—153für Neuß eine ernsthafte Belagerung besorg-te. Hermans erste Sorge war, die altenVestungswerker, die Stadtmauren und Tho-ren in besten Stand zu setzen. Ausserhalbder Stadt ließ er einige neue Werker mitdesto grösserer Betriebsamkeit anlegen, jemehr er uͤberzeugt ware, daß der von Ru-prechten abgeschickte Obriste Martin vonRuissenbach mit einem starken Haufen invollem Anmarsch sey. Die Truppen, dieFerman befehligte, waren theils Landes theilsheßische Soldaten, davon die letztern 1500.Mann ausmachten. Ueberhaupt bestand dieBesatzung ausser den Bürgern, deren da-mals eine gute Anzahl war, aus 3000. wehr-hafter Füßer und 500. Reuter. Die Stadtwar damals mit tiefen Gräben, starken Mau-ren und tüchtigen Bollwerken versehen undhatte gegen Morgen den Kanal und die sum-pfigte Gegenden, welche daselbst dem Fein-de den Zugang ungemein erschwereten. Danun überdem Herman den ganzen Winterund Frühling hindurch ein neues Werk umdas andere anlegen und alles nöthige zur be-vorstehenden Belagerung hatte anschaffenlassen, so sah er der Ankunft des so großthuenden Herzogen mit kaltem Blute entge-gen. Wirklich traf der belobte Obriste vonRuissenbach im Monath Julius mit einemstarken Korps ein und lagerte sich eine halbeMeile
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Beyträge [Beiträge] zur Neußer Kronik, welche aus ächten Urkunden und bewehrten Schriftstellern gesammelt hat Conrad Aldendorff
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153
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