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Die Jugendjahre Johann Wilhelms, Pfalzgrafen zu Neuburg und Herzogs zu Jülich und Berg
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335ausgestattete Erscheinung, obgleich er durch eine gewisse äußere Grazieund Gewandtheit das Fehlende auszugleichen wußte.Nur kurze Zeit verweilte der Prinz in Cleve. Nach eingenommenerMahlzeit im Schlosse und nach Besichtigung der Stadt und einemAusfluge in die Umgebungen in Begleitung des Prinzen Friedrich vonBrandenburg, setzte er seine Reise fort bis Germenseel, dem Rittersitzedes Freiherrn von Wachtendonk, um dort zu übernachten. Die beidenjungen Prinzen scheinen sich einander sehr zugesagt zu haben; denn derBrandenburgische Geh. Rath von Schwerin schreibt an den HerzoPhilipp Wilhelm:Insonderheit kann Ew. Fürstl. Dchl. ich unter-thänigst versichern, daß Prinz Friedrich sich dergestalt in diesen DeroHerrn Vettern verliebt und so gute Freundschaft gestiftet, daß Sie sehrbetrübt von Deroselben wieder zurückgekehrt und den Verlust solcherangenehmer conversation sehr beklaget 2c.Von Germenseel, wo Arnold von Wachtendonk, Friedrich von Loezu Wissen und mehrere andere Herrn des Clevischen Adels dem Prinzenaufgewartet hatten, zogen die Reisenden über Nymwegen, Arnheim,Utrecht, Harlem, Leiden nach dem Haag, überall festlich empfangen undan allen Orten die Merkwürdigkeiten in Augenschein nehmend. ImHaag hatten der Graf Friedrich von Waldeck, KurbrandenburgischerGeneral der Cavallerie und Herrenmeister des Johanniterordens, so wieder Brandenburgische Gesandte Blaespiel sich bemüht, dem Prinzen denAufenthalt angenehm zu machen. Philipp Wilhelm dankt denselben ineinem Schreiben d. d. Düsseldorf 3. Januar 1675 für dieangenehmenaffections, welche sie seinem Sohne, dem Erbprinzen, erzeigt. Auchdie General=Staaten hatten es an Aufmerksamkeit nicht fehlen lassen;sie stellten den Reisenden eine prachtvoll ausgestattete Vacht zur Ver-fügung, in welcher die Tour über Rotterdam und Dortrecht durch dieGewässer Seelands nach Antwerpen fortgesetzt wurde.Auf dieser Fahrt war es, wo in der Neujahrsnacht ein heftigerSturm sich erhob und die Reisenden in nicht geringe Gefahr brachte.In eifrigem Gebet flehten sie Gott um Rettung an, und Johann Wil-helm wählte bei dieser Gelegenheit den Spruch aus den Psalmen:Dominus virtutum nobiscum zu seinem Wahlspruch, mit dem Bildeeines vom Sturme umhergeschleuderten Schiffes, welches Symbol wirso häufig bei allen von Johann Wilhelm ausgegangenen Werken wiederfinden. Nachdem sich der Sturm gelegt, gelangten die Reisenden glücklichnach Antwerpen und von dort, nach kurzem Aufenthalt, nach Brüssel.In Brüssel verweilte der Prinz eine ganze Woche. Mehrere da-selbst den Studien obliegende junge Edelleute aus dem Herzogthum