nach so heirathete der Junge die königliche Prinzessin. Der treulose alte Generalwurde abtr zur Strafe von vier Ochsen mitten auseinandergerissen.
29. Der Schmied und der Pfaffe.
Es war ein loser Pfaff, der hatte dem Schmied seine Frau gern und sieihn; weil aber die beiden bange waren, daß der Mann etwas merken thäte, sosann der Pfaff einen Streich aus, wie er den Schmied könnte von da weg-schaffen. Darum so ging der Pfaff zum Edelmann und sprach: »Ihr habt dain Eurem Dorf einen sehr kunstreichen Schmied, der kann machen was erwill; und ist seine Kunst so groß, daß er Euch in einer Nacht ein Schloßauf den Hof baut; aber Ihr müßt es ihm befehlen bei Leib und Leben, sonstthut ers nicht.« Da ließ der Edelmann den Schmied vor sich kommen undsprach: »Ich habe so viel von deiner Kunst reden hören, daß ich dich einmalauf die Probe stellen will; so baue mir denn ein Schloß auf meinen Hof, aberin einer Nacht mußt du damit fertig sein.« »Ach Gott, Herr,« sprach derSchmied; »das ist ja nicht möglich, das kann und kann ich nicht.« »Ich sagedir,« rief der Edelmann, »ist morgen früh das Schloß nicht fertig, so lasseich dich aufhängen, ohne Gnade und Barmherzigkeit.« Da ging der Schmiedganz traurig fort und nach Hause zu seiner Frau. »Ach Frau,« sagte er,»ich soll dem Edelmann noch in dieser Nacht ein Schloß bauen, und wennich das nicht fertigbringe, so muß ich sterben.« »Da ist kein anderer Rath,«sprach die Frau, »als du mußt fort und das diesen Abend noch.« »Ja,« sagteer; »ehe ich so mein Leben lasse, will ich lieber fortwandern, so weit michmeine Füße tragen wollen.« So schnürte er denn in der Eile sein Bündel,nahm traurig von seiner Frau Abschied und ging weg und gedachte niemalswieder zu kommen. Das wars, was der Pfaff und die Frau eben gewollthatten.
Mit Anbruch der Nacht kam der Schmied in einen Wald; da begegneteihm ein grauer Mann, der redete ihn an und fragte: »Wohin mein lieberSchmied?« »Ach!« sagte der Schmied; »ich sollte noch in dieser Nacht demEdelmann ein Schloß bauen, das hat er mir befohlen bei Todesstrafe; undweil ich das nicht kann, so will ich nun gehen, so weit mich meine Füßetragen können.« »Geh nur wieder nach Hause,« sprach der graue Mann;»ich will es schon für dich ausrichten; morgen früh zur rechten Zeit soll dasSchloß fertig sein.« Da kehrte der Schmied wieder um und ging nach Hausezu seiner Frau. Die Frau wollte gerade hin und den Pfaffen holen, und alssie nun auf einmal ihren Mann wieder ankommen sah, rief sie ganz verwundert;»Ach Gott, Mann, kommst du schon wieder; wie will das nun werden, wennmorgen früh das Schloß nicht fertig ist.« »Es mag nun kommen wie es will,«sprach der Schmied, »aber ich kann und kann es nicht aushalten, von
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