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Ueber den Gebrauch des Christenblutes bei den Juden
Entstehung
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Solche bedauernswerthen Vorfälle sind für uns unwidersprechlicheBeweise, daß es nicht die sogenannte christliche Liebe ist, von der wiruns Friede und Eintracht unter den Völkern und insoferne das wahreHeil der Welt versprechen dürfen; denn Christlichkeit, das war ja dasHauptmerkmal jener tumultirenden Rotten. Daschristliche Zartgefühlwovon der Pastor Binterim geredet, das war ja der Unterschied zwischenBauernschaft und Judenschaft, welch' Letztere, man im Grunde nur darumso tief und glühend haßte, weil sie nicht christlich war. Aufklärung, Bil-dung und jene Nächsteuliebe, die uns nicht als Christen sondern alsMenschen innewohnen soll, sind die alleinigen Heilmittel gegen Aber-glauben, Irrwahn und Brutalität; sie sind die drei göttlichen Tugenden,deren Pflege Niemand vernachlässigen soll, der auf den Ehrentitel:Mensch Anspruch macht. Das Bewußtsein, einer großen Familie geistigebenbürtiger Wesen anzuhören, wovon die Einen von weißer, die Andernvon schwarzer, rother oder gelber Hautfarbe sind, der Gedanke derGleichberechtigung aller denkender Creaturen wird und muß uns bestim-men, den Juden, den Perser, den Katholiken, den Kalmücken, den Pro-testant, den Baschkiren, den Türken und den Neger gleichmäßig zu achtenund rücksichtsvoll zu behandlen. Die Naturreligion und das Gesetz derHumanität machen keinen Unterschied zwischen dem Sonnenanbeter unddem Hostienanbeter; der Vernunftglaube hat nie ein Blutbad noch solcheBürgerkriege erregt, wie der ketzerausrottende Glaube, von demwir nur erwähnen wollen, daß die infamen Kreuzzüge einige der vielenFrüchte waren, die er gezeitigt. Blicken wir in die Jahrhunderte dieserReligionsmördereien zurück, so sehn wir den betrügerischen EinsiedlerPeter von Amiens auftreten, einen vom Himmel gefallenen Brief zei-gend, mit dem Vorgeben, Christus sei ihm im Traum erschienen und ha-be ihm befohlen, die ganze Welt zur Befreiung des heiligen Grabes auf-zubieten. Obgleich in 6 großen Kriegszügen, an denen mehrere Mil-lionen, hauptsächlich aus der abergläubischen Hefe des Volkes sich bethei-ligten, die Christen singend und brennend nach Asien zogen, so war ihnender Himmel doch so wenig günstig, daß nachdem alle Anstrengungen desvom Papste und seinen Organen fanatisirten Europas fehlgeschlagen,aber auf beiden Seiten unsägliches Elend angerichtet worden war,Alles beim Alten blieb.Peter von Amiens zeigte einen im Himmel geschriebenen Briefvor, um eine Verfolgung gegen diejenigen Völker anzuzetteln, die un-