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Ut oler Welt : Volksmärchen, Sagen, Volkslieder u. Reime
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der aber und ging weg. Als er an die Stiege kam, wurde es mit einem Maleso dunkel und regnicht, daß er gar nichts mehr sehen konnte; da rief es auchschon: »Guden Abend! Guden Abend!« und er konnte die Stiege nicht rinden,er kam zur Seite an den Hagen, an die Hucht, die da stand, zu grabbeln,dann wieder vor die Stiege. Da rief es wieder: »Guden Abend! Guden Abend!«»Dank lieft!« gab er zur Antwort, »eck wünsche di un mi de ewige Seligkeit!«»Up dat woord hew eck nu all hundert jähr 'elurt!« rief der Gutenabend.Dann ward es still, und der Borsteler Meier fand die Stiege und kam glück-lich nach Hause. Er erzählte nachher, dabei wäre ihm aber mal schnell seinRausch von der Nase gegangen, das könnte er einem versichern. — Darnachhat sich der Gutenabend nie wieder vernehmen lassen.

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In Schlüsselburg lebten zwei Brüder. Als der eine starb, mußte derandere ihm, da er auf dem Sterbebette lag, versprechen, seine zurückgelasseneBraut zu heirathen. Der Überlebende aber erfüllte dies Versprechen nicht.Da kam der Todte in jeder Nacht wieder und zeigte sich auf dem Hausbodenund rief: »Fritz soll Gerke hebben!« Fritz ging zum Pastor; der rieth ihm,den Geist anzureden, wenn er wieder erschiene. Er that es in der nächstenNacht; da antwortete der Geist: »Es wird keine Ehe auf Erden gemacht,sie wird zuvor im Himmel erdacht.« Dann sollte Fritz ihm noch einmal ver-sprechen, daß er die Gerke nehmen wollte, und sollte ihm die Hand daraufgeben. Da reichte er dem Geist einen Besenstiel, der wurde ganz schwarz.

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In Rewelingen Haus in Schlüsselburg stehen einmal in den Zwölften(Weihnachten bis Heiligen drei Könige) die beiden gegenüber liegenden Seiten-thüren offen; dazwischen liegt der Feuerheerd. Da geht es plötzlich: »Kiff, kaff!Kiff, kaff!« Hackelberg zieht mit dem wilden Heer hindurch und läßt einenHund zurück, der bleibt das ganze Jahr da und frißt nichts als Usel*). DerHund liegt immer am Heerde, dicht am Feuer, und das Jahr drauf wird ervon Hackelberg wieder mitgenommen. (Ähnliches wird von drei verschiedenenHäusern in Wiedensahl erzählt; sie sind gleich darnach abgebrannt. — Deshalbist es noch heute in manchen Häusern Gebrauch, in den Zwölften die Seiten-thüren fest zu schließen, sobald es Abend wird.)

H-

In Wiedensahl will eine Frau an einem Sommermorgen den Grasmähern

*) Asche. Usel nannte man besonders die verkohlte Leinwand in den Zunderbüchsenund den alten Küchenfeuerzeugen für Stahl und Stein. W. B.

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