feindlichen Zwecken mißbrauchen! Unsre Väter lebten unter Einrichtungen,wie die neuen Kirchengesetze gestalten, und waren doch gute KatholikenMöge Jeder erwägen, was er vom Staate hat, der Herr im Hause bleibenmuß, und was von der Hierarchie, deren Uebergriffe der Staat zurückweiset.Der Staat sichert gleichen Schutz allen Angehörigen zur Errchung der Wohlfahrt. Er sorgt für das tägliche Brod und für Kunstund Wissen, für Alles, was Menschenwohl zu gründen vermag. DieKirche hingegen hat es richtiger Weise nur mit dem Glauben undder Spendung von Gnadengaben zu thun. Ihr Reich ist nicht vondieser Welt. Mit dem Staate hat die Geistlichkeit mithin nach GottesAnordnung Nichts zu thun, und wo sie sich darin einmischt, setzt esUnheil. Alle Staaten, worin die Jesuiten den Unterricht leiteten undworin der klerikale Einfluß überwog, sind in Armuth und Elendgerathen. Spanien und Italien liefern die Beweise. Unser Herr undHeiland bezeichnet das richtige Verhältniß der Priesterschaft mit nurdrei Worten: „Ihr seid das Salz der Welt.“ Das Salz ist Würze,nicht Kost selber. Eine Schüssel Speise mit einem Löffel Salz istgedeihliche Nahrung. Ein Löffel Speise mit einer Schüssel voll Salztaugt zum Genusse nicht. Die Einmischung in bürgerliche Dinge machtüberdies das Salz schal. Gewahrt man bei heutiger jesuitischer Rich-tung, daß alles religiöse Gefühl der Menschen für die Priesterherrschaftausgenutzt wird, hört man die besten frömmsten Männer um derWahrheit willen verfluchen und sieht Heuchler, die Peterspfennigezahlen und klerikale Ergebenheitsadressen unterschreiben, als Liebkindergehätschelt — dann darf man sich nicht wundern, wenn Viele derGlauben verlieren. Dieser Unglaube aber muß sich zum Schaden derReligiosität, zum Haß und zur Verachtung gegen die Priesterherrschaftsteigern, wenn man erwägt, daß jene Hetzereien zur Auflösung vonGesetz und Ordnung und zum Untergange aller Wohlfahrt führen.Möge das Volk bei den Wahlen nicht auf die hören, die ein Interessehaben für die Priesterherrschaft, die weltlich gefälschte Kirche! DerStaat greift nicht in das Wesen der Kirche, drum sollen deren Dienervon staatlichen Dingen fortbleiben. Wie die Kirche um des Dorfeswillen gebaut wurde, so ist der Klerus um des Volkes willen da,das Volk aber nicht um des Klerus willen, der zum Volk im Verhält-nisse der Dienstboten steht, was fromme Päpste anerkannten und sichKnecht der Knechte hießen. In neuerer Zeit aber wollen sie trotz diesemTitel ſouverain ſeinLaßt uns nach sittlichem Gewissen vaterlandstreue Männer wählen,keine rothe oder schwarze Verwälschte, die stets mit den reichsfeindlichenPolen stimmen, was auch dem Befangensten die Augen öffnen muß.Laßt uns dem Klerus wie einst Petrus den Spruch entgegenrufen: „daßwir Gott mehr gehorchen sollen als den Menschen!“ In allen reinkirchlichen Dingen wollen wir auf die Stimmen der Priester hörenund ihren guten Lehren folgen. Aber um unsres Bestehens willenum der Wohlfahrt unserer Kinder und Abkömmlinge willen, wollenwir das Gebot der Verheißung im Vaterlande vor Augen halten undGott geben was Gottes, dem Kaiser was des Kaisers ist.
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Das Märchen vom Fuchs und vom Wolfe : aus niederrheinischer Mundart in die Schriftsprache
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