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Das Märchen vom Fuchs und vom Wolfe : aus niederrheinischer Mundart in die Schriftsprache
Entstehung
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Menschen. Der zuerst diesen Spruch aufbrachte, hat ihn den Pfaffenins Gesicht geschleudert, wie in der Apostelgeschichte Cap. 5, Vers 2729zu lesen.Nirgendwo aber hat Gott Seinen Willen handgreiflicher offenbart,als im vierten Gebote, das Wohlergehen und langes Leben auf Erdenverheißt. Wie mit Vater und Mutter ist es da erst recht mit demVaterlande. Beide verknüpfen auf ewig. Deine Confession kannstdu als Menschenwerk wechseln; als Jude kannst du heute noch Christ,als Protestant Katholik werden, und umgekehrt; aber du bleibst unab-änderlich das Kind deiner Eltern, und wenn du dich auf den Kopstellst, so bleibst du ein Deutscher, und dein erstes Lallen in der Mutter-sprache gilt vor Gott dem Schwure gleich: Treue zu erzeigen dem Vaterlande, das uns Alles gab, was wir sind und haben. Wer nur bisdrei zählen kann, muß begreifen, wozu uns Gott die gemeinsame Sprachegab. Vielen ist dies aber zu einfach klar und sie sehen den Wald vonBäumen nicht. Doch die Geschichte hat das Gebot der Verheißungbewährt. Im alten Testamente sank das Volk in Elend, wenn esfremde Götter anbetete. Die deutsche Geschichte zeigt, daß unser Vollin Macht und Wohlstand stieg, so lange es an der Einheit fest hieltaber in Elend und Armuth sank, wenn es auf ultramontane Ein-flüsterungen hörte und dem Wälschthume fröhnte.Wie herrlich ist unser Volk jetzt in seiner Reichseinheit erstandenSein Name ist wieder groß unter den Völkern und sein Wohlstandsteigt in nie geahnter Weise. Es wird gebaut wie nie dagewesen.Geld ist unter den geringsten Leuten und der Bauer lebt besser wieeinst der Junker. Wenn dabei auch einiger Schwindel zu beklagenwie dies unvermeidlich, wenn ein Habeloser plötzlich zum Reichthumegelangt, so wird sich dies bald klären und ausgleichen. Und nicht blosdie Schwelle des materiellen Wohlstandes ist betreten: auch für Freiheitund Fortschritt, für Licht und Lehre geschieht das MenschenmöglicheEs ist eine so gute Zeit, wie unsere Väter nie erlebt haben. Erwägenwir: wie es mit uns stände, wenn vor drei Jahren die Deutschen nichtso treu zusammen gehalten, wenn die Franzosen mtt ihren Turkos gesiegthätten? Und sie stehen in Ruhm= und Raubsucht noch immer auf derLauer in der Hoffnung, unsere Ultramontanen zu Verräthern desVaterlandes zu gewinnen.Es geht ein unheimlicher Geist im Volke um. Seit Jahr undTag wird den Leuten weiß gemacht,es sollt und müßt Krieg gebenReligionskrieg, der Bismarck wollt Alle kalvinsch machen. Auf denDörfern hört man unverständige beutegierige Leute sagen:bald wärekein Protestant mehr im Lande; wer sich nicht bekehre oder davonlaufewerde todtgeschlagen. Es sollt denen, die das Geschrei aufgebrachthaben, ganz recht sein, daß sie bis über die Sohlen im Blute watenwenn es ihnen nur mit der Herrschaft gelingt. Auf der neulichenKatholikenversammlung zu Mainz, die nach neufranzösischer Weise miteiner Muttergotteswallfahrt schloß, hat ein Junker unsere Zeit dasJahrhundert der Lüge genannt. Der hatte wohl Recht, denn seitErschaffung der Welt ist keine abscheulichere gefährliche Lüge ausgehecktworden, als die der Verfolgung der Kirche. Betrachten wir mit Ernstund ruhiger Ueberlegung, was als kirchenfeindlich aufgestellt wird, so