitalier du St. Sepulchre de J^rusal., Paris 1776, 207ff.; Vulpius, Curiositäten, Weimar 1816, V, 145—155 (dort gute Nachweise!); Annales de l'acadömie d'archeol. de Belgique 1847; Hody, Description des tombeaux de Godefr. de Bouillon 1855, 1, 187— 225; Publications de la societe hist. de Limbourg 1869, VII, 291 ff.; Quaremius I, 554—676; Gaddi Hercolini, Cenno storico d. sacro or- dine del Santo Sepolcro, Neapel 1860 (vgl. Revue nobiüarie 1864, 353ff.); Hermens, Der Orden vom heilig. Grabe, Köln 1870; O'Kelly de Galway, Mem. sur l'ordre de St. Sepulchre, Bruxelles 1875 (wo 47—144 die Namen vieler niederländischen Ritter des heiligen Grabes zusammengestellt sind, wozu Surius, Le pieux pelerin (1666), 513— 514 und Cotovicus 213ff. wertvolle Nachträge bieten); sonst vgl. Neueste Nachr. aus d. Morgenlande 1872, No 65. Die Ritter führten aufser dem fünffachen Jerusalemkreuz auch ein ganzes Rad mit einem |durch die Nabe hindurchgesteckten Schwerte, wenn sie auch das St. Katharinenkloster auf dem Sinai besucht hatten (Bräuning 241; Conrady 266), dagegen nur das halbe Rad (mit sechs roten gekrümmten spitzigen Speichen nach der im Schweiz. Geschichtsfreund II, 214, Note 2 citierten Abbildung), wenn sie nur im St. Katharinenkloster zu Bethlehem gewesen waren (Bräuning 259; vgl. Tobler, Bethlehem 203, Note 9; Conrady 278). Wilhelm von Boldensele 267 schlug selbst zwei Ritter (,, quia admiratus in Hierusalem mihi clavem ad domum sepulehri dedit neminemque intra ecclesiam sepulchri ire permisit, nisi quem sibi nominatim expressi et intrare volui '); seit c. 72 1500, bis wohin Joh. von Preufsen den Kitterschlag erteilte, ging dies Privilegium an die Franziskaner über (Tobler, Golgatha 241). Der Orden selbst stand anfangs im höchsten Ansehen (Pilgerkatalog 1506—1507), so lange die Reformation noch nicht sich verbreitet hatte, und man nur Adeligen von mindesten vier Ahnen ihn verlieh, bis man auch Kaufleute zu Rittern schlug (Tobler, Golgatha 249, Note 7; Schach 12; A. von Pappenheim 427; Pilgerkatalog 1561c); am meisten strebten die Niederländer nach dem Besitz jenes Ordenstitels. Buseck 458 berichtet sogar einen Fall, dai's man einem Unwürdigen (vgl. Villinger 79 f.) die Ritterwurde alsbald wieder nahm. Als Sportein wurden 4 (Ketzel 85; B. von Eptingen 381), 8 (Leeman 103), 10 (Joh. von Lauffen), 11 (Villinger 79), später sogar 30 (Amman 120; Stammer 143 ff.) Dukaten gezahlt (vgl. Tobler, Golgatha 242), auch stellte man Urkunden darüber aus (Pilgerkatalog 1465; 1583 b; Hirschfeld 73; Benard 267—271; Radzivill 66—68; Lussy 50—53; Hoffmann, Scriptt. rerum Lusaticarum I, 372; Schweiz. Geschichtsfreund 1852, 216—217). Der St. Georgsorden (im Mittelalter war es allgemeiner Glaube, „ dafs jeder Deutsche, so gegen die Heiden ziehe, stets St. Georgs Banner führen müsse"; von Hormayr, Goldene Chron. von Hohenschwangau 155) wurde in der St. Michaels- kirche zu Cairo (auch im St. Katharinenkloster auf dem Sinai nach Ph. von Katzenellenbogen) erteilt, wie Fabri IH, 51 erzählt. 356. Hier wurde in späterer Zeit gegen ein Trinkgeld jedem, der es wollte, eine Tätowierung in den Arm gemacht (das fünffache Kreuz, die Kreuzlegung Christi, das heil. Kreuz, Maria Verkündigung, die Via dolorosa etc.), indem man Oehsengalle, kleingestampfte Kohle, fetten Lampenrufs zusammen zu einem Brei rührte, dann eins von den vorhandenen 60 Modellen auf dem Arme mit Nadeln ausstach und in die Haut dann jenen Brei einrieb (Troilo 298). Nach Sli- sansky 33 (1660) erhielt jeder Pilger in Bethlehem als Geschenk zwei Turteltauben. 257. Röhricht, Pilgerfahrten 363; Anton. Martyr (in Toblers Itinera latin. I) 27, 123f.; Philippus ed. W. Neumann, in d. Osterr. kath. Vierteljahrsschrift 1872, 64; Tobler, Jerusalem II, 696ff. Man verlangte für das Geleit nach Otto von Groben 220 f.: 14 Thaler (für jeden Geistlichen nur 12); die Gesellschaft des Harrant 248 sollte 100 Dukaten geben. Mirike 121 vergleicht den Jordan mit der Lippe bei Wesel. 258. Kohl 120; Fabri II, 30; Rehlinger 412. Ebenso kam es vor, dafs unter irgendeinem erdichteten Grunde, weil sie dem Tempel Salomonis zu nahe gekommen seien (Kohl 120), der Patron habe noch nicht alle Tribute gezahlt (Redwitz 14—15), unter den Pilgern befänden sich Spione (Parsbergj vgl. Gabr. von Rattenberg 404), unverschämt in Jerusalem geschätzt wurden. Im Jahre 1444 drohte 73 man die Pilger sogar nach Cairo als Gefangene abzuführen (Anon. Augustanus), und der Ritter Parsberg widerriet im Auftrage des Guardians wegen der steigenden Brutalität der Türken c. 1500 den Besuch des heiligen Landes. Neue Erpressungen mufsten sich die Pilger auf dem Heimwege von Jerusalem nach Jaffa gefallen lassen, wie Mergenthai, Rindfleisch, Rehlinger, Buseck ausführlich berichten; vgl. auch Kohl 124 und Pilgerkatalog 1561c. Sebald Rieter (1464) erzählt, wie die Christen sich bei der Abfahrt energisch gegen die Türken zur Wehr setzten; vgl. auch 1436a, 1493b. 259. Geisheim 246, Rehlinger 412 hält es sogar für wahrscheinlich, dafs der Patron den Guardian bestochen habe, damit er den Besuch des Jordans widerriete. 360. Fabri II, 36; Harrant 268. Nach Ottheinrich 378 ertranken auch Pilger beim Baden; vgl. Pilgerkatalog 1481. 261. Troilo 338; vgl. Tobler, Jerusalem II, 701. 262. Harrant 269; Tobler 703; Sepp I, 769 ff. 263. Radzivill 36 ff. 264. Fabri II, 41—43; Tobler, Jerusalem II, 674. 265. Tobler 705; vgl. oben Note 154. 266. Kohl 121; über den Gebrauch des Jordanwassers zu Wunderkuren vgl. Tobler 707. 267. Fabri II, 36; Amman 150; Troilo 337—338; Pilgerkatalog c. 1690. 268. Tschudi 295; B. von Eptingen 385. 269. Hody, Tombeaux de Godefr. de Bouillon I, 171. 210. Fabri II, 37; Tschudi 295f. Übrigens entwickelte sich beim Jordanbade zwischen Pilgern und Pilgerinnen häufig unzüchtiges Treiben (Tobler 705 f.). 211. Gewöhnlich liel's man sich Bescheinigungen (Villinger 98 bezahlte dafür 9 Batzen) über den Besuch der heiligen Stätten ausstellen, wie uns solche vielfach erhalten sind (Albrecht 209 a—210; Ecklin 404; Schweigger 315: Scheidt 85—87; Füessli 923; Bräuning 263; Stammer 165 f. ; Amman 169—173; Slisansky 86—87; van Kemp 92; Ignatius von Rheinfelden, Vorrede; Otto von Groben 281—282; Pilgerkatalog 1506, 1516, 1669; Hakluyt II, 107; Tobler, Golgatha 249, Denkblätter 503 f. 272. Pilgerkatalog 1330, 1430 a., c. 1449, 1450b., 1464c., 1466, c. 1460—1470, c. 1570, 1699; Harrant 334f. Stockar 17—20 giebt ein grofses Reliquienverzeichnis. Der Sultan liefs übrigens, wie Fabri I, 451 berichtet, oft abortierte Kinderleichen als Leichen „der unschuldigen Kindlein" von Bethlehem an die Christen verkaufen und gewann viel Geld daraus. Früher brachte man hauptsächlich Palmzweige aus dem heiligen Lande mit (Tobler, Denkblätter 506: Du Cange, s. voce Palmarii; eine interessante Notiz darüber geben die Gesta 74 abbatum Horti S. Mariae ed. Wybrands 36 [vgl. auch 189, 192, 200, 224, 226]: „ mos enim tum erat, omnes a Terra Sancta redeuntes arinis dispositis palmis uti, discordantibus partes suas interponere, communi paei totius patriae vigilanter intendere"); über andere Kleinigkeiten siehe Pilgerkatalog 1447—1449, 1589). Manche Adlige nahmen als Andenken wie z. B. die Herren von Eyb die Pilgermuschel in ihr Wappen (W. Otter, Histor. Beschreib, des Wappens d. Herren von E., Augsburg 1784, 28), und gewifs fehlt es nicht an andern Beispielen, welche die Heraldik zu geben imstande wäre. Eine Wappensage, die eine Variation der Sage von Heinrich des Löwen Kreuzfahrt zu sein scheint, siehe bei Groben 7. 273. Fabri I, 292. 274. Tobler, Siloahquelle 105-104. 275. Fabri II, 195. 276. Fabri II, 345; Tobler, Jerusalem II, 272 f. 386. 277. Tucher 359; vgl. Note 57 u. 283. Auch in Scandinavien kannte man Gürtel, die auf dem Grabe Olafs gelegen hatten und die Kraft besafsen, gebärenden Frauen zu helfen. 278. Tobler, Bethlehem 232f.; Kiechel 307. 279. Tobler, Bethlehem 236; Stockar, 13, 17. 280. Tobler 60—62 und Siloahq. 200; Bindfleisch 319-320. Über andere Andenken vgl. Otte, Handbuch z. B. Agnus JL)ei (I, 359—360), Einhörner mit arabischen Inschriften (I, 210—211), Teppiche (I, 283), Straufseneier, Cocosnüsse (I, 213). 281. Tobler, Jerusalem I, 177f.; II, 188. 282. Innominatus VI, 406; Philippus (ed. Neumann) 61; Anshelm 781. Am Sinai schnitt man sich Buthen ab (Tucher 366 a). 283. Fabri I, 285 fügt hinzu: „ducentes eos secum ad pa- triam et eorum mulieribus in partu laborantibus accensos tenere fa ciebant, ut sine periclitatione parerent". Denselben Zweck sollten Streifen von der Länge des heiligen Grabes erfüllen (Bindfleisch 319). Sonst nahm man auch die Länge des Steins der Salbung mit und machte aus dem damit gemessenen Zeuge das Sterbekleid (Tobler, Golgatha 351. Vgl. Fürer 260; Kindfleisch 319; Pilgerkatalog 1589. 284. Tobler, Jerusalem II, 647 (nach Harrant 261 für unfruchtbare Weiber von Nutzen). Peter Füessli brachte 1523 eine Eose von Jericho mit heim, die noch im Besitze seiner Descendenten ist, ebenso einen 4 Fufs langen Palmenast, Steine vom Ölberge, aus dem Cidronbache, Jordanwasser etc. (Neujahrsblatt der Züricher Feuerwerker-Gesellschaft 1851, 48; L.). 285. Stockar 13, 74f.; Ketzel 80; Kindfleisch 319—320. Stammbuchverse von griechischen oder armenischen Prälaten siehe bei Bräuning 77, 263—264; Schweigger 334—340. Melchior Lussy 75 31 —35 brachte nachhause die Abschrift des (apokryphisehen) Urteils mit, welches Pontius Pilatus über Christus gefällt; es sollte am 15. März 1580 in Aquileja gefunden worden sein. Vgl. Genaueres über dieses Schriftstück in Fabricius, Cod. apoeryph. Novi Testam. II, 487—493. 286. Paulus, Sammlung von Palästina-Reisen I, 95; vgl. 323. Slisansky 31 gravierte sich auf dem rechten Arme mit zwei Nadeln das Zeichen des heiligen Grabes ein, auf dem linken den Calvarien- und Zionsberg, weil die Türken alle so stigmatisierten Christen, wenn sie gefangen würden, sofort wieder losliefsen. 287. Tobler, Golgatha 249f.; Zeitschr. für die Gesch. d. Bodensees 1872, III, 124—126; Gaillard, Recherches sur l'eglise de Jerusalem ä Bruges 1845; Röhricht, Pilgerfahrten-366, Beiträge II, 358, 397f.; Sepp, Das heilige Land I, 449—452, 503ff. Ein Modell von Holz findet sich in Weimar (Rosenmüller, Ansichten aus Palästina I, Nr. 3, C (Modelle der Stiftshütte, des Tempels Salomonis und Jerusalems 1723 von Semler gefertigt, waren noch 1727 im Halleschen Waisenhause zu sehen; über andere Modelle vgl. Coburger Zeitung, Extract 1724, 317; Hauber, Historie der Landkarten, Zusätze 87). Ein kostbares Modell befindet sich in Stuttgart, eins aus Elfenbein im Hohenzollern - Museum in Berlin. Jerusalemkapellen sind in Brügge (vgl. Gaillard, Recherches sur l'eglise de Jerusalem a Bruges 1843), Gouda (Vorstman im Neederl. Arch. v. Kerkeugesch. VII, 68, 380) und Schweidnitz (vgl. SS. rerum Siles. XI, 7). Heilige Gräber (mit und ohne Nationen) werden erwähnt in: Albendorf, Althann, Andernach, Annaberg (in Ober-Schlesien), Asbach, Aschatfen- burg, Berlin (vgl. Pilgerkatalog 1484), Breslau (vgl. Schmiedler, Gesch. der Elisabethkirche zu Breslau 1857, 114), Chemnitz, Cöln (St. Maria auf d. Kapitol), Constanz (vgl. Verein zur Gesch. d. Bodensees III, 124—127), Diedorf, Drei Ähren (bei Kolmar), Dresden, Eichstädt, Freiburg im Breisgau und in d. Schweiz, Geismar (Grässe, Preufs. Sagen I, 433), Görlitz, Graz, Gressweiler, Hagenau, Hamburg (vgl. Von d. Arbeiten des Kunstgewerbes im Mittelalter 1865), Innichen, Kaysenberg, Kiensheim, Klein- oder Bet-Jerusalem bei Seersen im Erzbistum Köln (vgl. D. heil. Land 1880, XXIV, 12—18, 73—83), Lieg- nitz , Lübeck, Mainz , Metz (vgl. Anglure 121 f.) , Münstermaifeld (St. Martin), Neustadt (West-Preufsen), Neuweiler, Nürnberg, Ober- ehnheim, Perleberg, Remagen, Reutlingen, Neu-Ruppin, Sagan, Salzburg, Schlettstadt, Sinzig, Solothurn, St. Wendel, Torgau, Treysa, Trier( St. Gangolf), Ulm (Klemm, Würtemb. Baumeister 78), Weifsen- burg, Wien (Ambraser Sammlung), Zabern, Zwickau (vgl Otte I, 365—367), Ölberge im Aargau (Olsberg; vgl. Rochholz, Schweizersagen aus d. Aargau II , 247), bei Adelberg, Albendorf, Beuren, Danzig, Donauwörth, Eltville, Freiburg i. Breisgau, Görlitz, Grofs- 76 süfsen, Isny , Kaysersberg , Klosterneuburg , Knittelfeld , Landshut, Lauffen a. Neckar, Lübeck. Mittelheim, Neuffen, Nürnberg, Oberehn- heim, Osswitz (bei Breslau) , Regensburg, Rottenburg a. Neckar, Speier, Stral'sburg, Stuttgart, Ulm, Wang (bei Moosburg), Warburg, Wiesbaden, Worms, Xanten (Otte I, 3G9—370), Stationswege in Baden bei Wien, Bamberg, Brandenburg, Brunn a. Gr., Coblenz (RM. 246), Dinkelsbühl, Donauwörth, Emmersdorf, Gumpoltskirchen, Hütteldorf, Katzwang, Klein Pechlarn, Klosterneuburg, Knittelfeld, Landshut, Merseburg, Nürnberg (von Adam Kraftt; vgl. Otte I, 534—535), Perchtolsdorf, Rothenburg an der Tauber, Sievering, Vorderbühl, Wang, Warburg, Wasserburg, Wien, Wittenberg (Otte 381), Cal- varien berge bei Frankfurt a. M. auf dem Domkirchhofe, bei Lübeck, in Wimpfen an der Pfarrkirche (Otte I, 363':. Über heilige Stiegen vgl. ebenda I, 367. Sonst vgl. für Italien: Lor. Longo: Gierusaleinme Piacentina cioe chiese e luoghi di Piacenza corri- spondenti a Gerusalemme, Piacenza 1654, 4" und Nuova Gierusaleinme della la S Basilica di S. Stefano in] Bologna, Bologna 1637 (vgl. Paolo Masini, Bologna illustrata 1666, I, 124). 288. Bethlehem bei Bern, Grüssau, Laupheim, im Ostergau, bei Prag, Osnabrück, Emmaus bei Danzig und Troppau, Galiläa, ein Kloster bei Meschedc (vgl. Evelt in Zeitschr. für westfäl. Gesch. XXXVI, 129—133), ein Gut bei Bern, Gethsemane in der Schweiz (vgl. Schweiz. Geschiehtsfr. XXXI, 342—343), Hebron bei Stolp, Jerichow in d. Altmark, Jerusalem bei Marburg in Steiermark (Jerusalem ähnlich soll nach Sepp, Jerusalem II, 532 Rothenburg an der Tauber, nach Grässe, Sachs. Sagen II, 401 Orlamünde sein), Na- zareth bei Gent u. Klaarcamp. Belgische Ortsnamen, die an Palästina erinnern,' siehe bei O'Kelly, Möm. sur l'ordre de St. Sepulchre 37-42. 289. Fabri II, lÜOf.; Breitenbach 100; vgl. Schach 13. 290. Fabri II, 332: Albrecht 196. Wegen des vielen Raubgesindels wurde oft den Pilgern der Weg nach dem Sinai widerraten; der Pascha verlangte 1492 für 12 Personen 225 Dukaten Geleitsgeld (Fafsbender). 291. Fabri II, 304ff.; Fürer 171; Baumgarten 75; Harff 155—160; vgl. Troilos Itinerar 347—361. 292. Fürer 103ff.; Tucher 362a; Fabri II, 410ff.; die von den letzteren genannten Stationen lassen sich bis jetzt nicht mit heutigen Namen identifizieren (Robinson, Palästina I, 441). Eine Beschreibung der Küste siehe bei Wilh. v. Boldensele 257; Ludolf v. Sudheim 69; Fabri II, 386 ff., 424ff. 293. Simon von Anglure 41—46; Helffrich 387 a; Fürer 111—120 ; Tucher 364 afi.; Fabri 11. 441-545; Rieter 94-102; Schiltberger § 38; Stammer 96-108; Harrant 582-612; Troilo 374-388; Neit- 77 schütz 198—223; Slisansky 97. Zur Route von Syrien nach dem ) Sinai vgl. Wilhelm v. Boldensele 244 ff.; Ludolf v. Sudheim 63; Heinrich 386a—387a; Albrecht 196—197a; Belon 243-260; Bräuning 180—188; Symeon Symeonis (ed. Nasmith) 19—64. 294. Pilgerkatalog 1561a. 295. Bräuning 200; Albrecht 210; Kiechel 467f.; Harrant 612; vgl. Pilgerkatalog 1565 a. Über den Orden von St. Katharina vgl. aufser oben Note 255 auch die in Revue nobiliaire 1877, p. 17—18 gegebenen Nachweise. 296. Darüber vgl. La division bei Charles Hopf, Chron. greco- rom. 37; Chron. Salimbene 142; Ludolf von Sudheim 37. 52; Fabri ^ III, 13ff.; Harff 109; Rantzow 56; Jacut IV, 564; el-Calcaschandi 13; I Sepp, Das heil. Land H, 778ff; Heyd II, 566ff. Der Ursprung der Legende von der St. Marienquelle scheint auf das Evangel. infantiae § 24 zurückzugehen (Fabricius, Cod. apoc. N. Testam. 1 , 187, Note 1). 297. Über Kairo (zur Tracht der Juden und Christen daselbst siehe Quatremere, Makrizi IIB, 178f.) vgl. Ludolf von Sudheim 51; ~\ Tucher 368—370; Rieter 110—124; Fabri III, 78 ff; Harff 85—108; Helffrich 389 a—395; Fürer 36—60; Baumgarten 43 ff; Wild 5 f., 179-238; Lannoy (in Archäologia) 372—382; Jod, von Meggen 172—188; Piloti 362; Bräuning 199 ff; Kiechel 370 ff; el-Calcaschandi 66ff.; Amman 186—200; Troilo 361 ff. 391-402 (viermal grbTser als Paris!)-, Harrant 698—774 (Plan 744); Heberer 120ff; Kantzow55ff; Neitschütz 149—165. 234 ff.; Petrus Martyr, De Babylonica legatione libri IH (in Carlo Passi, Relazioni del Petro Martiri 1564), opus epistol. 12,13. Aug., 5. Sept., 1. Oktob. (p. 224—230, 128—131); vgl. Schumacher, Petrus Martyr, New-York 1879, 126. 298. Die „terra Gesen et campus Taneos, in quibus fecit Deus mirabilia", ward schon früh von Pilgern besucht (Hieronymus, Pere- grinatio S. Paulae in Itin. latin. I, 39; Anlon. Mart. ibid. 116 sq.; vgl. Philippus 71). Über Land und Leute im allgemeinen vgl. Wilhelm von Boldensele 248ff; Fabri III, 179—197; Radzivill 142—192; Heberer llöff; Schweigger 201—276; Lannoy 382—399; Bräuning 117—119; Rantzow 75ff; Neitschütz 128—174. 299. Wilhelm von Boldensele 248; Albrecht 197a; Helffrich 384; Fabri IH, 26 ff. 300. Aristoteles, Histor. anim. VI, 2; vgl. Wilhelm von Bolden- ^, sele 249; Ludolf von Sud heim 51; Baumgarten 72 f.; Harff 92; Fabri III, 58; Radzivill 144; Albrecht 198; Piloti 352; Helffrich 392; Kiechel 372f.; Rantzow 58; Troilo 368ff; Abdallatif, Relation de l'Egypte ed. Silvestre de Sacy 135 f., 148f., 154, 425f. Diese Brutöfen (JMamal), von denen unter den christlichen Schriftstellern wohl zuerst Jacob von Vitry (Epist. H, 291) und Oliverius Scho- 78 lasticus sprechen, sind abgebildet bei Purer 78, besser in der De- scription de l'Egypte, planche I, fig. 11, 12, 13 de la Collect, des arts et des metiers (E. M. II) planche II, fig. 1. 2. 3. Siehe auch die ausführliche Darstellung bei Vulpius, Curiositäten VII, 499—523. 301. Baumgarten 46—49; über 'die Disputationen zwischen Christen und Türken vgl. Fürer 39—40, auch Kraft 239 ff. 303. Heberer 155; Baumgarten 73; ebend. 74 stehen die Noten zu dem muslimischen Rufe: Es ist kein anderer Gott als Gott etc. 303. Baumgarten 42: Zülnhart 313. Er wird Tongobardinus oder Tamquardinus (in d. Diarii des Sanudo Tangavardin) genannt (vgl. oben Note 182); er schickte von Matharia nach Cairo ein Verzeichnis der von ihm geführten Pilger voraus. Zur Zeit Pabris (III, 187) war es ein spanischer Benegat, der pro Kopf 5 Dukaten für Logis erhielt (Baumgarten 42 f. 66; Tucher 368); einige Pilger wohnten auch bei Konsuln z. B. den venetianischen (Albrecht 197). 304. Baumgarten 45; Kantzow 60 f. 70. 305. Harff 109; Helffrich 395af.; Albrecht 197a; Heberer 131; Stammer 76—79. Wilhelm von Boldensele will auf den Pyramiden einige Hexameter gelesen haben, die Ludolf 55 und daraus wieder Fabri HI, 52 nachschreibt; sie sind auch im Corpus inscriptionum latinarum III A, p. 8, No. 21 abgedruckt. 306. Harff 85f.; vgl. Joh. Ghistelle bei St. Genois I, 165f. Dafs man überhaupt im Morgenlande immer neue Kreuzzüge der Christen befürchtete, bestätigt aus früherer Zeit auch Jakob von Verona. 307. S. 85—86. 205 (über Danzigs Verkehr ;mit dem Orient vgl. Zeitschrift des westpreufsischen Geschichtsvereins 1881, Hft. 5). Dafs sogar während ihrer Fahrt die Pilger Glaubensgenossen zum Islam übertreten sahen, berichten Fürer, Helffrich und Heberer; Gregor. Gemnicensis 543 und Martin Baumgarten 86 erwähnen, dafs zu ihrer Zeit (1507) sogar ein Franziskaner, den sie in Cairo noch sprachen, seinen Glauben verleugnet habe; ist dies etwa der Franziskaner Philippus de Aversa, dessen Descriptio templi Domini in der Zeitschrift des D. Palästina-Vereins 1878, 210 ff. veröffentlicht ward, der sich als Mamluk Hobia (Ejjub d. i. Hiob) nannte? Ein anderes Beispiel vom Übertritt eines Geistlichen zum Islam erwähnt Joh. von Lauffen und Zuallart 186 (ibid. 39 über die Zeremonie des Übertritts) ; vgl.'auch Pilgerkatalog 1556 a und 1582—1580. 30S. Pilgerkatalog 1561a; Keuter kaufte durch sein ehrlich verdientes Geld nach Bräuning 138 viele Christensklaven aus der Gefangenschaft los. Albrecht trifft auch in Cairo einen Uhrmacher Marquardt aus Augsburg (Pilgerkatalog 1561a). 309. III, 34—36. Der Name Seevogel wird genannt bei Werli von Zimmern 172. Vischer-Merian, Hermann Seevogel 1880, 61—62 identifiziert ihn mit dem von Harff 86 u. 100 genannten Konrad aus 79 Basel. Auch Sebastian Schach 21 f. traf 1604 einen Baseler Renegaten in Cairo. 310. III, 18. Wild 117 traf einen gewissen Abraham Simon aus Krems in Cairo und (S. 87) einen Strafsburger Hans Hey am Boten Meere; vgl. John Ghistelle I, 165. 311. S. 273; ebenso fand er (S. 371) einen Renegaten aus Bayern; sonst über Deutsche in Cairo siehe auch Pilgerkatalog 1565 a und 1623. 312. Heberer 136, 159f. 313. S. 128. 314. Pilgerkatalog 1561a; ein sehr frühes Beispiel verräterischer Renegaten ebenda c. 1340. 315. Purer ö9ff.; Heberer 135; Symeon Symeonis ed. Nasmith (Cantabrig. 1778), 19. 316. Pabri III, 106—113. 317. Die Route siehe bei Tucher 369 und Harff 80—85. 318. Über die Stadt vgl. Paulae peregrinatio in Itin. lat. 1,39; Arculf (ibid.) 187—190; Fabri HI, 158ff.; Tucher 370f.; Rieter 124-127; Harff 76ff.; Schweigger 251—254; Helffrich 396äff.; Meggen 164—170; Kiechel 334ff.; Schiltberger § 43; Radzivilll54ff. ; Purer 11—30; Lannoy 349—369; Piloti 358—360, 378, 386 (Cairo und Alexandria müssten auf dem nächsten Kreuzzuge durchaus erobert werden); Troilo 600 ff. (dort 608 eine lateinische Inschrift); Wild 48—49; Heberer 105—111 (dort Karte); Harrant 774—788 (dort ein Plan); Neitschütz 140-145; Hakluyt H, 198ffi; Heyd II, 429— 434. Tucher sagt, Alexandria sei anderthalb mal gröfser als Nürnberg. 319. Tucher 370 a. Graf Philipp von Katzenellenbogen mufste 1433 die Besichtigung der heiligen Stätten sich durch eine Zahlung von 150 Dukaten erkaufen. 320. Tobler, Descriptiones 87; Harff 77; Fabri HI, 145. 321. Harff 77; Helffrich 396 a. Radzivill 143 trifft einen Janit- scharen, der aus der Schweiz stammte. 322. Nach Radzivill 147 so grofs wie die Donau bei Linz, nach Fürer 60 ff., wie bei Wien, nach La Division 35 gröfser als der Rhein, nach Harff 80 so breit wie der Rhein bei Cöln. Über den Nil siehe besonders Fabri III, 119—133. 323. Die Panzer der Krokodile wurden im Abendlande als Häute erlegter Lindwürmer verkauft (Harff 81; vgl. sonst Fabri IH, 133 f.). 324. Ludolf 59; Radzivill 146,169; auch in der Geschichte des fünften Kreuzzuges spielten diese Taucher eine hervorragende Rolle (Röhricht, Scriptores quinti belli sacri minores, Genevae 1879 I, praef. XXII). 80 335. Ludolf 60f.; Fabri III, 59; Harff76; Tucher370; darüber siehe besonders Quatremere, Hist. des Sultans Maml. IIB, 115ff. 326. Script, quint. belli sacri I , xxi, xlviii ; Ludolf 62; Lannoy 309—404; Wild 164f.; Fürer 158f. Der Sandjak von Da- miette hatte, als Fürer (S. 161) in Ägypten war, in seiner Umgebung einen Polen und einen Deutschen. 327. Gumppenberg 242 a—243; Leenian 105—107; Bertrandon de la Brocquiere 488ff.; Belon I, 286; II, 3ff.; Bauter 436f.; Seyd- litz 263; Lannoy 346f., 438—442; Schweigger 319f. ; Cotovicus365— 379; Wild 143—145; Amman 96; Troilo 439-448; Briemle II, 516— 519. (Nach Baiimgarten 110 wäre der Florentiner Löwe in der Stadtmauer zu sehen gewesen.) Sonst vgl. Poggibonsi, Damasco e le sue adjacenze del secolo XIV, Imcola 1878; Heyd II, 456—495 und über Nordsyrien überhaupt Belfour, Travels of Macarius, London 419—482. Wüstenfeld, Zur Topographie von Damaskus (in Lüddes Zeitschr. für vergleich. Erdkunde 1842, 1, 168 identifiziert die öqO-t] lavga des Neuen Testaments mit el-tarikh el-odhma. Eine genaue Koute von Cairo bis Damaskus siehe bei Troilo 390—430. 328. Eöhricht, Pilgerfahrten 364f.; Willibald in Toblers De- script. T. Sanctae 62; Arculf 165f.; Wilhelm von Boldensele 282f. Ludolf von Sudheim 97—102; Philippus 169—172. 329. Rautcr434 -435; Briemle II, 524—626; Cotovicus 498—511. 330. Krafft 134ffi; Rauchwolff 290—296; Belon II, 16; Kiechel 259ff.; Baumgarten 131; Cotovicus 406—422; Macarius 4f.; Troilo 459—463 (Reise von Damascus bis Aleppo); Briemle II, 519—522. 331. Über die Drusen vgl. Wilhelm von Boldensele 286; Lussy 58 ff.; Cotovicus 395 ff.; Rauchwolff 320 äff.; Bräuning 279 ff; Troilo 47. 332. Walter von Waltersweil 18; Rauchwolff 279—287; Radzi- vill 25; Heberer 148f.; Krafft 87—108; Buseck 457; Bräuning 272— 279; Zuallart 328ff.; Troilo 42—46; Briemle II, 526—528. Über die dort gefundenen türkischen und altrömischen Münzen vgl. Baumgarten 130f., auch Stickel in der Zeitschr. der Deutsch. Morgenl. Gesellsch. VI, 521 f. 333. Ludolf 38; Baumgarten 225; Neitschütz 255—260: Briemle II, 531—534. 334. Lannoy 338—340; Cotovicus 125 — 127 (ibid. über die Rolle, die es in den Kreuzzügen spielte, S. 189—194, worüber auch Röhricht, Die Belagerung 'Akkas 1291 in den Forschungen zur Deutsch. Gesch. 1879, S. 101 u. E. Rey, Etüde sur la topographie de la ville d'Acre au XIII siecle, Paris 1879); Neitschütz 270 ff; Briemle II, 538—541; über Tyrus vgl. Lannoy 340—342, 427—432; Cotovicus 119—123; Briemle II, 536—538; Neitschütz 262f.; über Sidon Cotovicus 116-119; Briemle II, 534 f. 81 385. Seydlitz 262—266; Kauter 432—435; Amman von Thalwil 72—93; Troilo 347—480. 336. Pilgerkatalog 1563 b, 1565a, 1568, 1579, 1581, 1613, 1636, 1684; vgl. Briemle II, 528—530. Auch Heinrich von Lichtenstein kam 1584 als kaiserlicher Gesandter nach Konstantinopel (Falke, Geschichte der Fürsten Lichtenstein II, 115—121); eine Instruktion für den (1583) nach Konstantinopel gesandten Orator Karl Tettauer von Tettau siehe in den Schriften für Beförderung der Geschichtskunde in Freiburg 1828, 540—553; über die Reise des Gesandten von Eitzing ebendahin (1583) vgl. die Beschreibung Steinachs in den Steiermark. Geschichtsblättern 1881, Okt.—Dez., II. Heft 4, 193— 234. Ein türkischer Pafs steht auch bei Fleischer und Delitzsch, Catalog. libr. manuscript. biblioth. Lipsiensis 187. Über Konstantinopel, wo die Pilger oft genug Deutsche trafen (Pilgerkatalog 1582— 1589, 1586—89; 1608 a), vgl. Arculf 191—201; Wilhelm von Bolden- sele 238f.; Ludolf 4—5; Bertrandon 559—568; Seydlitz 269ff.; Bräu- ning 46—48; Schweigger 58—200; Kiechel 408ff.; Villinger 159— 168; Troilo 480—501; Neitzschütz 43-56; Kantzow 91 ff.; Stammer 14—60; Wild 245—250; Amman 34—72; auch Joseph von Hammer, Narrative of travels in Europa, Asia and Afrika ed. Evliya Efendi, London 1834, 5—85 (ibid. über die Geschichte der Belagerungen der Stadt S. 23ff.) und Garcin de Tassy, Allegories, recits po^tiques et chants populaires, Paris 1876, II edition, S. 610 ff. Eine Karte von Konstantinopel giebt Megiser 75, zwei griechische (christliche) Inschriften Bräuning 67, 78, 79 (ibid. 78 die Namen aller deutschen Gesandten seit 1529, dazu vgl. die Liste bei Schweigger 64-65). 337. Ludolf von Sudheim 23; Bräuning 36f. Ein Bild von Athen siehe bei Briemle 126 (ebenda von Malvasia, Modon, Lepanto, S. 112 von Messina, 114 von Catania, 116 von Siracosa, 120 von Co- rinth und Zante, 122 von Nauplia, 128 von Navarino und Konstantinopel). 338. Harffl33f.; Pilgerkatalog 1561 d. Wild 66 —78 war als Gefangener dort (ibid. 79—84 wie Harrant 799—834 über den hadjjj.). 339. Pilgerkatalog 1496—1499. 340. Pilgerkatalog 1492, 1495. 341. Wo sm zuweilen grofse Einkäufe machten (Pilgerkatalog 1436a, 1464, 1461), aber auch durch die Quarantaine oft aufgehalten wurden (ibid. 1561bc, 1587b, 1604, 1606; vgl. 1583b und Neitzschütz 364 f.). Von hier ritten sie manchmal mit ihren eigenen (vgl. oben S. 12) oder gekauften Pferden heim, die ankommende Pilger eben zurückgelassen hatten (Stockar 56f.). 342. Wohl meist infolge eines Gelübdes (Pilgerkat. 1390—1396, 1517, 1520, 1542, 1583a; Dietrich von Schachten 219, 236ff.; Joh. Röhricht, Pilgerreise!). 6 82 t. Hirnheim 449. (Über Loretto vgl. Briemle I, 230—263, welcher die Route von München über Loretto, Rom nach Bari sehr ausführlich giebt.) 343. Wo Kiechel, A. von Pappenheim und Heberer viel Deutsche fanden; sonst vgl. Leman 110; Jodoc. von Meggen 238f.; Dietrich von Schachten 224ff., den Pilgerkatalog 1468, 1517, 1618f., 1629 und Briemle I, 568—626. 344. Vgl. z.B. Pilgerkatalog 1467a., 1468a., 1496—1499, 1497a und b., 1517, 1520,1542,1546, 1561 a., 1582—1587,1583a., 1587-1589, 1604, 1613, 1618f., 1629, 1636, 1660 f. Heberer 488 erwähnt als deutsche Herberge in Rom die „Zwei Schwerter", Kiechel 170 „das Schwert". Sonst vgl. über Rom Briemle I, 324—527. 345. Pilgerkatalog 1342, 1349, 1366, 1373, 1377 b., 1392, 1426b., 1438, 1441, 1443 a., 1483a., 1495 a., 1496, 1497 a und b., 1499, 1507, 1519, 1542, 1546, 1561 a-c, 1565a—c, 1655. 346. Pilgerkatalog 1552, 1565a., 1611. Im Jahre 1617 ward Graf Albrecht von Ei-bach auf einer Reise nach Italien gefangen und erst gegen Zahlung eines schweren Lösegeldes frei (Arch. für hess. Gesch. 1851, 416—418), und deswegen ward auch Landgraf Ludwig V. von Hessen von den Maltesern so eindringlich von einer Pilgerfahrt abgemahnt, dafs er davon Abstand nahm (ibid. 1845, 1—24). 347. Pilgerkatalog 1556 a., 1582—1589. 348. Pilgerkatalog 1378, 1404, 1479a., 1552f., i561a., 1565 c, 1573a., 1582-1589, 1629, 1666, 1675. Rauchwolff (1573) kaufte sich selbst frei, Schiltberger (1410), Wild (1608) erhielten ihre Freiheit für ihre treuen Dienste. Reminiscenzen an die Gefangenschaft siehe im Pilgerkatalog 1573 a. 349. Im Lübecker Urkundenbuch IV, Nr. 493, S. 540 wird eine Frist von vier Jahren, in der deutschen Sage von Heinrich dem Löwen sieben Jahre als Termin angenommen, von wo ab der Pilger für verschollen oder verstorben galt. 350. Vgl. Pilgerkatatog 1468a., 1479a., 1488b. Wiemanheim- gekehrte Pilger durch Gastereien zu ehren suchte, siehe in Compte- rendus d'histoire, Bruxelles IX, 1867, 488, 496. 351. Vgl. Pilgerkatalog 1493 a., 1495, 1497 a und oben Note 287 u. 288; aufserdem wurde das Andenken an die Pilgerfahrt durch Bilder und gröfsere Darstellungen erhalten (ibid. 1493 a., 1497 a.). 352. Joh. Bodman erhielt den Beinamen „der Landfarer", Carl Nützel 1586 den „des deutschen Ulysses"; dafs Pilger übrigens oft ein schweres körperliches Leiden mit heimbrachten, siehe im Pilgerkatalog 1426, 1470. 353. Vgl. Röhricht, Beiträge zur Gesch. der Kreuzzüge II, 392—400, wo die Kreuzfahrersagen zusammengestellt sind; vgl. dazu noch Sepp, Jerusalem II, 172—176. 83 854. So Konrad von Einsiedel; vgl. Pilgerkatalog 1427, auch 1308 und 1443 a und Joh. Kern, Schlesiens Sagen, Breslau 1863, 301 sub voce Scheidnich. 5:55. Ein Ritter von Mehrnstein bei Rattenberg geht, nachdem er der Fai vom Sonnenwendjoch die versprochene Liebe gebrochen, nach dem heiligen Lande, um nie mehr zurückzukehren (v. Alpenburg, Tiroler Sagen 94—95). Ein Ritter aus Eger zieht, da ihn drei Fräulein lieben, nach dem heiligen Lande, worauf diese den Nonnen- sehleier nehmen, aber eine Namens Brunhilde lebt noch, als der Ritter heimkehrt, und stürzt sich, ihres Eides vergessend, dem Geliebten in die Arme, worauf beide sterben (Gräfse, Sächsische Sagen II, 91). Ein Ritter, auf den ein anderer verheirateter Ritter eifersüchtig ist, wird gezwungen ins heilige Land zu gehen, wo er stirbt; aber da er befohlen hatte, ihm das Herz nach dem Tode auszuschneiden und der Geliebten zu überbringen, bringt der Ehemann diese dazu, ohne ihr Wissen das Herz zu verzehren; als sie hierauf erfahren, was sie gegessen, weigert sie die weitere Annahme von Speise und stirbt (Lieder der Klara Hätzlerin ed. Haltaus, Nr. 23). 356. Bei Vulpius, Kuriositäten 1812, 405—422 und ohne Zweifel daraus bei Seifart, Erheiterungen, Stuttgart 1866, 144—148; Erman erwies in der ZDPV. IV, 201—205 zuerst, dafs hier ein aus der deutschen Ausgabe des Felix Fabri gemachter Roman vorliege. Dasselbe wird auch von der durch Hormayr (Taschenbuch 1837, 117—132) mitgeteilten Sage: Der schöne Franz von Brunn gelten, obgleich diese von der Person des Bartscheerers vielerlei Neues zu erzählen weifs und die Hauptperson nicht er, sondern die Tochter Hinkos von Waldstein Ludmilla ist, welche unter dem Namen Franz von Brunn der Reisegesellschaft 1483 sich angeschlossen haben soll, um nach Cypern zu ihrem Geliebten und Lebensretter Chrysogonus zu gelangen und seine Gattin zu werden. 357. Bei Vulpius, Kuriositäten 1817, VI, 323—334, von Erman (ibid.) auch als Roman charakterisiert. Jedenfalls ist Raininger von Buchhorn aber eine historische Person, da von ihm in München im Cod. germ. Nr. 270, fol. 50—57 c. 1464 Sprüche erhalten sind. . 358. Unter den Begleitern des Herzogs Albrecht von Sachsen nennt die Sage auch Bruno von Schönberg, dessen Urahn einst einen Löwen im Moraste erschlagen und daher sein Wappen empfangen haben soll (Gräfse, Sachs. Sagen I, 501, 64). Ein anderer Begleiter, der Zwickauer Hauptmann Martin Römer (den auch Mergenthai nennt), soll den Zug Herzog mit 150 Pferden verstärkt und ihn auf der Reise freigehalten haben (Gräfse, Sachs. Sagen II, 12); ebenso habe er ein Reliquiar mit serbischer Inschrift, welches aus der Kirche zu St. Tri- nität in Konstantinopel stammte, mit fünf Stückchen des heil. Kreuzes und vier Edelsteinen von einem Griechen gekauft, in dessen Hände. 6* 84 diese Reliquien nach 1453 gekommen seien; Römer schenkte sie an die Marienkirche zu Zwickau, wo sie Wallenstein am 1. September 1632 raubte (Gräfse II, 3—4; vgl. Johanniterblatt 1880, S. 280). Als Reisegefährte des Landgrafen Ludwig von Hessen (1491) wird Graf Johann von Ziegenhain, der letzte seines Stammes, genannt, welcher in Venedig zufällig einen Kaufmann traf, dem er, wie oft geschah, im Habichtswalde aus Mutwillen den Wagen umgeworfen hatte; der Kaufmann wollte ihn anfangs aus Rache dafür festnehmen lassen (Johanniterblatt 1878, Nr. 5, S. 28). Auch sollen der Freiherr Werner von Zimmern mit dem Grafen von Kirchberg und Freiherrn von Tengen (1483) auf ihrer Fahrt Meerfrauen angetroffen und (wie der Ritter Petermann von Temringen vom Schlosse Staufenberg; vgl. Engelhardt, Der Ritter von Staufenberg, Strafsburg 1823) sich mit ihnen verheiratet haben (Zimmersche Chronik 1, 26 ff. •, Birlinger, Aus Schwaben, S. 7 f. Sollte darin vielleicht eine Reminiscenz an die cy- prische Sage von der schönen Melusine, die im Hause der Lusignans spielt, liegen?). Aufser den Fahrten des Hans Bodmann, der nach siebenjährigem Umherirren durch das Nebelmännchen die Nachricht empfangt, dafs eben seine Gemahlin Hochzeit feiere, und durch dessen Hilfe gegen das Versprechen, das Nebelläuten auf dem Bodensee aufhören zu lassen, noch zur rechten Stunde nachhause zurückkehrt, um ganz wie Heinrich der Löwe durch einen Ring im Becher sich als der verloren geglaubte rechte Ehegemahl zu erweisen (Unland, Werke VIII, 424-428; vgl. Pilgerkatalog 1308) und aufser der Pilgerreise des Grafen Friedrich VII. von Hohenzollern - Ottingen (Pilgerkatalog 1443 a) ist es besonders das Haus der Montfort, von dem die Sage vielerlei zu melden weifs. Ein Graf Albrecht von M. Werdenberg soll nach Portugal und dann über Rhodus, wo er den Grafen Johann von Pfirt trifft, mit Marquard von Altstetten nach Jerusalem gegangen sein und die Tochter des portugiesischen Königs Elise geheiratet habe (vgl. Zimmersche Cbron. III, 194ff.). Der Vater Albrechts war sogar bis Cathay gereist und hatte die Königin im Gotteskampf als der ihr vorgeworfenen Untreue nicht schuldig erwiesen, wofür er von ihr das Tuch Christi empfing, in welches der Leichnam Christi nach der Kreuzabnahme eingewickelt worden war (Thomas Lirer von Rankwil, Alte schwäbische Geschichten herausg. von Wegelin, Lindau 1761, c. 31—36, woraus die Darstellung bei Kaiser, Gesch. des Fürstentums Lichtenstein 135—136 geflossen ist). Andere Pilger brachten aus dem heiligen Lande allerlei mit z. B. Arzeneien, wie die Sage des Klosters Fischbeck zeigt (Gräfse II, 815), und Gangolf von Mendt, welcher seinen Unterthanen irgendetwas Wertvolles mitzubringen versprochen hatte, aber er erhielt den göttlichen Befehl, heimgekehrt mit dem Pilgerstabe auf die Erde zu stofsen, dann werde eine neue Quelle emporschiefsen, die den Seinen 85 als die beste Gabe erscheinen werde. Diese Quelle heilst heute noch der Gangolfsbrunnen (Gräfse II, 731 f.). Auch in englischen Romanen und Romanzen des späteren Mittelalters z. B. in Guy of Warwick, Bevis of Hampton, Eglamour, Isumbras und Triamour ist von Pilgerfahrten nach dem heiligen Lande die Rede. 359. Hans Brömser von Rüdesheim, als er im heiligen Lande gefangen war, that das Gelübde, kehre er glücklich heim, seine einzige Tochter Gisela dem Kloster weihen zu wollen. Er entkommt glücklich mit seiner Sklavenkette, aber Gisela will nicht ins Kloster gehen und ertränkt sich, worauf Brömser die „ Not-Gotteskirche" und 1390 die Pfarrkirche zu Rüdesheim erbaut, auf deren Turmspitze ein Halbmond als Wetterfahne sich dreht (Gräfse, Sagenbuch d. preufs Staates n, 707). Ein Ritter von Plate hatte seinen Bruder (c. 1360) erschlagen und mufste dafür zur Strafe nach dem heiligen Lande pilgern; er baute heimgekehrt eine Marienkirche zu Plate (Gräfse II, 922). IL Pilgerlieder. L/afs die Pilger vor und während der Kreuzzüge Lieder sangen, ist sicher (vgl. Röhricht, Pilgerfahrten 356f.; Hagen- meyer, Ekkehard 303, Migne, Patrol. lat. CLV, 1291—1292; Histoire litt, de la France XXI, 279, 839; Gaston Paris in: Romania 1880, IX, p. 44; Archives de 1'Orient latin I, 397); ganz besonders werden die Deutschen als fromme Sänger geschildert. So sagt Gerlach in seinem Psalmenkommentar aus der Zeit 1147 (ed. Pez 794): „In ore mili- tantium laus Dei crebescit, quia non est in toto regno Chris- tiano, qui turpes cantilenas cantare in publico audeat, sed tota terra jubilat in Christi laudibus etiam per cantilenas linguae vulgaris maxime in Teutonicis, quorum lingua magis apta est concinnis canticis", und Stephan von Bourbon, Anecdotes historiques, legendes et apologues ed. Lecoy de la Marche, Paris 1877, p. 168 rühmt in der Mitte des dreizehnten Jahrhunderts die Deutschen und empfiehlt anderen Pilgern, „ut de Deo cantent, ut faciunt Theutonici, non de aliis vanitatibus et turpibus" (vgl. Walafr. Strabo in Bernardi Opp. II, 1197; Wadding, Annal. Minor. II, 3). Am bekanntesten war das Lied: „In Gottes Namen fahren wir" (HofFmann, Gesch. des deutsch. Kirchenliedes 71; Haupt, Zeitschr. für deutsches Altertum III, 7—27; V, 176f.; Alwin Schultz, Das höfische Leben II, 245); es war im dreizehnten Jahrhundert auch Schlachtlied. Die Pilger sangen es bei der Ankunft im heiligen Lande (Fabri I, 82, 184; Kohl 25. Tucher 352; Breitenbach 56 a; Tschudi 104) 90 neben dem Salve Regina und Tedeum (Briemle II, 328; vgl. sonst über andere Lieder Kobl 126, Fabri, Geistliche Pilgerfahrt 285 und Pilgerkatalog 1390 — 1396). Wir geben hier den Text und die Noten der ältesten Pilgerlieder, da sie wenig bekannt zu sein scheinen. I 1 )- ^ms^m ö^H 3 Je-ru-salem mi-ra - bi-lis, urbs be - a - ti - or a - li - i» \=t -<^-- £ -A^ä. zsn. quam per-ma-uens op - ta bi - lis gau den- m S v=t=t ~i=£—a- rsz. ~X=X ti - bus te an - ge - lis. 2. Nam in te Christus veniens Aperta bona tribuens, Super asinum residens, Gens flores terrae prosternens. 3. Et tibi coenam feeerat, Cum discipulis manderat. Judas illum prodiderat, Triginta nummos venderat. 4. Illum Iudaei emerant, Colaphos ei dederant, In faciem conspuerant Et in cruce suspenderant. 5. In ligno poenas passus est, In latus perforatus est, Pedes, manus eonfixus est Ibique nos redemptus est. 6. Et in sepulchro positus Custoditur militibus, Tandem surrexit Dominus, Ulis aspicientibus. 7. Uluc debemus pergere, Nostros honores vendere, Templum Dei acquirere, Saraeenos destruere. 8. Quid prodest nobis omnibus Honores adquirentibus, Animam dare penitus Infernis tribulantibus ? 9. Illuc quicumque tenderet, Mortuus ibi fuerit, Coeli bona deceperit Et cum sauctis permanserit. 1) Schubiger, Musikalische Spicilegien, Berlin 1876, S. 121—122; Hezemans, Eeisverhaal van den kruisvaarder uit de XIII eeuw in : De Dietsche Waranda ed. Alberdingk Thijm, Amsterd. 1875, 351 erwähnt dieses Lied als von Abbe Raillard bereits herausgegeben, aber ich konnte diese Publikation nicht erreichen. 91 II. In Gottes Namen fahren wir 2 ). (Zwölftes Jahrhundert.) a. Älteste Lesart der Melodie. Dor. iFkW~z --------n r-------------------- '^—1 zfest ° i r feOp ~-.j —S> ------ G>— —Gl ------ G>- o- °' ■ ------ -| ----1--- In Got-tes na-men fa - reu wir, sei-nerge- ±Ätr3 -Q ----- O- isz *t=: -O ----- <9- zsn=i^- na-den be- ge - ren wir: das hell" vns die got-tes krafft i p vnd das hey - li - ge grab, do gott sei - ber in - ne lag. 4ht----------------------------- .__y_ w ---------_^_ w — ö .— ö— -££—»—«- -i»--------©—^--------------- &—2- --------------------1— Ky - ri - leis. B. Christ e - loya, ky-rie-leis, das helff r~Q-r ------------ t -----------1------1------------ 1— : #f ------ o- ■ *—&- -tf- -&~Zr 2 i--s> ^ -na- -tb — — vns der hey - lig geist vnd die war got - tes ftym daz wir i§ JjjESJ gsejitfs g -ig g, |-S> frö - lieh farn von hyn! Ky ri - e - ley - son! b. Handschriftlicher Text 1422 (Leichform). a. In gottes namen farn wir, siuer gnaden gere wir. nü helfe uns diu gotes kraft und daz heilige grap, da got selbe inne lac! Kyrieleis ! b Sanctus Petrus der ist gut, der uns vil siner genaden tut: daz gebiutet im diu gotes stimme froelichen fare wir: nü helf uns edle Marjä zu dir! etc. froelichen unverzeit, nü hilf uns Marjä, reine meit! 2) Aus Franz Böhme, Altdeutsches Liederbuch 1877, No. 568, S. 677—680, wo sonst auch gründliche weitere Nachweise zu finden sind. 92 c. Sanctus Petrus won uns bi, swenne wir sullen sterben, mache uns aller sünden fri und läze uns niht verderben! Vor dem tiuwel uns bewar, reiniu meit Marjä, und vüer uns an der engel schar! So singe wir alleluja, Alleluja singe wir dem werden got von himelrich, daz er uns mit sinen engein kroene. d. Kyrieleis christeleis, so helfe uns der heilige geist und der heilige Crist, der aller werlte ein vater ist! etc. c. BittfahrtBlied (fünfzehntes Jahrhundert). 1. In gotes namen faren wir, seiner gnaden begeren wir, nu helfe uns allen gottcs kraft, verleihe uns allen grofse macht! Kyrie eleison! 2. Und das heilige Kreuze werd uns allezeit nütze, das kreuze, da got sein marter an leit, dasselbig sei unser freud! Kyrie eleison! 3. Auch das heilige grap, da got selbest inne lag mit seinen fünf wunden also her: frölich farn wir (gen Jerusalem) daher! Kyrie eleison! 4. Kyrie eleison, Christe eleison! nu helfe uns der heilig geist und die werte gottes stimm, dafs wir fröhlich farn dahin! Kyrie eleison! Dieses Lied sangen 1348 auch die Geifsler, als sie in Speier einzogen (Schubiger, Musikal. Spicilegien u. Publikat. älterer praktischer und theoretischer Musikwerke, Berlin 1876, IVB, 120—121). 93 d. Bittfahrtslied (sechszehntes Jahrhundert). Dor. m ^ ■o — a> — & — & — &— -e -& — &- & In Got-tes Na-menfah - ren wir, Sey - ner i iL 5 <« - gna-den be - geh - ren wir, ver - leyh vns die aufs-gü-tic- m keyt, o hey- li - ge try-fal-tic-keit! Kyrie lei - son! 2. In gottes namen faren wir, zu got dem vater schreien wir: behüt uns, herr, vorm ewigen tod, und tu uns hilf in unser not! 3. In gottes namen faren wir, zu unse.rm heiland rufen wir, dafs er uns durch die marter sein machen woll von den sunden rein. 4. In gottes namen faren wir, vom heiigen geist begeren wir, dafs er woll erleuchten uns durch die rechte gütliche kunst. 5. In gottes namen faren wir, Maria zu dir kommen wir, dein vorbitt wollst mitteilen uns und erlangen die gnad deins suns ! 6. In gottes namen faren wir, alle heiligen bitten wir, dafs sie durch Christum unsern herrn des vaters hult für uns begern. 12. In gottes namen faren wir, welchen allein anbeten wir; vor allem übel uns bewar! herr, hilf uns an der engel schar! 7. In gottes namen faren wir, in dich allein, herr, glauben wir, behüt uns vor des teüfels list, der uns allzeit nachstellen ist! 8. In gottes namen faren wir, auf dein tröstung, herr, hoffen wir; gip uns friden in diser zeit, wend von uns alles herzenleit! 9. In gottes namen faren wir, seiner verheifsung warten wir, die frucht der erden uns bewar, davon wir leben das ganze jar! 10. In gottes namen faren wir, kein helfer on in wissen wir: vor pestilenz und hungersnot behüt uns, lieber herre got! 11. In gottes namen faren wir, allzeit dir, herr, vertrauen wir; mach rein die kirch von falscher ler und unser herz zur warheit ker! 94 e. Melodie bei Leisentritt 1567. Mixolyd. ^E=E^ll ■o — o ----- fS- ^Jä In G-ot- tes Na-men fah - ren wir, Sey-ner gna- i 3ZSTS den be-geli-ren wir, nun hilft" uns al-len got-tesferafft, Verls___ d2_ ä@=ä _& __» leyh vns all- zeit grof-se macht! Ky - ri - e ley - son! III. Pilgerverzeichnis. C. 1300. Über die Pilgerfahrt des Goslarer Decan Friedrich (aus Jerxheim) giebt folgende Notiz Nachricht: „ Sciant universi, quod dominus Fred er icus, quondam de- canus ecclesie Goslariensis dictus de Jerxem et ca- nonicus ecclesie Nazareth, de communi consensu totius ca- pituli ecclesie Goslariensis decrevit et ordinavit ob reverentiam S. Trinitätis, ut VIII. Ydus Augusti, in die b. Sixti, trans- tiguratio domini nostri Iesu Christi celebriter et sollemp- niter celebretur et hoc ideo. Cum quadam die in ipso monte Thabor personaliter existeret et mirabilia Dei ibidem conspiceret, ubi Dominus transtiguratus fuerat, voto promissionis ad ista procuranda, si superviveret et Deo placeret, se diligenti animo astrinxit et Domino cooperante devotus inplevit, et quia in partibus transmarinis ab omnibus christianis et ex ista parte maris in maritimis civitatibus prenominata festivitas sicud in die penthecostes sollempniter peragitur et inter precipuas et digniores sollempnitates a pluribus christifidelibus computa- tur" (Cod. perg. foL No. 128, s. XIV, Gymnas. Halberstad. nach Sclnnidt, Programm des Königl. Domgymnasiums in Halberstadt 1881, 8. 7). 1301—1311. Der Procurator und Syndicus von Lübeck Johann Selege machte eine Pilgerreise nach Jerusalem und kehrte glücklich wieder heim. (Mecklenb. Urkundenb. V, 39, No. 2766; Lübecker Urkundenb. II, 138 — 139, No. 161; Geschichtsquellen der Provinz Sachsen XV, 1882, 571.) RÖUriclit, Pilgerreiseu. T 98 1307 (1. Mai) urkundet der Rheingraf Werner jun. als Kreuzfahrer (Roth, Geschichtsquellen aus Nassau II, 57, No. 69). 1308 soll ein Ritter Johann von Bodman (bei Überlingen) nach dem heiligen Lande gegangen sein und sieben Jahre lang wunderbare Abenteuer bestanden haben, wovon die Sage ausführlich zu berichten weifs (Uhland, Schriften VIII, 419—432). Im Jahre 1309, wo eine grofse Menge von Kreuzfahrern zusammenlief, um nach dem heiligen Lande zu ziehen (vgl. Röhricht in: Forschungen zur Deutschen Gesch., 1880, S. 118 u. Les archives de l'orient latin I, 651), werden auch folgende Pilger genannt: a) Nikolaus, Sohn des Ploten, aus Mecklenburg (Mecklenburg. Urkundenbuch V, No. 3280), b) Vogt Ulrich von Matsch, dem wegen der Ermordung des Abtes von Marienberg aufser der öffentlichen Geifslung auch (19. März 1309) die Wallfahrt nach Jerusalem als Bufse auferlegt worden war (v. Hormayr, Gesch. der Grafschaft Tirol I B, S. 503 ff.; Kopp, Gesch. der eid- genöss. Bünde IV A, S. 273 f.; Zeitschr. des Ferdinandeums 1871, 88—93; Tirolische Geschichtsquellen II, Innsbruck 1880, 186) und c) Wilhelm von Saefthingen, Mönch im Kloster Dunes, der seinen Prior im September 1308 schwer verwundet hatte und nun zur Strafe (1309) nach dem heiligen Lande geschickt wurde („ut instanti Hospitalariorum pas- sagio transeat in subsidium Terrae Sanctae et in praedic= torum Hospitalariorum ordinem ingrediatur, si poterit" [Kervyn de Lettenhove, Notice sur un manuscrit in Nouv. Mem. de l'acad. de Bruxelles XXV, p. 12, 19]). Einer Tradition zufolge soll dieser Mönch Wilhelm später Sultan von Ägypten (!!) geworden sein (St. Genois, Les voyageurs Beiges I, 19). Im Jahre 1312 zeichnete sich Konrad Werner von Hattstatt in einem Kampfe auf der Insel Episcopia aus (Megiser, Propugnaculum Europaeum, Leipzig 1606, 99 72); vielleicht ist dies derselbe, welcher als Pilger in einer Urkunde erscheint (vgl. oben S. 37). In einer Urkunde vom 23. November 1318 erwähnt Fürst Johannes von Werte den Pfarrer von Jördens- torf, Curdt Hammen, der in seinem Auftrage eine Pilgerfahrt nach Jerusalem vollbracht habe. (Mecklenb. Ur- kundenb. VI, 390—391, No. 4026.) 1319. Der Markgraf Waldemar von Brandenburg soll 1319 nicht gestorben sondern nach dem heiligen Lande gepilgert sein, um einen Thronerben sich von Gott zu erbitten; über die ganze Sage vgl. die ausführlichste Darstellung bei v. Klöden, Diplomatische Geschichte des Markgrafen Waldemar, Berlin 1845, IV, 336 ff. 1320 pilgerte Johann von Wildberg nach dem heiligen Lande (Leu, Helvet. Lexikon XTX, 451). L. 1328—1329 war Graf Albrecht I. von Montfort- Werdenberg im heiligen Lande, aus dem er die Tochter eines Emirs mit in die Heimat gebracht und als Nonne dem Dominikanerkloster zu Bludenz übergeben haben soll (Schriften zur Gesch. d. Bodensees XV, 1886, 17). 1330. Herzog Heinrich IL von Braunschweig- Grubenhagen, wegen seiner vielen Eeisen nach dem Osten „de Graecia" genannt, der Schwager des Kaisers Andronicus IL, reiste mit Empfehlungsbriefen desselben ausgerüstet nach Palästina und dem Sinai, wo er durch den griechischen Patriarchen zwei Dornen aus der Dornenkrone Christi und Ol aus dem Grabe der heiligen Katharina zum Geschenk erhielt (Waschow, Otto von Tarent, Glatz 1874 [Breslauer Inaug. Dissertai], 3—4), die er 1351 dem Kloster Walkenried übergab (Walkenrieder Urkundenbuch, 197— 198, No. 921). Er heiratete Heloise (Du Cange, Les fa- milles d'outre mer ed. Rey 378; vgl. Waschow 4; Have- mann, Gesch. von Braunschweig I, 422—423; 0. von Heinemann, Gesch. von Braunschweig u. Hannover, Gotha 1886, II, 53) und wird von Ludolf von Sudheim 39 Graf von Jaffa, Herr von Ramleh und Marschall des Königreichs Jerusalem genannt. Neben ihm wird noch erwähnt Hugo von Braun- 7* 100 _ schweig 1365 (Macheras ed. Miller et Sathas 87, 89), 1366 als Connetable des Königreichs Jerusalem Philipp von Braunschweig (Du Cange 148, 624; Machaut, La prise d'Alexandrie ed. de Mas Latrie 138, 284; Macheras 55, 62, 105, 161; Recueil armen. 715 f.) und 1371 Otto von Braunschweig (Du Cange 149, 151; Recueil arm. 718). Ein Johann von Braunschweig erscheint 1413 als Admiral des Königs von Cypern (Niccolo da Este in Collezione di opere inedite o rare, Torino 1861, 131 ff.; vgl. Jahrbücher der Görres-Gesellschaft, herausgegeben von Hüffer 1880, I, 305—307). ^ä/1332—1354. Friedrich Chreuzpeck (Kroisbach oder Krebsbach bei Neusiedel) diente im Kriege Albrechts I. gegen Böhmen, dann gegen Ludwig den Bayern, wurde gefangen (1322) aber wieder befreit und kämpfte (1324) in Italien, dann (1328) im Kreuzheere des Königs Johann gegen die Preufsen, tournierte 1329 in Tours und focht in der Schlacht bei Konsetel gegen die Böhmen und Ungarn mit (1330), wollte hierauf Waffendienste bei König Robert von Neapel thun, ging aber, da inzwischen Friede geschlossen worden war, über Apulien zum erstenmale nach dem heiligen Lande (c. 1332). Von dieser Reise meldet Suchen- wirth (herausgegeb. von Primisser, Wien 1827, 45 f., Vers. 174—213), die einzige Quelle über die Thaten unseres Helden, folgendes: Dar nach so für er über mer Dy ersten vart, als ich ew sag; Daz heilig grab, do inne lag Got selber, daz be- schawet er; Tzu sant Katreyen stund sein gor, Dy sucht er da mit tzuchten schon. Vers 180 Her wider er gen Pabilon Pur, daz ich euch recht be- schaid, Ain und tzwaintzig tage waid. Hinfür der edel für tze hant In ein stat, ist Guzz i) genant: Er war was auf der verte da, 1) Gaza? 101 Daz erwolt sein in Endia: Daz understund der haiden ge- walt, Der edel wart, gevangen palt Und lag gevangen ein halbez jar, Vers 190 Daz er nie sicher was verwar Des lebens einen halben tag. Marian er zu dienen phlag Und lobt in seiner grösten not Tzu fasten untz an seinen tot Sechs tag in der woehen, Daz plaib gar untzebroehen Von im gar sicher tägeleich: Nu half im Christ von himelreieh, Daz chaufleute chomen tzu der stunt, Vers 200 Den er dikeh gewesen kunt Mit ern was an maniger stat. So vleizchleich man umb in pat, Man leeh im gelt auf sneller yart, Daz er mit ern ledig wart. Her wider er gen Venedy zoch, (S. 46) Der werd vand mit ern hoch Ein geselleschaft gar wandeis vrey, Mit der für er [gen Armoney: Der chrig der was ge- nomen ab. Vers 210 Tzum ander mal daz heilig grab Sucht der ritter- schefte kipper Dar nach sach man in Tzipper, Von Tzipper gen Kun- stantinopel. . . . Von Konstantinopel ging er durch Rufsland nach Stockholm, diente dann im Heere des Königs Magnus gegen die Russen, kehrte von da nach Schweden zurück, ging nach Schottland und Irland, dann nach Spanien und Rom, kehrte nach 3|jährigem Aufenthalt zurück und kämpfte 1351 im Heere des Königs Ludwig von Ungarn gegen die Preufsen. Hierauf besuchte er Dänemark, Holstein, Westfalen, Frankreich, Spanien, Majorka, Sicilien, Calabrien, Rhodus, Cypern und kam zum drittenmale nach dem heiligen Lande (S. 47, Vers. 300—302), von wo er über Konstantinopel durch die Wallachei und Ungarn wieder glücklich heimkehrte. Da Friedrich 1358 Oberjägermeister wurde (Huber, Rudolf IV. von Osterreich, 156), so wird diese dritte Reise nach Jerusalem wohl in die Jahre 1353 —1356 zu setzen sein; er starb 1360 (Peter Suchenwirt, Werke, herausgegeben von Primisser 43—47, 247—255; v. Hor- mayr, Taschenbuch für vaterl. Geschichte 1828, IX., S. 13— 102 23). Über das Denkmal unseres Pilgers in der Augustinerkirche zu Baden vgl. Blätter des Vereins für Landeskunde von Nieder-Österreich, 1871, S 141 — 143; Kurz, Österreich unter Herzog Albrecht IV., Linz 1830, II, 354—355. -^ QJJ33) Wilhelm von Boldensele (Otto von Neuhaus) reiste mit einem Priester und zahlreicher Dienerschaft auf Veranlassung des Bischofs von Limoges und späteren Kardinals Elias von Talleyrand - Perigord nach Jerusalem, wo er am 5. Mai eintraf (Grotefend in d. Zeitschr. d. historisch. Vereins für Niedersachsen, Jahrgang 1852 (1855), 209—226, 231 f. ! ; vgl. Mielot in: Le chevalier au cygne ed. Baron von Reiffenberg I, 277), nachdem er eigenmächtig das Dominikanerkloster St. Paul in Minden 1331 verlassen, aber in Rom Absolution empfangen hatte. Er berührte Troja (S. 239), Athen, Chios, Ephesus (S. 240), Rhodus, Cypern (S. 241; das dort genannte Schlofs Gedamor ist Dieu d'amour), ging über Jaffa nach Tyrus (S. 242), dann über Accon, Gaza, Cairo (S. 244ff.) nach dem Sinai, mit einem Geleitschein des Sultans versehen (S. 252—256), dann über Jerusalem, wo er Ritter des heiligen Grabes wurde und die umliegenden Gräber der Propheten unter Führung eines deutschen Juden besuchte (S. 270^, nach Damaskus (S. 283f.); von den Maroniten im Libanon erzählt er, dafs sie auf den nächsten Kreuzzug warteten, um mit den Christen des Abendlandes gegen die Muselmänner zu kämpfen (S. 286). Über seine Reise vgl. auch Johanniterblatt der Ordensballey Brandenburg 1861, 149 — 151, No. 34. •*$ 1336—1341. Ludolf, Pfarrer zu Sudheim, weifs von seiner Orientreise viel über Deutsche zu berichten. In Cypern traf er einen Grafen von Vianden (d. i. Graf Gottfried III.; vgl. Neyen, Hist. de la ville de Vianden, Luxembourg 1851, 146—147), Graf (Heinrich) von Schwarzburg (der in der That 1337 nach Jerusalem pilgerte und auf der Reise starb; vgl. Chron. Sampetrin. ed. Stübel 174; Hesse, Arnstadts Vorzeit 152, Note 36), dominus de Sleyde, nobilis de Lichtenstein (S. 35) ebenso viele Deutschherren und Ritter des englischen 103 St. Thomasordens (S. 32). Über den ersten christlichen Herrn von Caesarea erzählt er (S. 49): „terra sancta recu- perata, in portionem cujusdam militis de partibus istis nomine de Hörne fuit devoluta, cujus generis adhuc temporis meis vixit vidua, quam saepius bene vidi et de hac materia tractavi" (vgl. dagegen Du Cange, Les familles d'outre mer ed. Rey 274f. u. Röhricht, Beiträge II, 308). In Hebron trifft er drei Renegaten aus der Diöcese Minden, welche früher den Wilhelm von Boldensele auf seiner Reise begleitet hatten (S. 71), in den Balsamgärten von Matharia vier Deutsche, aufserdem noch einen Mann aus Schwarzburg bei Erfurt und einen gewissen Nikolaus, welche wahrscheinlich bei der Eroberung Accons 1291 gefangen genommen waren (S. 54). Am Toten Meere lernt er zwei bei derselben Gelegenheit gefangene Templer (der eine war aus Burgund, der andere aus Toulouse) kennen („qui ligna soldani servabant"), die nach Ablauf eines Jahres ihre Freiheit wieder erhielten (S. 89). Am Fufse des Tabor will der Reisende die Burg Blanchegarde (Teil es- safie bei Askalon!) besucht haben, nach der sich viele dort ansässige Familien genannt hätten („sed unde orti fuissent eorum parentes ante recuperationem Terrae Sanctae, peni- tus ignoratur, et saepius super hoc ab eis sum interrogatus, si aliquis esset in partibus meis, qui se diceret habere in partibus Ulis cognatos, qui eorum arma in clipeis haberent", S. 96). In Safed findet er bei einer jüdischen Familie aus Westfalen Aufnahme (S. 97). Die Grabeskirche vergleicht er mit der Kathedrale von Münster (S. 78), den Libanon mit dem Osning (S. 37), den Tabor mit dem Desenberg bei Paderborn (S. 95). Seine Reisebeschreibung, welche das Meiste aus Wilhelm von Boldensele entlehnt, ist herausgegeben von Deycks in der Bibliothek des litterarischen Vereins zu Stuttgart 1851; vgl. dazu die sorgfältige Studie von Neumann in Les ar- / / chives de l'orient latin II, 305—378. ~¥ Zwischen 133 1 ? und 1341 pilgerte Burggraf Albrecht der Schöne von Brandenburg, nachdem er viele rit- 104 terliche Fahrten glücklich vollendet, auch nach dem heiligen Lande (S. 15 —17); von ihm berichtet Peter Suchenwirth (herausgegeben von Aloys Primisser, Wien 1827, 21): Darnach was über mer berait Der Herr mit ganzer innercheit, Und sach daz heilig gotes grab. Dan noch wolt' er nicht lassen ab, Er tzogt zu sant Katreyn Die müzz seh» sele vreyen Vor immer bernden ungemach; Ir grab, ir heilig öl er sach; Dem edlen wärt da mer bechant Orep der perk in haiden lant, Der in der wüste wazzer gab, Vil maniges dürren hertzens lab Was er der Iserhelen schar; Er nam auch Pabilony war An seiner widerverte, In deucht die vart nicht herbe Her über mer und heim zu land. (Vgl. Geisheim 15—17 und Märcker, Albrecht der Schöne, Berlin 1858, 9, 31). —* Ungefähr 1338—1347 bereiste ein ungenannter Kleriker aus Köln Ägypten, Palästina und Persien, worüber uns ein leider nicht vollständiger Bericht vorliegt, den zuerst Benfey, Orient und Occident, 1862, I, 452—480, 627—647, dann Röhricht u. Meisner in Zachers Zeitschrift für deutsche Philologie XIX, 1—86 veröffentlichten; er enthält leider gar keine persönliche Erlebnisse und wenig über Palästina. 1340 starb in Retimo auf Candia Johannes Cirol aus Marburg in Steiermark. Die Commemoriali II, 88, No. 503 melden darüber (10 juli 1340): „Ducale a Filippo da Molino rettore a Rethimo. Gli si ordine di consegnare a Giovanni Grioni i 150 ducati et le 4 ampolle di balsamo lasciate da Giovanni Cirol di Marburg morto in quella citta mentre veniva di Terra santa con Nicolö ungherese" (vgl. II, No. 531, 537). -4*. C. 1340 ging ein Herr von Nassau nach dem heiligen Lande und fand dort bei einem Emir freundliche Aufnahme; dieser entband ihn auch von der Zahlung des Tributs für den Besuch des heiligen Grabes („qui census satis dampnosus et notabilis fuisset, si secundum quantitatem peccunie eorum ab eis exactus fuisset"). In Damaskus wurde er von einem Renegaten mit seinen Begleitern als Kundschafter des Kaisers verdächtigt („nam in brevi ven- 105 turus foret cum exercitibus Christianis ad terram illam ca- piendam et sue dicioni subjiciendam "), infolge dessen gefangen gesetzt und schimpflich behandelt, aber durch Vermittelung seines Gönners als Pilger legitimiert und befreit, worauf der Renegat seine falsche Anklage mit dem Tode büfsen mufste. Die Pilger wurden durch den Emir auch dem „Sultan" vorgestellt, der sie freundlich aufnahm, und dem Gouverneur von Accon befahl, sie nach Cypern einzuschiffen. Als dieser dem Befehl nicht nachkommen wollte, zwang ihn der Emir mit Hilfe der 400 in Accon weilenden christlichen Kaufleute dazu und verschaffte ihnen Gelegenheit zur Fahrt nach Cypern. (Johannes von Winterthur, Chronik, herausgegeben von Georg von Wyfs, Zürich 1856, 186—187.) Im Jahre 1312 starb Graf Ludwig von Oettingen, ein Domherr zu Mainz, in Cairo (J. P. Lang, Materialien zur Oetting. Geschichte, Wallerstein 1774, IV, 133). .; 1313 pilgerte Graf Woldemar von Anhalt nach dem heiligen Lande (Peter Becker, Chronik von Zerbst, herausgegeben von Kindscher, Dessau 1858, 4 u. 141). In demselben Jahre soll der Schwager des Königs Ludwig von Deutschland, ein Graf von Holland, sich zur Pilgerfahrt gerüstet haben, ohne jedoch das heilige Land zu erreichen (Job. von Winterthur 189—190). 1316 im März pilgerten die Herren von Bodmann und von Hohenfeis mit einigen Gefährten nach dem heiligen Lande, wo sie gut aufgenommen wurden („a quodam rege pagano reverenter tractati sunt et muneribus insignibus honorati sunt"); sie trafen schon vor dem 25. Dezember desselben Jahres wieder in der Heimat ein (Joh. von Winterthur 240; vgl. Unland, Schriften VIII, 432 —ij 3; Verein für d. Gesch. d. Bodensees XI, 1872, 38, No. 178). -|> Im Jahre 1316 (am 14. März) brach Ludolf von Fra- meynsberg aus Landshut zu einer Pilgerfahrt auf, besuchte Jerusalem und den Sinai. Die Reisebeschreibung ist ohne bemerkenswerte Details (Canisius-Basnage, Lectiones antiquae IV, 358—360). 106 ? 1349 starb auf einer Pilgerfahrt nach Jerusalem Eberhard von Attendorn, Senator von Lübeck (Jacob, a Melle, De itineribus Lubecensium religiosis, 12). Im Jahre 1354 am 22. Mai ward in einer hanseatischen Urkunde bestimmt, dafs die Mörder des Knappen Marquard von Westensee für sich zur Bufse je einen Pilger nach Aachen, Rom, Santiago und Jerusalem absenden sollten (Lübecker Urkundenbuch DJ, 199 — 201; die Bescheinigungen über die nach Santiago und Rom vollbrachte Wallfahrt des Priesters Fusor siehe ebenda No. 23b u. 247). Sonst vgl. Mantel, Lübeck und Marquard von Westensee, Lübeck 1856, 32 — 33, und dessen Beiträge zur Lübisch-Hansischen Geschichte, Jena 1881, 163-164. 1355 am 5. Dezember „Alberto duca d'Austria, Stiria, Carintia ecc. al doge. Nicolö de Zvenegra e Corrado de Gors suoi sudditi gli sporsero querela, come nel pas- sare in Terrasanta sieno stati spoghati in mare da Veneziani. Chiede che il doge si adoperi onde riabbiano il perduto. Data a Vienne" (Comniemoriali II, 235, No. 107). 1356 starb Otto von Weiterendorf, der 18 Jahre des Herzogs Albrecht von Osterreich „ trewer kneyt" gewesen war, als er „aufsen von heilighen Landt Walfart komen". (Ber. u. Mitteil, des Altertumsvereins zu Wien 1872, XII, 95). L. 1360 (nach Silesiogr. Henelii renov. II, 307: 1340) machte Herzog Heinrich V. (der Eiserne) von Sagan und Grofs-Glogau eine Pilgerfahrt (Gesch. der Stadt u. Festung Grofs-Glogau 1853, 220). 1361 am 13. August starb Bischof Hugo von Ver- dun zwischen Cairo und dem Sinai in der Wüste (Anonymi series episc. Virdun. in Schannat Vindem. III, 106; Clouet, Hist. des eveques de Verdun III, 297—301). 1366 zog Graf Rudolf von Sargans mit Eberlin Brunner und Walter, einem Knechte, ebenso Graf Ulrich von Montfort - Feldkirch nach dem heiligen Lande; beide starben zu Rhodus, letzterer am 31. Oktober 1367 (Montfortsche Hauschronik aus der Königl. Bibliothek zu 107 Stuttgart durch Herrn Oberstudienrat Prof. Dr. Heyd mitgeteilt [cod. hist. toi. 618, fol. 101, 105, 121]; vgl. v. Va- notti, Gesch. d. Grafen von Montfort-Werdenherg 214). 1373 Ende Juni ging Graf Rudolf von Montfort mit Ulrich Hartzer aus Konstanz und einem Diener Stürzner, welcher unterwegs starb, nach Jerusalem, wo er die Ritterwürde des heil. Grabes empfing, und kehrte Weihnachten wieder heim (Schriften des Vereins für die Geschichte des Bodensees XV, 1886, 17; dasselbe sagt die oben citierte Hauschronik fol. 106). 1373 starb auf der. Pilgerfahrt nach Jerusalem Tiede- mann oder Dietrich Mornewech, Senator von Lübeck (Jacob, a Melle, De itineribus Lubecensium religiosis, 12). 1376 beschenkt der Lübecker Senator Marquard von Dame seinen treuen Diener Nikolaus Rodenborch mit 100 lübischen Mark, da dieser ihn auf seiner Pilgerfahrt nach Jerusalem begleitet hatte (Jacob, a Melle, De itineribus Lubecensium religiosis, 13). C. 1376 kehrte Johannes von Lichtenstein, Hofmeister des Herzogs Albrecht v. Osterreich aus d. heil. Lande zurück (Neumarin in Öster. kath. Vierteljahrschr. XI, 1872, 19, 25-27; vgl. ibid. X, 1871, 511 — 540. 1377 (a) am 8. März verschreibt Herzog Friedrich von Bayern Ulrich dem Puecher 110 Pfund Regensburger Pfennige für seinen Vetter, den Markgrafen Otto von Brandenburg wegen des grofsen Pferdes, das Otto dem Puecher versprach, als er ihn in Jerusalem zum Ritter des heiligen Grabes schlug, „und um einen Maydenn, den ihm der Puecher ausborgte von Wilhalm von Erising (Ering?), welchen (Maydenn) Ott dem Schiffmann gab, der ihn über Meer führte" (v. Lang, Reg. boica IX, 371). Wie mir Herr Graf Riant mitteilt, befindet sich in einer venetia- nischen unedierten Enquete vom 7. Januar 1421 folgende Zeugenaussage des Benjamin Hegio: „Jam sunt quin- quaginta anni elapsi et ultra, quod ipse testis fui ad visi- tandum loca Sancta de societate cum domino duce Bavariae". Vielleicht bezieht sich diese Nachricht auf obige Pilger- 108 fahrt. — In demselben Jahre berührte Herzog Stephan von Bayern „der Kreifsel" auf seiner Rückkehr von Jerusalem Padua; vgl. Muratori, SS. rerum Ital. XVII, 760 (Freundliche Mitteilung des Herrn Oberbibliothekars Dr. S. Riez- ler in München). 1377(1)) starb Johann Wiin tapp er e aus Hamburg auf seiner Pilgerfahrt von Jerusalem zum Jordan und ward bei Jericho begraben; aus seinem Nachlafs empfing die Stadt Hamburg 55 Mark (a 16 Schilling). Vgl. Kämmereirechnungen der Stadt Hamburg I, 254; ebenda S. 243 (zu demselben Jahre) steht: „ de bonis Johannis de Bortzem, des olden Wiintappers 40 Pfund" (a 20 Schillinge); vgl. auch ebenda S. 172 zum Jahre 1373. (Gütige Mitteilung des Herrn Dr. Koppmann). 1378 soll Friedrich von Hünenberg auf einer Pilgerfahrt in die Hände der Muselmänner gefallen, aber nach mehrjähriger Gefangenschaft durch seine Verwandten wieder losgekauft worden sein (Stedlin, Die Schweiz in ihren Ritterburgen, Chur, 1828, I, 403, und Topographie von Zug I, 105—107), doch ist das Faktum wie das Jahr mit Recht in Zweifel gezogen worden (Schweiz. Geschichtsforscher III, 11). L. 1380 bestimmt Johannes von Borken, dafs für ihn ein Pilger nach Jerusalem geschickt werde (Jacob, a Melle, De itineribus Lubecensium, 77); dasselbe bestimmt Johannes de Ankern in demselben Jahre (ibid.). 1380 (?) am 15. August segelten Hans vonBodman und Diethelm jun. der Schilter von Venedig ab und kamen über Alexandria nach Cairo, wo sie den in Kerkerhaft befindlichen König von Armenien besuchten (Leo VI. war 1375 gefangen worden; vgl. Weil, Gesch. der Chalifen IV, 524). Das Kastell, in dem der Harem des Sultans sich befand, wird mit Konstanz verglichen. Von hier reisten die Pilger nach dem Sinai, erreichten dann nach vierzehn Tagen Bozora (Gaza?), zwei Tage später Ramleh und am 21. Dezember Jerusalem, von wo sie weiter nach Damaskus zogen. (Codex in Karlsruhe, St. Georgen 71, saec. XIV und Giefsen 109 992, fol. 48b—53 b; vgl. Senkenberg, Corp. jur. Germ. I, xxix; Anz. für Kunde d. deutsch. Vorzeit 1835, 273 ff. und N. Archiv 1886, XI, 571, No. 1). Jedenfalls ist die Reise des D. Schilter gemeint, welche Vierordt, Geschichte von Baden, 410 ins Jahr 1376 setzt; vgl. Verein für die Gesch. des Bodensees XIII, 1884, 47, No. 215, wonach H. v. B. vom 24. Oktob. 1379 bis 1. Aug. 1381 zuhause nicht nachweisbar ist. 1381. In demselben Jahre starb auf einer Jerusalemfahrt Graf Johannes I. von Anhalt (Peter Becker, Zerbster Chronik, herausgegeb. von Kindscher, Dessau 1858, 4 u. 141). ~fe 1384. Der Nürnberger Patrizier Hans Rieter pilgerte nach dem heiligen Grabe und empfing am 13. Februar 1384 eine Vermehrung seines Wappens durch König Jakob I. von Cypern, und zwar in Genua, wo sich letzterer damals gerade befand (Will, Nürnbergische Münzbelustigungen III, 346 und Herquet im Wochenblatt der Johanniter - Ordens- Balley Brandenburg 1881, 2, No. 1; Röhricht-Meisner, Das Reisebuch der Familie Rieter, Tübingen 1884 (in der Bibl. d. Literar. Vereins zu Stutgart CLXVI1I), 1. -^ 1385. Peter Sparnau und Ulrich von Tennstädt (Constatt nach M., welcher beide aus Erfurt stammen läfst) brechen mit einem Knecht Claus Frybate am 31. Juli von Plaue bei Arnstadt auf und schliefsen in Venedig mit dem Rheder Nicoiao Paulo wegen der Überfahrt ab; ihre Reisegefährten sind: Reinhold Spendener (M. Splender) und Johann Wickersheim (M. vonWei- gersheim) aus Strafsburg, Lorenz Egen (W. Pregen) aus Augsburg, Hans Mettler aus Lübeck, Hans, der Koch (M. nennt noch: Johannes von der Swemming und „Hans Kothin von Elsafs"). Sie segeln am 20. August nach Alexandria, von wo sie über St. Catharina das heilige Land besuchen, treffen in Rhodus Espetis von Besnek (Besnik?), Konrad von Weitra aus Osterreich und Johannes Wildberg (genannt Tösegger, Herr zu Göfsgen im Aargau?) und kehren über Konstanti- 110 nopel, Tirnowa, Hermannstadt, Ofen, Wien, Prag zurück. Die Reisebeschreibung (aus der Feder des Lorenz Egen) ist nach einem Münchener Codex (M.) veröffentlicht im Ausland 1865, S. 917 — 919; Herr Prof. Dr. Köhler in Weimar machte freundlichst auf einen zweiten, vollständigeren Text (von Peter Sparnau) aus Weimar (W.) aufmerksam, durch dessen Angaben hier die Auszüge aus M. vervollständigt sind. Die Pariser Societe de i'Orient latin besitzt eine Kopie der Weimarischen Handschrift. -—^ 1386. Ritter Rudolf von Arburg, der Alte genannt, Herr zu Büron, ging, als der Sempacher Krieg bevorstand, um neutral bleiben zu können, als Pilger nach Jerusalem (Balthasar, Historische Beschreibung des Kantons Luzern IV, 2—3 [Manuskript der Stadtbibliothek Luzern]; Anzeiger für Schweiz. Gesch. 