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Das Märchen vom Fuchs und vom Wolfe : aus niederrheinischer Mundart in die Schriftsprache
Entstehung
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11Sieh! Doctoren der ArzneiSind ja Herren; Geld wie Heu190. Sie durch ihre Kunst verdienen,Wie ein Sprüchwort sagt von ihnen.Du erschrickst auch nicht vor Blut,Hast auch wohl Geschick und Muth,Hand und Fuß zu amputirenDoch Recepteschreiben Nein!Diese Blättchen sind zu kleinDie Buchstaben machst du allViel zu groß auf jeden Fall:Schon ein A⸗chen und ein Z⸗chen200. Füllt allein schon solch ein BlättchenDoch die Bauern alle liebenFür ihr Geld viel drauf geschrieben.Wie's mit deinem Schreiben ist,Wirst du besser ein Jurist,Denn wenn die ad acta keilen,Trägt der Bogen nicht viel Zeilen.Auch daß du nicht scrupulösIst dabei durchaus nicht bös,Denn will man das Recht verdrehen,210. Muß man Manches übersehenWie bekannt von den Juristen,Die sprüchwörtlich böse Christen.Aber wenn die mürben ActenDeine derben Fäuste packtenWürden ſie ſogleich zerbrochen,Denn Papier hat keine Knochen;Ging als Advocat zu hartDir zu Leib' dein Widerpart.Steht zu fürchten, daß du ihn220. Durch die Zähne würdest zieh'nUnd statt viel zu disputirenStracks ihn würdest massakrirenStatt mit Wortgezänk und WitzUeb'ſt du blutige JuſtizAuch als Richter. Deshalb schonRath' ich ernstlich dir davon.Doch da kommen wir nunmehrAuf die Schwarzröck', die PastörUnbedenklich greif' da zu,230. Denn dafür gemacht bist du.Wer ein solches Amt erhältHat das best' Geschäft der Welt,Das ſich in die Worte faßt:Gib mir, Bauer, was du haſt,Gib und gib, laß mir was MeinAlso lautet ihr Latein.Im Palast und in der Hütte,