geschehen. Indem, so kam der Mann der alten Hexe herzugelaufen, fandaber nur einen schönen Gemüsegarten, und einen alten Mann mit langemBarte darin, den fragte er, ob er nicht da eben zwei hätte vorbeilaufen sehen!»Gelbe Wurzeln«, sagte der alte Mann. »Ich meine«, schrie ihm der anderezu, »ob Ihr nicht gesehen habt, wo die zwei Leute hingelaufen sind, die hiereben vorbeigekommen sein müssen!« »Gelbe Wurzeln«, sagte der alte Mann.Da fragte der andere zum dritten Male und schrie noch lauter als vorher,aber der alte Mann sagte wieder »GelbeWurzeln«. »Hier ist nichts zu machen«,dachte der Mann der Hexe, »ich will nur wieder zu Hause gehen.« Damittrollte er sich heim zu seinem alten Weibe.
Als Jettchen sah, daß der Kerl fort war, wünschte sie sich und Johannwieder in ihre natürliche Gestalt; dann liefen sie weiter und kamen glücklichüber die Grenze, wo das Gebiet der Hexe aufhörte, so daß sie ihnen nichtsmehr anhaben konnte.
Nicht lange darnach kamen sie an Johann sein Schloß. Da sprach derKönigssohn zu dem Mädchen: »Es möchte meinen Eltern nicht recht sein,wenn ich dich so ohne weiteres mitbrächte; darum will ich erst mal alleinzu ihnen gehen; es soll aber nicht lange dauern, so hole ich dich auch herein.«Da setzte sich Jettchen auf einen breiten Stein, der vor dem Schlosse lag undwartete, daß der Königssohn wiederkäme und sie abholte. Als der aber hin-ein zu seinen Eltern kam, vergaß er das Mädchen und ließ es draußen aufdem Steine sitzen und dachte nicht mehr daran.
Über eine Zeit trug es sich zu, daß der Königssohn sein Fenster offenließ, da flog eine weiße Taube herein, die rief:
»Johann hat Jettchen vergessenAuf einem breiten Stein.«Und als er die Worte hörte, da fiel ihm auf einmal alles wieder ein, was ervergessen hatte, wie das Mädchen so gut gegen ihn gewesen war und daßer sie so treulos hatte sitzen lassen. Er hatte auch nicht eher Ruhe, bis erauszog, das Mädchen aufzusuchen.
Lange Zeit mußte er wandern, da kam er endlich an Jettchen ihr Schloß,das von der Hexe war verwünscht worden. Es war gerade Mittag, und umdie Zeit hatten die drei Riesen eine Stunde Frist, wo sie nicht zu werfenbrauchten, so daß der Königssohn ungehindert in das Schloß gehen konnte.In dem Schlosse war aber alles ganz still und leer; nur ein alter Mann saßdarin, der hatte die Hand an die Wange gelegt und schlief, und vor demFenster, dastand eine einzige wunderschöne Blume; und als der Königssohnhereintrat, da schlug der alte Mann die Augen auf und sagte: »Vergiß dasBeste nicht!« »Das Beste, was hier zu finden ist, wird wohl die schöneBlume sein,« dachte der Königssohn, nahm sie und wollte wieder aus demSchlosse gehen. Da waren aber die drei Riesen schon wieder dabei und warfen
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