1875, 128); er soll 1399 die Bruderschaft der 10 000 Ritter gestiftet haben (Th. von Lie- benau, Ritter von Baldegg 73, Note 2). L. >y 1387(a.) macht Ludolph Dyningh aus Lübeck vor dem Antritt der Jerusalemfahrt sein Testament (Jacob, a Melle, De itineribus Lubecensium sacris, 14, 77); in demselben Jahre bestimmt Hillegundis Gholdenzee die Absendung eines Pilgers (ibid. 77J. ~) 1387(b.) Nikolaus von Scharnachthal pilgerte mit drei Gelahrten nach dem heiligen Lande (Urkunde der Propstei Interlaken bei O. Zieg ler, Schweiz. Pilgerfahrten 1870, 2). 1389 zog Heinrich Ketzel aus Nürnberg nach Jerusalem und ward dort zum Ritter geschlagen; Will, Münzbelustigungen IV, 183 nennt aufser ihm noch als Jerusalemfahrer aus derselben Familie: Georg (1453), Ulrich (1462), Martin (1468 und 1476), Wolf (1493), Georg und Sebald (1498); vgl. diesen Katalog unter den betreffenden Jahren. Sein Grabstein (f 1438) mit den vier Zeichen seiner Ritterwürde (ein Blumentopf, das fünffache Kreuz, das Rad und das Schwert mit einem Zettel umwunden) ist nach der gütigen Auskunft des Herrn Dr. Kamann in Nürnberg noch heute auf der Nordseite der 111 Peterskapelle an der Sebalduskirche zu sehen. Das Hal- lersche Geschlechtsbuch (im königl. bayerisch. Archiv zu Nürnberg) erwähnt auch, dafs Lukas, der Sohn Heinrich Ketzels „von der Schwartzerin" nach dem heiligen Lande gegangen sei (Kamann S. 11). pc. 1390 ging Wilhelm Rieter (f 1412), „Heinrich Rieters 'Sohn von der Mauerin" nach dem heiligen Lande (Kamann 11). ■■■ 1390—1396 soll der Minnesänger Graf Hugo VIII. von Montfort, Herr zu Bregenz und Pfannberg, im heiligen Lande gewesen sein (Stalin, Wirtemb. Gesch. III, 686; Weinhold in den Mitteilungen des historischen Vereins für Steiermark 1857, 137 f ; Bergmann in den Sitzungsber. d. Wiener Akad. (phil. hist. Klasse) 1853, IX, 815 läfst das Jahr unbestimmt). Hingegen bezweifelt Bartsch, Hugo von Montfort (Stuttg. litterar. Verein GXLIH) 1879, ISIS, 20 die Echtheit seines vierzigsten Gedichtes (ebenso Wackerneil, Hugo v. Montfort 1881, 272), auf welche sich die Annahme seiner Pilgerreise überhaupt stützt, aus philologischen Gründen und bestreitet überhaupt, dafs Hugo jemals ins heilige Land gegangen sei. Da aber jenes Gedicht doch von einer Jerusalemfährt spricht und insofern Interesse haben mufs, so mag die darauf bezügliche Stelle einfach hier folgen (S. 223; bei Wackerneil 168—171): Man fint dinr barmung vil und me Beschriben noch an manchen enden In alter' und in nüwer e. Nu wolst uns, herr, den engel senden, Der Thobias sone behut Vor leid und auch vor smertzen. (S. 224) Mach unser end und walfart gut Uns auch vor allen Sünden frut Durch dinen dot und düres blut, Wan es ist ufs dem schertzen. 0 herr, vatr allr barmhertzikeit, Durch dine hoen namen dri Und durch diu mutr, die reine meit, So bis uns, herr, mit hilffe bi. Wir sweben hie uf wildem mer. In grofsem Kommr alls drostes bar. Langes leben uns bescher, Bifs wir unsr sünd Gebuessen gar Und erwerben herr die hulde din. Maria, lichter meris Btem, Bit din ufserweltis kint, Das er uns alle wöll gewern Und verlihen uns ein selgen wint, 112 Der uns leid ufs diser hab Vollent uf das heiige lant Und fürbafs zuo dem heiigen grab Da dinem hertzen wart bekant Vil swerer klage und sender pin. 0 wirdger apostel sanet Jacob, Bit für uns den werden Crist. Du hast verdient solch wird und lob, Das du macht helffen ze aller frist Den di dich in nöten ruffen an, Nu löse uns hie aufs jamers band, Las uns nit lenger hie bestan, Wann unser wallfart si getan (S. 225) So geleid uns mit der gnaden van Frolich wider heim ze land. Difs gedichte wart gemacht In vil grofsem ungemach. Es was wol umb mitternacht, Da kam einer gangn und sprach: Stent uf balde, ir bilgerin, Und ruffent an den werden got; Ein gräfslichs wetter get darin, Wir haben hie in grofser not. Da was gerissen auch entzwei Ein seil, das was dick manigfach, Daran der anker hatt, Der dief in meris gründe lach; Grofs wint het das geschaft, Der auch den anker hat gestreckt, Der von recht was gebogen, Das mich und manchen da erstreckt, Das ist war und ungelogen. Da bettet pfaffe und lei. Fürbafs sprach derselbe man: Man wil ein pilgrin machen, Der sol zu sant Jacob gau, Das er uns helft' in disen saehen. Ein jeder geb sin stür dartzu. Das det man do vil gern, Darnach vil schir gcwonn wir ruo, Des bis gelobt, herr, immr und nuo, Und wolst uns fürbas gnade tuo: Din drosts mag niman enbern. (S. 226) Als hat uns got der herr geholfen, Des muefs er immer glebet si. Ufs sovier lant von wildem golfen. Ein sehif das hilt uns nahe bi, Darin vil der heiden was, Das ze stucken da zerbrach, Das ir keiner da genas, Wan einr den da vil mancher sach: Derselb in unser schiffe kam. Sin lip was vil ser zerstofsen, Das las also ich hin gan, Wan etlich heiden sin genofsen Haut ze leid mir vil getan, Das mich nit mer verlanget dar. Mangon esel ich dariten ph'.ag, Die konden struchen alle gar Vil dicke ich uf den steinen lag, Ich het mich nah gefallen lam. Wann ich dem esel gab ein slag, So kam gelauffh der Sarazin; Er sprach: vil bald hab die gemag! Vil oft muost ich sin marras sin. Als dick ich uf den esel safs, Als wolt oft er ein grofsen han, Darumb mufs ich in dragen hafs. Ich dacht: wie mag sich fliegen das? Ich han geritten dick vil bafs Das ich solchs kratzen was erlan. 113 -P 1391 am 11. November wird den Flämingern in einem Frieden mit den Hanseaten (Koppmann in d. Hansischen Geschichtsblättern 1875, Leipzig 1876, 17 — 20) von den letzteren zur Sühne auferlegt: „ze willen — gode to eren und deme copmanne to beteringhen zenden 16 erliche per- sonen to Olden Rome (— im Gegensatz zu Avignon —•), unde 16 erliche personen to sunte Jacobe to conpostelle, unde 4 erliche personen over mer to dem hilghen grave unses Heren, — unde darup deme copmanne breve wedder to bringhende, dat ze ere pelegrimatz dar dan hebben". (Hanserecefse I, 4, S. 31.) Leider fehlt gerade das Attest aus Jerusalem (Gütige Mitteilung des Herrn Dr. Koppmann). 1392 (a.) In einer Urkunde vom 5. Februar 1392 wird Matthias Stusse als auf einer Jerusalemfahrt verstorben erwähnt (Lübecker Urkundenbuch IV, No. 554, S. 609 f.). 1392(b.) Die englischen Pilger Thomas de Swin- burne und Thomas Brygg treffen in Venedig, welches sie am 2. September verlassen, deutsche und czechische Pilger, wie Hans vonHoske und Snutt von Fetau (Les archives de l'orient latin II B, 380). 1393 am 26. April empfiehlt der König von Ungarn dem Venetianischen Dogen den Herzog Wenzel von Stettin, Pommern und Cassubien und bittet, ihm für seine Pilgerfahrt eine Galeere zu überlassen (Mon. spectantia historiam Slavor. meridion. IV, 305; Venedig, Markusbibliothek, Misti XLII, 108). Es kann nur Herzog Wratis- laus VII. von Pommern-Wolgast jenseit der Swine gemeint sein, von dem wir wissen, dafs er 1392 mit seinem Vetter Herzog Wratislaus VI. von Pommern-Wolgast diesseit der Swine über Polen, Ungarn nach dem heiligen Lande gezogen sein soll (Bartholdt, Geschichte von Rügen und Pommern III, 520). 1395(a.) Heinrich Meteier, Senator aus Lübeck, bestimmt, dafs für ihn ein Pilger nach Jerusalem wallfahrten sollte (Jacob, a. Melle, 77). 1395(Ib.) Vier Ritter aus Metz: Jehan de Raigecourt, Röhricht, Pilgerreise!]. ^ 114 Remion de Mitry, Poince le Gournaix u. Nicolle Louve gehen nach dem heiligen Lande (L'Austrasie, Metz 1838, III, 149—168, 221—236; vgl. Bonnardot et Longnon, Le saint voyage de Jherusalem du seigneur d'Anglure, Paris 1878, xx— xxi). 1896. Czaslaus IV. von Pen zig auf Niederbrela soll nach dem heiligen Lande gegangen sein, und 1401 wird ein „Herrn Czaslaus Sohn" in Görlitzer Stadtrechnungen als Ritter des heiligen Grabes erwähnt (Knothe, Geschichte des oberlausitzischen Adels, 1879, S. 417). ~~ P 1398 Ende August trat Herzog Albrecht IV. von Österreich seine Pilgerfahrt an und wird im Dezember wieder nach Wien zurückgekehrt sein (Neumann, Die Jerusalemfahrten der älteren Habsburffischen Fürsten in den Be- richten und Mitteilungen des Altertumsvereins, Wien 1881, XX, 139—140, 142 —145); dafs er im September in Venedig war, geht aus Marinus Sanutus in Muratori SS. XXII, 765, 780 hervor, und aus einer Notiz der Wiener Artistenfakultät (Neumann 140) ergiebt sich der Monat seiner Heimkehr. Fälschlich wird 1392 als Jahr dieser Reise angegeben bei Lazius, Comment. de geneal. Austr. 250, 1390 in dem Werke des Teodoro Teoderini, Ceremoniali e festi in oc- casione di passagi di Duchi, archiduci ed Imperatori di casa d'Austria per lo stato Veneto dal 1361 al 1797, Venezia 1857 (gütige Mitteilung des Herrn Camillo Soranzo) 1397 (Hanthaler, Fasti Campilil. II, 552—558) und 1400 (Eben- dorffer in Pez, Annal. Austr. II, 823 — 824; Fragm. histor. ibid. 385; Caesar, Staats- und Kirchengesch. von Steiermark VI A, 33; vgl. Kurz, Osterreich unter Herzog Albrecht IV., Linz 1830, I, 33, 156—157). Es ist höchst wahrscheinlich, dafs unter seinen Begleitern sich auch der Dichter Oswald von Wolken st ein befand (v. Hormayr, Taschenbuch für vaterl. Gesch. 1824, 343; 1845, 150). Wir wissen, dafs der letztere auf Wunsch seiner Geliebten Sabina Jäger von Tisens eine Wallfahrt antrat und über Genua, Ägypten nach Jerusalem gelangte, wo er den Ritterschlag des heil. Grabes empfing. Hierauf kehrte er über Rom, Florenz im 115 Dezember 1400 wieder nach Tirol zurück, wo seine Braut inzwischen einen anderen geheiratet hatte (Beda Weber, Die Ged. Osw. v. Wolkenstein, Innsbruck 1847, 6). Dann darch- zog er Holland, England, Portugal, nahm 1411 an der Eroberung Geutas teil, wurde von dem muslimischen Herrscher Granadas freundlich aufgenommen und kehrte durch Südfrankreich wieder heim (S. 8—9; vgl. Zingerle in den Sitzungsberichten der Wiener Akademie, phil. histor. Classe 1870, LXIV, S. 659—660). In diese Zeit, jedenfalls bald nach 1400, fällt die Pilgerreise des Kitters Ludwig von Kamer, der auf der Heimkehr starb (Hundt, Stammbuch des bayr. Adels I, 239). 1401 gab Papst Bonifaz IX. dem Grafen Friedrich von Ottingen Erlaubnis zum Antritt seiner Jerusalemfahrt (J. P. Lang, Materialien 1774, IV, 133). 1402(a.) Leonhard Kuno Daich wird auf einem alten Kupferstich (der sich im Nachlafs des 1879 in Nürnberg verstorbenen Obersten von Gemming befand) als Pilger dieses Jahres erwähnt (Gütige Mitteilung des Herrn Dr. Kamann). 1402(b.) In demselben Jahre soll Johannes von Tettau nach Jerusalem gegangen und später Johanniter geworden sein (Iselin, Histor. geograph. Wörterbuch 1729, IV, 585). 1404(a.) wurde Herzog Ludwig II. von Liegnitz mit dem Junker von Stiwitz auf einer Pilgerfahrt von den Türken gefangen, aber durch die Liegnitzer Bürger wieder losgekauft (Sammter, Chronik von Liegnitz I, 305). 1404(1).) Graf Konrad III. von Freiburg (imBreis- gau) und Neuchätel trat am 4. März 1404 seine erste Pilgerfahrt, auf welcher er sich in Venedig 200 Floren von Ulrich Sebner lieh (Zeitschr. für d. Gesch. des Oberrheins XXI, 205) an und kam nach zweijähriger Abwesenheit wieder glücklich heim (Boyve, Annal. histor. de Neuch. I, 411; F. de Chambrier, Hist. de Neuchätel 115—116), unternahm dann 1408 eine zweite Reise, von der er im Oktober 1409 ebenfalls wieder glücklich zurückkehrte (Boyve 8* 116 I, 447). Ich verdanke diese Mitteilung der Güte des Herrn Oberbibliothekar Dr. S. Riezler in München. 1406 (a.) am 21. Februar (calc. Venet.) bekundet der Senat zu Venedig „ quod in recommendatione Magnittci domini V'arteslay, ducis Stettinensis, Pomeranie etc., quem Illustris dominus Ernestus, dux Austrie, nobis intime com- mendavit, ut secure possit ad Sepulcrum Dominicum se transferre. Cum primo intendat Summum pontificem visi- tare, possint scribi littere Domino pape et aliis in illa forma, que Dominis apparebit" (Les archives de l'orient latin II, 246 No. 16). Es ist damit Wratislaus VIII., Herzog von Pommern-Wolgast diesseit der Swine gemeint, von dem wir bisher nur wufsten, dafs er 1406 nach Rom pilgerte und Dezember 1407 heimkehrte (Pommerania, Stettin 1846, II, 313—314). In demselben Jahre (1406 [lb]) bestimmt Werner Hoop aus Lübeck die Absendung eines Pilgers nach Jerusalem (Jacob, a Melle 77). Ebenso (14-06 [c] am 1. August) bescheinigen in Venedig Konrad von Lübeck und „Anes de Ar dop", dafs auf ihrer Rückfahrt vom heiligen Lande „Ludulfus de Baricfel" in Candia „pro mente capto" zurückgeblieben sei und aus dessen Besitz 29 Dukaten und eine Krone nicht der Schiffspatron Marinus Michiel, sondern ihr Mitpilger „Marquardus deSlevine" in Verwahrung genommen habe. (Venetianische Urkunde durch Herrn Grafen Riant überlassen; Provenienz nicht genauer bestimmbar). 1407. Ludolf Pattenhusen aus Lübeck bestimmt (nach dem Tode seiner Ehefrau), dafs für ihn ein Pilger nach dem heiligen Lande abgesandt werden solle (Jacob, a Melle, 78). 1410. Johannes Schiltberger aus München ward in der Schlacht bei Nicopolis 1396 gefangen (S. 5), aber wegen seiner Jugend (er war erst 16 Jahre) geschont und Sklave des Sultans Bajasid, dem er 12 Jahre diente, dann Sklave des Sultans Tamerlan, zuletzt des Abu Bekr, besuchte, frei geworden, das St. Katharinenkloster auf dem Sinai (S. 70), 117 Hebron (S. 72) und Jerusalem (S. 73—79) und kehrte nach 32jähriger Gefangenschaft über Konstantinopel glücklich wieder heim (S. 111 —112). Die beste Ausgabe ist von V. Langmantel, Hans Schiltbergers Reisebuch, Tübingen 1885 (Bibl. des litterar. Vereins in Stuttgart CLXXII). Im Jahre 1412 war Hartprecht Harskircher zu Zangenberg mit seinem Diener N. Reigckher und Hans Trenbeckh nach Palästina gegangen (Niederbayerisches Archiv VI, 352). Nach Schultes, Diplomat. Geschichte des gräf üchen Hauses Henneberg, 1788, I, 34lf. pilgerte 1413 Graf Wilhelm I. von Henneberg mit Hermann und Friedrich von Henneberg-Römhild nach dem heiligen Lande. In demselben Jahre bestimmen die Lübecker Friedrich Grawerd und Cord Bloyboom, dafs ein Pilger nach dem heiligen Lande geschickt werde, ebenso Wolter Heyse („vn willen de Pelegrimatse don Lutteke Hans vn Hans Bramstede in der Clokgeterstraten, den twen mach ment wol belonen"; die Franziskaner vom Monte Zion erhalten 20 Dukaten; Jacob, a Melle, 20f., 78) und Johannes Hilge, dessen Stellvertreter Nicolawese, Caplan von St. Jacob ist („vnd we de Reyse deyt, der schal van den vorscreuenen c Mark enen Dukaten offeren vp dat hilge graf, I Dukaten vp de Stede, dar God syne Jungeren spisede, vp den berch to Caluarie, vnde dar God geboren ward, to jewelker Stede I Dukaten, vp dat mi God barmhertich sy"; S. 21, 78). 1414(a.) Herzog Ernst von Osterreich trat gegen Mitte Juli seine Wallfahrt an, von welcher er in der zweiten Hälfte des November bereits wieder heimkehrte (vgl. darüber die genauen Nachweise von Arth. Steinwentner, Beiträge zur Gesch. der Leopoldiner im Arch. für Österreich. Gesch. 1879, LVHI, 2, 457—474). Mit ihm zusammen wurden (nach dem Diarium Friderici ed. Chmel 584) in Jerusalem zu Rittern des heil. Grabes geschlagen: Graf Paul von Fortenstein, Leopold von Kreig, Rudolf von Lichtenstein, Albrecht von Neiperg, 118 Ulrich von Stubenberg, Heinrich von P otendorf, Wolfgang Drauner, Wilhelm von Zelking, Hans von Ebersdorf, Ulrich Wilhelm Maurer, Ulrich Velber, Hans Steinharter, Hans von Spaur, Ulrich Starkenberger, Franz Strafsauer, Georg Fürstenvelder, Hans Laun, Wolfgang Jorges, Coloman Windischgrätzer, Hans Zink, Ulrich Wurffei, Wolfgang Jorger, Chainrat Nempsi, Hans Steinpekch, Caspar Tellendarffer, Ulrich der Laun. Durch die Güte des Herrn Grafen Paul Riant bin ich in den Stand gesetzt, folgende Notiz aus d. Cronaca Dolfin (cod. Marcian. carte 182 t), die auf diese Pilgerfahrt Bezug hat, mitzuteilen: „A di 28 ditto (zugno 1414) messer Nestor doxe deOstorich mando per li sui ambassatori a richieder a la signoria (di Venezia) de gracia, che lui podesse haver una delle sue gallie per andar in Hierusalem al santo se- pulchro, la quäl li fu concesso per la ditta signoria"; vgl. die genauere Mitteilung im Archiv für Österreich. Gesch. LXIII, 144—145, wo als Patron der Staatsgalee Marino Pixani genannt wird. 1414(1).) Nicolaus Witte nborch aus Lübeck bestimmt, dafs von den drei auf Wallfahrten für ihn ausgesandten Priestern auch einer nach Jerusalem pilgern solle (Jacob, a Melle, 21, 78). 1415 testiert Heinrich „vamme Zode" aus Lübeck, dafs man für ihn einen Pilger zum heiligen Grabe absende (Jacob, a Melle, 50, 78). 1418 bestimmt Gerhard Luneborch aus Lübeck, dafs ein Pilger für ihn nach dem heiligen Lande zu schicken sei (Jacob, a Melle 30, 7 8 f.). ~* 1418—1419. Hans Porner aus Braunschweig trat mit seinem Neffen Arndt Porner und Lippold Fabri am 27. Dezember 1418 seine Pilgerfahrt an (S. 130); über Magdeburg, Nürnberg, Partenkirchen, Innsbruck, Trient, Padua erreichte er Venedig, das er am 7. April 1419 ver- liefs (S. 133). Er landete in Jaffa 15. Mai (S. 134) und 119 segelte von da wieder ab am 30. (S. 136, 146); am 12. Juli war er wieder in Venedig (S. 146). Von da ging er über Trient, Reschen - Scheideck, Finsterrnünzpafs, Arl- berg, Feldkirch, Wallenstadt nach Maria Einsiedeln, wo er am 30. Juli anlangte (V. 146), dann über Zürich, Basel nach Köln, Aachen, Mecheln, Brügge, Antwerpen, Herzogenbusch, Nimwegen, Deventer, Münster zurück nach Braunschweig, wo er im September eingetroffen sein wird (S. 147). Im Jahre 1424 am 1. Januar zog er mit seinen früheren Reisegefährten abermals aus Braunschweig, um eine zweite Fahrt nach Jerusalem anzutreten, aber daran verhindert (er giebt S. 148 den Grund nicht an), pilgerte er nach Rom und kehrte durch das Ampezzothal über Toblach, Bruneck, Sterzing, Vadutz, Maria Einsiedeln, Baden, Basel, Strafsburg, Speier, Mainz, Frankfurt glücklich wieder heim (S. 148 f.). Seine Reisebeschreibung gab Hänselmann in der Zeitschrift des histor. Vereins von Niedersachsen, Hannover 1875, S. 113—156 heraus; vgl. auch Chronik von Braunschweig (in der Sammlung deutscher Städtechroniken) I, 229. ■* 1422(a.) reiste Johannes Poloner aus Regensburg nach dem heiligen Lande; seine Reisebeschreibung gab Tobler, Descriptiones T. Sanctae 225—281 (vgl. 499—500) heraus. 1422(1).) Hermann von der Becke aus Lübeck bestimmt, dafs man für seine Seele einen Priester nach dem heiligen Lande schicken solle (Jacob, a Melle, 21, 79). —* 1422(c.) Johannes exul machte nach dem heiligen Lande eine Pilgerreise, über die er einige Notizen in das Burchardusexemplar der Stiftsbibliothek St. Peter in Salzburg einfügte (Neumann in der Tübing. Theol. Quartalschrift 1874, 547). 1424 machte Gottfried Escher zum Buchs, Bürger von Zürich, eine Pilgerreise nach Jerusalem (Leu, Helvet. Lexicon VI, 429; Vögelin, Das alte Zürich, 2. Aufl. 363). L. 120 1426 wurde Graf Wilhelm I. von Henneberg (Schleusinger Linie), Sohn Heinrichs XI., auf seiner zweiten Jerusalemfahrt von den Türken ermordet (Schultes, Diplomat. Geschichte des gräfl. Hauses Henneberg, II, Ur- kundenbuch 260; vgl. Glaser, Gesch. von Henneberg 556 und oben 1113). 1137(a.) soll Conrad von Einsiedel auf Gnandstein zum Dank für seine Rettung aus den Händen der Hussiten eine Wallfahrt nach Jerusalem unternommen haben, aber im heiligen Lande gefangen worden sein; 1455 sei er als türkischer Sklave vor Belgrad durch den Sieg des Johann Hunyady befreit worden, worauf seine Gemahlin ihn auch nach langen Bedenken wieder als ihren Gemahl anerkannt habe (Gräfse, Sachs. Sagen I, 285 — 286). -----^ 1137(1).) Magister Johannes de Frankfordia, Doctor der Theol. in Paris, schrieb ein Itinerarium ab Hey- delberga Jerusalem, (Tross, Antiquar. Catalog, Paris 1853, No. 31, s. XV [1446], 9 foll.). 1138(a.) pilgerte Herzog Ludwig III. von der Pfalz mit dem Grafen Johann V. von Sponheim und Ludwig von Flersheim nach dem heiligen Lande (Häuser, Geschichte der Pfalz I, 294; Waltz, Die Flersheimer Chronik, 6 u. 111); vielleicht war auch in seiner Begleitung Johannes Passerhammer (Anzeig. d. germ. Museums 1863, 319—322). Der Herzog liefs, wie berichtet wird, nach seiner Rückkehr den Bart nicht abschneiden und führte seitdem den Beinamen „der Bärtige"; er ward, wie man glaubte, infolge der Ileisestrapazen blind (von Spruner, Charakterbilder aus der bayerischen Geschichte 1878, S. 264 f.). Bei Simonsfeld, Der Fondaco dei Tedeschi I, 491, No. 819 ist eine Urkunde abgedruckt, worin als der Begleiter des Herzogs Antonio de Corrado erscheint. -—^> 1438(Ib.) am 12. Dezember bestand Heinrich von Ramstein zu Basel einen Zweikampf mit dem spanischen Abenteurer Juan de Merlö und ging bald darauf nach Jerusalem („und gieng im wol auf der fart"), wo er Ritter des heiligen Grabes wurde (Anonyme Baseler Chronik D. 121 15 auf der Baseler Bibliothek; gütige Mitteilungen des Herrn Dr. Bernoulli daselbst; vgl. desselben Pilgerfahrt H. Bernhards von Eptingen in Beitr. zur vaterl. Gesch., Neue Folge, Basel 1885, II Heft 1, 17). 1428(e.) am 10. Dezember kehrten Nikolaus Lowe, Ritter, und Martin Georg, zwei Bürger aus Metz, von ihrer Pilgerfahrt heim (Bonnardot et Longnon, Le saint voyage de Iherusalem du seigneur d'Anglure, Paris 1878, 111). 1429 pilgerte Landgraf Ludwig der Friedsame von Hessen (Engelhusen in Leibnitz, Script, rerum Brunsv. II, 86; Just, von Günderode, Ludwig der Friedsame, Landgraf von Hessen, Frankfurt am Main 1784, 36; Rommel, Gesch. von Hessen II, 302, 382). 1430 (a.) am Dienstage nach Oculi (21. März) trat Herzog Wilhelm der Sieghafte seine Pilgerfahrt an und kehrte gegen Maria Geburt (8. September) glücklich wieder heim (Rehtmeyer, Braunschweig. Chron. III, p. 1856; Engelhusen 86; Havemann I, 750; 0. v. Heinemann, Gesch. von Braunschweig und Hannover, Gotha 1886, II, 197). 1430 (Ib.) am 3. April bezeugte der Offizial der Propstei Jechaburg, dafs Konrad von Tannenroda und seine Gemahlin Sophia in seiner Gegenwart der Hospitalkapelle St. Elisabeth in der Niedecke drei kleine Kästchen und ein vergoldetes Kreuz übergeben hätten, worin sich 330 Stückchen von Marien- und anderen Heiligenreliquien befänden („quas quidem particulas dicebant esse veredicas et sanc- titate justas et rectas ac per ipsorum parentes in transmarinis partibus, juxta nobilium morem in terra sancta et urbe Jerusalem beata atque aliis sacratis locis necnon a diversis regnis et regnorum do- minis et principibus ac a quam plurimis catholicis diversa dignitate catholica preeminentibus acquisivisse et ad propria deportasse"). Vgl. Jacobs in der Zeitschrift des Harz- Vereins 1881, 482—484. 1430 (c.) bestimmt Heinrich Arndes, einen Pilger zum heiligen Grabe zu senden (Jacob, a Melle, 79), 122 1431 ebenso Heinrich Vicke, genannt Grambeke, aus Lübeck (ibid. 21, 79) und 1432 Heinrich Zeleghe aus Lübeck (ibid. 79). -—«^ 14-33 (a.) am 14. Juli trat der letzte GrafPkilipp von Katzenellenbogen (S. 349), um von Gott einen männlichen Nachkomxoen zu erbitten, von Darmstadt aus eine Pilgerreise an und erreichte über Stuttgart (S. 350), Ulm, Kempen, Vils, Leermos, Innsbruck, Sterzing, Mühlbach, Toblach, Ospitale, Treviso am 30. Juli Venedig, wo er in St. Trinität Herberge nahm („ das nennet man hie zu lande zum Dutzschen hufse"). Er segelte am 10. August ab, erreichte am 25. Candia, am 11. September Alexandrien (S: 351), wo er mit seinen Begleitern 150 Dukaten Zoll zahlen mufste. Von da brach er am 13. auf nach Fuah und kam am 18. nach Bulak (in der zwischen beiden Orten gelegenen Zollstätte Saidieh mufste jeder der 17 Beisenden 2 Venetianische Groschen zahlen), am 19. nach Cairo (S. 352) wo jeder der 10 Beisenden 5 Dukaten Zoll zahlen mufste, besuchte die Klöster St. Antonius (S. 353) und St. Paulus, traf am 4. Oktober wieder in Cairo ein, reiste über Matharia nach dem St. Catharinenkloster auf dem Sinai (S. 354), wo er am 24. Oktober ankam. Hier (S. 355) wurde er noch an demselben Tage durch Bernhard Krefs zum St. Catharinenritter geschlagen und gab dann wieder dem Gaudentius von Rechberg, Albrecht von Rechberg, Daniel von Mudersbach und Conrad von Frankenstein denselben Ritterschlag (S. 356). Am 27. Oktober brach er auf und erreichte über Darum, Gaza (S. 337), Hebron, am 11. November Jerusalem, wo er mit seinen Begleitern 22 Dukaten Zoll entrichten mufste (S. 359); für den dreimaligen Besuch des heiligen Grabes hatte jeder zuerst 3, dann 4, zuletzt 5 venetianische Groschen zu zahlen (S. 365). Er verliefs Jerusalem am 20. November, segelte am 23. November von Jaffa ab, litt Schiffbruch (S. 366), erreichte aber am 25. November glücklich Accon, ritt von da über Tyrus, Sidon, Beirut, wo (S. 367) die Reisenden 14 Dukaten und 20 Groschen zu zahlen hatten, 123 nach Damaskus, dann wieder auf demselben Wege zurück nach Accon, von wo er am 6. Januar 1434 absegelte und am 14. Januar in Rhodus landete. Nach zweitägiger Rast fuhr er wieder ab (S. 368) und landete am 6. März in Venedig (S. 370); von da ritt er am 11. März über Padua, Treviso, Toblach, Innsbruck, Mittenwald, Augsburg (S. 371), Nürnberg, Bamberg, Erfurt, Halle, Magdeburg nach Wils- nack zum heiligen Blute, dann über Halle, Erfurt, Kassel, Marburg, Köln nach Aachen und Jülich, zuletzt wieder nach Köln, Andernach, Rheinfels, wo er am 3. Mai glücklich eintraf. Die Reisebeschreibung ward von Röhricht und Meisner vollständig veröffentlicht in: Zeitschrift für deutsches Altertum, Neue Folge, XIV, 348—372; einen Auszug aus der Wanschaffschen Versifikation unseres Berichts siehe in Arnold!, Die Vorzeit, 1821, 43—74; sonst vgl. Wenk, Hessische Landesgeschichte I, 525 und Quellen zur hessischen Geschichte XXIV. Neuerdings hat E. Wernicke in Klitschdorf bei Bunzlau eine neue Handschrift dieses poetischen Berichts gefunden (vgl. Der Herold 1887, Nr. 1; Zeitschr. für deutsches Altert. XXXH, 1888, Heft 1). In dem Jahre 1433(b.) bezeugte Graf Heinrich von Montfort, Herr von Tettnang, dafs er die dem Herzog Heinrich von Bayern zur Bufse auferlegte Meerfahrt nach Jerusalem in dessen Namen am 5. November angetreten und glücklich vollendet habe (Reg. boic. XIII, 251; vgl. Buchner, Gesch. von Bayern VI, 268f.; von Lang, Gesch. Ludwigs des Bärtigen 1821, 157f.) und Hans von Hirschhorn urkundet über Reliquien, die er aus dem heiligen Lande mit heimgebracht (Stuttgarter Archiv, mscr. s. XV). 1434(a.) bestimmt Heinrich Tors aus Lübeck, einen Pilger nach dem heiligen Lande für ihn abzuschicken (Jacob, a Melle, 46, 79). -y> 1434 (Ib.) Die Beschreibung einer Pilgerreise von Venedig nach Beirut, welche mit der Notiz schliefst: „Finitum et completum per me Johannem Schümann de lutzenburg anno domini 1460", ist von Ernst Henrici in der Zeitschr. für 124 deutsches Altertum 1881, 59—70 herausgegeben, wozu Krause (ebenda) 182 —188 einige Worterklärungen nachtrug. Leider enthält der Bericht weder den Namen des Eeisenden noch sonst etwas Persönliches. 1435(a.) am 21. März brachen die Markgrafen Johann und Albrecht von Franken-Brandenburg von Nürnberg auf, gingen über Salzburg, Golling, Radstatt, Gmünd, Villach, Beuscheldorf (Venzone), Spilimbergo, Conegliano nach Venedig, wo sie am 8. April eintrafen (S. 207—208). Am 22. April segelten sie ab und langten am 26. Mai in Jaffa an (S. 208—217); am 30. kamen sie nach Jerusalem, am 31. erfolgte der Ritterschlag, welchen Markgraf Johann 39 Begleitern erteilte (S. 238). Die Pilger reisten am 8. Juni wieder ab von Jaffa und landeten am 13. August in Venedig (S. 250f.); am 25. September waren sie wieder in Nürnberg (S. 253). Als Reisegefährten der beiden Markgrafen werden genannt (S. 251—253; vgl. 191 ff.): Eberhard Förtsch, Hans von Rothenhan, Dr. med. Hans Lochner, der Verfasser der Reisebeschreibung, Darius von Hessberg, Hans von Lichtenstein, Hans von Egloffstein, Franz Rummel, Albrecht von Giech, Hans Schenk von Geyern, Friedrich von Künsberg, Konrad von Eyb, Hans von Absberg, Martin von Wallenfeis, Jordan Marschall von Lindenberg, Heinz Kracht, Kraft von Lenkersheim, Heinz Thaundorfer, Sebastian Volckamer (vgl. Will, Münzbelust. II, 360ff.), Hans Stromer (f 1490 in Lissabon; Will III, 388), Nikolaus Roder, Hans, Harnischknecht, Bernhard Michel und Niklas, Dolmetscher, Pulsinger, Schneider, Cunz, Barbier, Lecker- hennslein (Bäcker?), ferner zwei Franziskaner und elf andere Pilger. Aufserdem werden genannt: Graf Heinrich von Gera (vgl. Geisheim S. 9), die Poltgufs, Marschall Konrad von Pappenheim, Wilhelm Preus- singer, Bertholdt, Hans und Sigmund von Stein, Hermann von Hirschberg, Ulrich Sack, Hans Kinsberg, Georg Knöringer, Heinz von Kozau, 125 Konrad und Nikiaus von Zebitz oderZedwitz, Se- bald Pfinzig, Dietrich, Poster, Hans Tepen, endlich drei Brüder aus der Mark und fünf Knechte. Die Reisebeschreibung gab Geisheim, Die Hohenzollern am heiligen Grabe, Berlin 1858 in mustergültiger Weise aus dem im Fränkischen Archiv 1790, II, 20 — 70 gegebenen Abdruck des im Nürnberger Kreisarchiv erhaltenen Originalberichts heraus (Riedel, Cod. Brandenb. III C. I, S. 197— 217 wiederholte nur den Text; vgl. auch Anz. des germ. Mus. 1854, I, 264—267, 298—300; Märkische Forsch. 1857, 100—108). Über die meisten Pilger, später Ritter des Schwanenordens vgl. Stillfried-Haenle, Das Buch v. Schwanen- orden, Berlin 1881, s. voce. Vielleicht nahm an dieser Reise auch teil Jacob Truchsess von Waldburg, von dem Matth. von Pappenheim, Chronik d. Truchsessen von Waldburg, Memmingen 1777, S. 75 meldet: „(Er) fannd fünff und dreyfsig tausent guldin an-barem Gellt hin der ime, die nam er zue seinen Hannden, füret darmit ainen kostlichen Pracht, zoch über Lannd zum heiligen Grab und zue Sännet Katherinenberg, darumb er von menielichen der guldin Ritter genempt ward". 1436(a.) Herzog Friedrich von Osterreich, der spätere Kaiser Friedrich III., dessen Vater, Herzog Ernst bereits 1414 (vgl. oben S. 117—118) das heilige Land besucht hatte (vgl. Caesar, Staats- und Kirchengeschichte v. Steiermark VI A, 33) trat, nachdem er vom Papst Eugen IV. am 11. Juli 1436 Erlaubnis zur Reise (Neumann 147) und vom venetianischen Dogen Foscari einen Sicherheits- und Geleitsbrief erhalten (S. 277) und viel Geld durch Anleihen und Pfandgabe aufgenommen hatte (S. 278—279), am 9. August von Triest seine Pilgerfahrt an, ward am 9. September zum Ritter des heiligen Grabes geschlagen mit Alb recht von Neiperg (S. 279) und kehrte, nachdem er in Cypern auch die Schwertritterschaft erlangt und in Venedig kostbare Geschenke (für 2799 Goldgulden!) gekauft (S. 280), in der zweiten Hälfte des Dezember wieder heim (Neumann 140— 141). Als seine Begleiter werden genannt (S. 281): Bi- 126 schof Marinus von Triest, Graf Eberhard von Kirchberg jun., Graf Bernhard von Schaunberg, Albrecht und Hans vonNeiperg, Georg und Hans von Puchaim (Buchheim), Sigmund von Eberstorf, Leutold und Otto von Stubenberg, Paul von Po- tendorf, Bertholdt von Losenstain, Wilhelm von Perneck, Hans von Stahrenberg, Ludwig von Eckartsau, Ulrich von Polhaim, Wolfgang von Winden, Hans Ungnad (von Weifsenwolf), Hofmarschall, Wolfart Fuchs von Fuchsberg, Burchard von Eilerbach, Gamaret Silberberger, Heinrich Encestorfer, Ulrich Saurär sen. (Saurau; vgl. v. Hor- mayr, Taschenbuch f. d. vaterl. Gesch. 1828, S. 24), Georg Fuchs von Fuchsberg, Ludbeig von Ratenstein, Andreas Holenecker, Nikolaus von Pollencz, Tristan Teufenpechk (Teufenbach), Veit Wolkensteiner, Leopold Taumar, Georg Apphalterer, Lienhard Harracher, Friedrich Tunner, Bernhard Tehenstainer (Dachensteiner), Ulrich Fledenniczer, Hans Waldstainer, Georg Scharnomel (Tscher- nembl), Hans Saurer, Pancraz Rinkschchad, Heidenreich, Czebinger, Wilhelm von der Alben, Sigmund Windischgrätzer, Wilhelm Reisberger, Anton Holeneker, Friedrich Lugaster, Georg Steinreuter, Hans Lampoltiner, Lienhard Vils- ekker, Sigmund Kirperger, Hans Greisseneker. Vgl. Jos. Chmel, Gesch. Kaiser Friedrichs IV. und Maximilians I, flamburg 1840, I, S. 277 — 280, 581 ff. Josef Grünbeck, Lebensbeschreibung Kaiser Friedrichs III., Tübingen 1721, 24 erzählt, dafs Herzog Friedrich auf seiner Ausfahrt seine Begleiter wegen ihrer Seekrankheit und öfteren Ohnmächten verspottet, aber bei seiner Rückreise von Jerusalem (S. 25) nach Jaffa, wahrscheinlich durch „etliche bekhandte Juden und die heidnischen Kaufleuth", von denen er Perlen und Edelsteine gekauft hatte, verraten wurde, dafs er aber trotz aller ihm nachgesandten Schüsse glücklich das Schiff noch erreichte und in Venedig landete. 127 Die von Chmel im Diarium Friderici genannten Begleiter des Herzogs Friedrich sind auch aufgezählt in v. Hoheneck, Genealogie der ob der Ensischen Stände 1732, 118f. und Historiae Ducum Styi-iae, Graecii 1728, II, p. 77—78 (ibid. II, p. 73 — 74 die Begleiter des Herzogs Ernst von Österreich resp. Steiermark); der Verfasser jener Historiae hat das Diarium einfach ausgeschrieben. Vgl. noch Koller, Annal. monum. Vindob. II, 669; v. Muchar, Gesch. von Steiermark VII, 255—257; Neumann in: Berichte und Mitteil, des Altertums-Vereins, Wien 1881, XX, 147 f. v. Hor- mayr, Taschenb. für d. vaterländ. Gesch. IX, 1828, 24 giebt als Teilnehmer der Fahrt noch an: Traun, Abfattern und Konrad Beck (welcher 1440 nochmals nach dem heiligen Lande zog); aufserdem wird Johann Mynsinger von Frundeck genannt (Deutscher Herold 1877, 105). In dem Werke des Teodoro Toderini: Ceremoniali e festi in occasione di passagi di Duchi, archiduci ed Imperatori di casa d'Austria per lo stato Veneto dal 1361 al 1797, Venezia 1857, wird als Jahr für die Pilgerfahrt Friedrichs 1440 angegeben (gütige Mitteilung des Herrn Cam. Soranzo in Venedig). Ein mittelhochdeutsches Gedicht über die Jerusalemfahrt des Herzogs Friedrich giebt der Verfasser aus einer Londoner Handschrift in d. Zeitschr. für germ. Philologie 1889 heraus. Nach Döderlein, Histor. Nachrichten von dem Hauss der Marschallen v. Calatin- Pappenheim, Schwabach 1739, S. 128 u. 146, gingen 143G auch Burchard und Johannes, die Söhne des Marschalls Wilhelm von Biberbach nach dem heiligen Lande. 1436(b.) Gerhard von Bergen aus Lübeck macht vor dem Antritt der Pilgerfahrt sein Testament (Jacob, a Melle, 15). 1436(c.) wallfahrteten Hans Bart, Berthold Deichs- ler, Gabriel Fütterer, Peter Harsdörfer (der nach Will, Münzbelustigungen III, 4 im Jahre 1452 nach dem heiligen Lande und 1453 in das St. Egidienkloster ging), Konrad Haller, Erhard Haller, Paulus Haller, Georg Pfinzig, Peter Rieter (vgl. Das Reisebuch d. 128 Familie Rieter, Tübingen 1884, 1, 10), Gabriel Tetzel, welcher mit Leo von Rozmital und Gabriel Muffel auch ganz Europa durchreist hat (Stuttgarter litterar. Verein VII, 145 ff.) nach dem heiligen Lande (Kamann, 11, 44—46; Das Reisebuch d. Familie Rieter 1, 10; Will III, 352). Ober Pfinzing vgl. Jaenig 26, No. 94; 271, No. 293 und die Ausgabe seiner Reisebeschreibung bei RM. 65 — 96 und besser bei Kamann 44—87 (ebenda 40—43 über den Reisenden selbst). 1436((1.) ging Anton vonWydenbosch(de Saliceto) nach dem heiligen Lande, wie folgende Notiz im Hausbuch des Herrn Nicodemus du Chätel, Priesters in Freiburg, besagt: „Nobilis vir Anthonius de Saliceto domicellus recessit et profectus est 1436 ultra mare ad visitandum Jherusalem et ibi effectus fuit miles et reversus est Fri- burgum post festum Paschae 1437". L. 1436 (e.) ging der später einflufsreiche Schultheifs von Freiburg (in deutschen Akten so genannt) Wilhelm vonWi- flispurg nach dem heiligen Lande. Im Hausbuche des H. Nicod. du Chätel zu Freiburg wird darüber berichtet: „ Spectabilis vir Guilelmus de Adventica (d. i. Avenche, deutsch Wiflispurg) miles recessit, profectus est ultra mare ad visitandum Jherusalem et inde fuit ad montem Sinay et ad b. Katherinam, postea ivit per Saracenos et inde reversus fuit per Cyprum. Ibique Rex de Cypro fecit ei mag- num festum et dedit ei unum circulare aureum. Recessit vero circa festum poescha A° 1437". Über ihn vgl. sonst auch Th. v. Liebenau: Die Beziehungen der Eidgenossen 2nm Auslande in den Jahren 1447—1459 im Schweiz. Geschichtsfreund XXXII, 47, Quellen zur Schweizer Geschichte, Basel 1877, I, 205 — 206 und Meyer, Correspondence et do- cuments relatifs a la guerre de Fribourg et de la Savoie en 1447 et 1448 in: Archives de la soc. d'hist. du canton de Fribourg II. L. Im Jahre 1437(a.) am 29. März reiste Christoph, Vogt von Mehringen, und Johann von Klingenberg von Twiel ab, um nach dem heiligen Lande zu pilgern (Gütige 129 Mitteilung des Herrn Prof. Dr. Laubmann, Direktors der Königl. Bibliothek in München aus d. Codex Monac. No. 24819, fol. 206 b). 1437 (Ib.) vom 16. Februar an bis zum 21. Februar 1438 währte die Pilgerfahrt des Herrmann von Offenburg (geboren im Dezember 1379; vgl. Offenburgs eigene Aufzeichnungen im Schweizer Geschichtsfreund XII, S. 62 sowie die Genealogie der Offenburger in einer Handschrift zu Augsburg, Cod. NK. 169), welcher schon 1433 in Rom durch Kaiser Sigismund den Ritterschlag empfangen hatte. Er begleitete 1437 mit Dietrich Murer die Gesandtschaft des Basler Konzils nach Konstantinopel und pilgerte mit diesem dann nach Jerusalem; die Reise kostete 600 rheinische Gulden für vier Personen; „unser gale zerbrach uff dem Meere". (Bernoulli, Hans v. Eptingen 17.) 1438 in einer Urkunde wird Kaspar Zedwitz als auf einer Jerusalemfahrt gestorben, erwähnt (Mencken III, chronic. Curiae p. 713). 1439 pilgerte Heinrich von Himmelspfort, nach Jerusalem (Geschichtsquellen der Provinz Sachsen XV, 156). 1440. Hans Rot, Ratsherr in Basel, brach am 4. März auf und reiste über Maria Einsiedeln (S. 15), den Arlberg, Innsbruck nach Venedig, wo er am 20. März eintraf (S. 1-7); er segelte am 2. Mai ab (S. 20). Als Mitreisende nennt er (S. 75): Graf Heinrich von Schwarzburg (dessen Begleiter waren: Heinrich Hag, Ritter, Hermann von Greufsen, Bertholdt von Wetterrode, Konrad Hogge, Heinrich Gasenmann, der Schreiber, Heinrich von Rastenberg, (S. 76) Jakob von Schmiedeberg, Klaus von Hagen, Klaus Wol- derslieben, der Koch, Georg in der Wisse), ferner aus Thüringen: Friedrich von Hopfgarten, Ritter, Dietrich und Georg von Hopfgarten, Ritter, sein Sohn, Lutz Wurm, Heinrich von Küllstadt, ein Barfüfser, Konrad, der Schreiber, aus dem Stift von Mainz: Hans Löslin (oder Lösel, Komthur der Johanniter zu Rö h rieht, Pilgerreisen. 9 130 Mainz und zu Rheinfelden, seit 1449 Grofsprior in Deutschland; er starb 1466), Heinrich von Winzingerode, Ritter, Heinrich Schmidt, Knecht; aus dem Berner- land: Ludwig von Diesbach, Hans von der Gruben (der 1467 den Sohn und Neffen Ludwigs von Diesbach, nämlich die späteren Schultheifsen Wilhelm und Nikolaus v. D. nach Jerusalem und dem Sinai begleitete; vgl. Tillier, Gesch. des Freistaates Bern II, 576; Schweiz. Geschichtsforscher II, 225, Note 9 und VIII, 169), Hans Holman (S. 77); aus Eger: Lorenz Rup, Priester, Hans Kefsler; aus Steiermark: Hans von Lichtenberg, Ritter, Matthies Hirtz, sein Knecht; aus der Wetterau: Johann von Schwalbach, Johanniterkom- thur zu Wisseisheim, Girnand von Schwalbach, (dessen Reisebeschreibung RM. 97—99 im Auszuge veröffentlichten), sein Bruder, Erben Fuchs von Fridberg; aus Ungarn: Bartholomaeus von Torna, Matthias, Archi- diakon in Beregh, Peter von Slavonien, ein Ritter, Stephan von Warasdin, Peter von Fünfkirchen, ein Priester, Bartholomaeus und Nikolaus, Priester aus Bussia; aus Ragusa: Blasius von Causeli, Jakob von Bisia (S. 78); aus Lüneburg: Hans Dalenburg, Berthold Lang, Heinrich Unna, ein Priester, Bernhard Hagen- snider, Priester, Dietrich Radmacher, Ludechim von Alten - Ülzen; aus Braunschweig: Johann Stadweg, Priester; aus Wernigerode: Heinrich, Augustiner; aus dem Stift zu Lüttich: Engelbert von Luiter, Ritter, Johann Nennens, sein Knecht, aus Brabant: Heinrich von Colem, Ritter, Reinhard Wifflet, Heinrich von Hoggenien, sein Knecht; aus Seeland: Lorenz Golintz; aus Candia: Bartholomaeus und Johannes, zwei Barfüfser; aus Hessen: Werner von Eiben, Ritter, Hermann Hund, Ritter, (S. 79) Hans vom Burnen, Werner Holtzadel, Hans von der Malsperg, Engelbert von Rugershusen, Gerhard Spiegel, Henigin Hofmann; aus der Mark Brandenburg: Claus Schadewachter, Hans Happe, 131 Konrad Strilleman, Andreas, ein Barfüfser; aus Mecklenburg: Konrad Lobe, Ritter, Dietrich Lieb- zow, Peter, ein Barfüfser-, aus Lothringen: Jakob von Harcourt, Ritter, Desiderius von Mirecourt, Nikolaus von Bayonville; aus Strafsburg: Johann von Benfelden (der urkundlich als Johannitercomthur von Hohenrain im Kanton Luzern vorkommt), (S. 80); aus Preufsen: Johann Krug, Mathias, Nikolaus, ein Priester;* aus Schwaben: Walter von Busnang, Com- thur der Johanniter zu Heitersheim, Hans Radwiler, sein Knecht; aus England: Walter Viloy, ein Johanniter; aus dem Hennegau: ein armer Mönch unbekannten Namens, Thomas, der Koch der Pilger; endlich aus Basel (?): Hans Adolf Sas u. Heinrich von Badenweiler. Am 4. Juni erreichten sie Jaffa (S. 24), am 13. Juni Jerusalem (S. 25), wo (14. Juni) Graf Heinrich von Schwarzburg und Joh. von Schwalbach den Jakob von Harcourt, Heinrich von Colem, Engelbert von Luiter, Girnand von Schwalbach, Hans Rot, Hans von Lichtenberg, Heinrich von Win- zingerode, Georg von Hopffgarten zu Rittern des heiligen Grabes machten (S. 26—27); nach zwei Tagen empfingen auch Peter von Slavonien und Konrad Hove dieselbe Würde (S. 27). Am 23. Juni segelten sie wieder ab, am 26. Juni landeten sie auf Cypern, wo Hans Rot, Jacob von Harcourt und Hans von Lichtenberg den König aufsuchen wollten, aber durch die Krankheit der übrigen Pilger und den Widerspruch des Patrons, länger zu warten, verhindert wurden (S. 28). Auf Rhodus stiegen Walter von Busnang, Hans Löslin, Johann von Schwalbach, sein Bruder Gernold, Johann von Benfelden und ein griechischer Bischof aus (S. 53). Ende April wird Rot Venedig wieder erreicht haben. Bernoulli, Pilgerreisen der Baseler Hans und Peter Rot (Separatabdruck aus den Beiträgen für vaterländ. Geschichte, Neue Folge I), Basel 1882, S. 15—80, sonst S. 329—408. 1440(Ib.) Heinrich Ghereken aus Lübeck tritt seine 9* 132 Jerusalemfahrt an (Jacob, a. Melle, De itineribus Lubecensium religiosis, 15). 1440 (c.) Hans Wulf, Bruder des Bischofs Nikolaus von Schleswig, bestimmt, dafs für ihn ein Pilger nach dem heiligen Grabe gesandt werde (Jakob, a Melle, 79). 1441. Sivert I. von Ortzen, Vasall des mecklenburgischen Gutes Roggow bei Neu-Buckow, ging, nachdem er wahrscheinlich schon 1433 eine Wallfahrt nach Jerusalem glücklich vollbracht hatte (S. 17), im Jahre 1441 zum zweiten male dahin, starb aber, wie eine Denktafel in Do- beran bezeugt, am 1. Juli 1449 in Jerusalem und ward auf dem Berge Zion begraben (S. 19); sein Testament hatte er am 4. März 1441 zugunsten der Abtei Doberan gemacht. (Lisch, Gesch. des Geschlechts von Ortzen, Schwerin 1860, II, 16 — 22, worauf der Herr Verfasser dieses Buchs den Herausgeber hinwies.) 1443 pilgerte Graf Friedrich VII. von Hohen- zollern-Öttingen (Barth, Hohenzollersche Chronik, Sigmaringen 1862, 131 ; Geisheim 33f.). Der Sage zufolge hatte er das Gelübde zu seiner Pilgerfahrt im Kerker zu Mömpelgard gethan, in welchen ihn Henriette, die Witwe des Grafen Eberhard IV. von Württemberg, wegen Ungehorsam hatte einsperren lassen; nach dem Tode Henriettes frei geworden, reiste er nach dem heiligen Lande und soll, als er eben den Strand betreten, plötzlich gestorben sein (Gräfse, Preufs. Sagen II, 662 — 664; O. Schwebel, Die Sagen der Hohenzollern, Berlin 1878, 91—100; vgl. v. Hagen, Ein alt schön lied von Grav Fritz von Zolre dem Ot- tinger 25). 1444. Ein Benediktinermönch von St. Ulrich in Augsburg traf mit Wilhelm von Jochem aus Westfalen, Diepold von Hasberg, Heinrich Spiegel und einem Knecht in Rhodus ein, wo er von deutschen Johannitern „ein Schiling" (Schilling von Kanstatt) und „ein Schenk von Abach" (Schenk von Staufenberg) und „ein Salland" (Pallandt; über dieses Geschlecht siehe Clericus, Viertel]ahrshefte für Heraldik I, 179—200, 274— 133 346; II, 67ff.) und „ein Tirelar", (Richard von Butt- lar, seit 1466 Grofsprior) antraf (S. 302). Nach langen Unterhandlungen gab der Grofsmeister, der jeden Tag einen Angriff der türkischen Flotte befürchtete, den Pilgern und dem Patron Erlaubnis abzufahren (S. 303); am 12. JuH erreichten sie über Accon, Nazareth, Nablus Jerusalem (S. 305 f.). Von da brachen sie am 25. Juli wieder nach Accon auf und fuhren auf einem Kauffahrtheischiffe über Beirut (S. 318) nach Tripolis, wo das Schiff wieder Waren an Bord nahm (S. 319), von da über Cypern nach Venedig; auf der Reise dahin wurden sie durch allerlei Kriegsgerüchte beunruhigt (S. 321 — 322). Die für die Handelsgeschichte besonders interessante Handschrift wurde, leider ohne sachlichen Kommentar, veröffentlicht von Birlinger in Herrigs Archiv für neuere Sprachen, Berlin 1867, Bd. XL, 301—322. 1445 ward Gerhard II. zum Abt des Klosters Victring in Kärnthen gewählt, welcher während seiner zwanzigjährigen Amtsdauer dreimal nach Jerusalem pilgerte (Wendenthal V, 249; vgl. Keiblinger, Gesch. des Benediktinerstiftes Melk I, 280 Note). 1447—1449. Otto von Ziegler brachte von Jerusalem, wo er Ritter des heiligen Grabes geworden war, ein Stück Wurzel von einer Weinrebe mit, aus welcher ein Becher gearbeitet wurde, dessen Abbildung und Geschichte Vulpius, Kuriositäten 1816, V, 501, Tafel 19 giebt. Da der Pilger 1451 in seiner Vaterstadt Erfurt in der Futtergasse ein Haus bauen liefs, in dessen Fundament Späne von jener Rebenwurzel versenkt wurden, habe, so wird berichtet, jenes Haus den Namen „zum Rebenstock" erhalten. Kurz vor 1449 hatte sich Klaus, Kaufmann zu Saarburg „um Götz willen" mehrere Jahre in Jerusalem und Konstantinopel aufgehalten und so viel Achtung erworben, dafs Herren, Ritter und Gelehrte ihn „zuleste grofslichen mit costbarem heiltum gnedielichen begobt hoben", das er der Kapelle Buderbach zu Westhofen schenkte, wo er zugleich eine ewige Messe stiften wollte. Graf Ludwig V. 134 von Lichtenberg gab daher den Sammlern von Beiträgen für diese letztere Stiftung einen Empfehlungsbrief mit, in welchem er als jene Reliquien nennt: ein Stück von der Geifselungssäule, vom heiligen Kreuz, vom Balsambaum „do unser lieber Herre von gesalbt und gebalsamt wart zu der zytt siner begrebnifs", ein Stück vom Mosesstabe, ein Stück von den zwölf Steinen, die Moses von Gott bei der Erscheinung im flammenden Busch empfangen habe und von St. Anastasia. Die Urkunde erklärt, dafs Klaus über die Echtheit der Reliquien „uns erber versigelte kuntschaft fur- brocht, gewiset und gezuoget" (J. G. Lehmann, Gesch. der Grafschaft Hanau-Lichtenberg I, S. 262 f.). 1449(a.) Stephan von Gumppenberg verliefs mit Friedrich von Wolfskel, Hans von Kamerau, Hans Striegel, Nikolaus Magerer, dem Kaplan Johannes Eyselhauer und einem Diener am 11. August Würzburg (S. 235 a) traf nach dreizehn Tagen in Venedig ein, von wo er am 3. September absegelte und am 1. Oktober Jaffa erreichte (S. 237a). Stephan starb am 14. November in Jerusalem und ward auf dem Zion begraben (S. 239). Die übrigen Pilger brachen von da am 18. Jan. 1450 nach Nazareth auf, besuchten die Stätten um den See Genezareth und langten am 25. Januar in Damaskus an (S. 242 a), das sie am 31. Januar wieder verliefsen (S. 243); auf dieser Reise trafen sie einen Deutschen, der zehn Tage ohne Geleitsmann von Damaskus aus umhergelaufen war (S. 241a). Von Beirut segelten sie am 8. Februar ab (S. 243 a) und trafen in Nicosia am 17. Februar Peter Wolf Striegel (S. 244); hier landeten am 14. März viele polnische, preufsische und niederländische Pilger (S. 245). Am 10. April trafen sie in Venedig ein und traten mit dem Nürnberger Kaufmann Lorenz (von Boln) den Heimweg an (S. 246); am 4. Mai langten sie in Würzburg wieder an (S. 247). Diese Nachrichten finden sich im Reyfsbuch 1584, 235 a— 250. In der Geschichte der Familie von Gumppenberg, herausgegeben von L. Alb. Freiherr v. Gumppenberg, Würz- 135 bürg 1856, 115—116 wird als Jahr dieser Reise fälschlich 1417—1418 angegeben. 1449(H).) Georg Mülich von Augsburg brach mit seinem Herrn Johannes Truchsefs von Waldburg, Hans Stauffe zu Ehrenfels, Martin Sattelbog zu Lichtenberg und Georg von Seiboltsdorf am 2. April auf von Landsberg und erreichte (über den Brenner) am 31. April Venedig; erst am 27. Juni konnten die Pilger absegeln. Am 25. August landeten sie in Rhodus, am 7. September in Jaffa, und segelten am 25. September wieder ab; am 24. November waren sie wieder in Venedig. (Tobler, Jerusalem I, 418 erwähnt den Namen Hans Truchsefs von Waldburg an einem Hause westlich vom Jo- hanniterhospitale.) Ich durfte die Handschrift, welche anfangs im Besitz des weiland Bibliothekar Prof. Foeringer (Bibl. Foering., München 1880, No. 3223) sich befand, durch die Güte des jetzigen Besitzers, des Herrn Grafen Paul Riant, benutzen, (Bibl. Riant cod. germ. No. 21, fol.). 1450 (a.) Herzog JohannvonCleve brach am 7. April 1450 von Brüssel auf mit Johann van Alpen, Goswin Ketteier, Johann von Brockhuysen, Herr von Loe (Fahne, Kölnische Geschlechter II, 19), Friedrich von Pa- landt, Herr von Wyttem, Matthias von Eyll, Helmich Bentingk, Bernt van Beecke, Thorwärter, Hendrik, Kaplan, Johann Reynier (Reymer), Kammerdiener, Albert Kock, Trommelschläger; in Venedig traf er Godert und Otto von Wylacken (v. Spaen 85). Hier schlössen sich ihm auch an: der Graf von Hörne, ein Junker Dietrich von Battenberg, Herr zu Anholt, Anton van Eger, Wilhelm van Vloderop (Vlodorp), Vogt von Roermonde, Wilhelm van Ghoor (Goer), Adrian van Herl(a)er und Johann van Hernert (Hemmerden) (S. 86). Auf Kandia, wo der Vater des Johann van Alpen, der mit dem Bischof Johann von Lütt ich nach dem heiligen Lande gegangen (nach Gallia christ. ed. Piolin III, 903, brach der Bischof von Lüttich 136 1444 auf, kam jedoch nicht nach dem heiligen Lande), aber gestorben war, liefs Herzog Johann ein feierliches Seelenamt celebrieren (S. 88). In Jerusalem, wo der Herzog auch Arnulf von Creey traf (S. 87; vgl. Publications de la societe histor. de Limb. IX, 213; O'Kelly de Galway, M&n. sur l'ordre du St. Sepulcre 82), erlangte er und der gröfste Teil seiner Begleitung die Ritterwürde des heiligen Grabes. Auf der Rückreise trennten sich von ihm in An- cona der Graf von Hörn und D. von Battenberg, welche nach Rom gingen (S. 88), wo Herzog Johann bald darauf den Herzog Arnold von Geldern und Graf Heinrich von Schwarzenberg, welche ebenfalls nach dem heiligen Grabe reisen wollten, antraf (S. 90; vgl. Jänig 34, No. 5); am 1. April 1451 war er wieder daheim (Publicat. 216). Seine Reisebeschreibung ist veröffentlicht durch van Spaen, Proeven van Historie, 1808, 85—91, Gerts van der Schüren, Chronik von Cleve und Mark ed. L. Tross, Hamm 1824, 294 — 308) und in den Publications de la societe" historique de Limbourg IX, 1872, 204—216; vgl. van der Kempin: Studien en Bijdragen, Amsterdam 1878, IV, Heft 1, 41—43; Publications de Limbourg XII, 1875, 85—95; Teschenmacher, Annal. Cliviae 1721 H, 302—303; Char, Gesch. des Herzogtums Cleve, Cleve 1845, 115. 1450(b.) Hans Arnold Seegesser wird als Pilger erwähnt in Cysats Collectan. A. 95 im Kantonalarchiv von Luzern. Ferner berichtet Cysat aus dem Jahrzeitbuch der Kirche R. im Entlibuch (fol. 189): „Herr Hans Arnold Sägisser, Ritter, Frau Anna Meyer sin gemahl, vnd Jakob Frankhuser von Lucern hand die siben Küchen im Land mit schönem Heiligtumb, so gesagter Sägesser vom heiligen Grab bracht hat, versehen." L. 1450 (c.) Heinrich von Lübeck und Trosseimann: Iter a Lubeco Jerusalem (Kopenhagen, Königl. Bibl. alter Fond, No. 2077, s. XV, 4°, 10 foll.). Im Jahre 1451 starb Graf Philipp von Erbach, nachdem er kurz zuvor Ritter des heiligen Grabes in Je- 137 rusalem geworden war (Barack, Zimmerscbe Chronik II, •241). 1452 am 13. Dezember setzte Kurfürst Friedrich IL vonBrandenburg vor seiner Abreise nach dem heiligen Lande für seinen unmündigen Sohn Johann und zur Führung der Regierungsgeschäfte eine Vormundschaftsbehörde ein (Riedel, Cod. Brandenb. C. I, 307—309), wiederholte am 12. Januar 1453 im Dome zu Brandenburg seine bereits am 13. Mai 1445 niedergeschriebene Beichte (ibid. 310—312) und empfing am 11. März 1453 zu Rom vom Papst Nikolaus V. eine geweihte Rose (ibid. 312—313, vgl. Jaenig 34, No. 6); am 14. November desselben Jahres traf er wieder in der Heimat an (ibid. 318). Auf seine Wallfahrt bezieht sich auch der Brief (Cod. Mellic, No. 13, eh. 4°, saec. XV, fol. 202), welchen Herr Prof. Neumann in der ZDPV. 1881, 229f. mitteilt; er lautet: „Epistola missa a Rodis ad Jerusalem Domino Marchioni Fride- rico de Brannburg de salvo conduetu et ex parte Tur- corum. Ilhmtris prineeps ac potens ac magnifice domine nobis honorande, cordiali salutacione premissa. Per reli- giosum in Christo nobis carissimum fratrem Gotfridum de Heimbach Ordinis nostri oretenus nobis expositurn fuit, illustrem dominacionem vestram in regressu suo a pere- grinacione ierosolimitana exoptare Rodum videre cum hiis, qui nobiscum erunt, petereque salvum conduetum pro pa- trono et nautis veneeiis galliace peregrinorum qua devehe- mini. Nos enim audita ingenti fama magnificentie vestre et quantum sit affeeta erga nos et nostram religionem tan- dem letanter et leto corde uidebimus et honorabimus et ce- teris ad vestram pertinentibus comoditatem favebimus. De salvo vero conduetu non nobis videtur opus esse, cum ci- vitas nostra Rodi communis et libera sit omnibus nacionibus Christianorum neque unquam conpertum fuit, quod nostra religio aliquibus Christianis bellum, injuriam, dampnum aut violenciam aliquam fecerit neque facere intendit, sed omnes possunt libere et secure huc Rodum accedere, negocia eorum agere et discere pro eorum libito noluntate (sie). Si vero 138 patronus et naute galliacie prefate, ut apparet ex petitione vestra, dubitarent huc Rodi venire, miramur, cur hoc pe- tatur, quia bonam pacem habemus et habere (p. 230) in- tendimus cum dominis Venetis et subditis eorum et patronus cum nautis suis libere potest venire Rodum neque ali- quomodo retinebitur, sed cum voluerit, discedat, sicut Veneti semper consuerunt. Cum magno dolore cordis ea, que [se- cuntur, illustri dominacioni vestre intimare decrevimus. Magnus Theucer (der Grofstürke), cum obsedisset Constan- tinopolim terra marique, tandem vi armorum civitatem die XXIX mensis Maji preterito cepit, imperatorem Constan- tinopolitanum interfecit, multis nobilibus capita truncavit, totam urbem in predam dedit, crudelitates plures exercuit. Civitatem Peram, quam Jannenses tenebant', sine armis ob- tinuit ipsamque tributariam fecit, muros illius diruit..... Ciassem de novo parat ingentem, qua intendit omnes insulas Egey pelagi sibi tributarias facere vel eas, si poterit, delere. Exaltavit namque cor sum et gloriatur se Magni Alexandri Macedonis gesta equiparaturum uel superaturum, minatur etiam — que Alexander numquam — se ad Italiam et partes occiduas armis et potentia sua penetrare velit (sie), se experiturum, an sibi fortuna faveat, quemadmodum per hec orientalia expertus est. Quare omnes reges Christiano- rum et prineipes animadvertere deberent, quonam pacto feritati potencie hujus tyranni noti ad destruccionem chris- tianorum — nisi Deus providerit — resistatur viresque omnes ad ipsius Turci perniciem convertant. Quod fiet facile, si in vnitate et pace ac caritate in communi venerint ac congregaverint pro honore fidei catholice ac christianitatis proteccionem, ne diu machinata seeta in christicolas dese- viat, rogantes omnipotentem Deum, ut sua gracia prouideat, ubi humane vires non sufficiunt, que uos ad vota custodiat et vestra comitiua ad hanc nostram urbem Rodi feliciter conducat. Datum Rodi in nostro conventu die ultima mensis Junii MCCC(C) 53." Ohne Zweifel reiste mit dem Kurfürsten Friedrich Georg Ketzel aus Nürnberg; für den letzteren, der im 139 Jahre 1459 eine Jerusalemkapelle in seiner Vaterstadt (jetzt im Hofe des heiligen Geistspitals; vgl. Kamann 6) errichtete, stellte Friedrich (die Aegidii, d. i. 1. September) in Venedig einen Adelsbrief', und zwar auch für seinen Bruder und seine Nachkommen aus (Kamann S. 5 f.). Hingegen ist Kurfürst Friedrich I. von Brandenburg höchst wahrscheinlich nicht nach dem heiligen Lande gezogen (Geisheim 20); wir wissen aber sicher, dafs er die Pilgerfahrt seiner Söhne , der Markgrafen Johann und Albrecht von Franken-Brandenburg (vgl. oben 1435 [a.]) gewünscht und unterstützt hat (Geisheim 22—23). 1453 am 9. März verüefs Peter Rot Basel und reiste mit seinem Freunde, dem Barfüfser Hans zum Rosen (S. 81) und einem Knechte Ehrhard Samuel über Maria Einsiedeln, den Arlberg, Meran, Trient nach Venedig, wo er am 29. März ankam und den (am 7. April) eben aus Rom dorthin gekommenen Kurfürsten Friedrich II. von Brandenburg antraf, der ihm und seinem Begleiter erlaubte, sich seiner Gesellschaft anzu- schliefsen (S. 85). Am 15. Mai segelten sie ab (S. 88), hörten unterwegs die Nachricht von der Eroberung Kon- s^antinopels durch die Türken (S. 90) und landeten am 25. Juni in Jaffa (S. 92). Am 29. Juni schlug Poppelin vom Stein den Kurfürsten Friedrich und dieser folgende Herren seiner Begleitung zu Rittern des heiligen Grabes: Graf Albrecht von Anhalt, Graf Otto von Henneberg, Graf Bernhard von Regenstein, Graf Gottfried von Hohenlohe, Graf Gebhard von Mansfeid (vgl. Spangenberg, Mansfeldische Chronik c. 332, S. 388a), Graf Ludwig von Ysenburg, Gottschalk von Blessin, Hans von Torgau, Georg von Pappenheim, Lutz von Rotenhan (S. 93), Georg von Waidenfels (der 1442 „das hohe Haus" in der Kloster- strafse zu Berlin als Burglehn erhielt), Hildebra'nd von Thüngen, Georg von Schlieben, Hayn Quast, Hassa von Bredow, Caspar von Waldow, Otto von Schlieben, Balthasar von Uchtenhagen, , 140 Claus Sparr, Kraft von Festenberg, Jakob von Polenz, Nickel Pfui, Hans von Bredow („was vor ritter"), Urban Stofsz („och vor ritter"), Lamprecht Besefsheim, Peter Markburg, Peter Rot (S. 94). Am 5. Juli segelten die Pilger ab von Jaffa und kamen am 13. nach Cypern, dessen König dem Kurfürsten versprach, die Insignien der St. Georgsritterschaft nach Venedig in das Haus des Patrons nachzuschicken (S. 95). Gegen Ende August werden die Pilger wohl in Venedig wieder angekommen sein. Peter Rot wurde, wie die meisten der oben genannten Herren, Ritter des Schwanenordens (Still- fried-Haenle, Das Buch vom Schwanenorden, Berlin 1881, 197—198; dort finden sich auch sorgfältige Nachweise über andere Mitpilger des Kurfürsten, welche nicht Ritter des Schwanenordens waren, unter den einzelnen Namen). Die vom Kurfürsten empfangene silberne Halskette dieses Ordens war bis 1833 Eigentum des Baseler Münsters, ward dann durch Minister von Nagler für König Friedrich Wilhelm IV. erworben (Burckhardt, Der Kirchenschatz des Basler Münsters in den Mitteilungen der antiquarischen Gesellsch. zu Basel X, 17), welcher am 400jährigen Stiftungstage den Orden wieder ins Leben rief (und zugleich das Berliner Krankenhaus Bethanien begründete), zu dessen Andenken er ein Geschmeide fertigen liefs, das fortan jede preufsische Königin als Dekoration tragen solle. Die oben genannte Kette, welche Kaiser Friedrich III. als Kronprinz mit Wahrung seines Eigentumsrechtes dem Hohenzollernmuseum überwies, hat 24 Glieder, welche Herzen aus Rubin um- schliefsen; das Juwel zeigt die über einem Halbmonde aufsteigende Jungfrau mit dem Jesusknaben, von Flammen umgeben, während auf einer darunter verschlungenen Binde der Schwan als Symbol der Reinheit schreitet (vgl. Graf Stillfried und Haenle, Das Buch vom Schwanen - Orden, Berlin 1881, 26, 33—34, Abbildung Nr. l). Die Pilgerschrift ward herausgegeben von Bernoulli, Pilgerreisen der Basler Hans und Peter Rot (Separatabdruck aus den Beitr. zur vaterländischen Geschichte, Basel 1881, Neue 141 Folge I, 81—96; vgl. einen Auszug im Johanniterblatt 1882, 130—131. 1454(a.) Georg von Ehingen segelte mit einigen Jo- hanniterrittern von Venedig nach Rhodus, um hier gegen die Türken zu kämpfen, ward aber nach elfmonatlichem vergeblichen Warten auf das Belagerungsheer abgedankt (S. 12) und ging, mit einem Empfehlungsbrief an den König von Cypern versehen, über Beirut, Tyrus, Safed, Nazareth nach Jerusalem, wo er 15 Tage blieb. Von hier zog er mit einem Gefährten „genannt der Münch von Basel" einigen Kaufleuten und Franziskanern nach Damaskus, wo er und der „Münch" gefangen aber gegen 30 Dukaten Lösegeld wieder losgelassen wurden (S. 13), besuchte dann Alexandria („und wirdet treffenlich von dem soldan verhiet mit vil soldnern und mamelucken") und segelte nach Cypern; auf der Reise starb sein Gefährte „der von geschlecht ein Münich von Basel war". Der König nahm ihn freundlich auf. Georg ging dann über Rhodus, Venedig zurück in seine Heimat (S. 14). Nach zwei Jahren ging er durch Frankreich nach Spanien, erschlug vor Ceuta im Zweikampf einen riesigen Mauren (S. 24), kämpfte nachher gegen die Mauren von Granada (S. 27) und trat dann in Dienste des englischen Königs (S. 28). Seine „Reise nach der Ritterschaft" erschien Augsburg 1600 (bei Dominicus Cost); vgl. auch Crusius, Annal. Suev. II, 422—424; Holzherr, Gesch, d. Reichsfreiherren von Ehingen, Stuttgart 1884, 36—40. Die neueste Ausgabe veröffentlichte Pfeiffer in der Bibliothek des literar. Vereins I, Stuttgart 1842. 1454(1).) pilgerte Junker Michael von Meggen, Sohn des Nikolaus von Meggen (Cysats Collectan. A. 95 im Can- tonalarchiv von Luzern). L. In demselben Jahre (1454[e.]) trat Friedrich G reife n- clau vom Volraths seine Pilgerfahrt an, aber auf der Heimkehr zu Ragusa in den Franziskanerorden, worüber die interessanten Briefe an seinen Schwager Friedrich von Flersheim zu vergleichen sind bei Waltz, Die Flersheimer 142 Chronik 9 —13. Sonst siehe auch Helwig, Genealogie der Greifenclau 9; Bodmann, Ehein. Altert. 319 und Roth, Ge- schichtsquellen von Nassau I, 448. Nach der Limburger Chronik (Mon. Germ. SS. vernaculae linguae) 108 starb er in Jerusalem im Zionskloster. 1455. Sigmund Freyberg zu Wach starb auf einer Pilgerreise nach Jerusalem (v. Hormayr, Goldne Chronik von Hohenschwangau 134). 1457 bestimmt Johannes Boysenborch aus Lübeck, dafs man für ihn einen Pilger nach dem heiligen Lande absende (Jacob, a Melle, 79). Im Jahre 1458 wird Anton Pelchinger aus Tegern- see gepilgert sein (Wien Bibl. No. 146, s. XV, 8°). 1460. Hans von Eptingen verliefs am 10. Mai Venedig (S. 323) in der Reisegesellschaft des Herzogs Otto II, von Pfalz-Mosbach, aus der er den Hofmeister des letzteren: Philipp von Gemmingen (Stocker, Chronik der Familie von G., Heidelberg 1865, 12, erwähnt; dieser Ph. von G. war der Sohn des 1422 verstorbenen Konrad von G.), Ludwig von Wildenstein (S. 395), ferner Priester Hans Goldschmidt aus St. Urban (S. 393) sowie seinen eigenen Vetter Thüring von Büttikon und Nikolaus von Scharnachthal (S. 381 u. 396) hervorhebt. Am 26. Juni landeten sie in Jaffa (S. 445); in Jerusalem empfingen der Herzog und Hans v. Eptingen den Ritterschlag durch einen Burgundischen Ritter Arthur von Wadern (S. 380 f.) und Thüring durch Hans (S. 381). Am 15. Juli segelten sie von Jaffa ab (S. 392) und erhielten in Nicosia, wo auch ein mitreisender Priester aus England starb (S. 392) und ein Ritter aus Meifsen, Georg von Riedeburg, ihnen sich zugesellte (S. 395), den Ritterschlag des Schwertordens durch den König (S. 396). Nachdem sie am 12. September glücklich Venedig erreicht hatten (S. 399), kehrte Hans über Mailand und den St. Gotthardt am 1. Oktober wieder nach Pratteln heim (Seite 401 — 403). Die Reisebeschreibung erschien im Schweiz. Geschichts- 143 forscher, Bern 1828, VII, S. 313—402 und von B. Bernoulli mit guten Anmerkungen in Beitr. zur vaterländ. Geschichte, Neue Folge II, Heft 1, Basel 1885, 1—75 (Separatabzug). C. 1460—1470. Johann von Kant (Kenty bei Auschwitz oder Oswiecim), Professor in Krakau, legte seine Stelle nieder, um nach dem heiligen Lande zu reisen, wo er den Muselmännern das Christentum gepredigt haben soll; er starb nach seiner Rückkehr (24. Dezember 1473) und Hegt in der St. Annenkirche in Krakau begraben. (Klose in Scriptt. rerum Silesiac. III, 332). Vielleicht fällt in diese Zeit auch die Pilgerfahrt der Breslauer Bürger Johann Meissner (f 14. März 1480), Balthasar Horning (f 17. August 1480), welche Klose 400 erwähnt. Auch Hieronymus Krebil, Ritter, aus Breslau (f 3. Mai 1506), scheint im heiligen Lande gewesen zu sein; auf dem noch erhaltenen Grabmal zu St. Christoph ist Christi Kreuz- tragung abgebildet, darüber ein völlig gerüsteter Ritter zu Pferde bei einer Stadt (Klose 403). Gütige Mitteilung des Herrn Dr. Ewald Wernicke. In derselben Zeit mufs Conrad Schedel, welcher zwölf Königreiche durchreiste, im heiligen Lande gewesen sein; er starb in Damaskus. Die gesammelten Reliquien schickte er an seinen Bruder Hermann, der sie der Kirche von Leimburg überwies (Will, Münzbelustigungen IV, 91). 1461(a.) Herzog Wilhelm von Thüringen und Sachsen brach, nachdem er (25. März) sein Testament gemacht (Kohl, Die Pilgerfahrt des Landgrafen W. des Tapfern von Th., Bremen 1868, 14 — 16; vgl. Heinrich, Handbuch der sächs. Gesch. I, 402, v. Mülverstedt, Reg. Stollbergica 531 — 532, Nr. 1597), am 26. März von Hause auf, traf in Baiersdorf mit dem Markgrafen Albrecht Achilles von Franken-Brandenburg, der bereits 1435 im heiligen Lande gewesen war, zusammen, ging über Nürnberg, München und den Brenner nach Venedig, wo er am 29. April ankam. Am 1. Mai segelte die Reisegesellschaft (im ganzen 91 Köpfe) ab; in Modon traf man den Herzog Adolf von Geldern, welcher mit fünf grofsen Schiffen ausgesegelt war 144 (S. 92; Jacobs 200; vgl. Pontanus, Histor. Gelrica 1639, 520; Knippenberg, Histor. eccles. ducatus Gelr. 124; Nyhoff IV, p. xcviii, not. 3; Nettesheim, Gesch. der Stadt und des Amtes Geldern, 1863, 134), auf Rhodus die Königin Charlotte von Cypern (S. 97); im Golfe von Attalia erinnerte man sich des Schiffbruchs, den ein Herzog von Braunschweig (welcher?) einst hier erlitten hatte (Cod. germ. in München Nr. 337, fol. 245). Am 14. Juni landeten die Pilger in Jaffa und erreichten glücklich Jerusalem (ein Ritterschlag im heiligen Grabe wird nicht erwähnt; S. 115). Am 2. Juli segelten sie wieder ab (S. 126) und kamen am 24. August in Venedig an (S. 131), von wo Herzog Wilhelm am 8. Oktober Weimar glücklich erreichte (S. 132). Als Reisebegleiter werden genannt (bei Mergenthai N 4 — O 2 , in Konrad Stolle, Thür. - Erfurtische Chronik, herausgegeben von Hesse in der Bibliothek des litt. Vereins in Stuttgart XXXII, 50 — 51 und bei Lemke in der Zeitschr. des Harzvereins X, 1881, XIV, 484—488; die von dem letzteren gegebenen Abweichungen der Namen notiere ich mit L.): Graf Ludwig von Gleichen, Graf Heinrich sen. von Stolberg, Graf Günther von Schwarzburg (S. 69), Graf Erwin von Gleichen (welcher in Eichstädt zurückblieb und deshalb in schwere Ungnade fiel; v. Mülverstedt, Regg. Stolbergica 533, Nr. 1601), Graf Hans (L. und Ernst) von Honstein, Burggraf Albrecht von Kirchberg, Heinrich Reufs von Plauen (vgl. Lon- golius, Vorrat allerlei brauchbarer Nachrichten I, Schwabach 1765, S. 74; Geisheim 9), Veit von Schönburg (L. Schonenberg), Herr zu Glauchau, Otto, Schenk von Landsberg, Herr zu Tubitz und Sidau, Hans und Georg Schenk zu Tautenberg, Wolf von Sensheim, Herr zum Schwarzenberge, Eucharius (L. Acharius) von Pappenheim, Erbmarschall; ferner die Ritter: der Junker (Georg) Vitztum zu Apolda, Apel von Ebeleben (S. 70), Hans von Wangenheim, Heinrich von Bünau zu Skölen, Heinrich von Bünau zu Dünsek (L. Drotczk), Bastian von 145 Kochberg (L. Kerchberg), Melchior Vitztum (zu Tannrode), Heinrich von Witzleben (zum Stein; vgl. Spittendorf, Denkwürdigkeiten 289), Rudolf Marschalk (L. und Werner von Hanstein), Friedrich Thune (L. Theme, sonst auch Dan genannt), Heinrich von Wolffendorf, alle Thüringer, aufserdem aus Franken, Bayern und Osterreich: Otto von Lichtenstein, Wipprecht Wolfiskale, Christoph Ho(r)n- felder, Ulrich vonAnsburg(L. Arnsberg), Heinrich Tandorffer, Konrad Hartenstein (Jacobs: Hertnit- stein), aus Meissen: Georg von Schleinitz, Kaspar von Schönberg (L. Schowenberg), Dietrich von Schönberg (L. Schenckeberg), aus Hessen: Tile von Kirstenrode (L. Kostenrode), Bode von Badenhausen (L. Bodenhausen), ferner die Stolbergischen und Schwarzburgischen Ritter: HansKanth(L. Kunth), Curt von Germar (L. Konrad G.), Christoph von Rode, Georg von Schlottheim (Seite 71-, Kirsten von Schlottheim, Heinrich von Ruheleben (sonst auch Ruxleben, bei Jacobs: Ruexleben), Kaspar Schulze (L. Schutcze). Als geistliche Personen werden genannt: Hunolt von Plattenberg (L. Plettenberg), Dr. med. und Domherr, Heinrich, Lesemeister (nach L. vielleicht der Verfasser des Reiseberichts, aber verschieden von Heinrich, Beichtvater, und Heinrich Jacobi), Henning, Kaplan, Johann Bodenhausen, Diener, iL. Johann, Bodenhausens Diener), Kirsten von Nordhausen mach L. identisch mit Kirsten von Ruexleben, dem Guardian des Nordhäuser Minoriten-Guardians, Dr. und Beichtvater des Grafen H. von Stolberg), Hermann Holzapfel, ein Barfüfser, Heinrich Jacobi, Kaplan des Grafen von Schwarzburg (L. Stolberg). Die Knechte des Grafen und Ritter waren: Friedrich vonKisbode (L. Kussbade), Knecht des A. von Ebeleben, Georg von Wildeborn, Knecht des Schenk von Tautenberg, Henning von Berckau, Knecht des Grälen von Stolberg, Hans von Selmenitz, Knecht des Heinrich von Plauen, Hermann Röhricht, Pilgorreisen. 