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Ut oler Welt : Volksmärchen, Sagen, Volkslieder u. Reime
Entstehung
Seite
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Auf dem Berge lagen aber viele viele Steine, die begoß das Mädchenmit dem Wasser des Lebens, und da wurden sie auf einmal lebendig undwaren auch des Mädchens Brüder dabei, und es entstand da, als das Mädchennoch immer mehr Steine mit dem Wasser begoß, ein groß Gewühl von Menschen,die zogen nun alle in Scharen singend den Berg hinab.

Die beiden Brüder und ihre Schwester gingen nun wieder miteinanderin ihre Heimath und als sie zu Hause angekommen waren, sprach der Vogelder Wahrheit, sie sollten ein Mahl bereiten und den König zu Gaste ladenDa sagten die Kinder: »Wie können wir den König zu Gaste bitten und habendoch keine Speise, die für einen König schicklich ist?« Sprach der Vogel:wenn sie in jede Schüssel ein Stückchen von dem Apfel Sina legten, sowürden die Speisen von selber kommen. Da thaten die Kinder, wie derVogel gesagt hatte, und luden den König zu Gaste, und als er kam und dieSchüsseln aufgedeckt wurden, da waren die köstlichsten Speisen darin.

Während dem, daß sie zu Tische saßen, fing der Vogel zu sprechen anund fragte den König, ob er denn wohl wüßte, mit wem er da zu Tischesäße? Sprach der König: »Es sind die Kinder eines Gärtners.« »Nein,«sagte der Vogel, »es sind deine eigenen Kinder.« Und da erzählte er dem Könige,wie sich alles so zugetragen hatte, und daß die Königin unschuldig zum Todeverurtheilt wäre, daß ihr die neidische Schwester die beiden ersten Male zweikleine Wölpen und das dritte Mal eine Katze ins Bett gelegt hätte und daßdie Kinder vor der Stirn einen goldenen Stern trügen. Als ihnen der Könignun die Pechpflaster vor dem Kopfe wegnehmen ließ, so kamen die Sternezum Vorschein. Da war die Freude groß, und that es dem Könige nur leid,daß die arme Königin das alles nicht auch mit erleben konnte. Da sprachder Vogel der Wahrheit, sie sollten ihr nur von dem Wasser des Lebensbringen, so würde sie wieder lebendig werden. Das thaten sie, und von demWasser kam sie auch wieder ins Leben zurück, und da hielt der König zumzweiten Male Hochzeit mit ihr.

26. Der kluge Knecht.

Ein Bauer sprach zu seiner Frau: »Nun will ich zu Markte und mir einenneuen Knecht mieten; aber Hans muß er heißen, sonst nehm ich ihn nicht.«Und als er nun auf den Markt kam, so begegnete ihm gleich einer, der fragte,°b er keinen Knecht nötig hätte? »Ja,« sagte der Bauer; »aber wie heißtdu denn?« »Ich heiße Kurt,« sprach der Bursche. »Dann kann ich dichnicht gebrauchen,« sagte der Bauer; »mein Knecht muß Hans heißen, sonstnehm ich ihn nicht.« Da ging der Bursche weg, zog sich andere Kleider anund trat dem Bauern zum zweiten Male in den Weg. »Habt Ihr nicht einenKnecht nöthig?« fragte er ihn. »O ja«, sagte der Bauer; »aber wie heißt du

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