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Briefe und Documente aus der Zeit der Reformation im 16. Jahrhundert : nebst Mitteilungen über Kölnische Gelehrte und Studien im 13. und 16. Jahrhundert bei Gelegenheit des 50jährigen Stiftungsfestes des Friedrich-Wilhelms-Gymnasiums zu Köln
Entstehung
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fiihrische, irrsalige, ketzerische Lehre, so thu ich Euch kund, dasmir kürzlich ein Disputations - Zettel von Wittenberg kommen ist,gedruckt, unter andern ist das auch eine Position: „Ohn Ketzereyist's, nicht glauben an das Zeichen der Tauffe (zu latein Characterem)und an die Verwandlung des Brods im Sakrament. Da merke E. Ch.F. G., wie da angetastet wird das heilige Sakrament des zartenFronleichnams etc., da mag E. Ch. F. G. nach hoher Vernunft wolerwegen, was Irrsall und Ketzerey da erspringen wird, wenn mannicht anders in die Sache findet."

Auf diese Stelle bezieht sich auch, wie Jäger mit Recht muth-masst, die Aeusserung des Briefes Luthers an Lange vom 18. Dec.1519: „Eckius minatur et mihi et Philippo et Carlstadio et totiUniversitati nostrae denique ipsi Principi nescio quas diras." Wirerfahren aus dem obigen Briefe von Eck, dass die Thesen, wie esüberhaupt schon damals Sitte war, besonders gedruckt worden sind.Von diesem Druck ist die folgende ziemlich gleichzeitige Abschriftgenommen, welche von dem früheren Zwinglianer, später wieder zurrömischen Kirche zurückgetretenen Theologen Johannes Haner zuNürnberg mit andern gedruckten und ungedruckten Thesen derWittenberger Reformatoren dem Johannes Hess zu Breslau (dem-selben, welchem Melanthon in dem Briefe vom Febr. 1520 die3 wichtigsten Thesen mittheilte) zugesandt worden ist.

Nach dieser Auseinandersetzung bedarf es nicht mehr derWiderlegung der von Bretschneider unsicher und oberflächlich ge-äusserten, aber schon von Foerstemann bezweifelten und von Jägerentschieden zurückgewiesenen Meinung, als seien die Cirkular-thesen Melanthons von 1520 (Corp. Reform. I, 125) diejenigen,von denen Luther im oben angeführten Briefe an Staupitz vom3. Oct. 1519 spricht.

Dass sich übrigens der Doctor Germaniae mit der unterstenStufe der damaligen theologischen Würden begnügte, und keinehöhere Stufe bestiegen hat, ist mit Recht von jeher als ein Beweisder Demuth und Bescheidenheit des Mannes angesehen worden, dersich officiell meist nur „Lector der griechischen Sprache" nannte,auch in dieser Beziehung seinem Freunde Calvin ähnlich, der eben-falls nur die Magisterwürde erlangte.

Es folgte nämlich gemäss dem damaligen aeademischen Stufengangnach dem biblischen Baccalaureat der zweite Grad desBaccalaureatsad sententias, deren Inhaber Baccalaurei sententiarum oder for-