es ein Fuchs und ein Hecht waren, die hatten einer den andern halb ein-geschluckt. »Ei,« dachte der Bauer, »das ist doch lustig; das wäre ein Spaßfür den König; wenn du die zwei so zum König brächtest, so würde er dirgewiß ein gutes Trinkgeld geben.« Der Bauer, der kein Dummer war, fingsich den Fuchs und den Hecht, steckte sie in einen Sack und brachte sie,w eil sie nicht von einander loskommen konnten, in dieser drolligen Lage zudes Königs Schloß. »Wohin?« rief die Schildwache, welche den Bauern inseinem schlechten Zeuge nicht durchlassen .wollte. »Ich will dem König einenFuchs und einen Hecht bringen, die haben sich einander halb eingeschluckt.«»Wenn das ist,« sagte die Schildwache, »so geh nur hinein, da wird dir derKönig gewiß ein gutes Trinkgeld geben; aber gieb mir auch was ab.« »Rechtgern,« antwortete der Bauer, »du sollst die Hälfte abhaben.« Wie er nunweiter ging, so stand da noch eine Schildwache, die wollte ihn auch nichtdurchlassen; als er ihr aber die Hälfte seines Trinkgeldes versprach, ließ sie! hn hineingehen.
Der König saß gerade mit seinen Herren und Damen zu Tische; derBauer klopfte an und der König rief herein! Da ging der Bauer in die Stube,th at sein Sack auf und sagte, »daß er ihm da wohl einen Fuchs und einenHecht bringen wollte, die hätten sich halb eingeschluckt.« So was hatte nunder König in seinem Leben noch nicht gesehen, und auch alle die Hofleutenic ht, darum mußten sie herzlich darüber lachen. »Hier, Bauer,« sagte derKö nig, und schenkte ihm ein Glas Wein ein, »hier trinke Er erst mal, dennder Weg ist Ihm doch gewiß sauer geworden.« »Mit Verlaub, Herr König,«antwortete der Bauer; »von den Beestern da sind mir die Hände so naßu nd dreckig geworden, daß ich mich wohl erst ein bischen abtrocknen möchte.«Da rief der König gleich eins von den jungen Hoffräulein und sagte: »He!Jungfer! Hole sie doch dem Manne mal ein*"Handtuch; sie weiß ja wohl, inme iner Kammer gleich rechts hinter der Thür, da hängt eins am Haken.« So-£ le ich ist das Fräulein hingelaufen, und als sie wiederkam, hatte sie das Hand-tuch über die Schulter gehängt; da faßte der Bauer den einen Zipfel, trocknetese ine Hände daran ab und trank das Glas Wein aus, was ihm der König ein-geschenkt hatte.
»Mein lieber Freund,« sprach nun der König, »mit den beiden Thierenha t er mir ein großes Vergnügen gemacht; nun bitte er sich auch eine Gnadeaus.« »Wenn Ihr mir was schenken wollt, Herr König,« antwortete der Bauer,>>so gebt mir hundert Stockprügel.« »Gut,« sprach lachend der König, »wenn'sLeiter nichts ist, die sollen ihm gleich ausbezahlt werden.« »Mit Verlaub,«sa gte der Bauer; »ich darf sie nicht mehr annehmen, denn vorhin habe ichSle schon an Eure beiden Schildwachen verschenkt, die da unten im Hofest ehen.« Über diesen Einfall des Bauern mußte der König herzlich lachenUn d sprach: »Er ist ein drolliger Gesell, das muß ich sagen, darum bitte er
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