10 146 Gans, Knecht des Grafen L. von Gleichen, Hans Schin- stet, Knecht des Schenken von Sidau, ferner Hermann Henning, Heinrich Mulich, Curt Flans, Knechte der Grafen Hans und Ernst, Hans Schidung (L. Schiding), Hans von Borau (L. Barowe), Knecht des Grafen von Schleinitz, Hans von Ulsin, Knecht des Hans Kunth. Von den Knechten und Dienern des Herzogs Wilhelm werden erwähnt: Paul Narbe (L. Norbe), Schenke, Hans Brun, Bürger aus Weimar und Küchenmeister (der mit Jakob Uffland in Venedig Instruktionen für die Reiseausrüstung holte, die Tucher 37H—374a seiner Beschreibung eingefügt hat), Apel Steinhausen, Kammerschreiber, Jakob Oppelant (L. Ufflande, Dolmetscher (S. 72^ Hans Compan (L. Kumpfan), Kammerdiener (er ist vielleicht identisch mit Hans Coplär, von dem eine Reisebeschreibung Wilhelms in einem Wiener Codex erhalten ist), Kaspar, Stallknecht, Hans, Koch (ob derselbe, welcher 1476 den Herzog Albrecht begleitete?), Heinze, Koch, Strenzel, Aufträger in der Küche, ferner als gemeine Knechte: Hans Frinsberg (L. Fyneberg), Graf Günthers Knecht, Peter Preuse (L. Brens), des Burggrafen Albrecht Knecht, Hans Sneider (L. Syder; Snyder?), Knecht des Grafen Erwin von Gleichen, Claus, Knecht des Sensheimers, Kirsten (L Kersten Lorencz), Knecht des H. von Witzleben, Ule(L. Ullen), Knecht des Tandorffers (L. Heinrich Schalam, Knecht des von Hanstein), Georg (L. Georg Otto), Otto von Lichtensteins Knecht, Kilian, Kaspar und Dietrich von Schönbergs Knecht, Otto von Hongede, N. von Wangenheims Knecht, Hans iL. Koch), Koch der Stoiberger, Jakob, ein gemeiner Knecht. Endlich werden noch folgende Begleiter genannt: Rudolf Ziegler und Hans Hottemann (L. Hotter mann) aus Erfurt, Nikolaus Muffel und Hans Magenhoffer aus Nürnberg, aus Mühlhausen Hermann Kulstedt (L. Kollestete), aus Nordhausen der Ratsmeister Berit Spiring oder Sperling, welcher auf dem Heimwege in Rhodus starb (und nach L. Hans Brun), aus Stolberg Dietrich 147 Wirtener (L. von Wertern) S. 73. Von den Pilgern waren Wilhelm Schatt und Reinhard von Nebra in Parenzo aus Furcht vor der Seekrankheit bald wieder umgekehrt (S. 83, 141). Aufser diesen wird noch als Teilnehmer der Ritter Ulrich von Augsburg genannt, der 1477 als Mönch im Karthäuserkloster zu Nürnberg starb (Kamann 12). Über die Pilgerreise vgl. Annal. Erfordd. in Mencken, SS. rerum Germ. III, 1231; Ursini Chronicon ebenda 1330; Spangenberg, Mansfeld. Chronik 390 v ; Galetti, Thüring. Geschichte IV, 193—194; Kronfeld, Landeskunde des Grofs- herzogtums Sachen-Weimar I, 240f.; v. Mülverstedt, Reg. Stolbergica 533, No. 1601. Über die meisten Pilger, als Ritter des Schwanenordens vgl. Stollfried-Haenle s. voce. 1461(1).) Graf Heinrich sen. von Stolberg brach mit seinem Vetter, dem Grafen Günther von Schwarzburg (S. 178, 201), Hans Brun, Konrad Hertnit- stein, Heinrich Ruexleben (S. 202; vgl. Kohl 71, 138), Jakob Lantferer (S. 200; ob der bei Kohl 72 genannte Oppellant?), nachdem er am 21. März 1461 sein Testament gemacht hatte (S. 185; vgl. von Mülverstedt, Regesta Stolbergica 529— 531, No. 1594) auf; vielleicht befanden sich unter seinen Begleitern auch Hans Kunth, Georg Wurm (Zeitschr. des Harzvereins 1870, 1013) und Busso von Bertlingsleben. Am 16. Juni landete er in Jaffa (S. 205); die Rückreise trat er am 26. Juni an und war am 10. Oktober wieder daheim. Seine Pilgerreise gab Jacobs in der Zeitschr. des Harz- vereins 1868, I, 173—220, heraus; dazu vergl. die Bemerkungen und Nachträge ebenda 1870, 1013, 1020, ferner v. Palkenstein, Thüring. Chron. III, 1363; Müller, Sachs. Annalen 34; Grefenstein(-Plainer), Thür. Chron. Zusätze 13; Zeitfuchs 39; Jovius,. Stemma Schwarzb. No. 171; von Mülverstedt, Gesch. der Grafen von Stolberg 362 ff.; desselben Regesta Stolbergica 533—535, 1602—1603. 1461 (c.) bestimmt Dietrich Wedeghe de Wart- berghe, dafs man für ihn einen Pilger zum heiligen Grabe abschicken solle (Jacob, a Melle, 23, 79). 10* 148 1462 pilgerte Ulrich Ketzel aus Nürnberg nach dem heiligen Lande; vgl. Kamann 12. 1464 (a.) am 5. April brachen Sebald Rieter sen., Si- gismund und Georg von Egloffstein und Andreas Zobel von Nürnberg auf (S. 14), segelten am 14. Mai von Venedig ab und kehrten glücklich wieder heim (Röhricht und Meisner, Das Reisebuch der Familie Rieter, Tübingen 1884, 14-15. 1464(1).) In demselben Jahre, vielleicht zusammen mit diesen, pilgerten auch Sigmund und Alexius Haller (Will III, 354 f.; Kamann 12). 1464(c.) scheint Ulrich von Hasenberg aus dem heiligen Lande heimgekehrt zu sein; er brachte Stücke vom heiligen Kreuz, vom Abendmahlstisch, von der Geifselungs- säule, vom Abend mahlsbrote, vom Stabe Mosis und von der Krippe Christi nach Schweidnitz mit und schenkte diese Reliquien der Pfarrkirche (Wernicke, Die kathol. Pfarrkirche zu Schweidnitz 1874, 23.f.; gütige Mitteilung des Herrn Verfassers; vgl. Anzeiger des german. Museums 1879, Nr. 9, 270 ff.). 1465(a.) Georg Emmerich, Bürgermeister von Görlitz, unternahm zur Bufse für eine an der Tochter eines Bürgers Bennigna Horschel verübte Gewaltthat, mit zwei Dienern, einem Architekten, und Agnes, der als Mönch verkleideten Witwe des Georg Finger, eine Wallfahrt nach Jerusalem, ward am 11. Juli zum Ritter des heiligen Grabes geschlagen (das Attest in: Sacrum D. Salvatoris Cenotaphium d. i. Eigentliche und sehr akkurate Beschreibung des heiligen Grabes zu Görlitz A 3 f. ist unterschrieben vom Guardianvikar des Zionsberges Bruder Franziscus de Placentia und im Turmknopfe seiner Kapelle 1578 deponiert worden) und. erbaute zum Dank für die glückliche Heimkehr eine hölzerne Kapelle des heiligen Grabes, die später in eine steinerne umgewandelt wurde (Manlius in Hoffmann, Scriptt. rerum Lusat. I, 372, 379— 381; Meister, Annal. Gorlic. ibid. II, 16—17, 122 ff.; Lausitzer Magazin 1734,91; 1824, 385 f.; 1859,333; Schmidt- 149 Keder, Otia Lusat. 1882, 20; Neumann, Gesch. von Görlitz 663—667; Knothe, Gesch. des Oberlaus. Adels 176; Gräfse, Preufsische Sagen II ; 377; Johanniterblatt 1863, Nr. 20; Wernicke in Schlesiens Vorzeit IV 1886, 541—550, Nr. 18. Eine Nachahmung des heiligen Grabes zu Görlitz (über dessen Erbauer E. Wernicke im Anzeiger d. german. Museums 1877, Nr. 4, S. 100, handelt) ward in Sagan auf dem Bergel von Abt Jakob IL begonnen und von Friedrich, dessen Nachfolger, (1598) zu Ende gebracht (Catalog. abbat. Sagan. in Scriptt. rerum Siles. I, 515). Emmerich unternahm 1476 (nicht 1478 wie Tobler, Golgatha 251, schreibt) eine zweite Pilgerfahrt mit dem Herzog Albrecht von Sachsen (Müller, Annal. Saxoniae 42-46; Sinapius, Schles. Kuriositäten II, 1045; Vulpius, Kuriositäten 1813, III, 488; s. auch unten S. 160). Die Sage berichtet, als Emmerich von seiner Pilgerfahrt heimkehrte, habe er zwei Diener mit seinen Kostbarkeiten vorausgeschickt. Der eine wollte den zweiten überfallen und berauben, wurde aber von diesem als dem Stärkeren überwunden, worauf er nach Görlitz eilte und diesen anklagte, er habe Emmerich erschlagen; zum Tode verurteilt, wird der Unschuldige zum Galgen geführt, aber noch durch rechtzeitiges persönliches Erscheinen Emmerichs vom Tode gerettet (Lausitzer Magazin 1737, 91; Haupt II, 77). 1465 (b.) am 8. Dezember brach Gabriel Muffel von Nürnberg zu einer Jerusalemfahrt auf (London, British Museum, Egerton 1900, 4° fol. 156); der dort enthaltene Bericht ist vielleicht von demselben abgefafst. 1466 (in einer Urkunde vom 1. August) wird Bernhard Stropperg von Kulm als Jerusalempilger genannt, der Reliquien mit nachhause brachte (Riezler, Fürstenberg. Urkundenbuch III, 381, Nr. 521). 1467(a.) Hans von Redwitz ging am 3. April von Bamberg übsr Nürnberg, München, Mittenwald, Innsbruck, Sterzing, Bruneck, St. Martin, Conegliano nach Venedig, wo er am 19. April eintraf; er segelte am 11. Mai ab (S. 7) und langte am 21. Juni in Jaffa an. Am 24. kam er nach 150 Jerusalem (S 8 f.), das er am 5. Juli wieder verliefs (S. 15); am 7. Juli segelte er wieder ab, landete in Otranto und ging über Bari, Salerno, Neapel nach Rom, wo er am 7. September eintraf (S. 16—17). Ein Auszug aus seiner Reisebeschreibung erschien im Archiv für Oberfranken I, Heft 2, S. 6—21; vgl. über die Person des Reisenden Stillfried-Haenle 194. 1467(b.) zog Nikolaus Muffel sen. aus Nürnberg mit seinen beiden Söhnen Nikolaus und Gabriel nach dem heiligen Lande (vgl. Will Münzbelustigungen III, 22, Kamann 12 und oben S. 128). 1468(a.) Graf Eberhard von Württemberg im Bart übei'gab, nachdem er sein Testament gemacht, an sieben seiner Räte die Verwaltung des Landes und brach am 10. Mai 1468 von Herrenalb auf, dessen Abt Johannes ihn mit dem göttlichen Segen zur Reise stärkte (Steinhofer, Neue Wirtemb. Chronik, Stuttg. 1752, 158 — 162; Crusius, Annal. Suev. 11,424—426 (woraus Zeller, Merkwürdigkeiten d. Universität und Stadt Tübingen, Tübingen 1743, 263— 267, Röfslin, Leben d. Herzogs E. 1793, 38—44, Pfister, E. im Bart 1822, 32-39 und Stalin, Wirtemb. Gesch. III, 552—555 schöpften); in seiner Begleitung befanden sich (vgl. unten ad 1561 die Namen aufCandia): Georg Bombast von Hohenheim, Johanniterkomthur zu Rohrdorf, Veit von Rechberg zu Hohenrechberg, Stephan Hefs, Hermann von Sachsenheim, Hans Spät, Hans Nothaft, Hans Truchsefs von Bichishausen, Konrad Schenk von Winterstetten (über das Geschlecht vgl. Clericus, Vierteljahrshefte für Heraldik IV, 45ff.), Wilhelm und Hans von Stadion, Hans von Neuneck, Hans Truchsefs von Stetten, Konrad von Aholfingen, Ulrich von Rechberg zu Hohenrechberg, Ulrich von Winterstetten, Wilhelm von Münchingen, Wilhelm von Zülnhart, Wilhelm von Wernow, Jakob Schenk von Staufenberg, Eginolf von Rietheim, Anselm von Eyb, David von Stein, Renwart von Wellwart (über ihn vgl. 151 Wiirttemb. Vierteljahrshefte 1879, S. 62), Christoph von Bischoffenrod (Bischofsrod), ferner die Kapläne Christoph Reufs und Nikolaus, der Dr. med. Hans Mün- singer, welcher die Reisebeschreibung verfafste, der Barbier Veit, zwei Kammerdiener, ein Seidensticker, drei Trompeter, zwei Köche und zwei Schützen (Steinhofer 164— 165). Eberhard kam am 20. Mai nach Venedig, segelte von da am 4. Juni ab und landete am 2. Juli in Jaffa, wurde mit allen seinen adeligen Begleitern zum Ritter des heiligen Grabes geschlagen (S. 161), trat am 17. Juli die Heimreise an und kam am 22. September nach Otranto mit dem Grafen Kraft von Hohenlohe, den er am 19. September in Corfu getroffen hatte (Crusius II, 425), während Veit von Rechberg, H. von Sachsenheim, Ulrich von Westerstetten, zwei Johanniter Haifinger und Melchior de Rbin, Joh. Münsinger, der Kapellan Christoph, Georg Surus, Veit Scherer, Joh. Wefs- ler und Joh. König direkt nach Venedig weiter segelten (Crusius II, 426). Am 5. Oktober kam Eberhard nach Neapel, wo der König ihm eine goldene Kette schenkte (S. 426), am 15. Oktober nach Rom, am 25. Oktober nach Venedig; am 4. November war er wieder in Urach. Es wird erzählt (Zeller 267), Eberhard sei im heiligen Lande durch Zigeuner verraten, dann aber wieder losgelassen und durch den Sultan (!) reich geehrt worden; infolge dessen habe er nach seiner Rückkehr jenes Gesindel aus Württemberg vertrieben. Da er sich auf seiner Fahrt den Bart habe wachsen lassen müssen, hätte er seitdem den Namen barbatus erhalten; in sein Wappen habe er zwei Zedern aufgenommen „zum Zeichen, dafs er auf dem zedernreichen Berg Libano gewesen!" Über die von L. Uhland poetisch behandelte Sage von „Eberhards Weifsdorn" vgl. Zeller 267; Meier, Schwab. Sagen 348; Stalin III, 555; Eichholtz im Programm d. Gymnasiums zum grauen Kloster, Berlin 1873 4ff. (Wahrscheinlich war auch Martin Ketzel (oder erst 1476?) unter den Begleitern des Grafen Eberhard; vgl. Kamann 12). Über die hier genannten Pilger, welche meist 152 auch Ritter des Schwanenordens waren, siehe genauere Nachweise bei Stillfried-Haenle unter den Namen. Interessant ist der Bericht über die Geschenke, mit welchen Graf Eberhard nach seiner glücklichen Heimkehr beehrt ward; sie werden von Steinhofer III, 165—168 aufgezählt: „Von meiner gnedigen Frawen von Osterreich, seiner Frau Mutter, mit ainem Clainot für 1200 Fl., von Herzog Sigmund von Osterreich mit einem Hengst. Von meinem Herren dem Pfalzgrafen, seiner Frau Mutter Bruder, mit aim Hengst, darauf ein sammatiner Zeug mit silberin und vergüldeten Spangen. Von meinem Herrn von Brandenburg, Marggraf Albrechten, und seiner Gmahelin, ain Hut mit (S. 166) aim Clainot, das umb 150 Fl. angeschlagen worden. Von meinem Herrn Grafen Ulrichen von Wirtenberg, seines Herrn Vaters Bruder, mit aim Hengst. Defsgleichen mit aim Hengst von meinem Herrn Graf Eberhardten dem jüngeren. Von meines Herrn Graf Ulrichs Gmahelin ain Spanglin an einer weifsen seiden Binden. Ferner haben geschenkt: Die von Rotenburg, Horb, Schemberg und Binfsdorf, als die Städte der Herrschaft Hohenberg, die Frau Mechtilden Widern von Herzog Albrechts sei. von Österreich gewesen, 50 Fl., der Bischof von Speyr ain Silberin verdeckten Becher ussen und innen ver- güldt. Die von Ulm ain silberine hohe Schnuren. Die von Reutlingen, ain silberin Kopf, ufsen und innen vergüldt. Die von Weil der Stadt, ain silberine Schalen, innen vergüldt. Der Abt von Herrenalb, ain silberin verdeckten Becher, innen und ufsen vergüldt. Der Abt von Hirschow, ain silberin Kopf. Der Abt von Murhardt, ain Fafs mit Fisch. Der Abt von Blaubeuren, ain silberin verdeckten Becher. Der Abt von Alpersbach defsgleichen auch ain solchen Becher. Der Abt von Bebenhausen, ain silberin verdeckten Becher ufsen und innen vergüldt. Der Abt zu St. Georgen, ain silberin verdeckten Becher. Der Abt von Maulbronn, 30 Fl. Der Propst und StifFt zu Sindelfingen, ain silberin Kopf. Propst und StifFt zu Herrenberg, ain silberin (S. 167) verdeckten Becher. Die Closterfrawen zu 153 Pfullingen, ain Becher uff aim Fuefs ohn ain Deckel. Das Capitel von Urach, ain silberin Lettner. Das Capitel zu Nagolt, ain silberin verdeckten Becher. Das Capitel zu Böblingen auch ain solchen. Das Capitel zu Weil der Stadt, 25 Fl. Die von Mümpelgart der Statt, ain grofsen silberin Becher ufsen und innen vergüldt. Die von Tüwingen, ain grofsen zwifachen silberin Kopf ufsen und innen vergüldt. Defsgleichen auch die von Urach. Die von Blaubeuren, ain silberin verdeckten Becher, ufsen und innen vergüldt. Die von Herrenberg, ain grofsen silberin verdeckten Becher. Die von Nagold, ain silberin verdeckten Becher. Die von Calw, ain silberin verdeckten Becher, ufsen und innen vergüldt. Die von Neuenburg, ain silberin verdeckten Becher. Die von Löwenberg, ain silberin Kopf. Die von Grüningen, ain silberin verdeckten Becher, ufsen und innen vergüldt. Die von Vaihingen, ain silberin Becher, ufsen und innen vergüldt. Die von Brackenheini, ain silberin Kopf. Die von Dornheim, ain verdeckten silberin Becher. Die von Böblingen und Sindelfingen zwo silberne Kanten, ufsen und innen vergüldt. Das Capitel zu Grüningen 15 Fl. Das Capitel zu Vaihingen, 20 Fl. Das Münsinger Capitel zwei Ochsen. Die von Dornstetten, 90 Fl. (S. 168) ohn die Pfandtschaft Lofsburg. Die von Rosenfeld, 80 Fl. Hornberg, das Ampt, ohn das Stättlin, 40 Fl. Die von Bietigkam, 20 Fl. Die von Asperg, 20 Fl. und die von Hornberg, dem Stättlin, auch 20 Fi. Die von Tuttlingen, sechs Ochsen. Die von Zavelstain, 20 Fl. Die von Reichenweyr, zwei Wägen mit Elsäfser. Herr Thüring von Eptingen, ain Wagen mit Elsäfser. Die im Wildbad, ain silberin verdeckten Becher. M. Jörg Schreiber, Kirchherr zu Asch, ain silberin ohnverdeckten Becher. Die Chorherrn zu Mümpelgart, sechs silberine Schalen." 1468(1).) läfst Heinrich Constin oder Constantin, Senator von Lübeck, nach seiner glücklichen Heimkehr aus dem heiligen Lande in Lübeck an der Nordseite der St. Jakobuskirche einen Kreuzweg anlegen (Jacob, a Melle, 14). 1469. Eine Beschreibung des heiligen Grabes gab J o - 154 hannes Kettner (von Greisenfeld), welcher sich in München Cgm. 845 findet; vgl. ZDPV. 1881, 235. 1470(a.) Herzog Ulrich IL von Mecklenburg- Stargard unternahm, um sich männliche Nachkommenschaft zu erbitten, eine Pilgerfahrt nach Jerusalem, auf welcher ihn aufser vielen Adeligen auch HerzogMagnusII. von Mecklenburg-Schwerin und dessen Bruder Balthasar begleiteten (Franck, Das alte und neue Mecklenburg VIII. Buch, 139; ebenda steht auch sein Testament vom 11. März 1470). Da die Türken gerade Negroponte belagerten, so hielten die Venetianer, um diesen wichtigen Posten zu entsetzen, alle Pilgerschiffe an, um die Pilger zum Kampfe zu verwenden, so dafs Ulrich in Corfu längere Zeit liegen und dann mit seinen Begleitern zehn Meilen vor Ne- groponte sich den Venetianern anschhefsen mufste. Endlich liefs man sie los, worauf sie nach Candia segelten, wo sie wegen der auf dem Meere umherschweifenden Türkenschiffe achtzehn Tage wieder zurückgehalten wurden, bis sie endlich Jaffa am 15. Juli und acht Tage später Jerusalem erreichten. Hier trennte sich Ulrich von seinen Begleitern und ging nach dem Sinai, kehrte dann zu ihnen zurück und traf mit denselben Ende Februar 1471 wieder in der Heimat ein. Wie seine Grabschrift (Lisch in den Mecklenburg. Jahrb. 1874, XXXIX, S. 49—50) vermuten läfst, brachte Ulrich den Aussatz mit nachhause, an dem er starb. (Boll, Geschichte des Landes Stargard, Neustrelitz 1847, II, 186—190; gütige Mitteilung des Herrn Archivdirektors Dr. Wiggers). 1470(b.) In demselben Jahre brach Ulrich Brunner aus dem Haugstift zu Würzburg am 8. März „pro indul- gentiis" auf nach Rom, wo er mit Eberhard von Grum- bach und dem Kanzler Friedrich über Trient, Verona, Bologna am 5. April glücklich eintraf und bis zum 23. April sich reichlichen Ablafs zu verdienen suchte; am 21. Mai kam er nach Venedig, das er •am 3. Juni mit Wilhelm von Rechberg, Georg Marschall und Albrecht von Wolfstein verliefs (S. 190). Am 24. Juli erreichten 155 sie Jaffa, blieben bis zum 14. August in Jerusalem und trafen am 21. Oktober wieder in Venedig ein (S. 191—192). Der Bericht, welchen Mergenthai stark benutzt hat, ist auszugsweise mitgeteilt worden nach einer Dresdener Handschrift in Naumanns Serapeum, Leipzig 1853, S. 189—192. Nach der bei Joh. David Koehler, Historia de Wolfstein, Francofurti et Lipsiae 1728, 4° erhaltenen Grabschrift (Co- dicillus diplomat. p. 60, No. 13; vgl. p. 87 f. der Historia) starb Alb recht v. Wolfstein am St. Lauren tiustage zu Eamleh. 1470(C.) machte der gesamte Rat von Zürich eine Pilgerreise nach Jerusalem, die er in seinem „Meerbuch" beschrieb; als einer der Teilnehmer wird Ritter Werner genannt (Anzeiger für Schweiz. Gesch. 1874, 57). L. 1470(d.) In diesem Jahre befand sich Georg Holzschuh er aus Nürnberg in Jerusalem, von dem ohne Zweifel auch die sogenannte Holzschuchersche Grabkapelle auf dem St. Johannes-Kirchhof zu Nürnberg herrührt (Wolf u. Lochner, Vollständige Sammlung aller Baudenkmäler Nürnbergs II, 142). Ich verdanke diese Mitteilung Herrn Dr. Kamann. 1473 starb Hans von Wallenrode, welcher eine Pilgerfahrt nach dem heiligen Lande unternommen und davon eine genaue Beschreibung hinterlassen haben soll, die jedoch bis jetzt nicht aufzufinden war (Stillfried-Haenle 228). 1474(a.) Kuntz Geuder von Nürnberg mufs im heiligen Lande gewesen sein, da dessen Schild in Jerusalem sich heute noch erhalten hat (die Abbildung siehe in: Archiv, d. missions scientif., Pari« 1885, XI, 225) ebenso Siegmund Laber, für den wir jedoch kein Jahr wissen (ibid. 226). 1474(b.) am 30. November kehrten von einer Jerusalemfahrt nach Halle glücklich wieder zurück Dr. Trost, Steffen Mittag, Paul Wittembergk, Nickel Zelsen (Opel, Denkwürdigkeiten Spittendorfs, S. 160). 1475 am 4. April trat Johannes ab Indagine (Hagen) aus Kempen, Magister und Dr. med., von Köln aus seine 156__ Reise an, traf am 26. April in Venedig ein und besichtigte mit seinen Freunden Johannes de Dynslaken und Johannes de Geressem alle Sehenswürdigkeiten der Stadt. Am 18. Mai segelte er ab, kam am 1. Juli nach Cypern, am 28. Juli nach Jaffa, wo er am 14. August sich wieder einschiffte; am 3. Dezember landete er in Pola und war am 2. Februar 1476 wieder in Köln. (Walther, Neue Beitr. zur näheren Kenntnis der Grofsherzogl. Bibliothek zu Darmstadt, Darmstadt 1871, S. 94; die dort gegebenen kurzen Nachrichten vervollständigte Herr Dr. Meisner aus der Handschrift zu obigem Auszuge). C. 1475. Andreas Rieter aus Nürnberg (f 1488) ging nach Jerusalem und dem Sinai (Will, Nürnberg. Münzbelustigungen III, 356; Das Reisebuch der Familie Rieter 1-2). Vor 1476 ging Peter Füessli aus Zürich, der Grofs- vater des unten zu 1523 genannten P. Füessli, nach dem heiligen Lande (Neujahrsblatt der Feuerwerker-Gesellschaft in Zürich (No. XL VI) zum Jahre 1851, 48, Note 125). L. 1476(a.) Herzog Albrecht von Sachsen segelte von Venedig aus mit vielen Begleitern nach dem heiligen Lande ab, von denen Mergenthai (vgl. Boiemus, Alb. anim. Vita cum notis Schurzfleischii, Witeb. 1698, 19 — 59) folgende nennt: Graf Wilhelm III. von Henneberg (welcher nach Weinrich, Kirchen- und Schulen-Staat von Henneberg, Leipzig 1720, S. 188, zwei Tage vor seinem Aufbruch den Grundstein zu einer Kirche auf der Insel im Hermannsfelder Teiche legte), Graf Sigismund II. von Anhalt, welcher krank in Rhodus zurückblieb (Fabricius, Origg. Saxo- niae VII, 806; Beckmann, Historie d. Fürstent. Anhalt V, 126), Graf Ernst von Mansfeld (vgl. Jaenig 36, No. 32), Graf Günther von Schwarzburg, Herr zu Arnstadt und Sondershausen (vgl. Jaenig 36, No. 31), Ernst von Schönberg, Herr zu Glauchau (Grässe, Sächsische Sagen I, 501: Bruno v. Seh.), W T enzel Schlick, Herr zu Weifskirchen, Freiherr Brig (Urig, Arg; Georg K.) von Eitzingen, Bernhard von Schön- 157 berg, Marschall und Landvogt von Sachsen (er starb auf dem Heimwege zu Rhodus und ward dort im Augustinerkloster begraben; Bernhard von Hirschfeld 102, der sein Grab besuchte, las auf dem Leichensteine als Todestag den 5. September; vgl. sonst Fraustadt, Geschichte des Geschlechtes von Schönberg, Leipzig 1869, 117), Hans von Mergenthai, Landrentmeister, welcher diese Reise beschrieben hat, Otto von Schittingen aus Delitzsch (Scheidingen K.), der auf dem Heimwege zwischen Jaffa iind Cypern am 11. August starb und im Meere bestattet wurde (vgl. Lehmann, Chron. von Delitzsch 66), Dr. juris Heinrich Melierstatt (vgl. Jaenig 37, No. 40), Dr. med. Valentin Schmiedeberg, Leibarzt des Herzogs, Heinrich von Starschedel (Storstadell K.), Georg von Miltitz, Heinrich Pflug zu Zabercke, Rudolf von Bünau, Gerhard Marschalk, Dietrich von Schleinitz, Hans von Minckwitz, Heinrich von Ett- mannsdorf (Ertmansdorf K.), Hans von Bernstein (der auf dem Heimwege auf Cypern starb und in einer früheren Moschee am Meere, die damals als Pferdestall benutzt wurde, begraben ward; K.), Hans von Haug- witz, Otto Pflug zu Strehlen, Junker Heinrich Löser (LesserK.), Heite von Ettmannsdorf (Heide von Ertm. K.), Heinrich und Hans von Maltitz, Georg von Köckeritz, Heinrich und Götz vom Ende (von Mende K.), Konrad von Ammendorf, der auf Rhodus starb und begraben wurde (Bernhard von Hirschfeld 102, las auf dem Leichensteine als Todestag den 28. August), Dietrich von Freiberg, Götz von Wolframsdorf (Wolf storff K., der hier noch Hans von Wolfstorf nennt), Hans von der Planitz (der zwischen Cypern und Rhodus starb K.), Balthasar Gren- sing (vgl. Spittendorf, Denkwürdigkeiten S. ;J08), Küchenmeister , Dietrich von Ziegel heim (der Marschall K.), Friedrich von Trotha (vom Drath K), Kaspar Sack, Heinz von Feilitzsch (Faihch oder Faihth K), Dietrich von Staupitz (Steynczsch K.), Kas- 158 par von Eechenberg oder Rockenberg (der auf der Ausfahrt in Innsbruck starb). Als Begleiter des Grafen von Henneberg werden genannt: Eberhard von Brandenstein (der auf der Heimfahrt in Corfu krank zurückblieb), Hans Marschalk (Jörg Marschalck K), Hans Kaspar von Laubenberg, Hans von Frundsberg, Ludwig von Halsberg (Habsberg K.), Seifried vom Stein, Kaspar von Westenberg (Festenberg K.) ; Wilhelm von Wolffstein; die Begleiter des Grafen von Mansfeld waren: Albrecht von Heim, Cuntz von Harmstadt (Hermstatt K.), Alexander, „ein ehrbarer Knecht", die des Grafen von Schwarzburg: Kaspar von Ruxleben, Christoph von Ebeleben, Bernhard Wolfrath, Stephan, sein Schreiber („sin ausgeber" K.). Als die Mannen und Diener des Herzogs Albrecht werden genannt: Martin Römer, Hauptmann in Zwickau (über ihn siehe Will, Münzbelustigungen IV, 244f.; vgl. Jaenig 37, No. 40; Kamann S. 12 nennt ihn Martin Pömer), Lamprecht von Kronenberg („den man nent Lemiche" K.), Bürger aus Leipzig, Lorenz Glatza (Glacz K.), Hans Müntzer (Manczer K), zum Löwenstein, Peter Welser von Augsburg, Jakob Salomon von Magdeburg, Peter Fola (Föle K.) aus Leipzig, Ludwig Geilenhofer (Gewlenhoffer K.) aus Zwickau, (hier tolgt bei K. Siegmund Haller von Nyerenberg) Stephan Gülden, Kapellan, Heinrich Bufsmann (Bussen K., der zu Rhodus starb und in Modon begraben wurde), Georg Buller, Schreiber, Fritz Cares, Schenk (Fricz wappenknecht Schenk K), Wigand von Rackwitz, Page, Hans Prun, Schaffner (Praun K.), Matthias Forberg, Schaffner, Heinrich (Reinhard K.) Sattelknecht, Peter, Barbier, Nikolaus Untervoigt, Dolmetscher („ain burger von Leipzig" K.), Andreas Pannewitz, Koch, Hans, Koch, Stutigel (Staudigell K.), Hühnervogt, Mathes, „Wedthaw", (Küchenschreiber K.). Von anderen Dienern und Knechten werden genannt: Heinz Wolrath, Hans Schneider 1S9 (er starb zwischen Cypern und Rhodus auf dem Meere), Knechte, Heintz und Georg, Köche des Grafen Wilhelm, Andreas Bobitscher, Knecht des Grafen Sigismund von Anhalt, Otto von Tzschöpritzsch, Knecht des E. von Schönberg, Johann Burgau (Jörg Jenysch K.), Knecht des Herrn von Eitzing, Kaspar von Mergenthai, Knecht des Rentmeisters von Mergenthai, Heinrich Groloch, Knecht des Dietrich von Schleinitz, Nickel Rottitzsch, Knecht des Starnschedel und H. Pflug (als Diener des Heinrich Pflug nennt K: Nickel Kring [?]), Hans Schartta, Knecht des G. von Miltiz und G. Marschalk, Valentin von Streitberg, Knecht des H. von Ettmannsdorf und Bernstein, Heinrich, Knecht des von Minckwitz, Jakob Waltzig, Knecht des J. von Haugwitz und 0. Pflug, Hans Sachsse (Schräm K.), Heinrich Lösers und H. von Ettmannsdorfs Knecht, Hans von Raden (Kaden K.), Knecht des Heinr. und Hans von Maltitz, Jobst Plauen, Knecht des von Ammendorf und Ziegelheim, Gabriel Boititz, Knecht des Grensing und des Ziegelheimers, Hans Kratzber, Knecht des Martin Römer, Hans Schwabe, Knecht des Frundsbergers, Stephan, ein Priester des Lau- benbergers Knecht, Hans Triebel, Knecht der Doktoren, Hans Daumagen, Knecht des Glantz, Bernhard Stempel, Hans Münsters Knecht. Diesen Begleitern schlössen sich infolge eines Zwistes mit ihrem Patron, noch folgende mit an: Haug von Parsberg, Heinrich Nothafft mit dem Mal, Hans Stauffer (K. nennt hier noch Herr Johann Mirasch von Wachen aus Böhmen), Hans Gradener, Jakob Windischgrätzer, ein Edelmann aus Kärnthen , Georg von Schaniberg (Schomburg zu Muckburg K.), Ludwig von Eyb, Veit von Githa (Geth K.), Oswald von Rosenau (nach diesem nennt K. sich selbst), Heinrich von Bilen (Pila), Hans Golt- acker (Goldacker K., der hier auch Heinrich Sewbold nennt), Eberhard von Alberbach (Ambach K.), Thi- bolt vom Stein, der auf dem Heimwege starb, Berthold vom Stein, Bruder des vorigen (der zwischen Cypern und 160 Rhodus starb), Jakob von Landau, Siegmund von Waiden (Waldau K.), Hans von Pinzenau (Ben- zenau K., der hier noch nennt: Konrad Fitteil, Jörg Weigelin, Jörg, des Benzenauers Knecht, Kuntz, Koch, sowie Missier Guido de Anthonyo Anczinboldo und Missier Czuom Franzesco de Bisgunti), „und sein sonsten bei 9 Herren und Edelleute darauf gewesen, Niederländer, und von diesen allen sein die meisten auf der Galeere blieben. Es seien auch vier Weiber mit uns auf dem h. Landen gewesen, zwo aus Oypern, eine aus 01- mütz mit ihrem Manne und sonsten eine Deutsche aus der Schlesien von Görlitz mit ihrem Manne" (Emmerich, Bürgermeister; vgl. oben S. 148—149; Müller, Annal. Saxon. 42—46: Sinapius, Schlesische Kuriositäten II, 1045). Im ganzen waren im Jahre 1476 nach K. 202 Pilger und 36 Mönche in Jerusalem. Herzog Albrecht brach am 5. März in Dresden auf, besuchte in Coburg den Markgrafen Albrecht von Brandenburg; hier trafen sie den Grafen Berthold von Henneberg (15. März), in Bamberg Graf Hans von Wertheim (es ist Graf Johann II. von Wertheim, Canonicus von Köln, gemeint; vgl. Aschbach, Gesch. d. Grafen von W. I, 249, 250 — 260). In Nürnberg nahm ihn Herzog Otto von Bayern, in München Herzog Albrecht gut auf, ebenso in Innsbruck Herzog Christoph von Bayern. In Mantua wurde er durch die Markgräfin von M., eine geborene bayrische Prinzessin, ehrenvoll empfangen; in Viterbo traf er den Dr. Johann von Weifsenburg (späteren Bischof von Meifsen) und kam am 21. April in Rom an, wo der Dechant von Bamberg, Waldemar, ein geborener Graf von Anhalt, Dr. Pollich von Mellrichstadt und andere Herren, die im Interesse des Magdeburger Bistums in Rom waren, aufser- dem die Botschafter des Kaisers, des Pfalzgrafen und des Papstes in feierlichem Zuge mit 500 Pferden ihn empfingen (er logierte im Deutschen Hause); hier trat er mit seinen Reisebegleitern in die Fraternität de S. Spiritu ein. Am 31. Mai verliefs der Herzog Venedig; auf Rhodus quar- 1 61 tierte er bei einem Deutschen, Hermann aus Weimar; am 1-1. Juli landete er in Jaffa. Am 1. August schlug Albrecht 70 zu Rittern des heiligen Grabes und trat die Rückreise nach Jaffa am 11. August an (an diesem Tage starb Otto von Sehittingen, bald darauf in Cypern Hans von Bernstein). Auf Rhodus starben: Bernhard von Schönberg und Konrad von Ammendorf; hier ward für alle verstorbenen Pilger ein Seelenamt gefeiert. Am 7. September nachts starb des Herzogs Diener Heinrich Bufsmann (er ward in Modon begraben); am 19. September blieb auf Corfu Eberhard von Brandenstein krank zurück. Der Herzog landete am 5- Oktober in Venedig, entging bei seinem Heimwege durch das Ampezzothal mit Mühe den herumschweifenden Türken; am 31. Oktober empfing ihn Maximilian in Wiener-Neustadt; am 5. Dezember kam er in Dresden wieder an. Über Albrechts Pilgerreise berichtet der Chur - und Fürstliche Sächsische Heldensaal, Nürnberg 1687 (3. Aufl.), S. 458: „Herzog Albrecht lobte selbigen Senat (von Venedig) um defswillen, weil sie nur alte Herren zu Hertzogen wehlten, die da leyden könten gebunden zu seyn. Er schertzte auch von dem Adel zu Venedig: dafs solcher mehr auf Schiffe als Waffen, und mehr auf Gold als auf Eisen sich gründe. Von Venedig gingen sie zu Schiff und fuhren nach Rhodis: allda der Johanniter-Ritter-Grofsmeister sie von der Fortreise abmahnte, weil eben der Sultan von Ägypten in Palästina eingefallen war (S. 459). Aber Herzog Albrecht liefse sich nicht abhalten und schiffte für- ders nach Joppe. Als der Schiffs-Patron daselbst nicht anlanden wollte, sagte er: Wer sich furchte, möchte im Schiffe bleiben; er vertraue Gott, der ihn bifs dahin geführet und ferner schützen werde. Also stiegen sie an Land, und widerführe ihnen nichts, als dafs sie befohlen wurden. Er hatte einen von Adel, Christoph von Bernstein mit sich genommen, der ginge in Hungarischer Kleydung, konte auch türkisch reden und käme ihm also wohl zu statten. Im Rückwege, als sie von Cypern absegelten, allda Köhrich t, Pilgerreisen. 11 162 sie zu Nicosia von der Königin wohl bewirtet worden, litten sie Sturm drey Tage lang. Endlich sahen sie, bey Nacht, oben auf dem Mast eine Fackel hüpffen, welche ihnen zu besserem Wetter den Vordantz gemacht. Sie kamen gesund und glücklich wieder nach Haus, hatten aber auf der Reise fünffe von Adel, die gestorben, dem Ocean zu Maut geben müssen." Sonst vgl. auch Jovius, Schwarzb. Historie 567 und Adelung, Direct. d. süd. sächs. M. 1802, S. 217; Michael Boiemus, Vita Alberti III, 1698, 19—59 (wo der Reisebericht Mergenthals wörtlich übersetzt ist); von Langenn, Herzog Albrecht der Beherzte 1838, 111 —117. Offenbar auf die erste Pilgerfahrt des Herzogs bezieht sich, was Marino Sanuto (Cronaca Veneta o vita dei Dogi in Biblioth. S. Marci, Ital., class. VII cod. No. 801) freilich zum falschen Jahr 1480 meldet: ,,1480. adi 26. Aprile fu preso attento e ritorna de qui stato in peregrinazo in Hie- rusalem 1'illustrissimo Duca . . di Saxonia e atento nella sua venuta non volse esser honorato, al presente li vadi in contro il Doge col bucintoro e fatoli presenti al zorno per vivir ec. 148. di si, 11 di no, 1 non sincere." (Herr Camillo Soranzo.) Beifolgende interessante Aktenstücke, welche die Pilgerfahrt des Herzogs Albrecht von Sachsen betreffen, spendete die Güte des königl. sächsischen Hauptstaats- axchivs zu Dresden. 1. Wittenberger Archiv, Kap. Reisen Blatt 21. „Alier- heiligster vater Ernwirdigster herre, wir haben vorstanden, das der Irluchte Albrecht Herzcog zcu Sachssenn unsir fürst unnd libester ohem zcu vorbrengung seyner ynnickeit geyn gote unnd uwir heilickeit ym vorgenomen habe sent, Peters unnd sent Pauels heiligen stete zcu besuchen, dem selbigen fursten wir umbe des bandes der nahen mageschafft unnd fruntschafft willen in sunderlichir gutwilligkeit unnd gunst geneigt sint. Bitten wir uwir heiligkeit mit vlisse, das ir uch den selbigen unsirn ohmenn in seyn geschefften, die er vor uwir heiligkeit vorbrengen unnd in sulchir vorge- nomer reisse seyn begir volenden unnd sulch unsir ent- 163 pfelung ym genossen zcu ersprissen erkennen möge, gutig- lich befolen zcu seyn lassen, geruche, Dorynne irzceiget uns uwir heiligkeit gar dangknem gefall, das wir widerumbe gein uwir heiligkeit zcuvordinen geflissen seyn, die der allerhöchste zcu seliger regirung seyner heiligen kirchen lange zceit gesunt geruche zcuenthalden geben etc. ffriderich von gotlicher gutigkeit Romisschir Keysser etc. ff. Ro. K. etc." 2. Wittenb. Archiv Reisen Blatt 22. „ Durchluchtiger hochgeborner fürst, meyn undirthenige gar willige dinst sint ewirn furstlichin gnadin alczeit zu gehorsam bereyt, gnedigir here, als ich am nestin zcu Lebczigk gewest bin, hat mich Heynrich Loessir der aldo lantfoyt bericht, daz her Hansse seynen sonn mit ewirn gnadin off dy reysse nicht schickin könne, umbe eczlichir orsach willin, dy her erczalt hat, do nicht not von zcu schribin ist, alse ist off dy zceyt Heynrich von Stoncz sonn zcu mir komen, mich mit betlichin wortin ersucht ewir gnad vor en zcu bitten, en mit uch off sulch ewir gnadin reysse zcu nemen, so denne Hans Loessir abgangin ist, hab ich dem Jungin von Stoncz zeugesaget, bey ewirn'gnadin fleis vor zcu wendin, daz her mit komen möge, her ist warlich gar eyn geschicket Junck man, bitte ich ewir gnad als meyn gne- digin hern den genantin Ditterich von Stoncz an Lossers stat mit zcu nemen wil ich mit sampt Im gar willigk umbe ewir gnad vor dynnen, gnedigir here, Ditterich von Freybergk ist ouch zcu Leipczigk zcu mir komen, mich gebetin, an ewirn gnadin zcu erlernen, ob ewir gnad In leydin wolt mitte zcu czihin, her wolt mit ewirn gnadin zcyhin, des her doch sust nicht geneyget were; Ich hab Im zcu gesaget, seyn meynunge an ewir gnad zcu ge- langin lossin, und waz ewirn gnadin synlich seyn, wolt ich Im daz widir schreybin, so ich denne bedenck daz noch fast perschon ab gehen, die von fremden landin an gezeichent sint, ouch der von Bar bey, bedunckt mich, y ewir gnad könne en der zcal halbin wol leydin, her hat mich ouch 11* 164 verstehin lossin, so ym ewir gnad dy gnade bsczeuget und mit uch nemet, her hette noch eczlich tausent guldin, dy weylle her dy nicht anleget, sult ewir gnad seyns geldes zcu allin zceytin mechtigk zcu leben seyn, waz ewirn gnadin dorynne gelibet, wolle mir ewir gnad bey dessem botin schreybin. Gnediger here graff, Jacoff von Reppin, der mit dem konige von Dennenmargk am Reyne waz, hat mir ouch peschrebin, mich gebetin, ewir gnad zcu bitten, ynn mit zcu nemen, mit erbittunge sulch gnad umb ewirn gnad und underthan getrawlich zu vordynnen, daz alles gebe ich ewir gnadin zcu erkennen, waz denne mir von ewirn gnadin befolin wirt widir zcu antwertin, dornoch richte ich mich In gehorsam gernne. Gnedigir lieber here, ich finde so vil und manych gescheffte hy zcu Sachsin dy meyn ampt be- ruren, dodurch ich vorhindert werde, vor fasnacht zcu ewirn gnadin zcu komen, yn der fasnacht wil ich ab got wil bey ewirn gnadin seyn, ewir gnad wolle Jo allin, dy mit zcu reytin vorzceichent seyn, schreibin lossin, wenne und wo- hynn sy zcu ewirn gnadin komen sullin, sy wartin alle doroff und daz dyselbigin botin mit ernstem befel geheyssin wurdin, dy briffe an iczlich stat, do sy hynn gehörin, zcu antworten, gnedigir here, ewir gnad wolle mir ouch schreybin, wenn ewir gnad widir von Leipczigk zcwcht und weichin tagk keyn Dresdin komet, besundern wolt ich gern wissin, so ewir gnad von Dresdin ausreyt, weichin wegk ewir gnad nemen wirt, und wo dy erstin III nachtlagir seyn sullin, mich mit eczlichin meynen sachin domoch zcu richtin hette; waz ewir gnadin dorynne fuget, wolle mich ewir gnad gnediglich wissin lossin, denn womit ich ewirn gnad gehorsam und willige dinst erczeigin sal, byn ich mit trawin gehorsam und gancz willigk. Datum Witenberg am sonabint noch Valentyni. LXXVI 0 . Bernhard von Schonberg, lanfoyt." (Adresse:) Durchluchtigin hochgeborn furstin hern hern Albrecht herczog Sachssin etc. meym gnedigen libin hern. 165 3. Wittenberger Archiv. Bergwerks-Sachen. Kapsel VI. Schneeberg II., C. Streitigkeiten verschiedener Zechen unter einander. Bit. 83. Schreiben der verw. Kurfürstin Mar- garethe an Kurf. Ernst, worin sie inbetreff der in Gemäfs- heit des Leipziger Abschieds vorzunehmenden Markscheidung zwischen der Fundgrube und U. L. Frauen Zeche und der zu bestimmenden Weise, wie der Pflock gesteckt werden solle, von dem bisherigen Vorgange Nachricht giebt und diese Sache bis zur Rückkehr des Herzog Albrecht, welcher Mitgewerke sei, anstehen zu lassen bittet. Altenbiu-g, Freitag Omn. Sanct. (1. Nov.) 1476. Es heifst darin u. a.: „Und wann die gebrechen zcwuschen unser zceche und der alden funtgruben wienot auch sider mehir mit den ge- wercken zcu sant Jörgen, als ewr Hebe vorstanden had, entstanden sint etc. wulten wir zcumale gerne, So wir uns vorsehen, das der hochgebornne furste unser lieber Sone herczog Albrecht ewr Bruder abgotwil kurczlich wider lnheyme komen sulle, solange anstehen bliben, den wir also unsern mitgewercken, den sulchs sowol also uns betrifft, dobei haben wulten." Ein diesem Schreiben beiliegender Zettel lautet: „Auch, lieber Sone, So bitten wir ewr Hebe, ob ir sint der botschafft, die ir uns nehist von unnserm Heben Sone herczog Albrecht vorkundet habt, mehir vernomen hette, wie es siner liebe und den sinen czustunde, Ir wuUet uns das zcuwissen tun und ob ir siner liebe entgegen botschafft wurdet tun, das gebt uns zcuirkennen, So wullen wir siner liebe auch dobey schriben vordinen wir umb ewr liebe gerne, dat. uts." 4. Wittenberger Arch. Bergwerks-Sachen. Kapsel VI. Schneeberg II, C. Streitigkeiten verschiedener Zechen unter einander. Blatt 87. Antwortschreiben Kurfürst Ernsts an die verwitwete Kurfürstin Margarethe, dafs diese Sachen (vgl. das Regest von Freitag Omn. Sanct. 1476) nicht füglich Aufschub leiden könnten und daher bald versprochen werden sollten, 166 auch der unbeträchtliche Anteil des Herzogs AI brecht keinen Unterschied mache. Leipzig, Mittwoch nach Omn. Sanct. 1476. Am Schlüsse dieses Schreibens heilst es: „Unnd als uns uwer liebe In eyner zcedeln schribet, So wir eyniche Botschafft von unnserm lieben Bruder, wie es siner liebe und den sinen zcustunde und ap wir siner liebe Botschafft entkegenn tun wurden, das allis wir uwer liebe zcuirkennen geben wulten. Doruff lassen wir uwer liebe wissen, das uns neckten spat, als wir hie her körnen, ein brife von siner liebe nach inhalt dieser ingelegten Copien behendet, dis uwir liebe wol vernemen, unnd sint nach nicht bedacht eyniche Botschafft an sin liebe zcu tun, nachdem wir sin liebe mit unnsir Botschafft nicht gewiss zcutreffen wissen, Sundern In hoffnung, das sin liebe nu alle tage uff dem wege sin Sich zcu uwer liebe siner öemahil und Kindern uns und unser beider lande fugen werde." 5. Wittenberger Arch., Beschenkungen, Blatt 8. „Brüderliche liebe mit ganczenn trewen allezceit zcuuor. Hochgeborne furstin, liebe Swester, uwer schreiben wie ir unser gluckseligen widderkumfft hochlich erfrewet unnd uns zcu unser ritterschafft nicht mynner gelucks gewünschet denn ir selbis gerne heftet, und do bey eyn bynden und federn mit eym hefftlyn, ouch eyn messer uwir do bey zcugedenkenn und dorzcu eyn Mewsser habicht uns des zcu ergeczlichkeit unsers weydebergks zcugebruchen mittegesant, haben wir von uwir übe noch ungeczwif'eltem vortruwen, das ir unser ere und bestes allezceit zcu erf'aren irf'rawet seyt, zcu sunderlichir f'runtschafft uffgenomen und entpf'angen und dancken uwir libe des uss fruntlichem gemute gar gutlich wollen uns ouch dess uwir libe zcu gefallen f'rolichen gebruchen unnd umb uwir libe geflissen sein in bruderlichir getruwer libe zcuuordinen und alsso wir ouch syder unser widerkumfft gote sey lob nichts uwir libe widderwertiges vornomenn. Sindt wir uwirs gluckseligen Standes, den wir also widerfunden haben nicht meynner erfrewet und allzceit willig, uwir libe behegelich danckbarkeit ungesparts vleiss fruntlich zcuerzceigen. Geben zcu Dressden am Mittwochen Circumcisionis domini Anno etc. LXXVII. Alb recht, von gots gnaden herzcog" zcu Sachssen lantgraff In Do- ringen und Marggraff zcu Missen. (Adresse:) Der hochgebornne furstin ffrawen Annan Marggraffynne zcu Brandenburg zcu Stetin Pomern etc. herzcogyn Burggreffyn zcu Nurm- berg und furstin zcu Rügen etc. unser libenn Swester. 6. Schreiben Herzog Alb rechts zu Sachsen an Markgraf Johann zu Brandenburg, worin für bezeigte Teilnahme an der Rückkehr des Herzogs, sowie für zwei übersandte Reigerfalken gedankt wird. Dresden, Sonnabend nach cir- cumcis. domini 1477. (Concept.) Wittenberger Archiv. Brandenburg etc. S. Kapsel I. Bl. 120. Der Anfang dieses Schreibens lautet: „Unsern etc. Liber ohm unnd Swager, wir haben uwer libe schryben iczt an uns gelanget, das ir unser wedder- kunft gesunt unnd frolich zcu unsern landen als ir das erst zcu Franckfurt irfaren, hoch irfreuwet seyt unnd uns vyl glucks unnd seligkeyt wünschet, mit weytern Inhalde forder irbytunge etc." Endlich beziehen sich auf diese Pilgerfahrt noch acht Briefe, über welche Röhricht u. Meisner im Neuen Archiv für Sächsische Geschichte IV (1883), 343 — 346 Nachricht gaben; sie stammen aus dem Staatsarchiv zu Weimar (Reg. A. fol. 38 b, Nr. 101) und wurden durch die Güte des Herrn Oberarchivar, Archivrat Dr. Burkhardt gütigst zugesandt. (S. 343.) In dem ersten Briefe Albrechts an Herzog Wilhelm (Torgau 18. Januar 1476) bedankt er sich für die Förderung seiner Reisepläne durch Zusendung einer Instruction (die wir auch in Tuchers Reisebeschreibung im Reyfs- buche 1584, 373a—374a finden), und die beiden bewährten Agenten Hans Brun (aus Weimar) und Apel (von Stein- 168 hausen), die mit einigen Vertrauten auch nach Venedig vorausgehen würden, um eine Galeere zu mieten und Reise- bedürfhisse zu besorgen, auch versprochen hätten, wenn es ihre Verhältnisse gestatteten (S. 344), ihn mit nach dem heiligen Lande zu begleiten. Der zweite Brief Albrechts (Venedig 5. Oktober) berichtet dem Herzog Wilhelm, dafs er am Datum des Schreibens glücklich zu Venedig gelandet, aber auf der Reise Bernhard von Schönberg, Otto von Scheidingen, Hans von der Planitz, Curt von Ammendorf, Hans von Bernstein und Heinrich Bussmann gestorben seien (vgl. oben S. 158 u. 161). Ein drittes Schreiben Albrechts (Venedig 14. Oktober) giebt Nachricht von der bevorstehenden Vermählung des Königs von Ungarn mit einer neapolitanischen Prinzessin und fügt hinzu, dafs er am 15. Oktober Venedig verlassen werde. Der vierte Brief (26. Oktober) ist vom Kurfürst Ernst von Sachsen an Herzog Wilhelm von Dresden aus gerichtet und meldet die bevorstehende Heimkehr Albrechts, worauf Herzog Wilhelm in einem fünften und sechsten Briefe dem Kurfürsten für seine Mitteilung dankt (31. Dezember) und den Herzog Albrecht ersucht, ihm von dem Tage seiner Ankunft in Dresden Kenntnis zu geben, damit er ihn besuchen könne. — Von noch höherem Interesse als diese Briefe ist ein Schreiben des Dogen Johannes Mocenigo von Venedig an Herzog Albrecht (J.O. März 1480), namentlich wegen der Beilage, einer Rechnung des SchifFspatrons Andreas Contarini, in welcher dieser eine Masse Forderungen an die Kasse Al- brechts zusammenstellt; ein ähnliches Schriftstück ist aus der ganzen Litteratur der Pilgerreisen nicht bekannt. Dafs der Aussteller des Rechtes seiner hohen Forderung nicht ganz sicher war, mag daraus erkannt werden, dafs er von 875 Dukaten, die ihm zustünden und versprochen seien, aus eigenem Antriebe nur 550 verlangt. Wir lassen das für die Geschichte der Pilgerreisen im späteren Mittelalter lehrreiche Dokument vollständig folgen. Schreiben des Dogen Johannes Mocenigo an Her- 169 zog AI brecht mit anhängendem Bleisiegel (10. März 1480'.. „Hlustris et excelse frater noster carissime! Etsi scimus vestram excellentiam et justissimam et liberalissimam esse, ut nulla omnino cohortatione egeat ad jus alicui reddendum atque debito satisfaciendum, tarnen, ne nobili et dilecto civi nostro Andree Contareno deesse videamur, cui planum et eognitum est litteras et preces nostras multum ponderis apud excellentiam vestram habituras esse, scribendas has duximus et pro eo preces nostras interponendas. Est enim hie Andreas, qui cum trireme sua advexit ad sanetum sepulchrum (S. 345) domini religiosissimam excellentiam vestram et do- mini Guilielmi t'ratris germani vestri, restatque pro mercede et nabulo suo ipsius navigationis habere ut asserit ducatos quingentos quinquaginta ac staria et peeuniis solutis nomine vestro in terra saneta, sicut ex inclusa cedula poterit ex- cellentia vestra inspicere, cumque maxima hoc tempore in- digeat ipsis peeuniis, quas nunquam dubitavit sibi presto fore, ea est liberalitas vestre excellentie quam ubique pre- dicare et extollere non cessat, oratam et precatam volumus illustrem dominationem vestram placeat per bonitatem et liberalitatem vestram ac nostro intuitu providere, quod dic- tus Andreas seu ejus nuntius reeipiat dietas peeunias: que res profecto erit nobis gratissima et eo gratior, ut nobilis noster intelligat preces nostras sibi plurimum profuisse ad con- sequendas peeunias suas. Hie est enim ille Andreas prelectus triremis, qui manifesto periculo liberavit preiatum illustrem dominum Gulielmum in maritima Jopi. Date in nostro ducali palatio die deeimo Marcii indictione XHIma m ° CCCClXXXta." Joannes Mocenigo dei gratia dux Venetiarum." Beilage: Rechnung des Schifi'spatroiis Andreas Contarini. „Illustrissimus prineeps et excellentissimus dominus, dominus Robertus (1. Albertus) inclitus dux Sansonie (sie!), debet dare, ut patet in subscriptis partitis et staria et damnis 170 habitis (partita, Posten) propter suam excellentissimam domi- nationem et denariis expensis per eandem, velut inf'erius distiacte aparet, et primum: Per dies duodecim quod ego mansi in Rodio (ad) requi- sitionem sue illustrissime dominationis, propter quod passus sum damnum et expensas ad rationem ducatorum quindecim pro quolibet die non faciendo sue excellentissime dominationi expensas, quod ascendit per dies duodecim at summam ducatorum centum et sesaginta quinque: valent ducat. 165. Item per dies decem, et novem, quod licet quod sibi de- derim panem et farcimen, expensas omnibus, per dies xxviiij mansi in splagia (spiaggia piaggia) ad instantiam sue illustrissime dominationis, ex quo percepi damnum et capensas (1. expensas) plus quam ducatos quinquaginta, ut sie po- namus, ut sua illustrissima dominatio cognoscat ego ponere veritatem; ascendunt ad summam ducatorum ducentorum quinquaginta: valent ducatos 250. Item propter damnum zucharorum candium et zucha- rorum duarum cotarum (michi fuit illatum propter suam dominationem), cantaria sex; constat quoddam cantarium ducatos centum, quod ascendit unum cantarium ad libras oc- tingentas ex nostris libris ad subtile, que constant dietae ex primo ducentos duodecim pro centenario et simul cum expensis plus quam ducati xvn, et faciunt revendita Venetiis ducatos XI pro centenario, et passus sum in damno ducatos 5 pro centenario quod ascendens dictum damnum in ducatis trecentis valet: valent ducatos 300. (S. 346.) Item propter exeorsiones et manzarias (man- seria Herberge) habitas in Ruma (Ramiah) et Hierusalem faciunt plus quam ducati centum et sexaginta et sua dominatio illustrissima mihi promisit solvere omnia que sunt in summa ultra alia dam naet labores, quos passus sum, ducati ducenti vel circa, et tarnen non pono nisi illud quod volo sua illustrissima dominatio mihi det, quod sunt ducatos 160: valent ducat. 160. Que omnia ascendunt ad summam ducatorum octingen- torum septuaginta quinque. 171 Quas omnes pecunias petto et supplico vestre illustrissime dominationi, quod velit mihi dare tanquam servitori vestro fide- lissimo, que sumant in totum ducati octingenti septuaginta quin- que, et deprecor vestram illustrissimam dominationem hoc velit facere per indulgentiam et benignitatem ac ingentem gratiam vestre illustrissime dominationis, ut saltim ex ducatis 875, quos expendi, quos liberalissime mihi promisit vestra illu- strissima dominatio, ad minus mihi det ducatos quingentos quinquaginta, ne habeam causam in posterum amplius mole- standi eandem. Quod profecto si vestra dominatio de jure hoc non mihi deberet, in respectu quo semper eidem fuerim obsequentissimus, et in eo quod in terra sancta semper (in eo quod) potui nunquam defuerim, quod certe nunquam fuit ibi alius dominus, qui haberet alium prefectum triremis adeo sibi in omnibus obsequentem, et ideo me commendo vestre illustrissime dominationi, cujus in , omnibus sum deditissi- mus." 1476(1).) Martin Ketzel aus Augsburg schied zu Trient am 1. Mai vom Pfalzgrafen Johann bei Rhein (S. 33), kam am 7. Mai nach Venedig, wo er den Herzog Albrecht von Sachsen traf, dem sich im ganzen 140 Pilger anschlössen (S. 52), während Ketzel mit den übrigen 70 absegelte, unter denen er Hans von Goldacker, Heinrich von Bila (S. 46), Graf Wilhelm von Henneberg und Marco Malipiero nennt (S. 48). Auf Candia wohnte K. bei einem Griechen Konstantin Soreta, an den er von Venedig aus durch Lukas Postara Empfehlungsbriefe hatte (S. 38). Nachdem Herzog Albrecht bereits am 8. Juli (Mergenthai: 11. Juli) vor Jaffa angekommen, traf Ketzel am 17. Juli daselbst ein (S. 45), bald darauf ein drittes Schiff von Venedig mit 26 Pilgern (S. 52). In Ramleli wohnte er bei Giacomo Consulta (S. 55). Am 27. Juli ritten die Pilger ab, am 30. Juli trafen sie in Jerusalem ein (S. 60\ Am 1. (S. 80) und 4. August (S. 85) schlugen Herzog Albrecht und der Guardian viele (ersterer 72, letzterer 31) zu Rittern des heiligen Grabes (S. 83). Ein mit dem Grafen Sigmund 172 von Anhalt geplanter Besuch des Jordans unterblieb (S. 85), aber K. besuchte dafür Hebron, Nazareth, Damaskus (S. 95 f.), Beirut (S. 96 f.), Cairo (S. 98 t'.) und Alexandria (S. 99—100). Die Reisebeschreibung publizierte im Auszuge Friedr. Rhe- nanus in Bothe und Vogler, Altes und Neues für Gesch. u. Dichtkunst, Potsdam 1832, I, 28—103. Die Originalhand- schrift beschreibt Wilken im Katalog der Heidelberger altdeutschen Manuskripte S. 349, No. 117, setzt d ; e Reise aber fälschlich mit Mone, Anzeiger 1835, S. 273 f. ins Jahr 144<* die daraus entlehnten Angaben und Varianten sind d S. 156—160 mit K. bezeichnet. 1477 ward Georg vonPuchberg in Jerusalem Ritter des heiligen Grabes (Hundt, Stammbuch des bayr. Adels H, 258). 1479 am 6. Mai brach Johannes Tucher sen. (seit 1472 mit Peter Mendels Tochter verheiratet; vgl. Will, Münzbelustigungen II, 174; III, 164; IV, 73ff.) mit Se- bald Rieter von Nürnberg auf; ihnen schlössen sich Dr. Otto Spiegel, Kanzler des Herzogs Albrecht von Sachsen (S. 362; Reisebuch 36 — 37, 137; vgl. Stillfried- Haenle 216) mit seinem Diener Peter Pyres, der Lesemeister vom St. Marienkloster in Nürnberg und ein „junger Gesell" aus Breslaii Valentin Scheurl (vgl. Will III, 107) an; sonst werden noch als Begleiter Eustachius Rieter (doch vgl. unten S. 209), Sebald Pfinzig und Martin Löffelholz (über ihn vgl. Will II, 105 — 108) genannt (Kamann 12), während der Reisebericht selbst (S. 353 a; Reisebuch 40) nur noch einen Herrn von Hörne s aus der Picardie als Begleiter erwähnt. Die Pilger erreichten nach dreizehn Tagen über Augsburg, Innsbruck, Bruneck am 18. Mai Venedig, von wo sie am 10. Juni absegelten (S. 348a—350; Reisebuch 40) und am 23. Juli Jaffa erreichten (S. ; ! 52; Reisebuch 52); hier starb und ward begraben Arnold, der Kaplan des mitreisenden Herzogs Bai thasar von Mecklenbürg (S. 352 ; Reisebuch 52; über dessen Pilgerfahrt zu vergleichen ist Rudioff, ( \ _JL73_ Mecklenb. Gesch. II, 876; Jaenig 35, No. 18). Am 6. August schlug der Guardian Johannes von Preufsen den Herzog zum Ritter des heiligen Grabes und dieser wieder acht andere Pilger (S. 358; Reisebuch 57: 7). Tucher, Rieter und Spiegel zogen über Gaza nach dem Sinai (S. 362a—368, Reisebuch 85 — 94), wo sie am 4. Oktober eintrafen, von da gelangten sie am 17. Oktober nach Cairo (S. 368; Reisebuch 94), verliefsen diese Stadt wieder am 4. November, um nach Alexandrien zu reisen (S. 368,369; isebuch 120). Hier erlitten sie durch die Muselmänner vielfache Unbill (S. 369 a), wurden sogar gefangen, aber glücklich wieder frei (S. 370a—371; Reisebuch 124 — 127). Am 9. Februar 1480 segelten sie ab (S. 371; Reisebuch 132) und erreichten am 17. März Venedig (S. 372; Reisebuch 136). Vgl. die Ausgabe der Reisebeschreibung im Reyfsbuch 1584 (S. 349 a—375), ferner die des Sebald Rieter bei Röhricht-Meisner: Das Reisebuch der Familie Rieter in d. Bibliothek d. litterar. Vereins zu Stuttgart CLXVIII, Tübingen 1884, 36—149); über Tuchers Reiseinstruktion vgl. Contee, Im Schatten d. Vorzeit, Wien 1832, 43—52. Wir besitzen von Tucher folgenden aus Jerusalem datierten Brief (Lochner, Zeugnisse aus dem Mittelalter I, 243—244): „In nomine Jesu Christi anno 1479 den 8. augusto Suntag zu Jerusalem. Meinen freuntlichen grus zuvor. Wiss, liber Vetter anton das ich und der Rieter frisch und gesunt her gen Jerusalem den 2. ditto früe kumen sein, God hab lob, und richten uns zu hie auf die Reis gen Sant Katrein, sein unser 5 mit unsern knechten und wem 3 oder 4 parfüfser münch mit uns, doch ich hoff, es soll uns richtig zu sten, ob got will. So bitt ich dich, du lost dir mein weib und gesind befolhen sein und unsern handel, wenn ich ein besunder vertrauen zu dir hab, du thust an mir, als ich an euch gethan hab. So hab ich deines vatters seligen meines guten freunts und euer aller auch gedacht an den heiligen stetten hie mit meinem siechten einfeltigen klein gebet, wo das gott genem wer, 174 und noch gedenken will, die weil ich leb, in allem guten. Der patron will noch heint oder morgen f'riie mit den pilgern wider zu der galein zihen und wir haben dise Tag her wenig Rue gehabt, sein 3 nacht im tempel gewest und sust auch von hinnen gen pettlehem an vil enden do man riten und hin gen mufs, dann so die Pillgram von hinen kumen, wollen wir uns ain weil wider ansten, ich mein das wir umb egidy von hinen unsern weg zihn wem und, ob gott will, mit den galein von alexandria gen Venedig kumen. Damit spar uns god gesunt (S. 244), amen. Geschrieben in Eilen. Grüfs mir dein mutter und eur gesind als fleifsig." Hans Tucher Senior. Dem ersamen weisen Anthoni Tucher zu Nürnberg. Dafs die heimkehrenden Pilger in Nürnberg durch einen festlichen Empfang geehrt wurden, bezeugt die Nürnberger Chronik (Chroniken deutscher Städte, Nürnberg V, 472). Sebald Rieter brachte eine Zeichnung Jerusalems aus der Vogelperspektive mit, die heute noch in der Münchener Hof-Bibliothek (Cod. iconogr. 172) erhalten ist. Nach von Waldau (Vermischte Schriften IV, 368), war Sebald mit Tucher 1479 auch in Rom und erhielt reiche Ablafs- privilegien; vgl. Das Reisebuch der Familie Rieter 2, Note 3. 1480(a.) am 14. März starb Johann Meissner aus Breslau, nachdem er von einer Pilgerreise aus dem heiligen Lande glücklich heimgekehrt war (Cod. diplom. Siles. XI, 110b). 1480(1).) machte Stephan Mittag, Bürger aus Halle und Ritter vom heil. Grabe, eine Stiftung (Dreyhaupt, Beschreibung des Saalkreises I, 1033 2 ). C. 1480. Joachim von Wuthenow auf Seegeletz Hefs zum Dank für seine glückliche Heimkehr aus dem heiligen Lande von dem Bechlinschen Hause in Neu-Ruppin bis zum Rathause die Via dolorosa durch Stationen nach- 175 bilden (Riedel, Cod. Brand. A. IV, 266). In dieselbe Zeit gehört auch die Jerusalemfahrt Christophs von Polin tzki, Sohnes des Landvogts Jacob von Polintzki, welcher nach seiner Heimkehr eine Kapelle des heiligen Grabes in gleicher Entfernung von Schievelbein in Pommern erbaute, wie die des Calvarienberges von Jerusalem. (Rein- hold, Chronik der Städte Beigard, Polzin und Schievelbein 1862, 62). Im Jahre 1480—1481 pilgerte Christian von Kamer mit dem Sohne des Wolfgang von Münchdorf (Hundt, Stammbuch d. bayr. Adels I, 244). 1481 kamen vierzehn Pilger, unter ihnen Brandolf Maurer aus Winterthur, von ihrer Jerusalemfahrt heim, wo sie unterwegs durch feindliche Piraten („indem die Feind mit Handrohren etliche Löcher in ihr Schiff geschossen") überfallen aber glücklich gerettet worden waren; nachdem sie „gegen Böhmen" (offenbar ist Apulien gemeint) gelandet, brachten sie zu Thann in der St. Theobaldskirehe ihr versprochenes Opfer von 50 Pfund Wachs dar (Tschamser, Annalen .... der Barfüfser .... zu Thann, Kolmar 1864, I, C54). 14S2(a.) Am 25. Mai kam nach Venedig Markgraf Friedrich d. ältere von Brandenburg (über ihn vgl. Stillfried - Haenle 128—129) um sich nach dem heiligen Lande einzuschiffen. In seiner Begleitung werden (meist Ritter des Schwanenordens) genannt: Graf Georg von Helfenstein, Apel von Seckendorf, Wilhelm Adelmann, Lienhard Marschall von Pappenheim, Johannes von Westerstatt, Johannes Fuchs, Vit- tus von Walrodt, Hieronymus von Rosenberg, Georg von „Zebycen", Hartmann Marschack (sie), Sixtus von Seckendort, Paul von Absberg, Johannes Schick von Seckendorf, Johannes von Dalheyn, Dr. Kaspar Walfelser, Stephan Zobel, Erckinger von Rechen berg, Eberhard von Streit berg, Johannes de „Rysthberg", ferner vom Adel des Pfalzgrafen vom Rhein: Ludwig von Bayern, Jo- 176 hanues von Sickingen, Friedrich von Dalberg, Wolfgang von Parsberg, Johannes de Drat (also wohl Trotha?), Johannes von Helmstatt, Ludwig von Hütten, Hieronymus von Velberg, aus Bayern und Schwaben: Konrad von Künsberg, Johannes Aufsesser, Erasmus Subersdorffer, Jodocus von Luchen, Johannes Sack, N. Haslinger, Heinrich Stieber, Christoph von Volsberg, aus Osterreich: Ulrich von Wyrschberg. Der Verfasser der Beschreibung P. Walter von Guglingen, Vice - Guardian des Minoritenklosters in Heidelberg, war von da, nachdem er mit Mühe die Genehmigung zum Antritt seiner Reise erhalten hatte, am 28. August 1481 aufgebrochen mit seinem Ordensbruder Johannes Wild und giebt als Gesamtzahl der Pilger -200 an. Sie fuhren am 11. Juni von Venedig ab, erreichten am 23. Juli Jerusalem und machten einen Abstecher nach dem Jordan, um darin zu baden; hier ertrank jedoch Johannes von Illingen, Knappe des Ludwig v. Bayern in Scharfeneck und ward im benachbarten St. Johanneskloster begraben. Nach der Abfahrt der Pilger am 4. August kam Sigmund von Pollheim und traf nun den zurückgebliebenen Walter; im folgenden Jahre 1483 kam die grofse Reisegesellschaft des Felix Fabri, Breitenbach u. s. w. nach Palästina. Die Reisebeschreibung, von der man nur bisher wufste, dafs Markgraf Friedrich mit zweien seiner Begleiter Apel von Seckendorf und Eberhard von Streitberg beim Spiel sich überwarf, und nur als dritten Begleiter Ulrichvon Weiszpriach, Herr von Kobelsdorf, kannte, (Geisheim 31—33; vgl. Lang, Gesch. von Bayreuth I, 36—38; Stillfried-Haenle 171) ist von Herrn Matthias Sollweck, Prä- fekt am K. Studienseminar zu Neuburg a. Donau (Bayern) mir auszugsweise gütigst mitgeteilt und wird von diesem ausführlich herausgegeben werden; einen kleinen Vorbericht siehe im Johanniterblatt 1888 No. 9. 1482(b.) am 6. Mai verliefsen Nikolaus, ein Kanonikus, und Johannes, ein Bürger, Nürnberg, kamen in dreizehn 177 Tagen nach Venedig und erreichten glücklich Jerusalem, worauf sie auch die heiligen Stätten um den See Genezareth, Antiochien und Damaskus besuchten. Dieser Bericht erschien Novo-Pilzen bei Nikolaus Baxa- lar 1497 gedruckt; ich kenne ihn nur aus dem kurzen Auszuge, den Herr Graf Riant durch Herr P. Martinov Soc. Jesu erhielt und mir gütigst überliefs. 14-83 (a.) Felix Fabri (vgl. Will, Münzbelustigungen III, 235), Lesemeister des Dominikanerklosters zu Ulm (f 1502; er war ein eifriger Verteidiger des Ablafswesens; Seckendorf, Historia Lutheranismi I B, additam 25—27; sonst vgl. Haeberlin, Dissertat historica (Helmstadensis) sistens vitam, itinera et scripta dicti Fabri in Thesaur. re- rum Suevic. IV, dissertat. 15, 1742), trat am 9. April 1480 mit Georg von Stein (späterer Landeshauptmann der Lausitz nach Knothe 507) als dessen Kaplan seine erste Pilgerfahrt an (Evag. I, 28—30, 58f.', blieb aber, da Georg v. S. nur die Ritterwürde des heiligen Grabes erlangen wollte, blofs neun Tage in Jerusalem (Evag. I, 41), wo er übrigens auch die Bischöfe von Genf und Le Mans traf (I, 31; vgl. Revue du Maine 1879, VI, p. 337 — 340); von Rhodus fuhr er mit einem aus türkischer Gefangenschaft frei gekommenen Edelmann aus Osterreich nach Venedig (I, 47), wo er krank wurde, bis er, wieder genesen, durch Tirol am 16. November 1480 seine Heimat erreichte (I, 70ff.). Der Bericht von dieser ersten Reise ist auch metrisch von Joh. Dillinger bearbeitet und von Birlinger (München 1864) herausgegeben worden, in welchem als Reisebegleiter Georgs von Stein auch Adrian von Bube n b e r g und dessen Kaplan Benedikt genannt werden 'S. 27; vgl. Pilgerkatalog 1520 ; in Rhodus traf Georg seinen Vetter, den Johanniter Friedrich von Stein (S. 27). Da diese schnelle Fahrt unsern Felix unbefriedigt liefs, so unternahm er 1483 eine zweite und zwar als Kaplan des Truchsefs Johann von Waldburg (Evagat. I, 63; Köhricht, Pilgerreise*]. 1- 178 M. v. Pappenheim, Chronik der Truchsessen v. W. 1777, 163 —168), dem sich noch Johann Werner von Zimmern, Freiherr Heinrich von Stoeffeln, Bär von Hohenrechberg mit ihren vier Dienern Balthasar, Büchler, Artus (Barbier und Lautenschläger), Johann Schmidthanns, Harnischknecht, Konrad Beck aus Memmingen, Peter aus Waldsee, Koch, Ulrich Kramer aus Bavensburg, früher Matrose, jetzt Dolmetscher, Schulmeister Johannes aus Bebenhausen, zusammen 12 Köpfe, anschlössen (Evagat. I, 63, 69, 82; Barack, Zimmersche Chronik I, 472—474; Werli von Zimbern 126 a erwähnt noch Jerotheus von Ratzenhausen (Rathsamhausen?), welcher krank auf Rhodus zurückblieb [andere Namen hei Birlinger, Aus Schwaben 7 f.], und Fabri I, 171 f. einen gewissen Rudolf aus Zürich. Sie segelten am 1. Juni von Venedig ab und betraten am 5. Juli die Küste des heiligen Landes. Am 17. Juli (Breitenbach 62 a am 16. Juli) wurde durch Johann von Preufsen der Graf Johann von Solms, von diesem Werner von Zimmern (Zimmersche Chronik 1, 557; IV, 17, 86), von ihm H. von Stoffeln u. s. w. zu Rittern geschlagen, dann Johann Truchsefs, Bär von Hohenrechberg, Maximin von Rappolstein (Werli Zimbern 147: Scharsmann von Rappenstein), Ferdinand von Mernau, zwei Edelleute von Breitenstein, Burckhardt von Nufsdorf, Georg von Ge- menberg ( Gumppenberg), Kaspar Schnelin (Zimbern 127: Kaspar Senlein, Ritter, Johann, ein Kaufmann, Fl eng und Rudolf aus Zürich", dann aus Franken: Heinrich von Schauenburg (Zimbern 127: Schönberg, offenbar derselbe, der 1493 den Kurfürsten Friedrich zum Ritter schlug; vgl. Pilgerkatalog 1493a), Sigmund von Mosbach (Zimbern 147a, 148a: v. Merspach), Philipp von Bicken, ein Herr von Brandenstein aus dem Elsafs, Kaspar von Bulach, Peter Velsch aus Strafsburg und Georg Mart (Zimbern 147a: Marx; Fabri II, 4; Zimmersche Chronik I, 478; ibid. 201 findet sich auch die Erzählung, W. von Zimmern habe von dem Emir 179 zu Jerusalem einen steinernen Daumring erhalten, der noch lange in Herren-Zimmern gezeigt worden sei). Dann machten sich: 1) Graf Johannes von Solms, B. von Breitenbach, Ph. von Bicken, Erhard (Zimbem 147a: Eckardt), Harnischknecht, Johann Hentgi (Zimbern 147a: Henke), Koch, Johann Knufs (Zimbern 147a: Ounz), Dolmetscher, 2) M. von Rappolstein, F. von Mernau, C. von Bulach, G. Marx, Nikolaus Major Inkrut, Konrad Artus, Pater Guglinger, Frater Thomas, 3) Heinrich von Schauenburg, Kaspar deSiculi (Zimbern 146a: Siemli), Sigmund von Mosbach, C. Velsch, Johann Lazinus, Kaplan des Königs von Ungarn, aus Siebenbürgen, und F. Fabri auf den Weg nach dem Sinai (24. August; vgl. Evagator. II, 102f.; 330, 461). In Gaza ward B. von Breitenbach krank und wollte umkehren (II, 373), konnte aber bei der Karavane bleiben, die am 23. September am Sinai ankam (II, 473) und am 28. September (II, 510) nach Cairo wieder aufbrach, von wo die Pilger am 20. Oktober nach Alexandrien abzogen (III, 108). Hier starb am 31. Oktober der Graf Johann von Solms und ward in der St. Michaeliskirche begraben (III, 162, 199, 201). Am 5. November segelten die Pilger ab (III, 213); am 8. Januar 1484 landete Fabri in Venedig (III, 387; Breitenbach 114a), wo er von Stoffel Schleicher aus Ulm Briefe empfing (Zimbern 186a). Mit einem Ulmer Kaufmann Johann Müller brach er auf am 17. Januar (III, 437) und kam am 29. Januar glücklich in die Heimat (III, 464). Seine Reisebeschreibung, wohl die wichtigste von allen des späteren Mittelalters, erschien in Reyfsbuch 1584, 122—188 u. 1609, I, 227 — 349 deutsch, lateinisch (von Hafs- ler) in der Bibliothek des Litterar. Vereins, Stuttgardt 1843—1849 in 3 Bänden); sie wird auch kurz ausgezogen in Ruckgaber, Geschichte des Grafen von Zimmern, Rottweil 1840, 107—109, wo wir als Grund für die Pilgerfahrt Werners von Z. erfahren, dafs er in einer Zornesaufwallung sich hatte hinreifsen lassen, gegen seinen eigenen Vater das 12* 180 Schwert zu ziehen. Eine Sage über diesen Werner vgl. in d. Zimmerschen Chronik I, 26 ff.; Birlinger, Aus Schwaben 7. 1483(b.) Bernhard von Breitenbach, Domdechant von Mainz (Evagat. I, 347, 353), schlofs sich dem Grafen Johannes von Solms (Evagat. I, 189) und Philipp von Bicken (dessen Itinerarium T. Sanctae, Spirae 1494 erschien) an; sie trafen Mitte Mai in Venedig als Reise- gefährten: Max von Rappolstein, Ferdinand von Mernau, Kaspar von Bulach, Georg Marx und Nikolaus Mayor Inkrut (Breitenbach 50a; Zimmersche Chronik I, 475); sie alle schlössen sich wieder der Reisegesellschaft des Felix Fahri an. Die Reisebeschreibung erschien im Reyfsbuch 1584, 50 —122, an deren Ende B. nach schweren Klagen über den Zustand des heiligen Landes den Kaiser zu einem Kreuzzuge auffordert; eine Reiseinstruktion von B. erschien bei RM. 120—145 (hier wird S. 137 Philipp von Hohen- stein als in Paphos verstorben und begraben erwähnt). 1483(0.) Georg von Gumppenberg und Sebastian von Seyboltsdorf (Hundt, Stammbuch d. bayr. Adels II, 297, wonach letzterer ebenfalls eine Reisebeschreibung hinterlassen haben soll) stiel'sen mit vielen Edelleuten aus Bayern in Venedig zur Reisegesellschaft des Felix Fabri, kam am 1. Juli nach Jaffa, am 12. Juli nach Jerusalem, kehrten aber nach empfangenen Ritterschläge (18. Juli) sofort über Jaffa nach Venedig zurück, wo sie am 15. Oktober landeten. Von Reisegefährten nennt der bei RM. 115—119 veröffentlichte Text: Zimmern, Ulrich von Breitenstein (Hundt II, 559), Truchsefs (von Waldburg), Haimarus von Nothafft (Hundt II, 189; vgl. Pilgerkatalog S. 216), (Bär von) Rechberg, Freyberg, (Heinrich von) Schaumberg, Mathes Wigules und Lukas von Aheim, zwei Brüder, Egloffstein, Hans von Haslang (Hundt II, 124), Brandenstein, Schenk Burchardt von Nufsdorf, Mosbach, Gilg von Münchau, Niederer (Hundt II, 297: Michael Niederer von Part), Helrit, Puchler, Sunler, _181 Zeller. Das Wappen eines Bernhard von Seybolts- dorf sah in Rhodus 1517 B. von Hirschfeld (102) und auf Candia Älbrecht (192); vgl. Hundt II, 294f. 1483(d.) „Am 7. April 1483 ist Cunrad Beck zu Mengen usgeritten gen Jerusalem" — 15. Oktober ist er wieder heimgekommen. So besagt die Familienchronik, welche H. J. Zeibig im Archive für österr. Geschiehtsq. VIII, 210 herausgegeben. Vgl. Blätter des Vereins f. Landeskunde von Nieder Österreich 1875, No. 4. 