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ausgefertigt [70]. Arn 4. April 1472 ward sogar, damit hoch-angesehene Pilger und Gesandte eine würdige Unterkunftin Venedig fänden, dem Rolando Verardi de Guanto, einemjedenfalls reichen Patrizier, die Erlaubnis erteilt, sie beisich zu beherbergen [71].
Die nötigen Anweisungen für die äulsereEinrichtungder Pilgerfahrt empfing der einzelne entweder durch denMund heimgekehrter Pilger [72], aus Reisebeschreibungen [73]und eigenen Pilgerbüchlein [74], in denen alle heiligenStätten der Reihe nach kurz angeführt waren, die man ge-wöhnlich erst in Venedig z. B. im Franziskanerkloster dellaVigna kaufte [75] und mit Landkarten und Plänen währendder Seefahrt durchstudierte [76]. Gegen Mitte des 15. Jahr-hunderts fungierten in jenem Kloster eigene Pfleger undRatgeber für die Pilger, unter ihnen ein Mönch und einvenetianischer Nobile [77]. Aufserdem rüstete sich derPilger daheim noch weiter. Er legte den Habitus einesPilgers an [78], liefs den Bart wachsen [79], steckteauf seine graue Kutte [80] ein rotes Kreuz, ein anderes überdie Stirn auf den breitkrämpigen Hut und nahm Stock [81],Sack und Flasche zu sich; im 16. Jahrhundert befestigteman auch das fünffache Jerusalemkreuz auf der linkenBrust [82]. Bekannte, Freunde and Verwandte gaben demPilger Ringe, Steine zu Paternostern (Rosenkränzen), auchPaternoster selbst mit, um sie an allen Orten, wo das Schiffanlegte und Reliquien sich befanden, durch Bestreichung andenselben zu weihen und wertvoller zu machen [83]. DerPilger selbst bereitete sich durch den Genufs des heiligenAbendmahls zu seiner weiten Reise vor [84], machte seinTestament und empfing, wenn er ein Mönch war, noch denfeierlichen Segen des Abtes und seiner Mitbrüder [85];Fürsten legten zuweilen kurz vor der Abreise noch denGrund zu einer Votivkirche [86]. Man gab ihm das Geleitunter Thränen und Glückwünschen, auch den Johannissegenmit auf den Weg [87]. Wohl mochte manchem dabeischwer ums Herz werden und zumute sein wie demFelix Fabri, der offen gesteht, er wäre gern im Momente