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Ut oler Welt : Volksmärchen, Sagen, Volkslieder u. Reime
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sprechen: »Aber hagen un tüne.« Dann ziehen sie zum Fenster hinaus.Der Bursche will sehen, wo sie bleiben, maclits auch so wie sie, versieht sichaber und sagt: »Dör hagen un tüne.« So muß er durch alle Hecken hin-durch und kommt ganz zerrissen bei der Hexenversammlung an. SeineGeliebte sagt ihm, daß er nichts mitnehmen dürfe als was man ihm gäbe.Es geht lustig her, sie tanzen und trinken Wein und der Bursche bekommtein Weinglas mit goldenem Fuß, das steckt er ein.*) Als alles vorbei ist,erhält jedes ein Thier zum Nachhausereiten. Der Junge kriegt ein jährigesKalb, und es wird ihm gesagt, was auch geschieht, er darf unterwegs bei Leibenicht sprechen. Sie kommen an einen großen Fluß; das Kalb springt in einemSatze hinüber. Da sagt der Junge erstaunt und verwundert: »Das war einSprung für ein jährig Kalb!« Im selben Augenblick fällt er zur Erde undbleibt ganz betäubt liegen; das Weinglas in seiner Tasche ist zum Pferdefußgeworden. Er muß zwei Jahre wandern, ehe er wieder in seine Heimath kommt.

6.

Friederike Büsching hat diese Geschichte selbst erlebt und mir erzählt:Als sie noch ein Kind war, ging sie eines Abends zu Leuten, um da Zichorienzerschneiden zu helfen. Es war eine ganze Gesellschaft versammelt. Ein alterKerl, der mit im Hause wohnte, kam auch herein und sagte, er wolle ihrauch was schenken, weil sie am fleißigsten wäre. So gab er ihr zwei Senf-birnen, und sie davon. Ein Junge, der bei ihr saß, stieß sie mit demEllenbogen an und sagte, sie sollte nicht davon essen, das würde ihr nichtgut bekommen; und als sie ihm eine Birne abgab, biß er erst dreimal wasdavon und spuckte jedesmal das Stück weg. Dann er die Birne. Als sienach Hause kam, wurde sie krank, daß sie sich nicht zu helfen wußte; als siees dem Pastor erzählte, sagte der, das wäre dummes Zeug. Da wurde nachVerden zu einem Manne geschickt, der so was kannte und gleich sah, wo'sfehlte. Er schickte ihr etwas zum Einnehmen, und sie mußte schrecklichwürgen und brachte mit vieler Mühe eine Kielpogge (Eidechse) heraus; diesaß da vor ihr auf dem Bette und sah sie so recht grall an, als wenn siesagen wollte: »Wie gefalle ich dir?« dann huckte sie vom Bette hinunter undwar unter der Bettsponde verschwunden. Danach mußte sie noch eine ganzeMenge Kielpoggen von sich geben, worauf es besser mit ihr wurde. DemJungen hatte die Birne nicht geschadet, weil er drei Stücke davon abgebissenund ausgespieen hatte.

*) Nach einer anderen Erzählung setzt der Junge sich auf einen Baum und sieht zu, wasgeschieht. Da wird die Braut geschlachtet und verzehrt. Der Junge nimmt sich heimlich eineRippe weg. Als die Hexen mit Essen fertig sind, sammeln sie die Knochen wieder zusammen.Da fehlt eine Rippe, die können sie nicht finden; sie sagen: »Wenn auch eine Rippe fehlt,darum können wir das Mädchen nicht todt lassen« und machen es so wieder lebendig.

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