5. 6. Dieser Cunrad Beck f zu Mengen 1512. Dafs unser Beck im Jahre 1436 (wie Hormayr will) oder 1440 (vgl. v. Wisgrill) im heiligen Lande gewesen sei, ist deshalb unmöglich, weil Cunrad Beck erst 1437 auf die Welt kam (ZDPV. 1881, S. 235); oben S. 127 wird ein anderer C. B. erwähnt. 1484 (a.) am 27. April brach Graf Ludwig von Hanau-Lichtenberg, Sohn des Grafen Philipp von Hanau, auf mit dem Grafen Emmerich von Nassau (S. 79—81); er starb am 30. Dezember desselben Jahres auf der Rückreise zu Trient. Eine kurze Zusammenstellung seiner Ausgabe für Fährlohn, Trinkgelder, Spielverlust und Warenkäufe ist von Märcker im Anzeiger des german. Museums 1862, 79—82 veröffentlicht worden. 1484(b.) den 10. Juni segelt Graf Philipp der jüngere von Hanau-Münzenberg von Venedig ab und landet am 18. Juli in Jaffa; am 10. August verläfst er wieder Jerusalem und landet am 30. November in Venedig. ' Der Bericht, welcher weder die Hin- noch Rückreisenach und von Venedig erzählt, enthält sonst nichts Erwähnenswertes ; ihm folgen „ Peregrinaciones Terrae Sanctae, que a modernis peregrinis visitantur"; incipit: „Et est sci- endum" —; explicit: „Item ibi fuit martirizatus S. Marcus evangelista et postea sepultus". Herr Graf Paul Riant, für welchen der Herausgeber aus dem Königl. Staatsarchiv zu Marburg (Hanauer Archiv A, Nr. 43 8°, 1 —12) eine Kopie besorgte, gestattete deren Benutzung. 182 1484 (c.) geschieht in einer Urkunde zum erstenmal Erwähnung der Kapelle St. Mariae, des heiligen Kreuzes, St. Veit und Sebastian, welche von dem Bürger Müller in Berlin nach einer glücklich vollbrachten Wallfahrt in das heilige Land erbaut wurde (die jetzige Jerusalemer Kirche in Berlin; vgl. Beschreibung der königl. Residenzstadt Berlin und Potsdam, Berlin 1786, I, 185) und bis zum Jahre 1728 in der ursprünglichen Gestalt bestanden hat; sie soll vom damaligen Stadtthore an der Gertraudten-Brücke ebenso weit gelegen gewesen sein wie das Haus des Pilatus vom Golgatha. Fünf Bischöfe hatten der Kapelle, in welcher sich eine Nachbildung des heiligen Grabes sowie die Statuen der genannten Heiligen befanden, die Berechtigung der Ablafs- erteilung verliehen. Im Jahre 1486 (a.) verliefs Ritter Konrad Grünem- berg aus Konstanz, berühmt durch sein Wappenbuch, mit Kaspar Gaisperg am 22. April seine Vaterstadt und segelte am 31. Mai von Venedig ab; er nennt aufser dem letzteren noch folgende Reisegefährten aus Deutschland: Herzog Johannes von Bayern (er starb am 4. Oktober nach Leonh. Pauholz addit. ad Andr. Presbyt. Chron. duc. Bavar., p. 68; vgl. unten S. 184), Graf Wilhelm von Werdenberg, Diepold von Hasberg (er starb in Ramleh), Ludwig von Rechberg (vgl. Wormser 200), Ambrosius Gugelberg, Georg von Rottendon (Rotterdam?), Johann von Milsan, Erbmarschall von Stettin, Johann Seiden von Würgen, Johann Fries, Dr. Johann von Liden, Dr. Guido von Blofs, Michael von Leigen, Jost Etter aus Zug (d. i. richtig: Jost Letter; vgl. Kurz v. Weifsenbach, Beiträge zur Gesch. des Aargaus I, 283—285; L.), Johann Pran- borken aus Pommern (er starb in Ramleh), Heinrich von Blefs und Michael von Tachenhausen, Johanniter. Sie treffen in Rhodus den Deutschherren Johannes von Hussen, in Famagusta auf Cypern einen deutschen Hauptmann Konrad Bader und landen in Jaffa am 8. August, wo zu gleicher Zeit auch folgende deutsche Pil- JL83_ ger mit eintrafen: Graf Heinrich VII. von Fürstenberg (vgl. Albrecht 192 a und Riezler, Fürstenb. Ur- kundenbuch IV, 273f.), Graf Siegmund I. von Lüpfen (über ihn vgl. Schriften d. Vereins für Gesch. der Baar 1, 75ff.), Lamprecht von Seckendorf, Christoph, Marschall von Ostheim, Dietz, Truchsefs von Wetz- husen (vgl. Albrecht 192), Gottschalk von Sternberg, Moritz von Schaunburg, Kunz von Helmstadt, Friedrich von Stockau, genannt Holub, Sixt Trausun von Brechenstein, Volaig von Rischach (Reischach), Ritter Johann Lopbrak, Siegmund List. Am 27. August verlassen die Pilger wieder die heilige Stadt, am 30. das heilige Land und landen am 16. November zu Venedig. Vgl. die RM. 146—161 gegebenen Auszüge. Zur Ergänzung dieser Angaben über die Begleiter Grünembergs sind hier noch die Mitteilungen nachzutragen, welche die Schrift eines gleichzeitigen Jerusalemfahrers, des Georges Lengherand aus Mons (Menilglaise, Voyage de G. L., Mons 1861, 143), giebt; er zählt als Deutsche Sinaipilger auf: „si comme Iehan, duc en Baviere, son ser- viteur nomme Hanes, Guillaume, conte de Vernen- burch (S. 257 im Cod. von Valenciennes: Werdenberg) et Sanascasce (offenbar Sargans), Loys de Rechbergh de la conte de Hoghenrechberch, seigneur de Sohramberch (Schramberg) et ung serviteur nomme Baltazar et leur cuisinier nomme Pietre Edelin, Bernard, marechal du pays du duc de Stettein, et son compagnon nomme Brou- dehans". Von den sonst genannten Pilgern hebe ich nur- hervor: Didryc van Beest Dierycxsone de la ville de Delft en Hollande, Claes Iacobzzone de la ville de Hartem." Die Pilger blieben vom 15. September bis 2. Oktober in Gaza (148) „mais avant le partementde ce lieu pour les grans chaleurs qu'il faisoit journellement, aucuns pellerins furent sy oppressez de maladie, que forche leur tust agister et telle- ment, que par leurs freres et compaignons furent forchiez de eulx retourner en l'eglise du Mont de Sion les Jherusalem, 184 ou oultrement ils y fussent morts. Assavoir Iehan, duc en Baviere, lequel combien qu'il f'ust bien pense au dit Mont Syon et sy avoit son serviteur lez luij y termina vie par mort". Sonst bestätigt den Tod des Herzogs Johannes von Bayern in Gaza auch noch eine in Rennes befindliche Handschrift, aus welcher Maillet, Description, notices et ex- traits des man. de la bibl. publ. de Kennes, Rennes 1837 172—174, No. 157 S. XV, 4° Auszüge gegeben; er nennt als deutsche Begleiter: le comte D'aubert allemand (Werdenberg), Thibaud Habsepert, chevalier allemand". 1486(1).) soll der Ritter Nikolaus von .Popplau aus Schlesien, nachdem er England, Spanien und Frankreich durchreist hatte, auch nach der Levante gegangen (S. 28 f.) und auf der Heimkehr zu Alexandrien gestorben sein, aber wie mir Herr Prof. Dr. Xaver Liske in Lemberg gütigst nachweist, ist er nicht im Orient gewesen, sondern in Rufsland und dann 1490 in Deutschland gestorben (Fiedler in den Sitzungsberichten d. Wiener Akademie, philos. histor. Klasse, XXII, 187—220, 374). Seine Reisebeschreibung erschien bei Oelsner und Reiche, Schlesien ehedem und jetzt, Breslau 1806, I, 27—45, 91— 109, 184—200, 264—280, 357—372, 446—460, 530— 535; sonst vgl. auch Klose in den Scriptt. rerum Siles. III, 374; Stillfried-Haenle 189. 14-87(a.) pilgerte der Frankfurter Patrizier Johann von Rückingen und dessen Bruder Klaus 1489 nach dem heiligen Lande (Kriegk, Gesch. von Frankfurt a. M. 122 f.). Im Jahre 1487(b.) pilgerte Graf Philipp von Ysen- burg nach Jerusalem (Simon, Geschichte der Grafen von Ysenburg I, 97), welcher nach seiner glücklichen Heimkehr „das Jerusalemthor" erbaute. 1488(a.) war Herzog Erich I. von Braunschweig als achtzehnjähriger Jüngling im heiligen Lande gewesen (Havemann, Gesch. von Braun schweig II, 750; O. v. Heinemann, Gesch. von Braunschweig u. Hannover, Gotha 1886, II, 229). Er brachte von dort viel Reliquien, darunter ein 185 Bild von der Länge und Gröfse des Heilandes mit, das in der Schlofskapelle zu Munden aufbewahrt wurde (Rehtmeyer II, 771). 1488(b.) In diesem Jahre bewirteten die Stadt Zofingen die aus dem heiligen Lande heimgekehrten Mitbürger (Rechnungsbuch von Zofingen. L.). 1488(c.) Martin Ketzel, welcher auf seiner ersten Fahrt (1476) die Entfernungen der Leidensstationen genau abgemessen und aufgezeichnet hatte, aber diese Notizen verlor, ging zum zweitenmale nach Jerusalem und liefs nach den neu vorgenommenen Messungen den Stationsweg vor dem Tiergärtner Thore in Nürnberg herstellen (Will, Münzbelustigungen IV, 189 ff.). 1489 im Mai pilgerte Graf Enno I. von Ostfriesland mit den Edelleuten Viktor Freese und Folef von Kniphausen (er nennt sich urkundlich Folkuff Alkenson, hovetling to Inhausen; vgl. Friedländer, Ostfries. Urkundenbuch II, S. 356, und erhielt erst 1496 die Herrschaft Kniphausen) nach dem heiligen Lande und kehrte, nachdem er den Ritterschlag erhalten hatte, im Februar 1491 wieder heim. In demselben Jahre (1491) reiste auch sein Bruder Graf Edzart I. (der Grofse) mit Viktor Freese und Hicko von Dornum nach Jerusalem und kehrte 1492 ebenfalls als Ritter des heiligen Grabes wieder heim; am 2. April 1492 urkundete er wieder zu Aurich (Wiarda, Ostfriesische Geschichte II, 107, 108, 11J; Her- quet im Wochenbl. der Johanniter-Ordens-Balley Brandenburg 1881, No. 1; vgl. Emmius, Rerum Frisiac. historia, 460). C. 1490. Ambrosius von Glauburg aus Frankfurt am Main gebürtig, soll eine Beschreibung einer Pilgerfahrt hinterlassen haben (Frankfurter Stadtbibliothek, Geschlechtsregister von Fischard, Fascic. von Glauburg 1 ; Herr Prof. Dr. Koch). 1491 (a.) Der Landgraf Wilhelm der ältere von Hessen verliefs am 10. April Kassel, um seine Pilgerfahrt anzutreten; als seine Begleiter werden genannt: Arndt 186 von Stammen (oder Stein), Dietrich von Schachten, später Vogt von Grebenstein, Verfasser der Reisebeschreibung, Hermann von Wartensleben (starb in Rhodus), Kersten von Hanstein und Leonhard Wetter. In Venedig schlofs sich ihnen noch Graf Philipp von Hanau an. Von hier aus segelte mit ihm Arndt von St., der bald darauf starb, Albrecht von Neuneck, Johanniterkomthur zu Buchsee, ein päpstlicher Rat und Daniel Kaufmann aus St. Gallen nach Otranto und begleiteten ihn von da nach Neapel. In Rom traf er Johannes Nagel und Konrad Thon aus Grebenstein; die Heimkehr wird gegen Mitte Februar 1492 erfolgt sein. Über d. Grafen Job. v. Ziegenhain als Begleiter siehe Johanniterbl. 1878, No. 5. Den Text der Reisebeschreibung siehe bei RM. 162—245 (vgl. auch die Bearbeitung desselben Textes von C. von Stam- ford, Hessenland, Zeitschr. f. hess. Gesch. u. Litteratur, Kassel 1887, Nr. 12ff.); über ein von Wilhelm als Geschenk des Papstes mit heimgebrachtes Schwert vgl. ebenda 233f., Note 1. 1-191 (b.) Im Jahre 1491 reiste auch Stephan Kapfmann (oben Daniel Kaufmann genannt) aus St. Gallen, Bürger zu Freiburg im Üchtland, nach dem heiligen Lande (Cod. St. Gallen, No. 610, 4—11; vgl. Scherrers Katalog, S. 196; Tobler, Bibl. 60). Leider giebt die Handschrift, wie durch gütige Vermittlung des Herrn Prof. Dr. Goergens in Bern Herr Dr. Scherrer freundlichst mitteilte, nur eine kurze Beschreibung der heuigen Orte Jerusalem, Bethphage, Bethanien, Bethlehem und des Gebirges Juda ohne alle Nachweise über Stationen, Begleiter etc.; der Text selbst ist jedenfalls nur wieder ein kurzer Auszug aus dem unbekannten Original. 1191 (c.) In demselben Jahre bezeugt Erzbischof Marcus zu Candia dem Bruder Johannes Pfenning vom St. Marienkloster zu Erfurt die Echtheit der von ihm aus dem Orient heimgebrachten Reliquien des Heiligen Theo- dorus und Johannes Chrysostomus (im Erfurter Stadtarchiv; durch Herrn Dr. Beyer daselbst übermittelt). 187 1492 (a.) am 9. März trat Herzog Balthasar von Mecklenburg, welcher bereits 1479 zum Ritter des heiligen Grabes in Jerusalem geschagen worden war (vgl. oben S. 172) seine zweite Pilgerfahrt an und zwar in Begleitung des Bürgermeisters Moritz Glinecke aus ^Neu- brandeuburg (vgl. Franck, Altes und Neues Mecklenburg VIII, 249; E. Bock, Mecklenburg, Gesch. II, 145, Anmerkung 2). c. 1492 pilgerte Ludwig von Marpurg, genannt „zum Paradeiss", nach dem heiligen Lande (Kirchner, Gesch. der Stadt Frankfurt a. M. I, 570). 1492 (b.) pilgerte Peter Fafsbender aus Trier nach dem heiligen Lande; seine Reisebeschreibung ist bei RM. 246—277 vollständig abgedruckt. 1492 (c.) In diesem Jahre kehrte der Nürnberger Martin Rosenthaler, wie aus einem alten Kupferstich des verstorbenen Obersten von Gemming hervorgeht, aus dem heiligen Lande zurück (Gütige Mitteilung des Herrn Dr. Kamann). 1493 (a.) Kurfürst Friedrich der Weise von .Sachsen (dessen Pilgerfahrt in Georg Spalatins Histor. Nachlafs herausgegeb. von Neudecker und Preller 1851, I, Beilage 1, 8. 76 — 91; vgl. Hundts Rechnungsbuch im Neuen Archiv für Sachs. Gesch. 1883 IV, 37 —100, unten mit H. bezeichnet) brach, nachdem er sein Testament gemacht (Seckendorf, Historia Lutheranismi II, 33) und zu der Kirche des heiligen Kreuzes in Torgau den Grundstein gelegt hatte (Grulich, Denkwürdigkeiten von Torgau, herausgegeben von Bürger, Torgau 1855, 13) am 19. März mit folgenden Herren und Dienern auf (S. 90f.; vgl. auch die Aufzählung derselben im Briefe Sluders [S.], den wir unten nennen, bei Glafey, Kern der Gesch. Sachsens 129 und aus Müllers Annal. Saxon. bei Heller, Lucas Cra- nach 2. Aufl. 1854, 284—285): Herzog Christoph von Bayern, Graf Philipp von Anhalt (H. 47, 51, 57), Graf Heinrich von Stolberg der Jüngere (vgl. von Mülverstedt, Reg. Stolberg. 733, No. 2172), Graf Adam 188 Beichlingen, Balthasar von Schwarzburg (H. 72), Heinrich von Gera (H. 76), Anarg (S. Herr von Wildenfels, H. 48, 51, 56, 59, 63, 76, 77, 81, 85, 88, 89, 90, 98] und Hans Herr) von Schwarzburg. Aus Schwaben, Franken und Bayern werden genannt: Melchior Adelmann, Kaspar Spät, Ritter (H. 49, 53, 54, 57, 61, 63, 77, 85, 90, 96), Bastian von Misselbach (Mistelbach [H. 49, 51, 57, 81]), N. (Hans) von Hessberg, Jakob von Frohnhoi'en (Frauenhoi'en), Kunz von Rosenberg, Heinrich von Schaumberg (H. 47, 53, 63, 79, 88, 91, 92, 93: Schamberg, der schon früher, nach Schuchardt, Lukas Cranach 1476, im heiligen Lande gewesen war), Degenhard Pfeffinger (bei H. 48, 56, 58: Jacob Veit v. Pf.), Ruprecht Hundt, aus Sachsen: Marquard (S. ebenso H. 88: Wolf) von Weifsenbach, (S. Magnus und Hilpert) von Hayn, (Hans Hundt, Landvogt von Sachsen; S. und H. 49, 54, 84), (S. Eberhard) Crossigk, Ritter, Marquard von Ammendorf (H. 48, 63), Konrad Metsch, Ritter (H 61, 88: Cuntz Metzscli), Anselm von Tettau-Mechelgrün (H. 88), (vgl. Alb. Freih. von Tettau, Urkundliche Geschichte der Tettauschen Familie, Berlin 1878, 115), Rudolf von der Planitz, Lippold von Hermannsgrün, Hans Sack (H. 88), Caspar (S. von Herbitz) und Georg von Zedewitz (vgl. Stillfried-Haenle, 234), Jobst und Hans von Feilitzsch (H. 75), Hans M.ünch, Ritter (H. 49, 77), Utz von Ende (H. 62, daneben 78 auch Cuntz vom E.), Nickel von Wiedersperg, Veit von Kospoth (S. Kospol). Aus Meifsen und Thüringen schlössen sich an: Caspar Pflug, Ritter (H. 60, 61: Caesar P.), Haubold Pflug (II. 57), Siegmund von Maltitz, Hans (S. von) Grensing, Wilhelm von Einsiedel, Conrad von Maltitz (H. 54, 73: Cuntz v. M.), Georg (S. von) Wurm, Hans von Meifsbach (S. Meufsbach), Georg von Hopfgarten (H. 53, 74), Philipp von Eberstein, Heinrich von Bünau (S. zu Teu- chern; vgl. H. 47, 57, 61, 65, 66, 71, 86), genannt 189 Stelzner. Als Prälaten und Gelehrte werden erwähnt: Der Abt von Chemnitz, einer von Schleinitz, Siegmund Pflug, Domherr zu Meifsen (H. 46, 48, 51, 53, 54, 56, 59, 85), Jacob Veit, Guardian zu Torgau, (S. Franz von) Schöppiritz, ein Laienbruder (H. 48, 50, 51, 55,72, 73), (S. Heistein, ein Priester), der Pfarrer von Chemnitz, ein anderer Priester, Dr. Matthias Stoltz (H. 46, 48, 51, 53, 54, 56—59, 62, 77, 79, 91, 92), Dr. med. Martin Pollich von Mellrichstadt, Leibarzt des Kurfürsten (H. 48, 51, 53, 54, 78, 91), Georg, Wolf und Sebald Ketzel aus Nürnberg, aufserdem noch eine Reihe adeliger Herren und dienenden Gefolges, die wir allein aus dem Rechnungsbuch Hundts (H.) kennen lernen, so: Sebastian von Pappenheim (H. 88), Heinrich Mönch (H. 49, 51, 52, 57, 63), Georg von Wilpach (H. 63), Christoph von Welsperg (H. 76, 77, 94), Caspar von Festenberg (H. 71, 74, 79, 83, 89, 90, 97), Albrecht (H. 49, 55) u. Wilhelm von Wolfstein (H. 71, 75, 79, 83, 86, 87, 90), Eglolf von Richem (H. 71), Heinrich von Lominatzch (H. 54, 55, 76, 83), Christoph von Rechenberg (H. 91), Matten von Giech (H. 93), Hans von Schwarzenberg (H. 62), Georg von Hausen (H. 50, 51, 63), Rotenstainer (H. 50), Dr. Löffelholz (H. 71). Von Beamten und Dienern werden genannt aulser Hans Hundt, dem Rentmeister: Michael Dom- matzsch (H. 44, 45, 51, 90), Asmus Leminger (H. 46, 60), Hans Leimbach (H. 51, 54, 55, 64, 65, 76, 78, 89, 90, 92—94), Hans Muth (H 78, 88, 89, 90, 95), Georg Trappe (H. 72), Hogenest (H. 82, 85, 87, 94), Schalcke (H. 54), Ambrosius (H. 50, 54, 56—58, 61), Blasius (H. 51, 81, 83. 86), Hans Schmidt (H. 49, 51, 77, 81, Moritz Marschalck (H. 51, 94), Reidanderlein (H 75), Bertlein (H. 85), Lucas (H. 54), Veit Krabe (H. 49, 61, 76), Knechte: Claus (EL 71, 74, 82, 84, 96), Georg (H. 73, 78), SixtTeutszer (H. 67), Hans Rosenpusch (H. 78, 81, 83, 95), Köche: Claus (H 49, 51, 53, 72, 73, 83), Georg (H. 53, 81), Hans (H. 49, 82). Michel (H. 190 49, 64, 77, 83), Schorn (H. 65), Barbier: Heintz (H. 49, 53, 65, 72, 83), Schneider: Georg (H. 65, 71, 75, 86, 89, 95, 98), Trompeter: Otto (H. 64, 66, 73, 78, 83, 94), Wilhelm (H. 75, 81—82), Narr: Hensel (H. 46, 49, 53, 60, 62, 87—88, 90, 95, 97), Boten: Wolf (74, 78) und Fritz (H. 49), endlich Maler: Cuntz (H. 49, 52, 58, 78, 89, 90), Johann (H. 71, 78, 94); unter welchen von beiden Namen Lucas Cranach (vgl. unten S. 194) zu suchen ist, bleibt unsicher. Die Pilger kamen am 29. April nach Venedig und segelten am 23. Mai ab (S. 76f.), am 24. Juni (S. 83) trafen sie in Jerusalem ein, wo der Kurfürst (29. Juni) durch Heinrich von Schaumburg den Ritterschlag empfing (S. 84). Am 2. Juli brachen sie wieder auf und waren in Gefahr festgehalten zu werden, da sich das Gerücht verbreitet hatte, es seien zwei Fürsten unter ihnen (S. 85), aber der Patron redete sich und die Pilger heraus; am 5. Juli stachen sie in See. Auf der Heimkehr, und zwar in Rhodus, erkrankten und starben: Herzog Christoph von Bayern (vgl. unten S. 194 — 196), Wilhelm von Einsiedel (der nach Gräfse, Sachs. Sagen I, 286 einen gewaltsamen Tod erlitt); Bernhard von Hirschfeld (S. 102) besuchte 1517 das Grab des W. von Einsiedel, las aber nicht, wie unsere Quelle an- giebt, den 29. Juli, sondern den 2. August als Todestag auf dem Leichensteine. Hans Grensing, bei dem Lip- pold von Hermannsgrün zurückblieb (S. 87), Melchior Adelmann (nach Zedlitz). Am 3. August blieben auf Candia krank zurück: Rudolf von der Planitz und Caspar von Zedewitz, mit letzteren auch Georg von Zede- witz und Georg Wurm (S. 88); auf Corfu trennten sich Hans von Schwarzenberg, Kunz von Rosenberg (nach Zedlitz starb der letztere in Venedig, ebenso Kunz von Maltitz; vorher war schon ein Mann aus der Mark gerstorben, und ein Pilger aus Württemberg krank in Modon zurückgeblieben) und Jacob vonFrohnhofen, die nach Neapel gingen (S. 88). Friedrich kam am 2. September nach Venedig und fand einen ehrenvollen Empfang 191 (S. 89), brachte einen reichen Schatz von Reliquien (im ganzen 5005 Nummern; vgl. Seckendorf, Histor. Lutheran. [deutsche Ausgabe], Leipzig 1714, 536—538, Stier, Die Schlofskirche von Wittenb. 1873, S. 6 — 8, Wolfgang Fran- zius, Hist. Erzehlung der beide Heiligthumen nemblich eines so in der Schlofskirche zu Wittenberg im Anfang der Reformation gewesen, Wittenb. 1618; Wittenberger Heilig- thumsbuch illustriert von Lucas Cranach 1509, neu herausgegeben München 1884) mit und kehrte über Bamberg (vgl. Schuchardt 480 f. über den dort ihm bereiteten Empfang) am St. Moritztage (Glafey 129: Ende September; unser Datum [22. September] giebt Conrad Stolle, Thüring. Erfurt. Chronik, S. 180) zurück, worauf er zum Dank für seine glückliche Heimkehr in der heiligen Kreuzkirche zu Torgau eine Nachbildung der heiligen Grabeskapelle errichten liefs (Chron. Torgov. bei Mencken II, 570; Städtechroniken [IV], X, 243, Anmerkung). Ebenso liefs er in Wittenberg durch Lucas Cranach eine Tafel mit allen Städten und Orten malen, welche er auf der Reise berührt, und in der Schlofskirche zu Wittenberg aufhängen, die jedoch während der Belagerung im siebenjährigen Kriege zugrunde ging (Schuchardt 112). Hingegen existiert in der herzoglichen Galerie zu Gotha noch ein Bild, auf welchem der Kurfürst knieend dargestellt ist, rechts von ihm das Pilgerschitf, und über beiden die Stationen der Reise; auf der Rückseite sind die Nürnberger Ketzel als Pilger dargestellt: Heinrich Ketzel 1389, Wolf Ketzel 1493, Georg u. Sebald Ketzel 1498, Michael Ketzel 1503 (Heller, Lucas Cranach 4b—44). Auf die Pilgerfahrt des Kurfürsten beziehen sich folgende zwei interessante Abschnitte aus der Cronaca Veneta des Marino Sanudo (Biblioth. S. Marc. No. 801), welche der Güte des Herrn Camillo So- ranzo zu danken sind. „1493. 11. Aprile. Havendo il Duca di Sassonia Elector dell' Imperio terminato andar in peregrinazo in Hierusalem, mandö ducati 1000 a dispositarli nel banco di Garzoni, e mandö a richiedire una galia a la Signoria quäl 192 lui vol armar a sue spexe. Aveva 300 pelligrini in sua com- pagnia, e cusi li fo concesso, il quäl per amor di Ser Andrea di Garzoni dal Banco fu per li soi electo Patron di la ditta galia Ser Piero Foscolo 9 m Ser Hieronymo suo parente. Et cussi ditto Duca vienne da pelligrin, senza pompa, monto in galia, e ando al suo viazo. 1493. a di 3 Septembrio vine in quista terra con la galia patron Ser Piero Foscolo el Duca — di Saxonia stato in peregrinazo a Jerusalem. II Principe li andö contra con il Bucintoro fino a S. Nicole di Lio, e lo misse di fora per esser Elector del Imperio. Era vestito di beretin (grau!) da peligrin. Alozö alla casa dil Marchixe et non andö a la Signoria, perche venne nova di la morte a Linz dil Imperator et delibero partirle presto et andare in Alemagna. Si vestite di negro et stato tre zorni, si parti senza tuor cambiato da la Signoria, andö a Marghera dovi erano li sue cavalcaturi, et se intese lassö amrnalato in Ehodi il Conte Zorzi quäl poi li moriti" (offenbar ist damit Herzog Christoph von Bayern gemeint); vgl. J. Diarii VII, 192. Einen ganz kurzen Auszug aus diesem Bericht des Marino Sanudo gab bereits Malipiero in Annali Venen" (Archivio storico italiano, Firenze 1843, p. 313 und 315). Im Verzeichnis der Kunst- und Altertümer - Sammlung des Germanischen Museums zu Nürnberg 1856, S. 1 ist eine zur Stammtafel des Ketzelschen Geschlechts gehörige Silhouette mitgeteilt: „ Wolf Ketzels Zug zum heiligen Grabe mit Herzog Friedrich von Sachsen Churfürsten und Herzog Christophen von Bayern" (vgl. Geisheim, S. 10). Inbezug auf den S. 185 genannten Grafen Philipp von Anhalt teilt mir Herr Arcliivrat Professor Kindscher in Zerbst aus dem dortigen Bausarchiv mit, dafs seine Vettern Adolf und Magnus mit ihm dahin sich vergleichen, dafs er im Fall seines Ablebens während der Pilgerreise gewisse Summen aussetze (8. März 1493); durch Urkunden von demselben und folgenden Tage erwarb er einige Gelder für die Beise. Dafs er die J 495 beabsichtigte zweite Pilgerfahrt, von der die Anhalter Chronisten sonst sprechen, wirk- 193 lieh angetreten habe, läfst sich durch archivalische Zeugnisse nicht erhärten. In seinem Entwurf (vom 30. Juni 1500) und dem daraus entstandenen Testamente (24. Juli 1500) erwähnt er ein im Schlosse zu Coswig verwahrtes silbernes Eohr „zu einem Heiligtum, das wir vom heiligen Lande mitgebracht han"; dies Rohr solle mit zwei anderen der Zerb- ster Bartholomäuskirche, jenes „ Heiligtum" aber halb dahin, halb der Coswiger Kirche überwiesen werden. Nach seinem Tode (13. November 1500) erhielt die erstere nur zwei Rohre zu dem „Heiligtum", die letztere das silberne Rohr, welches seine Vettern am 24. Juni 1501 auf 1 Mark und 1 Loth Gewicht (19^ Gulden) taxierten. In Philipps Nachlafs fanden sich (19. November 1500) noch „Zwei Lichte vom heiligen Lande mitgebracht", ferner „Zwei seidene Rückenlaken gebracht vom heiligen Lande", über deren Verbleib nichts festzustellen ist. 1493(b.) Über die Pilgerfahrt des Herzogs Christoph von Bayern besitzen wir aufser einem Gedichte von H. Schneider (RM. 297—-307) drei wichtigere gleichzeitige Quellen, welche Franz Trautmann, Herzog Christoph von Bayern, Frankfurt a. M. 1880, 441—458 aus den c. 1870 durch Brand vernichteten Archivalien des Freiherrn von Aretin auf Schlofs Haidenburg in Niederbayern gerettet, zum Teil aus der Freiherrlich von Ofeleschen Collectio veter. Histor. Bavariae zu München entnommen und abgedruckt hat. 1. In einem Briefe an den Kaufmann Hans Weinmann in Wien vom 30. April 1493 (S. 441—448) meldet Andreas Sluder aus München, dafs Martin Ketzel (S. 441), welcher auf seiner ersten Pilgerfahrt die Entfernungen der Passionsstationen in Jerusalem sorgfältig ausgemessen, aber auf der Heimreise die Mafse verloren hatte, glücklich von einer zweiten Fahrt die neu gewonnenen Distanzen heimgebracht und durch Adam Kraft den Kreuzweg habe vollenden lassen (vgl. das Nähere über diese 1490 fertig gewordene Anlage bei Kamann 7—10), dafs auch der junge Ketzel Georg sich der grofsen Reisegesellschaft des Herzogs Christoph und Kurfürsten von Sachsen angeschlossen habe. Röhricht, Pilgerreise!). 13 194 Das nun (S. 442—443) folgende Teilnehmerverzeichnis weicht von dem unsrigen nicht ab. Von Begleitern des ersteren werden (S. 444) dessen Diener Johannes, Philipp und Lucas Kr an ach genannt („dafs er jeglichen heiligen ort nach notturft vnd wähl der herren auf genauist vnd best aufrifs vnd verzaichnung mache"), sowie Heinrich Primat, welcher für den Fall seiner glücklichen Heimkehr (S. 445) zu Ehren des St. Onuphrius am Thalbrückerthore über dem finstern Bogen ein grofses Gemälde zu stiften gelobt habe (das auch wirklich ausgeführt wurde). 2. Der von der Insel Lissa (28. Mai 1493) vom Herzog nachhause geschriebene Brief (S. 448—449) mit einer kleinen Nachschrift des Kurfürsten enthält nichts von Wichtigkeit. 3. Hingegen schildert das „Bruchstück aus des Herzogs Pilgramsbuch" (S. 450—458) die Erlebnisse von der Landung in Jaffa bis zum 9. Juli. Er meldet, dafs ein Mönch den Kurfürsten in Ramleh durch eine kräftige Arzenei kurierte und am 29. Juni Heinrich von Schaunburg, welcher schon vor einigen Jahren in Jerusalem Ritter des heiligen Grabes geworden war (S. 456) denselben zum Ritter schlug, der fünf von seinen Begleitern dieselbe Würde weiter verlieh. Unter dem 3. Juli erzählt der Herzog ausführlich, wie er den Kurfürsten eine halbe Tagereise von Jerusalem auf der Heimkehr aus den Händen räuberischer Muselmänner durch einige glückliche Steinwürfe und kräftige Schwerthiebe befreite (S. 457—458), aber durch einen kühlen Trunk nach dem hitzigen Gefecht sich das Fieber holte, das selbst der Leibarzt des Kurfürsten nicht zu bannen vermochte; mit schwerem Herzen denkt er daran, dafs er vielleicht in Rhodus Hilfe finden könne, aber dort sei ja der Grofsmeister Graf Rudolf von Werdenberg, dessen Schwester Martha von Abensberg er einst den Gemahl (28. Februar 1485) erschlagen! Mit dem 9. Juli, wo er klagt, dafs er leider durch starken Candierwein und ein darauf folgendes kaltes Bad sein Leiden verschlimmert habe, schliefst das Tagebuch. Was Christoph befürchtet hatte, trat ein; er starb zu Rhodus am 15. August 1493 in den Armen jenes Grafen 195 Rudolf von Werdenberg (Lipowsky, Herzog Christoph, München 1818 73, 128, wo die Hauptquellen citiert sind) und ward allda feierlich begraben (sein Tod und Begräbnis werden romanhaft bei Trautmann S. 459—471 geschildert). Im Testament, das am 16. Mai 1493 niedergeschrieben ist, hatte er für sich und sein Haus eine Wochenmesse nach dem heiligen Kreuz zu Weilheim gestiftet, wo die Kirche 1499 neu gebaut und geweiht wurde (Trautmann S. 492). Über die Trauerfeierlichkeiten in der Heimat und die Hinterlassenschaft des Herzogs meldet Trautmann (493) aus authentischen Quellen: „ Herzog Christophs Trauergottesdienst fand in München in der Liebfrauenkirche statt. — Dann heifst es: „. . . am Tag Cosmae et Damiani hatt Georg zur Landshuet bey der Fürsten von Niderbairn gräb- nuß zu Seldenthal (Sehgenthal) hertzog Christoffen besingen lassen vnd ist selbst dabey gewesen vnd hat die 3 Ambt zur yedem 2 sexer geoppfert vnd zur dem letzten 20 Mofs wein vnd so viel Zwaiersemmel. Die Amt sungen 3 gejnfelte Aebbt, die haben zue Hof gefsen vnd jedem Laienprister gab man für mefs vnd vigil XV" Pfennig".... Zu Ehodus hinterliefs Christoph: 1) 2 geringe goldne Ketten mit Kreuz, ein Kreuz mit Perlen nnd Hyacinthen, 3 Dukaten werth und 5 Ringe; auf einem war als Vignette Christophs Wappen, auf dem zweiten war ein Diamant, 3 Dukaten wert, der dritte war mit einem Rubin geziert, darauf Buchstaben standen, 3 Dukaten wert, auf dem vierten war ein Türkis, 1 Dukaten wert, der fünfte war klein ohne Zier. Alle zusammen wogen 3 Unzen Gold. 2) 320 Venetianer Dukaten bar in Gold. Davon waren zu bezahlen für Trauerkleider: 62 Dukaten, Apotheker 16 Dukaten, Lichtgeld, Almosen etc. 26 Dukaten, Gewand (der Leiche) 10 Rhod. Gulden, Kleidstücke (noch zu Lebzeiten) 4 Dukaten, Herstellung eines Marmordenkmals mit liegender gewappneter Figura 42 Dukaten, Messe in der Marienkirche 5 Marcellen, das Notariatsinstrument selbst 1 Dukaten 3^ Marcellen. Das übrige wurde Christophs Kämmerer Johann Milbing zur weiteren Verwendung zur Heimreise 13* 196 und beziehungsweise Auslieferung an Herzog Albert überantwortet. Als Zeugen bei der Verhandlung unterschrieben sich: Eaffaelo Richa, mercatore Januensis, Moisi Mas- simi, Venetiano, Lionardo Prensi, mercato Florentino, Hans Heggens, Ritter von Rhodus und Frere Pierre de Dindivile als Vertreter des Kardinals Peter Stolz (von Bickelheim), Franciseus Giberti, Notaiius, artium Magister. (Freih. von Oel'elesche Collectio). (S. 494) „ Das von Rhodus zurückgebrachte Schwert Herzog Christophs diente zu München noch beim Ritterfest des heiligen Georg als Zeremonienschwert; Griff und Scheide sind von Silber. Auf der Parierstange und Scheide sind Laub Verzierungen von mattem Silber auf blank silbernem Grunde, am Griff sind Rubinen mit goldener Fassung. — Der Griff des Schwertes hatte 11' 2" Länge, der Klinge 3 Seh. 3' (abgebildet in Dr. H. von Hefner-Alteneck, Trachten des christlichen Mittelalters). Inbetreff des Herzog Christoph bestimmten Marmordenkmals schrieb Herzog Albrecht 1495 an den damaligen Grofsmeister von Rhodus, „Kardinal" (d. i. Peter Stolz von Bickelheim) Petrus: „Er möge die Herstellung, wenn noch nicht geschehen, würdig ins Werk setzen." Die Antwort besagte: „ Es sei schon gesetzt " —, und es folgte eine bildliche Andeutung desselben , welche Christoph gerüstet, mit gefalteten Händen, unter einem Rundbogen liegend zeigt. Die Urschrift des Briefes Albrechts, der Brief des Grofsmeisters und die Zeichnung befinden sich in der Collectio Freiherr von Oefele." 1493 (c.) Heinrich von Zedlitz brach am 1. April von Liegnitz auf mit seinem Diener Christoph List aus Liegnitz und reiste über Trautenau, Brunn, Wien, Semme- ring nach Conegliano, wo er den Kurfürsten Friedrich von Sachsen, Herzog Christoph von Bayern und den Pfalzgrafen vom Rhein traf, von da nach Venedig, wo ihn Albrecht Hin gel umherführte. Er schlofs sich jener grofsen Reise- 197 gesellschaft an, die im ganzen 185 Köpfe, darunter auch Engländer und Franzosen, gezählt haben soll, und nennt viele neue Namen. Aufser der Gesellschaft des Kurfürsten Friedrich werden noch fünf andere erwähnt. Zu der ersten oder böhmischen Gesellschaft gehörten: Johannes von (Lobkowitz und) Hassenstein (von ihm existiert eine besondere Reisebeschreibung; vgl. Tobler, Bibliogr. S. 60), Graf Wolf von Ortenberg (dessen Pilgerfahrt Huschberg, Geschichte des Hauses 0. 1828, 304—307 nicht kennt), Getrzich (Dietrich; er war der Gefährte des J. von Lobkowitz nach Dobrowsky, Gesch. d. böhm. Sprache 1818, 277) von Guttenstein, Hans Lentil Obernizke, Jan Wmlade, Nickel Geys, Friedrich von Reitzenstein, Heinz von Rebiz, Caspar Caplar, Rudolf von Pla- nitz, Georg von Czebitz, Christoph List und Heinrich von Zedlitz. Zur zweiten Gesellschaft gehörten: Graf Philipp von Waldeck, Erzschenk Friedrich von Simbach, Georg von Folbergk, Wolf von Guttenstein, Johann von Hobistet (Obitetz?), Sigmund von Thüngen, Georg Troyzes, Hans Georg von Abrss- berger (Abramsberg oder Absberg??), Heinrich Teichaussir, Wilhelm Wassilir. Die dritte Gesellschaft hatte folgende Teilnehmer: Graf Botho von Stolberg (Jacobs in der Zeitschr. für die Geschichte des Harzes 1868, 175, wonach Botho am 16. April von Stolberg abreiste und 1494 am 9. Februar wieder zurückkehrte [vgl. von Mülverstedt, Reg. Stolbergica 744, No. 2204]; Botho ging also, was bis jetzt unbekannt war, in dieser Zeit nach " dem heiligen Lande; vgl Jacobs 192f. und Hübner ebenda 1870, 1016—1019), Hans von Stadia (Stadion?), Siegmund Fuchs und Georg Wurm. Ans der vierten und fünften Gesellschaft werden noch genannt: Christoph von Kornfeld, Rudolf von Hornfeld, Friedrich Mantener, Ritter, Dietrich von Sparnöck, Wilhelm von Afferbach, Christoph Polenz, Ritter, Thomas Schwann. Mit allen diesen ging Zedlitz nach dem heiligen Lande und kehrte nach Venedig zurück, von wo aus er 198 über Beuzeldorf, Salzburg. Passau, Trautenau wieder nach Liegnitz zurückkehrte. Der Inhalt der Pilgerschrift bietet sonst manches Neue; sie ist handschriftlich, leider nur in einer sehr späten Kopie, vorhanden in der Fürstlich Plessischen Bibliothek zu Fürstenstein (Mscr. 8° 8°) aus welcher der Herausgeber dem Herrn Grafen P. Riant eine Abschrift besorgte; eine andere Handschrift ist in d. Stadtbibliothek zu Breslau. Wie mir Herr Wilhelm Freiherr von Zedlitz aus Her- mannswaldau bei Schönau gütigst mitteilt, befindet sich noch in Neukirch ein Lederkrug mit schöner Seidenstickerei, den unser Pilger aui der Reise gebraucht haben soll. „Der letztere ist 1510 Mittwoch nach Fronenleichnamstage gestorben und lieget zu Strigaw vor dem Gegitter des hohen Altars begraben", schreibt in einer handschriftlichen Chronik Joachim von Spiller (1663), welcher auch erwähnt, dafs er das Original-Reisebuch unseres Heinrich von Z. „bei wey- landt Herrn Dietrichen von Zedlitz alfs des Herrn Ritters Prongnote oder Sohnes Sohnes Sohne gesehen, oft in Händen gehabt und viel daraufs gelesen". — „Die wahre Abschrift aber vom ganzen Reisebuche habe ich in meynen Händen." 1493 (e.) Im diesem Jahre wird Felix Grebel aus Zürich in Jerusalem Ritter (C. Keller, Die Familie Grebel, Frauenfeld 1886, 26). L. Im folgenden Jahre (1494) [pilgerte Johann Freitag aus Düsseldorf, Prior der Karmeliter in Strafsburg, dessen Pilgerfahrt in einem (1879 bei der Belagerung untergegangenen) Manuskript in Strafsburg (4° 506 Blätter) erhalten war, wie die Analyse d'un pelerinage a Jerusalem entrepris par Seb. Schach, Colmar 1846, 29 (vgl. sonst auch Strobel, Gesch. des Elsasses III, 410) erwähnt; ein anderes Manuskript liegt in Brüssel (No. 8771, 4° lat.). 1495(a.) Herzog Alexander, Pfalzgraf bei Rhein, in dessen Gefolge Schweighard von Sickingen (vgl. Ullmann, Franz von Sickingen 10f.), Stephan von Veningen, Heinrich von Schwarzenburg und Junker Karl Bofs von Waldeck genannt werden (S. 43a und 199 44a), brach mit seinem Schwager, dem Grafen Johannes Ludwig von Nassau am 31. März 1495 von Saarbrücken auf; sie erreichten über Nancy, wo Hans Krantz und der Graf Oswald von Leiningen im Namen des Königs beider Sicilien sie begrüfste, Basel, Zürich, Maria-Einsiedeln, Feldkirch, Meran, Trient am 24. April Venedig (S. 30 a bis 32a). Die Zahl der Pilger, welche am 3. Juli von hier absegelten, betrug 45, unter denen auch der Bischof Anton von Terouanne (S. 34a—35) mit seinem Sekretär Philipp sich befand (S. 43 a). Auf Candia traf Alexander den aus Ulm stammenden P. Cherubin, der lange Zeit Guardian in Bethlehem gewesen war (S. 37), auf Rhodus Nikolaus Stoltz, Statthalter der Grofs-Balley, und mehrere deutsche Bitter, unter denen Konrad von Schwalbach genannt wird (S. 37—38); am 20. August kamen die Pilger nach Jaffa, am 27. August nach Jerusalem (S. 38), wo am 31. August Alexander, Sickingen, Veningen, Schwarzenburg und Nassau durch Johann von Preufsen den Ritterschlag empfingen (S. 40 a). Am 10. September verliefs Alexander wieder Jerusalem (S. 41a), mufste aber in Ramleh, durch einen deutschen Juden, der von Modon bis Jaffa auf dem Pilgerschiff mitgefahren war, seines Inkognitos beraubt, mit seinen Begleitern starken Tribut an den Sandjak bezahlen (S. 42 a). Am 17. September segelten die Pilger ab, von denen am 21. September der Bischof von Terouanne starb und in Saünes in der St. Lazaruskirche beigesetzt ward (S. 42 a—43 a). Auf Rhodus wurde Alexander durch den Grofsprior des Ordens in Deutschland, Graf Rudolf von Werdenberg' (vgl. von Vanotti, Die Grafen v. Montfort u. Werdenberg 422; Herquet im Wochenblatt d. Johanniter-Ordensballey Brandenburg 1881, 10), die Grofsprioren von England und Navarra (6. Oktober) ehrenvoll aufgenommen (S. 43 a —44) und übernahm hier Patenstelle für Margarethe, eine durch den deutschen Büchsenmeister Paul getaufte Mohrin (S. 44). Auf Candia schlössen sich Hans von Thüngen, Siegmund von Sattelberg, Wilhelm 200 von Paulsdorf', Poppo von Engeritze und zwei Khodiser an (S. 45 a), in Modon trafen sie den deutschen Büchsenmeister Peter (S. 46). Am 18. Dezember kam Alexander nach Venedig (S. 46 a), am 16. Januar 1496 (über Trient, Meran, Ehrenberg, Nesselwang, Kempten) in seine Heimat (S. 47), wo er zum Andenken an seine glückliche Rückkehr die Alexanderkirche zu Zweibrücken erbauen liefs (Phil. Heinz, Die Alexanderkirche in Zweibrücken 1817; J. G. Lehmann, Gesch. des Herzogtums Zweibrücken, München 1867, 222). Die Reisebeschreibung erschien im Reyfsbuch 1584, S. 30 a—47; aus der wieder ein Auszug erschien in „ Das heilige Land" 1863, 159—175; sonst vgl. über seine Wallfahrt auch die kurzen Notizen in J. M. Krerner, Origg. Nass. H, 427 f.; Waltz, Die Flersheimer Chronik, Leipzig 1874, XI u. 81. 1495(b.) Wolf von Zu Inhart aus Augsburg bricht mit Georg von Augsburg am 26. März von Hause auf und trifft in Venedig mit Herzog Alexander, dem Grafen Johannes von Nassau (Annal. des Vereins für Nassausche Altertumskunde 1886, XIX, 62), Gregor von Paulsdorf und Siegmund von Sattelberg zusammen, mufs aber wegen Krankheit, während die übrigen Pilger absegeln, zwei Monate in Venedig zurückbleiben. Erst am 3. August segelt er mit dem Grofsprior der Johanniter, dem Grafen Rudolf von Werdenberg, Heinz von Schwagen und einem Herrn von Klingenberg ab. Nachdem W. zum Ritter des heiligen Grabes geschlagen worden, verläfst er am 6. Oktober Jerusalem, besucht den Sinai und Cairo, von wo er am 7. Dezember wieder absegelt und über Alexandria, Rhodus Konstantinopel erreicht; am 27. April 1496 tritt er seine Rückreise nach Venedig an. Einen ausführlicheren Auszug seiner Reisebeschreibung siehe bei RM. 308—314. 1496. Peter Rindfleisch aus Breslau, dessen Bruder Johann bereits 1481 zum Ritter des heiligen Grabes geschlagen worden war, brach am 5. April von Hause auf 201 und erreichte über Nürnberg am 22. Mai Venedig, am 14. Juli Jaffa. Auf der Rückreise, in Candia, starb von den Mitreisenden ein Domherr aus Naumburg a. S. Am 24. Oktober kam R. wieder glücklich nach Venedig und unternahm im Jahre 1506 eine zweite Pilgerfahrt nach Santiago. Den Text der Reisebeschreibung siehe bsi RM. 315— 348. 1496—1499. Arnold von Harff (Arff, aus dem Jü- lichschen) brach, 25 Jahr alt, am 7. November 1496 auf, und ging in Begleitung von zwei Kölner Kaufleuten über Speier, Göppingen, Ulm, Memmingen, Kempten, Ehrenberg, Nassereit, Landeck, Meran, Trient, Verona nach Florenz (S. 4—11), von da (Beschreibung der Stadt S. 11) über Siena nach Rom (Beschreibung der Stadt S. 14—35; über Papst Alexander VI. vgl. S. 35f.), wo er bei Andreas Barberer zur Herberge lag (S. 33) und einen guten Freund an Dr. Johannes Payll, Propst aus Wassenberg, fand (S. 14), durch dessen Vermittelung er der Feier des grünen Donnerstages im St. Peter (S. 31) und der Fufs- waschung beiwohnen durfte (S. 32), auch mit dem Junker von Mors und dem Herrn von Groy päpstliche Geleits- leitsbriefe erhielt (S. 33). Von Rom ging er über Spoleto, Foligno, wo ihm „der Venusberg" gezeigt wurde (S. 37) nach Ravenna, wo ein Aachener ihn freundlich aufnahm, und Venedig. Hier wohnte er im Deutschen Hause „in Anthoni Paffendorps Kamer, der yetzunt zo Coelne hynder synt Marijen woenhafftich is" (S. 41); er segelte ab am 5. Februar 1497 (S. 59) mit einem Schiffe, dessen Büchsenmeister aus St. Trond stammte (S. 62). In Modon traf er einen anderen deutschen Büchsenmeister Peter (S. 67), in Cairo zwei deutsche Mameluken: Konrad aus Basel und einen aus Danzig (S. 86), die ihn herumführten und im Auftrage ihres Sultans an den Hof brachten, wo er wegen der Kreuzzugsrüstungen Karls VIII. von Frankreich ausgefragt wurde (S. 86 f.). Von Cairo (Kontrakt mit dem Kameeltreiber S. 115 f.) reiste er nach dem Sinai 202 (S. 114—118), von da nach Berenice und mit genuesischen Kaufleuten nach Mekka, wo er in der Kaaba Eintritt gefunden haben will (S. 133). Weiter erzählt der Reisende von dem fabelhaften Königreich Saba (S. 135) und der Seefahrt bisKangerain der Nähe des „Magnetberges" (S. 135) und des Amazonenlandes (vgl. Strabo XI, 5), von den Thomaschristen (S. 138 f.), vom Priester Johannes (S. 140f.), von der Handelsstadt Kangera an der Küste Malabar (S. 140) und dem Königreich Lack (S. 144). Von Indien gelangt der Pilger nach Madagaskar (S. 145—147), in dessen Nähe er eine Meeresströmung findet (S. 148), dann nach Phasgar, Gamma, besteigt das Mondgebirge bei Ko- balhar (S. 149) und findet die Nilquellen (S. 150)!! Weiter will er über Leuma, Hiere, Gargisa, Poro nach Aschnachua gekommen sein, zur See nach Zabarach in Aethiopien (S. 151), das er durchreist (S. 152-—155), dann zurück nach Cairo. Von da geht er über Gaza, wo er drei Wochen eingesperrt wird (S. 159), nach Jerusalem, wird hier durch einen deutschen Mönch aus St. Trond herumgeführt (S. 165, 182), durch Johann von Preufsen, Pitter de8 heiligen Grabes (S. 173), zieht nach Damaskus (S. 195— 197), dann durch Kleinasien (S. 198—203) nach Konstantinopel (S. 203 — 204), wo er einen deutschen Renegaten Franz Kassan aus Brafsberg in Steiermark trifft (S. 204), von da über Pesth nach Venedig (S. 210—214), dann nach Mailand, Turin, durch ganz Südfrankreich (S. 216 — 224) nach Santiago, zurück nach Paris (S. 224—244), wo er den Herzog Engelbert von Cleve trifft und vom Könige den Ritterschlag empfängt (S. 245); endlich kehrt er über Cambray am 10. November 1499 wieder heim nach Cöln (S. 250). Seine Reisebeschreibung gab von Groote, Cöln 1860, heraus (darin das Itinerar S. 2 f., 250—251 und Wörterverzeichnisse: S. 64—65 slovenisch, S. 65 albanesisch, S. 75 f. griechisch, S. 111—113 arabisch, S. 188 f. hebräisch, S. 209 f. türkisch, S. 212 f. ungarisch, S. 227 baskisch, S. 240 f. bretonisch). Über den geographischen Wert des Berichtes vgl. 203 Korth in der Zeitschr. d. Aachener Geschichtsvereins 1883, V, 191—219 u. 1884, VI, 339—340. 1497(a.) Herzog Bogislaus X. von Pommern brach am 16. Dezember 1496 mit einem starken Gefolge (300 Mann zu Pferde unter dem Reisemarschall Werner von Schulenburg und sechs Rittmeistern) von Stettin auf (Dalmar in Kantzows Pommerania, herausgegeben von Kosegarten 1817, II, S. 226 ff), ging über Nürnberg (vgl. über seinen Aufenthalt daselbst v. Hormayr, Taschenbuch für vaterl. Geschichte 1834, 241), Worms (24. Februar 1497), von wo er den grösten Teil seines Gefolges entliefs (S. 229), nach Innsbruck, wo er am 6. April ankam und noch mehrere Edelleute sich ihm anschlössen. Er empfing hier die Erlaubnis des Kaisers zum Antritt seiner Pilgerreise (S. 229) und traf unter anderen auch die Herzöge Friedrich und Johann von Sachsen, sowie den Herzog Erich von Braunschweig an (Klempin, Diplomatische Beiträge zur Geschichte Pommerns aus der Zeit Bogislaus X., Berlin 1859, 539, wo bis Seite 541 die Briefe des Herzogs von seiner Wallfahrt an seine Gemahlin abgedruckt sind; einen Brief des Herzogs an die Signoria von Florenz (Viterbo 1498) siehe in Baltisch. Stud. XXXIII, 360f.). Am 25. April in Venedig angelangt (Kantzow 229), schlofs er am folgenden Tage mit dem Rheder einen Kontrakt, unter welchem unterschrieben sind (Klempin 544—45): Frat. Georgius Boguslaus (d. h. der Herzog), Christoph Palentzig, Degener Bugenhagen, Erbmarschall des Landes (vgl. Jänig 40, No. 82), Martin Caritt (Domprobst von Kamin; vgl. Kantzow 225), Doringer Ramele, Peter Podewils, Michael Podewils (Kantzow 229 nennt noch als Teilnehmer Kurt Krackewitz), Joachim Jordan, Sigis- mund Barfus, Arndt Ramele, Valentin Doer- knecht (Medicus), Ewald von der Osten, Erbmarschall in Pommern, Curt Flemming, Otto von Wedel, Achim von Dewitz, Dietrich von Mandelsloh, Wolfbrand Bück, Christoph Palentzky, Hans Mcy (?), Peter Sachsenburg (aus Stettin, der bei Ram- 204 leh starb und begraben ward; Kantzow 242), Pari dam Brunschwik, Hans Moire, Christoph von Wolkenstein, Hans Schutt (oder Stutt), Ewert Farwer, Keinhold Feltstede, Peter Bonis, Curth Manth, AntoniusHap, Johannes Moller, Fritz Jacob von oder am Weiler, Ludwig von Helmsdorf, Thomas de Zcoch, Stanislaus de Alberti, Andreas La- nyntily, Johannes Lanx, Georg von Gutteastein, Johannes Raubiol, Balthasar Pezinger, Johannes de Bruna (unter einem anderen Kontrakte sind die deutschen Pilger genannt: Johannes Turff, Johannes Nogner, Johannes Medten, S. 545). Der Herzog erhält die Erlaubnis zu seiner Pilgerfahrt in Padua (Kantzow 230; vgl. oben S. 40), nimmt als Arzt den Laurentius Pascasii mit sich und segelt am 14. Mai ab (S. 230); am 30. Juni trifft er in Modon ein (S. 231). Dicht dabei wird das Pilgerschiff von Corsaren angegriffen, weil der Patron vor dem unbekannten Hauptschiff, dessen Kapitän trotz wiederholter Aufforderung seinen Namen nicht sagen will, die Segel nicht einzieht (Kantzow 231; Schürpf 195 —197 in: Der Geschichtsfreund, Einsiedeln 1852 der sich mit auf dem Schiffe befand und über den Kampf als Augenzeuge berichtet; Julius Müller, Venetianische Aktenstücke zur Reise des Herzogs Bog. nach Jerusalem in den Balt. Studien XXIX, 1879, Separatabdruck S. 44 ff., 72—74; vgl. auch den Bericht Bembos in Histor. Venet. Argentor. 1611, 131 bei Barthold IV A, 522—523). In einem wütenden Kampfe (vgl. die verschiedenen Angaben darüber, zusammengestellt bei Barthold IVA, 5)0—512; über den Ort des Kampfes vgl. Conrady 285) verteidigt sich der Herzog mit einem Bratspiefse, durch Christoph Polintzki (welcher fallt, und dem zu Ehren auf der Heimkehr in Venedig ein Seelenamt gehalten wird; Jul. Müller 58), Peter Podewilsund Valentin von Nürnberg gedeckt (Kantzow 232 — 235); zurückgetrieben schiefsen die Türken das Schifi in Brand, lassen aber infolge einer Unterhandlung mit dem Patron und vielleicht einer Bestechung durch pommersches Geld 205 (vgl. Jul. Müller, 93—97) von dem weiteren Kampfe ab und zwingen den Patron zu einer schriftlichen Erklärung, dafs die Schuld am Kampfe der Patron wegen verweigerter Segeleinziehung und unterbliebener Deklaration des Schiffes als Pilgerschiff habe (Schürpf 198f.), und schleppen die stark beschädigte Galee bis in die Nähe von Candia (l. Juli; vgl. Kantzow 235—239; Jul. Müller, S. 43), wo Christoph Polintzki, Hans Knut von Danzig und ein Steuermann mit vier anderen Gefallenen am 2. Juli begraben werden (Kantzow 240 f.). Am 25. Juli trafen die Pilger in Cypern ein, am 3. August in Jaffa (Kantzow 241; in Eamleh starb Antonius, ein Priester aus Mainz am 21. August in Jerusalem nach Schürpf 208). In der Nacht des 25. zum 26. August schlug Johannes von Preufsen, der Guardian vom Berge Zion, den Herzog Bogislaus zum Ritter des heiligen Grabes (Schürpf 229 ; Kantzow 242) und dieser dann die meisten seines Gefolges (26, nach Schürpf 229 ; Kantzow 243 nennt: Degener Buggcnhagen, Curt Flemming, Karsten Borck, Achim von Dewitz, Ewald von der Osten, Otto von Wedel, Curt Krackewitz, Peder Pode- wils, Dornik Ramele, „welche hernach den Stand geführet haben", ferner: Michael Podewils, Achim Werich, Siegmund Barvot, Arndt Ramele, „die doch den ritterstand nicht gefüret haben"), ferner auch: Christoph Wallestein, Fritz Jakob von und aus Weiler, Ludwig von Helmsdorf, alle aus Osterreich, Georg von Guttenstein, Balthasar Petzinger aus Böhmen, Thomas de Zcoch (oder Zecha), Stanislaus de Ablent aus Ungarn, Dietrich von Mandelsloh, Wolfrund Bück aus Braunschweig zu Rittern (Kantzow 243). Nachdem er das Kloster vom Berge Zion mit hundert Dukaten beschenkt und alle Jahre zehn Dukaten regel- mäfsig zu spenden versprochen, brach er schnell von Jerusalem auf (30. August) aus Furcht, dafs ihn ein aus Pommern vertriebener Jude aus Rache verraten werde, was dieser auch dem Herrn von Nablus vergeblich versuchte 206 (Kantzow 244—245; Schürpff 236; vgl. oben S. 62), segelte am 3. September ab (Schürpff 239), und gelangte glücklich nach Cypern, wo sein Kaplan Lorenz Buch holz starb und auf dem St. Petrikirchhof beerdigt wurde (Kantzow 245). In Rhodus (29. September) fand er seine verwundet zurückgelassenen Reisegefährten wieder; ein reicher Bürger gab ihm seinen Sohn Konstantin mit, der auch wirklich nach Pommern den Herzog begleitete und dort unter dem Namen der Greck in Wolgast lebte (Kantzow 246). In Modon bewirtete er seine Mitpilger, darunter sich auch viele aus Danzig befanden, aufs prächtigste (S. 247); am 18. November kam er nach Venedig, wo er mit grofsen Ehren empfangen und auch sein Kampf mit den Corsaren theatralisch dargestellt wurde (Kantzow 248 ff.; Jul. Müller, S. 58—60; Ludwig Tschudi, S. 67, hörte noch 1519 auf seiner Fahrt von jenem Kampfe erzählen). Von Venedig aus ging er nach Kom, wohin ihm Herzog Erich von Br.-Grubenhagen, der deutsche Gesandte, mit vielen deutschen Herren das Ehrengeleit gaben (31. Dezember 1497; vgl. Klempin 541; Barthold IVA, 525—527); auch der Papst empfing und beschenkte ihn (Kantzow 252—257; zum Aufenthalt hier- selbst vgl. Jaenig 39 No. 80: 18. Jan. 1498). Von da ging er über Siena, Florenz, Bologna, wo ihm die deutschen Studenten feierlich entgegenzogen, und Verona nach Innsbruck (Kantzow 257—260), wo er turnierte; am 11. April 1498 kam er nach Gartz, am folgenden Tage nach Stettin (Kantzow 265f.), wo er in ehrenvollem Pomp eingeholt wurde. Zum Andenken an seine glückliche Heimkehr, welche zunächst durch ein Tedeum gefeiert wurde, schaffte er, infolge eines auf der Fahrt abgelegten Gelübdes, das Strandrecht ab (Kantzow 243 f.), schenkte den Herzogshut und das goldene Schwert, welches ihm der Papst verehrt hatte (und das in der königlichen Kunstkammer zu Berlin sich befindet), sowie auch das goldene Gewand, das ihm der Kaiser geschenkt, mit vielen Heiligtümern der Ottenkirche zu Stettin, wo er auch seinen Kampf mit den Corsaren ab- 207 malen liefs (Kantzow 268; Barthold IV A, 534; ein anderes Bild wird aus der Diebold-Schillingschen Chronik bei Schürpff 191 Note 1 erwähnt). An der Stelle dieser Kirche, welche 1575 abgerissen wurde, erhob sich die neue Schlofs- kirche, aber jenes bildliche Andenken soll dort wieder aufgefrischt sein, wie man auch im Schlosse zu Wolgast noch Tapeten mit bezüglichen Bildern zeigt. Aufserdem liefs Bogislaus in Wolgast noch die Gertrudkirche erbauen (Anonymus, Des Herzogs B. X. von Pommern Pilgerreise nach d. gelobten Lande, Berlin 1859, S. 16, 18, 19; Barthold, Gesch. von Pommern IV A, 498—535). Sonst vgl. Tobler, Bibliogr. geogr. Pal. 61 — 62; Neueste Nachrichten aus d. Morgenl. 1881, XXV, 129-137; Der Bär 1887 No. 28—30. 1497(1).) Hans Schürpff, Rat von Luzern, reiste von Hause am 1. April mit Hans Wagner Vennrich aus Schwyz und Johann von Meggen ab und ging über den Arlberg und Trient nach Venedig (S. 184), von wo er mit dem Herzog Bogislaiis X. von Pommern nach dem heiligen Lande abfuhr (S. 195 ff.). In Candia starb Joh. von Meggen (S. 199), in Ramleh ein Domherr aus Mainz (S. 207); in Jerusalem ward er Ritter des heiligen Grabes (S. 229). Auf der Heimkehr blieben in Rho- dus krank zurück: ein Herr von Wolkenstein ob der Etsch, zwei andere Ritter und ein Priester aus Mainz (S. 240). Er kehrte über Otranto, Bari, Rom, Loretto, Venedig glücklich wieder heim (S. 248 f.). Seine Reisebeschreibung erschien im Schweiz. Geschichtsfreund, Einsiedeln 1852, VIII, 182—249. 1497(c.) „Iasperus de Bockwolde, nobilis provincie Holtsacie, ex Hyerosolyma (ubi factus miles sive eques auratus) rediens in civitate Viterbiensi a latronibus circum- ventus ac letaliter vulneratus Rome obiit in XVII domo Hospitalis die 3 Marzii hora 19 anno D. 1497 et sepultus in hospitali nostro sepulturaqixe ejus lapide fuit marmoreo decorata. Jussit in testamento Detleum fratrem ac suum haeredern dicto Hospitali ducata auri in domo de camera viginti in eleemosynam (persolvere) pro anima sua." (Jaenig, 208 Liber confraternitatis B. Marie de Anima Teutonicorum Romae 1875, 273.) 1498. Im Jahre 1498 pilgerte Herzog Heinrich von Sachsen, dessen Eeise einer seiner Begleiter, Stephan Baumgartner (vgl. über das Geschlecht Will II, 321 ff.), beschrieben hat (Handschr. des German. Museums zu Nürnberg No. 369, 4°, 38 Blätter, davon 27 Bl. Text, 8 Bl. mit Abbildungen; auf dem Tittelblatte befinden sich drei Wappen mit dem fünffachen Kreuz von Jerusalem); einige, aber nur unbedeutende, Notizen finden sich darüber auch in: Glafey, Kern der Geschichte Sachsens, 4. Auflage, Nürnberg 1753, S. 107—109, aus dem Tagebuch des Bernhard Freydinger; vgl. auch Mencius No. V, S. 78—101; Mergenthai 0- 4 setzt fälschlich die Wallfahrt in das Jahr 1506, in welchem der Herzog nach Santiago ging. Nachdem der Fürst für den Auszug sich hatte das Horoskop stellen lassen, bricht er Sonnabend nach Lätare (31. März) auf (Glafey 108) und erreicht glücklich Venedig, das er und seine Begleiter am 21. Juni verlassen. In der Nähe von Modon erhalten sie die Nachricht, dafs ein türkisches Geschwader von sechszehn Schiffen in der Nähe kreuze, aber unter dem Schutze von drei venetianischen Begleitschiffen fahren sie ruhig weiter. Am 6. Juli kommen sie in die Gegend, wo man vor einem Jahre den Herzog Bogislaus von Pommern überfallen und ihm viel Schaden zugefügt hatte (vgl. oben S. 204). In der Nähe von Rho- dus segeln sie an einer Stadt vorüber, (Langossa ?), welche vor vier Jahren durch das Meer zum gröfsten Teil unterspült und untergegangen war. Am 21. Juli gelangen sie nach Rhodus, am 28. Juli nach Cypern, am 31. Juli nach Jaffa, wo sie vierzehn Tage auf das Geleit warten müssen, sodafs sie erst am 18. August in Jerusalem ankommen, wo folgende Pilger zu Rittern des heiligen Grabes geschlagen werden: Dietrich von Schleywitz, Ando Galia zu Walana, Steffan von Gundelfingen, Ganian Mausiedeo, Johann von Frenaho, Ratzloff Herr Berssgossgi, Johann Jorin (p?) von Mailand, 209 Heinrich von Jonima, Paul Boefs von Waldeck, Claudi von Darnaho, Georg von Andila, Seu- friedt von Lüttich, Lorentz Piellsse, Augustin von Grabendo, Konrad Züllhart, Andreas Pflug, Kaspar Wintzerer, Rudolf von Bünau, Sebastian von Ipenburg (?), Georg von Schleinitz, Kaspar Boefs, Johann von Leuendal, Cestir de Wochy, Otto Pflug, Hans Serenteiner, Günther von Bünau (Glafey 107), Kersten von Weydenbach, Johann Torantt, Hanns Löesser, Michel Unger, Hisickh Khassel, Hirsickh Zanisy, Christoph von Bernstein (Glaffey 108, wo noch ein Grensing genannt wird, der auf der Reise gestorben sei), Thomas Pflug, Georg Ketzel, Sebald Ketzel (vgl. oben S. 172), Stephan Baumgartner, Martin Khress, Ulrich Schütz, Christoph Löffelholz, Eustachius Riet er (vgl. oben S. 172; Will HL 351; Das Reisebuch d. Familie Rieter 2). Der Aufbruch erfolgt am 23. August. In Jaffa lassen die Türken nur die Mönche und alten Pilger in das zur Abfahrt bereit liegende Schiff anfangs einsteigen und treiben die übrigen sechzig Pilger, darunter den Herzog, in den alten Pilgerchan zurück (wahrscheinlich weil der Herzog durch Zigeuner seines Inkognitos beraubt worden war, worauf sich Freydinger bei Glaffey, 108, deutlich bezieht, und man ihm einen starken Tribut abpressen wollte), bis sie diese nach zwei Stunden infolge reichlicher Geschenke endlich auch freilassen. Die Rückreise erfolgte ohne Störung; am 19. Oktober landeten die Pilger wieder in Venedig. Über die Anwesenheit des Herzogs Heinrich von Sachsen in Venedig teilt Herr Camillo Soranzo aus den Diarii des Marino Sanudo (I, Teil 2, S. 52) Nachstehendes mit: „12. mäi 1498. Vene in quista terra alcuni Signori Alemanni tra li quäl un nepote dil Duca di Saxonia et Domino Zorzi da Torre (Thurn!) et altri pelegrini per andar in Jerusalem, et perche Alvise Zorzi dil quäl era la galia dil Zaffo erra rimasto Providitor a Gradischa ne voleva far quel viazo questo anno, dicti peligrini li volevano far bei Köhricht, Pilgerreisen. 14 210 partido arciö andasse, siehe sta su queste pratiche. Loro volevano dar ducati 70 per testa, lui voleva 80 et andoria et non andarve al Rezimento quello sark serivico". Glafey (Kern der sächs. Gesch.) 108 schreibt, dafs Herzog Heinrich am heiligen Dreikönigstage ein solennes Diner hielt, und fährt fort: „Wenn dann die Mahlzeit aus war et omnes bene poti eramus, so hub man an das Responsorium: Illuminare Jerusalem! mit heller Stimme zu singen; das war dem Fürsten eine sonderliche Freude, sang auch mit und schrie wohl sehre als ein anderer, und solch Gesang gab auch Ursach, dafs er gemeiniglich von Jerusalem anhub zu reden, wie er sampt anderen auf den Eseln geritten und das Responsorium gesungen hätte." Auf die Pilgerfahrt des Herzogs Heinrich von Sachsen beziehen sich auch folgende Aktenstücke, welche die Direktion des königl. Sächsischen Hauptarchivs zu Dresden gütigst in Abschrift übersandte; dieselben gehen der von Bernhard Freydinger verfaisten Reise- und Lebensbeschreibung des Herzogs (Loc. 10289) voraus. (Blatt 1): „Electio peregrinationis et Itineris. Auff den tag Sancti Ambrosii confessoris, das ist an der nechsten Mitwochenn nach dem Sontag Judica (4. April) sal man auss der wonung als auss dem Slosse ausszcyhen, So es XII stehet an eynem rechten horologium ad der eynem Compass das wist zun mittag gerade adder eyn firtel stunde davor seyn und fürt dye Reysse mit gots hulffe volenden. Gnediger herre ap ewer gnade adder ewer gnaden bruder auff Missen wunde zcyhen wolt ich mit ewer gnaden etwas des handeis heymlich reden. (Blatt 2): Zcw wissen das eyn Ausszcugk auff Sonn- abent nach letare (31. März) zwischen XI und XII stunde ist geschehen zcwm heiigen lande und Zcwneigung dae doch nicht gewiss ist zcw halden ist disse bedawtung. Von der behawsung biss auff mittelwege gein Jherusalem von der behawssung nehme ich abe das mag sey zigen von venedige inn eyner innseln als dye wissen dye diss derfarung haben darnach nicht weyt von dem mittelmecht eyn besorgniss 211 kommen adder eyn cleyne swachung des leybes adder susten uDgefelle diss wird doch nicht schaden adder villeicht ge- witters halben eyn forcht. In der Stadt zcw Jherusalem wirt ess wol gnugk stehen sunder besorgen ist, das eyn widderwill adder affiure mocht werden von den dyener und den heyden, darumb hab man diss in achtung . . . widder aussczwzcyhen von dem heiigen lande biss auff mittelwege er heyner inn seyn landt mocht ym Ere adder etwas guts widderfaren von Etzlichen herren adder steten und darnach glugkseliglichen widder ynn seyn landt zcw kommen und von freunden Ere er kompt yn seyn behawssung geschehen. Das Ende disser reysse wirt gut und zcw eren gedeyen darumb sey der herre und fürst wol getrost und an besorg- niss. Am tage ambrosii were besser zcwneigung gewest, doch ist gar gut dann sye verlengen wirt und nicht alzbalde zcw ende kommen. (Blatt 3): Durchlawchter hochgeborner fürst, Gnediger herre, meyn undtcrdcnigc gehorsame dinst und inniges ge- bethe gein got sint ewern fürstlichen gnaden allezcyt zcu- vor Gnediger herre, ewer gnade bitte ich wissen, Nachdem e. g. sampt mit dem hochgeborenen fursten e. g. bruder von mir begert eyn Electionem aufs auszcyhen zcwm heiligen lande zcw machen und angezceyget warde der zcwkunfftig Sonnabet (sie), habe ich beyden ewern gnaden zcw gefallen wye ich sollich gancz ungerne thue dann ich sollichem dingen nicht gewisset und not zi kenne zcw, dann ein zcwneigung zcw geben, So sein ouch mancherley fertigkeit, inn der forgenommen Reisse, woe dann etwas ungemach, an leibe adder gut zcw queme, diss got vorhwte, do gebe mann dye schult mir wye dem allen dye bebe, dye ich zcwm haüsse zcw Sachssen drage kan ich nicht gelassen, und schikg e. g. hiemit horam Electionis dann inn kurtzen zeeit mir angezceyget, kan ich nach meynem vorstentaüss keyn andere finden, woe ich aber vor fihr wochen solhehs gewist hett, woltt ich mit gots hulffe eyn andere dye vor zeeit adder nach der zeeit bequemer nach meyns g. h. ewers g. bruder natiuitet were gewest und was ich e. g. beyden zcw 14* 212 dinst kont geseyn thet ich gerne dieselbigen e. g. behüte gote zun glugseligkeit und gesuntheit lannge jare. dat. an der mitwochen letare anno MCCCCXCVIII. Ewer gnadenn demutiger Capplan Johannes Kongssberg. Dem durchlawchtenn hochgeborenen fursten und herrn herrn Georgen hertzogen zcw Sachssen Lantgrauen in do- ringen und Marggrauen zcw Missen meynem gnedigen herren ad manus proprias." Wie wir wissen (vgl. oben S. 208 und Mencius No. IV, S. 95 f.), ging Herzog Heinrich 1506 auch nach Santiago und zwar wie Freydinger (bei Glafey 109) berichtet, mit Emerich Löfel und Andreas ßitereysen; doch wufsten die letzteren wenig davon zu erzählen; ,, denn Schlemmen war auf solcher Reise, wie ich von ihnen verstanden, die beste Andacht und Ablafs gewesen." 1498 (b.) Zur Geschichte der Pilgerfahrten des Geschlechts K e t z e l,von dem zwei den Herzog von Sachsen begleiteten, ist zu merken: Im germanischen Museum zu Nürnberg befindet sich eine Ketzelsche Stamm- und Gedenktafel, welche am 31. August 1595 zusammengestellt wurde. Die Inschriften lauten fol- gendermafsen: „Heinrich Ketzel zug zum heyligen Grab und auf Sant Katherina Pergk Synay 1438 Jar. Jörg Ketzel zug zum heyligen Grab mit Markgraf Friedrich, Churfürst aus der Marck, 1453. Ulrich Ketzel für nach dem Wasser aufs dem Niderland zum heyligen Grab 1462 Jar. Mertein Ketzel zug zwir zum heyligen Grab mit hertzog Ott von Bairn 1468 und mit hertzog Albrecht von Sachsen 1472. Wolf Ketzel zug zum heyligen Grab mit hertzog Friedrich von Sachsen Churfürst und hertzog Christoff von Bairn 1493 Jar. Jörg Ketzel zug zum heyligen Grab mit hertzog Heinrich von Sachsen 1498 Jar. Sebolt Ketzel zug auch mit herzog Heinrich von Sachsen zum heyligen Grab 1498. Michel Ketzel zug zum heyligen Grab mit Graf Hermann von Henenpergk 1503 Jar." Ebenso haben sich in der Kunstsammlung des germanischen Museums vier kleine runde Glasgemälde aus dem 213 sechszehnten Jahrhundert erhalten, welche wahrscheinlich einst in den Fenstern der 1696 abgebrannten Ägidienkirche eingefügt gewesen sind; sie tragen neben dem Ketzelschen Wappen und den einzelnen Ordensinsignien die Inschriften: „Jörg Ketzel 1453; Ulrich Ketzel 1462; Wolf Ketzel 1493; Jörg Ketzel 1498; Sebolt Ketzel 149 8" (vgl. Will, Nürnb. Münzbelustigungen IV, 179— 189J. 1499 traten mehrere deutsche Pilger mit einem Empfehlungsbriefe des Bischofs Lorenz von Würzburg an den Dogen von Venedig versehen, ihre Pilgerfahrt an; die Diarii des Marino Sanudo (Venezia 1879) II, p. 688 berichten darüber folgendes: „Vene molti pelegrini todeschi in collegio con Pie- tro Pender merchadante sta qui, et presentono una lettera, la copia di la quäl sark posta qui sotto, diman- dono al principe consejo perche voriano andar in Jerusalem con una nave, perhö che galia die Zaffo questo anno non era: et il principe li tochö la man a tutti et li disse consegliava non andasseno per il (p. 689) pericolo di l'armada turcbesca la quäl era per ussir certissimo. Copia di una lettera del vescovo Herbipolense a la Signoria nostra. Potentissimo principi Augustino Barbadico, Vene- tiaruni duci, Laurentius, Dei gratia episcopus Herbipo- lensis et Franciae orientalis dux, salutein. Veniunt ad urbem vestram viri quidam ex ipso meo ducatu, moribus et ortu nobiles, navigaturi in Iudeam et adoraturi Christi Salvatoris sepulcrum atqu evestigia. Plane scimus, tarn longa profectione multa accidere solere, quibus hospites et peregrinos homines humanitatis officio juvare oporteat, videlicet quae Venetiis confacienda sunt, nihil dubitamus etiam sine nostris literis eos assequi posse. Navigatio ipsa forsitan periculosa est, verum quia et maris imperium et insule ipsae, quae vel adeundae, vel praetereundae vestrae ditionis sunt pene omnes, idcirco eos tutelae fideique vestrae summo studio commendamus, rogamusque signa 214 in re vel humanitate vel auctoritate vestra hnplorent; aut si auxilio vestro indigeant, hominibus de nobis et ducatu nostro benemeritis consilio et officio adesse [dignemini. Sunt qui putent, eos diligentissime commendari oportere; nos vero minime, quippe qui scimus clarissimum illud et honestissimum nomen Venetuin non ob nihil in tantum dignitatis fastigium evolasse. Verum ne clarissimis vasallis nostris officio nostro defuisse viderevnur, voluimus eis in re etiam minime necessaria morem gerere, quorum nomina sunt haec: Conradus de Schaumberg, marescalcus, Vegislaus (Bogislaus) de Volffs Kele (von Wolfs- kele), Conradus de Kere, Johannes de Bibra, Conradus de Grrujubach (Grrumbach), Marcus de Berlichingen, Phiiippus de Lapide (von Stein). Valeat feliciter vestra illustrissima dominatio, cui nos, si quando res postulabit, gratissimos ostendere cona- bimur. Datum in civitate nostra Herbipoiensi nostra sub sigillo, sexto Idus Maji anno salutis cristianae 1499. Non erat clausa et sine mansione.'' Der in diesem Schreiben genannte Conrad von Schaum berg starb am 30. Novemher 1499 aut der Heimkehr, wie die Inschrift seines in der Marienkapelle zu Würzburg noch erhaltenen Grabmals besagt (Heller, Lucas Cra- nachs Leben und Werke, Bamberg 1821, 114 —115, Note 51). C. 1500 (a.) Wenk aus Nürnberg ging nach Jerusalem, wie aus der von Hormayr (Taschenbuch 1840, S. 284) citierten Überschrift einer, sonst nicht näher bezeichneten, Handschrift sich ergiebt. c. 1500 (b.) KonradZaunhaken, Walfahrt zum heil. Land, so lautet der Titel einer jetzt verlorenen Handschrift, welche einst die Bibliothek auf Hohentübingen bis 1635 besessen hat (Roth, Die Fürstliche Liberei auf Hohentübingen und ihre Entführung im Jahre 1635, 28—29, No. 10 im Verzeichnis der Doktoren, welche die philosophische Fakultät in Tübingen 1887—1888 ernannt hat, Tübingen 1888, 4°). 