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Deutsche Pilgerreisen nach dem Heiligen Lande
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Namen eine gewisse Unsterblichkeit zu sichern [248J, derfreilich der Sultan im letzten Viertel des 15. Jahrhundertsbald ein Ende bereitete [249]. Die Priester selbst gingenallen diesen Unordnungen durch ihr Beispiel voran; dennsie schlugen und rauften sich um die Alba, und sobaldeiner die Messe gelesen hatte, stürzten fünf oder sechs aufihn ein unter gegenseitigen Schmähreden, da einer demandern die Ehre, in der Grabeskirche eine Messe celebriertzu haben, nicht gönnen mochte [250].

Seit Mitte und Ende des 16. Jahrhunderts kamen auchlutherische Christen nach Jerusalem und widersetztensich der Forderung, das Abendmahl unter einerlei Gestaltzu empfangen [251], doch gab der Guardian infolge einerNotlüge [252] oder einiger Dukaten [253] ohne weiteres ge-wöhnlich nach.

Der feierlichste Akt in der heiligen Grabeskirche war derRitterschlag zum Ritter des heiligen Grabes, umdessentwillen allein oft viele, namentlich Niederländer, diebeschwerliche Fahrt nach Jerusalem unternahmen, und dessenZeichen selbst Protestanten später, obwohl sie wufsten undbekannten, jeder Christenmensch sei und müsse einmilesChristi" [254] sein, annahmen. Die Zeremonie [255] wardgewöhnlich in der Nacht vollzogen; der Guardian schlugeinen aus der Zahl der Pilger zum Ritter, und dieser gabeinem dritten, dieser wieder einem vierten und so fort durchden Schlag die neue Ritterwürde.

Die Pilger besuchten natürlich auch die Jerusalem um-liegenden Ortschaften, am liebsten Bethlehem [256] undden Jordan, dessen Bad nach alter Pilgertradition [257],wie einst die Palme von Jericho, den Schlufs der Wallfahrtbildete. Der Besuch des Jordans ward ihnen jedoch ge-wöhnlich ausgeredet, weil der Patron, der doch zu persön-licher Führung des Zuges verpflichtet war, oft durch umher-schwärmende Beduinen geschätzt wurde [258]; weshalb nichtwenige Pilger, ohne den Jordan gesehen zu haben, vonJerusalem heimkehrten [259].

Da der Flufs sehr reifsend ist und in seinem Grunde