wieder und pflügt seinen Acker. Ein Verwandter sieht ihn dabei, will ihmausweichen, kann's aber nicht mehr. Der Verstorbene bittet, daß er ihn er-löse ; das kann er, wenn er in der folgenden Nacht*) mit seinen Pferden ihmpflügen hilft. Der Pastor, dem er das erzählt, warnt ihn vor dem Geist; eraber geht doch hin, und am andern Morgen finden sie den Mann und diePferde todt an dem Acker liegen. Der Geist jedoch ist erlöst.
18.
Eine Frau kommt jede Nacht wieder und reitet die Pferde und plagtsie gewaltig. Dem Pater, der gerufen wird, wirft sie vor, daß er selbst Sündegethan hätte; er hätte eine Roggenähre mit der Beinspange an seiner Hoseabgerissen. Der Pater antwortet: die hätte er bezahlt; er hätte einen Sechseran die Stelle gelegt. — Nun wird der Geist auf einen Wagen gebetet undes wird ihm mitgegeben: ein alter Kessel mit einem Loch, ein Eimer ohneBoden zum Schöpfen und ein hölzernes Beil. Die Frau darf nicht eher wiederkommen, als bis sie mit dem Eimer den Kessel voll Wasser gefüllt und mitder hölzernen Barte das Holz beim Ellernbruche (bei Wiedensahl) abgehauen hat.
Später kommt einmal ein Mann da vorbei; er findet den Kessel undnimmt ihn mit. Der Geist würde ihn schon da gefaßt und umgebracht haben,wenn er nicht ein Gewisses bei sich getragen hätte, was er bei sich trug.Zu Hause wurde er aber doch so lange böse geplagt, bis er den Kessel wiederan Ort und Stelle brachte, wo er ihn gefunden hatte. Der Mann vermaß sichnachher, er wollte nie wieder einen alten Kessel mitnehmen, wo er ihn fände.
IQ.
Eine Magd giebt den Armen im Dorfe Milch. Die Frau schilt darüber.Als sie gestorben ist, wird die Sau im Stalle nackt und mager, kann zuletztnicht mehr aufstehen und steckt die Nase immer in den Mist. Sie passenauf, wie das zugeht, und Nachts kommt die Frau und reitet die Sau. Siekann erlöst werden, wenn die Armen ihr ein »Gott lohn's!« schenken; dassoll die Magd ihr verschaffen und ihr die Hand darauf geben. Die Magdthut es, wickelt aber vorsichtig ihre Schürze um die Hand; die Schürze ver-brennt zu Usel, als die Todte sie anfaßt.
20.
Es war mal ein altes Weib, das ging oft in die Kirche und sang auchim Hause immer fromme Lieder. Die Magd bemerkte aber, daß sie immerso viel Butter und auch allerlei Essen kriegte, ohne daß das Mädchen wußte,wo das alles herkam. Sie ging darum an's Gericht und zeigte es an. Als
*) Nach einer anderen Erzählung: am Festtagmorgen vor Sonnenaufgang.