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Ut oler Welt : Volksmärchen, Sagen, Volkslieder u. Reime
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sie in der Frauen Bett und band ihr ein Tuch um den Kopf, als ob sie krankwäre, so daß sie der Mann nicht erkennen konnte, als er kam, seine Frauzu besuchen.

Als es nun Abend ward und die Magd allein in der Küche war, kamauf dem Teich her eine Ente angeschwommen, die schnatterte vor demGossensteine wie Enten thun: »Niep, Niep! Natt, Natt!« und dann fing sieordentlich an zu sprechen:

»Weint mein liebes Kind auch noch ?

Weint mein lieber Mann auch noch ?

Singen meine Vögel auch noch ?

Klingen meine Glocken auch noch?«Da antwortete die Magd:

»Eure Glocken klingen nicht,

Eure Vöglein singen nicht,

Euer Mann und Kind die weinen.«Darauf ist die Ente wieder weggeschwommen. — Den zweiten Abendkam sie wieder, steckte den Kopf durch das Gossenloch und schnatterte ganzbetrübt: »Niep, Niep! Natt, Natt!« und dann fing sie an zu sprechen:

»Weint mein liebes Kind auch noch?

Weint mein lieber Mann auch noch ?

Singen meine Vögel auch noch ?

Klingen meine Glocken auch noch ?«Und die Magd antwortete:

»Eure Glocken klingen nicht,

Eure Vöglein singen nicht,

Euer Mann und Kind die weinen.«Darauf sprach die Ente: »Nun komme ich noch ein einziges Mal; dannfasse mich und haue mir den Kopf ab, so bin ich erlöst,« und schwammfort. Das alles erzählte die Magd ihrem Herrn, der sagte: »Wenn diearme Ente so erlöst werden kann, so mußt du es thun.« Als nun dieEnte den dritten Abend wieder den Kopf durch das Gossenloch steckte,faßte die Magd ein Beil und hieb ihn ab; in demselben Augenblicke, dadas Blut floß, wich der Zauber; die Frau war erlöst und ging zu ihremManne; der freute sich, daß er seine liebe Frau wieder hatte, denn sie er-zählte ihm, wie das alles so gekommen und welcher großen Gefahr sie ent-gangen war.

Der Jäger, der nun wußte, was die Stiefmutter für ein böses Weib war,ließ sich nichts merken, sondern sann, wie er sich am besten an ihr rächenkönnte. Auf den andern Abend lud er eine große Gesellschaft; doch mußteseine Frau noch zurückbleiben. Wie sie nun alle zu Tische saßen, stand derJäger auf und fragte, was sie wohl meinten, daß der Mutter geschehen müßte,

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