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Das Märchen vom Fuchs und vom Wolfe : aus niederrheinischer Mundart in die Schriftsprache
Entstehung
Seite
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Mahnt mich, lieber Vetter, daßStracks mir nöthig ſo Etwas.Darum hier bei Nacht und Düsten1090. Wähl' ich dich zu meinem Küster,Hör'! dein erster Dienst jetzt sei:Schaff mir einen Fraß herbei!Gleich! so sagt der Schelm, der Fuchs:Dieses Amt besorg ich flugs.Bald nun laden Herrn KonfraternNönnchen, JesuitenpaternZu Gebrat, Konfekt und WeinEuch von allen Seiten ein.Doch laßt jetzt uns ohne Weilen1100. Zu dem nächsten Pfarrhaus eilenWährend die Bewohner ruhn,Uns etwas zu Gute thun.Alle sind in tiefem Schlaf,Und Ihr braucht nicht in ein SchafEuch zu wandeln; das erſt morgen!Werde dann für Kleidung sorgen,Wie der heil'ge Stand es will.Laßt uns jetzo stumm und stillDen Konfrater zu beehren,1110. Unbekannt mit ihm verkehren.Seht! ein Schweinchen, frisch geschlachtet,Wird im Keller übernachtet:Eurem hohlen, leeren MagenKann die Kost nur wohlbehagen.Vor's Pfarrhaus kamen bald die ZweiDer Wolf macht schnell die Luken frei;Die vorgelegten Steine schafftEr schnell hinweg durch seine Kraft,Dann ſchlüpft er ſchnell zuerſt hinein1120. Das Füchslein kichert hintendrein:Vorangehn ständ dem Küster schlecht,Der Herr geht vor, dann kommt der Knecht.Den Raum des Kellers matt erhelltEin Lämpchen, das dorthin gestellt,Das sollte gegen Diebe dienenUnd brannte nun zum Vortheil ihnen.Gar luſtig ging es zu mit Freſſen,DasAlleraugen ward vergessenDas Bratfleisch dort so schnell verschwand1130. Daß Meister Fuchs verwundert stand.Es schwanden Brat= und LeberwürsteGleich wie ein Stäubchen vor der Bürste.Der hohle Magen wurde voll,Des Wolfes Umfang schwoll und schwoll.