215 1503. Reinhard von Bemmelberg und Conrad von Parsberg gehn von München über Andechs, Mittenwald, Innsbruck, Botzen, Trient zunächst nach Verona, wo sie einen Münchener Walthauser Partt mit seinem Sohne Ludwig antreffen. Bemmelberg besucht hier auch den Markgrafen von Mantua auf seinem Schlosse Consago und empfängt von ihm eins seiner schönen Pferde zum Geschenk. In Padua finden sie mehrere Pilger, unter anderen Albrecht Mäettsch aus Preufsen (Gr.: Freiherr-, M.: ein deutscher Herr), Johann von Hirschhorn aus der Pfalz mit seinem Knechte Georg Krapff. Am Sonnabend vor Pfingsten kommen die Pilger nach Venedig, kehren bei Peter Penner ein (G. 10) und treffen Leonhard WeyHer aus München (G. 14), bald darauf auch Johannes Starn- berger (G. 15: ein Priester Paul St.) aus Budweis. Sie schliefsen mit Augustino Contarini Kontrakt und müssen 194 Dukaten (G. 16: 6G Gulden rhein.) für Überfahrt und Geleit bezahlen. Aufserdem schliefsen sich ihnen noch an: Friedrich Rederer zu Windeck in Baden, Christoph Schluck aus Polen (L.: Täschlükh Schnürei ein Polla- khischer Freiherr); sie dingen mit ihnen zusammen als Diener und Dolmetscher den Georg Schiffmann aus Salzburg (M. 17), der achtmal im heiligen Lande gewesen war und 6 Dukaten von jedem als Lohn empfing (M. 18; G. 19). Später wird als Reisegefährte auch der Rhodiserritter Georg von Haus (M. 22: G. von Hausen) genannt (G. 23; L. 15: Georg von Haunfs). Nachdem sie noch im Franziskanerkloster einen Bruder Peter aus Trier be- grüfst (M. 22), segeln sie „am 8ten Tage unseres Herrn Frohnleichnams" ab (M. 24; G. 27); auf dem Schiffe werden vier Trompeter erwähnt, welche, einer allgemeinen Sitte zufolge, bei Tagesanbruch, zu Mittag und Abend, oder so oft das Schiff in einen Hafen einfahrt oder an einer Kirche vorübersegelt, blasen (G. 30; M.27; L. 18). Am St. Johannis- abend giebt der Patron ein Fest auf dem Schiffe; Trompeten schmettern, Feuerwerk wird abgebrannt, Büchsenschüsse knallen, während an den Masten 60 Laternen alles 216 erhellen (L. 27; G. 47; M. 40). In Modon gehen die Pilger ans Land und werden Gäste eines deutschen Ritters; denn die Deutschherren hatten dort ein Haus (L. 28; G 49; M. 43). Auf der Insel Candia erleben sie ein fürchterliches Erdbeben (L. 32; G. 57; M. 49) und besuchen im Bar- füfserkloster der Stadt das Grab des Heinrich Nothafft (G. 61: Haimnierain), welcher dort 1483 (M: 1583) gestorben war (vgl. oben S. 180). Ebenso besucht Bemmel- berg und Parsberg das Grab des Herzogs Christoph von Bayern auf Rhodus (L. 36; G. 66; M. 56), dessen Belagerung (1480) ausführlich erzählt wird (L. 38; G. 67; M. 58). Auf der weiteren Fahrt segeln sie an der versunkenen Stadt Cacoba vorüber, deren Türme und Häuser zum Teil noch aus dem Meere hervorragen sollen; als einst ein SchifFskapitän dort Anker warf, habe er eine vierzehn Zentner schwere Glocke mit heraufgezogen (L. 41; G. 73; M. 62). Am Mittag nach St Margarethentage (13. Juli), dem 76- Tage der Reise selbst, sehen die Pilger die Türme von Jaffa (L. 43; G. 79; M. 67). Ehe sie jedoch noch das Schiff verlassen, stirbt einer der Mitreisenden, Lorenz Heuglin aus Dänemark (L. 45; G. 82; M. 69), den sie heimlich im heiligen Lande begraben. Am Lande werden sie gezählt von der muslimischen Behörde, 145 im ganzen, ferner 24 Mönche und 20 Frauen (L. 52; G. 96). Vor dem Erscheinen des Emirs von Jazur, welcher die Pilger geleiten sollte, erscheint ein arabischer Häuptling mit 100 Pferden und treibt mit ihnen vielfachen Mutwillen, bis ersterer mit 200 Pferden heranrückt und ihn zum Rückzuge zwingt (L. 48; G. 88; M. 73). Die Pilger und der Patron müssen hier 300 Dukaten zusammenbringen, um damit zehn gefangene Christen frei zu machen, die sonst vor ihren Augen den Tod erleiden sollen (L. 49; G 89; M. 75). Für jeden Esel müssen die Pilger 1 Dukaten zahlen. Das Geleit führt der Emir Ton Jazur mit dem von Ramleh (150 Pferde), denen sich noch der „Prechetlin" von Jerusalem mit 100 Pferden anschliefst (L. 50; G. 91; M. 76); im ganzen befinden sich im Geleit 100 gerüstete Pferde und 60 Bogen- 217 schützen (G. 97; M. 80). Zwischen Ramleh und Lydda begegnen sie einer Karavane von 400 Pferden und 100 Kamelen, welche eine türkische Frau nach Mekka auf ihrer Pilgerfahrt begleiten; als die Christer? heran kommen, neigt die Frau sich vor ihnen zum Grufse (L. 51; G. 93; M. 77). Von Lydda reiten die Pilger wieder zurück nach Ramleh und ziehen von da über ein Dorf Crittelhanepo (?) (L. 53; M. 80; G. 97 schreibt: Crittelhampoder) nach Jerusalem, wo Bemmelberg und Parsberg bei dem Cailin Herberge finden, wofür jeder beim Aufbruch nur 2 Dukaten zu zahlen hat. Den Eintritt in die Himmelfahrtskirche und das Haus des Pilatus, den die Muselmänner für einen Propheten halten und durch ein jährliches Fest ehren, müssen sie teuer bezahlen (L. 64; Gr. 109, 117; M. 98). Das Haus, in welchem Maria starb, war kurz vor der Ankunft der Pilger von den Heiden zerstört worden (L. 65; G. 111; M. 100) 1 ). Die Mönche vom Zionskloster bewirten die Pilger freundlich, aber da der alte Brauch, während der Mahlzeit für sie Geld zu sammeln, von diesen selbst nicht mehr gestattet wird, so opfern die Pilger ihnen auf das heilige Grab, und Johannes von Preufsen nimmt dort das Geld in Empfang (L. 99; G. 125; M. 104). In der Nähe der Gefängniskapelle in der Grabeskirche werden den Pilgern zwei Löcher gezeigt, welche früher eine Cisterne gebildet, in der die Juden Christo die Füfse gewaschen haben sollen 2 ) (L. 73; G. 130; M. 109); ein deutscher Mönch liest den Pilgern die Messe. Im ganzen sind in der Grabeskirche achtzehn Priester, je zwei von den neun christlichen Sekten, angestellt (L. 79; G. 136; M. 118). Die Länge des Leidensweges Jesu wird auf 11000 Schritt angegeben. In Bethlehem, in der Jeremiaskapelle, in Unser Lieben Frauenkapelle zu Jerusalem, wie auch in Bethanien findet Parsberg den Namen (M. 131: meines vill geliebten herren vettern) Niclaus von Abensberg angeschrieben (L. 1) Vgl. Tobler, Siloahquelle, S. 246. 2) Vgl. Tobler, Golgatha, S. 332, 334—335. 218 88 u. G. 153 nennen nur den Namen). In der heiligen Grabeskirche schlägt Johannes von Preufsen elf Ritter, bei einem zweiten Besuche derselben noch vierzehn (L. 91; G. 159; aber M. 154 nennt nur zwei). Bei einem dritten Besuche sehen die Pilger elf ihrer Genossen gefangen, die ge- äufsert haben sollten, dafs die Stadt Jerusalem sehr leicht erobert werden könnte (L. 98; G. 171; M. 149), werden selbst als Spione verdächtig und sollen nach Cairo abgeführt werden. Durch Geschenke (330 Dukaten) des Patrons werden indessen diese elf Pilger wieder befreit (M. 154). Auf der Rückreise empfangen sie durch den Guardian in Ramleh den Rat, allen Pilgern den Besuch der heiligen Stätten abzuraten, da die Türken die Christen im heiligen Lande nicht mehr dulden und schonen wollten (L. 103; G. 179; M. 157). Ebenso müssen die Pilger jene zehn Gefangene, die sie auf der Heimreise losgekauft hatten, den Türken wieder zurückgeben. Kurz vor der Abfahrt stirbt Alb recht Mäettsch, dessen Leichnam gegen Zahlung von zehn Dukaten bei JatFa begraben werden darf (L. 105; G. 184; M. 161). Nachdem sie Cypern besucht, werden sie von einem fürchterlichen Sturme überfallen, gegen welchen der Patron folgendes Mittel anwendet. Er läfst etwa 300 Zettel mit dem Gelöbnis beschreiben, eine Messe in einer Kirche, die auf dem Wege nach Venedig liegt, lesen zu lassen; jeder Pilger zieht drei bis vier, ebenso die Schiffsleute (L. 111; G. 194; M. 169). Bei einem neuen Unwetter läfst der Patron aus einem Barett, welches mit Erbsen gefüllt ist, jeden Pilger eine herausholen; wer eine schwarze ergriff, mufste eine Wallfahrt nach Santiago di Compostella geloben und antreten. Dies traf einen Pilger aus Ragusa, für dessen Pilgerfahrt die Reisebegleiter 90 Dukaten zusammenschössen (L. 122; G. 212; M. 183). In Philermo auf Rhodus finden die Pilger einen deutschen Priester Namens Johann, welcher sie im Schlofs herumführt, und ihnen erzählt, dafs auf der nahen Insel Charki seit der Zeit des heiligen Nicolaus keine daselbst angefertigte Axt 219 noch Waffe zerbricht. Dort sei es auch Sitte, dafs jeder Vater seinem Kinde, wenn es sich verheirate, einen Feigenbaum, eine Axt, eine Haue und ein „ Peichel" mitgebe, die niemals zerbrechen (L. 114; Gr. 200; M. 173). In Rhodus erhalten aufserdem die Pilger die, sonst nie verliehene, Erlaubnis, den St. Nikolausturm besteigen zu dürfen. Am 182. Tage der Reise treffen Bemmelberg und Pars- berg wieder glücklich nach Venedig; beide erreichen mit Paul Starnberger über Treviso, Serravalle, Ampezzo, Toblach, Sterzing, Innsbruck, Mittenwald, Scheffitlarn am 199. Tage München. Ich verdanke diese Auszüge aus einer Leipziger (L.), Giefsener (G. No. 156) und Münchener (M. Cgm. 3006) der Güte des Herrn Dr. Meisner. Dafs das in L. und G. genannte Jahr der Reise 1603 ein Schreibfehler ist für 1503, ergiebt sich aus den in der Handschrift geschilderten historischen Verhältnissen. 1508(1).) soll nach Eck, De itineribus religiosis co- rnitum Hennebergensium Graf Hermann VIII. von Henneber g-Römhild nach dem heiligen Lande gepilgert und diese Reise durch Georg von Boineburg in Versen geschildert worden sein, aber weder Spangenberg noch Schultes wissen darüber etwas zu berichten. Mit ihm zog auch Michael Ketzel aus Nürnberg (vgl. Will, Münzbelust. IV, 185; Kamann 12f.; Stilli'ried-Haenle 159; Kamann 12). 1504 März, so berichten die Diarii des Marino Sanudo V, 1012: „vene il fradello di lo episcopo di Ma- gonza elector de l'imperio e sentö apresso il principe ritornato di Jerusalem. Disse havia certa differentia con sier Marco Zustignan commesso al cataveri; Faldino et espedissa sumarie. E da super e venuta in questa terra la galia di pelegrini Pata a Baffo." 1505(a.) „Generosus Dominus Ho yger, comes et dominus in M ans feit, rediens ex felici peregrinatione terre sancte etc. voluit huic solemni confraternitati inscribi anno 1505, 20. Febr." (Jaenig 39, no. 74). 1505(1).) erbaute Matthäus Dambeck, welcher in- 220 folge einer Kirchenbufse hatte nach dem heiligen Lande pilgern müssen, vor dem Parchimer Thore zu Perleberg in der Priegnitz eine Kapelle des heiligen Kreuzes; die Entfernung von da bis zum Köppelberge soll die Länge der Via dolorosa sein (Grässe, Sagenbuch des preufs. Staates I, 102). 1505 (c.) pilgerte JohannesDantiscus (Flachsbinder); vgl. Voigt, Gesch. Preufsens IX, 265—266; Wiener Sitzungsberichte 1874, 253, Note 2. 1506 am 7. Mai brach Kaspar von Mülinen mit seinem Vetter Rudolf von Scharnachthal auf, ging über den St. Gotthardt und kam am Tage vor der Vermählung des Dogen mit dem Meere nach Venedig, gelangte glücklich nach Jerusalem, das er aber am 8. September wieder verliefs; die Urkunde über seine Ritterwürde des heil. Grabes ist vom Guardian Loysius de Neapoli ausgestellt und datiert vom 3. August. (Vgl. die anonyme Familiengeschichte und Genealogie, des Graten von Mülinen, Bern 1844, 35—36; Schweiz. Geschichtsforscher III, 386—429; IX, 5.) Den unvollständig erhaltenen Text der Reisebeschrei- bung, welchen Herr L. aus dem gräflich von Mülinenschen Archive zu Bern copiert hatte, überliefs er Röhricht und Meisner, die ihn in der ZDPV. 1889 publizierten. 1506—1507 war Franz er vonArsent, Ratsherr von Freiburg (in der Schweiz), in Jerusalem und empfing dort den Ritterschlag. Als er 1511 wegen politischer Umtriebe zum Tode durchs Beil verurteilt worden war, wollte man ihm „ die Ritterschaft" nehmen, aber er erklärte, dies könne und dürfe keine Gewalt auf Erden thun: „ denn ich hab sie von gott dem allmechtigen, zu dem will Ich uff diesen Tag erschynen in sinem Rychels in frommer Ritter' - ' (Schweiz. Geschichtsforschung I, 131; vgl Memorial de Fribourg IV, 1857, 59) L. 1507 unternahm Herzog Friedrich II. von Lieg- nitz und Brieg eine Pilgerfahrt und brach am 22. März auf mit folgenden Begleitern: Martin Wanner, Pfarrer zu Schweidnitz und Altarherr zu Schönau (der Verfasser der 221 Reisebeschreibung), Christoph Wachsmuth, Altarherr zu Schweidnitz, Lorenz von Hubrigk mit seinem Sohne Christoph, Otto von Parchwitz, Hans und Lorenz von Seidlitz, Hans Schenke, Christoph Schkoppe, Hans Wagnufs und Stanislaus Hoffmann, Ratsherr zu Schweidnitz (S. 101. 107); von dem letzteren existiert in der katholischen Pfarrkirche zu Schweidnitz (Baugeschichte der kathol. Pfarrkirche zu Schweidnitz, herausgegeben von Wernicke, Schweidnitz 1874, S. 28 f. gütige Mitteilung des Herrn Verfassers) ein Epitaphiumsbild, worauf die Pilgerfahrt erwähnt ist. Die Pilger gingen über Brunn, Wien, Villach, Conegliano nach Venedig (S. 108—-Hl), wo im ganzen 132 der Überfahrt nach Jaffa harrten. Dem Herzog schlössen sich von ihnen noch an: Graf Günther IV. von Mansfeld (vgl. Niemann, Gesch. der Grafen von Mansfeld, 1834, S. 132; Spangenberg, Mansfelder Chronik 403b) mit vier edlen Knechten (S. 115) und Georg von Auf8 (aus Mähren) mit seinem Koch, Meister Michael (S. 127); am 4. Juni erfolgte die Abfahrt (S. 116). In Ragusa trafen sie einen deutschen Büchsenmeister Namens Hans (S. 117) und landeten in Jaffa am 24. Juli (S. 125). In Ramleh starb aus der Reisegesellschaft ein französischer Priester (S. 126); in Jerusalem fanden sie in dem Juden Simon einen freundlichen und geschickten Agenten (S. 127), der ihnen das nötige an Lebensmitteln besorgte. Am 18. August segelten sie von Jaffa wieder ab (S. 201) und trafen am 12. November in Venedig glücklich ein (S. 209). Der Herzog liefs nach seiner Heimkehr alle heil. Orte, die er besucht, abmalen und das Gemälde in der St. Johanneskirche in Liegnitz nahe der herzoglichen Gruft aufstellen, 1510 (Ehrhardt, Presb., Liegnitzer Reformationsgesch. 21 Anm. e). Auf diesem Gemälde kniete der Herzog unfern des heil. Grabes unter dem Kreuze Jesu und rief aus: O Jesu, vere tili Dei, miserere et memento mei! (gütiger Nachweis des Herrn Dr. Ewald Wernicke). Nach Schönwälder, Geschichte von Brieg, 1855, H, 2 wurde im Zeughaus zu Brieg auch eine kleine Flinte aufbewahrt, die der 222 Herzog aus dem Orient mitgebracht hatte. Seiner Pilgerfahrt thut endlich auch Pancratius Vulturinus in seinem Lobgedicht auf Schlesien (Padua 1506) Erwähnung in den Versen: „Sed Mariae cultrix meliorem Hanovia (d. i. Haynau) potum Hospitibus fundis levior, quia nulla cerebro Damna libenti infert, urinam provocat ipse, Hunc uusque ad Solyrnas peregrinus detulit olim." Die Reisebeschreibung veröffentlichten Röhricht u. Meisner inZDPV. .1878, 1, 101—131, 177—215 aus einer Handschrift der Gymnasialbibliothek zu Brieg; eine zweite unvollständige ist in der Breslauer Stadtbibliothek (408/1 8° s. XVI). 1507 —1508. Martin Baumgarten in Breitenbach brach mit einem Priester Vincenz und Gregor von Gaming (über die Geschichte der Karthause G. in Osterreich u./Enns siehe Archiv für österr. Gesch. 1880, LX, 563ff.) im April auf (S. 5. 17) und verliefs am 25. Juli Venedig (S. 18); in Pola schlofs sich der aus Venedig nach Alexandria heimkehrende ägyptische Geschäftsträger („ Tongo- bardinus") den Reisenden an (S. 21). Am 9. September kamen sie in Alexandria an (S. 29), am 29. in Cairo (S. 41), das sie am 5. Oktober verliefsen, um nach dem Sinai zu ziehen (S. 64). Dort kamen sie am 17. Oktober an und gingen dann über Gaza (14. Nov.) nach Jerusalem, das sie am 28. Dezember wieder verliefsen (S. 105). Am 8. Januar 15 08 trafen sie in Damaskus ein (S. HO) und erreichten durch dieBikäa am 17. Beirut (S. 114f., 124); dann segelten sie am 29. nach Tripolis (S. 127), von wo sie am 6. Februar wieder aufbrachen (S. 135; über die dort gefundenen arabischen Münzen, welche Martin S. 129 —134 beschreibt, vgl. die sorgfältige Studie von Stickel in der Zeitschr. der Deutsch. Morgenl. Gesellschaft VI, 521 ff.). Am 1. April landeten die Pilger in Rhodus (S. 141), am 8. Juli in Venedig (S. 163), von wo Martin über Trient nach Kufstein glücklich heimkehrte. Seine Reisebeschreibung gab aus den Tagebüchern Martins und Gregors in lateinischer Bearbeitung Christoph Donauer, Nürnberg 1594, heraus. 1508. Johannes Schmidt aus Lübeck bestimmt, J223 dafs man für ihn einen Priester nach Jerusalem senden solle (Jacob a Melle, 21 f.), „vnde deme beuelen, V Missen in dem Graue vnses Heren dasulues to holden " (S. 80). 1510 pilgerte der Franziskaner Nikolaus W an ekel, dessen Schrift: Ein kurtze vermerckung der heyligen Stet, des heyligen landts etc., Nürnberg, Jobst Gutknecht, 1517, 4° erschien. Vielleicht befand er sich unter den bei Marino Sanuto, I Diarii XII, 243 unter dem 19. Juni 1511 zu Venedig erwähnten burgundischen, französischen und deutschen Pilgern (c. 30), welche mit der Jaffagalee des Jacomo Mi- chiel absegelten. 1514. Magister Bernhardin Pfoll von Efslingen, Stiftsherr von S. Florin in Coblenz, bricht am 18. Februar auf nach Antwerpen, segelt von da nach St. Jago di Com- postella, besucht dann Jerusalem und kehrt nach Venedig nach vielen glücklich überstandenen Gefahren zurück, geht nach Loretto und Rom und trifft am 26. Mai 1515 wieder in Coblenz ein. Aus einem Nekrolog des S. Floriastiftes (Cod. membr. saec. XVI, fol. maj., im Besitz der Witwe Schreiber in Prag) durch die Güte des Herrn Dr. Korth in Cöln. 1515. Konrad Clauser wird als Pilger erwähnt in Cysats Collectan. A. 95 im Kantonalarchiv von Luzern; er soll, nachdem er „ganz Ägypten, China, Persien und die übrigen berühmten Gegenden Asiens" besucht, auch ein Reisetagebuch hinterlassen haben, das aber verloren zu sein scheint (Balthasar, Hist. Aufschriften 32; vgl. Schweiz. Geschichtsfreund XXXIII, 114). L. 1516 im Juli segelte Peter Falk, Humbert de Praroman, Hans Vogt, genannt Seiler, mit Peter von Englisberg, Komtur der Johanniter, von Venedig ab; in Jerusalem erlangten die ersten drei die Ritterwürde des heil. Grabes (das Diplom für Humbert de Praroman ist am 28. August vom Guardian Nicolaus de Lausignano ausgestellt und S. 389, Nr. 3 abgedruckt). Peter von Englisberg brachte die Stationsdistanzen mit aus Jerusalem in die Heimat und markierte sie auf dem Wege von der Kirche von 224 Bourguillon bis zum Johanniterkirchhof durch sieben pfeilerartige Denkstätten und drei Kreuze. Dieser Stationsweg ward mit Genehmigung des Rates von Freiburg durch Romanet Bonfin, einen Kaufmann aus Romans in der Dau- phinö, nachgemessen, da dieser eine ähnliche Anlage in seiner Heimat machen wollte (Berchtold, Hist. du canton de Fribourg, Fribourg en Suisse 1845, II, 79—80). 1517. Bernhard von Hirschfeld (seine Reisebeschreibung ist herausgegeben von A. von Minckwitz in den Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft in Leipzig 1856 I, 31—106), Ritter zu Kamitz und Kämmerer des Kurfürsten Friedrichs des Weisen von Sachsen, brach mit folgenden Herreu und Dienern zusammen auf (S. 45ff.) aus Sachsen: Graf Heinrich von Schwarzburg, Hans von der Planitz, Hauptmann zu Grimma, Ritter (S. 33), Dr. Martin, Domherr von St. Severin in Erfurt, Hans von Minckwitz, Georg von Minckwitz auf Sonnenwalde, Conrad (oder Cuntz) von Wolffersdorff zu Bornsdorff, Rudolf von der Planitz und sein Sohn Georg, Heinrich von Bü- nau zu Teuchem, Hans von Weissenbach zu Torna, Christoph von Taubenhein, Hans von Dolzig, Dietrich von Meckau, Hans Schott zu Oberlindt, Andreas von Rosenau, Hermann von Neustadt, welche beide auf der Heimkehr starben, ferner Hans von Schwarzenberg, Caspar von Wallenfeld, Georg von Schaumburg (S. 33), sowie Christoph von Wartenberg, Wilhelm von Messeritzsch, Jon Suff von Falkenstein, Jacob Pomphj aus Ungarn, Michael von Senfsheim, Domherr zu Würzburg, Froben von Hütten, Mainzischer Domherr (vgl. Zimm. Chronik II, 376), Eberhard von Hessenstein, Hofmeister des Landgrafen von Hessen, Ludwig von Hütten, Herr Ludwigs Sohn, Philipp Kämmerer von Dalberg, Georg Vitzthum zu Neuschönberg, Christoph von Taubenheim der Jüngere, Wolf und Benedix von Koterisch, zwei Brüder aus Holstein, Georg Schurtz- becher zu Ochsen, Johann Horstadt, Vikarius zu 225 Würzburg, Bernhard Graf, Vikarius zu Naumburg, Wolf Tan gel, des Domherrn Martins Knecht, Oswald von der Mussei, der Knecht des Hans von Dolzig und Weissenbach, Siegmund Manewitz von Brüx, Johann Nymonitz, ein Schlitzger (ein Schlesier), Wilhelm Domscherr aus St. Annenberg, der Diener des ungarischen Herrn, die zwei Diener des W. von Messeritzsch, Christ, von Wartenberg, Christoph Fogen, Diener des Herrn von Falkenstein, die sechs Knechte des von Hütten, Dalberg, Hans Schott, Bernh. von Hirschfeld, ferner der Koch des H. von Schwarzenberg und des von Hütten, ein Barfüfsermönch, Christoph Hemmerlin, Dolmetscher des H. von Schwarzenberg, auch zwei Spanier, zwei Franzosen, vier „Praebendare", einer von „Borgenn" — „diese nachbenannten sind bis Rodifs mit uns gefahren und sind desselben Ordens; Ehr Jorge von Haus, Komtur zu Rudi tum (Rüdigheim bei Hanau), EhrMerten Hertwitz, Komtur zu Sitten (Schweiz), Ehr Jorge Schilling, Mer- ten von Eyle, ein Seydelitz" (S. 46). B. von Hirsch feld brach am 24. März auf (S. 32) und erreichte über Innsbruck, Sterzing, Toblach, Spilimbergo am 9. April Venedig (S. 35), ging von da über Loretto fS. 35—37) nach Rom (S. 37 f.) und von da zurück nach Venedig, von wo er am 17. Juni absegelte (S. 39f.); am 16. Juli landete er in Jaffa (S. 56). Auf dem Heimwege von Jerusalem nach Jaffa wurden der mainzische Marschall Froben von Hütten und einer von Brüx Siegmund Manewitz krank (S. 83), ebenso in Nicosia auf Cypern: H. und G. von Minckwitz, Christoph von Taubenheim, G. von derPlanitz, Benedix Bowifs, H. von Neustadt, drei Knechte, endlich auch B. von Hirschfeld, der jedoch wieder gesund wurde und mit dem Grafen H. von Schwarzenberg, Phil. Kämmerer von Dalberg, H. von Dolzig, H. von Weissenbach, Hans Schott, Georg Vitzthum, Andr. von Rosenau und Wilhelm Domscherr nach Famagusta ritt (S. 87), von da nach Salinis (S. 88). Am 25. September segelte die Ge- Böllricht, Pilgerreisen. 15 226 Seilschaft ab nach Rhodus, wo am 6. Oktober Hessli Märten aus Friesland starb und in der Marienkirche begraben wurde; am 7. Oktober fuhren Graf Heinri«h von Schwarzenberg, H. von Dolzig, Phil. K. von Dalberg, G. Vitzthum, Andr. von Rosenau und B. von Hir schfeld von Rhodus ab, mufsten aber wieder zurückkehren und verliefsen abermals Rhodus am 12. Oktober; sie landeten in Tarent (S. 89f.), von da gingen sie nach Neapel, wo eben die Hochzeitsfeier des Königs begangen wurde (S. 90f.). Von Neapel reisten Wilhelm von Can statt, ein Herr in Mähren, ein Doktor, des Bischofs von Olmütz Kanzler, David Gefugener, des Herzogs von Liegnitz Diener, Johann von Hawlitz, Georg Brinitz, zwei Knechte und ein Koch mit ab nach Rom; aufserdem kamen noch Christoph von Wartenberg, Wilhelm von Meseritz (S. 97—98). Von Rom reiste die Gesellschaft am 30. Dezember 1517 ab (S. 98); am 16. Februar 1518 war B. von Hirschfeld wieder in Altenburg (S. 101). Die Reisebeschreibung mit recht interessanten Zugaben namentlich über einen päpstlichen Ablafsbrief und die Geschichte des Bernhard von Hirschfeld wurde im Auszuge von neuem mitgeteilt von einem seiner Nachkommen im Johanniterblatt 1879, Nr. 38 ff. Vgl. Dibbelius-Lechler, Beiträge zur sächs. Kirchengesch., Leipzig 1882, Heft 2. 1519. Ludwig Tschudi aus Glarus brach am 20. Mai von Hause auf, ging über Maria Einsiedeln (S. 3), den St. Gotthardt (S. 5) nach Mailand, wo der französische Gouverneur Lautrec ihn freundlich aufnahm und mit Empfehlungsbriefen versah (S. 7) und kam am 20. Juni nach Venedig. Mit ihm segelten von hier aus folgende Schweizer Pilger ab und zwar ausLuzern: Melchior zur Gilgen, Landvogt im Thurgau, welcher am 4. Oktober starb (S. 353f.; Stocker 40) und mit Peter Falk (er starb am 6. Oktober nach Stocker 41—42) auf Rhodus begraben ward (vgl. Schweiz. Geschichtsfreund 1856, XII, 205. 213), Nicolaus von Meggen (über ihn vgl. Schweiz. Geschichtsfreund 1880, 227 137), Werner Buchholzer, Chorherr, aus Schwyz: Martin Richmuth, aus Unterwaiden: Heinrich Stulz, Konventherr zu Engelberg, aus Zug: Werner Steiner, Priester (vgl. Steiners Chronik in der Helvetia, Aarau 1832, VII, 247), Thomas Stocker, Sigmund Schwarz- murer, Hans Brandenburg, aus Freiburg: Peter Falk, Ritter und Schultheifs, Antonius Pauillart (Stocker 65 schreibt: Babolier), Wilhelm und Peter Arsent (dieser war der letzte seines Stammes und ward, wie sein Vater, (1538) hingerichtet; vgl. Schweiz. Geschichtsforscher I, 131 und oben S. 220), aus Schaffhausen: Johann Stocker, ferner aus Neuchätel ein Konventherr, ein Priester aus Peterlingen und aus dem En- gadin (S. 2f.; Stocker 65), denen sich noch Marco Antonio de Landriano, Joh. Angelo de Maino und Joh. Baptista de Cusano anschlössen (S. 12); aufserdem wird als Mitpilger noch ein junger polnischer Graf genannt, welcher gern stahl (S. 89f.), und ein Pole Stanis- laus de Dritzdoro (S. 90). Auf Rhodus trafen sie die schweizerischen Johanniter: Hans von Engelberg (aus Freiburg), Gottfried von Landenberg (aus dem Thur- gau), Walter von Hallwyl (aus dem Aargau; S. 84—85). Am 1. August wurden sie vor Jaffa ausgeschifft (S. 99) und am 14. August um Mitternacht wurden Melchior zur Gilgen, Anton Pauillart, Ludwig Tschudi zu Rittern des heiligen Grabes geschlagen, ebenso noch vier Polen, sechs Niederländer und Engländer, drei Spanier, ein Mailänder, zwei Franzosen, ein Schotte, zwei Pilger aus Cöln, zwei aus dem Elsafs und Breisgau und ein Graf von Nassau (S. 308). Am 21. August segelten die Pilger von Jaffa wieder ab (Stocker 21). In Famagusta auf Cypern trafen sie (28. August) drei Landsleute unter dem dortigen Kriegsvolk: Heinrich Brunei - aus Jestetten, Hans Schumacher aus Basel, Melchior Kürsnar aus Kottweil (S. 339f.; Stocker 25), sowie den Hauptmann Georg Seltzlin aus Salzburg (Stocker 27); nachdem sie die Entlassung jener drei durch ihre Bitten bewirkt, segelten 15* 228 sie nach Rhodus weiter (Stocker 28f.). Hier trafen sie die Johanniter Wolf Bermhuser aus Schwaben, Hans von Bischofrode (Herquet im Johann. Wochenblatt 1881, S. 16), Christoph Waldner aus der Pfalz (Stocker 45 u. Herquet ibid. 1875, no. 16), sowie Wolf von Maafsmünster aus dem Elsafs, die sie beschenkten (letzterer gab später dem Hans Stocker einen ausführlichen Bericht über die Einnahme von Rhodus; S. 94 —100). Während Nicolaus von Meggen, Martin Richmuth hier zurückblieben, segelten Thomas Stocker und Sigmund Schwarz- murer nur bis Apulien mit, um nach Rom zu gehen; Stock er landete am 8. November in Venedig und nahm wieder seine Herberge bei Peter Schneider von Bern, „den man nennet Peter Binder" (S. 54). Dann kaufte er ein Pferd in Treviso zur Rückreise (S. 56), traf in Trient den von Jerusalem heimkehrenden Grafen von Nassau (S. 58) und erreichte über Trient, Landeck, Vorarlberg am 7. Dezember glücklich Schaff hausen (S. 64), wo er höchst ehrenvoll empfangen wurde (S. 65). Die Pilgerfahrt des L Tschudi (Reise- und Pilgerfahrt zum heiligen Grabe, St. Gallen 1606) gab Melchior Tschudi, die des H. Stocker (H. Stocker von Schaffhausen, Heimtahrt, Schaffhausen 1839) Maurer-Constant heraus; Tschudi beschrieb unter starker Benutzung des Felix Fabri und Bro- cardus (S. 355 f.) seine ganze Fahrt. Stocker nur die Rückreise. Inbezug auf den oben unter den Pilgern Walter (sonst auch Hans genannten) von Hallwyl hat sich die Sage erhalten, dafs er der einzige Sohn seines Vaters war und wider Willen desselben seine Pilgerfahrt unternahm. Beim Abschiede zerbrach der Vater einen Ring in zwei Hälften, damit er durch die eine sich bei seiner Rückkehr legitimieren könne. Als er nun nach 20 Jahren endlich heimkehrte, fand er das Schlofs seines Vaters in ein Kloster umgewandelt, aber gewann es, da er sich durch die besagte Hälfte des Ringes als der richtige Erbe ausweisen konnte, glücklich wieder (Rud. Grimm, Neue vermehrte und verbesserte 229 Schweizer Chronica, Basel 1786, 212, daraus wiederholt in: Alpenrosen, ein Schweizer-Almanach, herausgeg. von Kuhn, Meifsner, Wyfs u. a. 1811, 229. Die Erzählung ist geflossen aus einer durch Burckhardt von Hallwyl 1562 überarbeiteten Familienchronik (vgl. Alpenrosen 1815, 71 f.; Ar- govia VI, 1872, 132—133). Gütige Mitteilung des Herrn Grafen Paul Riant. C. 1519, wahrscheinlich kurz vorher, ging Hans von Flersheim nach Jerusalem, nur um Ritter des heiligen Grabes zu werden, „wiewol derselbig zu vilmalen in ehrlichen thatten zu ritter geschlagen" (Waltz, Flersheimer Chronik 2). 1520. Heinrich Wölfli (Lupulus), Chorherr von St. Nikolaus, Dolmetscher und Ausrufer des Ablafspredigers Samson, (später Protestant), seit 1527 der erste Chorgericht-' schreiber der Stadt Bern (S. 362), brach in seinem fünfzigsten Lebensjahre zu einer Reise nach Jerusalem 1520 auf. Am 20. April verliefs er Bern, traf am 24. in Luzern seinen Reisegefährten Wymänn und ging mit ihm über den St. Gott- hardt nach Mailand, wo erden päpstlichen Ablafshändler Samson und den päpstlichen Legaten traf; am 13. Mai kamen die Pilger in Venedig an, wo sie in der Herberge eines Schweizers Peter Theilkäs Unterkommen fanden (S. 371). Während eines siebenwöchentlichen Aufenthaltes besuchten sie die Sehenswürdigkeiten der Stadt und segelten am 9. Juli ab. Am 1. August besichtigten sie die St. Markuskirche auf Candia, an deren Portal sie die Wappen des Ludwig von Diefsbach, Hans Ludwig von Scharnachthal, Kaspar von Mülinen, Bastian und Johann von Stein, Adrian von Bubenberg jun. und seines Priesters Benedikt Erki fanden, die 1480 nach Palästina gezogen waren (vgl. diesen Katalog S. 177) (S. 371). Am 22. August landeten sie auf Rhodus, wo der Johanniterritter Wolf- gang Maafsmünster sie umherführte; in der Barfüfser- kirche fanden sie die Grabsteine zweier Schweizer Pilger Melchior zur Gilgen und Peter Falk (vgl. oben S. 226). Nachdem sie am 19. September vor Jaffa Anker 230 geworfen, brachen sie von da am 24. auf und trafen zwei Tage später in Jerusalem ein (S. 371). Am 20. Oktober kamen sie wieder nach Rhodus, am 26. nach Candia, wo sie bis zum 12. November liegen bleiben mufsten. Am Weihnachtsfeste landeten sie in Corfu und nahmen Wohnung in „der Krone", wo sie die Wappen von zwei Berner Pilgern fanden. Nachdem sie hier ihr altes Schiff verlassen, landeten sie am 2. Januar 1521 in Otranto, erreichten am 19. Salerno, wo Wölfli „Baschi Schmid, Eidgenosse von Willisau" traf, am 21. Neapel und am 30. Rom. Nachdem hier sein Reisegefährte Wymann sich von ihm getrennt, besuchte Wölfli alle Sehenswürdigkeiten, wobei ihm ein Prälat Dr. Kaspar Wirtz von St. Gallen, sowie ein Berner Namens Jakob Gantner vielfach nützlich waren; am 23. Febr. verliefs Wölfli Rom „das nüwe Babylon und Ehegraben aller lästeren" in Begleitung eines Gardisten Jakob May aus Bern. In Spoleto besuchte er einen gelehrten Freund Lupus Charetius (S. 379), fand ausgezeichnete Aufnahme und pilgerte von da infolge eines während des Sturmes abgelegten Gelübdes nach Loretto; hier verabschiedete sich Jakob May, um nach Rom zurückzukehren. Am 13. April kam er nach Mailand, am 28. April, nachdem er noch das südliche Frankreich besucht hatte, nach Genf (S. 380); am 1. Mai erreichte er Lausanne, am 3. Bern (S. 386). Auszüge aus der ältesten deutschen Bearbeitung seiner Reisebeschreibung (darin 38 Illustrationen von Jakob Düntz in Bern) gab Herr Dr. Otto Ziegler zu Bern im Sonntagsblatt des „Bund" 1874 Nr. 46, S. 362 — 363; Nr. 47, S. 371—372; Nr. 48, S. 378—380; Nr. 49, S. 386-387; Nr. S. 52, 409, welche Nummern Herr Dr. Ziegler mir zur Benutzung gütigst zusandte. 1521. Pfalzgraf Ottheinrich bei Rhein brach am 15. April von Lauingen auf, langte am 3. Mai in Venedig an, wo sich vier verschiedene Pilgergesellschaften anschlössen: l) Reinhard von Neuneck (oder Richard von Rieneck?), Georg von Wembding, Wilhelm 231 von Leonrod (auch Bero von Hirnheim?) mit einem Koch Stephan, einem Dolmetscher Hensel, einem Knecht Buprecht, ferner 2) Graf Georg von Zweibrücken x mit dem Mönch Pancratius von Wilsberg, einem Diener Hensel, sowie Engelhard von Hirschhorn, Philipp Ulner von Dieburg, Bonaventura von Breitenbach, ein reisiger Knecht Schna 1, ein Edelmann aus Dänemark Magnus Bildt und ein Nürnberger Bürger Sebald Gratz; 3) Bernhard und Jakob Worm- ser, Martin Vollmer, Domherr aus Strafsburg, Apotheker Franz und ein Guardian, ebenfalls daher, ein Vikarius aus Metz und Peter Hochschild; endlich 4) Heinrich von Landenberg, Christoph Plarer, Bastian und Walter Mumprat, Vettern, Walter Kuppel, Domherr aus Minden, Freiherr Kuckelt von Merode aus Jülich, ein Propst aus Brügge, Hans Zed- litz von Parchwitz und Christoph Kotlütz (Kitt- litz?), beide aus Schlesien, und Friedrich Issekra aus Böhmen; auf der Heimkehr starb Johann von Ow. Der Pfalzgraf verliefs am 5. Juni Venedig, kam am 18. Juli nach Jerusalem, von wo er am 3. August wieder aufbrach und Triest am 3. November erreichte; von da ging er über Adelsberg, Innsbruck, Lauingen nach Nürnberg und langte am 16. Dezember daselbst an. Den Text siehe bei RM. 349 — 401 und die kürzere Bearbeitung des Textes von Niki im Collectaneenblatt des histor. Vereins, Neuburg 1882, XLVI, 1—26. Nach Spruner, Charakterbilder aus der Bayerischen Geschichte 1878, 265 wären von den in der ersten und zweiten Pilgergruppe genannten Mitreisenden des Pfalzgrafen alle 1) Er bestimmte noch am 2. Mai 1521 daheim (wohl am Tage seines Aufbruchs) durch seinen Amtmann in Reichshofen, Wolf von Wickersheim, die Überreichung von 50 rheinischen Gulden an den Präceptor, Prior und Konvent des heil. Geist - Spitals zu Stephansfelde, jährlich am Donnerstag nach Cantate ein „Jargezeyt und ge- dechtnufs" zu begehen; vgl. J. G. Lehmann, Geschieht.; der Grafen Hanau-Lichtenberg II, S. 324 f. 232 bis auf ihn, den siebenzehnjährigen Grafen Georg von Zw., Reinhard von Neuneck und Georg von Wemb- ding auf der Reise gestorben, wovon jedoch unser Bericht nichts erzählt. Über den zum Andenken an diese Pilgerfahrt gewirkten Teppich vgl. RM. 345, Note 1, ebenso über die Geschichte „ vom dicken Enderle von Ketsch", die vom Schultheifs von Kolmar bereits erzählt wird, Caesar Heisterbac. Dialog. XII, c. 7—8, p. 322. Sonst vgl. Johannit. Blatt 1881, 16—18. Zwei parallele Berichte von ungenannten Mitpilgern des Pfalzgrafen, die aber wenig Persönliches enthalten, werde ich in der Zeitschrift für deutsche Philologie veröffentlichen. 1523(a.) Peter Füefsli aus Zürich, seit 1518 Mitglied des grofsen Rates und 1521 Fähnrich der für Leo X. kämpfenden Eidgenossen, trat am 9. Mai 1523 seine Pilgerreise mit Heinrich Ziegler an (S. 209); sie ritten über Maria-Einsiedeln, Werdenberg, wo Ludwig Tschudi ihnen freundliche Ratschläge gab (S. 210), nach Feldkirch, dann über den Arlberg nach Landeck, von da über Trient, Castel- franco nach Venedig, wo sie vom Dogen gut aufgenommen wurden. Hier empfing Füefsli durch einen Johanniter Simon Iselin aus Constanz ausführliche Nachrichten über die Eroberung von Rhodus durch die Türken, die er in einem Schreiben an seinen Bruder nachhause schickte (S. 21 lt.), und fand auch eine deutsche Bibel, die er als Lektüre mit auf das Schiff nahm (S. 211). Am 7. Juli segelten die Pilger ab und kamen am 14. August nach Famagusta; am 25. betraten sie das heilige Land. Ein deutscher Mi- norit namens Hugo führte sie an den heiligen Stätten umher. Nachdem sie auch den Jordan besucht, kehrten sie nach Jerusalem zurück; Peter Füefsli (die Originalurkunde ist vom 15. September 1523 ausgestellt und befindet sich noch im Füefslischen Familienarchive), Philipp Hagen aus Strafsburg, Georg von Prangert aus Lothringen und Erhard Rido aus Ryssel (Lille) wurden zu Rittern des heil. Grabes geschlagen. Hierauf verliefsen sie in der Nacht des 23. September die Stadt und schifften sich 233 am 3. Oktober von Jaffa ein; am 13. landeten sie auf Cy- pern (S. 22l) und segelten am 1. Dezember wieder ab (S. 222). Nach mannigfachen Gefahren und Beschwerden landeten sie am 12. Januar 1524 in Venedig und kamen am 27. wieder zurück nach Zürich (S. 223). Die Reisebeschreibung ist in einem sehr dürftigen Auszuge von Joh. Konrad Fuefslin im Anhange zu Heinr. Mi- rikes Reise von Konstantinopel nach Jerusalem, Augsburg 1789, S. 207—224 mitgeteilt worden; ausführlichere Mitteilungen, durch die ich zum Teil die dort gebotenen Nachrichten ergänzte, sind enthalten in dem Neujahrsblatt (Nr. XL VI) der Feuerwerkergesellschaft zu Zürich (für das Jahr 1851), S. 47 und 48. Die Handschrift befindet sich auf der Stadtbibliothek in Zürich (Mskr. 571). 1523(1).) Philipp Hagen traf in Venedig als Reisegefährten Thiebaut von Jeandelaincourt (bei Nancy) und George von Craincourt (auch bei Nancy), ferner Dirk Datz (S. 231) und Jan von Gorkum, beide Domherren von Utrecht, denen sich später Peter Füefsli aus Zürich, Heinrich Ziegler und ein päpstlicher Hauptmann Hans Miller, Georg, Lesemeister zu ßrixen, und Sixtus von Bar, Kanonikus von St. Aurelia (S. 232, 242) zugesellten. Nach siebenwöchentlichem Aufenthalt fuhr er endlich am 29. Juni ab (S. 239) und landete am 25. August In Jaffa (S. 245); in Nicosia hatte er einen Klosterbruder Ludwig aus Danzig angetroffen (S. 247). Am 3. September langte er in Jerusalem an (S. 251) und wurde am 21. zum Ritter des heil. Grabes geschlagen (S. 271). Am 23. September brach er wieder auf (S. 272 i, landete am 22. Dezember bei Manfredonia (S. 287) und erreichte Anfang 1524 über Neapel und Rom glücklich Venedig (S. 288 -289). Die Reisebeschreibung gab Conrady, Vier rheinische Palästina-Pilgerschriften, Wiesbaden 1882, 222—290 heraus. 1523 (e.) am 11. April stellen Bürgermeister und Rat von Zürich dem Johann Huneck von MeHingen zur Pilgerreise nach Jerusalem einen lateinischen Geleitsbrief _234 aus (Dr. Johann Strickler, Aktensammlung zur Schweiz. Keformationsgeschichte, Zürich 1878, I, 208, Nr. 588); über Hünegg, welcher auch am heil. Grabe den Ritterschlag empfing und in den itafienischen Kriegen ein Hilfscorps in päpstlichen Diensten kommandierte, vgl. Dr. Theod. v. Liebe- nau, Geschichte der Stadt Meilingen in Argovia XIV, 40. L. Vor 1526 ward Domius Zollikofer aus St. Gallen Ritter des heil. Grabes (E. Götzinger, Die Familie Zollikofer, St. Gallen 1887, 5). In den Jahren 1526—1528 unternahm der Franziskaner Angelus von Krems eine Pilgerfahrt; der uns noch erhaltene Bericht ist jedoch nur eine genaue Beschreibung der heiligen Stätten (Wien Nr. 12893; vgl. RM. 582 — 583, Nr. 229). 1527. Gabriel von Rattenberg und Primus von Stein, zwei Franziskaner, brachen am 29. April von Hause auf und erreichten am 25. August Jerusalem, wo erstem- zehn Wochen krank zurückblieb. Erst am 12. Oktober konnte er seinen Rückweg antreten und kam am 31. Dezember glücklich wieder in Venedig an (den Text im Auszuge siehe bei RM. 402—407). 1529 am 24. September ward Pater Germanus von Kreitenach zu Ensersdorf bei Wien von den Türken erschlagen ; er hatte eine Wallfahrt nach dem heiligen Lande vor einigen Jahren glücklich vollendet (Analecta Francis- cana, Ad Claras Aquas 1885, I, 74). C. 1530 ging Johann Bartels aus Lübeck nach dem heiligen Lande und liefs nach seiner Rückkehr in der St. Ka- tbarinenkirche zu Lübeck ein Monument durch della Valle errichten, welches die hauptsächlichsten Orte des heiligen Landes darstellt (Jacob, a Melle, De itineribus Lubecensium religiosis, 14 ff.). 1542. Jodocus von Meggen aus Luzern brach am 8. Mai von Hause auf und ging über den St. Gotthardt, Mailand nach Venedig, wo er die Gesandten des Kaisers, des Sultans, des Königs von Frankreich und des Herzogs 235 von Ferrara sah (S. 19—26). Nachdem er noch eine Pilgerfahrt nach Loretto vollendet, kehrte er wieder nach Venedig zurück, wo er sich folgenden Pilgern anschlofs (S. 33): Johannes de Meryta, ein Franziskaner aus Löwen, Antonius de Baest, aus Gent, Carolus de Petrosio, aus der Auvergne, Alexander Zoete (alias Dulcis), aus Gent, Antonius Niger, ein Kanonikus aus Melun, (S. 34) Johannes de Lamboc, aus Utrecht, Robert della Rue, aus Melun, Gerhard de Billonnez, aus Nivelles, Franciscus de Trupiunis, aus Peronne, der in Rom wohnte, Jacob Pabo, aus Limoges, Simon Inuelener, aus Antwerpen, Guillaume Prendhome, aus Cambray, Ofte de Vuale, aus Gent (S. 35), Ve- dastus de Bouts de Caruino, Livinus Scaper, Jacob Balduin de Herzerre in Flandern. Am 23. Juni segelte Jodocus ab, besuchte auf Candia das Grab seines Oheims Johann von Meggen, der 1497 auf seiner Pilgerfahrt dort gestorben war (S. 56; vgl. oben S. 207), in Cypern (in dem Minoritenkloster St. Johannes) das des Grafen Johannes von Montfort (S. 66). Hier sah er auch die Wappen des Herzogs von Savoyen und die französischen Lilien (S. 76). Nachdem das Schiff noch 26 Pilger, meist aus Niederdeutschland und Holland, welche nach dem 23. Juni von Venedig abgefahren waren (S. 81), aufgenommen hatte, landeten die Pilger, 67 im ganzen, glücklich in Jaffa (S. 90), kurz zuvor war Johannes de Lamboc gestorben (S. 82), in Jaffa folgte ihm Thomas Janseos aus Gent und bald darauf auch Jacob Bavende Varmen aus Holland (S. 85f.). Nachdem Jodocus auch Ägypten und den Sinai besucht hatte (S. 164—200), kehrte er über Neapel (S. 237—238), Rom (S. 238—240), Florenz und den Splügenpafs (S. 245) wieder glücklich heim (auf S. 240 —245 ist ein genaues Itinerar von Rom bis Luzern gegeben). Seine Reisebeschreibung erschien Dillingen 1580. e. 1543 soll Graf Wolf von Eberstein das heilige Land besucht haben (Zimmersche Chronik ed. Barack 1, 166). 236 1546. Wolf Holzwirth aus Halle ging am 30. August 1544 von Halle nach Leipzig in Begleitung des Wittenberger Professors Andreas Aurifaber, dann über Nürnberg, Augsburg, Innsbruck nach Venedig, blieb dann zwei Jahre in Italien, diente einige Zeit in der päpstlichen Garde in Rom und als Trabant bei dem Herzoge von Salerno. In Rom lernte er in einer Apotheke den böhmischen Studenten Ulrich Prefat von Wilkanau kennen (dessen Reisebeschreibung 1547, 1563 und 1567 gedruckt erschien), und beide beschlossen, nach dem heiligen Lande zu pilgern. Am 7. Juli 1546 segelten sie mit Junker Jacob von Hundtbiss (Waltemiss), dessen Schwager Hans von Rechberg, Friedrich aus Antwerpen und Hans von Berge oder Mecheln, welcher schon drei Jahre vorher in Syrien gewesen war, ab. Sie landeten am 15. August in Jaffa und trafen am 17. August in Jerusalem ein; auf der Heimreise starb Jacob von Hundtbiss. Am 20. Dezember waren sie wieder in Venedig. Aus der Handschrift, welche sich in der Ministerial- bibliothek zu Sondershausen befindet, gab der inzwischen verstorbene Herr Professor Dr. Irmisch obige Auszüge im Regierungsbl. f. d. Fürst. Schwarzb. Sondersh. 1875, 5. Jan. C. 1546—1550. Hieronymus Beck von Leopoldsdorf, Nachkomme des oben S. 181 genannten Konrad Beck, ging, nachdem er Frankreich, Belgien, England, Spanien, Italien und Cypern durchreist hatte, auch nach Jerusalem, dem Sinai und Ägypten, wo die Gelehrten der Expedition Bonapartes 1799 über den Eingang einer grofsen Pyramide (bei Djizeh) die eingemeifselten Worte lasen: Hieron. Bek von Leopoldsdorf (S. 23), dann zurück durch Vorderasien, die europäische Türkei und Venetien. Sein treuer Koch, der ihn überall hin begleitete, Michael Garzin aus der Dauphinö, starb im Jahr 1555 und ist in Ebreichdorf begraben; auf seinem Denkmal ist die oben genannte Route ausdrücklich angegeben (v. Hormayr, Taschenbuch 1828, 25 — 26). Unser Reisender schrieb: Annales Sultanorum Ottomanidarum, die Job.. Lewenklaw 1586 mit 237 Bildern verziert herausgab, ferner: De Syntaxi arabica tum aliquot capitula Alcorani cum aliquot orationibus praeserva- tivis, 1593 und eine Übersetzung der Osmanengeschichte der Kadi von Adrianopel Mubi ed-din Dschemali, die er dem Kaiser Ferdinand I. überreichte (Archiv für Österreich. Ge- schichtsq. VIII, 210; Blätter für Landeskunde für Nieder- Österreich 1875, No. 4 —6 und 1877 XI, 131 — 132). Georg Husz widmete unserem Pilger (1566) seine Reisebeschreibung (Matkoviö, Gjuro Hus, Zagrebu 1881, 74). 1549 reiste Josua von Beroldingen, der übrigens schon 1521 in seinem Siegel das Jerusalemkreuz führte (Missiv im Archiv zu Luzern) zum zweiten male nach dem heiligen Lande (Schweiz. Geschichtsfreund XXI, 12). L. Im Jahre 1550(a.) und zwar am 12. Mai verliefs Graf Reinhard von Hanau mit drei Begleitern, nämlich Wilherich Wallendorffer, Johann Wettlaufer und Bastian von Ammerbach Hanau und erreichte über Bensheim, Tillitz („alda bin ich die nacht noch auff die post gesessen") glücklich Ulm, von wo aus er auf der Donau bis Regensburg fuhr; von hier ritt er über Innsbruck, wo er die in Messing gegossenen Standbilder der Herzöge von Österreich sah, und über den Brenner nach Botzen, von wo er wieder mit der Post bis Trient fuhr (hier wurde ihm das Kind gezeigt, welches die Juden mit Nadeln erstochen haben sollten). In Venedig forderte die Polizei die in Trient ausgestellten Passagierscheine („poleten" d. i. bol- letta da passo), durchsuchte das Reisegepäck nach Waffen, die jedoch vorsichtigerweise in Trient zurückgelassen worden waren, und notierte die Namen der kleinen Gesellschaft, welche hierauf im „Schwarzen Adler" Herberge nahm. Nachdem die Reisenden Venedig genauer sich angesehen, das Frohnleichnamsfest sowie den Jahrestag der Einnahme von Padua durch die Venetianer mit gefeiert, segelten sie am 18. Juni mit 94 Pilgern ab, landeten zuerst auf Zante, wo sie das Grab Ciceros besuchten, erreichten am 6. Juli Candia, am 12. Juli Limissol auf Cypern, wo sie viele Feuer brennen sahen, die ihnen als Signale des im Lande herr- 238 sehenden Friedens erklärt wurden, am 21. Juli Jaffa, aber erst am 26. Juli, nachdem der Guardian von Jerusalem gekommen, durften sie die Küste betreten; am 29. Juli trafen sie in Jerusalem ein. Schon am 13. August fuhren sie von Jaffa wieder ab, landeten auf Cypern am 22. August und schifften sich am 22. September erst wieder ein. Die Handschrift, welche hier abbricht, befindet sich im königl. Staatsarchiv zu Marburg (Hanauer Archiv A No. 47 b) und besteht aus 18 Blättern folio, von denen nur 4 beschrieben sind. Als Ergänzung dazu findet sich ebenda (No. 47 b fol. 182—197) ein Ausgaberegister, dem ich folgendes entnehme. Der Graf nahm für sich mit 60 Goldgulden, 43 „du- caten portugalis", 30 Thaler und 3 Kronen; sein Begleiter Johann (Wettlaufer) hatte in Verwahrung 100 Goldgulden, 80 „ducaten portugalis", 35 Thaler und 20 Kronen, der Rentmeister (Wilherich Wallendorffer) 200 Goldgulden und 35 Thaler. In Tarvis verkaufen sie ein Pferd für 14 oder 15 Kronen, und der Graf kauft zwei Pferde für den Kapitän Peter Carrion und Bastian von Amorbach für 21 Kronen. Für Überfahrt über den Main hatte der Graf gezahlt 9 Pfennige, an Postgeld von Tillitz bis Kufsweyl 2 Thaler, ebenso viel für jede der Routen bis Cannstadt, Ebersbach, Altstadt, aufserdem für jede der vier Touren dem Kutscher natürlich noch ein Trinkgeld. Für Haarschneiden zahlt er in Geifslingen 2 Batzen, einem Wegweiser 1 Batzen, bei Besichtigung des Schlosses von Neuburg an der Donau 2 Thaler, für einen Fufssack in Eegensburg 8 Batzen, für ein Windlicht 4, ein Halfter 8 Batzen, für einen Sattel 2 Thaler. In Regensburg mietet der Graf Pferde und zahlt für das seinige 25 Thaler, für die seiner drei Begleiter 23 Gulden, 20 Gulden resp. 13| Thaler, für die Fahrt auf der Donau von Ulm bis Regensburg zahlte er 7 Floren, dem Schreiber, der ihm „das buch ausschrieb" (also wohl einen Pilgerführer), eine Krone, in Botzen Postgeld eine halbe Krone, für einen Wagen von Tarvis bis Margero 8 Batzen, von da bis Venedig ebenso viel. In Venedig 239 zahlte er für Malvasier 8 Batzen, ebenso viel in Murano, wo er die Glasfabrik besuchte, einen Batzen einem Wahrsager, einen Thaler einem Postboten „vor das frantzois testa 1|- floren, vor das italianys testa 5 batzen". Der Wirt vom „Schwarzen Adler" erhält für Herberge 22 portugiesische Dukaten, der Schiffspatron 189 Floren 8 Batzen, nämlich für jede der vier Personen 50 Kronen. Im heiligen lande giebt er am Mariengrabe 2 ß, ebenso viel am Grabe Christi und Lazari, 8 ß an dem Orte, wo Christus das Abendmahl gehalten, einen Marcello für eine Wappentafel (die er wahrscheinlich in der heiligen Grabeskirche aufgehängt hat). Nach dieser Aufzählung folgt die Rechnungsablage des Johann Wettlauffer über die oben erwähnte von ihm empfangene Summe. Ein besonderes Itinerar der ganzen Reise ist ebenfalls in Marburg (Hanauer Archiv A, No. 43 fol. 23—36, 4°) erhalten, aus dem sich einige Ergänzungen, welche dem Bericht bereits eingefügt sind, ergeben, nur fehlt hier wie oben jede Nachricht über die Landung in Venedig, wofür übrigens in der Handschrift freier Platz gelassen ist, welchem zum Schlufs der Eid der Ritter des heiligen Grabes folgt. Ich besorgte dem Herrn Grafen Paul Riant eine sorgfältige Abschrift dieser Texte, deren Benutzung er in bewährter Liberalität gestattete; vorstehenden Auszug machte Herr Dr. Meisner. 1550(1).) Friedrich Rehlinger aus Augsburg bricht von Venedig am 18. Juni auf und wird mit Siegmund Rauch von Raitt, Otto von Arnberg, Peter Carion von Brugg zum Ritter des heiligen Grabes geschlagen; das Nähere siehe bei RM. 408—413. 1551. Siegmund Thunger, Dr. jur. und Chorherr zu St. Johann in Würzburg, bricht mit den beiden Domherren Johann Fuchs von Bimbach und Michael von Lichtenstein von Würzburg am 28. April auf und erreicht am 16. Mai Venedig, wo sich aufser anderen, besonders niederländischen, Pilgern noch der Chorherr Friedrich von 240 Kedwitz von Stamberg anschliefst. Am 16. Juni segeln die Pilger ab, erreichen am 21. Juli Jerusalem, wo Thunger, Fuchs und Michael den Ritterschlag empfangen, und treffen am 26. Dezember wieder glücklich in Venedig ein; sonst vgl. Jaenig 55 u. 75 No. 170 u. 203: 23. März 1553. Das Nähere siehe bei RM. 414—423. 1552—1553. Daniel Ecklin (Egli) aus Aarau, ein Apotheker, kam am 16. März 1552 nach Venedig, um dort mit Hilfe seiner Empfehlungsbriefe Stellung zu finden, be- schlofs aber, da man ihn wegen seiner Unkenntnis des Italienischen nicht annehmen wollte, mit einem Standesgenossen Francisco Donineo aus Fontaneila bei Cremona die Levante zu bereisen (S. 399 a). Am 28. März verliefs er Venedig (S. 400) und kam am 28. April nach Candia, wo er im Hause eines reichen Griechen als Informator bis zum 7. Januar 1553 blieb (S. 400 a—401). Von da fuhr er über Alexandria nach Cypern, wo er am 27. Januar eintraf, und erreichte am 29. April Tripolis (S. 401), wo er bis zum 11. Mai blieb. Hierauf besuchte er Aleppo (17.— 21. Mai) und Antiochien und kam am 18. Juni nach Damaskus (S. 401a—402), wo er, weil er allein umher wanderte, der Spionage verdächtig gefangen, aber bald wieder freigelassen wurde (S. 402). Am 20. Juni zog er mit einer Karawane ab und kam am 29. Juni nach Jerusalem (S. 402), wo man ihn zum Renegaten machen wollte (S. 402 a). Bei Bethlehem wurde er von räuberischen Beduinen gefangen, aber durch Vermittelung der Mönche des Klosters wieder befreit (S. 403 a). Am 6. September verliefs er Jerusalem, am 14. September Jaffa und kam am 2. Dezember wieder nach Venedig (S. 404). Dann trat er in Padua in die Dienste der daselbst studierenden Söhne des Grafen Julius von Hardeck, als deren Präceptor er Hans Jacob Halbmeyer nennt; von da ging er nach Venedig zurück und nach Rom, schliefslich sogar nach Prefsburg, wo er Stellung fand in der Apotheke des Sigmund Greder. Ecklin kehrte am 23. Dezember 1556 nach Aarau zurück und starb daselbst am 2. Januar 1564 (S. 404a). 241 Die dürftige Keisebeschreibung erschien im Reyfsbuch 1584, 399—404a, woraus ein Auszug erschien in: „Das heil. Land", 1875, 80—88. Über die Reise vgl. auch A. Schumann, Aus dem Wiggerthal, Zofingen 1863, 46, 47, 53. L. I556(«i.) Melchior von Seydlitz auf Nikiausdorf und Wirben in Schlesien brach mit Wolf von Oppers- dorf (über ihn vgl. Zeitschr. für d. Gesch. Schlesiens VI, 268), Nikolaus von Riedburg (dieser ward am 6. Februar 1557 im Streit um eine Pfanne durch den Niederländer Hugdurn von Thorney erstochen (S. 260), und Moritz von Altmannshausen von Mailand am 7. Mai 1556 auf (S. 250 a), und segelte am 7. Juni ab; sie landeten am 17. Juli in Jaffa (S. 252) und kamen am 25. Juli nach Jerusalem (S. 252 a). Auf der Heimkehr wurden sie (am 2. August), auf die falsche Nachricht hin, sie seien an einem durch die Malteserritter verübten Überfalle Jaffas mit beteiligt gewesen (S. 257 a—258), gefangen und in Ramleh eingekerkert, wo sie am 15. September durch einige eben gelandete Pilger, wie Johann von Ehrenberg, der in seiner Reisebeschreibung (S. 275a) auch Wolf Müntzer von Babenberg als Gefangenen nennt, und von einem Domherrn aus Mainz besucht wurden (S. 258a); der als sehr hochmütig und geldgierig geschilderte Guardian erklärte auf ihr Bittgesuch ihr Schicksal als Strafe dafür, dafs unter ihnen lutherische Ketzer seien (S. 258 a). Der Pascha von Damaskus kam nach Ramleh und konnte die Gefangenen keiner Schuld überweisen, aber da die Bewohner der Gegend an den türkischen Kaiser appelliert hatten, durfte er sie nicht freilassen, doch versprach des Paschas Kanzler, ein früherer dem Kloster entlaufener Franziskaner, für ihre Befreiung nach Kräften wirken zu wollen (S. 259 a). Am 1. Mai 1557 wurden die Gefangenen nach Damaskus gebracht (S. 262), wo sie an dem venetianischen Konsul Bar- tolo einen Freund und Helfer fanden (S. 262 a), dann über Baalbek, Aleppo (S. 262 a—265) nach Konstantinopel, wo sie am 5. August ankamen, in den Turm von Galata geworfen wurden und zwei Jahre auf Entscheidung warten mufsten. Röhricht, Pilgerreisen. 16 242 Nach langem Bemühen beim kaiserlichen Gesandten Georg von Busbeck, der sie auch zweimal von der Galeere loskaufte (S. 266a—267), und bei der französischen Gesandtschaft, deren, Hilfe besonders ein Mitgefangener, Franz Wolfwocher aus Geldern, nachsuchte (S. 267), wurden sie endlich, dreizehn im ganzen, darunter zwei Mönche, definitiv durch die französische Gesandtschaft befreit (11. Juni 1559), aber da Oppersdorf bei seiner Ankunft in Konstantinopel einen falschen, aber ihm inzwischen wieder entfallenen, Namen angegeben hatte, so war er nahe daran, zurückgehalten zu werden (S. 268). Von Busbek und ihrem edelmütigen Befreier, dem französischen Gesandten, mit Geld und Ratschlägen unterstützt (S. 268 a), verliefsen sie am 22. Juni Konstantinopel, erreichten am 7. Juli Novibazar (S. 269a—270a), wo Moritz von Altmannshausen krank wurde, am 28. Juli Venedig, wo sie das Empfehlungsschreiben des Georg von Busbek, dem kaiserlichen Gesandten, dem Grafen Franz von Thurn, überreichten (S. 272 a). Melchior von Seydlitz kam am 7. September 1559 glücklich wieder in seine Heimat (S. 273; ibid. —273a ein Itinerar von Breslau über Mailand nach Jerusalem, Konstantinopel und zurück). r Die Reisebeschreibung erschien im Reyfsbuch 1584, S. 250 a—274. Fast genau dasselbe erzählt in seinem Berichte (Nürnberg 1624, 4°) der Mitgefangene Wolf gang Müntzer von Babenberg (Bamberg), welcher (S. 26) am 26. Juli 1556 in Jerusalem den Ritterschlag erhalten hatte; es ist aber merkwürdig, dafs er den Melchior von Seydlitz nicht ein einziges mal erwähnt (nur den Niederländer Olivier Themmermann (S. 57), W. von Oppersdorf (S. 69) und N. von Riedburg (S. 89) nennt er als seine Leidensgefährten), wie dieser wieder des Wolfgang Müntzer nicht gedenkt, trotzdem sie dieselbe Reise machten und dieselben schweren Schicksale zwei Jahre lang trugen. Wolf Müntzers (f 29. März 1579) Grabmal, das mit dem Zeichen der Ritter würde geschmückt ist, befindet sich auf dem St. Johanneskirchhofe zu Nürnberg. Aus der seinen Namen 243 führenden milden Stiftung (vgl. Lochner: „Wolfgang Eisen und Wolfgang Müntzer" im Anzeiger für Kunde d. deutsch. Vorzeit 1874, No. 9, 265ff.) werden noch jetzt alljährlich 144 hilfsbedürftige Greise Nürnbergs mit neuen Kleidern und Geld beschenkt. (Gütige Mitteilung des Herrn Dr. Kamann.) 1556(1).) Johann von Ehrenberg verliefs am 6. Juni Venedig, kam am 9. September nach Jaffa, ritt von da am 15. September ab nach Jerusalem, das er am folgenden Tage erreichte (S. 273a). Am 27. September brach er wieder auf und traf in Ramleh als Gefangene Melchior vonSeydlitz, Moritz von Altmannshausen, Nikolaus von Riedeburg, Wolf Müntzer von Baben- berg, Wolff von Oppersdorf und mehrere Niederländer. Er verliefs Ramleh am 3. Oktober und fuhr am 6. Oktober ab; am 26. Dezember landete er in Venedig (S. 275a). Die Reisebeschreibung erschien im Reyfsbuch 1584, S. 273a—275a. 1556(c.) Auf die Pilgerfahrt des Johannes de Alexandra s, Pfarrer zu Schattdorf, beziehen sich folgende Notizen, welche ich durch die Güte des Herrn Dr. Th. v. Lie- benau aus dem Zentralarchiv von Luzern erhielt: „ Dem frommen, fürsichtigen, ersamen vnd wysen Schult- heifs, Landammann vnd Rhäten der fier ortten Luceren, Schwytz, Vnderwalden ob vnd nid dem Kernwald vnd Zug, vnseren besonders gutten Frunden vnd getreüwen lieben alten Eidgenofsen sampt vnd sonders vff ze thun. Vnser früntlich willig Dienst, sampt was wir Eeren, liebs vnd gutts vermögend zuuor, fromm, fürsichtigen, wyfs, insonders gutt fründ vnd getrüw lieb als Eidgenossen. Es ist vor vns erschienen, der wirdig priester Johannes de Alexandriis, bürtig von Lyffinen, so nun etliche jar by vns zu Schattorff die selsorgery versehen, vnd anzeigt das Er mit hilff des allmechtigen gotts willens die Helgen stett zu Hierusalem ze besuchen, vns desshalb gantz demütigklich gebetten, üch zu schryben, das Ir yme sampt vns an die Herschaft Venedig ein 16* 244 früntliche fürgeschrifft geben wollen, damit Er des ortts ern ynen, alfs da Er sich vff das meer lassen mufs, dester bafs gefördert werd; dann Er der Hoffnung, der- selbigen wol zu geniessen. Zu dem anderen diewyl er am zittlichen gutt arm vnd one stür vnd hilff biderber lütten die fart nitt wol volbringen mög, yr yme vmb gottes vnd siner wirdigen mutter Eer willen Ein Zerpfen- nig mittheilen wollen, sölichs wolle Er mit sinem gebett gegen gott dem Herren vmb ücb sins Vermögens gern verdienen vnd bescbulden. Vnd so dan wir disen priester für ein frommen vnd züchtigen priester erkennen, souil vns wüssent, vnd also söliche fartt vmbs sonders andachts willen, alfs Er ens angezeigt, für sich genommen, vnd die kilchgenossen von Schattorff, deren pfarer er dann ist, ouch gebetten yne zu diser Fart ze fürdern, darzu wir dan sonderlich geneigt, Bitten wir üch vnser getreüw lieb alt Eidtgenossen sampt vnd sonders gantz früntlich yr wollen yme eine ziemliche gebürende fürgschrifft an die Herschaft zu Venedig mit vns zu geben bewilligen end ynne darby inbedencken, das Er eins kleinen Vermögens mit Einem zerpfennig oder gab gnedigklich bedenken vnd fürbeuelchen haben, dermafs Ir begern, darumb von gott den Ion zu empfahn, zu dem wir ouch des erbiettens sölichs vnsers Vermögens vmb üch vnd die üwern jederzitt zu beschulden. Nie mit üch end vns in den schirm göttlicher gnaden trüwlich beuelchende. Datum vfs Vry Sonnttags quasimodo (12. April). Anno domini 1556. Landammann end Rhat zu Vry." Zusätze des Stadtschreibers und der Landschreiber: ,, Schultheifs vnd Ratt der Statt Lucern hond Im ein ziemliche fürgschrifft vergöndt vnd Ime an sölliche fart ein schenke than, nemlich IV krönen an gold. Landammann vnd rath zu Vnderwalden ob dem Kern- wald habend im die fiü'gschrifft vergunt end für iren teil zwo krönen an geld gäben. Landammann vnd Eath zu Vnderwalden nit dem Khärnwald habend Ime vergonen fürgeschrifft da das die 245 vnser Eidtgenofsen von Lutzärn machen in vnserem namen vnd habend Ime vergont end mitgetheilt Ein krönen der Sunnen schlag. Statthalter end Rat zu Schwytz haben dem geystlichen herren zoygern dis brieffs geben II Sunnenkronen vnd Ime der fürgschrifft halb ouch bewilliget. Ammann vnd Eath der statt Zug habend ob angezeigten priester der fürgschrifft halber bewilliget end für ein schenk geben zwo krönen." (Original in Luzern, Akten Uri.) L. l55G(d.) Der Codex histor. fol. No. 618 der königl. Bibliothek zu Stuttgart, welcher, um 3 600 zusammengeschrieben, mannigfache Materialien zur Geschichte des Grafen von Montfort enthält, giebt inbezug auf Pilgerfahrten folgende Nachrichten, welche ich der Güte des Herrn Oberstudienrat Prof. Dr. Heyd, Direktor der königl. Bibliothek in Stuttgart, verdanke. Auf Col. 83 lesen wir als Überschrift: „Etlich Schrifften mir (d. i. dem Grafen Hugo von Montfort) aufs Zipern zue- gekommen, S. Johannsen v. Montfort, so daselbst begraben, betreffend" (Diese Schriften wurden nämlich durch zwei Feld- kircher und zwei Bregenzer, die aus dem Orient zurückkamen, zunächst dem Grafen Ulrich von Montfort-Tettnang zugestellt, der sie an Graf Hugo nach Regensburg weiter beförderte). Ein wichtiges Manuskript betreffend denselben Heiligen findet sich in Wernigerode (Zh. 70, 4 °). Aus dem Stuttgarter Codex folgen nachstehende Briefe: l) Christoph Zorn von Düntzenheim bittet den Vogt N. von Almannshausen (vgl. oben S. 243: Altmannshausen) zu Feldkirch (3. September 1556) ihm Lösegeld zu schicken, um dessen Bruder und andere Landsleute, welche als Pilger nach dem heiligen Lande gekommen, festgenommen und in Damaskus eingekerkert worden waren, zu befreien; er wolle das Lösegeld in Famagusta oder Limissol erwarten und die Befreiung der Gefangenen dann versuchen. Wie aus dem Folgenden hervorgeht, war der Bittsteller einer von den zehn Pilgern, welche, gewarnt, in Cypern geblieben waren, wäh- 246 rend die anderen achtzehn ihre Unvorsichtigkeit in der Gefangenschaft büfsen mufsten. 2) Als Anlage zu diesem Briefe folgt „New Zeitung Zedel", eine genaue Beschreibung der unglücklichen Pilgerfahrt, wonach auch die Mönche in Jerusalem gefangen worden seien, denen in Cypern das Kloster St. Johannes de Montfort gehöre. 3) Christoph Zorn von Düntzenheim (3. September 1556) bittet Hans Wilburger in Bregenz unter Wiederholung der bekannten Unglücksgeschichte, die beifolgenden Briefe, von denen der eine von ihm selbst, der zweite von dem Vizekönig von Cypern verfafst sei, an den Grafen von Montfort zu bestellen. 4) Christoph Zorn von Düntzenheim schreibt dem Vogt N. von Almannshausen aus Salines auf Cypern (14. Oktober 1556), wie er die Gefangenen zu befreien hoffe, und bittet dringend um Geld. 5) Derselbe berichtet dem Grafen Hugo von Montfort, Kammerrichter zu Speier, von Nicosia im Kloster St. Johannes de Montfort aus (3. Dezember 1556) über das genannte Kloster, welches ursprünglich St. Maria del Castello geheifsen, jetzt nach einem Jerusalempilger den Namen führe, der dort begraben liege und durch seine Wunder- thaten viele Pilger anlocke; dies Kloster sei eine Filiale des Franziskanerklosters in Jerusalem, aber sehr arm. Da nun jener Heilige offenbar ein Sprofs des deutschen gräflichen Geschlechtes der Montfort sei, so möge der Adressat diesem Kloster, in welchem der Schreiber als Kranker freundliche Pflege gefunden habe, eine Unterstützung gewähren. 6) Der Custos des genannten iKlosters bittet (VIII id. Septemb.) in einem lateinischen Briefe den Grafen Hugo, dessen Geschlecht, wie er jetzt sicher wisse, der Patron seines Klosters angehöre, für dasselbe um freundliche Almosen. 7) Dieser Brief folgt in deutscher Übersetzung. 8) Graf Hugo von Montfort antwortet auf den vorigen Brief (Regensburg 22. Februar 1557), er sei überzeugt, dafs 247 der genannte Heilige seinem Geschlechte entstamme, von dem er auch ein Bild besitze, ebenso wie Vincentius von Montfort, welcher als Flüchtling aus Morea gekommen und. Kanonikus in Trient geworden sei, sich durch das gleiche Wappen als Verwandter dokumentiert habe, und verspricht einen Beitrag zum Schmuck des Klosters. 9) Der genannte „Vincentius de Montfort de Morea, ca- nonicus ecclesiae Tridentinae" schreibt von Trient aus (31. August 1486) an den Grafen Ulrich von Montfort, er habe jetzt seinem bei einem Besuch in Trient geäufserten Wunsche entsprechend auf einem Steine über seinem Grabmal das Wappen der deutschen Montfort sowie eine grie- chiche und lateinische Inschrift anbringen lassen; an einer Keise nach Deutschland hindere ihm seine schlechte Gesundheit. 10) Diesem Briefe ist angefügt ein von dem genannten Vincentius verfafster dürftiger Abrifs der Geschichte der orientalischen Christenheit vom vierten Kreuzzuge bis zur Eroberung Konstantinopels (1453). Der Verfasser berichtet, dafs der heilige Johannes von Montfort in der Absicht auf Cvpern gebheben sei, um die nächste Gelegenheit zur Wiedereroberung des heiligen Landes sofort benutzen zu können; auch habe ein Phiüppus von Montfort an der unglücklichen Schlacht teilgenommen, durch die das heilige Land überhaupt verloren ging. 1558. „Anthonius a Wiltpurck, dioc. Trevirensis, canonicus, dum in Urbe apostolice sedis hominumque morum lustrandorum gratia Jherusolyma reversus hereret, satisfacta laudabili majorum consuetudine inclito se Germanorum col- legio ascripsit 1558 die 19 Julii, dedit scutum 1." (Liber confraternitatis B. Marie de Anima Teutonicorum de Urbe Romae 1875, 58, no. 236.) C. 1560. Anton Zurlauben hinterliefs eine Beschreibung seiner Pilgerfahrt, über die jedoch nichts Näheres bekannt ist (Leu, Helvet. Lexikon XI, 397; Schweiz. Geschichtsfreund XXIX, 145; Jahresbericht der Industrieschule von Zug 1875, 69). L. 248 1561—1584. Der „Schweizerische Faust" Leonhard Turneisen aus Basel (geb. 1531, gest. 1596), besuchte dreimal Jerusalem und zwar zuerst 1561—1566, zuletzt 1584; er ward bekanntlich kurfürstlich brandenburgischer Leibarzt (Möhser, Beiträge zur Geschichte der Wissenschaften in der Mark Brandenburg, Berlin 1783, 1—198; vgl. 59). Eine Beschreibung seiner Reisen soll sich (nach L.) in den Sammlungen des Ratsherren Leu auf der Stadtbibliothek zu Zürich finden (Leu, Helvet. Lexikon XVIII, 158; Supplem. VI, 51). Nach Heberer (489) war er in Rom begütert. Der Gardehauptmann Jost Segisser schreibt (nach L.) von Rom am 8. August 1584 an den Rat von Luzern: „Der Thurneisen von Basel ist hier, thut sich für gut catholisch aufs, wie ich von ander Lüten verstau, sol um erloubnus zum helgen grab anhalten, da er fürgibt, fige sonst vor 2mal da gsin, hat hier in unser lieben Frouwen Cappell oder Kirchen, die de Monte genangt wirt, ein gsungen ampt lassen halten, 2 silberin kertzen stocke uffgeopfert. In fine videbimus, cujus thoni. Ich gloub aber, er sye wie die un- huldye von Küfsnacht, so man gemeinlich seelenmutter nengt." Sonst vgl. Jänig 174, Nr. 960: 5. Februar 1586. 1561(a.) Graf Albrecht zu Löwenstein bricht von Hause am 30. März auf; in Mündelsheim schliefst sich ihm an Christoph von Laubenberg, in Augsburg Christoph von Pappenheim, Erbmarschall des römischen Reiches, Meinhard von Schönberg (nach Khevenhüller 194: aus Württemberg), Heinrich Hermann Schützper (Khevenhüller 194: Schupper), genannt Milchling, aus Hessen, Kaspar Nothaft von Hohenburg; aufserdem werden noch als Mitreisende genannt: Jacob Wormser sen., David Furtenbach aus Feldkirch (Kh. 194: aus Baden), welcher am 2. Dezember 1561 am Sinai begraben ward (vgl. Wormser 226f.), Jakob Kühn (Wormser 222: König), genannt! Jazky, aus Danzig (vgl. 207 a) und der Diener Friedrich Dürr (S. 189—189a), Franz Khevenhüller zu Aichelburg aus Kärnthen (er starb auf der Fahrt zwischen Cypern und 249 Candia), sein Vetter Bartholomae Khevenhüller, jeder mit einem Diener, Georg Sundauer und der Präceptor Fabian Stöfser aus Danzig (er starb in Tripolis), Adam von Thüngen (oder Thöring) zum Stein (aus Bayern) mit seinem Diener Wolf Huber, Siegmund Rumpf zum Waolrofs aus Kärnthen und sein Diener Andreas Schwinghammer, Psemeck von Witzgana (Khevenh. 205: Prezewekh von Witzkova), genannt Pros- suossky (Kh. 193: Prosinoffski) aus Steiermark, Werner von Merode, genannt Schlofsberg (vgl. S. 209), Kaspar Hain (Albrecht 189a; Wormser 215a), ferner Marx Friedrich von Thüngen aus Franken (er starb in Beirut; vgl. Wormser 224f.), Bernhard von Thüngen, sein Vetter (dessen Diener war ein Lediger von Thüngen), Eberhard von Beilersheim (Kh. 194: aus d. Wetterau), Eberhard von Brambach (Kh. 194: Esterwalde), Job. Brendel aus Homburg (Kh. 194: Berndt von Honburg aus d. Wetterau), Christoph Veit von Rie- neck aus Franken (Albrecht 189), endlich die Niederländer: Williken Enten aus Camp in Friesland, Degen von Ball, seine Frau, Johann de Lou aus Gent, Elisabeth, Lesanders Frau, Adrian von Bosch aus Delft, Haug von Rugk aus Delft, Dirk Jans von Pour- mereyt, Meister Heinrich Jans von Pourmereyt, Ulbe Heynis bey Werden in Friesland, Jonus Symus aus Amsterdam, Peter Arienis Tromper aus Rotterdam, Jan van den Boefs aus Brüssel, Hans Voynens aus Tiel in Geldern (Albrecht 189), der Sohn des Patrons, ein Priester und zwei Bauern aus Frankreich, zwei Pilger aus Valenciennes, einer aus Besancon, aus Italien, aus Abyssinien, aus St. Gallen, vier Spanier, darunter zwei Priester und der Dolmetscher (ein geborener Niederländer; vgl. 189a). Graf Albrecht traf über München, Innsbruck, Brixen, Trient am 20. April in Mantua ein, wo eben die Hochzeit des Herzogs von Mantua mit Leonore, der Tochter des Kaisers Ferdinand I., gefeiert wurde (S. 190), am 8. Mai in Venedig, wo er Christoph von Wolkenstein begegnete. Den hier abgeschlosse- 250 nen Kontrakt mit dem Patron unterschrieb Aloisius Pal- lao, notarius officii duorum cattaverii, als Zeugen fungierten David Ott, Faktor der Fugger, Johannes Eubino Orlando und Keinardo Tholemais (Tholomaziis oder Falonisch?), die Diener des Amtes Tiberio und Christophoro (Albrecht 191a; Wormser 216a). Von Venedig segelten die Pilger, im ganzen 60 an der Zahl, darunter ein armer Schweizer aus St. Gallen, für den die übrigen das SchifFsgeld bezahlten (S. 189a), am 4. Juli ab (S. 191a). Im Antoniuskloster zu Canea auf Candia fand man (S. 192) folgende Wappen deutscher adeliger Pilger Hohenlohe, Königseck, Truchsefs von Waldburg Kechberg, Pappenheim, Ramstein, Alfingen, Wel wardt, Giefsen, Eedern, Talacker, Frankenstein Ehingen, Wernau, Riedheim, Langeneck, Hirsch hörn, Seibolsdorf, Mülwetzhausen, Schönberg Starnberg, Weichfs, Köntzberg, und dabei stand die Zahl 1468. In Ramleh sah man die Wappen: Hans Wilhelm von Zimmern, Montfort, Fürstenberg, Lüpffen, Stolberg, Mörspurg, Zollern und Hanau (S. 192a). Am 4. September nachts wurden in Jerusalem zu Rittern des heiligen Grabes geschlagen (vgl. Khevenhüller 205): Franz Khevenhiller, Psemeck von Witzkova, Johann deLou, Adrian von Bosch, R. von Gleinitz, Siegmund Rumpf (S. 194a), in der folgenden Nacht: Adam von Thüngen, Jakob Wormser sen., Willcken von Enten, Hermann Schutzper, Bernhard von Thüngen, Christoph Veit von Rie- neck (S. 194a; Wormser 221; sie alle waren evangelischen Glaubens), endlich noch Christoph von Pappenheim, Christoph von Laubenberg, Eberhard von Bel- lersheim, Meinhard von Schönberg, Johann Brendel, Wolf Huber, Hieronymus Thünger (Wormser 218a). Am 9. September trennten sich die Pilger; ein Teil ging nach Jaffa zurück, während Rumpff, Wormser, Jazky und Graf Albrecht in Jerusalem zurückblieben, um später nach Ägypten zu gehen (Albrecht 195a; Wormser 222). 