S175Von nun an schien sich alles besser für diebeängstigten Neußer anzulassen. Selbst dieElementen schienen sich ihrer annehmen zuwollen. Der Rhein schwoll durch das häu-fige Regenwasser plötzlich auf mit einemmal stand auf Sebastiani Tag der grösteTheil der Weydt unter Wasser. Die Fein-de, die sich gerade gegen den Judensteegüber gelagert hatten, mußten sich über Halßund Kopf davon machen Die Neußer be-gaben sich hierauf mit einigen Kähnen aufdie Weydt, steckten einige Hütten in Brandund schleppten eine Menge guten Holzes mitsich weg, das ihnen treflich zu statten kam.Zum Andenken dieser glücklichen Begebenheitstellten die Belagerten am Maria Reini-gungs Feste abermal eine Proceßion an,trugen die Heiligthümer des BlutzeugenQuirins um und statteten dem Erhalter desGanzen für dieses so sichtbare Wohlwollenunter tausend dankvollen Empfindungen dasgebührende Lob ab, so bedenklich indeß dieLage der Sachen überhaupt für die Bela-gerten und es nichts weniger als Zeit zueiner auffallenden äusserlichen Belustigungware, so ist doch ein Umstand, den derVerfasser Weyerstraet in seinem uns hinter-lassenem Tagebuche bemerkte, sonderbar undein Beweis von dem Geschmacke der dama-ligen Zeiten. Wehrend dem, daß sich beedeTheile
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Beyträge [Beiträge] zur Neußer Kronik, welche aus ächten Urkunden und bewehrten Schriftstellern gesammelt hat Conrad Aldendorff
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175
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