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Briefe und Documente aus der Zeit der Reformation im 16. Jahrhundert : nebst Mitteilungen über Kölnische Gelehrte und Studien im 13. und 16. Jahrhundert bei Gelegenheit des 50jährigen Stiftungsfestes des Friedrich-Wilhelms-Gymnasiums zu Köln
Entstehung
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mati genannt wurden. Hierauf kam die Licentiat e nwürde (mitwelcher sich Viele, namentlich auch auf der Universität zu Cöln,begnügten, weil das Doctorat viele Kosten machte) und zuletzt erstdie Würde des Doctorats, deren Besitzer auch in den erstenJahrzehnten des 16. Jahrhunderts magistri nostri genannt wurden,ein Titel der durch den Spott des Erasmus und besonders der epist.obscur. virorum ausser Gebrauch kam.

Indem wir von einer speciellen theologischen Erörterung derfolgenden Thesen absehen, bemerken wir nur, dass der paulinischeGrundgedanke von der Stellung des Gesetzes, wie derselbe z. B. indem Briefe Pauli an die Römer hervortritt, den Gang der Thesenbeherrscht. Ueberhaupt aber haben die meisten der damaligenWittenberger Disputationen solche und ähnliche Gedanken Pauli zuihrem Ausgangspunkt. Leider sind diese theils zerstreut gedruckten,thcils noch unedirt gebliebenen Thesen noch nicht in ihrer Auf-einanderfolge gesammelt herausgegeben worden, was als eine be-deutende noch vorhandene Lücke in Beziehung auf Publication re-formatorischer Acte zu betrachten ist. Bei einer Uebersicht derselbenentsteht der entschiedene. Eindruck, dass nicht der Gegensatz gegenBorn der Mittelpunkt ist, um welchen sich das Gedankensystem derWittenberger Akademiker bewegt, sondern vielmehr, dass die ganzeBewegung auf einem Wiederaufleben der apostolischen Verkündigungvon der Rechtfertigung durch den Glauben beruht. In dieser erstenZeit der Reformation tritt insbesondere bei der inneren theologischenArbeit des Geistes auch der Sacramentsbegriff in dem Maassezurück, als der Rechtfertigungsbegriff hervortritt. Die späterenKämpfe um den Sacramentsbegriff sind aber mit einem Zurücktretender Lehre von der Rechtfertigung verbunden. Einen urkundlichenBeweis dieser Behauptung können wir hier an dieser Stelle nichtgeben, sondern lassen jetzt die wiederaufgefundenen Thesen Melan-thons folgen.