15
legen [116] und mufs 14) die Hälfte des Fahrlohns heraus-geben, 15) darf auch den Verstorbenen nur auf hoher See,wenn kein Land in der Nähe ist, versenken, sonst mufs erdie Leiche bis zum nächsten Landungsplatze mitnehmen.16) Wollen einige Pilger nach dem St. Katharinenklosterziehen, so mufs der Patron acht bis zehn Dukaten heraus-zahlen, 17) mit den Dragoman unterhandeln, abschliefsen undfür das sichere Geleit Sorge tragen. 18) Endlich soll jederPilger den nötigen Platz auf der Galee zur Unterbringungvon (10—12) Hühnern und für die eigene Küche 19) undjeder Kranke eine bessere Räumlichkeit angewiesen er-halten. 20) Zum Schlufs entsagen Patron und Pilger allenAusflüchten und Verdrehungen, die durch Auslassung oderden unklaren Ausdruck eines Paragraphen begründet wären.Dieser Kontrakt wurde von dem Patron und den Pilgernunterschrieben und in der Dogenkanzlei von den Proto-notarien ratifiziert [ll7]; der Patron verpflichtete sich, einehohe Geldsumme als Strafe zu zahlen, wenn er den Vertragin irgendeinem Punkte breche [118]. Nichtsdestowenigerund trotzdem dafs jedes Pilgerschiff vor seiner Abfahrt aufdie Seetüchtigkeit hin untersucht wurde [119], sogar zweivenetianische Nobili als Patrone der Pilger zuweilen mit-fuhren [120], trotzdem seit dem 14. April 1398 und vonneuem seit dem 8. Juni 1409 ausdrücklich bestimmt war,niemals sollten zugleich Kaufmannsgüter mit befördert wer-den [121], und seit 1408, wo ein Pilgerschiff unter AndreasQuirino im Golfe von Sattalia durch Korsaren überfallenworden war, jeder Patron für den nötigen Waffenvorratam Bord sorgen mufste [122], kam es doch vor, dafs ein-zelne Schiffe sich als untüchtig, mit Waren überladen undunzureichend armiert erwiesen [123], wie es 1497 HerzogBogislaus X. zu beklagen hatte, dafs die Nahrungsmittelschlecht, häufig ungeniefsbar waren, und an den einzelnenHafenplätzen länger, als bestimmt war, angehalten wurde.Die Klagen darüber sind fast allgemein; nur in sehr wenigFällen hören wir das Lob, dafs ein Patron wirklich denKontrakt pünktlich und vollständig erfüllt habe. Am meisten