Frauen und Frühling.Wenn die Blumen rings das Gras durchdringen,Gleich als lachten sie hinauf zur SonneIn dem Mai vom Morgenthaue feucht,Und die kleinen lieben Vöglein singenIhre besten Lieder voller WonneSprecht: welche Lust der Welt Euch größer deucht?Man schwebt schon halb im Himmelreiche,Und soll ich sagen, was ich dem vergleiche,So will ich euch vertrauen, wasViel lieber meinen Augen warUnd fürder sein wird, säh ich das.Wenn da naht die edelste der FrauenWohlgekleidet in der Locken GoldeUnd im Gespräche heiter engelrein;Hochgemuth und freundlich anzuschauen,Strahlt hehr im fröhlichen Geleit die HoldeWie die Sonne neben Sternenschein.Der Mai entfalte alle ſeine Wunder,Was iſt da alſo Wonniges darunterAls ihre liebliche Geſtalt?Die Blumen läßt man Blumen seinUnd schaut die Theure an alsbald.Nun wohlan! wollt ihr die Wahrheit schauen,Geh'n wir zu des Maien hehrem Feste,Der mit allen seinen Kräften ist gekommen;Schaut an den Mai und seht die edlen Frauen,Urtheilet selbst, ob nicht das AllerbesteIch hier für meinen Theil genommen?Ja, wenn man mich da hieße wählen,Daß für das Eine sollt' das Andre fehlenWie schnell mein Herz mich wählen hieß!Herr Mai, ihr müßtet Märzmond sein,Wenn ich von meiner Holden ließ.Lebensregel.Kindeszucht mit SchlägenStets das Böſe überſehen,Nimmer bringet Segen;Laßt sie nur nach Gutem spähen,Wo man Ehre wecken mag,Soll es allwärts taugen,Wirkt ein Wort wie auch ein Schlag.Zügelt eure Augen!Wirkt ein Wort wie auch ein Schlag,Wahret Eure Ohren,Wo man Ehre wecken mag.Werdet nicht zu Thoren!Nimmer bringet SegenBleiben böſe Worte drin,Kinderzucht mit Schlägen.Es verunehrt Herz und Sinn.Stete Hut der ZungenEs verunehrt Herz und Sinn,Alten ziemt und Jungen;Bleiben böse Worte drin;Schieb den Riegel vor das Thor,Werdet nicht zu Thoren,Laß kein böses Wort hervor!Wahret eure Ohren!Laß kein böses Wort hervor,Hütet ſtets die dreieSchieb den Riegel vor das Thor:Leider allzufreie!Alten ziemt und JungenZunge, Augen, Ohren sindStete Hut der Zungen!Böse Schälke, ehrenblind.Zügelt eure Augen,Böse Schälke, ehrenblindSoll es allwärts taugen;Zunge, Augen, Ohren ſind,Laßt ſie nur nach Gutem ſpähen,Leider allzufreiStets das Böſe überſehen.Hütet stets die dreie!
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