S78987wenn es an dem ist, daß der Handel dieSeele eines Staates ist. Wie lange aberder ganze Rheinstrom die Stadtmaurenbewässert, und also die Stadt den Vor-theil gehabt habe, mittels dieses Stromesmit denen benachbarten Völkern zu hande-len, ist eine Frage, dessen Auflösung destogrösserer Schwierigkeit unterworfen ist, jeweniger zuverläßige Nachrichten und Urkun-den davon am Tage liegen. Nach dem Be-richte des Gelenius hat sich der Rhein schonim 4ten Jahrhunderte zu den Zeiten des Bi-schofen Euphrates von unsern Mauren zu-ruckgezogen. Dieser Ketzerische Bischof sagter: ertrank im Angesichte der Stadt undsiehe ein Wunder! der Rhein begabsichvon Neuß weg und nahm anderwerts sei-nen Lauf. (e) Wer ins Wunderbare vernarrtist, wird dieses Mönchs=fabelmäßige Mär-chen ohne Umstände für baare Munze an-nehmen. Allein da man in Zeiten lebt, woauch bey Leuten, welche Religion und Ver-nunft auszeichnet, dergleichen Erzehlungendie genaueste Prüfung aushalten müßen, sokann man sich mit der Nachricht eines ein-zigen Schriftstellers nicht befriedigen, so lan-ge man noch andere Beweißthümer und be-wehrtere(e) Gelenius de admiranda sacra & civili mag-nitudine Col. Lib. I. pag. 34.
Druckschrift
Beyträge [Beiträge] zur Neußer Kronik, welche aus ächten Urkunden und bewehrten Schriftstellern gesammelt hat Conrad Aldendorff
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78
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