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Einem jungen Manne wurde gesagt, seine Mutter wäre eine Hexe. Erwollte aufpassen, ob es wahr wäre, und in der Mainacht mußte ihm die Mutterbeider Grützemühle leuchten. Da wurde sie auf einmal zu einem Weidenbaum.—Der Sohn legte sich auf den Stall und paßte auf, wann seine Mutter wiederkäme. Da kamen eine Menge Hexen, auf Kälbern und Gösseln angeritten,mit Musik ins Haus, und tanzten. Der Teufel, ihr Oberster, sagte: »Es sindzwei Augen zu viel da; soll ich sie auspusten?« Die Frau sagte: »Nein« —weil sie meinte, es wäre nur das kleine Kind.
Ehe sie weggingen, mußte jede geloben, etwas Böses zu thun. Die Frausagte: »Wenn ihres Sohnes Frau auf der Diele beim Buttern das Kind wiegte,so wollte sie als alte Sau die Wiege umstoßen, daß das Kind den Arm bräche.«Den andern Tag sagte der Mann zu seiner Frau, sie sollte buttern, obwohlsie erst den Tag vorher gebuttert hatte. Die Alte ging auf der Diele hin,und gleich darauf kam eine alte Sau und warf die Wiege um, daß das Kindheraus fiel und den einen Arm brach. Der Sohn nahm einen dicken Knüppelund schlug der Sau zwischen die Ohren, daß Blut floß; und weil er ihr Blutgelöst hatte, so stand mit einem Mal die Alte da. Da sah der Sohn wohl,daß seine Mutter eine Hexe war; er zeigte sie an, und sie wurde verbrannt.
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Einem Kranken sollte das Abendmahl gebracht werden. Der Pastorsagte dem Küster, er sollte nur voraufgehen; er, der Pastor, würde gleichnachkommen. Als der Küster nun auf dem Wege war, begegnete ihm derPastor schon, als käme er von dem Kranken zurück. Der Küster sah es ganzgenau: es war sein Schimmel und sein Mantel, und lautlos ritt der Pastoran ihm vorüber. Dem Küster ging ein Schauder über den Rücken, doch erging weiter zu dem Kranken. Da kam der Pastor auch bald hin, und siegaben dem Kranken das heilige Abendmahl. Als sie dann weggingen, erzählteder Küster dem Pastor: an der und der Stelle wäre er ihm vorhin schonbegegnet. Als sie an der Stelle waren, kam ihnen wieder der Reiter entgegen,dem Pastor sein Ebenbild. Da rief ihn der Pastor an: »Teufel! Was thustdu in meiner Gestalt?« Sprach der Teufel: »So lange du den Mantel da trägst,der auf den heiligen Christabend genäht ist, so lange habe ich auch Gewalt, indeiner Gestalt zu gehen.« — Da ritt der Pastor schnell nach Hause, machte einFeuer an und verbrannte den Mantel; und von der Zeit an nahm der Pastorden Schneider immer ins Haus, dann wußte er, daß sein Zeug nicht an einemheiligen Tage gearbeitet wurde.
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