251 Am 9. Oktober brachen sie auf (S. 196a) und kamen am 20. nach Cairo (S. 197; Wormser 223), wo sie bei den Konsuln Frankreichs und Venedigs Guillaume Guardiola und Leonardo Eymon freundliche Unterstätzung fanden (S. 198). Hier trafen sie auch einen Mamluken, Paul Beut er aus Feldkirch, der einst mit den Herren von Madrutz von den Türken gefangen worden war, den Sohn des Kunz Metzger aus Markschönfeld (S. 197) und einen deutschen Trompeter aus Landsberg in Bayern (S. 198). Am 13. November kamen Adam von Thüngen und Reinbert von Gleinitz, welche von Jerusalem direkt hatten nachhause fahren wollen, nach Cairo (S. 198); am 14. November schlössen sich ihnen noch Siegmund Grysser, ein böhmischer Kaufmann, und ein Vertreter der Ulstetter, Georg Kolnitz, als Dolmetscher an, um nach dem Sinaikloster zu ziehen (S. 198 a). Am 17. November brachen sie auf, fanden an einem Brunnen viele deutsche Namen, leider unleserlich, angeschrieben (S. 198a) und erreichten am 29. ihr Ziel (S. 198a—199), wo David von Furtenbach an der Ruhr starb (S. 199a—200a; Wormser 226 a). Wormser (225 a) las hier in der Katharinen- kirche die Namen: Zorn, Knobloch, Nikolaus Wormser, Caspar Böcklein, Albrecht (S. 199) sah die Namen und Wappen von: Wertheim, Polheim, Ludwig von Rechberg (wobei die Jahreszahl 1486 stand), und (ohne Datum): Lichtenstein, Königsberg, Otto von Zedlitz, Klöbel, Wormser, Rheyn, Meissner, Wolwarth (Welwart?), in einer anderen Meinen Kirche auch die Namen: Albrecht Wenzel, Ludwig von Rechberg und an anderer Stelle Hans von Hössberg (S. 200) angeschrieben. Die Pilger kamen am 21. Dezember wieder zurück nach Cairo (S. 201; Wormser 227), wo sie der Faktor der Ulstetter Jakob Beyer besuchte (S. 201); am 4. Januar 1562 segelten sie ab nach Rosette und Alexandria, wo sie am 11. Januar durch einen ihrer Reisebegleiter, den Renegaten Cirfus Schaber aus Eisenstädt in Osterreich fälschlich angeklagt wurden, an 252 einem Araber einen Mord verübt zu haben, der dem die Pilger begleitenden Janitscharen zur Last fiel (S. 201a). Durch Vermittlung des französischen Konsuls freigelassen (18. Januar), wurden sie doch wieder gefangen und nach Cairo zurückgebracht (S. 202—203), wo Georg Kolnitz (Wormser 230 nennt ihn: G. Clarifs aus Brüssel) und ein Augsburger Uhrmacher Martin Marquardt (6. Februar) ihre definitive Befreiung erwirkten (S. 203 a—204 a). Sie segelten am 17. Februar mit dem Schiffe des Angelo Pico aus Ancona von Alexandria ab, kamen am 2. Mai nach Ancona (S. 208; Wormser 233), von wo Wormser (S. 234) direkt nach Venedig ging, während Albrecht nach Rom sich wandte (S. 209), wo er bei Friedrich Fugger freundliche Aufnahme fand. Er verliefs Rom wieder am 16. Juni und traf am 1. Juli in Venedig ein (S. 209), holte hier seine bei David Ott zurückgelassene Rüstung, empfing Briefe aus der Heimat, die er auf dem alten Wege am 16. August wieder glücklich erreichte (S. 209—210; auf S. 211—212 a ist ein Pilgerführer abgedruckt). Die Reisebeschreibung erschien im Rejlsbuchl584, S. 188 a—212a. Aus einer leider nicht näher bezeichneten lateinischen Handschrift ist das Ritual für die Aufnahme in den Orden des heiligen Grabes (Reyfsbuch S. 194 a—195) abgedruckt bei Vulpius, Curiositäten, Weimar 1818, VI, 518—526, wo sich auch Notizen über die Person unseres Pilgers finden. Vgl. auch Christoph Jakob Kremer, Abhandlung von den Grafen von Löwenstein, älteren und mittleren Geschlechts, München 1765 und Riehl in: Kulturhistorische Noveletten: Die Lehrjahre eines Humanisten. 1561 (Ib.) Jakob Wormser sen. aus Strafsburg ging über Constanz, Feldkirch, Ehrenberg, Innsbruck, Trient nach Mantua (S. 214), von da über Cremona, Mailand, den Splügenpafs nach Vaduz, von wo er am 23. Mai aufbrach und über den Arlberg nach Venedig ging (S. 214 a). Er schlofs sich dem Grafen Albrecht von Löwenstein an, kehrte mit ihm aus Ägypten nach Ancona zurück (2. Mai 1562), wo er nach glücklich überstandener sieben- 253 undzwanzigtägiger Quarantäne gute Nachrichten von dem Faktor Hans Albrecht Armbrüster empfing und bei den deutschen Kaufleuten freundliche Aufnahme erfuhr (S. 233a f.); er ging dann nach Venedig, von da am 20. Juni nach Rom und kehrte erst von hier aus in die Heimat zurück. Seine Reisebeschreibung erschien im Reyfsbuch 1584, 213—235. 1561 (c.) Bartholemae Khevenhüller. Graf von Frankenburg, aus Steiermark, bereiste, nachdem er von 1549—1555 in Padua (S. 119 seine Matrikel und bis 122 Notizen über deutsche Studierende) mit seinem Bruder Hans studiert hatte, 1556 Italien (S. 124—128), ging 1557 über Genf, wo er Calvin predigen hörte (S. 130), Lyon, Bourges, Orleans (S. 131) nach Paris (Beschreibung der Stadt 134—141), dann über Amboise, Toulouse (S. 142—144) nach Spanien, besuchte Valladolid (S. 146), Santiago di Compostella (S. 147), Lissabon, Toledo (Beschreibung der Hochzeitsfeierlichkeiten des Königs Philipp H., S. 156 — 175), ging über Toulouse, Lyon zurück nach Paris, von wo er eine Reise nach den Niederlanden am 9. August 1560 antrat (S. 178—179); am 23. September war er in Villach (S. 179). Von hier brach er am 9. Dezember 1560 auf mit seinem Bruder Hans, seinem Vetter Franz und Sigmund Rumpf; aufserdem werden als Begleiter der Hofmeister Fabian Stöfser und die Diener Georg Kleindienst und Veit Trinkher genannt. Am 14. Januar 1561 erreichte Khevenhüller über Tarvis, Malghera Padua (S. 180) ging über Rimini, Ancona nach Loretto und kam am 13. März nach Neapel, wo er die Donna Sophia de Toledo, eine adlige Dame aus Kärn- then, sprach und ihr ein Schreiben des Erasmus Mayer von Fuxstätt einhändigte (S. 181), ging über Rom, Florenz, wo er dem Hauptmann der deutschen Garde MichelBala aus Trient seine Aufwartung machte, Bologna, Padua nach Vicenza (mit Veit Megiser), fand in Mantua (26. April) seinen Vetter Franz Khevenhüller und ging nach Padua zurück, um zu warten, bis das nächste Pilgerschiff nach dem heiligen Lande abgehen würde (S. 181; 185—192 der 254 lateinische Kontrakt, den A. von Löwenstein und Wormser deutsch anführen; S. 192—193 das Salveconduct der Notars des Cattaveramtes). Der Reisende nennt (S. 193—194) dieselben Pilger, welche wir bereits aus der Beschreibung des A. von Löwenstein kennen, und giebt nur wenig neue Nachrichten. Wir heben unter diesen hervor, dafs bei der Ankunft des Pilgerschiffes vor Jaffa, der Subascha mit seinen Beamten am Bord desselben sich „vberweinten", dafs bei der Landung ein Mameluk den Erbmarschall Christoph von Pappenheim an den Ohren gewaltig schüttelte, ohne dafs seine Begleiter etwas dagegen zu thun wagten (S. 197). Unser Reisender erwähnt bei der Aufzählung der Pilger, welche zu Rittern des heiligen Grabes geschlagen wurden, nur den Sohn des Rheders Vivianus und sagt, dafs die adligen Pilger über die Verleihung der Ritterwürde an eines Kaufmanns Sohn sehr verdrossen gewesen seien „aber es regiert der Geiz zu sehr in der Welt, daz vil ehrliche orden (S. 205) in Verachtung khumen" (S. 206). Khevenhüller erzählt sodann, dafs Albrecht von Löwenstein und er selbst in der Nacht des 4. September zu Rittern geschlagen worden seien (S. 206—208; S. 207 f. das Ritual). Am 10. September brach Khevenhüller und der gröfste Teil seiner Gefährten wieder von Jerusalem auf, aber in Jaffa wurden die Pilger durch den Hauptmann der begleitenden Mameluken um 20 Zechinen geschätzt (S. 210), am 20. September fuhren sie ab. Am 6. Oktober starb vor Beirut Marx Friedrich von Thüngen, der in einem Kloster daselbst begraben ward; die Türken wollten sich seiner Habe bemächtigen und seinen Vetter Bernhard von Thüngen gefangen nehmen, bis man sie. durch ein Geschenk von 17 Zechinen zufrieden stellte. Am 19. Oktober gingen Adam von Thöring und Reinprecht von Gleinitz unter Segel nach Damiette, während Khevenhüller mit seinen andern Gefährten (S. 211) am 21. Oktober von Beirut abfuhr. Vor Nicosia im Kloster St. Johann de Montfort besuchten sie das Grab jenes Heiligen „den etliche für einen deutschen Grafen von Muntfort halten, andere für einen 255 Franzosen" — (S. 212). Bald darauf, am 1. Dezember, starb Franz Khevenhüller und ward im Meere begraben ; ihm zu Ehren liefs Barthelmae drei Büchsenschüsse thun („aber man muefs teuer genug bezallen"). Hierauf nahm der Patron alle Habseligkeiten des Verstorbenen in Beschlag, da er dem Offizium der Cattaveri Bechenschaft zu geben habe (S. 213). Nach einem gefährlichen, aber glücklich überstandenen, Sturme landeten die Pilger am 10. Februar 1562 in Venedig, wo sie vor die Signoria della sanita geführt wurden und erst von ihr Erlaubnisscheine empfangen mufsten, um in der Stadt ihre Herbergen aufzusuchen (S. 214). Barthelmae mufste seine Truhe in das Haus des Rheders bringen, da ohne Licenz des Offiziums der Cattaveri ihm wegen der nahen Verwandtschaft mit dem Verstorbenen diese nicht ausgeliefert werden dürfe; erst am 17. Februar, nachdem er vor dem Amte ausdrücklich bezeugt hatte, dafs Franz ihm seine Habseligkeiten „ex officio" übergeben habe, und der Wirt vom „weifsen Löwen " als Bürge für ihn eingetreten war, erhielt Barthelmae seine eigene Truhe und die des verstorbenen Franz. Am 23. Februar ritt Barthelmae mit Hans von Prosinofsky aus Venedig nach Padua und kam am 3. März glücklich nach Villach (S. 215). Diese Nachrichten giebt Bernhard Czerwenka, Die Kheven- hüller, Wien 1867; sie beruhen, wie der Verfasser S. 117 bezeugt, auf Auszügen, welche aus dem „ Reisebuch" Khevenhüllers geschöpft sind, das bis fol. 62 a von ihm selbst, 62 b—98 von fremder Hand, aber nach seinem Diktat, geschrieben ist. 1561 (d.) Emanuel Oerttel von Augsburg begleitete den venetianischen Gesandten Aloise Mocenigo auf seiner Reise nach Konstantinopel, über dessen Hof und Sitten er (fol. 8—15) ausführlich berichtet. Nach dreijährigem Aufenthalt daselbst reist Mocenigo mit Oerttel nach dem heiligen Lande, wo er fünf Wochen sich aufhält. Unter den dasselbe betreffenden historischen Angaben ist hervorzuheben, dafs die Georgiten bereits seit 1474 (sonst wird immer 256 das Jahr 1479 angegeben; vgl. Tobler, Golgatha 292) den Calvarienberg inne hätten (fol. 26). Die Reisenden besuchen dann Damaskus und den Sinai (fol. 40; der dort angeführte Kontrakt mit dem Karawanenführer stimmt wörtlich mit dem bei F. Fabri; vgl. oben S. 29). Die Route von Jerusalem nach Jaffa ist dieselbe, die F. Fabri II , 338 und Tucher 363 (vgl. Ritter, Asien XVI, 136 u. 151) beschreiben; Oerttel bedient sich häufig sogar derselben Worte. Ebenso stimmt die Beschreibung der Route von Gaza nach dem Sinai und Cairo (fol. 59—64) genau mit der Tucher- schen 1^363 a) überein (vgl. Robinson, Pal. I, 441). In Cairo bleiben die Reisenden drei Wochen, dann ziehen sie nach Mekka, wo sie während ihres achttägigen Aufenthalts die Kaaba, welche mit dem Colosseum in Rom Ähnlichkeit haben solle, ungehindert besuchen (fol. 71); von da kehren sie über Cairo, Alexandria nach Konstantinopel, dann zu Lande nach Venedig zurück. Wir benutzten den Münchener Codex germ. N. 3001, s. XVI, welcher die Überschrift trägt: „Warhaftige und grundtliche Beschreibung derenn Venedigischenn Legacion aines Wayli oder Ambasciatoren an den Türckischenn Kayser — Durch den Legatten selbst, in welscher Zungen Beschribenn ; nun aber auf das treulichst verttieret unnd verteutscht 1587", (vgl. Tobler, Bibliogr. 77 und 83 zu 1561 und 1583). Ein zweiter Codex Nr. 1286 ist vom Jahre 1585; aufserdem besitzt die Münchener Bibliothek noch sechs andere. Die von Tobler citierte Augsburger Handschrift giebt als Jahr der Reise 1561, doch kennen wir eine Gesandtschaft der Venetianer unter Mocenigo vom Jahre 1561 nicht; wenigstens weifs Arm. Baschet, La diplomatie Venitienne, Paris 1872, 229, welcher eine Liste von Gesandten an den Hof nach Stambul aufführt, nichts davon, und es wird weiterer Nachforschungen darüber noch bedürfen. Sicher ist unser Bericht nicht blofs eine Übersetzung der Mocenigoschen Reisebeschreibung, da Oerttel in seiner Erzählung sorgfältig unterscheidet, was er, und was sein Herr erlebt hat. 257 1561(e.) David von Furtenbach aus Feldkirch bricht am 1. Juni auf, trifft in Venedig viele vornehme Pilger, unter denen Sulzberg, Schomberg, ein Erbmarschall von Pappenheim, ein Grraf Kevenhüller, ein Bischof, Pilger aus Tyrol, Elsafs, Bayern, Mähren, Thüringen neben Italienern, Franzosen, Spaniern, Burgundern, „4 Indianern und 1 Persianer", auch etliche Weiber genannt werden; im ganzen kamen 410 Pilger zusammen, die am 3. Juli absegelten; am 19. August erfolgte die Landung in Jaffa. Am 24. August finden sie Herberge im Pilgerhospiz zu Ramleh und ziehen dann, 20 zu Pferde und 30 zu Fufs, nach Jerusalem, das sie am 27. August erreichen; am 31. August besuchen sie Bethanien (S. 14). Den 7. September bricht ein Teil der Karawane in Begleitung von 30 Reitern auf, um im Jordan zu baden; am 10. September tritt ein Teil die Heimfahrt an, ein anderer bleibt zurück. Mit den letzteren verläfst Furtenbach am 27. September Jerusalem; während am 9. Oktober von Graza eine Karawane „nach Algier", abzieht bleibt Furtenbach aber und Sigmund Stumpf dort zurück, um mit einem Christen nach dem Sinai zu reisen (S. 15). — Hier bricht das Tagebuch Davids ab, das wohl der letztgenannte Begleiter in die Heimat mitgebracht haben mag und in zwei Abschriften die Stadtbibliothek zu Lindau aufbewahrt, aus denen Reinwald im Jahresbericht der latein. Schule, Lindau 1880, S. 14—15 die hier benutzen Auszüge gemacht hat. 1563(a.) Alexander von Pappenheim, ein später konvertierter Protestant, bricht am 26. März von Grrünnen- bach auf mit Hannibal Rieter, Peter Herzog aus Valv bei Günzburg, Jakob Soliner aus Metz, verläfst am 26. Juli Venedig und landet am 21. August in Jaffa; in Ramleh findet er die Wappen seiner Vettern Christoph Marschall und Christoph von Laubenberg (vgl. oben S. 248). Auf seiner Rückreise liest er in Nicosia auf Cypern des letzteren Namen, ferner die des Hermann Milchling, Kheven hiller, Merode, Schönberg, Röhricht, Pilgerreisen. lf 258 Nothaft und anderer im Fremdenbuche; am 4. Dezember treffen die Pilger wieder in Venedig ein. Seine Pilgerfahrt ohne nähere Angaben wird auch erwähnt bei Döderlein, Geschichte des Hauses Calatin-Pappen- heim, S. 247; das Nähere siehe bei RM. 424—429. 1563(b.) Hans von Godern reiste mit dem Grafen Heinrich von Alba, der damals als Gesandter nach Konstantinopel abging, über Venedig dorthin und besuchte dann das heilige Land. Seine Reisebeschreibung, der auf S. 1—72 die des Jakob Wurmbser voraufgeht, ist ohne alle Chronologie und fast wertlos. Die Handschrift, welche Herr Prof. Dr. Xaver Pfeifer gütigst zur Benutzung überliefs, befindet sich auf der Lyzealbibliothek zu Dillingen (XV, 13 fol.); sie stammt aus dem XVIII. Jahrhundert (fol. 72—97). 1565 (a.) Für er von Haimendorf (vgl. Will II, 97 ff., 181) aus Nürnberg reiste mit seinem Diener Georg Beck und Alexander von Schulenburg am 21. Juli 1565 von Venedig ab, landete in Alexandria, wo er das Grab des am 1. November 1483 verstorbenen Grafen Johann von Solms besuchte (S. 22; vgl. oben S. 179) und bei dem französischen Konsul Francisco Guardiola freundlich empfangen wurde (S. 30); mit einem Empfehlungsschreiben desselben an den Sandjak Mu- stapha Bey traf er in Cairo ein und fand Gelegenheit (11. September), mit diesem über Christentum und Islam zu disputieren (S. 39—40). Er traf hier Peter Reuter aus Feldkirch, der einst in die Sklaverei verkauft, später aber von seinem Herrn freigelassen worden war und dicht bei Cairo (in dem Dorfe „Barsur") seinen Wohnort hatte (S. 53, 138), und reiste mit Alexander von Schulenburg, Hans Beyer aus Kaufbeuren, dessen Bruder Jakob Beyer, welcher als Dolmetscher diente, Georg Beck, Hans Helffrich aus Leipzig, Zacharias van Schoo- ten, einem Niederländer, Stephan Bonnett mit seinem Diener Karl, Nicolas Ventimiglia mit seinem Diener Elias (im ganzen 11 Personen) unter Begleitung des Ja- 259 nitschars Jusuf nach dem Sinai ab (S. 99; Helffrich 386a), wo die Karawane am 11. November eintraf (S. lll) und am 16- November wieder aufbrach (S. 120). Am 27. November gingen Für er, A. von Schulen bürg mit Stephan Bonnett nach Suez (S. 129) und trafen am 30. November wieder in Cairo ein (S. 132), wo am 4. Dezember durch Vermittelung eines deutschen Juden ein mit ihnen zusammen wohnender Deutscher, Justus Steffen aus Hameln, den Fürer und Helffrich von der Leipziger Universität her gut kannten, zum Islam übertrat (S. 136; Helffrich 389a). Während Helffrich und Georg Beck noch zurückblieben, verliefsen Für er und A. von Schulenburg am 5. Dezember Cairo und führen nach Alexandrien (S. 138), wo sie Hannibal von Castelalto, Freiherrn von Grünenberg (bei Trient) trafen (S. 144), der am 30. April 1566 nach Venedig absegelte (S. 311). Fürer und sein Begleiter kauften hier Wilhelm Schott, eines Kaufmanns Sohn, der in Begensburg Freunde hatte, aus der Sklaverei los; ein anderer deutscher Gefangener, Andreas Schott aus Narnsdorf, war um dieselbe Zeit auf dem Schiffe gestorben (S. 143). Nachdem Fürer die heiligen Stätten Palästinas besucht (in Jaffa sah er die Wappen von: [Ruprecht von] Mansfeld, Merode, Thüngen, Truch- sefs', Ebener [vgl. Will II, 289ff.]. Ketzel; S. 177) und auf einer Reise nach dem Jordan mit Mühe und Not sich aus der Gefangenschaft räuberischer Beduinen wieder befreit hatte (S. 235—252), ging er mit A. von Schulenburg und Jakob Beyer über Tiberias und Baalbek (S. 284ff.) nach Tripolis, und segelte, da ein Eseltreiber ihn für einen Malteser ausgegeben hatte, um einer zweiten Gefahr für Freiheit und Leben zu entgehen, nicht, wie er ursprünglich vor hatte, nach Konstantinopel (S. 296), sondern direkt nach Cvpern, wo A. von Schulenburg einen entflohenen ungarischen Gefangenen Stephanus traf (S. 304). Von hier fuhren die Pilger zusammen mit mehreren italienischen Nobilis ab (S. 312) und erreichten am 7. Juli 1566 Venedig, wo sie Hans aus Braunschweig und Hans Helff- 17* 260 rieh antrafen (S. 340). Fürer ging hierauf nach Wien (S. 342f.), diente im kaiserlichen Heere vor Kaab und Ko- morn und kehrte, nachdem Friede geschlossen worden war, 1567 wieder nach Nürnberg heim (S. 346 f.). An den Keisebericht, der hier endet, schliefst sich S. 349 — 360 eine Erläuterung der Stationen, welche die Israeliten auf ihrem Zuge von Ägypten nach Palästina berührt, dann folgt die Beschreibung einer Reise, welche Jakob Christoph Für er, der Bruder unseres Pilgers, als Begleiter des kaiserlichen Gesandten Bartholomaeus Betz von Wien nach Konstantinopel machte. Am 13. Mai verliefsen sie Wien (S. 367) und erreichten am 1. Juli über Ofen-Pesth Konstantinopel (S. 376). Von den übrigen Begleitern sind hervorzuheben: Leonhard von Brauchswitz zu Brauchs- dorff, Abraham von Nostwitz, N. von Kockers (alle aus Schlesien), ferner Christoph Bernhard von Kirchberg, Christoph von Firrenberg (aus Osterreich) und Siegmund von Hayeck (aus Böhmen; S. 379). (Eine ähnliche Reise von Wien nach Konstantinopel machte 1530 der Dolmetscher Benedikt Kuripeschitz [v. Hormayr, Taschenbuch für vaterländ. Geschichte 1827, 177 —185]). Die griechische Bescheinigung über den Besuch des Sinaiklosters, welche der Prior desselben dem Christoph Fürer ausstellte, befindet sich nach des Herrn Dr. Kamann gütigen Mitteilung im Archiv des German. Museums zu Nürnberg (Pergam. Handschr. No. 5898). Die Reisebeschreibung Fürers erschien Nürnberg 1646. Aus ihr machte Behrend in der Neuhaldenslebenschen Kreischronik II, 393 ff. einen Auszug, den Danneil, Das Geschlecht der von Schulenburg, Salzwedel 1847, II, 537—541 wiederholte; dort wird auch ein umfangreiches Gedicht des Fraxi- neus über das Leben und die Thaten Alexander I. von Schulenburg (S. 541) erwähnt. 1565(b.) Johann Helffrich aus Leipzig segelte am 1. Juli von Venedig mit vielen Pilgern (im ganzen 52) aus den Niederlanden, Frankreich und der Schweiz ab (S. 375) and kam am 9. August nach Jaffa (S. 378), am 13. August 261 nach Jerusalem (S. 379), wo er mit einem Nürnberger Pilger Thomas Lohe (S. 379a; bei Villinger heifst er Lecho) zusammen wohnte. Hier starb am 20. August der Schweizer Pilger Jakob ßöcklein (S. 383 a). Am 23. August brach er wieder auf (S. 384 a) und ging mit Zacharias van Schooten aus den Niederlanden über Gaza (S. 384a) nach Cairo, wo er am 22. September eintraf (S. 385a—386) und Fürer von Haimendorf, Alexander von Schulenburg, Georg Beck aus Nürnberg und Jakob Beyer aus Kaufbeuern fand (S. 386). Nachdem er mit ihnen den Sinai besucht und wieder nach Cairo zurückgekehrt war, brach er am 30. Dezember auf (S. 396) und kam am 5. Januar 1566 nach Alexandria (S. 396); am 10. Februar segelte er mit Georg Beck und Zacharias van Schooten ab (S. 398) und traf am 19. März wieder glücklich in Venedig ein (S. 399). Seine Reisebeschreibung erschien im Reyfsbuch 1584, 375—400. 1565(c.) Petrus Villinger, Pfarrer von Arth, brach am 1. Juni vonhause auf mit Jakob Böckle aus Schwyz, Gallus Heinrich von Aegeri und Gregor Landolt aus Glarus; ihnen schlössen sich bis Venedig noch Gregor Vogt, Pfarrer in Zug, Jakob Schlüpff aus Zug, ein Claudius, ein Handwerker, welche nach Loretto und Rom wallfahren wollten, an. Sie gingen über den St. Gotthardt, Bellinzona, Porlezza (S. 1), Brescia, Padua nach Venedig, wo sie am 13. Juni ankamen (S. 13). Hier schlössen sich ihnen noch folgende Reisegefährten an: Petrus Asson aus Freiburg im Uechtland, Johannes Helffrich aus Leipzig, Thomas Lecho aus Nürnberg, ferner aus Holland: Johann Wilhelm aus dem Haag, ein Priester, Peter Petri aus Brielle, auch ein Priester, Adrian Heinrich aus Blaninck, Adrian Dux Trux aus Dortrecht, Maria Cornech, Adrian Heinrichs Frau (S. 15), Franciscus Remundt, ihr Knecht, Willperth Dirks von Heyden, Jakob, sein Bruder, Dietrich Johann von Amsterdam, Katharina Andereas von Leyden, 262 Lucia Cornely von Dortrecht, Eberhard Jakob Bur- mann, Heinrich Cornely und Eberhard Johann aus Amsterdam, ßemundt Jakob von Edam, Petrus Nikolai und Jakob Wilhelm von Harlem, Richard Rix von Anibrt, Wilhelm Melesant von Rotterdam und Walt hart Heinrich aus dem Haag. Dazu kamen noch die Fläminger: Christian Mackhably von Popering, Cornelius Nout, Franziskus Dun, Ritter von Burckon, Johannes Böfs von Santfort, Arnold Volckhart und Jakob, ein Schneider, sowie die Brabanter: Johanna von Stofs, Junker Seger, ihr Sohn, Jost Heilegger, KlemensHoff, Ludwig, sein Sohn, alle aus Antwerpen, Heinrich Greich von Waters und Lorenz Wilhelm von Tongern (S. 16), aufserdem die Italiener: Quintinus Risoueri aus Arezzo, Marino, ein Arzt aus Mailand, ein Mohr aus Sicilien und der in Venedig geworbene Dolmetscher Hans, endlich die Ordensleute: Karl von Vi- cule aus Dornach (Tournay), Franziskus Marschall, Heinrich von Thurn, Stephan Carthonius, Petrus Beheiger, ein Karthäuser, Andreas „von Bung" aus der Normandie, Bartholomaeus, ein Florentiner, Engel von Bergen (Mons?), Jakob „ein Nolhart", alle Minoriten, sowie vier Nonnen desselben Ordens aus Prag, Neapel, aus der Lombardei und Spanien, zuletzt noch ein vom Trienter Konzil heimkehrender armenischer Bischof, im ganzen 60 Personen (S. 17). Sie verliefsen Venedig am 2. Juli (S. 19), landeten am 9. August in Jaffa (S. 31) und zogen am 13. August in Jerusalem ein (S. 40f.), wo nur einer von allen Pilgern und zwar „ der unwürdigste" Franziskus Dun zum Ritter sich schlagen liefs (S. 79f.) und Jakob Böckle starb (S. 80); am 22. August brachen sie wieder auf (S. 98). In Jaffa trennten sich Helffrich aus Leipzig und Seger von Scolta von der Gesellschaft, um nach St. Katharinen zu reisen (S. 99). Am 31. August segelten die Pilger ab (S. 99), litten aber am 16. Oktober Schiffbruch bei Myra an der lycischen Küste (S. 104—106), wobei Thomas Lecho aus Nürnberg ertrank (S. 106). 263 Von den Pilgern wurden Severin und sein Sohn Ludwig aus Antwerpen, Jost Heyleger, Clemens Hoff, Lorenz Wilhelm aus Tongern und Jakob, der Schneider, am Lande erschlagen, ein Teil als Gefangene nach Attalia transportiert (S. 112f.); der Rest wurde in Rhodus am 13. November gefangen genommen. Nachdem man sie vergeblich zur Verleugnung ihres Glaubens zu überreden gesucht (S. 118), glaubten die Pilger sich freikaufen zu können und boten entsprechendes Lösegeld, z. B. Frau Johanna aus Antwerpen 300 Dukaten, Villinger 312 Kronen, aber die im ganzen gebotene Summe von 3260 Kronen schien dem Amusa Bey nicht genug (S. 121), und so wurden die Gefangenen auf die Galeere gebracht, während der venetianische Patron mit einem Teil seiner Schiffsmannschaft glücklich sich befreite (S. 121). Im Jahre 1566 starben Frau Johanna, Johann Wilhelm, Cornelius Naut, Christian Mackabley, Franziskus Dun, Bruder Franziskus (S. 123), Peter aus Brielle („Brüllin"; S. 130) und 1567 am 19. August in Nicomedien Heinrich von Aegeri (S. 145f.) während Risoueri aus Arezzo durch einen Kaufmann aus Konstantinopel und bald darauf auch Wilhelm Millesant gegen Zahlung von 600 Kronen befreit wurden. Bald darauf starben auch Hans Böfs, Jakob Wilhelm aus Harlem, Dietrich Hans aus Amsterdam, Heinrich Cornely, Stephan Carthonius und Peter Asson (S. 147f.). Endlich am 1. Mai 1568 ward Villinger und Landolt durch einen griechischen Kaufmann Antonio An(l)gero von Chios um 480 Kronen losgekauft (S. 156f.), erhielt vom venetianischen Bailo Jakob Soranzo Reisegeld und segelte am 16. Mai nach Cypern ab (S. 166), von wo er am 26. Oktober Venedig erreichte; von hier kehrte er auf demselben Wege, den er 1565 gegangen war, nach Arth zurück (15. Nov.; S. 183). Die Reisebeschreibung erschien in Constanz (bei Nikol. Kalt) 1603. 1568. Ludwig von Rauter, brandenburgischer Landhofmeister im Herzogtum Preufsen, brach in diplomatischen 264 Geschäften am 29. Oktober 1567 vonhause auf nach Konstantinopel, von da am 8. Juni 1568 über Iconium nach Aleppo, das er am 14. Juli erreichte. Durch die Krankheit seines Reisegefährten Bartel Breiden an einem Ausflüge nach Babylon gehindert, ging er über Damaskus nach Jerusalem, wo bald nachher aus Schlesien Georg von Zedlitz und Hans Kreckwitz eintrafen. Bauter reiste hierauf nach Cairo und dem Sinai und landete am 10. August wieder glücklich in Venedig. Über seine Reise vgl. die bei RM. 430—445 gegebenen Mitteilungen. Der eben genannte Georg von Zedlitz auf Mierschau und Schönau (f 1576) wird auch von Sinapius, Schles. H, 493 als Orientreisender erwähnt. 1569. Johann von Hirnheim verliefs am 17. März die Heimat mit seinem Schwager Ottheinrich von W e m b d i n g, seinem Kaplan G e b h a r d und seinem Knecht Michael Blanck und kam am 24. Mai nach Venedig, wo sich ein böhmischer Edelmann Peter Sturm von Hursfeldt und Wolfgang Herden aus Sachsen noch anschlössen. Am 31. August erreichten sie Jaffa und fanden in Ramleh die Wappen derer: von Pappenheim, Neu- wick, Hurnheim, Hirschhorn, Velberg, Steinhausen, Knöring, Welm er shausen, Freiberg, Rechberg, Rantzau, Wernau, Westerstetten, Seckendorf, Rosenberg, ferner Oettingen und Hirn heim. Am 15. Dezember waren sie wieder in Venedig, am 3. Januar 1570 in Augsburg. Das Nähere siehe bei RM. 446—454. Kurz vor 1570 soll Petrus Laiestein im heiligen Lande gewesen sein, von dem Ortelius, Theatrum orbis terrarum, A vi schreibt: „ Judaeam perlustrans ejus loca de- scripsit, quam descriptionem Christianus Scrot in Tabulam redegit. Exstat Antuerpiae apud Hieronymum Cock 1570." c. 1570 pilgerte Michael Ladengier aus Rufswil, „der dem Philipp Luterbach ein vergoldetes Kreuz schenkte, welches in der Bodenöffnung des heiligen Kreuzes in Jeru- 266 salem stand" (Jahrzeitbuch 38a; vgl. Schweiz. Geschichtsfreund XXVI, S. 99, Note 2). L. 1573(8.) Ulrich Krafft, ein junger Kaufmann aus Ulm, der infolge der Erzählungen des Jacob Böckh aus Nürnberg und Hans Beyer aus Augsburg, welche die Levante bereist hatten, ein sehnliches Verlangen nach dem Orient verspürte (S. 3), trat in die Dienste des Augsburger Grofshändlers Melchior Manlich, welcher mit sieben eigenen Schiffen von Tripolis und Konstantinopel aus nach Spanien und England Handel trieb (S. 19). Krafft verliefs am 1. Mai Augsburg und ging über Genf, Lyon (26. Mai) nach Marseille, wo er am 30. Mai anlangte und durch den Gouverneur M. de Moilon von dem Tode Anton Manlichs, des Sohnes seines Prinzipals, Kunde erhielt (S. 17), und am 14. Juni ein zweiter Sohn desselben Melchior jun. aus Genf eintraf, um die Verhältnisse zu ordnen (S. 19). Am 2. September 1573 verliefs Krafft mit dem inzwischen von Augsburg über Mailand, Nizza (7. Juni) eingetroffenen Dr. med. Leonhard Rauckwolff Marseille (S. 26), um nach Tripolis zu segeln; in Cypern traf er seinen ebenfalls von Manlich dahin bestimmten Kollegen Ludwig Lutz aus Kauf beuren, GeorgRauchwolf, den Bruder des Dr. Rauchwolf (er starb in Famagusta und ward in der St. Georgskirche begraben; S. 40 und 83), Wilhelm Salvanea aus Marseille und Elias Manhofer und landete am 28. September in Tripolis (S. 49). Von da unternahm Krafft eine Reise nach Aleppo (10. Mai 1574), wo er am 13. Mai eintraf und drei Monate Geschäfte besorgte (S. 125, 131 f.), verabschiedete sich hier von Dr. Rauchwolf (S. 163) und kehrte am 9. August nach Tripolis zurück (S. 167), wo er gefangen gesetzt wurde, da Manlich inzwischen bankerott geworden war und dessen Gläubiger sich durch seine Comptoirbeamten bezahlt machen wollten (S. 169 ff.), aufser- dem wollte der Bey ihn bestrafen, weil er ohne Erlaubnis zu besitzen, sich ein Pferd gehalten habe, was Christen verboten sei (S. 173f.). Lutz starb schon am 10. Februar 1575 im Kerker (S. 181). Alle Bemühungen Rauchwolffs, 266 der am 5. Mai nach Tripolis kam (S. 189), sowie seiner Freunde, ihn zu befreien, erwiesen sich als nutzlos. In seiner Haft wurde er durch den Besuch eines Juden aus Neuburg bei Diessen, namens Meyer Winterbach, erfreut (S. 185—187), disputierte mit Muselmännern über Glaubens- sachen (S. 239 ff.) und gab sich einem Griechen als Lutheraner zu erkennen (S. 295). Am .11. Juli 1575 empfing Krafft durch seinen früheren Barbier Johann Nutz einen Brief des Manlichschen Faktors Georg Bronnenmeyer aus Marseille, der Patron des Schiffes „Lion", Namens Arvie, habe Befehl, für seine Befreiung 600 Dukaten daranzusetzen, aber Arvie ward auf dem Wege nach Aleppo von Räubern überfallen und mit seinen Begleitern getötet (S. 201). Bald darauf kam Rauchwolf (l. Oktober 1575) wieder nach Tripolis (S. 209) und machte wiederum Befreiungspläne, aber umsonst; am 6. November segelte er ab (S. 210). Durch Cornelio Lanfranchi erhielt Krafft einen Brief des David Ott in Venedig und 200 Dukaten, aber Krafft lehnte die Annahme des Geldes ab (S. 247). Bndlich wurde er, besonders auf Betreiben des französischen Vizekonsuls Pierre Fahre frei unter der Bedingung, dafs er an Manlichs Gläubiger 1000, an den Kadi 100 Dukaten zahle (24. August 1577), und segelte am 28. August ab (S. 353); am 19. Oktober war er in Marseille (S. 382). Von hier ging er nach Genua, wo er zwei deutsche Studenten aus Berlin und aus Meifsen traf, die nach Mailand reisen wollten (S. 427), und von Genua wieder zurück nach Marseille, das er am 9. Dezember 1578 verliefs (S. 428). Er kehrte mit Daniel und Martin Schlump ff aus St. Gallen (S. 430 ff.) über Mailand, Chiavenna, Chur zurück; am 5. Januar 1579 war er in Augsburg, wenige Tage darauf in Ulm (S. 436). Als Reminiscenzen an seine schwere Gefangenschaft hinterliefs er seinen Nachkommen sein deutsches Gebetbüchlein in 16°, eine Meerschnecke, die ihm Winterbach in Tripolis geschenkt hatte, das Konzept eines nach Konstantinopel 24. Juli 1576 abgehenden Briefes, Pflaster, womit er in Tripolis glückliche Kuren vollbracht hatte (S. 506), arabische Schreib- 267 Übungen, ein türkisches Kästchen mit dem Freibrief, den er vom Kadi in Tripolis erhalten, den Leibrock, den er in der Gefangenschaft getragen, mit zwei von den Mäusen eingefressenen Löchern, eine Jagdbüchse, die ihm einst Melchior Manlich für seine Ausrüstung mitgegeben, und drei Briefe seines Augsburger Freundes Hieronymus Hitzler (der mit ihm von Marseille abgesegelt war; S. 402) aus Spanien und Portugal (S. 507). Seine Reisebeschreibung (sie enthält nichts von Jerusalem, ist aber trotzdem von grofser Wichtigkeit) erschien in der Bibliothek des litterarischen Vereins zu Stuttgardt (von Hassler) und in neudeutscher Bearbeitung von Ad. Cohn (Ulrich KrafFts Denkwürdigkeiten, Göttingen 1862); wir citieren die letztere Ausgabe. 1573(1).) Leonhard Rauchwolf, Dr. med. aus Augsburg, Schwager des Grrofshändlers Melchior Manlich sen. (S. 296), brach am 18. Mai 1573 mit Friedrich Rentz auf, ging über Lindau, Feldkirch, Chur, Como nach Mailand, wo er am 26. Mai eintraf, von da über Nizza nach Marseille, wo er im Anfang Juni Ulrich Krafft antraf, den er auf seiner Reise nach Tripolis begleiten sollte (S. 277). Am 2. September segelten sie ab (S. 277 a) und kamen am 28. September daselbst an (S. 279; ibid. 279—282 sehr genaue Nachrichten über die Stadt und die Umgebung). Auf einer Reise nach Babylon ward Rauchwolff in Anah als Spion verhaftet (S. 304—306) und mufste sich durch ein hohes Lösegeld (50 Dukaten) freikaufen, doch besuchte er Babylon und Bagdad, trat am 16. Dezember 1574 seinen Rückweg an (S. 311a), ging über Mosul, Edessa nach Aleppo, wo er am 10. Februar 1575 eintraf (S. 316) und ärztliche Praxis übte, gefangen, aber wieder freigelassen wurde (S. 317). Am 5. Mai 1575 brach er nach Tripolis auf, das er am 7. September verliefs (Krafft 193); er landete am 13. in Jaffa (S. 321a—323 a) und segelte am 6. November nachhause (S. 347 a); am 12. Februar 1576 traf er glücklich wieder in Augsburg ein (S. 349). Seine für die Kulturgeschichte des Orients höchst 268 wertvolle Reisebeschreibung erschien im Reyfsbuch 1584, 276—349. C. 1574. Rudolf G wicht, Conventual von Muri, wird als Pilger erwähnt in Cysats Collectan. A. 95 im Kan- tonalarchiv von Luzern; vgl. v. Mülinen, Helvetia sacra I, 84. L. 1578. Leopold von Wedeil reiste mit Eustach Flemming, der in Padua studieren wollte, von Venedig ab; er nennt als seine Begleiter: Johannes von Hat- stein (zu Weilbach, B.), Hans Richard (Reinhard, B.), von Schönberg und den Dr. medic. Bernhard Paludanus (welche auch Bräuning S. 1 mit den in Klammern angeführten Änderungen erwähnt) sowie Sebald von Gemmingen, Jodocus Foglin aus der Schweiz, Hans von Arnim und einen Studenten aus Bremen. In Ramleh schlofs sich ihnen noch Christoph von Vitz- tum an, der mit den Rittern von Hofkirchen und von Lichtenstein in Ägypten gewesen war und eben heimkehren wollte. Auszüge aus dem interessanten Tagebuche erschienen im Wochenblatt der Johanniter - Ordens - Balley Brandenburg 1862, No. 14, S. 65 — 66 (vgl. Bräuning 189); das Manuskript befand sich im Besitz des 1886 verstorbenen Herrn Majors z. D. von Kessel im Schlofs Bellevue bei Berlin, der eine vollständige Ausgabe plante. Eine andere Handschrift befindet sich nach freundlicher Mitteilung des Herrn Professor Dr. Xaver Liske in Lemberg auf der dortigen Universitätsbibliothek. — Dieser oben erwähnte Lichtenstein war Johann Septimius (geboren 27. Dezember 1558), welcher nach vollendetem Studium von Lausanne aufbrach und Palästina 1578 durchreiste; in Jerusalem empfing er ein Attest vom Guardian des Zion Jeremias v. Brixen; dann reiste er auch durch Äpypten, Nordafrika und die meisten Lande Europas (Jakob v. Falke, Geschichte des fürstlichen Hauses von Lichtenstein, Wien 1877, II, 121). 1579. Jakob Bräuning von und zu Buochen- b a c h (über ihn vgl. Hans Jakob v. B., Relation über seine 269 Sendung nach England 1595, herausgegeb. von Schlofsberger [Stuttg. litt. Verein] 1865, Vorrede) segelte mit Jean Char- lier de Pinon von Venedig am 30. April 1579 ab (S. 9), traf auf Corfu einen deutschen Uhrmacher (S. 22; auf S. 24—26 wird eine daselbst befindliche venetianische Inschrift vom Jahre 1578 mitgeteilt; auf S. 29 — 30 handelt der Verfasser über die Seeschlacht bei Lepanto) und erreichte am 9. Juni Athen (S. 36f.), am 22. Juni Konstantinopel (S. 44), wo er vom kaiserlichen Gesandten, dem Grafen Joachim von Zinzendorf, freundlich aufgenommen wurde (S. 76). Von da fuhr er (S. 100 f. der italienische Pafs nach Jerusalem) am 22. Juli ab (S. 103), kam am 3. August nach Alexandria (S. 117), wo er durch den französischen Konsul Mr. Esquisier viel Freundlichkeit erfuhr (S. 126), am 9. August nach Cairo (S. 140). Nachdem er mit dem venetianischen Konsul Francisco Prioli und mit Paulo Ma- riani Matäria besucht (S. 167), erreichte er am 19. August das St. Katharinenkloster vom Sinai (S. 178), wo er sein Wappen befestigte (S. 189) und eine griechische Bescheinigung seines Besuchs empfing (S. 200). Am 15. September nach Cairo wieder zurückgekehrt (S. 206) fuhr er nach Jaffa; in Ramleh sah er die Namen und Wappen vieler deutschen Pilger, z. B. des Grafen Albrecht von Löwenstein (S. 217). Am 16. Oktober brach er von Jerusalem auf zurück nach Jaffa (S. 264f.), landete am 22. Oktober in Tripolis (S. 270), wo er bei dem französischen Konsul Regnier freundlich aufgenommen wurde und den in Jerusalem zum Ritter geschlagenen bayrischen Edelmann Stephan Giesser von Junghen traf (S. 274, 281; vgl. 237). Am 1. November segelte er ab (S. 283), landete am 8. Dezember in Marseille (S. 296), erreichte über Lyon, Mont Cenis, Turin, Padua am 2. Februar 1580 Venedig (S. 303; ibid. 299—302 ein genaues Itinerarium). Seine Reisebeschreibung erschien Strafsburg 1612 fol. 1581(a). Salomo Schweigger (vgl. über ihn Will II, 137—144) brach als evangelischer Prediger des kaiserlichen Gesandten Graf Joachim von Zinzendorf am 270 10. November 1577 mit diesem von Wien auf (S. 5 — 6 Aufzählung aller Mitreisenden; vgl. Bräuning 76) und fuhr über Ofen-Pesth die Donau hinab bis Belgrad. Am 22. Dezember ward Adrianopel (S. 48), am V. Januar 1578 Konstantinopel erreicht (S. 50; über das Personal der Gesandtschaft siehe S. 54 u. 68; eine Aufzählung der früheren kaiserl. Gesandten in Konstantinopel siehe auf S. 64—65). Während eines dreijährigen Aufenthalts studierte Schweigger türkische Gebräuche und Sitten; den christlichen Gefangenen suchte er durch die Verteilung lutherischer Katechismen geistlichen Trost zu spenden (S. 97). Am 3. März 1581 segelte er mit dem Freiherrn Bernhard von Herberstein, dessen Präceptor Wolfgang Pachelbel aus Wunsiedel und dem churfürstlich - brandenburgischen Rat Adam von Schlieben, mit türkischen Geleitsbriefen (S. 233) ab nach Alexandria, wo Seh. bei dem griechischen Hieromonachus Meletius freundliche Aufnahme fand (S. 254). Am 29. April landete er in Jaffa (S. 282), wo Adam von Schlieben durch einen räuberischen Mameluken beinahe das Leben verloren hätte (S. 283), und erreichte am 4. Mai Jerusalem, das jedoch schon am 11. Mai Bernhard von Herberstein und Wolff Pachelbel wieder verliefsen. Schweigger und Adam von Schlieben brachen erst am 16. Mai auf (S. 311) und erreichten über Tiberias, el- Kuneitirah und Sasa am 22. Mai Damaskus (S. 318—319), von wo sie über Baalbek nach Tripolis gingen (S. 323). Von hier segelten sie am 6. Juni nach Candia ab, wo sie wieder mit ihren beiden Reisegefährten zusammentrafen (S. 325); am 13. August segelten sie ab und landeten am 2. Oktober in Venedig (S. 331). Schweigger ging von hier über den Brenner nach Deutschland (S. 332) und war am 10. November in Pfullingen (S. 333). Wir benutzten die Ausgabe seiner Reisebeschreibung vom Jahre 1664 in 4°; die Reise wird auch in Barthol. Hertzberg, Literae publicae fidei (Leichenpredigt auf Adam von Schlieben) Frankfurt an der Oder 1628, 4°, J—J3 erwähnt. Ebenda H2 wird erzählt, Adam habe im Franziskaner- 271 , kloster zu Ramleh das Wappen eines seiner Ahnen Otto von Schlieben vom Jahre 1153 hängen sehen, und J wird noch ein vorhandenes Manuskript seiner Reise durch Portugal angeführt und J 3 Stammbuchverse von seiner Reise nach dem heiligen Lande. Sonst vgl. über ihn auch Gottfried von Warnstädt, Encomion Marchiae 21. In: Nachrichten von einigen Häusern des Geschlechts von Schlieffen, Cassel 1784, 461—467 sind die obigen Mitteilungen einfach wiederholt. Ein kurzer Auszug des Schweiggerschen Reiseberichts (freilich nur bis Konstantinopel gehend) findet sich in d. Österreich. Monatsschrift für d. Orient 1880, No. 7 ff. 1581(1).) ging Sebastian Werro, Propst des Chorherrenstifts Freiburg in der Schweiz, mit Theobald von Erlach und Blasius Ziegler von Freiburg nach dem heiligen Lande; von ihm existieren eine lateinische und. deutsche Beschreibung dieser Reise (R. Werro, Notice sur la vie et les ecrits de Sebastien Werro, Fribourg 1841, 11—16, 27—30). L. 1581 (e.) schreiben dem Gesandtschaftssekretär Am- brosius Schmeisser in Konstantinopel sich folgende Deutsche als eben auf der Reise nach Jerusalem befindlich ins Stammbuch: Julius Fossatus, Kaspar Strzela von Dilaw (25. August), Franziskus de Billribek (28. August), Rupertus Lentulus a Dorndorff (gütige Mitteilung des Herrn Stadtbibliothekar Dr. Markgraf in Breslau). 1582—1589. Im Jahre 1582 ging Michael Heberer aus Heidelberg, welcher Präzeptor des schwedischen Grafen Erich Bilcke von Salestatt und Gedeholm gewesen war und durch dessen Abberufung nachhause seine Stellung verloi'en hatte (S. 3), mit der burgundischen Edelfrau von Cormalion, deren erster Gemahl, Otto von Hövel, Vogt von Germersheim gewesen war, und deren zweiter Monsieur de Courseil (Courcelles) hiefs, in gleicher Stellung nach Frankreich. (Beschreibung von Bretten S. 5—7, von Heidelberg S. 7—18, von Ladenburg und der Denksäule des Pfalzgrafen Friedrich S. 21 — 27, von Speier 272 S. 27—31). Er reiste über Rastatt nach Strafsburg (Beschreibung der Stadt und des Münsters S. 34—35) und Chatillon, wo er aber in den Dienst des dortigen Herrn von Cbamesson (de Foissy) tritt; mit ihm reist er dann nach Burgund (Beschreibung des alten Alesia S. 38). In Paris trifft er später (Beschreibung der Stadt S. 40—46) David von Holzhausen aus Frankfurt am Main, Dr. Johannes Obsopaeus, der später Professor in Heidelberg wurde, und Philipp Burckhardt aus Speier (S. 40). Er reist nach Lyon, wo sich ein bürgundischer Johanniter Mai die ihm anschliefst sowie ein Sekretär des Ritters von Aumale Namens Carre" (p. 49), dann über Vienne, in dessen Nähe der Geburtsort des Pontius Pilatus gezeigt wird (S. 50), Valence und Avignon (Beschreibung der Stadt S. 51—52), trifft in Marseille den Faktor des WölfSschen Hauses von Strafsburg Namens Holzhausen aus Mainz (Beschreibung einer Hugenotten Verfolgung S. 54 —55) und fährt nach Malta (Beschreibung von Corsica und Sardinien S. 60—64; dort auch eine Karte), wo er (S. 69) Georg von Gersdorf aus Schlesien trifft, sowie den Bruder seines letzten Herrn Monsieur de Chamesson, Commandeur de la Romaigne et Bellecroye, dem er einen Empfehlungsbrief übergiebt. Zu dieser Zeit trifft auch ein Freiherr von Sternberg dort ein (S. 71). Im Mai 1585 segelt er auf einem Malteserschiffe mit gegen Corsaren aus, leidet Schiffbruch, wird gefangen und nach Alexandria gebracht, dessen Gouverneur ein spanischer Renegat ist {S. 72—98); er wird mit Georg Köpke aus Pommern zusammengeschmiedet (S. 98) und nach Cairo gebracht, wo er zwei Renegaten aus Augsburg und Frankfurt am Main (S. 128)und viel Nürnberger Spielwaaren (S. 135) findet. Nach sechswöchentlichem Aufenthalt werden die Gefangenen wieder nach Alexandria zurückgeschafft; ein Jude „so den Zoll in der Stadt Cayro und am Flufs Nilo der enden hatte, welcher so gut Schwäbisch Teutsch redete, als wenn er zu Augspurg in der Stadt geboren", sagt Heberer, er werde jetzt auf die Galeere gebracht werden (S. 136) und schenkt 273 ihm mitleidig 1 Meidin (= 2 Batzen). Mit GeorgKöpke zusammen (S. 138, 152) fahrt er als Galeerensklave über Cypern, Beirut, Tripolis und wieder zurück nach Alexandria (S. 155). Im Frühjahr 1586 trifft er in Alexandria einige deutsche Jerusalempilger: GrafHeinrich vonThurnaus Mähren, Hektor Arnauer aus Osterreich, Ambrosius Tesmar aus Colberg, Carl Nützel aus Nürnberg (später Ratsherr), Christoph Wexius (Vater des berühmten Juristen Christoph Wexius; vgl. Will IV, 376) aus Jena, aufserdem noch manche andere aus Sachsen und Westfalen (S. 156); Wexius war ihr Dolmetscher. Auf der Reise von Konstantinopel nach Ägypten war diesen ihr ganzes Geld durch den Bootsmann gestohlen worden (S. 157). Aufserdem trifft Heberer hier noch zwei Büchsenmeister aus Bremen, deren einer Bernhard hiefs (S. 159f.). Auf der Rückkehr von Jerusalem besuchen jene Herren Heberer abermals und versprechen, in Konstantinopel sich für ihn zu verwenden und zwar bei dem kaiserlichen Botschafter Paul von Eitzingen und dessen Kanzler Dr. Betz; Heberer hört auch, dafs ebenda ein Goldschmied aus Stolp, Hans Rattich, sich seiner gewifs annehmen werde (S. 163). Unter den Mitgefangenen Heberers werden auch Monsieur de Thenisse und Monsieur de Villerseaux genannt (S. 169), mit denen er zusammen nach Konstantinopel fahren mufs (Beschreibung von Cacoba, S 189). Er geht in Rhodus aus Land und notiert (S. 196) eine Inschrift: „Magister de Provincia, primus Rhodiorum expugnator, Fr. Folcetus de Villareto, vir praestans ac magnanimus. Hie relicta Cypro Rhodum ingressus est et urbem, insulam ac nonnullas alias vicinas insulas cum sua classe in ditionem aeeepit. Anno Domini MCCCVIII." Ebenso sieht er noch den Kopf des Drachens, den Dieudonne de Gozon einst auf Rhodus erschlagen, was eine auf Malta befindliche Inschrift bezeugt: „ Magister de Provincia tertius Dracone exstineto, antequam raagistraret, Fr. Theodatus de Cossano. Hie anguem im- mensae molis ac magnis orbibus terribilem miseros Rhodi Röhricht, Pilgorreisen. 18 274 incolas vorantem strenue peremit; deinceps Magister creatus est" (S. 198). Endlich kommt er (Beschreibung der Fahrt S. 200—205) nach Konstantinopel (8. 205—208 ; dort auch eine Karte), wo Georg Köpke entwischt und durch die Hilfe des Johann Rattich auf ein griechisches Schiff kommt, mit dem er über Alexandria und Malta glücklich nachhause zurückkehrt (S. 210—214. Heberer wendet sich in einem Schreiben an Rattich (23. Dezember 1586), ebenso an Wexius und den Gesandtschaftsprediger Zacharias Sturm (S. 221—224, 232) und schickt ihnen Neujahrsgedichte (S. 225). Wexius sendet ihm zwei Bücher durch einen deutschen Kürschner (S. 233) und antwortet freundlich, ebenso wie Sturm (7. Januar und 18. Februar 1587; S. 236—241), ohne jedoch dem Heberer wirklich etwas nutzen zu können. Dieser mufs Konstantinopel wieder verlassen, da seine Galeere einen neuen Sandjak nach Jerusalem bringen soll (S. 254), landet in Jaffa, geht dann mit nach Jerusalem, mufs aber sofort wieder mit den übrigen Sklaven auf das Schiff (S. 256—260), um über Chios (Beschreibung S. 264—267) abermals nach Konstantinopel zu fahren, wo er auf die deutsche Botschaft „am Hühnermarkt" geht, um für seine Befreiung thätig zu sein, auch Wexius, Sturm und Rattich trifft (S. 271) und einen deutschen Barbier Namens Michael kennen lernt (S. 272). Er mufs Konstantinopel wieder verlassen und nach Trapezunt segeln (Beschreibung des Bosporus und des Schwarzen Meeres, S. 297—302), dann nach Thossalonich (S. 310—311; Beschreibung der Insel Lemnos, S. 211), kehrt aber nach Kon- stantinopel zurück, wo er diesmal bei dem französischen Botschafter seine Bitte um Loskauf anbringt (S. 316 ff). Er findet hier einen Juwelier aus Braunschweig, der später nach Paris übergesiedelt war (S. 317), und wird endlich befreit (S. 329; sein Freiheitsbrief ist unterschrieben von Ali Chaous, Ibrahim Pascha und Mahomed Bey (S. 332 — 333; Beschreibung von Pera und Galata, S. 335, 356 ff, 373 — 395), Als den französischen Botschafter nennt er Jacques Sa- 275 vary (S. 336; eine Keisebeschreibung des J. Savary citiert T. Tobler, Bibliogr. 90), dessen Beamten M. de Breves (S. 336), de Pallice, de la Planehe, de la Forest, de Beaugardt, de Boy, Maistre d'Ostell, Coc- querell heifsen; der Stallknecht der französischen Gesandtschaft war ein Schlesier (S. 337). Ende 1587 trifft Heberer in Konstantinopel einige deutsche Adlige, die auf der Heimkehr von Jerusalem waren: JohannesLudwig von Münster, Wolf Christoph von Rotenhahn, Hans Ludwig von Lichtenstein (S. 342), und hört, dafs der frühere Heidelbergische Pastor Adam Neuser Muselmann geworden und als solcher gestorben sei (S. 348—351). Ebenso trifft er einen deutschen Renegaten aus Eger und einen ebenfalls aus der Gefangenschaft losgekauften Holländer Namens Philipp von Scherenberg (S. 397). Mit einem Geleitsbrief der französischen Botschaft verseben (8. April 1588; S. 401—403) segelt Heber in Begleitung des Ludwig von Münster am 12. April ab, trifft in Candia (Beschreibung der Insel 415—416) einen Herrn von Bellers- heim (S. 417f.) und kommt glücklich nach Malta (Beschreibung der Insel, S. 418—445). Hier treffen im Oktober 1588 aus Italien folgende deutsche Herren als Besucher ein (S. 445): Freiherr Albrecht von Limburg, Johann Pleickart, Freiherr von Freiberg, Johann Alb recht von Anweil in Würtemberg, Johann Konrad Geippel von Schellkrippen, Gottfried von Berbersdorf, Magister Simon Aheim von Vaihingen, Dr. jur. und kaiserlicher Assessor, Johann Ruppel, Dr. jur. und Advokat in Frankfurt, Daniel Baucker, Melchior Bertholdt, Konrad Hil- cerot aus Speier. Ebenso kommt in dieser Zeit nach Malta Philipp Riedesel zu Camberg, Comthur zu Erlingen und Receptor in Oberdeutschland, der den inzwischen verstorbenen Deutschkomtur Philipp Flach von Schwar- zenberg ersetzen sollte (S. 450f.), ferner ein Heidelberger Wolf Scheu, Johann Georg von Rumroht, pfälzischer Rat zu Neuenmarkt (S. 451—452). 18* 276 Heberer soll nun Ludwig von Münster nach Italien begleiten und läfst sich von Philipp de Foissy, Herr von Chamesson, Komtur der Hospitaliter zu Nancy, am 27. November 1588 einen Geleitsbrief (S. 456 — 458) geben. Er geht über Syrakus (S. 459 Beschreibung) und Messina (S. 465—467 Beschreibung des Denkmals des Don Juan d'Austria) nach Neapel, wo er im Schwarzen Adler bei dein Wirt Dietrich aus Coblenz logiert (S. 471; Beschreibung der Stadt, S. 475— 479). Hier erhält Münster die Nachricht, dafs Rotenhahn und Lichtenstein, seine früheren Reisegefährten, auf dem Heimwege bei Ofen überfallen und gefangen worden seien (S. 484). Münster bleibt zurück, während Heberer mit G-eorg von Rum- roht nach Rom reist (S. 486—488) und in den „Zwei Schwertern" mit Rudolf von Alsleben bekannt wird (S. 488); auch lernt er Leonhard Thurneiser, der ein Haus in Rom besafs, kennen (S. 489). Er besucht alle denkwürdigen Stätten, auch die Bibliothek des Vatikans ungehindert (S. 489), geht dann über Ancona (S. 493 eine altrömische Inschrift), Sinigaglia (S. 444 Inschrift), Bologna, Ferrara nach Venedig (Beschreibung der Stadt S. 497—500), läfst sich dann in Padua bei der Universität einschreiben (die Matrikel S. 501 ist vom 3. Februar 1589), trifft wieder den Rudolf von Alsleben, geht über Vicenza nach Mailand („ das Wappen dieses Herzogthumbs ist ein Schlang, die einen jungen Knaben mit aufsgebreiteten Armen im Rachen stachen hatt, welches sie von dem Graven Otthone aufs Meylandt ererbent, der zur Zeit, als Herzog Gottfried von Bulion die Stadt Hierusalem wieder eingenommen, einen Saracener Obristen Volux genannt, in einem Streit, so man Duellum nennet, Ritterlich überwunden, der uff seinem Helmlin ein solche Schlang (wie obgemalt) geführet, welches er zur Gedächtnus mitgebracht, daher dem Hertzogthumb solch Waapen verblieben", S. 505), dann berührt er Chiavenna, geht über den Splügen- pafs nach Chur, dann über Zürich (Beschreibung der Stadt S. 519 f.), Basel (Beschreibung der Stadt 277 S. 512—514), Strafsburg, Hagenau, Weifsenburg nach Heidelberg (S. 519). („Aegyptiaca servitus, Das ist warhafte Beschreibung einer dreijährigen Dienstbarkeit, So zu Alexandrien in Egypten ihren Anfang und zu Constantinopel ihr Ende genommen — durch Michael Heberer von Bretten, churfürstlicher Pfaltz Cantzley Registratorn." Heydelberg 1610). Sonst vgl. auch die Auszüge unserer Reisebeschreibung in Vulpius, Kuriositäten 1821, IX, 165; von Hormayr, Taschenbuch f. vaterl. Gesch. 1849, 254—271. Obgleich die Reisebeschreibung für die Geschichte und Geographie des heiligen Landes nur sehr wenig bietet, so haben wir sie doch hier im Auszuge gegeben, weil sie eine Fülle deutscher Namen bietet, wie keine zweite. Auch die von S. 523—666 geschilderten Reisen des Heberer durch Böhmen, Polen, Schweden und Dänemark sind vom gröfsten Interesse, gehen aber selbstverständlich über unser Ziel hinaus. 1583 (tl.) Melchior Lussy, Landammann von Unterwaiden unterhalb des Kernwaldes, brach am 11. Mai von Hause auf (S. 2), ging über den St. Gotthardt nach Mailand und Venedig (S. 5), von da mit Johannes Müller aus Luzern, Rudolf und Moritz Pfyffer (letzterer starb auf der Heimreise bei Cypern), Christoph Frey, Johannes von Lauffen (alle aus Luzern), Petrus Räbor, Kaplan zu Sursee, Balthasar Büchlein aus Malters, Michael Ladengyr aus Rufswyl, ferner ausUri: Peter Gifsler, Nikolaus von Bühl, Nikolaus Mugiaschga, Chorherr zu Bellinzona (S. 6) über Tripolis nach Jerusalem (S. 8), wo sie am 25. Juli eintrafen, und Lussy zum Ritter des heiligen Grabes geschlagen wurde (das Patent S. 50—53 datiert vom 10. August 1583). Auf der Rückreise, wo sich als Begleiter Michael von Kommersyn aus Preufsen und der deutsche Jesuit Laurentius Pacificus (S. 72) anschlössen, ging Lussy in Gallipoli ans Land, besuchte in Neapel das Blut des heiligen Januarius und den Jesuiten Salmeron (S. 85—96), dann am 11. Dezember Rom, wo 278 Lussy Empfehlungsbriefe durch den Kardinal Claudius Aquaviva empfing, aber Johann von Lauffen krank zurück blieb (S. 100), und ging über Loretto (S. 100) auf dem alten Wege nachhause, wo er am 28. Januar 1584 ankam (S. 102). Seine Reisebeschreibung erschien 1590 zu Freiburg im Uchtland; über die Person des Reisenden vgl. Balthasar, Helvetia VII, 347; über das durch L. mitgebrachte Urteil d. Pilatus vgl. Rud. Hofmann,"Das Leben Jesu nach d. Apokryphen 366—370 und oben S. 74—75, Note 285. 1583 (1).) Rudolf Pfyffer aus Luzern reiste (38 Jahre alt) am 11. Mai vom Hause ab und zwar mit einer Bescheinigung des Rates, dafs zur Zeit keine Pest oder Seuche in der Schweiz grassiere, und empfing am 2. August den Ritterschlag zu Jerusalem (die Urkunde darüber datiert vom 10. August 1883, S. 216—217). Aus seiner noch ungedruckten Reisebeschreibung, welche Herr Bibliothekar Dr. Schiffmann in Luzern besitzt, erschienen Auszüge im Schweizerischen Geschichtsfreund 1845, S. 213 ff.; merkwürdig ist, dafs P. darin weder seine Reisebegleiter noch seinen Ritterschlag erwähnt (S. 215). 1583 (e.) Johann von Lauffen, Barbier des Melchior Lussy, rät in seiner Reisebeschreibung, seitdem Frankreich mit der Türkei im Bündnis stehe, von Marseille aus nach der Levante zu reisen und im Orient sich als Franzose Auszugeben. Unter den 17 Regeln, deren Beobachtung jedes Pilgerbüchlein dringend empfehle, ist besonders die hervorzuheben, dafs man alle abergläubischen Segen „Marteres, Westerhüblin" daheim lasse. Sehr sorgfältig stellt er (fol. 14—21) einige Rezepte für den Reisebedarf zusammen, die ihm sein Oheim verordnet, so wie aus einem von dem deutschen Arzt Georgius Pistorius abgefafsten Doktorbuche. Die Angaben über die Reise bis Venedig bieten nichts neues, Johann erwähnt (fol. 30) noch die Namen mehrerer Reisebegleiter, welche Lussy (S. 5—6) nicht nennt (aufser Laurentius Pacificus, Jesuitenpriester aus Venedig, aber von Geburt ein Deutscher): Johannes Antonius 279 de Cypro, ein Laienbruder, Stephanus Gheler, Zi- lius Philippns, Petrus Porta, Barfüfsermönche aus Venedig, ferner Simon Albinus aus Spanien, Don Antonio von Palermo, ein Priester, Don Cesar Rollo, ein Arzt aus Apulien, Johann Baptista Polydorus, Arzt aus Sicilien, welcher in Tripolis starb, Franciscus Beffa aus Modena und Johannes Baptista Basettus. Von Franzosen waren auf dem Schiffe: Michael Cleef, ein Priester, Johannes de Por, Christian Lescuflo, Guiglielmus Mura, Jacobus Truldor, Christo- phorus Certardo, Alexander Juliani, Sylvester de Zuane, Antonius Bassa, aus Polen: Michael N. und Isaak Dux; im ganzen betrug die Zahl der Pilger 33, darunter 11 Priester. In dem „Unterricht und Zubereittung", welche Johann (fol. 34—35) giebt, rät er, ein Reisegeld von 100—300 Kronen mitzunehmen, in Venedig nicht in einem Wirtshause zu wohnen, sondern sich durch deutsche Kaufleute in dem Deutschen Hause eine „Camera locante" mieten zu lassen. Nachdem die Pilger mit dem Patron des Schiffes „Valliere" übereingekommen waren, dafs jeder als Fährlohn vier Kronen, für das Mittagsmahl monatlich sieben Kronen, für den Nachtisch vier Kronen geben solle, fahren sie am 4. Juli von Venedig ab (f. 37), treffen bei der Insel Zante eine türkische Armada, von deren Befehlshaber sie erst durch grofse Geschenke die Erlaubnis zur Weiterfahrt erlangen, erreichen am 17. Limissol auf Candia, am 26. Salinis auf Cypern, am 30. Tripolis. Beim Aussteigen aus dem Schiff (f. 41) werden von den Türken alle Sachen der Pilger durchsucht, von denen jeder 2 Medin (ä = 4 Schilling) Steuer zahlen mufs. Da viel Franzosen unter ihnen sind, welche Nation damals mit den Türken verbündet war, werden sie gut aufgenommen; ihre Herberge ist, mit Ausnahme der Italiener und Polen, welche im Bar- füfserkloster untergebracht werden, das Haus des französischen Konsuls. Hier in Tripolis tritt einer der Pilger, Antonius von Palermo, durch Vermittlung eines Juden 280 zum Islam über, wird von seinen neuen Glaubensbrüdern im Triumph durch die Stadt geführt, einem jungen Weibe vermählt und beschnitten. Als in Tripolis von den Pilgern der Arzt Joh. Baptista Polidorus stirbt, erhält, wie dies Anordnung des Papstes war, der Barfüfser-Convent in Jerusalem sein übriggebliebenes Geld (f. 42 T ). Den Landweg von Tripolis nach Jerusalem einzuschlagen, wird den Pilgern widerraten; sie teilen sich deshalb in zwei Gesellschaften (Schweizer - Franzosen und Italiener - Polen) und reisen in zwei Schiffen nach Jaffa. Erstere Gesellschaft zahlt für ein Schiff mit sieben Matrosen 35 Kronen, für einen Dolmetscher 20 Kronen, für einen Janitscharen als Geleitsmann 16 Kronen, für den Geleitsbrief des Cadi von Tripolis 9 Zechinen. Am 10. Juli fahren die Pilger von Tripolis ab, werden wieder nach Limissol verschlagen, gelangen aber am 22. nach Jaffa und ohne Anfechtungen, da sie sich alle als Franzosen ausgeben, über Ramleh nach Jerusalem, wo sie am 29. eintreffen. Erst hier werden (f. 47) ihre Namen aufgeschrieben. Für die Öffnung der Grabeskirche mufs jeder 9 Zechinen (a zwei Reichsgulden) geben, während der Pförtner noch je 3 Kreuzer erhält; für die Wachskerze, welche man in der Kirche zur Prozession braucht, sowie für den Schutz schenkt jeder den Barfüfser 2 Kronen und 2 Batzen. Die Aufzählung der heiligen Stellen in Jerusalem und Bethlehem (f. 47—59) bietet nichts Erwähnenswertes. Jeder, der Ritter des heiligen Grabes werden will, hat 10 Zechinen und für den Dolmetscher ausserdem noch 1 Zechine zu zahlen. Der Modus der Aufnahme wird ausführlich (f. 60— 64) mitgeteilt. Nur Rudolf und Moritz Pfyffer, Peter Gyfsler, Nikolaus zum Bühl und Lussy lassen sich in die Ritterschaft aufnehmen; ihr Ritterbrief, welchen J. v. L. mitteilt, ist vom 10. August 1583 datiert und von Angelus Stella unterzeichnet. Den Pilgern ist erlaubt, von einzelnen heiligen Stellen, welche J. v. L. ausführlich (f. 66—69) aufzählt, Erde und Steine mitzunehmen; auch formen die Barfüfser aus der Erde aller dieser Stellen, nach- 281 dem sie diese vermischt, Pater noster und Agnus Dei, welche sie den Pilgern geben, abgesehen von den mannigfaltigen Reliquien, welche zu kaufen sind. Am 6. August kommen die Pilger wiederum in Jaffa an (f. 71) und fahren von da zurück nach Tripolis, um noch einen Ausflug nach dem Libanon zu unternehmen. Die nun folgende Beschreibung desselben und seiner Einwohner giebt nichts Neues (vgl. Lussy 58—65). Am 13. August gelangen die Pilger wieder nach Tripolis, von wo sie am 21. August absegeln. Ihr Schiff, die „Regina", hatte mit der Ausrüstung 27 000 venetianische Dukaten (= 25 000 Goldkronen) gekostet; war oben 28 Klafter lang, 20 Ellen breit, ging, wenn beladen, 10 Ellen tief im Wasser; seine 5 Segel hielten zusammen 6000 Ellen Zeug; der gröfste Mastbaum von 19 Klafter Höhe hatte 700 Dukaten gekostet; 50 Matrosen gehörten zu seiner Bedienung, 12 000 Säcke Korn konnte es verladen, welche ein Gewicht von 15 600 Zentner hatten. Jeder Pilger giebt dem Patron für die Fahrt von Tripolis nach Venedig 8 Kronen, für Mittagstisch monatlich 7 Kronen, für den Nachtisch 4 Kronen (f. 76). Auf Cypern besuchen die Reisenden den heiligen Kreuzberg (vgl. Lussy 66 — 69). Am 15. September gelangen sie nach Limissol, wo J. v. L. beinahe in türkische Gefangenschaft geraten wäre und Moriz Pfyffer stirbt. Da der Patron der „Regina" zu lange sich in Cypern aufhält, trennen sich Laurentius Pacificus, Johann Angelus Parro aus Venedig, Lussy mit Johann von Lauffen und Michael von Kommerstein aus Preufsen von der Gesellschaft, um mit dem Patron Augustin de Jacobis eher nach Venedig zu gelangen (f. 77; vgl Lussy 69). Am 31. Oktober fuhren sie von Zante ab, landeten am 4. November in Gallipoli und reisten über Neapel nach Rom. Johann, der hier einige Zeit krank gelegen hatte (Lussy 100), ging, als er wieder gesund geworden war, seinem Herrn Lussy nach über Venedig bis Padua, kehrte aber von danach Venedig zurück und traf am 12. Februar 1584 zum zweiten male in Rom ein. Hier traf er den Haupt- 282 mann Sägesser und seinen Lieutenant Hans von Cham, beide aus Luzern, und kam von hier am 7. Juni wieder in die Heimat zurück. Die Reise hatte 228 Kronen gekostet (f. 92). Zum Schlufs giebt Cysat an, dafs er die Beschreibung aus Tagebüchernotizen und Briefen zusammengestellt habe, dann folgen eine Abschrift des Todesurteils Christi (f. 93; vgl. Lussy 32—35) und die von Lussy (87—93) uns erhaltene Urkunde über die wunderbare Rettung im Sturme (f. 94—97). An die Aufzeichnungen des Johannes von Lauffen schliefst sich ein Excerpt aus dem Reisebericht Peter Giefslers an (f. 98—103), von der Zeit an, als sich die Pilger in Li- missol trennten. Peter Gyfsler landet mit seinen Gefährten nach vielem Umherirren am 7. November in Istrien, von wo sie nach Venedig gelangen und dort in der deutschen Herberge „zum Löwen" einkehren. P. Gyfsler kommt am 10. Dezember in seiner Heimat Uri an, nachdem er 30 Wochen und einen Tag entfernt gewesen war und 220 Kronen verbraucht hatte. Der Text dieses Berichts befindet sich im Kantonalarchiv von Luzern, dessen Direktor Herr Th. v. Liebenau ihn mir im Original überliefs; Herrn Dr. Meisner verdanke ich vorstehenden Auszug. Ein vollständiger Abdruck, allerdings voll Schreib- und Lesefehlern, steht in der Luzerner Zeitung 1864 No. 209, 216, 223, 229, 236, 243, 250, 257. 1583 (d.) Herzog Nikolaus Christoph von Rad- zivill aus Polen erwähnt in seiner Reisebeschreibung (Reyfsbuch 1609, H, S. 162), dafs am 29. Juni mit ihm Freiherr Abraham III. zu Dohna aus Schlesien (vgl. Aufzeichnungen über die erloschenen Linien der Familie Dohna, Berlin 1876 (anonym), Abteil.: Die schlesische Linie XV — XVI), Georg Kos und Michael Konarski aus Preufsen, Andreas Skorulski aus Litauen und Petrus Bilina aus Polen zu Rittern des heiligen Grabes geschlagen worden seien; aufserdem nennt er noch als Begleiter den Jesuiten Leonhard Pacificus, Johannes 283 Scholz, Barbier aus Breslau, und Jeremias Giermek aus Litauen. 1583(e.) Konrad Hüllen und Benedikt Gafseren aus Solothurn zogen nach dem heiligen Grabe (Franz Haff- ner, Des kleinen Solothurnischen Schaw-Platzes zweyter Theyl (1666, S. 259); darauf beziehen sich auch: „Johannis Jacobi Apostathruii Carmina. Ad salvum conductum pro civibus Hierosolymam profecturis ab authore Patrum jussu conscrip- tum 1582. Vade salutatum sine me, mea littera, terram, Qua Christus nasci pertulit atque mori. Littera ter felix, scriptore beatior ipso, Quae, quam non potuit cernere, cer- nes humum! O ego, votorum fuerat, quae summa meorum,' Bio te letor fore referre queam, Lustrare et sacrum tumulum, collemque feralem, In quo pro nobis victima facta Deus! Non maris irati furias terraeve labores Ferre mihi durum prae pietate foret. Obstat at officio officium, prohibetque Senatus, Cui vovi vitam, servitiumque meum; Pro me tu illa pedum Christi vestigia tange, Adfigens digitis verba no- tata meis! Sic te percusso pelago votoque soluto Omnibus faustis ire redire precor. Ejusdem argumenti. Ite salutatum, Cives, loca sancta Sionis, Judaeasque urbes Bethlemiumque larem, In primis tumulum, jacuit quo Rector Olympi, Restaurans nostrae conditionis opus. Comprecor, ut Zephyris placidis, quae vos vehet Argos, Actam Joppeiam salva subisse queat." (Solothurner Wochenblatt 1824, 430—131). L. 1585 reiste auch Martin Schweicker aus Nürnberg nach Jerusalem, ebenso Stephan Praun mit dem Grafen von Minckwitz über Konstantinopel nach dem heiligen Lande und Ägypten; er ward am St. Andreastage 1585 zum Ritter des heiligen Grabes geschlagen (Will, Miinzbelu.3t.in, 27 6, wo auch sein Ritterbrief abgedruckt ist; Kamann 13). 1586—1589. Samuel Kiechel aus Ulm brach am 8. November 1586 von Wien auf mit einem Nürnberger. Ritter Hans Haas und einem Niederländer (S. 144), traf 284 kurz vor Venedig den nach Loretto reisenden Maximilian von Dietrichstein (S. 151) und kam in Venedig am 24. November an (S. 152), wo er Magnus Dieterlein aus der Umgegend von Strafsburg kennen lernte (S. 162). Von hier reiste er in Begleitung eines piemontesischen Grafen zu Lande über Rom, wo er „im Schwerte" bei Dietrich Breitbach wohnte und einen adeligen Herrn aus Mähren traf, der im Collegium germanicum studierte (S. 165). In Neapel fand er Herberge in dem deutschen Gasthofe „zum schwarzen Adler" (S. 170) und vierundzwanzig deutsehe Adelige, unter denen Teuffei, Freiherr zu Guntersdorf (dessen Viaggio fatto di Constantinopoli verso il Levante, Wien 1598, 4° erschien) genannt wird (S. 178); mit einem Schneider aus Meifsen segelte er von hier ab und kam am 27. März 1587 nach Malta, wo er folgende deutsche Ordensritter anwesend traf: Hans Sebastian von Hohanödt aus Baden, Abraham von Horneck aus Schlesien (S. 196), ferner Augustin, Freiherr zu Mörsperg und Beffort aus Dorlisheim (er soll nach Zeiler, Topogr. Alsatiae 34 [vgl. Strobel, Gesch. d. Elsasses IV, 254f.] eine Beschreibung seiner grofsen Reisen hinterlassen haben), Matthaeus Leopold Poppel von Lob- k'owitz, einen Freiherr aus Böhmen, Walter von Oers- bach, Hans Wilhelm von Bellersheim, Peter von Aschenberg, Johann Friedrich Hundt von Sal- heim, Eberhard von Gäelenn, Georg Christoph von Weytting, Dietrich von Dattenberg (S. 199); auch der Kellermeister Ulrich Hummel war ein Deutscher (S. 200). Auf der Rückreise traf er in Rom Jakob Seslin aus Ulm (S. 223), in Mailand zwei Diener der Rotmundt von S. Gallen und Clammer aus Kempten (S. 235). Am 29. September segelte er, der einzige Deutsche auf dem stark besetzten Schiffe, ab (S. 242 f.) und landete am 11. Dezember in Tripolis (S. 251), wo er die eben aus' Jerusalem zurückkommenden Herren: Christoph Simon von Heudorf aus Tirol, mit einem Diener aus Trient, Hans Kokors aus Kamenz in Schlesien und Johann J285 Rattich, einen Goldschmied aus Stolp in Pommern, antraf (S. 253). Er ging hierauf nach Aleppo, wo er am 12. Januar 1588 anlangte (S. 271) und viele deutsche Schlaguhren fand (S. 266), und brach am 12. Februar mit Antonio Scarampo d'Casa Crevelli, Pietro Guerini, Ber- nardino Corneretto, Cesare Grandonio (alle aus Venedig) und Bernardino Nilli aus Aleppo auf (S. 270f.); am 19. Februar traf die Karawane in Damaskus ein (S. 276), wo Kiechel bei dem italienischen Konsul Bernardino Ravaziol Herberge fand (S. 278). Von hier zog er über Kuneitirah und die Jakobsbrücke nach Safed, Nablus und traf am 1. März in Jerusalem ein (S. 282—292). Schon am 7. März verliefs er es wieder (S. 318) und kam am 14. März abermals nach Damaskus (S. 325); am 21. März war er in Tripolis (S. 326), von wo er am 1. April absegelte (S. 329) und am 25. April Alexandria erreichte (S. 333). Hier fand er bei dem französichen Konsul An- gelo Vento, dem Nachfolger des Christophero Vento, freundliche Aufnahme (S. 335). Am 13 Mai langte er in Bulak an und wohnte mit zwei französischen Goldschmieden Nikolaus Monnart aus Bar le Duc und Joachim Touschar aus Paris zusammen (S. 342). Er schlofs am 8. Juni sich einer Karawane nach dem Sinai an (S. 349) und kehrte am 21. Juni wieder nach Cairo zurück (S. 365), wo ihn ein alter Mameluk, ein geborener Bayer, herumführte (S. 371); ebenso traf er am 2. Juli noch mehrere andere deutsche Renegaten, darunter einen Strafsburger Goldschmied, Namens Michael Miller (S. 374), der mit ihm am 8. Juli nach Alexandria sich einschiffte (S. 386). Hier trafen in der Mitte des September Christoph Teuffei, Freiherr von Guntersdorf, den Kiechel schon in Neapel kennen gelernt hatte, und Johann oder Georg Christoph Fernberg er von Eggenberg, Sekretär der kaiserlichen Botschaft in Konstantinopel, ein, welche ihm Empfehlungsbriefe dahin übergaben (S. 392). Am 16. September fuhr Kiechel mit Miller ab (S. 394) und kam am 7. November in Konstantinopel an (S. 407), wo aus Venedig mehrere deutsche Je- 286 rusalempilger gelandet waren: ein Graf von Hardeck mit seinem Diener, die Freiherren von Thun, von Seebach, von Cretzheim, Fuchs (alle aus Franken), ein Kitter vonBernico, Uhlfeldt, ein Däne, Bartholdt und Jakob Schachmann' aus Danzig, sowie deren Dolmetscher Bertholdt Rö sslin, der bereits früher die Levante bereist hatte (S. 414). Kiechel wohnte in Galata bei dem ihm schon von Tripolis her bekannten Johann Rattich (S. 421). Am 14. Dezember ging er mit Heinrich Gendrofsky aus Boutochin in Böhmen, dem Maler des kaiserlichen Botschafters, unter Segel (S. 421); auch ein von der Galeere entsprungener Schweizer Konrad Meckleaus St. Gallen, stahl sich auf das Schiff und wurde bis Rovigno mitgenommen (S. 426, 461). Am 10. Juni 1589 landete Kiechel in Venedig (S. 461) und trat mit dem Augsburger Postboten Tobias Agster und den Kaufleuten Kaspar Krön, Peter Berner, Anton Platz aus Augsburg und Nättel aus Nürnberg den Heimweg über den Brenner an; am 30. Juni war er wieder in Ulm (S. 463—466). Die Reisebeschreibung Kiechels gab Hassler in der Bibliothek des litterarischen Vereins zu Stuttgart 1867 heraus. 