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Ut oler Welt : Volksmärchen, Sagen, Volkslieder u. Reime
Entstehung
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hat; die plattdeutschen Laute sind möglichst genau in der Form wieder-gegeben, wie sie im Korrespondenzblatt gedruckt vorliegen. Die hochdeutscheFassung einzelner zunächst plattdeutsch überlieferter Stücke rührt natürlich vonmeinem Onkel her.

Zu den mit abgedruckten Zeichnungen haben die Märchen- und Sagen-stoffe die unmittelbare Anregung gegeben, wie schon aus Skizzenbüchern derfünfziger Jahre zu ersehen ist. Das leider nur im Entwurf angefertigte Titel-blatt und die Bleifederzeichnung »Bremer Stadtmusikanten« sind hier zumersten Mal veröffentlicht; die anderen drei Feder- und Tusch-Zeichnungensind schon in dem Prachtwerk »Wilhelm Busch's künstlerischer Nachlaß« er-schienen und werden hier mit Genehmigung der Hofkunstanstalt Franz Hanf-staengl in München reproduziert.

Mein Onkel selbst hat sich verschiedentlich zu der Sammlung dieserMärchen und Sagen geäußert. So schreibt er 1893 in der kurzen Selbst-biographie »Von mir über mich«:

»Nach Antwerpen hielt ich mich in der Heimath auf.Was damals die Leute ut 61er weit erzählten, sucht ich mir fleißig zumerken, doch wußte ich leider zu wenig, um zu wissen, was darunter wissen-schaftlich bemerkenswerth ist. Das Vorspuken eines demnächstigen Feuershieß : wabern. Den Wirbelwind, der auf der Landstraße den Staub auftrichtert,nannte man warwind; es sitzt eine Hexe drin. Übrigens hörte ich, seit der»alte Fritz« das Hexen verboten hätte, müßten sich die Hexen überhaupt sehrin Acht nehmen mit ihrer Kunst.

Am meisten wußte ein alter stiller für gewöhnlich wortkarger Mann.Einsam saß er abends im Dunkeln. Klopft ich ans Fenster, so steckte er freudigden Thrankrüsel an. In der Ofenecke stand sein Sorgensitz. Rechts von derWand langte er sich die sinnreich senkrecht im Kattunbeutel hängende kurzePfeife, links vom Ofen den Topf voll heimischen Tabacks; und nachdem ergestopft, gesogen und Dampf gemacht, fing er seine vom Mütterlein ererbtenGeschichten an. Er erzählte gemächlich; wurde es aber dramatisch, so stander auf und wechselte den Platz, je nach den redenden Personen, wobei dennauch die Zipfelmütze, die sonst nur leise nach vorne nickte, in mannigfachenSchwung gerieth.

In den Spinnstuben sangen die Mädchen, was ihre Mütter und Groß-mütter gesungen. Während der Pause, abends um neun, wurde getanzt; aufder weiten Haustenne; unter der Stalllaterne; nach dem Liede:maren will wi hawern meihn;wer schall den wol binnen?dat schall (meiers dortchen) don,de will eck wol finnen.«Als im Jahre 1900 die ersten Märchen im Korrespondenzblatt erschienen,