28Mitzutheilen Wohl und WeheZwar auch drin irrt GeiſtlichkeitVon dem Schöpfungsplane weit1040. Doch ein unverständlich Plärr'nHört der dumme Bauer gernUnd meint Wunders, was es wär,Deutsches nennt er: nicht weit her.Wenn mit Solchem unbekanntJude oder ProtestantIn der Kirche allerhandSingen hört, wovon kein WortIrgendwer verſtehet dort,Weil das Alles auf Latein,1050. Muß er ja der Meinung sein,Die Gemeinde wäre tollOder ſüßen Weines vollWie Sankt Paul auch einst gesagt,Dem ein Solches ſchlecht behagt.Doch ich liebe das LateinDrum, Wolf, laß mich Küster seinNimmer soll es dich gereu'n!„Ja, ich ſetz' dich dazu ein,Sprach der Wolf: „Doch, Vetter, sag',1060. Wie ich wohl aussehen magIn der Chorkapp, Alf und Kasel„Anfangs wohl noch etwas faſel,Raunt der Fuchs: „Doch wird sich's gebenFührſt du erſt ein geiſtlich LebenIm Genuß von Wein und BratenWirst du also wohl gerathen,Daß, was anbelangt den WanſtDu noch Dompropst werden kannstSchon umſtrahlt ein heller Schein1070. Eu'r ehrwürdig Haupt, o nein!Forthin sollt kein „Du“ Ihr hören,Nein! als Herrn werd' ich Euch ehren!Seht das Fleisch von Kalb und Rind,Wildpret und Geflügel ſindWohl geeignet, Euch zu masten,Und vortrefflich läßt sich fastenBei Bisquit und KabliauDoch das kommt nicht so genauSo ein kleines Hammelbrätchen1080. Abends heimlich zum SalätchenDas ein feiner Wein Euch würztUnd die späte Stunde kürzt.„Donnerkeil! (rief Wolf) wie fett!Fuchs! wer das schon heute hätt'!Sieh! ich lecke ſchon das Maul,Aber vor der Hüft' die Kaul
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Das Märchen vom Fuchs und vom Wolfe : aus niederrheinischer Mundart in die Schriftsprache
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