1586 unternahm Karl Nützeil aus Nürnberg eine Pilgerfahrt nach Jerusalem (vgl. oben S. 273), wo er Ritter des heiligen Grabes wurde. Er erwarb sich durch seine vielen Reisen den Namen des „deutschen Ulysses" (Will IV, 376). Seine Reisebeschreibung ist noch erhalten im British Museum zu London (Egerton 193, fol. 363—443, § 4). 1587. Ernst von Buseck, genannt Mönch, ver- liefs am 12. April mit Junker Ferdinand Zulfleisch Ehingen, kam am 25. April nach Venedig, wo er Wolf Sigmund von Haunsperg und Karl Ferdinand von Rechberg antraf, die sich ihm anschlössen; aufserdem nennt er noch als Reisegefährten: Seufried von Mosheim, Philipp von Adelshausen, Georg Hochstetter, Philipp von Spechbach und Bernhard Walter von Waltersweil. Am 20. Mai segelten sie ab und erreichten 287 am 29. Juni Jerusalem. Unterwegs, in Ramleh, fanden sie die Wappen und Namen der Grafen von Vernburg, Manderscheid, Mansfeld und Helfenstein, in der Lazaruskapelle zu Bethanien den Namen Stephan Braun. Auf der Rückreise schlössen sich ihnen Steno vonBildt aus Dänemark und ein Herr von Brandenstein aus Sachsen an, in Tripolis Reinhold Brinckh aus Pommern. Am 25. Oktober traf Buseck in Marsala ein, segelte von da nach Nizza und erreichte am 11. Februar 1588 glücklich wieder Ellingen. Das Nähere siehe bei RM. 455—461. 1588(a,) Christoph Fernberger von Eggenberg reiste über Konstantinopel nach dem Sinai (Wien, Cod. 8135 s. XVII, 69 a—72 b; vgl. ZDPV. 1881, 237 u. oben S. 285). 1588 (b.) In der archivalischen Sammlung zu Schlofs Miltenberg und zwar unter den dort aufbewahrten Collectan. ad chron. eccles. coli. B. M. V. ad gradus von Bodmann auf S 408 zum 28. Mart. (1588) steht folgende Notiz: „ D. Joannes Rupertus Raw ab Holzhausen, canonicus Majoris et nostre ecclesiae, petiit et obtinuit licentiam ad terram [sanctam], in qua etiam mortuus est. Sepultus in Hierusalem". (Gütige Mitteilung des Herrn Pfarrer a. D. Conrady in Miltenberg.) 1588—1590. Der (bereits oben S. 284 erwähnte) Freiherr Hans Christoph Teuffei zu Guntersdorf, Herr auf Putten, durchreiste mit seinem treuen Diener Sebastian Stalin den ganzen Orient; die Route ergiebt sich aus der Grabschrift zu Putten, die Christoph „servo suo fideli" widmete: Sebastian Stahn mit Nam' Zu Constantinopel bekam Ich zu ein Diener, der viel Meil Mit mir reist, nacb der Christen Heil Fünfzehn hundert achtzig und acht In Aegypten die Kais verbracht. Und auf dem Berg Sinay genannt, Nach solchem in der Syrer Landt, Auf den Flufs Euphrate ferner Im Babylon, wo Gott der Herr Der Menschen Sprach verwirrt gswind. Bey derselben Stadt da rindt 288 Der Flufs Tigris nach Bassora Auf solchem wir schifften allda Die jetzt gemeldten zween grofs Flüfs Der Euphrates und der Tigris Rinnet, die brachten Uns weiter, Bis in das Persianisch Möhr Zur Insel Ormus, weit bekhant, Von dort aus in der Perscher Landt. In der Haubstatt Casbin mit Klag, Nahm mir den achtzehnten Tag (S. 28) Im Februario fürwahr Fünfzehn hundert neunzigsten Jahr Der Tot diesen main Diener Frumb, So gemelte Landt in Haiden- thumb Mit mir durchzogen diese Raifs. Oft litten wir Khalt, viel mehr Schwaifs Leibsgefaren und Fastidi vil Beym weifs, schwärzt, roten Möhr und Nil. Beym Tigris und beym Euphrate In grofser Hitz, Angst, Noth und Weh. — Hat mir wol dient, weil er lebet, Gedolmetscht und sauber kochet, Mufst nachher widern willen mein Diener selbst. Herr, Koch, Dolmetsch seyn, Liefs ihn begraben dieselb Zeit Ehrlich, weil dort kein Gelegenheit Ein solches Epitaphium Ihm zu setzen, hab ich's darumb Alliier gestellt in grofsem Laidt Gott geb ihm dort die ewig Freydt! ■' (S. 29). (S. 29; v. Hormayr, Taschenbuch f. vaterl. Gesch. 1828 S. 28—29, wozu zu vergleichen ist: II viaggio di Giovanni Christophoi'O Tayfel fatto di Constantinopoli verso Levante, Vienna 1598, 4°.) Das Stammbuch Christophs von Teufel (1586—1612) mit höchst interessanten Einzeich- nungen befindet sich, wie Vulpius, Kuriositäten I, S. 175, No. 169 notiert, in der grofsherzoglichen Bibliothek zu Weimar, ebenso das des Malteserritters Veit Georg von Hausen (1587 — 1595); vgl. Vulpius I, 176 No. 268. Jedenfalls wäre eine gründliche Untersuchung jener äufserst reichhaltigen Stammbüchersammlung von grofsem Nutzen. 1589 am 2. April nahm Heinrich Vagius aus Strafsburg zu Jerusalem das Mafs der Länge, Breite und Höhe des heiligen Grabes zu Jerusalem, das im: Verzeichnis aller Naturalien so in Künastischer Kunstkammer zu Strafsburg zu befinden (Strafsburg 1673, 4°, S. 18 No. 305) erwähnt wird, wo auch S. 17, No. 302—304 Reliquien und S. 18, 289 No. 307 ein Jakobsbruder Hut, 308 ein Flaschenkürbis von Lorettopilgern genannt werden. Vgl. oben Pilgerkatalog zu 1486. 1589—1596 reiste Andreas Strobeli aus Nördlingen in der Levante. Seine Reisebeschreibung ist in der Göt- tinger Universitätsbibliothek (Cod. hist. 824, 4°, s. XVI) erhalten. 1590, 6. Juni bis 3. Otober. Beschreibung der Reise eines Ungenannten von Venedig nach dem gelobten Lande (Detmold, Landesbibliothek s. XVI, 65 foll., 4°; freundliche Mitteilung des Geh. Ober-Justizrat Dr. Preufs in D.). c. 1590. Bruder Claus Marbacher brachte nach Heiligenkreuz, einem Wallfahrtsorte bei Entlebuch, Reliquien aus dem heiligen Lande mit. Vgl. Neumann in der Theol. Quartalschrift, Tübingen 1868, 439. 1592 am 9. Mai tritt ein Ungenannter seine Jerusalem- fahrt mit dem Grafen Gutbert von Arch von Venedig aus an und kehrt dahin am 3. Oktober wieder zurück (Rostock, Universitätblibliothek s. XVI Papier; gütige Mitteilung des Herrn Prof. Dr. Schirrmacher daselbst). 1597 ging Johann von Roll aus Solothurn nach Jerusalem (Leu, Helvet. Lexikon XV, 373). L. 1598. Der Freiherr Christoph Harant von Polschiz und Weseriz brach am 30. März 1598 auf und ging mit Hermann Zschernin von Chudienitz über Pilsen, Landshut, Kufstein, Trient nach Venedig, wo er am 19. April eintraf (S. 1—16). Er segelte mit Antonio Donato, einem Italiener aus der Umgegend von Mailand, mit einem Franzosen, einem Niederländer Lambert, der auf der Reise sich als ein brutaler Geselle zeigte, einem Strafsburger und mit einem Pilger aus Eger am 12. Mai ab (S. 69), erreichte am 31. Juli Can- dia (S. 91), wo er einen Landsmann, Johann Ostrowetz, traf (S. 93), am 19. August Cypern (S. 109) und am 31. August Jaffa (S. 137). Am 3. September kam er nach Jerusalem (S. 159), empfing am 16. September den Ritterschlag (S. 425—427) und trat am 19. September die Reise Röhr i cht, Pilgerreise!}.' 1" 290 über Gaza nach Damiette an, von wo er nach Cairo gelangte. Von da brach er am 8. Oktober nach dem Sinaikloster auf (S. 570), empfing hier ein Griechisches Besuchsattest (18. Oktober; S. 612) und kam am 26. Oktober wieder in Cairo an (S. 698). Von da ging er nach Alexandria, segelte am 11. November ab (S. 867) und war am 26. Dezember wieder in Venedig (S. 879). Seine Reisebeschreibung erschien deutsch in Nürnberg 1678, 4°. C. 1600. Wolf'gang Ludwig von Crailsheim (geboren 1573) brachte, wie erzählt wird, von seiner Pilgerfahrt einen Muhammedaner mit nachhause, der in der Besorgnis, nach seinem Tode kein anständiges Trauergefolge zu erhalten, jedem, der ihn zur Ruhe geleiten werde, einen Batzen bestimmt haben soll, infolge dessen die Bauern in hellen Haufen seinem Sarge gefolgt seien (Württemberg. Vierteljahrshefte, Stuttgart 1880, 293). 1603. Am 14. April 1603 brachen Heinrich Walder, Chorherr zu Luzern im Hof, Kaspar Bucher. Pfarrer zu Sempach, Hauptmann Marx Seiler von Samen, Paul Frei aus Feldkirch, Hans Rüedi, Baumeister zu Entlebuch, Georg Bucheli von Malters, Jost Heini im Wyl von Rufswyl, Ulrich Meier, Schulmeister zu Rufs- wyl, von Luzern auf, nachdem sie gebeichtet, das Abendmahl und den Segen in der Kirche empfangen; im ganzen betrug die Reisegesellschaft 20 Pilger und 3 Frauen. Nachdem sie am 19. April den Splügenpafs überschritten hatten, kamen sie über Como, Verona, Padua am 27. April glücklich nach Venedig. Sie besuchten in Jerusalem und Bethlehem die heiligen Stätten und segelten am 21. August wieder von Jaffa ab. Sie gingen dann von Venedig über Trient, Bludenz, Feldkirch, Wallenstadt nach Luzern, wo sie am 3. Januar 1604 ankamen und freundlich empfangen wurden. Die Reisebeschreibung erschien in der Luzerner Zeitung 1865, No. 194, 201, 208, 215, 222,229,236; vgl. Schweiz. Geschichtsfreund XV, 27. Der Verfasser des Berichts Ullrich Meier starb 1619. 291 1604. Sebastian Schach aus Strafsburg studierte 1603 in Siena und traf im Frühjahr 1604 in Bologna einen deutschen Edelmann Namens Dietrich von Steinhaus; beide beschlossen, das heilige Land zu besuchen (S. 4) und segelten am 23. Juni von Venedig ab (S. 5). Sie erreichten am 29. Juli Cypern (S. 7), am 11. August Jaffa und am 14. August Jerusalem (S. 8—9), wo Schach Ritter des heiligen Grabes wurde (S. 12). Am 24. August brach er mit einigen Begleitern wieder auf und erreichte am 29. August Gaza, wo die Karawane bis zum 9. September rastete (S. 13 —14); nachdem man eine Horde räuberischer Beduinen durch Überlassung eines Sackes voll Zwieback glücklich abgewehrt, trafen die Pilger am 22. September glücklich im Sinaikloster ein (S. 16 f.), das sie am 27. September wieder verliefsen (S. 19). Am 7. Oktober kamen sie nach Cairo, wo sie vom venetianischen Konsul aus Alexandria freundlich aufgenommen wurden (S. 21) und die Besuche einiger Renegaten, darunter auch einer aus Basel sich befand, empfingen (S. 21 f.). Am 19. Oktober segelten sie ab nach Alexandria (S. 23), das sie am 9. November verliefsen (S. 27); in Cypern trafen sie ein Pilgerschiff, auf dem Schach den in Jerusalem krank zurückgelassenen Dietrich von Steinhaus wieder fand (S. 27). Am 24. November kamen sie nach Corfu, am 1. Dezember nach Otranto, von wo nach glücklich überstandener Quarantaine Schach und ein neuer Reisegefährte von Hager nach Rom gingen, das sie am 28. Dezember erreichten. Am 15. Januar 1605 gelangten sie nach Florenz (S. 28); am 11. Juni kam Schach über Bologna, Venedig, Trient nach Innsbruck, am 23. Juni nach Strafsburg. Wir folgen der Analyse de la relation manuscrite d'un pelerinage ä Jerusalem ... entrepris en 1604 par S. Schach, Colmar 1846, 31 SS. (unterschrieben X. M). 1605. Hans Wilhelm von Steinbruck aus Solo- thurn machte in diesem Jahre eine Pilgerfahrt nach dem heiligen Lande (O. Ziegler, Schweiz. Pilgerfahrten nach Jerusalem, Bern 1870, S. 7). 19* 292 1606. Der Pfarrherr Johannes Habermacher aus Alpnach in Unterwaiden unternahm, mit Empfehlungsbriefen des damaligen apostolischen Legaten in Luzern, des Bischofs von Veglia Johannes Gomes Turrianus, von Ciconia, dem Abt von Misericordia zu Venedig, wohl versehen, seine Pilgerreise mit Wolf gang Stockmann, Ratsherr zu Samen, Nikolaus Marbacher aus Entlebuch, Melchior Wyg, Unteryogt und Landhauptmann zu Alpnach, Melchior Schmuck, Seckelmeister daselbst, Nikolaus Frener (über ihn Schweiz. Geschichtsfr. XXVI, 99), Kaplan zu Rufsweil, welcher schon über 60 Jahre alt war (f. 105). Habermacher brach am 21. April auf, fand in Stans bei dem Landammann Nikolaus Löwe Herberge und begrüfste den damals 80jährigen Jerusalempilger Melchior Lussy; er erreichte über den St. Grotthardt, Porlezza, Lecco, Bergamo, Verona am 4. Mai Venedig, wo er mit seinen Gefährten im „schwarzen Adler" Herberge fand (f. 107). Der Abt Ciconia sowie die Schweizer Kaufleute Georg und Nikolaus Muginen standen ihnen mit Rat und That zur Seite, doch hinderte dies nicht, dafs unsere Pilger durch Um- wechselung und Teuerung viel Geld verloren (f. 109). Indessen waren in einer anderen deutschen Herberge, im „weifsen Löwen", noch andere Reisende angekommen, Andreas Lindower, Matthias Rosenheim aus Bayern und Jeremias Guttmann aus Preufsen, mit denen sie zusammen auf einem Schiffe (Fusarina) nach dem heiligen Lande fahren wollten; der Patron verlangte 6 Dukaten pro Kopf aufser der Beköstigung. Da das Schiff jedoch sich als ganz untüchtig erwies, so trennten sich die Schweizer und mieteten ein anderes Schiff; unter den neuen Reisegefährten nennt H. Alexander N., einen Priester aus Hochburgund, Antonius, Diaconus aus Rom, Dr. theol., Petrus N., einen Priester aus Frankreich, Johannes Baron aus Venedig. Am Tage der Abfahrt mufsten die Pilger in dem Barfüfserkloster della Vigna genau angeben, wie viel Geld sie bei sich führten; denn wenn einer auf der Fahrt von Venedig bis Cypern starb, so erhielt dies Kloster seine 293 Hinterlassenschaft, starb er aber zu Tripolis oder Jerusalem, so empfingen sie die Barfüfser in Jerusalem (f. 112). Nachdem sie auf Melchior Lussys Rat noch den Jesuitenpater Lau- rentiusPacif'icus (vgl. oben S. 277 u. 278) besucht hatten, segelten sie am 22. Juli ab (f. 114), erreichten am 14. August Limissol, wo sie von der Eroberung Aleppos und Tripolis' durch den Bruder des türkischen Kaisers Kunde erhielten (f. 120); am 29. Juli kamen sie nach Jaffa (f. 126), am 31. Juli nach Jerusalem (f. 131), wo sie für den Einlafs in die Grabeskirche 4 Zechinen zahlen mufsten und Hab er - macher, Stockmann, Wyg, Lindower und Rosenheim zu Rittern geschlagen wurden (f. 148). Am 24. September fuhren sie wieder von Jaffa ab, erreichten glücklich Salinis, wo Nikolaus Prener, Stockmann und Rosenheim sich trennten, um nach Limissol zu reiten, während Habermacher mit den übrigen zur See auch dahin fuhren; hier trafen sie ein Schiff mit deutschen Christen, welche von den lürken in Ungarn gefangen worden waren und nach Konstantinopel gebracht werden sollten, darunter befand sich auch ein Barbier aus Luzern Namens Ziegler. Die sehr ausführlich (fol. 152 — 171) geschilderte Rückfahrt bietet nichts Bemerkenswertes; am 28. November kamen sie nach Venedig, wo sie schwören mufsten, dafs keiner aus der Zahl der Pilger gestorben sei und dafs an keinem der besuchten Orte die Pest grassiere (f. 171). Am 22. Dezember war Habermacher wieder in Alpnach. Die Beschreibung dieser Pilgerfahrt ist in derselben Lu- zeraer Handschrift enthalten, aus der wir die des Johannes von Laufen mitgeteilt haben. Auf Blatt 105 beginnt die „Substantzliche beschreybung der Pilgerfahrt gen Hierusa- lem, so der Eerwürdig geistlich Priester Herr Johannes Habermacher von Luzern verricht hat". Sie ist von derselben Hand wie die Reisebeschreibung des J. von Laufen geschrieben; am Schlufs (f. 173) steht: „ Explicit hoc opus descriptum ex ipsius authoris manu conscripto originah li- bello per me Rynwardum Cysatum seniorem in Vacatione balneationis Lucellonianae Mense Junio Anno 1611. Cum bona 294 venia authoris ist difs Werck corrigiert und in anmüttigem befsern styluni gebracht worden ". Demnach ist der Redactor auch dieser Reisebeschreibung Rennward Cysat. (Vorstehenden Auszug verdanke ich der Güte des Herrn Dr. Meisner). 1608(a.) Johannes Wild aus Nürnberg tritt 1604 als ein Jüngling von neunzehn Jahren in das Regiment des Grafen Gotthardt von Stahrenberg ein, wird in Ungarn gefangen und um 30 Dukaten nach Erlau verkauft (S. 8—9), dann um 50 Dukaten nach Ofen (S. 12), um 75 Reichsthaler (S. 20), zuletzt um 60 Dukaten an einen Grofshändler (S. 43), der ihn 1606 von Konstantinopel mit nach Cairo nimmt und hier wieder für 100 Dukaten verkauft (S. 54). Mit seinem letzten Herrn geht er nach Mekka (S. 56—66), findet in Djidda einen Strafsburger Namens Hans Hey (S. 87) und kehrt über Suez nach Cairo zurück, wo er einen Deutschen Abraham Simon aus Krems trifft (S. 117). Auf einer Reise nach Damaskus passiert er auch Jerusalem (S. 134 -135); er kehrt dann wieder nach Cairo zurück (1609), wo er wieder um 100 Dukaten verkauft wird (S. 153), aber, weil er seinem Herrn bei einem räuberischen Überfalle das Leben gerettet, die Freiheit erhält (S. 160). Er segelt von Alexandria nach Cypern, leidet aber Schiffbruch und kehrt nach Cairo zurück, wo er wieder bei seinem letzten Herrn Dienste nimmt, um Geld zu verdienen für die Heimreise, und gelangt endlich glücklich nach Konstantinopel (S. 239), wo er im Januar 1611 bei dem kaiserlichen Gesandten Michael Starzer freundliche Aufnahme findet (S. 241), dessen Diener Georg Dübberich, dessen Köchin Margarethe Grünwaldin heifst (S. 243). Hier lernt er auch Elias Mentziger aus Nördlingen kennen (S. 250). Mit einem Passe versehen (S. 257f.) erreicht er im Juli 1611 Adrianopel, im Oktober Nürnberg (S. 255). Seine Reisebeschreibung erschien Nürnberg 1613, 4". 1608(1).) Am 28. April brachen Urs Byfs und Ludwig Bieler von Solothurn auf und erreichten über den Brenner am 13. Mai Venedig, von wo sie am 2. Juli erst absegeln konnten (S. 7). Am 3. August kamen sie nach 295 Limissol, am 7. August nach Tripolis (S. 8), am 15. August nach Jaffa (S. 9), das sie am folgenden Tage verliefsen. Nachdem sie die heiligen Stätten besucht, segelten sie von Jaffa wieder ab am 30. August (S. 17) und erreichten am 3. November Venedig, am 26. November Solothurn (S. 20). Die Reisebeschreibung ist herausgegeben worden von Herrn Dr. 0. Ziegler in: Schweiz. Pilgerfahrten nach Jerusalem, Bern 1870, 7 — 20 (vgl. desselben Aufsatz in Buri und Kelterborn, Jahrbuch für die Schweiz. Jugend, Bern 1879, 89 —128); die Benutzung dieser Ausgabe ward mir durch die Güte des Herrn Verfassers ermöglicht. 1609 pilgerten Hannibal und Joachim Rieter nach Jerusalem; vgl. Kamann S. 13 und Will, Münzbelustigungen IH, 364; Das Reisebuch d. Familie Rieter 2. Der Text der Reisebeschreibung ist im Nürnberger Stadtarchiv (XII, chart. fol. 1 — 25) erhalten. C. 1610 ging der spätere Franziskaner P. Philipp Tann er aus Appenzell, Sohn des berühmten Landammann und Ritters Konrad Tanner, Herrn zu Tauw von Bollenstein, nach dem heiligen Lande und starb, nachdem er 7000 Predigten gehalten, im Rufe der Heiligkeit zu Freiburg (Leu, Helvet. Lexikon XVIII, 25; vgl. Rusch, Alpines Stillleben, Lindau 1881, S. 4, 131—133, wo eine von Kaspar Lang (Histor. theolog. Grundrifs, Einsiedeln 1692 I, 969) bereits benutzte Stelle der Suterschen Chronik über ihn mitgeteilt ist, welche die Reise Philipps, leider aber nicht genau das Jahr, bezeugt). L. 1611. Lucas Friedrich Behaim, später Rat zu Nürnberg, bereiste in seiner Jugend Frankreich und Italien (S. 18) und traf im Juli 1611 in Venedig mit Rudolf von Bünau aus Sachsen und dessen Hofmeister Tobias Adami zusammen, welche ihn einluden, sie nach Konstantinopel zu begleiten (S. 27). Behaim, durch das Beispiel seiner durch Reisen berühmt gewordenen Landsleute Christoph Fürer, Christoph Löffelholtz und Ulrich Grundherr angefeuert, war sofort bereit (S. 28), empfing von seinem Vater dazu Erlaubnis und schlofs diesen beiden Reisenden sich an. 296 Da indessen in Konstantinopel eine furchtbare Pest herrschte, wurden sie einig, nach dem heiligen Lande zu fahren, ver- liefsen deshalb am 13. August Venedig und erreichten über Tripolis, Jaffa (c. 10. Oktober) Jerusalem (S. 31). Auf der Heimkehr entrann Behaim zu Jaffa mit Mühe der Gefangenschaft, segelte mit seinen beiden Gefährten zurück nach Tripolis und besuchte von hier aus (18. Oktober) den Patriarchen von Antiochien auf dem Libanon. Statt in Sa- linis, wie abgemacht worden war, wurden sie durch die Schiffer in Famagusta ans Land gesetzt (S. 34—35), erreichten aber nach vieler Angst vor der Gefangenschaft glücklich mit Hilfe eines Türken Salinis, von wo sie am 15. November abfuhren und am 3. Februar 1612 glücklich nach Venedig gelangten (S. 36). Diese Nachrichten stammen aus Martin Beer, Leichenpredigt auf Lukas Friedrich Beheim (f 28. Juni 1648), Nürnberg 1649 (bei Wolfgang Endter) 4°; vgl. Freher, Thea- trum viror. eraditorum 1688 II, 1112; Witte, Diarium biogr. 1691, II, 61. Briefe des Lukas B. aus der Zeit von 1611—1613 befinden sich noch auf der Nürnberger Stadtbibliothek (Kamann 47, Note). 1612 pilgerte Benedix Coller aus Nürnberg; vgl. Kamann 13. 1613. Johann Jakob Amman aus Thalwil am Züricher See bricht als Wundarzt im Gefolge des türkischen Dolmetschers Andreas Negroni, am 2. Juni 1612 von Wien auf (S. 2—3), reist zu Lande über Ofen-Pesth (S. 9—12), Fünfkirchen (S. 12—13), Belgrad (S. 13—17), Sofia und Adrianopel nach Constantinopel, wo er am 14. August ankommt (S. 23). Von hier geht er mit dem holländischen Gesandten Cornelius Haga und Peter Gräfe aus Amsterdam zu Lande über Nicäa, Iconium, Adana nach Aleppo, wo sie am 8. Februar 1613 eintreffen (S. 72—88), von da über Maarrah, Hirns nach Damaskus (S. 89—93). Nachdem sie hier pro Kopf 25 Reichsthaler Zoll entrichtet (S. 96), reisen sie am 22. März ab über Sasa, Kuneitirah die Jakobsbrücke, in deren Nähe sie ein schlechtes Wirts- 297 haus finden (S. 99), nach Nazareth (S. 104), und gelangen glücklich nach Jerusalem (S. 110), wo sie bis zum 23. April bleiben. Von hier brechen Jakob Amman und Peter Gräfe mit zwei Italienern nach Cairo auf, das sie am 12. Mai auch erreichen (S. 178 —186). Sie reisen am 28. Mai wieder ab und schiffen sich am 6. Juni in Alexandria ein (S. 202—211); am 3. Juli landen sie in Neapel (S. 221), von wo aus sie über Rom am 8. August Venedig erreichen (S. 222—225). Hier verläfst Amman seinen Reisegefährten und trifft am 21. September glücklich in Zürich ein (S. 227—228). Wir benutzten die Ausgabe: Reifs in das Gelobte Land .... durch J. J. Amman, Zürich 1618, kl. 8. 1614. Hieronymus Scheidt aus Erfurt unternahm „aus tragender lust und affection gegen die Orientalischen Länder" im zwanzigsten Lebensjahr eine Pilgerfahrt; er verliefs 1614 am 5. Januar die Heimat, ging über Nürnberg, wo er bei Salomo Schweigger sich einige Ratschläge holte und Wechsel auf Venedig besorgte (S. 1—3), Ulm, Lindau, Feldkirch nach Chur, dann über den Splügen nach Mailand, wo er am 6. Februar eintraf (S. 17; Beschreibung der Stadt S. 7 — 9). Zu Venedig traf er im „ weifsen Löwen" Heinrich Hilfeid aus Braunschweig, der ihm durchaus seinen alten Pafs für schweres Geld aufreden wollte (S. 9 — 10). Während Johannes Scheidt, sein Vetter, zurückblieb, um Dienste in Venedig zu suchen, ging Hieronymus, da das nächste Pilgerschiff erst in sechs Wochen abgehen sollte, nach Padua, dann über Parma, das er mit Leipzig vergleicht (S. 12), nach Genua, wo er am 11. Februar eintrifft (S. 14). Am 7. März segelte er ab; als Passagiere nennt er: Jakob Mile, Ritter des heiligen Grabes, mit seinen zwei Dienern, Thomas von Tongerlov aus Amsterdam, Daniel Mesoino und Antonius Janssen s, zwei Kaufleute aus Antwerpen, ferner Hieronymus Behm aus Würzburg, Schiffsbarbier; als Kapitän wird genannt Friedrich Thun von Enckhausen (S. 15). Am 14. März landete er in Trapani, am 28. auf Cypern 298 (S. 17—21), traf in Limissol einen Kölner, der auf einem holländischen Schiffe heimfuhr und seine Briefe nach der Heimat mitzunehmen versprach (S. 21), und erreichte am 8. April Jaffa (S. 22—23). In Ramien lieh er dem aus der Gefangenschaft von Damaskus heimkehrenden Jan Cornelius aus Dortrecht sechs Zechinen, da dieser dem Ge- leitsmann sein Geld nicht bezahlen konnte (S. 25), und kam am 11. April in Jerusalem an (S. 28), das er der Gröfse nach mit Erfurt vergleicht (S. 36). In der Nacht vom 12. zum 13. April ward „Hieronymus von Mefsgringen", der Sohn eines französischen Grafen aus Paris zum Ritter des heiligen Grabes geschlagen (S. 48). Am 4. Mai ver- liefs Scheidt Jerusalem, traf in Cypern zwei holländische Schiffe, deren Kapitäne er Cornelius Janssenschram von Enckhausen und Martin Nikolaus nennt; auf dem einen befand sich auch ein deutscher Barbier aus Leipzig (S. 93). Scheidt liefs die Urkunde über seinen Besuch des heiligen Grabes durch den venetianisclicn Konsul Baptista Contarini vidimieren (S. 96) und segelte am 1. Juli nach Alexandrette (Beschreibung der Stadt S. 97—99); von hier brach er am 10. August wieder auf und landete am 24. September in Alicante (S. 106). Dann segelte er durch die Strafse von Gibraltar, an der portugiesischen und französischen Küste entlang (S. 107 —121), landete an der holländischen Küste und traf in Alkmar Andreas Lorenz Peters, dessen Freunde Cornelius er in Ramleh aus der Verlegenheit geholfen hatte (S. 123), und den deutschen Schiffs barbier aus Würzburg in Amsterdam wieder (S. 123). In Dortrecht suchte er vergeblich von Cornelius sein Geld zurückzuerhalten (S. 124) und ging mit dem Schiffsbarbier über Franeker, Emden, Osnabrück nachhause; am 23. Dezember traf er glücklich in Erfurt ein (S. 126—128). Die Reisebeschreibung erschien Helmstädt 1679. 4°. 1617 am 12. April brach Wolfgang Singer von Sechsein auf und empfing am 4. Oktober 1618 in Jerusalem den Ritterschlag (Urkunde in Samen). L. 299 C. 1617. Um dieselbe Zeit wird der bekannte Glogauer Adept Balthasar Walther aus Syrien, Arabien und Ägypten heimgekehrt sein, wohin er im Interesse seiner al- chymistischen und kabbalistischen Studien sich vom Hofe des wallachischen Fürsten von Tergowist aus begeben hatte; nach seiner Eückkehr ging er von Glogau aus zu Jakob Böhme nach Görlitz und hielt sich bei ihm drei Monate auf (Adolf Fechner, Jakob Böhme, Görlitz 1857, 69). 1618 u. 1619. Der Landgraf Ludwig V. von Hessen-Darmstadt beschlofs, durch Familien Unglück gebeugt, eine Pilgerreise zu unternehmen (S. 1—4) und trat sie, trotzdem man ihn durchaus von seinem Plane abzubringen suchte (S. 5—7) am 1. August 1618 an; in seiner Begleitung befand sich aufser seinem Schwiegersohn Herzog Ludwig Friedrich von Württemberg, ein Wormser vom Adel, der Rat und Hauptmann zu Giefsen Wolf von Weiteishausen, genannt Schrautenbach, der Stallmeister von Seebach und der Ritter Melchior von Schwalbach, letzterer gegen ein Reisegeld von tiOÜ Floren und monatlich 50 Floren, sowie freie Kost, Zehrung und notwendige Kleidung (S. 8). Er ging über Mömpel- gard und Basel nach Plaumont, wo Herzog Ludwig Friedrich umkehrte, dann über Besancon, Lyon, Avignon nach Marseille. Da das nach Syrien bestimmte und gewählte Schiff erst in acht Wochen abgehen sollte, so machte er erst eine Reise nach Spanien und erreichte über Saragossa am 23. Oktober Madrid (S. 9 —10), wo er bei dem kaiserlichen Gesandten, dem Grafen Khevenhiller, Wohnung nahm und ehrenvolle Aufnahme fand. Trotz der neuen Bitten seiner Verwandten, jetzt heimzukehren, ging er doch zurück nach Toulon, von wo er am 19- Januar absegelte; man war überein gekommen, dafs für die Fahrt nach Alexandria 1500 Kronen und von da nach Jaffa resp. Jerusalem 1000 Kronen zu zahlen seien, doch solle dieser Preis sich um einige Hundert Kronen ermäfsigen, wenn man Zeit liefse, das Schiff zu befrachten, um dann ohne Aufenthalt in Malta oder in irgendeinem anderen Hafen anzulaufen (S. 13 u. 14). aoo Diese letztere Bedingung nahm der Landgraf an und erreichte am 1. Februar 1619 glücklieh Malta, wo er vom Grofsmeister Louis de Vignacourt, Prinz von Gozza, freundlich aufgenommen wurde (S. 14; ebenda bis 18 die Briefe über die Fahrt bis Malta und den Aufenthalt daselbst). Auf die Bitten und Vorstellungen des Grofsmeisters entschlofs er sich hier, zurückzukehren und segelte am 24. Februar, begleitet von dem Ordensgeneral und von mehreren Rittern, unter denen de Andelot, de Bertancourt, Ugolius Grifoni, von Rosenbach, von Clofsen, von Com- pressi genannt werden, über Syrakus, Messina nach Neapel, wo er am 4. März glücklich eintraf und freundlich aufgenommen wurde; der Vizekönig, Herzog von Ossuna, schofs ihm 600 Dukaten vor, da Ludwig jetzt die in Alexandria, Constantinopel und Jerusalem fälligen Wechsel nicht erheben konnte (S. 19). Von Neapel erreichte er Rom am 12. März, wo er bei Paul V. eine Audienz hatte (S. 19—23); von da ging er über Florenz, Venedig, München nach Darmstadt zurück, wo er am 7. Mai 1619 wieder glücklich eintraf (S. 23). Von hier aus sandte er den meisten angesehenen Personen, die ihm unterwegs freundliche Dienste geleistet hatten, wertvolle Geschenke; die Malteser erhielten unter anderen eine aus dem Zeughause zu Giefsen stammende Kar- thaune, die in La Vallette auf der Bastei der deutschen Ritter aufgestellt wurde (S. 24; dort auch die Inschrift derselben). Die Reisebeschreibung gab Ludwig Baur im Archiv für hessische Geschichte, IV. Bd. 1845, Nr. 5, S. 1—24 heraus; sie enthält nichts von Jerusalem und dem heiligen Grabe, doch glaubten wir sie wegen ihres interessanten Inhalts nicht übergehen zu müssen. 1619. Jakob Schreiber, Kirchmeier in Altdorf, wird Ritter des heiligen Grabes genannt (Akten im Archiv zu Luzern). L. 1620—1629 bereiste Konrad Kraus aus Hof Europa und die ganze Levante (Donaueschingen, Cod. No. 488, S. XVII, 4°, 273M1.). 1623 am 7. Februar verliefs Heinrich Rantzow 301 (über das Geschlecht siehe Clericus, Viertelsjahrhet'te für Heraldik I, 31—46), Reichsrat des Königs von Dänemark, auf einem holländischen Schiffe (Kapitän Cornelius Wildschütz) Venedig (S. 1), fand in Zante Herberge bei dem niederländischen Konsul Stephan Engelbrunner, einem geborenen Nürnberger (S. 10); auf Scio lernte er zwei türkische Sklaven kennen, von denen der eine ein Livländer von Grote mit Namen, der andere ein Danziger war, welche ihm erzählten, dafs sie mit ihrem Rittmeister von Dan ho ff und ihrem Cornet Georg Wrangel (der in Rhodus Gefangener war) vor 2£ Jahren in der Wallachei gefangen worden seien (S. 17); ebenso fand er hier noch einen von Sacken und viele andere Livländer als Sklaven (S. 18). Hier trennte sich Rantzow von seinen Reisegefährten Lambert von Hagen, von Höffelen und Hockens, welche mit einem Gesandten nach Konstantinopel reisten (S. 19) und segelte nach Limissol, wo er als venetianischen Konsul Pietro Savioni nennt (S. 23). Am 27. März fuhr er von da ab, landete am 3. April in Accon (S. 32f.), wo er bei dem „französischen Konsul Baptista Turchet" Herberge fand (S. 34) und besachte Nazareth, in dessen Nähe er (bei der Fontana della Madonna) an einer Kirchenruine „ein doppeltes Kreuz oder lotheringisch Wappen" eingehaueu sah (S. 35); am 8. April traf er in Jerusalem ein (S. 36), von wo er am 20. wieder aufbrach (S. 51). Er fuhr von Jaffa am 30. April ab (S. 53), landete am 2. Mai in Damiette, am 8. in Cairo (S. 54), wo als französischer und deutscher Konsul Frenois genannt wird, ■• „welcher seiner Profession ein Pfaff ist" (S. 74). Ein deutscher Janitschar (S. 75), ein Kaufmann Bielke sowie Siegmund Gerhard Franzmann (S. 73—75), Keun, Jeremias Boll und Sonnemann, ebenfalls deutsche Kaufleute (S. 79), führten den Reisenden überall umher, der am 1. Juni Rosette erreichte und im Fondaco der Franzosen bei dem Vizekonsul Giovanni Guivelmo Herberge fand (S. 80); am 13. Juni kam er nach Alexandria und wohnte in Fondaco der Genuesen (S. 82). Er segelte 302 auf einem ägyptischen Schiffe am 25. Juni ab (S. 84 f.), fand kurz vor Gallipoli in einem der Dardanellenschlösser einen deutschen Spahi (S. 90) und landete am 25. Juli in Con- stantinopel (S. 91). Am 18. September reiste er wieder ab (S. 111) über Philippopel, Sofia, Serajewo, Sebenico, Spalato, Pola nach Venedig, wo er am 4. Dezember glücklich anlangte (S. 111—118). Die Reisebeschreibung führt den Namen: „Denkwürdige Reise-Beschreibung nach Jerusalem, Cairo in Ägypten und Constantinopel-------durch — Herrn Heinrich Rantzowen." Hamburg 1704. 8°. 1623 ging Johann Walter Schön nachdem heiligen Lande (Schweiz. Geschichtsfreund XXI, 305). L. 1635 am 11. März (S. 176) brachen Friedrich Eckher von Käpfing und Karl von Grimming auf Niederrain von Käpfing auf und erreichten über Salzburg, Golling, Mauterndorf, Spittal, Villach, Pontebba, Venzone, Gemona, St. Daniele, Treviso, Mestre, wo sie nach altem Pilgerbrauche ihre Pferde zurückliefsen, am 26. März Venedig, und stachen, da das Pilgerschiff, welches sonst am Frohnleichnahmsfeste absegelte, über zwanzig Jahre schon nicht mehr fuhr, auf einem holländischen Schiffe mit drei Kapuzinern, welche die Infantin von Brüssel nach Jerusalem schickte, am 17. April in See und landeten am 7. Mai in Alexandrien, wo sie nach strenger Untersuchung in der Mauth von je 100 Goldstücken eins als Abgabe entrichten mufsten, aber vom französischen Konsul zu Gaste geladen und vom italienischen Vizekonsul Simon de Timma aufser- ordentlich freundlich aufgenommen wurden. Am 12. Mai verliefsen sie Alexandrien, führen über Rosette, wo sie beim venetianischen Vizekonsul Bernardino Spinelli wohnten, nach Cairo und fanden hier durch Vermittelung des venetianischen Konsuls Girolamo Foscarini im Fondaco zwei Monate kostenfreien Unterhalt. Am 21. Mai besuchten sie den Mosesbrunnen, am 25. Mai das Sinaikloster, wo sie zum Abschiede von den Mönchen Baumwolle geschenkt erhielten, in welche Reliquien aller Art gewickelt gewesen waren; am 2. Juni 303 sind sie in Suez, am 6. Juni wieder in Cairo, am 17. Juni bei den Pyramiden. Weil, wie der Schreiber berichtet, alle Kamele — über 40 000! — für die grofse Mekka-Karawane in Beschlag genommen sind, müssen die Pilger bis zum 29. Juli warten, wo sie endlich mit sechs Franziskanern aus Messina und einem französischen Priester (im ganzen hatte die Karawane 300 Kamele, von denen sechs den Pilgern gehörten) aufbrechen können. Sie gelangen über Bil- bais, Salehije nach Kathia, wo sie durch die Mauthbeamten streng untersucht werden und sich pro Kopf durch ein Bachschisch von 18 Piastern vor Weiterungen schützen; in el-Arisch müssen sie wieder 3 J /2 Piaster zahlen, erreichen dann über Chan Junus Gaza, werden aber hier angehalten, weil sie einen ganz neuen Weg nach Syrien eingeschlagen hätten, um den Zoll in Jafa (S. 177), acht venetianische Zechinen, zu sparen, und sollen deshalb 300 Piaster, ja später sogar 1000 Zechinen Strafe zahlen. In dieser Not schicken sie eine Estaffette an den Guardian nach Jerusalem, worauf Pater Jakob, Guardian von Nazareth, erscheint und den Pilgern die Weiterreise dadurch ermöglicht, dafs dieselben dem Pascha 600 Kronen und einen seidenen Rock, seinen Offizieren 300 Kronen zahlen, also pro Kopf 90 Kronen. Über Asdod ziehen sie nun ruhig weiter nach Ram- leh und treffen am 20. August in Jerusalem ein, wo sie für den Einlafs in das heilige Grab jeder 14 ungarische Dukaten, zahlen müssen, und am 23. August nachts Karl von Grimming den Ritterschlag erhält, Nachdem sie auch Bethlehem besucht, wo sie den Pater Johann Siegmund Findtier aus Plättsch in Tirol treffen, der schon einige Jahre im heiligen Lande weilte, ziehen sie über Sebaste, Nazareth, Accon, Tyrus nach Sidon, von wo sie nach Konstantinopel segeln wollten, aber auf die Nachricht, dafs dort die Pest herrsche und eine Janitscharenrevolte ausgebrochen sei, nach Malta zu fahren beschliei'sen. Sie accordieren mit Franzesco Raveli, dem Kapitän eines nach Marseille bestimmten Schiffes, müssen aber vor ihrer Einschiffung jeder einzelne 5 Kronen Mauth zahlen. Am 7. September gehen sie an Bord. Die 304 Verpflegung giebt ihnen Veranlassung zu bitteren Klagen; nur zweimal wöchentlich erhalten sie ein Stück gesalzenes Fleisch, sonst nur Stockfisch und pro Person eine, resp. l 1 /» Sardellen, selten Käse, aber modrigen Schiffszwieback und ranzigen Wein. Am 30. September kommen sie nach Malta, sollen aber, weil die Pest in der Levante herrscht, nicht ans Land gehen dürfen. Indessen gelingt es ihnen durch Vermittelung eines deutschen Maltesers, Hans Heinrich von Closen, nach 12tägiger Quarantäne, die 40, mindestens aber 24 Tage, zu dauern pflegte, zu landen, erhalten sogar Audienz bei dem Grofsmeister und die Erlaubnis, sich die Stadt anzusehen. Bei einem Bankett des Baillif von Andelau, welcher das Marschallamt inne hatte, treffen sie von deutschen Rittern einen Herrn von Stein und einen Herrn von Westhausen. In der Nacht des 19. Oktober segeln sie nach Syrakus ab, dann über Taormina nach Messina und Neapel, wo gerade der Vizekönig eine Generalmusterung über 6000 Reiter und 18 000 Mann Fufsvolk hält. Von da erreichen sie am 18. November Rom, am 12. Dezember Venedig, hören aber hier mit Schrecken, dafs bei (S. 178) Malamocca das maltesische Schiff, welchem sie ihre im heiligen Lande gesammelten Reliquien und ihr Gepäck anvertraut hatten, mit zwei Pferden des Grofskomturs, eines Herrn von Rosenbach, untergegangen sei. Aber da das Meer dort nicht tief war, wird das Meiste von der Fracht gerettet, freilich dabei auch manches gestohlen. Einem auf dem Meere während des Sturmes abgelegten Gelübde zufolge tritt Grimming mit seinem Vetter eine Wallfahrt nach Maria Einsiedeln an, das sie über den St. Gott- hardtpafs glücklich erreichen, kehren dann über denselben und Mailand nach Venedig zurück und gelangen über Spi- lembergo, St. Daniele, Venzone, Malborgeth, Villach, St. Michael, Radstadt wieder gesund nach Salzburg zurück. Röhricht-Meisner veröffentlichen diesen Auszug aus einer Handschrift des Herrn Oberamtsrichterr S. von Schab in München, aufser der W. Neumann bereits in der Tübinger Theol. Quartalschrift 1868, 327 (vgl. ZDPV. 1881, 305 237) eine Admonter nachgewiesen hatte (ZDPV. 1885, 174—178). 1629. Der Chorherr Ludwig Helmlin von Bero- münster unternahm mit seinen beiden Schwägern Ludwig Amryhn und dem Hauptmann Franz Tann er von Tauw eine Pilgerfahrt, von der er als Ritter des heiligen Grabes 1632 glücklich heimkehrte (S. 342). Im Jahre 1639 wiederholte er seine Wallfahrt mit dem Chorherren Nikolaus Hertenstein, Andreas Mättmann, Leutpriester zu Häglingen, und Johann Herzog aus Wynon bei Münster (S. 345—348) und ging über Rom, Neapel, Messina, Malta nach Alexandrien und Cairo, von da über Jaffa nach Jerusalem, das er am 14. Januar 1640 wieder verliefs. Nachdem er Nazareth und die Umgegend von Tiberias besucht, segelte er am 16. Februar von Accon ab und erreichte am 20. Februar Cypern, zehn Tage nachher Candia (S. 348—349). In einem Kampfe mit Piraten fand Helmlin und Herzog (28. März 1640) den Tod durch Ertrinken (S. 349—351), während Mättmann und Hertenstein als Sklaven nach Tunis gebracht wurden, von wo aus sie am 2. April 1640 in einem Briefe in die Heimat (S. 356—360) von der Reise und ihrem Unglück Kunde gaben; gegen Zahlung einer Loskaufsumme von 1000 Dukaten wurden sie 1644 frei und gelangten glücklich in die Heimat zurück (S. 354—355). (Chorherr Ludwig Helmlin und seine Jerusalem-Fahrt von Herzog im Schweiz. Geschichtsfreund XXXI, 336—360). 1630ff. Paul Mayer von München unternahm eine Pilgerreise (München Cgm. 4038, 4°). 1633 tritt Hans Fuchs von Altishofen seine Wallfahrt nach Jerusalem an (Akten im Archiv zu Luzern). L. 1636. Georg Christoph von Neitzschitz brach am 27. April 1630 von Naumburg an der Saale auf und kam am 15. Mai nach Augsburg, wo er in „der Traube" Herberge nahm (S. 13). Von hier reiste er mit einem Adeligen aus Schlesien, einem Abgesandten des Bischofs von Würzburg und dessen Vetter über Röhricht, PiJgerreison. 20 306 Innsbruck, Trient nach Venedig (S. 16), wo er am 3. Juni eintrat'. Am 28. August ging er in See (S. 21), erreichte am 14. Oktober Smyrna (S. 39—40 Beschreibung der Stadt), am 27. Oktober Konstantinopel (S. 43), wo er ein ganzes Jahr sich aufhielt; dann reiste er mit der Post von da am 29. Oktober 1631 ab (S. 57) und kam am 26. November glücklich in Wien an (S. 61). Bald darauf fand unser Reisender eine zweite Gelegenheit, wieder nach Konstantinopel zu kommen; Ferdinand II. nämlich schickte einen aufserordentlichen Gesandten in der Person des Grafen von Buchhaim dahin, in dessen Begleitung sich auch der Graf von Althann befand (S. 63). Am 16. Januar 1634 verliefsen sie Wien (S. 64), erreichten am 10. Februar Belgrad (S. 69), am 24. Februar Nisch (S. 73), am 10. März Philippopel (S. 81), am 25. März Konstantinopel (S. 87). Von da brach unser Reisender am 4. Mai wieder auf und erreichte am 27. Juni Wien (S. 91). Von hier reiste er am 5. März 1636 ab (S. 94), ging über Schottwien, den Semmering (S. 95), Graz (S. 98f.), Klagenfurt (S. 102f.), Villach, Laibach (S. 105) nach Triest, von da zur See nach Venedig, wo er am 4. April ankam (S. 108). Er segelte am 21. April von da ab (S. 108) und kam am 1. Juni nach Alexandria (S. 40), am 7. Juni nach Cairo (S. 153). Von hier brach er am 25. Juni auf (S. 175) und kam am 5. Juli über Suez nach dem Sinaikloster (S. 197); er trat am 11. Juli die Rückreise an (S. 223) und langte am 18. Juli wieder in Cairo an (S. 234), wo er in dem niederländischen Arzte de Croy einen Freund gewann (S. 236f.). Am 28. Juli verliefs er Cairo (S. 245) und kam am 31. Juli in Damiette an (S. 247), am 4. August in Beirut (S. 254), wo er bei einem Kaufmann aus Marseille Namens Faber freundliche Herberge fand (S. 255). Am 10. August brach er von Beirut auf (S. 260) und reiste über Sidon mit Faber nach Tyrus, wo er das Grab Friedrichs I. erwähnt (S. 266). Dann ging er über Accon (S. 273) nach Nazareth, besuchte Tiberias (S. 277—286) und traf am 20. August in Sebaste ein (S. 287), am 21. August in Jerusalem (S. 295), das er ao7 schon am 27- August wieder verüeis (S. 340). Am 29. August segelte er von Jaffa ab (S. 348) nach Sidon, von da am 31. August (S. 351) nach Marseille, wo er am 12. Oktober landete (S. 364; S. 367 -369 Beschreibung der Stadt). Er brach von da am 16. November auf (S. 371), kam am 25. November nach Genua (S. 379; Beschreibung der Stadt S. 380 ff), am 10. Dezember nach Livorno (S. 382), am 13. Dezember nach Pisa (S. 383) und am 12. Junuar 1637 nach Rom (S. 386—388 Beschreibung der Stadt). Von da ging er über Ancona, Venedig, Villach, Judenburg, Wien, Prag zurück nach Leipzig (S. 389 f.). Die Reisebeschreibung erschien unter dem Titel: „ Des weilant .... Herren G. Christoff von Neitzschitz — siebenjährige und gefährliche Welt-Beschauung .... herausgegeben von Christ. Jäger." Budifsin 1666, 4°. 1639. Am 31. Oktober bewilligte der Rat von Solo- thurn dem Schulfheifsen Johannes von Roll, welcher in seiner Jugend eine Reise nach Jerusalem gemacht hatte und dort Ritter des heiligen Grabes geworden war, einen Platz auf dem Stadtgemeindegrund oberhalb der Vernaschlucht, um dort eine neue Kirche nach Gestalt der des heiligen Grabes von Jerusalem aufbauen zu lassen. Diese Kirche ward dann am 30. September 1644 durch den Bischof von Lausanne zu Ehren des heiligen Grabes, der Jungfrau Maria und aller Heiligen eingeweiht. (Joh. Amiet, St. Ursus-Pfarr- stift Solothurn S. 24 f.) L. 1641 soll ein Freiherr von Tornwitz aus Schlesien in Jerusalem gewesen sein und dort einen Juden gesehen haben, der in einem unterirdischen Saale verwahrt wurde, und diejenigen Kleider noch anhatte, die er zur Zeit des Leidens Christi trug. (Mitteil, der Central-Comm. für Erhalt, der Baudenkmale in Osterreich 1872, p. CL und Neumann in ZDPV., 1881, S. 238.) 1649—1666 gingen mehrere Männer aus Neustadt in Westpreufsen infolge eines Gelübdes nach dem heiligen Lande und legten nach ihrer Heimkehr den durch den Mönch 20* 308 R. von Weiden aus Oliva an Ort und Stelle genau ausgemessenen Leidensweg an; es wird erzählt, dafs man sogar mit Steinen von den Jerusalemstätten einige Schiffe befrachtete, die jedoch meistens untergegangen seien, doch hätten die geretteten Steine ausgereicht, um die drei Kapellen von Christi Kreuztragung, der Veronika und des Simon von Kyrene zu erbauen. (Zeitschrift für Ethnologie, Berlin 1881, Verhandl., S. 313—315.) C. 1650. Johannes von Schauwenburgh, Itinerarium ßomam versus et Roma Jerosolymam (Berlin, Königl. Bibliothek No. 58, 4 Ü und ibid. Sectio Hamilton, No. 592, 8 °). 1651. Wolfgang Aigen von Nürnberg: Reisebeschreibung nach Italien, Dalmatien, Griechenland, Türkeyen, Frankreich etc. (Weimar, Biblioth. No. 323, 4°, 176 foll. s. XVIII.) 1655. Arndt Grebhard von Stammer bricht mit Wolf Wilhelm Laninger aus Böhmen und Hierony- mus Beheim, einem Patrizier aus Nürnberg, von Venedig auf (S. l) und segelt nach Smyrna, wo er bei einem holländischen Kaufmann Michael Stall logiert, von danach Konstantinopel, wo Hieronymus Beheim im Hause des englischen Botschafters Paul Pundor (der von Frankreich wird Achilles, Baron von Chorlin, der von Holland Cornelius Hage S. 27 genannt) stirbt (S. 58); als Gäste des holländischen Gesandten werden zwei aus Preufsen stammende Adelige Christoph Perband und Martin Opa- chowsky genannt (S. 59); als ersten Dragoman am türkischen Hofe lernen sie einen Deutschen aus der Grafschaft Barby kennen, der aber seinen eigentlichen Namen zu nennen sich weigert. Mit diesen beiden und Wilhelm Laninger (S. 60) segelt Arndt nach Alexandria, von da geht er über Rosette, wo er einen Juwelier aus der Schweiz trifft (S. 66), nach Cairo, wo sie einen Ungar Lukas Ster- nowsky als Dolmetscher engagieren (S. 83) für die Reise nach dem Sinai. Vom Sinai kehren sie wieder nach Cairo zurück und gehen von Damiette aus zu Schiffe nach Jaffa, besuchen in Jerusalem, wo sie einen deutschen Mönch 309 P. Aegidius antreffen, sowie in der Umgegend die heiligen Orte (S. 158) und erreichen über Messina wieder glücklich Venedig (S. 175—178). Die Reisebeschreibung, in welcher nicht ein einziges Datum enthalten ist, erschien unter dem Titel: „ Morgenländische Reise-Beschreibung des — Herrn Arnd Gebhard von Stammer", Jena 1671 und 1675; wir benutzten die letztere Ausgabe. Einen Auszug giebt Beckmann, Histor. des Fürstentums Anhalt 1710, VII, 275—277, wo auch das vom 20. September 1615 datierte Besuchszeugnis erhalten ist, welches „Fr. Ruffinus a Savoia, St. Montis Sion ac totius Terrae Sanctae Vicarius et Praesidens" ausgestellte. 1656. Der Kapuziner Ignatius von Rheinfelden ver- liefs mit dem Ordensbruder Felix aus Delsberg am 23. November 1653 Freiburg im Breisgau (I, S. 7), um den deutschen Soldaten in venetianischen Diensten als Beichtiger und Seelsorger zu dienen, und fuhr am 9. November 1655 auf der Kriegsflotte mit gegen die Türken aus; er nahm an dem Gefechte bei Tenedos (26. Juni 1656; S. 28—34) teil. Am 5. Oktober landete er in Jaffa (I, 53) und gelangte, nachdem er die heiligen Stätten besucht hatte, über Tripolis nach Cypern (10. November 1656), das er auf dem Hamburger Schiffe Neptunus (Kapitän Martin Holst) am 1. Februar 1657 wieder verliefs (H, 33—35); am 9. März war er wieder in Venedig (H, 37). Wir benutzten seine „Newe Jerosolymitanische Pilger- Fahrt" in der Ausgabe Würzburg (Hiob Hertz) 1667, 4°. 1660—1661. Lorenz Slisansky unternimmt infolge eines Gelübdes eine Wallfahrt nach dem heiligen Lande; er bricht im Dienste des Wiener Handels- und Ratsmannes Wolf gang von der Klingen am 22. März 1660 von Wien auf (S. l), trifft in Burghausen den Vize-Kommissar des heiligen Landes Kaspar Franzelmair und empfängt von ihm Empfehlungen und Ratschläge (S. 2—3). In Innsbruck schliefsen sich ihm zwei nach Rom reisende Studenten an (S. 5); er passiert den Brenner und trifft am St. Markustage in Venedig ein (S. 7), wo er zehn Wochen 310 auf eine Schiffsgelegenheit warten mufs. Am 9. Juli segelt er auf einem englischen Schiffe („Die Rosenkrone", Kapitän Johannes Hart) mit einem Österreicher Bernhard Pyati und einem Franziskaner ab (S. 9—10), erreicht am 5. September Cypern und am 9. Oktober Jaffa (S. 20), wo er in dem deutschen Franziskaner Antonius Mandorf einen Reisegefährten nach Jerusalem findet. Er wird hier durch einen deutschen Pater Ambrosius umhergeführt (S. 26) und bricht am 24. Oktober wieder auf nach Jaffa (S. 90). Er fährt von da nach Accon, besucht Nazareth und den Tabor (S. 90—95). Für die Reise von Accon nach Marseille zahlt er nur 9 Thaler Fährlohn (S. 102), geht aber in Civitta Vecchia ans Land, besucht Rom, wo er sich seine Bescheinigung des Besuchs von Jerusalem durch den Papst bestätigen läfst (S. 87, 109), geht von hier mit einem Geistliehen, Antonius Milost aus Görz, nach Lo- retto (S. 112) und segelt von Ancona nach Venedig (S. 113); am 1. März 1661 ist er wieder in Wien (S. 114). Die Reisebeschreibung: „Newe Reisebeschreibung nacher Jerusalem — durch Laurentium Slisansky" erschien Wien 1662, 4°. 1665—1666. „Relation von denen Begebenheiten des kaiserlichen Hofes zu Wien und anderer Merkwürdigkeiten vom 28. Martii bis 25. Maji 1665. Von dar das Diarium einer Reise an den türkischen Hof und in das Gelobte Land bis den 18. November 1666" (Weimar, Cod. Q, 320, 270 foll., 4°; vgl. Paul Tafferner, Dissertatio Caesarianae legationis Leopoldi I a Waltero, comite de Leslie, ad Por- tam Ottomanicam susceptae", Vindobonae 1672 und Vulpius, Kuriositäten II, 257—262). 1666—1670. Franz Ferdinand von Troilo, sächsischer Kammerherr, geht über den Brenner nach Venedig (S. 3) und segelt von da am 10. Januar 1666 ab (S. 5), mufs in Cypern (wo viele Hamburger Schiffe waren; S. 23) drei Monate Hegen bleiben, da er keine Gelegenheit nach Syrien zu kommen findet (S. 25), und gelangt mit Groot aus Amsterdam nach Tripolis (S. 40), wo er wieder viele 311 holländische und hamburgische Schiffe trifft (S. 44). Von hier segelt er mit Groot, Jean Battista Been, dem Hamburgischen Faktor Andreas Winden und dem holländischen Konsulatssekretär Johann Mayer aus München (S. 53—54) an der Küste entlang nach Jaffa, wo er Anfang Juli eintrifft (S. 73). Nachdem er Jerusalem besucht, reist er nach Cairo, von da nach dem Sinai und wieder zurück, von Cairo dann nach Damaskus (1667), Aleppo und Alexandrette (S. 347 — 480). Von hier geht er durch Kleinasien nach Konstantinopel (S. 480—501), wo er unter den bei Neuhäusl gefangenen Christen den Hauptmann Rebland aus der Grafschaft Glatz, den Baron von Fels und andere trifft (S. 308) und bei Heinrich Bricard wohnt (S. 512). Nachdem er hier den Juli, August und September verlebt, reist er wieder zu Lande zurück nach Alexandrette (S. 553—567), wo er im Dezember 1667 eintrifft. Ohne es zu ahnen, kommt er hier auf ein tunesisches Korsarenschiff (S. 569ff), entwischt aber mit Hilfe des Johannes Mayer im Hafen von Tripolis (S. 575) und segelt, nachdem er den Januar und Februar 1668 dort verlebt, nach Jaffa (S. 576), kommt glücklich nach Jerusalem, wo er krank wird und bis zum November bleibt (S. 576—577). Von da geht er zurück nach Jaffa, segelt dann nach Damiette (S. 578, 584—587) und Cairo, von da zurück nach Alexandria. Er fährt auf einem Marseiller Schiffe 1669 ab (S. 618), wird bei Malta von Corsaren gefangen, nach Algier gebracht (S. 619—624) und erst für 20 Thaler (S. 626), dann für 100 Dukaten (S. 628; Beschreibung der Stadt Algier S. 633—650) verkauft. Nach siebenmonatlicher Gefangenschaft wird er durch Jean Battista Been, den er zufällig trifft, gegen Zahlung von 100 Dukaten losgekauft (S. 653—655) und segelt nach Livorno (1670), von wo aus er über Florenz, Padua, Trient, Innsbruck, Wien (S. 664—665) glücklich in seine Heimat zurückkehrt. Seine Reisebeschreibung erschien Dresden 1674, 4°. 1669 am 13. April bescheinigt Fr. Franziskus Maria a 312 Politio dem Hamburger Bürger Rochus Stubbe, dafs er die heiligen Stätten in und bei Jerusalem besucht habe. Das Attest ist im Besitze des Vereins für Hamburger Geschichte. Ein früherer Besitzer desselben bemerkt auf dem Umschlage, der eigentliche Name des Pilgers sei Ratge Stubbe gewesen, und verweist auf eine Nachricht bei Lundio, Jüd. Heiligt. Hb. HI cap. ult. § 55 (Gütige Mitteilung des Herrn Dr. Koppmann). 1670 starb auf seiner Rückkehr von seiner letzten Jerusalemreise Georg Paprion aus Innichen, wo derselbe 1653 nach seiner Heimkehr von der ersten Jerusalemreise nach dem Muster der heiligen Grabeskapelle eine Kapelle hatte erbauen lassen, nach deren Vorbild wieder das Mausoleum des Kaisers Friedrich ni. in Potsdam errichtet werden soll (1888—1889). 1675—1677. Otto von Groben ging, 17 Jahre alt, mit dem Obersten von Meglin nach Italien und Malta, wo dieser Geschäfte im Auftrage des Königs von Polen zu erledigen hatte; er verliefs am 1. Mai Neapel, und erreichte über Messina (S. 26—27), Trapani, am 24. Mai Malta (S. 31—46 Beschreibung der Insel), wo er im Gasthaus „testa d'oro" wohnte. Er ging dann über Candia, Rhodus und Cvpern nach Accon und von da nach Jaffa (S. 77), besuchte die heiligen Stätten, ferner die Umgegend des Sees von Genezareth, Tripolis und Damaskus, zog von hier mit einer Karawane nach Cairo, besuchte den Sinai und wollte von Alexandria heimsegeln, ward aber von Corsaren gefangen (S. 354—355) und erst nach sechs Monaten wieder frei; endlich erreichte er glücklich Marseille (S. 357—374). Von hier reiste er über Livorno nach Venedig (S. 396—398), von da über Mailand, Turin, Chambery mit dem Prinzen von Sachsen-Eisenach (S. 397) nach Lyon und Paris, von wo er nach einjährigem Aufenthalt nach London ging; dann kehrte er über Antwerpen, Amsterdam, Hamburg, Berlin nach Danzig zurück (S. 398—399). Seine Reisebeschreibung, die sehr wenig chronologische Angaben enthält, erschien Marienwerder 1694; über die Per- 313 soii des Reisenden vgl. von Baczko, Kleine Schriften I, No. 8, S. 197. 1681—1682 war Daniel Paschasius Osterberger von Osterberg, welcher schon als Student mit reichen Gönnern einmal das heilige Land besucht hatte (S. 5 6 f.), zum zweiten male daselbst, um nach einer gründlichen Besichtigung aller heiligen Stationen und Stätten ein Abbild derselben in dem von ihm gekauften Wallfahrtsorte Albendorf in der Grafschaft Glatz herzustellen (S. 58—59). Vielleicht ist dies in Deutschland, wo nicht in Europa, die vollständigste Zusammenstellung aller heiligen Stätten Palästinas und des Sinais (S. 165—200). Hatscher, Geschichte und Beschreibung des Wallfahrtsortes Albendorf. Albendorf 1870 (im Selbstverlage des Verfassers). 1684. Der reformierte Gesandtschaftsprediger der holländischen Gesandtschaft in Konstantinopel Heinrich Mi- rike brach Mitte Januar auf und erreichte über Tenedos, Smyrna, Rhodus am 18. Februar Jaffa, fand in Ramleh (S. 18) bei einem niederländischen Kaufmann Heinrich Lub (über den auch Reland, Pal. illustr. lib. I, c. 45, p. 288 handelt) freundliche Herberge und kam, durch einen von ihm mitgegebenen Araber geführt am 6. März nach Jerusalem (S. 27—29), wo er ohne Steuer und Kontrolle Eintritt fand (S. 30), besuchte die heiligen Stätten und ging am 15. April nach Accon, von wo er am 23. April absegelte und am 2. Mai Candia erreichte (S. 157); von da ging er über Chios, Smyrna nach Konstantinopel zurück (S. 159). Die Reisebeschreibung erschien mit Anmerkungen von J. Heinr. Reiz, Augsburg 1789. c. 1690 mufs der Nürnberger Bürger Mändlein eine Wallfahrt nach dem heiligen Grabe unternommen haben, da der Geistliche in seiner Grabrede (1696) dem Verstorbenen nach erzählte, dafs er einst sein Sterbegewand im Jordan geweiht habe, und der Wunsch, in ihm bestattet zu werden, erfüllt worden sei (Will, Bibliotheca Norica III, 487: vgl. Kamann 31 f.). 314_ 1692 starb Maxentius Eisner, Kommissar des heiligen Landes (Analecta Franciscana, Ad Claras Aquas 1885, I, 96); über Minoriten als Märtyrer im heiligen Lande siehe ebenda S. 257—258. 1699 (a.) ging als Adjutant der nach Konstantinopel bestimmten kaiserlichen Gesandtschaft ein Mann aus Überlingen mit, der von da nach Jerusalem und Cairo reiste und viele Reliquien mit heimbrachte, welche er der Made- rischen Kapelle seiner Vaterstadt übergab (Leopold-Sophien Bibliothek zu Überlingen VIII, No. 627, angeführt in der Zeitschr. für Gesch. d. Oberrheins 1881, XXXIV, 350). 1699 (b.) Heinrich Wilhelm Ludolph. Die Briefe über seine Orientreise an Aug. Herrn. Franke sind aus Smyrna, Konstantinopel, Cypern, Jerusalem und Cairo datiert und beginnen mit dem 14/24. Nov. 1698. Am 16. Sept. 1699 segelt L. von Konstantinopel auf dem englischen Schilfe „ The Drake" ab, welches der armenische Patriarch für 2700 Tbl. gemietet hat, dabei aber durch das Vermieten der einzelnen Plätze einen grofsen Profit macht, indem die schlechtesten Plätze für 14 Thl., andere für 30—50 Thl. vergeben sind. Fünf Juden haben eine Kammer für 300 Thl. zusammen genommen und klagen, dafs sie fast ersticken. Auf dem Schiff befindet sich der Bevollmächtigte des armenischen Patriarchen, der Aretin (= Pater) Signor Mansur, der Dolmetscher der Franziskaner beim heiligen Grabe, aus Bethlehem gebürtig. Am 5. Oktober kommen die Reisenden nach Jaffa, woselbst sie bis zum 8. bleiben. Der Dolmetscher aus Ramleh, welcher zugleich die Reise nach Jerusalem leitet, bekommt dafür als Gebühr von jedem Einwohner des türkischen Reiches 7 Thl., von jedem Europäer 14 Thl., wofür er Pferd oder Esel zur Reise beschafft und den Caftar, d. i. das Passiergeld, an die Araber entrichtet. Trotzdem bleiben die Pilger von den Arabern nicht unverschont, weshalb L. von Ramleh nach Jerusalem mit einem vornehmen Türken reist, der seine von Konstantinopel aus mitgekommene „Geliebte" von Jaffa abgeholt hatte. Am Thore der heiligen Stadt mufs L. warten, 315 bis ein Cadi ihn rekognosziert und ein Franziskaner abholt. Im Franziskanerkloster wird er gut aufgenommen; ihr Guardian ist jederzeit ein Italiener, der Pater Vicarius ein Franzose, der Pater Prokurator ein Spanier, und damals gerade war der Pater Präses in der Kirche des heiligen Grabes, wo stets zwölf Brüder sich befinden, ein Deutscher aus Schwaben. So oft die Türken die Thür zum Grabestempel öffnen, erhalten sie dafür eine Zechine (== 2£ Thl.) und aufserdem von jedem Abendländer 15, von jedem Levantin er 7|- Thl. In dem heiligen Grabe selbst lesen nur die Lateiner Messe, die übrigen Nationen haben nur die Erlaubnis, ihr Gebet dort zu verrichten. Der europäischen Potentaten Lampen hängen inmitten des heiligen Grabes, rechts die des Czars und der Griechen, links die der Armenier. Aus Mangel an Geldmitteln sind die Abessinier, Georgianer und Syrianer nicht mehr in der Kirche des heiligen Grabes vertreten, und nur ein Kopte wohnt noch darin, welcher so wenig zu seinem Unterhalt bekommt, dafs er bei den andern Priestern um Kost Dienste thut. Die frühere Bekanntschaft mit dem griechischen Archimandriten Chrysanthus führt eine Begegnung mit dessen Bruder Neo- phitus, dem Bevollmächtigten des Patriarchen von Jerusalem, herbei, wodurch L. in allen griechischen Klöstern gute Aufnahme findet. — Über die Reise von Jerusalem nach Cairo sind Briefe nicht vorhanden; aus letzterer Stadt datiert ein Brief vom 20. Dezember 1699, in welchem L. auf vorhergehende Briefe darüber verweist, die wahrscheinlich also verloren gegangen sind. Am 15. April 1700 befindet sich L. wieder in Livorno, von wo aus er seine Reise durch Italien, Frankreich, England etc. fortsetzt. Aus der Briefsammlung A. H. Frankes im Besitz der K. Bibliothek in Berlin. Über den Verfasser vgl. Archief voor kerkeüjke Geschiedenis van Nederland, Leiden 1838, 377—472. Diese Auszüge verdanke ich der Güte des Herrn Dr. Meisner. 316 Nachträge zu S. 132, 155, 300, 302, 314. 1441 im Herbst reiste ein Anonymus mit seinem Bruder von Venedig nach dem heiligen Lande; die Handschrift ist in Donaueschingen (No. 484, 4°, S. XV), woraus bei RM. 100—10] Auszüge gegeben sind (vgl. dazu Herquet im Johanniter- Wochenblatt 1881, No. l). 1472—1480. Ulrich Leinann aus St. Gallen segelte am 26. Juni 1472 von Venedig ab und ging, nachdem er das heilige Land besucht, auf der Rückkehr über Cypern, wo er zuerst das Kloster des Grafen Johannes de Montfort erwähnt, nach Rhodus, um bis zum 20. Mai 1473 daselbst zu verweilen. Dann reiste er nach Tripolis und Beirut, von da nach Alexandrien und zurück nach Rhodus; diese Strecke befuhr er, jedenfalls als Kaufmann, regelmäfsig alle Jahre bis zum 4. April 1478, wo er seine Rückreise über Sicilien, Neapel und Rom antrat, um 1480 endlich noch einmal Sicilien zu besuchen, dann über Florenz, Pisa, Marseille nach St. Gallen heimzukehren. Die Reisebeschreibung ist uns erhalten in einem Münchener Codex (Cgm. 692, klein Folio, S. XV), woraus RM. 102—110 ausführlichere Auszüge geben; vgl. auch Johanniter-Wochenblatt 1880, Nr. 1. C. 1620. Von Balthasar von Seidlitz ist ein Iti- nerar durch die Levante in d. Biblioth. des Königl. Joachims- thalschen Gymnasiums zu Berlin (Sectio Ostrichs, No. 65, 4°) erhalten. 1625 pilgerten Joh. Georg Steiner und Heinrich Hager aus der Schweiz (Tobler, Bibliogr. 98). 1697 bereiste Joh. Balthasar Metzger aus Grofs- ostheim bei Aschaffenburg das heilige Land. Die mir unerreichbare Beschreibung der Reise erschien Amsterdam 1710, 4°. Register. A. Aachen 36, 119, 123, 201. Aarau 240. Aargau 109, 227. Abach, Schenk v. 132. Abensberg, Gräfin Martha von 194. —, Nicolaus v. 217. Aberglauben 17, 26, 28, 218, 219. Abfattern 127. Abrfsberger, Hans Georg v. 197. Absberg, Hans v. 124. —, Paul v. 175. Abu Bekr 116. Accon 4, 8, 31, 80, 102, 122, 123, 303, 305, 310, 312, 313. Adami, Tobias 295. Adana 296. Adelberg 75. Adel mann, Melchior 188, 190. —, Wilhelm 175. Adelsberg 231. Adelshausen, Philipp v. 286. Adrianopel 296. Aegidius, Pater 309. Aegypten 27—31. —, Sultan Bibars v. 4. Aethiopien 202. Afferbach, Wilhelm v. 197. Agricola, Johannes 39. Aheim, Herren v. 180. —, Magister Simon 275. Ahelfingen (Ahlfingen) , Conrad v. 150. Alba, Graf Heinrich v. 258. Alben (Albm), Wilhelm v. d. 126. Albendorf 75, 313. Alberbach (Ambach), Eberhard v. 159. Alberti (Ablent), Stanislaus v. 204. 205. Alberto, Jacobo 49. Albinus, Simon 278. Alb recht II., König v. Deutschland 100. Aleppo 28, 31, 80, 240, 241, 264, 265, 266, 267, 285, 293, 296, 311. Alcsia 272. Alexander VI., Papst 201. Alexander, Knecht 158. Alexandrette 298, 311. Alexandria 5, 28, 30, 31, 34, 51, 65, 79, 108, 122, 141, 171, 173, 179, 184, 200, 222, 240, 256, 258,261, 269, 270, 272, 273, 274, 285, 290, 291, 294, 297, 299, 300, 301, 302, 305, 306, 308, 311, 312, 316. Alexandras, Johannes de 243-245. Alfingen, Geschlecht 250. Algier 311. Alicante 298. Alpen, Johann v. 135. Alpnach 292. Alsleben, Rudolf v. 276. Altdorf 300. Altenburg 226. Alten- Uelzen, Ludechinv. 130. Althann 75. Althann, Graf v. 306. Alt i shofen, Hans Fuchs v.305. Altmannshausen, Moritz v. 241—243, 245. —, N. v. 245, 246. Altstetten, Marquard v. 84. Amazonen 202. 320 Ambrosius, Pater 310. — 189. Amman, Jacob 296, 297. Ammendorf, Conrad v. 157, 159, 161. —, Marquard v. 188. Ammerbach, Bastian v. 237. Amp ezzo 119, 219. Amryhn, Ludwig 305. Amsterdam 249, 261, 262, 263, 296, 297, 310, 312. Anah 267. Ancona 253, 276, 307. Anczinboldo, Guido de Antonio 160. Andecbs 215. Andelnau, Baillif v. 304. Andelot, Ritter 300. Andernach 75, 123. Andila, Georg v. 209. Andreas, Catharina 261. Andreas, Mönch 130. Anglero, Antonio 263. Anhalt, Graf Adolf v. 192. —, Graf Albrecht v. 139. —, Graf Johannes I. v. 109. —, Graf Magnus v. 192. —, Graf Philipp v. 187.192-193. —, Graf Siegmund v. 156, 159, 171. —, Graf Woldemar v. 105. Ankern, Johannes de 108. Annaberg 75, 225. Ansburg (Arnsberg?), Ulrich v. 145. Antiochia 4, 31, 176, 240. Antonio Marco 49. — v. Palermo 279. Antonius aus Cypern 278. — aus Mainz 205. — aus Venedig 292. Antwerpen 119, 223, 235,236, 262, 263, 297, 312. Apolda, Georg, Vitztum zu 144. Apphalterer (Apfalterer), Georg 126. Aquileja 75. Arburg, Rudolf v. HO. Arch (Arco?), Graf Gutbert v. 289. Ardop, Anes de 116. Arezzo 262 Arisch, el 303. Arlberg 119, 129, 139. 207, 228, 232, 252. Armbroster, Albrecht 43, 55, 253. Armenien 262. —, König Leo VI. t. 108. Arnauer, Hector 273. Arnberg, Otto v. 239. Arn des, Heinrich 121. Arnim, Hans v. 268. Arnold, Kaplan 172. Arnstadt 109. A r s e n t, Wilhelm, Potermann 227. —, Franzes v. 220. Artus, Conrad 179. —, Just 33, 178. A s b a c h 75. Ascalon 103. Aschaffenburg 75. Aschenberg, Peter v. 284. Aschnachua 202. Asdod 303. Afsmus, Wirt 48. Asson, Peter 263. Athen 31, 81, 101, 269. Attendorn, Eberhard v. 106. Aufsesser, Johann 176. Augsburg (er) 30, 55, 78, 109, 123, 132, 135, 147, 158, 172, 200, 236, 239, 252, 255, 256, 265, 266, 272, 286, 305. Augustinus, Jacobus 49. Aumale, ein Ritter v. 272. Aurifaber, Andreas 236. Aufs, Georg v. 221. Aversa, Philippus de 78. Avignon 299. B. Baalbek 241. 259, 270. Babenberg, Wolf Müntzer v. 241—243. Babylon 267 Baden 119. — bei Wien 76. Badenweiler, Heinrich v. 131. Bader, Conrad 182. Baest, Antonius de 235. Bagdad 267. Bajazid 116. Bala, Michael 253. Baldu, Bernardo 49. Balduin, Jacob 235. Ball, Degen v. 249. Balthasar, Diener 178. Bamberg 76, 123, 149. 321 Bamberg, Dechant Waldemar aus 1(50. Bar, Sixtus v. 233. Barbadigo, Augustino, Doge •213. Barberer, Andreas 201. Barbo, Ludovico 49. Barby, Geschlecht 163; Grafschaft 308. Barfus. Siegmund 203, 205. Barfüfser 231. —, Kloster in Jerusalem 22,23, 25, 27,40,(57,72,73, 172: vgl. Zion. Bari 82, 150, 207. Baricfel, Ludulfus de 116. Baron, Johannes 292. Bart, Hans 127. Bartels. Johann 234. Bartholomäus, Mönch 130,262. Basel 37, 66, 78—79, 119, 129, 131, 139, 199, 201, 227, 248, 276, 291. —, Conrad aus 30, 201. —, Münch aus 141. —, Seevogel aus 30. Basettus, Joh. Baptista 279. Bassa, Antonius 279. Battenberg, Dietrich v. 135, 136. Baucker, Daniel 275. Baumgarten, Conrad 43. —. Martin 222. Baumgar tn er, Stephan 2u8, 209. Bayern 79, 145, 179, 257, 284, 285, 292, 293, 316. —, Herzöge: Albrecht 160; Christoph 23, 36, 187,190,193- 196, 212, 216; Friedrich 107; Heinrich 123; Johann 182, 183: Ludwig 175. 176: Otto 160, 212; Stephan 108. Bayonvillc, Nicolaus v. 131. Beaugardt, Mr. de 275. Bebenhausen, Artus aus 33; Johannes aus 178. Beck, Conrad 127, 180, 181: Georg 258, 259, 261. Becke, Hermaun van der 119. Beecke, Bernt v. 135. Been, Jan Battista 311. Beffa, Pranciscus 279. Behaim, Lukas Friedrich 295. 296. Beheiger, Petrus 262. Röhricht, Pilgerreiseu. Beheim, Hieronymus 308. Beichlingen, Graf Adam v. 187, 188. Beirut 31, 122, 123, 134, 171, 222, 254, 273, 306, 316. Belgien 38. Belgrad 120, 270, 306. Bellersheim, Eberhard v. 249, 250; N. v. 275; Wilhelm v. 284. Bellinzona 277. Belon 7. Bemmelbe r g (Boineburg), Reinhard v. 215—219. Bender, Peter 48, 213,215, 228. Benedikt, Kaplan 177. Benfelden, Johann v. 131. Bentingk, Helmich 135. Berbersdorf, Gottfried v. 275. B e r e k a u (Berka), Hennig v. 145. B e r e g h, Archidiakonus Matthias aus 130. Bereni ce 202. Bergen, Engel v. 262: Gerhard v. 127. Bei*Hellingen, Marcus v. 214. Berlin, 75, 140, 181, 266, 312. Bermhuser, Wolf 228. Bern 38, 76, 130, 228, 229, 230. Bernard 183. Bernico, Geschlecht 286. Bernstein. Christoph v. 209; Hans v. 157, 159, 161, 168. Beroldingen, Josua v. 237. Beromüuster 305. Berssgossgi, Ratzloff 208. Bertancourt, de 300. Berthol dt, Melchior 275. Berlingsleb en . Busso v. 147. Bertlein 189. Besanijon 299. Besessheim, Lamprecht 140. Besnek, Espetis v. 109. Bethanien 289. Bethlehem 27, 72, 74, 199, 240, 314. — im Occident 76. Betz, Bartholomäus 260, 273. Beuren 75. Beuseheldorf 124, 198. Beyer, Hans 258: Jakob 251, 258, 261. Bi b er bach, Burchard, Johannes, Wilhelm v. 127. Bibra. Johannes de 214. 21 322 Bichishaus«n, Hans Truchsefs v. 150. Bickelheim, Peter Stolz v. 196. Bicken, Philipp, v. 178, 179. Bieler, Ludwig 294. Bielke 301. Bila, Heinrich v. 159, 171. Bilbais 303. Bildt, Magnus 231. —, Steno v. 287. Bilina, Petrus 282. Billonnez (Bcauvais?), Gerhard de 235. Billribeck, Franciscus de 271. Bimbach, Joh. Fuchs v. 239. Bischoffenrod, Christoph v. 151; Plans v. 228. Bisgunti, Czuotn Francesco de 160. Bisia, Jacob v. 130. Blanchegarde 103. Blanckh, Michael 264. Blaninck 261. Blasius 189. Blefs (Blofs?), Heinrich v. 182. Blessin, Gottschalk v. 139. Blofs (Blefs?), Guido v. 182. Bloyboom, Cord 117. Bludenz 99, 290. Bobithcher, Andreas 159. Bockwolde. Detlev de 207; Jasper de 207. Bodenhausen (Badenhausen), Johann 145; Bode von 145. Bodmann, Johann v. 82, 84, 98, 105, 108 Böckh, Jacob 265. Böcklein, Caspar 251; Jacob 261, 262. Böhmen 159, 205, 231, 236, 251, 260, 284, 286, 308. Böfs, Jan v. 249, 262, 263. —, Kaspar 209. Boititz, Gabriel 159. Bologna 40. Boldensele, Wilhelm v. 102, 103. Boll, Jeremias 301. Boln, Lorenz v. 134. Bologna 76, 154, 206, 253, 276, 291. Bonifacius, St. 9. • — IX., Papst 115. Bonis, Peter 204. Bon nett, Stephan 258, 259. Borau, Hans v. 146. B o r c k, Karsten 205. Borken, Joh. v. 108. Bosch, Adrian v. 249, 250. B osporus 274. Botzen 215, 237, 238. Bouillon, Herzog Gottfried v. 276. Bourges 253. Bowifs, Benedikt 225. Boy, Mr. de 275. Boysenborch, Johannes 142. Brabant 130, 262. Brambach, Eberhard v. 249. Bramste.de, Hans 117. Brandenburg 76, 125, 130 t 190. —, Albrecht Achilles v. 124—125, 139, 143, 152, 166. —, Albrecht der Schöne 103—104. —, Friedrich senior v. 175—176. —, Johann v. 124—125,139, 143, 152, 160, 164. —, Otto v. 107. —, Waldemar v. 99. —, Markgiäfin Anna v. 165. —, Kurfürst Friedrich I. v. 139. — , Kurfürst Friedrich II. v. 137- 140, 212. —, Hans 227. Brandenburg, Neu- 187. Brandenstein, Geschlecht 178, 180. 