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In einem Hause wohnten Zwerge unter dem Gossenstein in der Küche.Das Dienstmädchen goß immer das schmutzige Wasser hindurch und ver-brannte die ausgekämmten Haare. Eines Tages wurde sie zur Zwergenkind-taufe geladen, und der Pastor, den sie um Rath fragte, sagte ihr, sie dürftewohl hingehen, sollte aber nichts essen, was die Zwerge nicht selber an-rührten und ihr geben würden. Als sie zu Tische saßen, sah das Mädchenauf einmal einen schweren Stein an einem seidenen Faden über ihrem Kopfehangen. Da sprach der Zwerg zu ihr: »Wie dieser Stein, so hängt deinLeben an einem seidenen Faden, hättest du etwas gegessen, ohne daß iches angerührt, so wär's dein Tod gewesen. Auch mußt du mir versprechen,kein schmutziges Spülwasser mehr durch den Gossenstein zu schütten oderdie Haare zu sengen, sonst wird dir's schlimm ergehen.« Das hat dasMädchen versprochen, und als es fortgegangen, haben ihm die Zwerge Ho-belspäne mitgegeben, die sind nachher zu Gold geworden.
28.
Unter einem Pferdestall hatten schon seit langen Jahren Zwerge ihreWohnung, und alles war gut gegangen, und es wäre auch wohl so geblieben,wenn nicht der Bauer den alten Runen (Wallach) gekauft und auch in den Stallgestellt hätte. Schon den nächsten Morgen kam der Vater Zwerg und beklagtesich, daß der alte Rune gerade über der Schlafkammer der Kinder stünde;denen liefe jetzt die Jauche immer ins Bett hinein, ob sich denn das nichtändern ließe? Aber der Bauer, so oft er auch gebeten wurde, hatte allerleiAusreden. Der alte Rune blieb stehen, wo er stand. Auf das hin sind dieZwerge eines Nachts verschwunden und mit ihnen das Glück und der Wohl-stand des Hauses.
29.
Es findet sich in manchen Häusern ein Snakenkönig; davon erzählt manwie er mit dem Kinde gespielt und dies in seinem Kinderkauderwelsch mitihm gesprochen habe. — Läßt man ihn in Ruhe, so legt er jedes Jahr seineKrone ab, die hat großen Geldeswerth. — Sind die Snaken in Noth, sogeben sie einen Pfiff von sich, dann kommen die andern zur Hülfe herbei.—Hat man das Glück, einen Snakenkönig mit der Krone anzutreffen, so mußman ein weißes Tuch auf den Rasen breiten, dann legt er seine Krone da-rauf. Sie ist von reinstem Golde und hat die Eigenschaft, daß, wenn man
*) Vergl. Volksmärchen Nr. 13.126