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ein, wenn ein Pilger auf der Fahrt starb, da nach altemSeemannsglauben kein Schiff eine Leiche dulden dürfe,ohne in die äufserste Gefahr zu geraten. So wurde denndie Truhe, welche der Pilger in Venedig zur Bergung seinerHabseligkeiten gekauft hatte, die sein Lager auf dem Schiffund sein Sterbebett gewesen war, auch sein Sarg; manschnitt zum Zeichen, dafs er auf der Meerfahrt gestorbensei, fünf Kreuze darauf, legte zwei Dukaten als Begräbnis-geld für den etwaigen Finder hinein und senkte sie in diefeuchte Gruft hinunter [154]. Trotzdem gelang es doch mit-unter, verstorbene Gefährten mit ihrer Truhe im Kielwasserdes Schiffes bis zum nächsten Landungsplatze zu schaffenund dort zu begraben [155]. Wenn nun trotz aller Opfer,die man dem Meer gebracht, seine Wut sich doch nichtlegen wollte, so that jeder ein Gelübde, noch zu einemandern Wallfahrtsorte zu pilgern [156], oder man loste,wer für die Rettung aller diese neue Pilgerfahrt antretensolle [157]; jeder aber bereitete sich auf den Tod vor, unddie auf dem Schiff als Pilger anwesenden Geistlichen nahmenallen die Beichte ab. Nur wenig starke Seelen ergabensich ohne Jammer in Gottes Willen [158]; dafs aber derKapitän und seine Mannschaften dem Sturme mit einer ge-wissen Berserkerwut zu trotzen gesucht, ist wohl nur seltenvorgekommen [159].
Aufserdem ward den Pilgern die Fahrt durch die unge-wohnte, in der Regel schlechte Nahrung, Seekrankheit undDyssenterie verleidet, dazu kamen häufig Reibereien zwi-schen den verschiedenen Nationalitäten, auch Brutalitäten,besonders wieder bei den Niederländern, und alle die Un-bequemlichkeiten , die das massenhafte Ungeziefer jederGröfse und Art, die erdrückende Schwüle im Schiffsraum,Betrunkene oder auch die auf dem Verdeck eingesperrten,unaufhörlich stampfenden Pferde und Maultiere den Schlä-fern bereiteten [160]. Mergenthai, welcher den Herzog Al-brecht 1476 nach dem heiligen Lande begleitete, erzählt:„In der Galeen ist gar mancherley Unruhe; es ward unsereinem in der Galeen eine Statt dreyer Vorderspannen [161]