#77„ setzt. (d) Aus beyden Stellen erhellet zurGnüge, daß der Rhein die Stadt Neußvon der Zeit an gerechnet, da sie von denRömern angelegt ward, bewässert habe; undso wenig sich aus diesen beyden Schriftstel-lern ergiebt, daß nur ein Arm davon sichauf die Stadt ausgedehnet hätte, so wenigwird dieses auch aus anderen zuverläßigenNachrichten zu erweisen seyn. Freylich liegtdie Stadt dermalen ziemlich weit von demStrome ab. Allein dies thut zur Haupt-sache nichts. Zeit und Umstände, die sichnicht mit Zuverläßigkeit augeben lassen, ver-änderten seinen Lauf. Dies Schicksal hatdie Stadt Neuß mit mehreren Städten,die ebenfalls von den alten Römern an demGestade des Rheines auch aus den nemlichenAbsichten angelegt wurden, gemein. Dieeine verliert durch deßen abwechslenden Laufein Grundstück und die andere gewinnt es.Daher heißt es beym Gelenius recht wohlvon der Stadt Kölln. Nunc ædes, ubiRhenus erat. Das Beyspiel dahier ist diesogenannte Weydt, die wir der Mildthätig-keit des Himmels gegen den Verlust desschifreichen Rheins als eine Schadloßhaltungzu verdanken haben, ob sie gleich den Ab-gang des ersten wohl schwerlich ersetzen wird,wenn(d) Famian Strada. Lib. 8.
Druckschrift
Beyträge [Beiträge] zur Neußer Kronik, welche aus ächten Urkunden und bewehrten Schriftstellern gesammelt hat Conrad Aldendorff
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77
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