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Deutsche Pilgerreisen nach dem Heiligen Lande
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(200000 Mark), die jemals ein pilgernder Fürst verbrauchthat, mag wohl Herzog Wilhelm von Sachsen 1461 ausge-geben haben [57]; leider kennen wir von anderen Fürsten,aufser vom Kurfürsten Friedrich von Sachsen (1493), dieKosten der Pilgerreise nicht [58].

Gewöhnlich nahmen die Pilger aufser den kleinen fürTrinkgelder nötigen kleinen Sorten wenig bares Geld mit,das sie entweder sorgfältig in die Kleider vernähten [59],oder unter den Vorräten von Schweinefleisch verbargen, umes in Jaffa vor den Händen der Muselmänner zu sichern [60].Sonst besorgten sie sich meist Wechsel auf Venedig [61]durch Kaufleute aus Erfurt [62], Nürnberg [63] und Leipzig,oder auf Ancona, wo die Fugger ihre Comptoire hatten [64],und zogen von da wieder auf Alexandria [65], Aleppo [66],Konstantinopel [67]. Am bequemsten hatten es natürlich dieFürsten, welche entweder, wie Kurfürst Friedrich der Weise,In Venedig zuvor eine gröfsere Summe bei einem Bank-hause deponierten, oder wie die Herzöge Ernst von Öster-reich (1414), Wilhelm und Albrecht von Sachsen (1461,1476), Landgraf Wilhelm von Hessen (1491), die kurz vorihrer Abreise Agenten nach der Lagunenstadt voraus-schickten und alles, was nur irgend für die Reise erforder-lich war, ordnen und besorgen liefsen. Solchen hohenHerren kam der Senat von Venedig mit der gröfsten Libe-ralität entgegen. Schon am 3. März 1346 liefs man demBurggrafen Johann von Nürnberg, welcher einmal einenTransport venetianischer Waren aufgehalten hatte, mitteilen,dafs man ihm dies nicht vergelten würde, wenn er von Ve-nedig nach dem heiligen Lande sich einschiffen wolle [68].Sobald daher seit Mitte des 14. Jahrhunderts Fürsten undHerren an den Senat um Überlassung einer Galeere gebetenhatten, ward ihnen ihr Wunsch sehr gern erfüllt, abernur unter der Bedingung, dafs sie für deren Ausrüstungselbst sorgten und keinerlei Kaufmannsgüter mit an Bordnähmen [69]. Für ihren Empfang in Venedig wurden vonstaatswegen grofse Festlichkeiten angeordnet und für ihreehrenvolle Aufnahme auf der Reise Empfehlungsschreiben