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Ut oler Welt : Volksmärchen, Sagen, Volkslieder u. Reime
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denn?« »Ich heiße Hans!« sprach der Bursche. »Dann geh nur mit mir«,sagte der Bauer; »so einen habe ich grade gesucht« und nahm den Burschen,der kein Dummer war, mit sich nach Hause und in seinen Dienst.

Des Bauern Frau hielt es aber mit dem Pastor und gab ihm immer dasbeste Essen und Trinken, was sie nur im Hause hatte; und eines Abends,als der Bauer nicht zu Hause war, hörte der Knecht in der Küche was flüstern;da legte er sein Ohr an die Thür und horchte und hörte, daß der Pastor mitdes Bauers Frau darinnen war. Sprach der Pastor: »Ihr habt da einen neuenKnecht gekriegt; wenn der nur nichts merkt.« »Ach, nein,« sagte die Frau,»der sieht mir nicht aus, als wenn er einer von den klügsten wäre. Darum, wennmein Mann und der Knecht morgen früh zum Pflügen ins Feld ziehen, sokommt nur her; wenn es dann noth thut, so könnt Ihr Euch ja schnell da in diealte Lade verstecken.« Da hatte der Knecht genug gehört und schlich sichleise davon.

Den andern Morgen zog der Bauer mit seinem Knechte Hans zumPflügen in das Feld hinaus ; aber der Knecht hatte vorher heimlich den Pflugso verkeilt, daß nichts damit anzufangen war. Sprach der Bauer: »Ich weißgar nicht, was das heute mit dem Pfluge ist; lauf doch mal schnell nachHause, Hans, und hole mir die Barte, daß ich den Pflug wieder in Ordnungbringen kann.« Da lief der Knecht schnell fort, und als er vor das Hauskam, so war es fest zu. Er klopfte »Bum! Bum!« Da hörte er wie die alteLade rappelte und die Bauersfrau rief von innen: »Wer ist da?« »Ich bins.«»Was willst du denn?« »Ich will die Barte holen.« »Die will ich dir schonherausreichen.« »Nein!« sprach der Knecht, »unser Herr hat gesagt, ich sollteerst die alte Lade verkaufen, die in der Küche steht.« Nun mußte die Frauwohl aufmachen; der Knecht aber setzte die Lade auf einen Schubkarren undfuhr damit vor dem Pastor sein Haus, da guckte die Frau Pastorin gerade zumFenster heraus. »Wollt Ihr nicht eine Lade kaufen?« fragte der Knecht.»Was soll sie denn kosten?« »Fünfundzwanzig Thaler.« »Das ist zuviel, dasgeb ich nicht dafür« »Gut«, sprach der Knecht; »so muß ich sehen, daß icheinen anderen Käufer finde.« Da rief der Pastor vor Angst in der Lade:»Frau, kauf sie nur, Frau, kauf sie nur!« und die Frau mußte nun dem Hansdie fünfundzwanzig Thaler geben. Damit ging er fort, holte die Barte undkam wieder auf das Feld zu seinem Herrn. »Das hat ja lange gedauert«,sprach der Bauer. »Seid nur zufrieden, Herr!« sagte Hans; »ich habe erstEure alte Lade verkauft, dafür habe ich fünfundzwanzig Thaler gekriegt. Hiersind sie.« »Junge,« rief der Bauer voller Freude; »dann sollst du auchfünf abhaben«, und gab ihm von dem Gelde fünf Thaler ab.

Den Abend ging der Bauer ins Wirthshaus. Da hörte der Knecht, daßin der Küche wieder ein Geflüster war, legte sein Ohr an die Thür und horchte,und es war wieder der Pastor, der heimlich zur Hinterthür hereingekommen

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