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Friederike Büsching hat mir erzählt, daß mal ein Wucherer gewesensei, der habe, als er krank geworden, sein Geld unter dem Kopfkissen ver-wahrt. Als nun seine Sterbestunde gekommen, befiel ihn eine fürchterlicheAngst, so daß er dem viel Geld bot, der es wagen würde, die erste Nachtnach seinem Tode bei seinem Grabe zu wachen. Aber keiner wollte es thun,bis endlich ein ganz armer Mann kam, der versprach es. Als nun der Wucherergestorben und begraben war, setzte sich der arme Mann an das Grab in einenKreis, den er da gezogen hatte. Mit dem Schlage zwölf kam der Teufel,der hatte einen grünen Rock an. Er grub das Grab auf, nahm den Todtenaus dem Sarge und zog ihm das Fell vom Kopfe; als er das gethan undnun die Leiche wieder einscharrte, zog der arme Mann das Kopffell leise inseinen Kreis. Als nun der Teufel die Haut nehmen wollte und sah, daß sieder Mann in den Kreis gezogen hatte, flog er in feuriger Gestalt durch dieLuft davon. — Es wird nun erzählt, daß der Teufel die Kopfhaut aufpustenund eine Blase davon machen wollte, dann muß der Geist zwischen Himmelund Erde spuken gehen. So aber wurde sie dem Todten wieder in denSarg gelegt, daß er Ruhe hatte. —
Von einem andern Wucherer und einer armen Frau wird eine ähnlicheGeschichte erzählt: der Mann wird in der Kirche unter dem Altar begraben;die Frau setzt sich in einen Kreis; um zwölf tritt eine Schaar schwarzerMänner herein, die ziehen ihn aus, um ihm das Fell abzuziehen; da rafft dieFrau einen Strumpf in den Kreis. Dadurch verlieren die Geister ihre Machtüber den Todten. Die Frau aber ist schwer erkrankt.
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In Steinhude soll einmal eine reiche, reiche Frau gewesen sein; als diezum Sterben kam, fragte sie den Pastor: ob er wohl glaubte, daß sie ihrGeld in jene Welt mitnehmen könnte und da auch reich und vornehm wäre?Da hat der Pastor gesagt: »Das wäre nicht möglich; sie sollte lieber an ihrerSeelen Seligkeit denken!« Darüber ist die Frau in großen Zorn gekommen,weil das Gold ihr Alles war, und sie hat geschrieen: »Scher dich aus meinemHause, du Pfaff! Du lügst! Du lügst!« Sie hat dann ihren Dienern strengbefohlen, ihr, wenn sie sterben sollte, das Gold mit in den Sarg zu geben.Das haben sie denn auch gethan und es ihr im Sarge unter den Kopf gelegt.Als nun am Morgen die Träger auf die Hausflur traten, den Sarg zu schliessen,saß da zu Häupten der todten Frau ein schwarzes Hündlein, das schöpfte auseinem Tiegel das geschmolzene Gold und goß es ihr mit einem Löffel inden Mund. Da haben die Leute rasch den Sargdeckel zugeklappt und dieLeiche fortgetragen. Das Hündlein wird aber wohl der Teufel gewesen sein.
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