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Das Märchen vom Fuchs und vom Wolfe : aus niederrheinischer Mundart in die Schriftsprache
Entstehung
Seite
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Ihre Schäflein, und gelingtDaß man eins auf Seite bringt90. Das zu nah am Wald geweidet,Wird die Landschaft uns verleidetDurch die Jäger mit den HundenDie manch armen Wolf geschunden.Ja! es iſt ein traurig LebenUnd ich hab' mich drein ergebenDaß forthin wie andre ThiereIch ein dienstbar Leben führe.ſieh! ich bin noch kerngeſundUnd für einen Kettenhund100. Könnt' ich füglich mich vermiethen.Sieh! das gäb' mir Kost im FriedenUnd ich führt' ein ſorglos Leben,Wie mir jetzo nicht gegebenWas? so unterbrach da flugsSeinen Vetter Wolf der Fuchs:Pfui! wie müßt' ich dich bedauern,Ließest du von rohen BauernDich fortan noch maltraitiren;Bauern sind von allen Thieren110. Mir am meisten tief verhaßt,Und sie haben nicht gespaßtAuch mit dir. Da mußt du bellenUm vom Hause und den StällenSchlaue Diebe zu verscheuchen,Mußt im Butterrade keuchen;Sonntags nur gibts Fleisch zu kochenUnd davon kriegst du die Knochen,Aber Schläg an allen Tagen,Mußt ein eisern Halsband tragen120. Mit der Kett, die reicht nicht weit;Lang jedoch wird dir die Zeit.Mögest du dein freies LebenNicht um magre Koſt hingebenNein, du passest nicht zum Knecht!Doch, mein lieber Vetter, schlechtIst mein Fleisch und ungesundUnd es frißt nicht Katz und Hund,Ja, nicht einmal mag's ein Schwein!Donnerkeil! mir fällt nicht ein,130. Sprach der Wolf:dich aufzufressen;Doch verzerrst du unterdessenDein Antlitz und drehst dich umWas ſolls heißen? Sprich, warum!Ach! ſagt Meiſter Fuchs:Die FlöhBeißen mich entſetzlich.GehtSchmält der Wolf und rückt auf Seit:Alle Welt nennt dich gescheidt;