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Die deutschen Herbergen
Entstehung
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ders der Herbergen zur Heimat, Professor Perthes, liegen dürfte.Ebenso wie er sieb für ein gewisses, handwerksmässig freies Be-wegen aussprach, ebenso hätte er sich gewiss gegen jenen ent-arteten Geist der heutigen Herbergen zur Heimat ausgesprochen,der sich in der gebotenen Lektüre ausdrückt.

Er verlangte ja auch noch, dass der Herbergsvater ein Meistersein sollte. Das ist gewiss eine nicht unwesentliche Forderung.War der Vater ein Meister, so war in seiner Person von vorn-herein ein bestimmtes Verständnis für die Bedürfnisse, für dieEmpfindungen der Gäste garantiert. Ausserdem kam bei einemsolchen Vater hinzu, dass er dem ganzen Handwerks- und Er-werbsleben nahestand; ja, ihn verbanden gewisse Bande wohlnoch mit diesem oder jenem Meister und Gesellen, früheren Kol-legen.

Jetzt dürfte die Mehrzahl der Hausväter aus Bruderhäusernstammen. Bei einer Umfrage, die in Westfalen gehalten wurde,ergab sich, dass 13 von 20 Hausvätern'* ihre Ausbildung im Bru-derhäusern erhalten haben. Da diese Brüder meist schon injungen Jahren, oft schon vor dem 20 sten Lebensjahr, in ein Bru-derhaus eintreten, ehe sie also tiefere Lebenserfahrung, Lebens-erkenntnis und weiteren menschlichen Blick erworben haben,treten sie mit dieser ganzen Erkenntnislosigkeit und Lebensfremd-heit in ihr Amt hinein. An ihrem besten Willen ist nicht zuzweifeln. Und soweit ihnen ihre Gesinnung irgendwie Einblickein die Kompliziertheit des gegenwärtigen Lebens erlaubt, suchensie sich wohl auch damit abzufinden. Aber es reicht doch nichtüberall.

So müssen denn auch die leitenden Kreise zugeben, dass dieWirkung der Herbergen auf die Kreise der Wandernden nicht zuspüren ist. Und das, trotzdem wir jetzt 462 derartige Herbergenhaben! Ihre Vermehrung, ihr Anwachsen schildern folgendeZahlen:

Es bestanden Herbergen:1854 1863 1873 1884 1886 1888 1890 19021 ly IUI 194 252 327 370 462.

Sie zählen jetzt etwa 19 000 Betten und vermehrten sich inden Jahren 18541869 um jährlich 4, von 186986 nur um3'/2, trotz des grossen wirtschaftlichen Aufschwungs, trotz desMilliardensegens; erst mit dem Ende der Gründerjahre setzteeine schnellere Entwicklung ein , und zwar um 11 Herbergennahmen sie jährlich zu von 1877 bis 1883, von 1884 bis 1890