beiden Künstlern bestand, wer möchte es bei den spätern WerkenMintrops in Abrede stellen?Sicher hätte ihn der ungestüme Drang, der nun in hohenWellen seine Brust durchfluthete, aufgerieben, wenn ihm nicht diekörperliche Arbeit, der er sich nicht entziehen konnte, im Vereinmit der großen Naturkraft seiner Heimath, das Gegengewicht gehal-ten hätte. Die Raphaelische Madonna hatte er treu bis zur klein-sten Linie aus der Erinnerung nachgebildet und wo er jetzt einWeib mit einem Kinde sah, da bot sich ihm ein unerschöpflichesStudium. Seine ihm in Allem willfährige Mutter mußte ihm anSonntagen mit einem Kinde auf dem Schooße in allen Stellungenzum Modell sitzen und wie froh war er, wenn ihm Etwas gelang.Seine Eltern überkam es dabei wie die Weissagung eines künftigenGlückes für ihren Sohn. Sie horchten stumm auf die seltsameRedeweise, die er so eigenthümlich anzuwenden wußte, und ließenihn ungestört in seinen Gestalten leben.Ein Ereigniß, das dem jungen Bauer im nahen Städtchen,wie in der ganzen Umgegend die Bezeichnung „der Maler“ beilegte und nicht ohne Einfluß auf sein inneres Leben blieb, war einan ihn ergangener Auftrag von einer benachbarten Bäuerin, zumFeste einer Prozession für ein am Abhange des Berges stehendesHeiligenhaus den Schutzpatron (St. Ludgerus) zu malen. Die Mut-ter selbst war die Vermittlerin des Auftrags an den Sohn undbeide fühlten sich stolz und glücklich. In den freien Stunden wurdedas Bild fertig gestellt und Alles staunte das Kunstwerk an, dasin Kreide ausgeführt unter Glas und Rahmen an der geweihtenStelle prangle.Ihn selbst aber, als die Menge vor seinem Bilde kniete, truges wie die Ahnung eines einstigen Sieges in den sonnenverklärtenAether, der sich an jenem Tage über die lachende Frühlingsland-schaft ausbreitete. Der materielle Lohn für die Arbeit bestand indrei Aepfeln, in jedem ein Fünfgroschenstück versteckt; er erfreute ihnmehr, als später viele Hundert Goldstücke.Unter schwerer Arbeit und stillem Weiterschaffen in der Weltseiner Ideen, hatte er sich zu einem schönen, kraftvollen Jünglingentwickelt. Bescheiden, doch ohne träumerische Schüchternheit, trater in's Leben, besuchte den Tanzboden wie seine Altersgenossen undließ sich den deutschen Gerstensaft schmecken gleich ihnen. Er horchte,beobachtete und sammelte dabei für seine Kraft, die die übrigen oftungestüm in Tanz, Gesang und heitern Scherz einsetzten.
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