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meister genommen werden sollten. Das war gewiss ein richtigerStandpunkt, den übrigens so ähnlich manche älteren Zunfther-bergen eingenommen hatten. Er ging also nicht so weit, wie dieheutigen Herbergen zur Heimat, die meist von „Brüdern" ge-leitet werden.
Perthes sagt dann: „Ebenso richtig und weise ist es, Ge-bräuche, Sitten und Vergnügungen zu gestatten, welche gläubi-gen Christen gleichgültig und manchen unter denselben ihrerEigentümlichkeit nach vielleicht selbst widerwärtig, aber an sichnicht unchristlich sind. Es sind frische, kräftige, lebensfroheBurschen, die, nachdem sie sich am Tage müde gewandert, abendsin der Herberge verkehren. Erholung, Erheiterung begehren siewie andere ehrliche Leute, die ihr Tagewerk vollbracht, und Er-holung und Erheiterung gestaltet sich verschieden in verschie-denen Lebenslagen. Scherz und muntere Unterhaltung, ein fröh-liches Lied, ein derber Handwerksspass, ein Spiel umsonst oderum ein Glas Bier ist ihnen angenehm, schadet nichts, sondernnützt, und ist in den christlichen Herbergen nicht nur zuzu-lassen, sondern auch zu fördern."
Ueber die neue Herberge zur Heimat in Bonn berichtetBerthes dann: „Sie wurde von dem Bonner Verein für innereMission gegründet und am 21. Mai 1854 unter dem Namen „NeueHerberge zur Heimat" in einem neuerbauten Hause eröffnet. DieKosten des Baues waren teils durch Geschenke, teils durch Dar-lehn bestritten, als Hausvater war ein Bruder des Rauhen Hauses,der als Schreiner gelernt und gewandert hatte, angestellt. Ob-schon von Seiten der bestehenden Herbergen in der Nähe undin der Ferne kein Mittel unversucht gelassen ward, das Auf-kommen des neuen Hauses zu verhindern, übernachteten dem-nach vom 21. Mai 1854 bis dahin 1855 1337, also ein Fünftelaller in Bonn Übernacht bleibenden Gesellen in demselben, Katho-liken etwa ebensoviel wie Protestanten, im ganzen waren es dieordentlicheren Leute, die hier einkehrten, während Säufer, Spie-ler und Strolche andere Herbergen suchten.
Anfangs sollte die Bonner Herberge ein Zentralpunkt fürdas ganze Handwerk werden. Aber die Meister blieben m ihrenGastwirtschaften, in denen sie alkoholhaltige Getränke bekamen.Und die arbeitenden Gesellen scheuten bald den Verkehr mitden Wandergesellen. So ist es dahin gekommen, dass die Her-bergen zur Heimat sich nur mit der Beherbergung der Wander-gesellen befassten. Die Beherbergung der sesshaften Gesellen ist