287. —, Christoph v. 161. —, Eberhard von 158, 161. Brauchswitz, Leonhardv. 260. Braun, Stephan 287. Braunschweig 118—119, 130, 205, 259, 274, 297. —, Herzöge: Erich 184, 203,206; Heinrich II. 99; Hugo v. 99: Johannes 100; Otto v. 100; Philipp v. 100; Wilhelm v. 121. —, Ein Herzog v. 144. Brechenstein (Breitenstein?), Sixt Trausun v. 183. Bredow, Hans v. 140; Hassa v. 139. Bregenz 246. Brei den, Barthel 246. Breisgau 227. Breitbach, Dietrich 284. Breitenbach, Bernhard v. 44, 178—180. —, Bonaventura v. 231. 323 Breitenstein, Geschlecht 78. —, Ulrich v. 180. Bremen 30, 268, 273. Brendel, Johannes 249, 250. Brenner, Pafs 143, 286, 294, 309. Brescia 261. Breslau 75, 143, 172, 174,200, 201, 242, 283. Bretten 271. Breves, M. de 275. Bricard, Heinrich 311. Briedle 261, 263. Brieg 221. Brinckh, Keinhold 287. Brinitz, Georg 226. Brixen 233, 249. —, Jeremias aus 268. Brockhuysen, Joh. v. 135. Brömser 85. Bronnenmeyer, Georg 266. Brügge, 75, 119, 231. Brunn 83, 196, 221. Brüssel 249, 252, 302. Brüx (Brix), Siegm. Manewitz aus 225. Brun, Hans 50, 146, 147, 167. Bruna, Joh. de 204. Bruneck 119, 172. Brun er, Heinrich 227. Brunn 76. Brunner, Eberlin 106; Ulrich 154. Brunsehwiek, Paridam 204. Brygg, Thomas 113. Bubenberg, Adrian v. 177, 229. Bucheli, Georg 290. Buchenbach, Jacob Bräuning v. 268, 270. Bucher, Caspar 290. Buchhaim, Graf v. 306. Buchholz, Lorenz 206. Buchholzer, Werner 227. Buchhorn (Friedrichshafen), 33, 83. Buchsee 186. Bück, Wolfbrand 203, 205. Buderbach 133. Budweis 215. Büchler 178. Büchlin, Balthasar 277. Bühl, Nicol. v. 277, 280. Bünau, Günther v. 209. —, Heinrich v. 224. —, Rudolf v. 157, 209, 295. Bünau-Dinsek, Heinrich t. 144. — S kö 1 en,| Heinrich v. (Steltz- ner) 144, 188. — Teuchern, Heinrich v. 188. Bueseck, Ernst v. 286, 287. Büttikon, Thüring v. 142. Bugenhagen, Degener 203, 205. Bulaeh, Casparv. 178, 179, 180. Bulak 122. Buller, Georg 158 Bung, Andreas v. 262. Burckhardt, Philipp 272. Burgau, Johann 158. Burgund, Herzog Philipp II. v. 6, 22, 68. Burmann, Jacob 262. Burnen, Hans v. 130. Busbek, Georg v. 242. Busnang, Walter v. 131. Bussia, Bartholomäus u. Nikolaus aus 130. Bufsmann, Heinrich 158, 161, 168. Buttlar, Richard v. 133. Byl's, Urs 294. C. Cäsarea 103. Cairo 28-31, 72, 73, 77, 78, 79, 102, 108, 122, 171, 173, 179, 200, 201, 202, 218, 251, 256, 258—261, 264, 269, 285, 290, 294, 297, 301, 302, 303, 305, 306, 308, 311, 312, 314. Calvin 253. Cambray 202, 235, 275. Candia 20, 51, 59, 122, 130,171, 186, 190, 199, 201, 205, 207, 216, 229, 230, 235, 237, 240, 249, 251, 270, 275, 279, 289, 305, 312, 313. —, Erzbischof Marcus v. 186. Cannstadt, Schilling v. 132. —, Wilhelm t. 226. Canterbury 36. Caplar, Caspar 197. Cares, Fritz 158. Carion, Peter 238, 239. Ca ritt, Martin 203. Carthonius, Stephan 262,263. Camino, Vedastus de Bouts de 235. Caspar, Knecht 146. 21* 324 Cassel 123. Cassopo 58. Castelalto, Haunibal v. 259. Castelfranco 232. Catania 81. Causeli, Blasius v. 130. Cerigo 20. Certardo, Christophoro 279. Ceuta 115, 141. Cham, Hans aus 282. Chambery 312. Chainesson, ein Herr v. 272. Chau-Junus 303. Charetius, Lupus 230. Chatillon 272. Chemnitz 75, 189. Cherubin, P. 199. Chiavenna 266, 276. Chios 102, 263, 274, 313. Chorlin, Baron Achilles v. 308. Chreuzpeck, Friedr. 100—102. Christoph, Caplan 151. Christophoro 250. Christophorus, St. 47. Chrysogonus 83. Chudienitz. II. Zschernin v. 289. Chur 266, 267, 276, 297. Cicero 58, 237. Ciconia, Abt 292. Cirol, Johannes 104. Clammer 284. Clariss, G. 252. Claus, Knecht 146. Claus er, Konrad 223. Cleef, Michael 279. Cleve, Herzog Engelbert v. 202. —, Herzog Johann v. 135—136. Clofsen, ein Ritter v. 300. —, Hans Heinrich v. 303. Coblenz 76, 223, 276. Coburg 160. Cocquerell 275. Co In 36, 75, 79, 104, 119, 123, 155, 201, 202, 227, 298. Colberg 273. Colenn, Heinrich v. 130, 131. Coller, Benedix 296. Colmar 232. Colonna 20. Colossä 58. Como 267, 290. Comp an, Hans 146. Compressi, ein Ritter v. 300. Conegliauo 124, 149, 196,221. Conrad, Schreiber 129. Conradin 4. Constantin der Greck 206. Constantin, Heinrich 153. Constantinopel 13, 31, 51, 81, 110, 129, 138—140, 200, 202, 241, 242, 247, 255, 256, 258, 259, 260, 263, 265, 269, 270, 271, 273, 274, 275, 283, 285, 287, 293, 294, 295, 296, 300, 301, 302, 306, 308, 310, 311, 313, 314. Constanz 40, 75, 107, 108, 182, 232. Consulta, Giacomo 171. Contarini, Andreas 49, 168. —, Antonio 49. —, Augustiuo 49, 215. | —, Baptista 298. ! —, Bernardo 49. | —, Christoforo 49. : —, Sebastiano 49. Coplär, Hans 146. Corfu 20, 58, 154, 158, 230, 269, 291. Corinth 81. j Cormalion, Frau v. 271. , Cornaro, Francesco 49. | Cornech, Maria 261. j Cornelius, Jan 298. i C o r n e 1 y, Heinrich u. Lucia 262, 263. ■ C o r r a d o, Antonio de 120. Corsica 59, 272. , Coswig 193. i Cou reelles, ein Herr v. 271. i Crailsheim, Wolfgang Ludwig 290. I Craincourt, George de 233. | Cranach, Lucas 190, 194. 1 Crecy, Arnulf v. 136. Cremona 252. Cretzheim ( Crailsheim?), Geschlecht 286. ; Crevelli 285. Crossigk (Krosigk), Eberhard 188. Croy, de 201, 306. Cunz, Barbier 124. —, Koch 160. —, Maler 190. Curmelissi, Andrea 49. Curzuola 20. Cusano, Joh. Baptista de 227. Cypern 20, 51,60—61,102,128, 32 5 140, 142, 157, 161, 182, 199, 205, 206, 208, 218, 225, 227, 232,233,235,237,240, 245—247, 248, 254, 257, 259, 265, 273, 277, 278, 279, 281, 289, 291, 293, 294, 295, 296, 298, 301, 305, 309, 310, 314, 315. Cypern, Jacob I. v. 109. —, Peter v. 5, 34. —, Königin Charlotte 144. Czebinger 126. ü. Dänemark 164, 216, 231, 286, 287, 301. Daich, Leonhard Kuno 175. Dalberg, Friedrich v. 176. —, Philipp v. 224, 225, 226. Dalenburg, Hans 130. Dalheim, Johannes v. 175. Damaskus 28, 31. 80, 102, 123, 134, 141, 143, 171, 176, 202, 222, 241, 256, 264, 270, 285, 294, 296, 298, 306, 311, 312. Dambeck, Matthäus 219. Dame, Marquard v. 107. Damiette 31, 80, 254, 290, 301, 306, 308, 311. Dandolo, Marco Antonio 49. Danhoff. v. 301. Daniele St. 302, 304. Dantiscus, Johannes 220. Danzig 30, 75, 76, 78, 201, 205, 206, 233, 248, 249, 286, 290, 301, 312 Darmstadt 122, 300. Darnaho, Claudi v. 209. Darum 122. Dattcnberg, Dietrich v. 284. Datz, Dirk 233. Daumagen, Haus 159. Dauphinö 236. Deichs ler, Bertholdt 127. Delft 183. Delitzsch 157. Delphino, Ludovico 49, 57. Delsberg, Felix aus 309. Demetrius 67. Deutsche Gesandte 81, 242, 269. Deutscher Orden 182, 275. Deventer 119. Dewitz, Achim v. 203, 205. Dieburg, Philipp ülner v. 231. Diedorf 75. Dietrich aus Coblenz 276. Dieyric van Beest 183. Diefsbach, Ludwig, Nicolaus, Wilhelm v. 130, 229. Dieterlein, Magnus 284. Dietrich 125. Dietrichsteiu, Maxim, v. 284. Dieu d'amour 102. Di law, Caspar Strzla v. 271. Dindeville, Pierre de 196. Dinkelsbühl 76. Dirks, Willperth u. Jacob 261. Dörknecht. Valentin 203. Dohna, Abraham v. 282. Dolzig, Hans v. 224, 225, 226. Dommatzsch, Michael 189. Domscher, Wilhelm 225. Donato, Antonio 289. —, Nicolo u. Paolo 49. Donau 79. Donauwörth 75, 76. D o n i n e o, Francisco 240. Dorenberg, Balthasar v. 55. D o r n d o r ff. Rupertus Lentulus a 271. Dornum, Hicko v. 285. Dortrecht 261, 262, 298. Drauner, Wolfgang 118. Drei A ehren 75. Dresden 75. Dritzdoro, Stanislaus de 227. Drusen 80. Dübberich, Georg 294. Düntzenheim, Christoph Zorn v. 245, 246. Dürr, Friedrich 248. Düsseldorf 198. Dun, Franciscus 262, 263. Dunes, Kloster 98. Dux, Isaak 279. Dyningh, Ludolf 110. Dynslaken, Johannes de 156. E. Ebeleben, Apel v. 144, 145. — , Christoph v. 158. Ebener, Geschlecht 259. Ebersdorf, Hans v. 118. —, Siegmund v. 126. Eberstein, Philipp v. 188, 235. Eckartsau, Ludwig v. 126. Ecklin, Daniel 240. 326 Edam 262. Edelin, Pietre 183. Egen, Lorenz 109—110. Eger 83, 130, 275, 289. —, Anton van 135. Eggenberg, Christoph, Georg Fernberger v. 260, 285, 287. Egger, Lienhard 48. Egloffstein, Geschlecht 180. —, Georg v. 148. —, Hans v. 124. —, Siegmund v. 148. Ehingen, Geschlecht 250. —, Georg v. 141. Ehrenberg 200, 201, 252. —, Johann v. 241, 243. Ehrenfels, HansStauftezu 135. Eichstädt 75. Einsiedel, Conrad v. 83, 120. —, Wilhelm v. 188, 190. Eisenstädt 251. Eisner, Maxentius 314. Eitzing 81. —, Brig (Georg) v. 156, 159. —, Paul v. 273. Eiben, Werner v. 130. Elias, ein Gürtelchrist 67. E Herb ach, Burchard v. 126. Elsafs 109, 227, 228, 257. Eltville 75. Emden 298. Emmaus 76. Emmerich, Georg 148 —149, 160. Emmersdorf 76. En(c)zestorfer, Heinrich 126. Ende, Cuntz v. 188. —, Götz v. 157. —, Heinrich v. 157. —, Utz v. 188. Engadin 227. Engelberg 227. —, Hans v. 227. —, Peter v. 60. Engelbrunner 301. Engeritze, Poppo v. 200. England 115, 131, 142, 227. —, König Heinrich V. v. 6. Englisberg, Peter v. 223. Ephesus 102. Ensersdorf 234. Enten, Williken 249, 250. Entlebuch 289, 290, 292. Eptingen, Hans v. 142. —, Thüring v. 153. Erb ach, Graf Albrecht v. 82. —, Graf Philipp v. 136. Erfurt 10, 66, 103, 109, 123, 133, 146, 186, 224, 297. 298. Erhard, Knecht 179. Erising (Bring?), Wilhelm v. 107. Erki, Benedikt 229. Es eher, Gottfried 119. Esquisier, Mr. 269. Efslingen 223. Ettmannsdorf, Heinrich v. 157, 159. —, Heite v. 157. Eugen IV., Papst 125. E u 1 e n b u r g, Graf Friedrich v. 38. Evrard, Johannes 47. Eyb, Geschlecht v. 74. —, Anselm v. 150. —, Conrad v. 124. —, Ludwig v. 159. Eyle, Merten v. 225. Eyll, Matthias v. 135. Eymon, Leonardo 251. Ey seih au er, Johannes 134. F. Faber 306. Fabre, Pierre 266. Fabri, Felix 11, 33, 177—180, 228 Falk, Peter 223, 226, 227, 229. Falkenstein, Jon Suff v. 224. Farwer, Ewert 204. Fafsbender, Peter 31, 187. Feilitzsch, Jobst und Hans v. 188. -, Heinz v. 157, 188. Feldkirch 30, 119, 199, 232, 245, 248, 251, 252, 257, 258, 267, 290, 297. Fels, ein Baron v. 311. Feltstede, Reinhold 204. Fentzel, Achatius 48. Ferdinand I., Kaiser 249. — H., Kaiser 306. Ferrara 276. Fetau, Snutt v. 113. F i n d 11 e r, Johann Siegmund 303. Finger, Agnes 148. Finstermünz 119. Firrenberg, Christoph v. 260. 327 Fischbeck 85. Pittel, Conrad 160. Flach, Philipp 275. Flaminger 113. Flandern 235. Flans, Curt 146. Fledenniczer, Ulrich 126. Flemming, Curt 203, 205. —, Eustach 268. Fleng 178. Flersheim, Johann v. 229. —, Ludwig v. 119. Florenz 114,196,201, 203, 206, 235, 253, 262, 291, 300, 311. Fort seh, Eberhard 124. Fogen, Christoph 225. Foglin, Jodocus 268. Foissy, Philipp de 276. Folberg, Georg v. 197. Foligno 201. Fola (Föle), Peter 158. Forberg, Matthias 50, 158. Forest, Mr. de la 275. Fortenstein, Graf Paul v. 117. Foscari, Doge 125. Foscarini, Girolamo 302. Foscolo, Pietro 49, 192. Fossatus, Julius 271. Frameynsberg, Ludorf (Rudolf) v. 105. Franeker 298. Franken 145 Frankenstein, Geschlecht 250. —, Conrad v. 122. Frankfurt a. M. 30, 48, 76, 119. 184, 185, 272, 275. —, Johannes v. 120. Frankreich, Franz I. v. 7. —, Karl VIII, 201. —, Philipp II. v. 6, 45. —, Gesandte u. Consuln t. 6, 242, 251, 252, 258, 266, 269, 274, 275, 285, 298. 301, 302, 308. Franz, Apotheker 231. Franzlinair, Caspar 309. Franzmann, Gerhard 301. Franzosen 227, 230, 242, 249, 251. 257, 262, 278, 279, 289, 292,' 298. Freese, Victor 185. Frei, Paul 290. Freiberg, Geschlecht 264. —, Dietrich v. 157, 163. Freiberg, Pleickart, Freiherr v. 275. Freiburg i. Breisg. 75. i —, Graf Konrad III. v. 115. Freiburg i. Schweiz 75, 186, 220, 223, 237, 261, 271. —, Graf Johann v. 42. I Freitag, Johann 198. 1 Frenaho, Johann v. 208. Frener, Nicolaus 292. Frenois 301. Frey, Christoph 277. Freyberg 180. Friedberg, Erben Fuchs v. 130. Friedrich I. Barbarossa 45, 306. — IL, Kaiser 4, 39. — III., Kaiser (1888) 163, 312. Friesland 226, 249. Friess, Joh. 182. Frigg, Nicol. 48. Frinsberg, Hans 146. Frohnhofen (Fronhofen), Jacob v. 188, 190. Frundsberg, Hans v. 158,159. Frybate, Ulrich 109. Fuah 122. Fuchs, Johannes 175. —, Siegmund 197; Geschlecht 286. Fuchs v. Bimbach, Georg 126. —, Wolfhart 126. Für er, Christoph 260 Füefsli, Peter 156, 232—233. Fünfkirchen, Peter aus 130. Fürstenberg, Geschlecht 250. —, Graf Heinrich VII. v. 183. Fürstenfelder, Georg 118. Fütterer, Gabriel 127. Fugger, Geschlecht 43, 250. —, Friedrich 252. Furtenbach, David 248, 251; 257. Fusor, Priester 106. Gabrielis, Benedictus 49. Gäelenn, Eberhard v. 284. Gaifsberg, Caspar 182. Galata 59. Galater 59. Galiläa, Kloster im Abendlande 76. 328 Gallen, St. 186, 230, 234, 249, 26«, 277, 284. 28«. Gallipoli 277, 281, 302. Gamelin 67. Gaming, Gregor v. 222. —, Vincenz 222. Gamma 202. Gaus, Hermann 145—146. Gantner, Jacob 230. Gargisa 202. Garziu, Michael 236. Garzoni 43, 101. Gasenmann, Heinrich 12!). Gasseren, Benedict 283. Gaza 29, 61, 108, 122, 172, 179, 183, 202, 256, 257, 261, 290, 291, 303. Gefugener, David 226. Geilenkofer (Ge wienhofier), Ludwig 158. Geismar 75. Geldern 242, 249. —, Herzog Adolf v. 143—144. —, Herzog Arnold v. 136. Geldverhältnisse 42, 43, 53—55, 238, 239. Gemmingen, Conrad v. 142. —, Philipp v. 142. —, Sebald v. 268. Gernona 302. Gendrofsky, Heinrich 286. Genero 49. Genezareth 176. Genf 265. —, Bischof v. 177, 230, 253. Gent 76, 235. Genua 109, 196, 297. Genuesen 66, 302. Georg, St., Ritterschaft 72,140. —, Knecht 146, 190. —, Koch 158, 189. —, Martin 121. Gera, Graf Heinrich v. 124, 188. Geressem, Johannes de 156. Germanus, Pater ord. Minor. 234. Germar, Curt (Konrad) v. 145. Germers heim 271. Gersdorf, Georg v. 272. Gethsemane,im Abendlande 76. G e u d e r, Cuntz 155. Geyern, Hans Schenk v. 124. Geyl's, Nickel 197. Gheler, Stephau 279. Ghereken, Heinrich 131. Gholdenzee, Hildeguude 110. Ghoor, Wilhelm vau 135. Giberti, Franziscus 196. Gibraltar 298. Giech, Albrecht v. 124. —, Matten v. 189 Giengen 33. Giermeek, Jeremias 283. Giefsen, (Giech?) Geschlecht 250. Gilgen, Melchior zur 226, 229. Gifsler, Peter 277, 280, 282. Githa (Giech?), Veit v. 159. Giustiniani, Marco 49. Glarus 226. Glatz 311, 313. Glatza (Glacz), Lorenz 158,159. Glauburg, Ambrosius v. 185. Glauchau 144. Gleichen, Graf Erwin v. 144, 146. —, Ludwig v. 144. Gleiuitz (Gleinitzstettin), Kein- pert v. 250, 251, 254. Glineckc, Moritz 187. Glogau 299. Gmünd 124. Gnandstein 119. G o d e r u, Hans v. 258. Göppingen 201. Görlitz 75, 148—149, 299. Görz 310. Goldacker, Hans v. 159, 171. Goldschmidt, Hans 142. Goliutz, Lorenz 130. Golling 124, 302. Gorkum, Jan de 233. Gore, Corrado de 106. Goslar 97. Gotthardt, St. 47, 142, 220, 22«, 229, 234, 261. Gouda 75. Gournaix le, Poince 114. Gozou, Dieudonne de 273. Grabendo, Augustiu v. 209. Gradener, Hans 159. Graf, Bernhard 225. Gräfe, Peter 296, 297. Granada 115, 141. Graudonio, Cesare 285. Gratz, Sebald 231. Grawerd, Friedrich 117. Graz 75, 30«. Grebel, Felix 198. Gregor XII., Papst 9. 329 Greich, Heinrich 262. Greif cnkl au, Friedrich 57. Greisenecker 126. Grensing, Geschlecht 209. —, Balthasar 157, 159. —, Hans 188, 190. Grefsweiler 75. Greufsen, Hermann v. 129. Grifoni, Ugolius 300. Grimming, Karl v. 302—304. Groben, Otto von 312. Groloch, Heinrich 159. Groot 310, 311. Gro fssüssen 75 — 7(i. Grote v. 301. Griiuembei'g, Conrad 182. Grünenberg, Freiherr Hanni- bal v. 259. Grün waldin, Margarethe 294. Grüssau 7G. Grumbach, Conrad v. 214. —, Eberhard v. 154. Grundherr, Ulrich 295. Guauto, Verardi de 11. Guardiola, Francesco 258. —, Guillauine 251. Gülden, Stephan 158. Günzburg 257. Guerini, Pietro 285. Gugelberg, Ambrosius 182. Guglingeu, P. Paul Walter aus 40, 176, 179. Guivelmo, Giovanni 301. Gumpoltskirchen 70. Gumppenbcrg, Georg v. 17S, 180. —, Stephan v. 44, 134. Gundelfingen, Stephan v. 208. Gutenstein, Georg v. 204,205. —, Getrzich v. 197. — Wolf v. 197. Guntersdorf, Freiherr Teufel v. 284, 285, 287, 288. Guttmann, Jeremias 292, 293. G wicht, Rudolf 268. Gysser, Siegmund 251. H. Haag 261. 262. Haas, Hans 283. Habermacher, Johann 292—294. Hager, Heinrieh 316. 44, Haff, Christoph 48. Hag, Heinrich 129. Haga, Cornelius 296, 308. Hagen, Claus v. 129. —, Lambert v. 301. —, Philipp 232, 233. Hagenau 75, 277. Hageumider, Bernhard 130. Hager, v. 291. I Haimendorf, Fürer v.258—260. 295. Hain, Caspar 249. Halfiuger 151. Halle 75, 123, 174, 236. Hall er, Alexius 148. —, Conrad 127. —, Erhard 127. —, Paul 127. —, Siegmuud 148, 158. Hallwyl, Hans und Walter v. 227—229. Halsberg (Habsberg), Ludwig v. 158. Hamburg 75, 108, 309, 310, 311, 312. Hameln 259. Hammeii, Curt Hü. Hanau 237. —, Grafen v. 44, 250. —, Graf Koinhard v. 237. —, Graf Ludwig v. H.-Lichteu- berg 133, 181. —, Graf Philipp v H -Lichtenberg 181. —, Graf Philipp v. II.-Münzen- berg 181, 186. Hanes 183. Hans, Dietrich 263. —, Knecht 124, 146. —, Koch 146, 158, 189. Hansa 113. Haustein, Kersteu v. 186. —, Werner v. 145, 146. Hap, Antonius 204. Happe, Haus 130. Harcourt, Jacob v. 181. Hardeck, Graf Julius v. 240 v . 286. Harff, Arnold v. 30, 201, 202. Harlein 183, 262, 263. Harmstadt (Helmstatt?'!, Cunz. v. 158. Harracher, Lienhard 126. Harsdörfer, Peter 127. Harskireher, Hartpreeht 117. 330 Hart, Johann 310. Hartenstein (Hertnitstein), Conrad 145, 147. Hartzer, Ulrich 107. Hasberg, Diepold v. 132, 182, 184. Hasenberg, Ulrich v. 148. Haslang, Geschlecht 180. Haslinger, N. 176. Hattstadt, Conrad v. 37, 98. —, Siegfried v. 37. —, Werner v. 37, 98. Hattstein, Job. v. 268. Haugwitz, Hans v. 157, 159. Haunsberg, Wolf Siegmund v. 286. Haus, Georg v. 225. Hausen, Georg v. 189,215,288. Hawlitz (Haubitz?), Joh.v. 226. Hayeck, Siegmund v. 260. Hayn, Geschlecht 188. —, Hilpert u. Magnus v. 188. Haynau 222. Heberer, Michael 271—277. Hebron 103, 117, 122, 171. — im Abendlande 76. Heggens, Hans 196. Hegio, Benjamin 107. Heidelberg 120, 176, 271, 272, 275. Heidenrei ch 126. Heilegger, Jost 262, 263. Heim, Albrecht v. 158. Heimbach, Gottfried v. 137. Heini, Jost 290. Heinrich, Adrian 261. —, Gallus 261. —, Jacobi 145. —, Knecht 158, 159. —, Lesemeister 145. —, Mönch 130. Heinz, Koch 146, 190. Heistein 189. Helena, Die schöne 58. Helfenstein, Geschlecht 287. —, Graf Georg v. 175. Helmlin, L. 305. Helmsdorf, Ludw. v. 204. 205. Helmstadt, Conrad v. 183. —, Johannes v. 176. Helrit 180. Hemmerlin, Christoph 225. Hendrik, Caplan 135. Henneberg, Graf Bertholdt v. 160. Henneberg, Graf Herrmann u. Friedrich v. H.-Eömhild 117, 212, 219. —, Graf Otto v. 139. —, Graf Wilhelm I., v. 117, 126. —, Graf Wilhelm III. v. 156, 158, 159, 171. Hennegau 131. Hennig, Hermann 146. —, Kaplan 145. Hensel, Dolmetscher 231. Hentgi, Joh. 179. Herberstein, Bernh. v. 270. Herden, Wolf 264. Herlaer, Adrian v. 135. Hermannsgrün, Lippold v. 188, 190. Hermannstadt 110. Hernert, Joh. v. 135. Hertenstein, Nicolaus 305. Hertwitz, Merten 225. Hertzogenbusch 119. Herzog, Johann 257, 305. Hel'sberg, Darius v. 124. Hessen 130, 248. —, Ludwig der Friedsatne v. 84, 121. —, Ludwig V. v. H.-Darmstadt 82, 299, 300. —, Wilhelm der Ältere v. 135. —, Wilhelm der Jüngere v. 10. Hessenstein, Eberhard v. 224. Heudorf, Simon v. 284. Heuglin, Lorenz 216. Hey, Hans 79, 294. Heyse, Walter 117. Hezerre 235. Hiere 202. Hilercot, Conrad 275. Hilfeid, Heinrich 297. Hilge, Johannes 117. Himmelspfort, Heinrichv. 129. Hirns 296. Hingel, Albrecht 196. Hirnheim, Bero v. 231. —, Hans v. 264. Hirschberg, Hermann v. 124. Hirschfeld, Bernhard v. 44, 224—228. Hirschhorn, Geschlecht 250, 264. —, Engelhard v. 231. —, Johann v. 123, 215. Hirtz, Matthias 130. Hitzler, Hieronymus 267. 331 Hobistet. Joh. v. 197. Hochgesang, Pancratius 48. Hochschild, Peter 231. Hochstetter, Georg 286. Hockens 301. Höffelen 301. Höfsberg (s. auch Hefsberg), Hans v. 188, 251. Höfel, Otto v. 271. Hof 300. Hoff, Clemens und Ludwig 262, 263. Hoffmann, Stanislaus 221. Hofkirchen, Geschlecht 268. Hofmann, Henigin 130. Hogenest 189. Hogge, Conrad 129. Hoggenien, Heinrich v. L30. Hohanödt, Seb. v. 284. Hohenfels, Einer v. 105. Hohenheim, Georg Bombast v. 150. Hohenlohc, Geschlecht 250. —, Graf Gottfried v. 139. —, Graf Kraft v. 151. Huhenreehbe rg, Bär v. 178,179. Hole necker, Andreas u. Anton 126. Holman, Hans 130. Holstein 207, 224. Holtzadel, Werner 130. Holtzhausen 272. —, David v. 272. —, Rupertus Raw v. 287. Holzschuher 155. Holzapfel, Hermann 145. Holzwirth, Wolf 236. Homburg 249 Honstein (Höllenstein), Graf Ernst u. Hans v. 144. Hoop, Werner 116. Hopffgarten, Dietrich v. 129. —, Friedrich v. 129. —, Georg v. 129, 131, 188. Hörn, Gescklecht 103. Hörne, Graf v. 135, 172. Kornfeld, Christoph v. 145.197. —, Rudolf v 197. Horneck (Hörnig), Abraham v. 284. Hörning, Balthasar 143. Horschel, Benniuga 148. Horstadt, Jokmn 224. Hoske, Hans v. 113. Holtermann, Hans 146. Huber, Wolf 249, 250. Hubrig, Christoph u. Lorenz v. 221. Hüllen, Conrad 283. Hünenberg, Friedrich v. 108. Hütteldorf 76. Hugo, Barfüfser 232. Hummel, Ulrich 284. Hund, Hermann 130. Hundt, Hans 43, 188, 189. —, Rupprecht 188. Hundtbifs, Jacob v. 236. Hunyady, Janos 120. Hurfsfeldt, PeterSturm aus 264. Hussen (Hausen), Johann v. 182. Hütten, Froben v. 224, 225. —, Ludwig v. 176, 224. J. Jacob, Knecht 146. Jacobis, Augustino u. Pietro de 49, 281. Jacobzone, Claes 183. Jäger, Sabiua 114. Jaffa 20—23, 51, 57, 58, 66, 225. Janfseos, Thomas 235. Janfsens, Antonius 297. Janssenschum, Cornelius 298. Jazur 20, 62, 216. Iconium 296. Jeandelaincourt, Thibaut v. 233. Jechaburg 121. Jena 273. Jericho 27—29, 76, 108. Jerichow 70. Jerusalem 1 — 316. —, im Abendlande 76. —, Patriarch Nicolaus v. 4. —, Patriarch Thomas v. 9. Jerxheim, Friedrich aus, Dekan 97. Jestetten 227. Illingen, Johannes v. 176. Indagine (Hagen) Johannes ab, (de Kempis") 155. Indien 31, 101. Inkrut, Nicol. 179, 180. Innichen 75, 312. Innsbruck 118, 123, 129, 149, 158, 172, 206, 215, 219, 225, 231, 236, 249, 252, 291, 306, 309, 311. 332 Inuelener, Simon 235. Jochem, Wilhelm v. 132. Jördensdorf 99. Johannes, Dietrich 261. —, Eberhard 262. —, exul 119. —, Mönch 130. — aus Nürnberg 175. —, Wirt 48. Johannesfest 17, 215. Johannesland 202. Johanniter 7, 50—60, 66, 129, 131, 132, 133, 137-139, 150, 151, 161, 182, 186, 194, 195, 196, 199, 200, 223, 225, 227, 228, 229, 232, 241, 259, 272, 273, 274, 275, 276, 284, 300, 303. Joniina, Heinrich v. 209. Jordan 27—29, 57, 72, 73. Jordan, Joachim 203. Jorger, Wolfgang 118. Jorin, Johann 208. Iselin, Simon 232. Isny 76. Issekra, Friedrich 231. Italiener 262, 279. Juden 50, 61, 62, 67, 102, 103, 126, 199, 205, 221, 237, 259, 266, 272, 279, 307, 314. Judenburg 307. Jülich 123, 231. Juliani, Alexander 279. Junghen, Stephan Giesser v. 269. K. Käpfing, Friedrich Egkher v. 302-304. Kärnthen 159. Ramer, Christian v. 175. —, Ludwig v. 115. Kamerau, Hans v. 134. Kamin 203. Kangera 202. Kant. (Kenty in Oberschlesien), Johann aus 143. Kapfmann, Stephan 186. Karel, Jude 67. Kassan, Franz 202. Katharina, St., Berg (vgl. auch Sinai) 71—72, 122. —, Kloster 71—72. Kathia 303. Katzenellenbogen, Graf Philipp v. 122-128. Katzwang 76. Kaufbeuren 258, 265. Kaufmann, Daniel 186. Kautorto, Marco 49. Kaysenberg 75. Kaysersberg 76. Kempen 122, 200, 284. Kere, Conradus de 214. Kefsler, Hans 130. Ketsch, Enderlein v. 232. Kettner, Johannes 153—154. Ketzel, Geschlecht 259. —, Georg 110, 138—139, 189, 191, 193, 209, 212, 213. —, Heinrich 110, 111, 191, 212. —. Lucas 110. —, Martin 110, 151, 171, 172, 184, 185, 193, 212. -, Michael 191, 212, 219. —, Sebald 110, 189, 191. 209, 212 213. —, Ulrich 110, 148, 212, 213. —, Wolf 110, 189, 191, 192, 212, 213 Keun 301. Khassel, Hisickh 209. Khovenhiller, Geschlecht 257,. 299. —, Barthol. v. 249, 253. —, Franz v. 248, 250, 253, 255. —, Hans v. 253. Khrefs, Martin 209. Kiechel, Samuel 283—286. Kiensheim 75. Kilian, Knecht 146. Kinsberg, Hans 124 (vgl. Küns- berg). Kirchberg, Geschlecht 84. —, Graf Albrecht v. 144. —, Graf Bernhard v. 260. —, Graf Eberhard v. 126. Kirperger, Siegmund 126. Kirsten, Knecht 146 Kirstinrode (Kostenrode), Tile v. 145. Kisbode (Kospoth?\ Friedrich v. 145. Kittlitz, Christoph v. 231. Klaarcamp 76. \ Klagenfurt 306. Kleindienst, Georg 258. J Klein-Jerusalem 75. 333 Klein-Pechlarn 76. Klingen, Wolfgang v. d. 309. Klingenberg, Geschlecht 200. —, Johann v. 128. Klöbel, Geschlecht 251. Klostemeuburg 76. Knauth, Heinrich Hans 55. Knewsei, Hans 55. Kniphausen, Folef v. 185 Knittelfelcl 76. Knobloch, Geschlecht 251. Knöringer, Georg 124. —, Geschlecht 264. Knuth, Hans 205. Kobalhar 202. Koehberg (Kirchberg), Bastian v. 145. Kock, Albert 135. Köckeritz (Kötteritz), Georg v. 157; N. v. 260; s. auch Kote- risch. König, Johannes 151. Königsberg, Otto v. (= Köntz- berg; vgl. Künsberg) 250, 251. Königseck, Geschlecht v. 250. Köpke, Georg 272, 273, 274. Kokors, Hans 284. Kolnitz, Georg 251, 252. Kommersyn, Michael v.277.281. Konarski, Michael 282. Kos, Georg 282. Kospoth, Veit v. 188. Koterisch, BeueJix u. Wolf v. 224: s auch Köckeritz. Kothin, Hans 109. Kozau, Heinz v. 124. Krabe, Veit 189. Kracht, Heinz 124. Krackewitz, Kurt 203, 205. Kraft, Adam 193. —, Ulrich 265-267. Krakau 143. Kramer, Ulrich 178. Krantz, Hans 199. Krapff, Georg 215. Kratzler, Hans 159. Kraus, Conrad 300. Krebil, Hieronymus 143. Kr eckwitz (Keckwitz), Hans 264 Kreig, Leopold v. 117. Krems 79, 294 —, Angelus aus 234. Kress, Bernhard 122. Kriug (?), Nickel 159. Kronenberg, Lamprecht v. 158. Krug, Johann 131. Kühn (Jazky), Georg 248. Küllstadt, Heinrich v. 129. Künsberg, Friedrich v. 124. —, Konrad v. 176; vgl.Königsberg. Kürsnar, Melchior 227. Kufstein 289. Kulm 149. Kulstett, Hermaun 146. Kunth (Knuth?), Hans 145-147. Kuppel, Walter 231. Kuripesehitz, Benedikt 260. L. Lab er, Siegmund 155. Lack 202. Ladenburg 271. Ladengyr, Michael 264, 277. Laiestein, Petrus 264. Laibach 306. Lambert 289. Lamboc (Lamboy), Johann t. 235. Lampoltincr, Hans 126. Landau, Jac. v. 160. Landeck 201, 228, 232. Landenberg, Gottfried v. 227. —, Heinrich v. 231. Landeshut 76, 105, 289. Lando, Petrus de 49. Landolt, Georg 261, 263. Landsberg 251. —, Otto, Schenk v. 144. Lanfranchi, Cornelio 266. Lang, Bertholdt 130. Lange neck, Geschlecht v. 250. Laninger, Wilhelm 308. L a n s c i u o , Alessandro 49. Lantferer, Jacob 147. Lanx, Job. 204. L a u y t i 1 y, Andreas 204. Latore Mercorum, Bertrand. de 49. Latrün, al- 66. Laubenberg, Christoph v. 248—250, 257. —, Hans Caspar v. 158, 959. Laubheim 76. Laudriano, Marco Antonio de 227. Lauffen 76. —. Joh. v. 277-282. Launigen 230, 231. 334 Laun, Hans 118. —, Ulrich der 118. Lauredano, Antonio u. Lorenzo 49. Lausanne 230. Lautrec 226. Lazinus, Joh. 179. Leckerkenn siein 124. Leer mos 122. Leigen, Mich. v. 182. Leimbach, Hans 189. Leim bürg 143. Leiningen, Graf Oswald v. 199. Leipzig 10, 158, 236, 258—261, 297, 298. Leman, Ulrich 316. Leminger, Asmus 189. Lemnos 274. Lenkersheim (Lentersheim), Kraft v. 124. Leo, St. 58. Leo X., Papst 232. Leonrod, Wilhelm v. 231. Leopold I., Kaiser 310. Leopoldsdorf, Hieronymus Bek v. 236, 237. Lepanto 81. Leseuflo, Christian 279. Leslie, Graf Walter v. 310. Letter, Jost 182. Leuendal, Johann v. 209. Le-.ima 202. Leyden 261. Libanon 102, 103, 281, 296. Lichtenberg, Hans v. 130—131. Lichtenstein, Geschlecht 102, 251, 268. —, Axel v. 43. —, Hans v. 107, 124. —, Heinrich v. 81. —, Ludwig v. 275, 276. —, Michael v. 239. —, Otto v. 145, 146. —, Eudolf v. 117. —, Septimius v. 268. Liden, Dr. Johann v. 182. Liebzow, Dietrich 130. Liegnitz 75, 196,220—222,226. -, Herzog Friedrich II.v. 220—222. —, Herzog Ludwig II. v. 115. Limburg, Freiherr Albrecht v. 275. Lirooges 235. Lindau 267, 297. Lind au er, Andreas 292, 293. Linden berg, Johann v. 124. Linz 79. Lippe 72. Lissa, Insel 194. List, Christoph 196. 197. —, Siegmund 183. Litt hauen 282, 283. Livland 301. Livländer 301, 302. Livorno 307, 311, 312, 315. Lobe, Conrad 130. Lobkowitz, Popel v. 284. —, Johannes v. L. u. Hassenstein 197. Lochnei, Hans 124. Löfel, Emmerich 212. Löffelholz, Christoph209, 295. —, Martin 172. Löser, Hans 157, 159, 163,209. —, Heinrich 163. Lös 1 in (Lösel), Hans, Johanniter- comthur 129, 131. Löwe, Nicolaus 292. Löwen 235. Löwenstein, Graf Albrecht zu 248-253. 269. —, Hans Müntzer zum 158, 159. Lohe (Lecho), Thomas 261, 262. Lombardei 262. Lombardo, Marco 49. Lommatzsch, Heinrich v. 189. Lopbrack, Joh. 183. Loretto 31, 82, 207, 225, 230, 235, 253, 261, 278, 284, 310. Losenstein, Berthold v. 126. Losine, Petrus de 49. Lothringen 131, 232. Lou, Johann de 249, 250. Lowe, Nicolaus (Nicolle Louve) 114, 121. Loysius de Neapoli, Guardian 220. Lub, Heinrich 313. Lucas 189. Luchen, Jodocus v. 175, 176. Ludmilla 83. Ludolph, H. W. 314, 315. Lübeck 36, 42, 75, 76, 97, 106, 107, 109, HO, 113, 116, 118, 119, 121—123, 127, 132, 136, 142, 147, 153, 222, 234. —, Conrad aus 116. Lüneburg 130. Lüpfen, Geschlecht 250. —, Graf Siegmund I. y. 183. 335 Lüttich 48, 130. —, Bischof Johannes v. 135—136. —, Seufried v. 209. Lugaster, Friedrich 126. Luiter, Engelbert v. 130, 131. Luneborch, Gerhard 118. Lussy, Melchior 44, 276, 277, 278, 280, 281, 292, 293. Lutteke, Hans 117. Lutz, Ludwig 265. Luzern 207, 226, 228, 234, 248, 277 278 290. Lyon 253,' 26öj 269, 272, 299. M. Maarrah 296. Maafsmünster, Wolfgang 228, 229. Mackhably, Christian 262, 263. Madagaskar 202. Madrid 299. Madrutz, Geschlecht v. 251. Mäettsch, Albrecht 215, 218. Mähren 221, 226, 257, 273, 284. Mändlein 313. Matsch, Ulrich v. 98. Mättmann, Andreas 305. Magdeburg 118, 123, 158. Magenhoff er, Hans 146. Magerer, Nie. 134. Maidle, Johanniter 272. Mailand 202, 208, 226, 227, 229, 230, 234, 242, 252. 262, 265, 266, 277, 284, 297,'312. Maino, Joh. Angelo de 227. Mainz 75, 105, 119, 129, 207, 219, 224, 225, 241, 272. Malabar 202. Malborgeth 304. Malipiero, Marco 171. Malsperg, Hans von der 130. Malta 59, 272, 274, 275, 284, 299, 304, 305, 311, 312. Malters 290. Maltitz, Conrad v. 188. —, Cunz v. 188, 190. —, Hans v. 157. —, Heinrich v. 157. —, Siegmund v. 188. Malvasia 81. Mameluken 251, 254, 270, 285. Mandelsloh, Dietrich v. 203, 205. Manderscheid, Geschlecht 287. Mandorf, Antonius 310. Manfredonia 233. Manhofer, Elias 265. Man lieh, Anton, Melchior 265. Mans (Lei, Bischof v. 177. Mansfeld, Geschlecht 259, 287. —, Graf Ernst v. 156, 158.'. —, Graf Gebhard v. 139. —, Graf Günther IV. v. 221. —, Graf Hoyer v. 219. —, Graf Ruprecht v. 259. Mansiedco, Ganian 208. Mantelo, Lucas 49. Mantener, Friedrich 197. Manth, Curt 204. Mantua 215, 252, 253. —, Markgräfin v. 160. Marbacher, Nicolaus 289, 292, 293. Marburg in Hessen 123. — in Steiermark 76, 104. Marconi, Francesco 49. Margaretha, Herbergswirtin 48. —, Mohrin 199. Maria Einsicdeln 119, 129, 139, 199, 226, 232, 304. Mariaui, Paolo 269. Marienberg, Abt v. 98. Marino, Dr. med. 262. Marite St., Nicolaus de 49. Markburg, Peter 140. Markschönfeld 251. Maroniten 102. Marpurg, Ludwig v. 187. Marquardt, Martin 78, 252. Marsala 287. Marschalk, Christoph 257. —, Moritz 189. Marschall, Franz 262. —, Georg 154. —, Gerhard 157. —, Hans 158. Marschall, Hartmann 175. —, Rudolf 145. Marseille 13, 48, 51, 265, 266, 267, 269, 272, 278, 299, 300, 303, 306, 307, 310, 311, 312. Märten, Hessli 226. Martha', St. 47. Martin, St. 149. —. Domherr 225. —, Dr. 224. Marx, Georg 179-180. Massimi, Aloise 196. 336 Matharia 30, 78, 103. Matthes, Küchenmeister 158. Matthias aus Preufsen 131. Maurer, Brandolf 175. —, Ulrich Wilhelm 118. Maximilian I., Kaiser (18, 161. May, Jacob 230. Mayer, Erasmus 253. —, Johannes 311. , Paul 305. ey, Hans 203. e che In 30, 236. eck au (Meggau), Dietrich v. 224. eckl e, Conrad 286. ecklenburg 98, 131, 132. ecklenburg - Schwerin, Herzog Balthasar v. 172, 187. , Herzog Magnus II. v. 154. -Stargard, Herzog Ulrich v. 154. edten, Johannes 204. eggen, Jodocus v. 234, 235. , Johannes v. 207, 235. , Michael v. 141. , Nicolaus v. 141, 226, 228. cgiser, Veit 253. eglin, v. 312. ehringen, Christoph v. 128. ehrnstein, Ritter v. 83. eier, Ulrich 290. ei ('sbach (Meusebach?\ Hans v. 188. eifsen 145, 189, 266, 284. eifsner, Geschlecht 251. , Johann 143, 174. ekka 31, 202, 217, 256, 294. elesant, Wilhelm 262, 263. ellerstadt, Dr. 157. ellin gen, Johann Huneck v. 233. elun 235. emmingen 201. endel, Peter 172. endt, Gangolf v. 85. entziger, Elias 294. er an 139, 199, 200. ergeuthal, Caspar v. 159. , Hans v. 157. erlo, Juan de 120. ernau ^Wernau?"), Ferdinand v. 178—180. erode, Geschlecht 257, 259. . Kuckelt v. 231. , Werner v. 249. erseburg 76. M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M M i Meryta. Johannes de 235. ! Meschede 76. Mose ritz, Wilhelm v. 224-226. Mesoino, Daniel 297. Mefsgringen, Hieronymus v. i 298. Messina 81, 276, 300, 303, 304, 305, 309, 312. Mestre 302. Meteier. Heinrich 113. Metseh, Conrad 188. Mettler, Hans li>9. Metz 75, 257. Metzger, Balthasar 316. —, Conrad 251. Michael, St. 47, 304. —, Barbier 274. Michaelis, Jacobus 49. Michel, Bernhard 124. —, Bote 189. Michiel, Jacomo 223. 1 —, Marinus 116. Milbing, Johannes 195. Milchling, Hermann 257 (vgl. Schützper). Mile. Jacob 297. Miller, Hans 233. —, Michael 285. Milost, Antonio 310. '' Milsan, Job. v. 182. Miltitz, Georg v. 157, 159. Minckwitz, Georg v. 224, 225. ! —, Hans v. 157, 159, 224, 225. ! -, N. v. 283. Minden 102, 103, 231. ' Mirecourt, Desiderius v. 131. Misselbach, Bastian v. 188. j Mitry, Rcrnion de 114. Mittag, Stellan 155, 174. Mittelheim 76. ! Mittenwald 123, 149, 215. ! Mocenigo, Aloise 168,169,255, 256. Mo de na 279. | Modon 20, 81, 158, 190, 199, 201, 204, 208, 216. Mömpelgard 132. Mönch, Heinrich 189. Mors, Junker v. 201. Mörspurg, Geschlecht 250. —, Augustin, Freiherr v. 284. Moilon, Mr. de 265. Moller, Johannes 204. Moire, Hans, 204. Mont Cenis 269. 337 Monte Croee, Eiccoldo de 3. Montfort (— Sargans, — Werdenberg), Geschlecht 84, 250. —, Albrecht I. v. 84, 99. —, Heinrich v. 123. —, Hugo v. 111, 245-247. —, Johann v. 60, 235, 245—247, 316. —, Rudolf v. 106, 107. —, Ulrich v. 106, 242. —, Vincentius de 247. Mornewech, Dietrich oder Tie- demann 107. Morosini, Andreas 49. Mosbach, Geschlecht 180. —, Siegmund v. 178. Mosheim, Seufried v. 286. Mosul 267. Mudacio, Leonardo 49. Mudersbach, Daniel v. 122. Mühlbach 122. Mühlhausen 146. Mülich, Jörg 135. Mülinen, Caspar v. 220, 228. Müller, Bürger aus Berlin 181. —, Joh. 179, 277. —, Michael 30. Mülwetzhausen, Geschlecht 250. Münch, Hans 188. M ü n c h a u (Münchow),Geschlecht 180. Münchdorf, Wolfgang v. 175. München 82, 149,193, 194, 195, 215, 249, 300, 305, 311. Münchingen, Wilhelm v. 150. Münsinger, Hans 127, 151. Münster 103, 119. —, Johann Ludwig v. 275, 276. Münstermait'eld 75. Muffel, Gabriel 128, 149, 150. —, Nicolaus 146, 150. Mugiaschga, Nicol. 277. Muginen, Georg und Nicolaus 292. Muhibb el-barr Abd el-Hai Hindi 65. Mulich, Heinrich 146. Mump rot, Bastian 231. —, Walter 231. Mura, Guiglielmo 279. Murer, Dietrich 129. Muri 268. Mussei (Muffel?), Oswald v. d 225. Röhricht, Pilgerreisen. Muth, Hans 189. Muting, Nicolaus 51. Myrike, Heinrich 313. N. Nablus 285. Nagel, Johann 186. Nancy 199. Nane 49. Narbe, Paul 146. Narnsdorf 259. Nassau, Geschlecht der Grafen v. 104-105, 227, 228. —, Johann v. 200. —, Ludwig v. 199. Nassereit 201. Naumburg a. S. 201, 225, 305. Nauplia 81. Navarin 81. Nazareth 70, 97, 171, 297, 301, 303, 305, 306. — im Abendlande 16. Neapel 31, 151, 190, 226, 230, 23a, 235, 253, 262, 276, 277, 281, 297, 300, 303, 305, 312, 316. —, König Bobert v. 100. Nebra, Reinhard v. 147. Negroni, Andreas 296. Negroponte 154. Neipperg, Albrecht u. Hans y. 117, 125-126. Neitzschitz, Christoph, v. 305, 306. Nempsi, Chainrat 118. Nennens, Johann 130. Nessel wang 200. Neuburg 266. Neuchätel 227. Neuenburg, Graf Ulrich v. 42. Neuffen 76. Neumarkt 275. Neuneck, Albrecht v. 186. —, Hans v. 150. —, Reinhard v. 230, 232. Neuser, Adam 275. Neufs, Johannes 55. Neustadt 75, 387. — (Neustädter), Hermann t. 224, 225. Neuweiler 75. Neuwik, Geschlecht 264. Niclas, Dollmetseher 124. Nicolai, Petrus 262. 22 338 Nicolaus, Caplan 151, 176. Nicolaus, Martin 298. — aus Preufsen 131. Nicolawese, Caplan 117. Nicosia 60, 162, 225. Niederlande 105, 115, 227, 235. Niederländer 38, 39, 72, 134, 227,235, 241-243,249,258-263, 275, 283, 289, 296, 297, 298, 301, 302, 308, 310, 311, 313. Niger, Antonius 235. Nikopoli 116. Nil 79, 202. Nilli, Bernardino 285. Nippenburg, Sebast. v. 209. Nisch 306. Nivelles 235. Nizza 265, 267, 287. Nördlingen 289, 294. Nogner, Johannes 204. Nordhausen 145, 146. —, Christian v. 145. Nost(w)itz, Abraham v. 260. Nothafft, Geschlecht 258 (vgl. Hohenburg\ —, Haimarus v. 180, 216. —, Hans v. 150. —, Kaspar v. 248. —, Heinrich 159, 216. Nout, Cornelius 262, 263. Nürnberg(er) 10, 30, 66, 75, 76, 79, 110, 118, 123, 124, 134, 139, 146, 147, 149, 155, 156, 158, 160, 172, 175, 185, 187, 201, 204, 214, 231, 236, 242, 258, 260, 261, 262, 265, 272, 273, 283, 286, 294, 295, 296, 301, 308, 313. —, Johann, Burggraf v. 10. Nützel, Karl 82, 273, 286. Nufsdorf, Geschlecht 180. —, Burckhardt v. 178. Nutz, Johann 266. Nymonitz, Johann 225. Nymwegen 119. 0. Oberehnheim 75. Obernizke, Hans Lentil 177. Obsopäus, Dr. Johannes 272. Ochsen, Georg Schurtzbecher zu 224. Oersbach, Walter v. 284. Oertel, Emmanuel 255, 256. Oertzen, Sievers v. 132. Oesterreich 109, 145, 176, 205, 273, 310. —, Herzöge v.: Albrecht IV. 106, 107, 114, 152, —, Ernst 10, 13,62,116—118, 125, —, Friedrich 125—127, —, Leopold 36, —, Rudolf 101, —, Siegismund 38, 152. —, Edelmann aus 177. Oettingen, Geschlecht 264. —, Graf Friedrich v. 115. —, Ludwig v. 105. Ofen 110, 276. Offen bürg, Hermann v. 129. Oliva 308. Olmütz 226. Opaehowsky, Martin 308. Oppelant (Uffland), Jacob 146—147. Oppersdorf, Wolf von 241, 242, 243. Ordoricus 44. Orlamünd e 76. Orlando, Rubino 250. Orleans 253. Ortenberg, Graf Wolf v. 197. Osnabrück 76, 298. Osning 103. Ospitale 122. Osswitz 76. d'Ost eil, maitre 275. Ostfriesland, Graf Edzart I. v. 185. —, Graf Enno I. v. 185. Osten, Ewald v. d. 203, 205. Osterberg, Paschasius Oster- berger v. 313. Os tergau 76. Ostheim, Christoph v. 183. Ostrowetz, Johann 289. Otranto 150, 151,207,230,291. Otto, David 50, 250, 252, 266. Ow, Johann v. 231. P. Pabo, Jacob 235. Pachelbel, Wolfgang 270. Pacificus, Laurentius 277, 278, 281, 282, 293. 339 Paderborn 103. Padua 40, 108, 118, 122, 204, 215, 237, 240, 253, 255, 261, 268, 269, 276, 281, 290, 297, 311. Palentzig, Christoph 203. Palermo 279. Pallandt, Geschlecht 132. —, Friedrich v. 135. Pallao, Moise 250. Pallice, Mr. de 275. Paludanus, Bernhardus 268. Pannewitz, Andreas 158. Paolo Nicolo 109. Pappenheim, Geschlecht 250, 257, 264. —, Alexander v. 257, 258. -, Christoph v. 248, 250, 251. —, Conrad v. 124. —, Eucharius v. 144. —, Georg v. 139. —, Leonhard v. 175. —, Sebastian v. 189. Paprion, Georg 312. Paracelsus 39. Par ehwitz, Hans Zedlitz v. 231. —, Otto v. 221. Parenzo 20. Paris 202, 253, 272, 274, 285. Parma 297. Parro, Job. Angelo 281. Parsberg, Conrad v. 215—219. —, Haug v. 159. —, Wollgang von 176. Part,Hans u.s.SohnLudwig215. —, Michael Niederer v. 180. Partenkirchen 118. Pascasii, Laurentius 204. Passau 198. Passerhammer, Jobannes 120. Pattenhusen, Ludolf 116. Pauillart, Anton 227. Paul V., Papst 300. Paul, Bücbsenmeister 199. Paulsdorf, Gregor v. 200. —, Wilhelm v. 199-200. Paulus, St., Kloster 122. —, Nicolaus 49. Pavia 12. Payll, Joh. 201. Pelchinger, Anton 142. Penzig, Czaslaus IV. v. 114. Perband, Christoph 308. Perchtolsdorf 76. Perleberg 75, 220. Perneck, Wilhelm v. 126. Pesth 202. Peter, Barbier 158. —, Büchsenmeister 200, 201. —, Mönch 130. Peterlingen 227. Peters, Andreas Lorenz 298. Petri, Peter 261. Petrosio, Carolus de 235. Pezinger, Balth. 204. Pfalz 215, 228. —, Graf Friedrich v. 271. —, Herzog Ludwig III. v. d. 120. —, Herzog Otto II. v. Pf.-Mosbach 142. Pfeffinger, Degenhard 188. Pfeiffer, Moritz u. Eudolf 277, 278, 280, 281. Pfenning, Johannes, Mönchl86. Pfinzing, Georg 127. —, Sebald 125, 172. Pfirt, Graf Johann v. 84. Pflug, Andreas 209. —, Cäsar 188. —, Caspar 188. —, Haubold 188. —, Otto 209. —, Siegmund 189. —, Thomas 209. Pfoll, Bernhard, aus Efslingen 223. Pfui', Nickel 140. Pfullingen 270. Phasgar 202. Philipp, Diener 194. —, Sekretär 199. Philippopel 306. Philipp us, Zilius 279. Picardie 172. Pico, Angelo 252. Piellsse, Lorenz 209. Pilatus, Pontius 75, 272. Pilsen 289. Pinon, Charlier de 269. Pinzenau, Hans v. 160. Pisa 307. Pisano 49. Pistorius, Georg 278. Pizziolle, Ciriaco 38. Planche, Mr. de la 275. Planitz, Georg v. d. 224, 225. —, Hans v. d. 157, 168, 224. —, Rudolf v. d. 188,190.197,224. Plarer, Christoph 231. Plate, Ritter v. 85. 22* 340 Plattenberg (Plettenberg), Hu- nolt v. 145. Plauen, Heinrich Reufs v. 144, 145. —, Jobst v. 159. Ploten u. sein Sohn Nicolaus 98. Podewils, Michael 205. —, Peter 203-205. Pola 20, 156, 222, 302. Polen 134, 215, 227, 279, 282. Polenz, Christoph 197. —, Jacob v. 140. —, Nicolaus v. 126. Polhaim (Bolheim), Ludwig v. —, Siegmund v. 176. 126. —, Geschlecht 251. Polintzki, Christoph v. 175, 203-205. —, Jacob v. 174. Pollich, Martin, Dr. 160, 189. Poloner, Joh. 119. Polschiz, Freiherr Christoph Harrant v. 289, 290. Poltgufs 124. Polydorus, Jean Baptista 279, 280. Pommern 174, 182, 272, 273, 285, 287. —, Herzog Bogislaus X. v. 8, 15, 42, 48, 203-208. —, Herzog Wenzel v. 113. —, Herzog Wratislaus VI. v. 113. —, Herzog Wratislaus VII. v. 113. —, Herzog Wratislaus VIII. v. 116, Pomphj. Jacob 224. Pontebba 302. Popp lau, Nicolaus v. 184. Por, Johannes de 279. Porlezza 261. Porner, Arndt 118—119. — Hans 118-119. Poro 202. Porta, Petrus 279. Portugal 115. Post 47, 237—238, 306. Postara, Lucas 171. Postel, Wilhelm 7. Poster 125. Potendorf (Pottendorf), Heinrich v. 118. —, Paul v. 126. Pourmereyt, Dirk Jans van, u. Heinrich Jans van 249. Prangert, Georg v. 232. Prag 76, 110, 262, 307. Pranborken, Joh. 182. Praroman, Humbert de 223. Prefat, Ulrich 236. Preise 50, 51, 63, 64, 68, 69, 181, 238, 239. Prendhome, Guillaume 235. Prensi, Leonardo 196. Prefsburg 240. Preuse (Brenfs?), Peter 146. Preufsen 131, 134, 215, 277, 281. 282, 292, 293, 308. —, Johann v. 72, 172, 178, 199, 202, 205. Preussinger, Wilhelm 124. Primat, Heinrich 194. Priuli 49, 269. Prun, Hans 158. Puchberg, Georg v. 172. Puchhaim (Puchaim), Georg, Hans v. 126. Puchler, Geschlecht 180. Pulsinger 124. Pundor, Paul 308. Pyati, Bernhard 310. Pyres, Peter 172. Quast, Hayn 139. Quirino, Andreas 15. R. Rackwitz, Wigand v. 158. Raden (Rhaden), Hans v. 159. Radmacher, Dietrich 130. Radstätt 124, 304. Radwiler, Hans 131. Radzivill, Herzog Christoph v. 282, 283. Räbor, Petrus 277. Ragusa 130, 141, 221. Raigecourt, Jehan de 113. Rain in g er, Hans 33, 83. Ramele, Arndt 203, 205. —, Dor'inger 203, 205. Ramleh 20—23, 108, 155, 170, 182, 204, 207, 216, 217, 241, 257, 268, 287, 298, 303, 314. R am st ein, Heinrich v. 120. —, Wappen 250. 341 Rantzau, Geschlecht 264. Rantzow, Heinrich 301, 302. Raphael, St. 47. Rappolstein, Max. v. 178—180. Rastatt 272. Rastenberg, Heinrich v. 129. Ratenstein, Ludbeig v. 126. Rattenberg, Gabriel aus 233. Rattich, Johannes 273, 274, 285, 286. Rattstein, Johann v. 60. Rat zen haus en,Jerotheusv.l78. Raubiol, Johannes 204. Rauch, Siegismund v. Raitt 239". Rauchwolf, Georg 7, 265. —, Leonhard 265 — 267. Rauter, Ludwig v. 263, 264. Ravaziol, Bernardino 285. Raveli, Francesco 303. Ravenna 201. Ravensburg 178. Rebiz, Heinz v. 197. Rcbland, Hauptmann 311. Rechberg, Familie v. (vgl. auch Hohenrechberg) 250, 251, 264. —, Albrecht v. 122. —, Ferdinand v. 286. —, Gaudenz v. 122. —, Hans v. 236. —, Ludwig v. 182, 183, 251. —, Ulrich v. 150. —, Veit v. 150, 151. -, Wilhelm v. 154. Rechenberg, Caspar v. 158. —, Christoph v. 189. —, Erckinger v. 175. Red er er, Friedrich 215. Red er n, Geschlecht v. 250. Redwitz, Friedrich v. 239, 240. —, Hans v. 149—150. Regensburg 76, 119, 237, 238, 259. Regenstein, Graf Bernhard v. 139. Regnier 269. Rehlinger 55. —, Friedrich 239. Reid ander lein 189. Reigkher 117. Reifsberger, Wilhelm 126. Reitzenstein, Friedrichv. 197. Reliquien 14, 17, 25, 28, 29, 57, 74, 97, 99, 121, 126, 133, 134, 136, 148, 184, 186, 191, 193, 280, 281, 288, 289, 314. Remagen 75. Remundt, Franciscus 261. —, Jacob 262. Renegaten.,30, 251, 272, 275, 285, 291. Rentz, Friedrich 267. Reppin, Jacob v. 164. Reul's, Christoph 151. Reuter, Paul 30, 251. —, Peter 258. Reutlingen 75. Reynier, Johannes 135. Rhein (vgl. auch Bayern), Pfalzgrafen bei 196. —, Alexander 198—200. —, Johann 171. —, Ottheinrich bei 62, 230-232. —, Werner jun. 98. Rhein 79. Rheinfelden, Ignatius aus 309. Rheinfels 123. Rheyn, Geschlecht v. 251. Rhin, Melchior de 151. Rhodus 20, 59—60, 102, 106, 122, 123, 137—139, 141, 146, 156, 157, 158, 177, 178, 182, 186, 190, 194, 195, 196, 199, 200, 208, 216, 218, 226, 227, 228, 2^9, 230, 232, 273, 274, 301, 312, 313, 316. Richa, Raffaelo 196. Richem, Egloff v. 189. Richmudt, Martin 227-228. Ridler, Antonius 43. Rido, Erhand 232. Riedeburg, Georg v. 142. —, Nicolaus v. 241—243. Riedesel, Philipp 275. Riedheim, Conrad v. 150. —, Geschlecht 250. Rieneck, Christoph v. 249,250. Riet er, Andreas 156. —, Eustaehius 172, 209. —, Hannibal 257, 295. —, Hans 109. —, Heinrich 111. —, Joachim 295. —, Peter 127. —, Sebald seu. 44, 62, 148. —, Sebald jun. 44, 172—174. —, Wilhelm 111. Rimini 253. R i s c h a c h (Reischaeh"), Bolaig v. 183. Rindfleisch, Hans 200. 342 Kindfleisch, Peter 200, 201. Rinksehchad, Pancraz 126. Kisoneri, Quintinus 262, 263. Ritereysen, Andreas 212. Rix, Riehard 262. Rode, Christoph v. 145. Rodenborch, Nieolaus 107. Roder, Nicolaus 124. Römer, Martin 83, 158—159. Rörmonde 135. Röfslin, Berthold 286. Rohrdorf 150. Roland 58. Roll, Johann v. 289, 307. Rollo, Cesare 279. Rom 31, 55, 82, 102, 113, 115, 150, 151, 201, 207, 225, 226, 230, 233, 235, 236, 252, 253, 261, 276, 277, 281, 284, 291, 292, 297, 304, 305, 307, 308, 310, 315. Romano, Jacobo 49. Romberch de Kyrspe 44. Rosen, Hans zum 139. Rosen au, Andreas v. 224, 225, 226. —, Oswald v. 159. Rosenbach, ein Ritter v. 200, 304. Rosenberg, Geschlecht v. 264. —, Hieronymus v. 175. —, Kunz v. 188, 190. Rosenheim, Matthias 292, 293. Rosenkreuzer, Christian 39. Rosenpusch, Hans 189. Rosenthaler, Martin 187. Rosette 30, 301, 302. Rot, Hans 129—131. —, Peter 139—140. Rotenstein, Geschlecht 189. Rotes Meer 79. Roth, Peter, Wirt 48. Rothenburg a. T. 276. Rothenhahn (Rotenhan), Hans v. 124. —, Lutz v. 139. -, Wolf Christoph v. 275, 276. Rotmundt 284. Rottenburg 76. Rottendom (Rotterdam?), Georg v. 182. Rotterdam 249, 262. Rottitzsch, Nickel 159. Rottweil 227. Rovigno 20. Rozmital, Leo v. 128. Rue, Robert de la 235. Rückingen, Johann v. 184. Rüdesheim 85. Rüdigheim 225. Rüedi, Hans 290. Rugershusen, Engelbert v. 130. Rugk, Haug v. 249. Ruhleben (Rüxleben), Caspar v. 158. —, Heinrich v. 145-147. —, Kirsten v. 145. Rum ff (zum Waolrofs), Siegmund 249, 250, 253. Rummel, Franz 124. Rumroht, Joh. Georg v. 275, 276. Rup, Lorenz 130. Ruppel, Johann 275. Ruppin (Neu-) 75, 174. Rupp recht, Knecht 231. Rufs, Melchior 38. Rufs weil 264, 277, 290, 292. Ryssel (Lille) 232. Rysthberg, Johannes v. 175. s. Saarbrücken 199. Saar bürg 133. Saba (Südarabien) 202. Sachse, Hans 159. Sachsen, Herzöge: Albrecht v. 10, 18, 50, 83, 149, 156—171, 264, —, Friedrich v. 61, 203, —, Heinrich v. 46, 208—212, —, Johann v. 203, —, Wilhelm v. ^s. auch Thüringen) 10, 143, 167, 168, 169. —, Kurfürsten: Ernst v. 164, — , Friedrich v. 10, 13, 62, 187-193, 212. —, Kurfürstin Margaretha v. 165. ----Eisenach, Prinz v. 312. Sachsenheim, Hermann v. 150, 151. Sachsenburg, Peter 203. Sack, Caspar 157. —, Hans 176, 188. —, Ulrich 124. Sacken v. 301. Säfthingen, Wilhelm aus 98. 343 Safed (57, 103, 285. Sagan 75, 149. —, Herzog Heinrich d. Eiserne v. 106. Sagen 32-33, 82—85, 98, 99, 108, 120, 132, 149, 151, 178, 179, 228, 229, 276, 307. Saidich 122. Salahijje 303. Salerno 150, 230. Säle statt u. Godeholm, Graf Erich Bücke v. 271. Salheim, Hundt v. 284. Salmeron 277. Salomon, Jacob 158. Salvanca, Wilhelm 265. Salzburg 75, 124, 198, 215, 227, 302, 304. Samson, Ablafsprediger 229. Samuel, Erhard 139. Santiago di Compostella 5, 7, 36, 55, 113, 202, 218, 223, 253. Sardinien 272. Samen 290, 292. Sas, Hans Adolf 181. Sasa 296. Sattalia 15. Sattelbog, Martin (zu Lichteneck) 135. Sattel bog(en), Siegmund v. 199, 200. Saurär (Saurau), Hans 126. —, Ulrich 126. Savary, Jacques 274, 275. Savioni, Pietro 301. Savoyen 235. Scandinavien 74. Sc aper, Livinus 235. Schaber, Cirfus 251. Schach, Sebast. 291. Schachten, Dietrich v. 186. Schadewaehter, Claus 130. Schaffhausen 227, 228. Schal am, Heinrich 146. Schalcke 189. Schamberg (Schaumberg ?), Georg v. 159. Scharnachthal, Ludwig v. 229. —, Nicolaus v. 110, 142. —, Rudolf v. 220. Schar nomel (Tschernembel), Georg 126. Schartta, Hans 159. Schatt, Wilhelm 147. Schauenburg, Heinrich v. 179—180, 188, 190, 194. —, Moritz v. 183. Schaumberg, Conrad v. 214. Schaumburg, Georg v. 224. Schaunberg, Graf Bernhard v. 126. Schauwenburgh, Joh. v. 308. Schedel, Conrad 143. —, Hermann 143. Schefftlarn 219.. Scheid t, Hieron. 297, 298. —, Johannes 297. Schellkrippen, Conrad Geippel v. 275. Schenke, Hans 221. Scherenberg, Philipp v. 275. Scherer, Veit 151. Scheurl, Valentin 172. Schew, Wolf 275. Schievelbein 174. Schidung, Hans 146. Schiffmann, Georg 215. Schilling, Georg 225. Schiltberger, Johannes 116, 117. Schilter, Diethelm 108, 109. Schinstet, Hans, Knecht 146. Schittingen (Scheidingen), Otto v. 157, 161, 168. Schkoppe, Christoph 221. Schlegelholtz, Hesso v. 59. Schleicher, Stoffel 179. Schleinitz, Geschlecht 189. —, Dietrich v. 157, 159. —, Georg v. 145, 146, 209. Schlesier 225, 231, 241, 242, 260, 264, 272, 275, 282, 284, 305, 307. Schleswig, Bischof Nicolaus y. 132. Schlettstadt 75. Schleywitz (Schlewitz), Dietrich v. 208. Schlick, Wenzel 156. Schlieben (Schlieffen), Adam v. 64, 270, 271, —, (ieorg t. 139. —, Otto v. 139. Schlottheim, Kirsten v. 145. Schluck, Christoph 215. Schlüpff, Jacob 261. Schlumpff, Daniel u. Martin 266. 344 Schmeifser Ambrosius 271. Schmid, Baschi 230. —, Hans 189. —, Heinrich 130. —, Johannes 222. Schmidthans, Johann 178. Schmiedeberg, Jacob v. 129. —, Valentin, Dr. med. 157. Schmuck, Melchior 292. Schnal, Knecht 231. Schneider, Hans 158—159. —, Hans, Knecht 146. —, Peter 55. Schnei in, Caspar 178. Schön, Joh. Walter 302. Schönberg, Geschlecht 250, 257. —, Bernhard v. 156, 161, 164, 168. —, Bruno v. 83. —, Caspar v. 145, 146. —, Dietrich v. 145, 146. —, Meinhard v. 248, 250. —, Reinhard Richard v. 268. Schönburg, Bruno v. 156. —, Ernst v. 156. —, Veit v. 144. Schöppiritz, Franz v. 189 (vgl. Tzscböpritzsch). Scholtz, Johannes 272, 283. Schomberg, Geschlecht 257. Schorn 190. Schoten, Zacharias v. 258, 261. Schott (vgl. Schutt), Andreas 259. —, Hans 224, 225. —, Wilhelm 259. Schottland 227. Schreiber, Jacob 300. Schürpff, Hans 207. Schütz, Ulrich 209. Schützpe r'(Milchling), Hermann 248, 250, 257. Schulenburg, Alexander v. 257, 258, 261. —, Hans v. 38. —, Werner v. 203. Schulze (Schulteze), Caspar 145. Schumacher, Hans 227. Schutt (Stutt), Hans 204. Schwabe, Hans 159. Schwaben 131, 228. Schwagen, Heinz v. 200. Schwalb ach, Conrad v. 199. —, Girnand v. 130—131. —, Johann v. 130, 131. Schwalbach, Melchior v. 299. Schwanenorden 140—141. Schwann, Thomas 197. Schwartzmurer,Siegmund227, 228. Schwarzburg 103. —, Anarg v. 188. —, Graf Balthasar v. 188. —, Günther v. 144, 145, 147, 156, 158. —, Hans v. 188. —, Heinrich v. 129, 131, 224, 225. Schwarzenberg 275. —, Hans v. 189. —, Graf Heinrich v. 136, 198, 199, 225, 226. Schweden, KönigMagnusv. 101. Schweicker, Martin 283. Schweidnitz 75, 148, 220,221. Schweigger, Salomo 44, 269, 270 297. Schweizer 79, 226, 227, 229, 243-245,247,248,251, 261-264, 266, 268, 277, 278 — 286, 289-296, 305, 307, 308, 309, 316. Schwinghammer, Andreas 249. Schwyz 207, 227. Scio 301. Sebaste 306. Sebenico 301. Sebner, Ulrich 115. Sechsein 298. Seckendorf, Geschlecht 264. —, Apel v. 175—176. —, Lamprecht v. 183. —, Schick v. 175. —, Sixtus v. 175. Seebach, Geschlecht 286. 299. Seegesser, Hans Arnold 136. —, Hauptmann 282. Seeland 130. Seevogel 30, 78-79. Seersen 75. Seger, Junker 262. Segisser, Jost 248. Segna, Lucas de 49. Seiboltsdorf, Geschlecht 250. —, Bernhard v. 181. —, Georg v. 135. —, Sebastian v. 180. Seidlitz, Geschlecht 225. —, Balthasar v. 316. 345 Seidlitz, Hans v. 221. —, Lorenz v. 221. —, Melchior v. 241, 242. Seiler, Mars 290. Selege, Johann 97. Selmenitz, Hans v. 145. Semmering 196, 306. Sempach 290. Sensheim, Michael v. 224. . —, Wolf v. 144. Serensteiner, Hans 209. Serravalle 219. Seslin, Jacob 284. Severin und sein Sohn Ludwig 263. Sewbold, Heinrich 159. Sickingen, Hans v. 176. —, Schweighardt v. 198, 199. Siculi, Caspar de 179. Sidau 144, 146. Sidon 80, 122, 303, 306, 307. Siena 206. Siebenbürgen 179. Sievering 76. Silberberger. Gamaret 126. Simbach, Friedrich v. 197. Simon, Gürtelchrist 67. Simon aus Krems 294. Simson 58. Sinai 28—30, 71, 74, 76, 77, 100, 102, 116, 122, 128, 172, 176, 200, 202, 222, 235, 236, 256, 257, 259, 264, 269, 285, 287, 291, 302, 306, 308, 313. Singer, Wolfgang 298. Sinigagl ia 276. Sinzig 75. Sitten (i. Schweiz) 225. Skorulski, Andreas 282. Slavonien, Peter aus 130. Slevine, Marquardus de 116. Sleyde, Dominus de 102. Slisansky, Lorenz 309, 310. Sluder, Andreas 193, 194. Smyrna 5, 306, 308, 313, 314. Sofia 296, 302. Soliner, Jacob 257. Solms, Graf Johannes v. 178—180, 258. Solothurn 75,283,291,294,307. Sonnemann 301. Soranzo, Jacobo 263. Soreta, Constantin 171. Sophia, Gemahlin C. v. Tann- roda 121. Spät, Caspar 188. —, Hans 150. Spalato 302. Spanien 227, 249, 257,262, 279. —, Könige von 253. Sparnau, Peter 109. Sparnöch (Sparneck), Dietrich v. 197. Sparr, Claus 140. Spaur, Hans v. 118. Spechbach, Philipp v. 286. Speier 66, 76, 119, 201. 271, 272-275. Spendener (Splender), Reinhold 109. Spiegel, Gerhard 130. —, Heinrich 132. —. Otto, Dr. 172. Spilimbergo 124, 225, 304. Spinelli, Bernardino 302. Spiring, Berit 146. Splügen-Pafs 235, 252, 297. Spoleto, 201, 230. Sponheim, Graf Johannes V. v. 120. Stadia (Stadion), Hans v. 197. Stadion, Hans v. 150. —, Wilhelm v. 150. Stadweg, Johann 130. Stahn, Sebastian 287, 288. Statt, Michael 308. Stamm er, Arndt Gebhardt v. 186, 308, 309. Stans 292. Starkenberger, Ulrich 118. Starnberg (Stahremberg), Geschlecht 250. —, Graf Gottfried v. 294. Starnberger, Johannes 215. —, Paul 215, 219. —, Hans v. 126. Starschedel (Storstadell), Heinrich v. 157, 159. Staufenberg 84. —, Bitter v. 84. Stauffenberg, Jacob Schenk v. 132, 150. Stauffer, Hans 159. Staupitz, Dietrich v. 157. Steffen, Justus 259. Steiermark 130, 202, 249, 253. Stein, Geschlecht 304. —, Bastian v. 229. —, Bertholdt v. 124, 159. —, David v. 150. 346 Stein, Dietrich v. 186. —, Friedrieh v. 177. —, Georg v. 177. —, Hans v. 124, 229. —, Philipp v. 214. —, Poppelin v. 139. —, Siegfried v. 158. —, Siegmund v. 124. —, Theobald v. 159. —, Primus aus 234. Steinbartner, Hans 118. Steinbruok, Hans Wilhelm 291. Steiner, Georg 316. —, Werner 227. Steinhaus, Dietrich v. 291. Steinhausen, Geschlecht 264. —, Apel v. 167. Steinpeckh, Hans 118. Steinreuter, Georg 126. Stella, Nicolaus de 49. Stelzlin, Georg 227. Stempel, Bernhard 159. Stephan, Koch 231. —, Priester 159. —, Schreiber 158. Sternberg, Gottschalk v. 183. —, ein Freiherr v. 272. Sternowsky, Lucas 308. Sterzing 119, 149, 219, 225. Stetten, Trucksefs Hans v. 150. Stettin 182, 183, 203. Stiber, Heinrich 176. Stiewitz, Junker v. 115. Stockar, Hans 227, 228. —, Thomas 227, 228. Stockau, Friedrich v. 183. Stockmaun, Wolfgang 292, 293. Stoffeln, Freiherr Heinrich v. 178. Stöfser, Fabian 249, 253. S t o 1 b e r g, Grafengeschlecht 250. —, Botho v. 39, 197. —, Heinrich sen. v. 144—147. —, Heinrich jun. v. 187. Stolp 76, 273, 285. Stoltz, Dr. Matthias 189. —, Nicolaus 199. Stoncz (Stöntzsch), Dietrich v. 163. —, Heinrieh v. 163. Stofs, Johanna v. 262, 263. Stofsz, Urban 140. Strafsauer, Franz 118. Strafsburg(er) 30, 37. 47, 76, 78, 109, 119, 131, 178, 231, 232, 272, 277, 285, 288, 289, 291, 294. Strehlen, Otto Pflug zu 157. Streitberg, Eberhard v. 175, 176. —, Valentin v. 159. Strentzel, Diener 146. Striegau 198. Str.iegel. Hans 134. —, Wolf 134. Strillemann, Conrad 130. Strobeli, Andreas 289. Stromer, Hans 124. Stropperg, Bernhard 149. Stubenberg, Leutholdt und Otto v. 126. —, Ulrich v. 118. Stubbe (liathge), llochus 311, 312. Stürzner 107. Stulz, Heinrich 227. Stumpf. Siegmund 257. Sturm, Zacharias 274. Stusse, Matthias 113. Stutigel (Staudigell) 158. Stuttgart 75, 7(i, 122. Subersdorfer, Erasmus 176. Sudheim, Pfarrer Ludolf v. 44, 102—103. Suez 259, 294, 303, 306. Sulzberg, N. v. 257. Sundauer, Georg 249. Sunler, Geschlecht 181. Sursee 277. Swemming, Johann v. d. 109. Swinburne, Thomas de 113. Syracus 276, 300, 304. T. Tabor 91, 103. Tachenhausen, Michael v. 182. Taferner, Paul 310. Tagiero, Baptista 49. Talacker, einer v. 250. Talleyrand-P^rigord, Helias v., Bischof v. Limoges 102. Tamerlan, Sultan 116. Tandorf er, Heinrich 145, 146. Tan gel, Wolf, Knecht 225. Tanner, Franz (v. Tauw) 295, 305. T a n n r o d e (Tannenroda), Vizthum Melchior v. 145. 347 Tanurode, Conrad 121. Taormina 304. Tarent 226. Tarvis 253. Taubenheim, Christoph v. 224, 225. Taumar, Leopold 126. Tautenberg, Hansund Georg, Schenken v. 144, 145. Tegernsee 142. Tehensteiner, Bernhard 126. Teichaussir, Heinrich 197. Tellendarffer, Caspar 118. Temmringen, Petermann v. 85. Templer 103. Tenedos 309, 313. Tenellus, Justus 7. Tengen, Freiherr v. 84. Tennstädt, Ulrich v. 109. Tepen, Hans 125. Tergowist, Fürst v. 299. Terouanne. Bischof v. 199. Terribile, Hieronymus 49. Tesmar, Ambrosius 273. Tettau, Anselm v. 188. —, Johannes v. 115. Tettauer, Karl 81. Tetzel, Gabriel 128. Teufenbach (Tiefeubach), Tristan 126. Teutszen, Sixt 189. Thaundorfer, Heinz 124. Theilkäs, Peter 47. 229. Themmermann, Olivier 242. Thenise, Mr. de 273. Thessalonich 274. Thierstein, Graf v. 42. Tholomais (Tholomaziis), Orlando und Reinardo de 249. Thomas, St., Orden 103. —, Frater 179. —, Koch 131. Thon, Conrad 186. Torney, Hugdurn v. 241. Thüngen (zum Stein), Geschlecht 259. —, Adam v. 249, 250, 251, 254. —, Bernhard v. 249, 250, 254. —, Friedrich v. 249, 254. —, Hans v. 199. —, Hildebrand v. 139. —, Siegmund v. 197. —, Ein Lediger v. 249. T h ü n g e r, Hieronymus 250. Thüringen 129, 144—145, 257. Thun, Friedrich 297. Thune (Theme, Dan), Friedrich 145. —, Geschlecht 286. Thunger, Siegmund 239. Thurgau 226. 227. Thurn, Graf Franz v. 242. —, Heinrich v. 262, 273. Tiberias 259, 270, 305, 306. Tiberio 250. Tirnova 110. Tisens 114. Toblach 119, 122, 123, 219, 225. Tösegger 109. Toledo 253. —, Sophia de 253. Tomassino 49. Tongerlov. Thomas 297. Tongern 262, 263. Torantt, Johannes 209. Torgau 75, 187, 189, 191. —, Hans v. 139. Torna, Bartholomäus v. 130 Tornwitz, Freiherr v. 307. Torre, Matthäus de 49. Tors, Heinrich 123. Totes Meer 103. Toulon 299. Toulouse 253. Tournay 262. Trapani 297. Trapezunt 274. Trappe, Georg 189. Traun 127. Trautenau 196, 198. Trenbeckh, Hans 117. Treviso 12, 122, 123, 219, 228, 301. Treysa 75. Triebel, Hans 159. Trient 118, 119, 139, 154, 199, 200, 201, 215, 228, 232, 237, 238, 247, 249, 252, 284, 289, 290, 306, 311. Trier 75, 187, 215, 247. Triest 125, 231, 306. —, Bischof Marinus v. 126. Trinkher. Veit 253. Tripolis (in Syrien) 22, 31, 51, 57, 133, 259, 265—267, 269, 270, 273, 274, 277, 279, 280, 281, 285, 293, 295, 309, 311. Troja 31, 101. 348 Troilo, Kunz Ferdinand v. 310, 311. Tromper, Peter Avienio 249. Trond, St. 201, 202. Troppau 7(5. Trosselmann 136. Trost, Dr. 155. Trotha (Drath), Friedrich v. 157. —, Johannes v. 176. Troyzer, Georg 127. Truldor, Jacobus 279. Trux, Adrian Dux 261. T s c h u d i, Ludwig 44, 226- 228, 232. Tubitz 144. Tucher, Johannes 44, 167, 172-174. Tunis 305. Tunner, Friedrich 126. Turchet, Battista 301. Turff, Johannes 204. Turin 202, 312. Turneisen, Leonhard 248, 276. Turpiunis, Franciscus de 235. Tyrol 257, 284. 303. Tyrus 80, 102, 122, 303, 306. Tzchöpritzsch, Otto v. 159 (.vgl. Schöpiritz). u. Uchtenhagen, Balthasar v. 139. Ueberlingen 314. Ufflande (Oppelant) 146. Ugelheimer, Peter 48. Uhlfeldt 286. Ule, Knecht 146. Ulm 48, 75, 76, 122, 177, 179, 199, 201, 237, 265, 266, 283, 284, 297. Ulrich, „der Puecher" 107. —, Ritter 147. Ulsin, Hans v. 146. Ulstetter, Hans 43, 251. Ungarn 31, 104, 130, 224, 258. —, Könige v. 38, 101, 168, 179. Unger, Michel 209. Ungnad (v. Weifsenwolf), Hans 126. Unna, Heinrich 130. Untervoigt, Nicolaus 158. Unterwaiden 227. Urban, St. 142. Utrecht 233, 235. Vaduz 119. Vagius, Heinrich 288. Vachingen 275. Valenciennes 249. Valentin 204. Valladolid 253. Varmen, Jacob 235. Veglia, Bischof v. 292. Veit, Barbier 151. —, Jacob 189. Velber, Ulrich 118. Velberg, Geschlecht v. 264. —, Hieronymus v. 176. Velsberg, Christoph v. 176. Velsch, Peter 178, 179. Venedig 9—16, 40, 40—53 r 79. Venetianer 66. —, Consuln und Gesandte 66, 241, 251, 255, 269, 291, 298, 301, 302. — Pierbergen 12, 47—48, 279, 282, 292. — Kloster 292. —, Magistrato al cattaveri v. 250, 254, 255. — Polizei 255. — Eheder 49, 281. Veneuri, Peter 49. Veningen, Stephan v. 198, 199. Vennrich, Hans 207. Ventimiglia, Nicola 258. Vento, Angelo, Christofen) 285. Venzone 124, 302. Verdun, Bischof Hugo v. 106. Vernburg, Graf v. 287. Verona 154, 201, 206, 290. Vianden, Graf Gottfried III. v. 102. Vicenza 253. Vicke, Heinrich, genannt Gram- beke 122. Victring, Abt Gerhard II. v. 133. Vicull, Karl v. 262. Vie, Monsieur de 55. Vienne 272. Vignacourt, Louis de 300. 349 Villa oh 124, 253, 255, 302, 304, 306, 307. Villareto, Folcetus de 273. Villerseaux, Mr. de 273. Villinger, Petrus 261. Viloy, Walter 131. Vilpach, Georg v. 189. Vils 122. Vilsecker, Lienhard 126. Viterbo 160, 207. Viviano 50, 254. Vizthum, Christoph v. 268. —, Georg, zu Neuschonbergk 224, 225 226. Vlod'erop, Wilhelm v. 135. Vogt, Gregor 261. —, Hans 223. Volckamer, Sebastian 124. Volckhart, Arnold 262. Vollmer, Martin 231. Vollraths, Friedrich Greifenklau v. 141. Vorderbühl 76. Voynens, Hans 249. Vuale, Ofte de 235. Vulturinus, Pancratius 222. w. Wach, Siegmund Freiherr zu 142. Wachen, Johann Mirsach v. 159. Wachsmuth, Christoph 221. Wadern, Arthur y. 142. Wagnufs, Hans 221. Wal ana, Ando Galia zu 208. Waldburg, Jacob v. 125. —, Johannes v. 135, 177, 178, 259. —, Wappen der Familie 250. Waldeek, Carl Bofs v. 198, 209. —, Graf Philipp v. 197. Waiden (Waldau), Siegmund v. 160. Waldenfels, Georg v. 139 (s. Wallenfels). Walder, Heinrich 290. Waldner, Christoph 228. Waldow, Caspar v. 139. Waldsee, Peter aus 178. Waldstein, Hinko v. 83. Waldsteiner, Hans 126. Walf eiser, Caspar 175. Wallendorfer, Wilherich 237, 238. Wallenfeld, Caspar v. 224 (s. Waldenfels). Wallenfels (Waldenfels), Martin v. 124. Wallenrode, Hans v. 155. Wallenstedt 119, 290. Wallenstein, Herzog 84. Wallestein, Christoph (Wolkenstein?) 205. Walrodt,Vittus v. 175. Waltersweil, Walter v. 286. Walthart, Heinrich 262. Walther, Balthasar 299. Waltzig, Jacob 159. Wanckel, Nicolaus 223. Wang 76. Wangenheim. Hans v. 144. Wann er, Martin 220. Wappen 36-38, 109, 151, 155, 181, 229, 250, 251, 257, 258, 259, 264, 269, 276, 287, 301. Warasdin, Stephan v. 130. Warburg 76. Wartenberg, Christoph v. 224, 225, 226. Wartensleben, Hermann v. 186. Wasschall, Hans 50. Wassenberg 201. Wasserburg 76. Wassilir, Wilhelm 197. Wedeghe, Dietrich (de Wart- berghe) 147. Wedel, Leopold v. 268. -, Otto v. 203, 205. Wedemanu 43. Wedthaw 158 Weichfs, Einer v. 250. Weiden, K. v. 308. Weigelin, Georg 160. Weiler, Fritz Jacob von und am 204, 205. Weilheim 195. Weimar 75, 146. —, Hermann aus 161. Weinmann, Hans, aus Wien 193. Weifsenbach, Hans v. 224, 225. - . Marquard v. 188. —j Wolf v. 188. Weifsenburg 75, 276. 350 Weil'skirchen 156. Weisspriach, Ulrich v. 176. Weiteishausen, Wolf v. 299. Weitra, Conrad v. 109. Wellwart, Rennwart v. 150. —, einer v. 250, 251. Welmershausen, Wappen v. 264. Wels er, Peter 158. Weiterendorf, Otto de 106. Wembding, Georg v. 230, 232. —. Ottheinrich v. 264. Wendel, St. 75. Wenk, aus Nürnberg 214. Wenzel, Albrecht 251. Werden, Ubbe Hegnis bei 249. Werdenberg 232. Werdenberg, Graf Albrecht u. Eudolf v. 194, 195, 199, 200. — .Wilhelm v. 182, 183 (vgl. Montfort). Werich, Achim v. 205. Wernau (Wernow), Geschlecht v. 250, 264. —, Wilhelm v. 150. Werner, Ritter 155. Wernigerode 130. W e r r o, Sebastian 271. Werte, Fürst Job. v. 99. Wertheim, Geschlecht 251. —, Graf Hans v. 160. Wesel 72. Wefsler, Johannes 151. Westenberg (Festenberg), Caspar v. 159, 189. —, Kraft v. 140. Westensee, Marquard v. 106. Westerstetten, Geschlecht 264. —, Ulrich v. 151. Westfalen 67, 103, 132, 273. Westhausen, v. 304. Westhofen 133. Wetter, Leonhard 186. Wetterau 130, 249. Wetterode, Berthold v. 129. Wettlauf er, Johann 237, 238. Wetzhausen, Truchsefs Dietz v. 183. Wexius, Christoph 273, 274. Weydenbach, Kersten v. 209. Weylder, Leonhard 215. Weytting, Christoph v. 284. Wickersheim, Johannes 109. —, Wolf v. 231. Wiedersperg, Nickel v. 188. Wien 55, 75, 110, 193, 196, 221, 283, 306, 307, 309, 310, 311. Wiener-Neustadt 161. Wiesbaden 76. Wifflet, Reinhard 130. Wil'lisburg (Avenche), Wilhelm v. 128. Wigules, Mathes 180. Wiintappere, Johann 108. Wilburger, Hans 246. Wild, Johannes 176, 294. Wildberg, Johannes 109. —, Johann v. 99. Wildebron, Georg v. 145. Wildenfels, Hans v. 188. Wildenstein, Ludwig v. 142. Wilhelm, Jacob 262, 263. —, Johann 261, 263. —, Lorenz 262, 263. —, Trompeter 190. Willisau 230. Wilsberg, Pancraz, Mönch aus 281. Wilsnack 123. Wiltpurck, Antonius de 247. Wimp fen 76. Windeck 215. Winden, Wolfgang v. 126. Winden, Andreas 311. Windischgrätzer, Jacob 159. —, Siegmund 126. Winterbach, Meyer 266. Winterstetten, Schenk Conrad v. 150. —, Ulrich v. 150. Winterthur 175. Wintzerer, Caspar 209. Winzingerode, Heinrich v. 130, 13l. Wirtener (v. Wertern), Dietrich 146—147. Wirtz, Dr. Caspar 230. Wisse, Georg in der 129. Wittembergk, Paul 155, Wittenberg 46, 190—191. Wittenborch, Nicolaus 118. W i t z g a n a (Witzkova), Psemeck (Prezewekh) v. 249, 250. Witzleben (zum Stein), Heinrich v. 145, 146. Wmlade, Jan 197. Wochy, Cestir v. 209. Wolderslieben, Claus 129. 351 Wölfli (Lupulus), Heinrich 229 __ 230. Wolf, Hans 190. Wolfendorf, Heinrich v. 145. Wolfersdorf, Conrad (Cunz) v. 224. Wolfiskele, Friedrich v. 134. —, Vegislaus v. 214. —, Wipprecht v. 145. Wolframsdorf (Wölfstorff), Götz v. 157. Wolfrath, Bernhard v. 158. Wolfsdorf, Hans v. 157. Wolfstein, Albrechtv. 154-155, 189. —, Wilhelm v. 158, 189. Wolf wo eher, Franz 242. Wolgast 207. W o 1 k e n s t e i n, Chri stoph v. 204, 249. —, Oswald v. 114. Wolkenstein ob der Etseh, einer v. 207. Wolkensteiner, Veit 126. Wolrath, Heinz 158. Worms 76, 203, 299. W r a n g e 1, Georg v. 301. Würgen, Johann Seiden v. 182. Würtemberg 152—153, 190, 248, 275, 290. —, Graf Eberhard IV. v. 44, 132, 150—153. —, Gräfin Henriette v. 132. —, Eberhard junior v. 152. —, Ulrich v. 152. —. Herzog Ludwig Friedrich v. 299. Würzburg 134, 154, 224, 239, 297, 298, 305. —, Bischof Lorenz v. 213, 214. Wulf, Hans 132. Wurm, Georg 147, 188, 197. —, Lutz 129. Wurms er, Geschlecht 251. —, Bernhard 231. —, Jacob 231, 248, 250, 252, 253. —, Nicolaus 251. Wuthenow, Joachim v. 174. Wydenbosch (Saliceto), Anton v. 128. Wybacken, Gotthard v. 135. —, Otto v. 135. Wyg, Melchior 292, 293. Wyrschberg, Ulrich v. 176. Xanten 76. Y. Ysenburg, Graf Ludwig v. 139'. —, Graf Philipp v. 184. z. Zabarach 202. Zaberke, Heinrich Pflug zu 157 r 159. Zabern 75. Zanisy, Hirsickh 209. Zante 20, 81, 237, 279, 281, 301. Zara 20. Zaunhaken, Conrad 214. Zcoch, Thomas de 204, 205. Zebitz, Conrad v. 125, —, Georg v. 175, 197 (siehe auch Czcbitz). —, Nicolaus v. 125. Zedlitz, Georg v. 264. —, Heinrich v. 196—198. —, Otto v. 251. Zedwitz, Caspar v. 129, 188, 190. —, Georg 188. Zelking, Wilhelm v. 118. Zeller, Geschlecht 181. Zelsen, Nickel 155. Ziegelheim, Dietrich v. 157, 159. Ziegler 293. —, Heinrich 232, 233. —, Kudolf 146. —, Otto v. 133. Zigeuner 59, 151. Zimmern (Herrenzimmern), Werner v. 84, 177—179. —, Wilhelm v. 250. Zinzendorf, Graf Joachim v. 55, 269. Zion, Kloster auf 51, 72, 142, 172, 183, 199, 205, 217, 220, 223, 241, 246, 268, 280, 303 r 309,311,314, 315; vgl. Barfüfser. Zobel, Andreas 148. —, Stephan 175. Zode, Heinrich „vamme" 118. 352 Zoete, Alexander 235. Zofingen, Stadt u. Bürger 184. Zollern, Geschlecht 250. —, Graf Friedrieh III. v. 84, 132. Zollikofer, Domius 234. Zorn, Geschlecht 251. Zorzi, Alois 50, 58. Zuane, Sylvest. de 279. Zullhart, Conrad 209. Zülnhart, Wilhelm v. 150. —, Wolf v. 200. Zürich 39, 66, 119, 155, 156, 198, 199, 232, 233, 276. —, Rudolf aus 178. Zug 182, 227. Zulfleisch, Ferdinand 286. Zurlauben, Anton 247. Zustignano. Marco 219. Zoenegra, Nicolo de 106. Zweibrücken 200. ----Bitsch (s. a. Pfalz) , Graf Georg v. 231. 232. Zwickau 75, 83, 158. Druckfehler: S. 10, Z. 6 tilge: kleinen; S. 36, Z. 3 von unten lies: laicos; S. 66 ändere No. 200 in: 220; S. 76, Z. 17 tilge: la vor S.; S. 89, Z. 7 lies Gerhoh; S. 128, Z. 5 lies: Über und Z. 7 von unten: Corre spondance; S. 129 zu 1440 füge: (a); S. 144, Z. 18 tilge: X; S. 142, Z. 13 lies statt 146: jetzt 3012; S. 147, Z. 13 lies: Stillfried; S. 160, Z. 19 lies: traf er; S. 177, Z. 6 lies: Herrn; S. 187 stelle: c. 1492 hinter 1492 (c); S. 192, Z. 3 von unten lies: und dem folgenden Tage; S. 198 lies: 1493 (d.) u. Z. 11 von unten: 1870; S. 223, Z. 19 lies: St. Florianstift; S. 224, Z. 21: Taubenheim, S. 232, Z. 8 lies: Caesar.; S. 249, Z. 10 teile ab: Kas-par. Kleinere Versehen und Inkonsequenzen in der Schreibung bitte ich gütigst entschuldigen zu wollen. Druck von Friedr. Andr. Perthe« in Gotha