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Briefe und Documente aus der Zeit der Reformation im 16. Jahrhundert : nebst Mitteilungen über Kölnische Gelehrte und Studien im 13. und 16. Jahrhundert bei Gelegenheit des 50jährigen Stiftungsfestes des Friedrich-Wilhelms-Gymnasiums zu Köln
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Auch wär,e eine namentliche Aufzeichnung der damals besondersaus den nördlichen Ländern Europas zahlreich in Köln eingeschriebenenStudirenden von Interesse gewesen, so wie auch ein Verzeichniss dergelehrten Carmeliter des 16. Jahrhunderts, die damals in den Räumendes jetzigen Gymnasiums einen Heerd der Opposition gegen dieReformation bildeten, wie Eberhard Billicus J ) und AlexanderBlanckarts.

Es war auch Absicht, den dichterisch angeregten DominikanerJacob von Gouda, der auch als Dichter in der deutschen Spracheauftrat, vorzuführen, aber das Mitgetheilte überschreitet vielleicht schondas Maass einer gelegentlichen Publication.

Zum Schlüsse noch folgende Bemerkung:

Bei der Jubelfeier am 18. October d. J. auf dem Saale desalten städtischen Kaufhauses Gürzenich wurde daran erinnert, dasseinst der deutsche Kaiser Maximilian (am 25. August 1512) einemdamaligen Kölner Gymnasiallehrer, nämlich dem Heinrich Glarean(siehe das Nähere Seite 191) die Dichterkrone aufgesetzt habe.

Es steht eine höhere Krone in Aussicht, die Krone der Ge-rechtigkeit, welche der König aller Könige allen geben wird, dieSeine Erscheinung lieb haben. Um sie zu erlangen, ermahnt dergrosse Lehrer der Völker: yiijivufc asocvTov ttqo? evaeßtiuv.

(1 Timoth. 3, 7.1

Elberfeld, 18. Dec. 1875.

Carl Krafft, Pastor.

') In Beziehung auf Billicus möge noch folgende jugendliche Erinnerunghier ihre Stelle finden. Der genannte angesehene Prior Hess vor seinemTode (12. Jan. 1557) die Wände des Kreuzgangs seines Klosters mitvielen biblischen Darstellungen bemalen von der Schöpfung bis zumjüngsten Gericht. (Vergl. Harzheim bibl. Col. S. 75.) Eine der vierSeiten des Kreuzgangsquadrats stand noch in meiner Jugendzeit, undich habe oft die damals noch erhaltenen schönen biblischen Gemäldebetrachtet, die, -wenn sie heute noch ständen, gewiss als werthvollerUeberrest deutscher Kunst ihre Bewunderer finden würden.

An einem schönen Sommermorgen des Jahres 1829 oder 1830, alseB in dem gewöhnlichen Klassenlocal wegen der damaligen baulichenReparaturen nicht auszuhalten war, führte der Oberlehrer Dr. Jacob,ein anregender vielseitig gebildeter Philologe aus Schulpforta, seinePrimaner oder Secundaner in diese mittelalterliche Stoa, wo die Schülerauf den steinernen Sitzen zwischen den gothischen Bogen, so gut esging Platz nahmen, um unter der Leitung ihres gehebten Lehrers einengriechischen oder lateinischen Schriftsteller zu interpretircn.