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Die deutschen Herbergen
Entstehung
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-werden sich auch nicht auf die Dauer sträuben, sich den Her-hergen zur Heimat anzuschliessen.

Es ist der Bonner Professor der Rechte, Klemens TheodorPerthes, der als Gründer dieser Herbergen gelten kann. Er ver-öffentlichte in der Mitte der fünfziger Jahre des 19. Jahrhundertseine Schrift über das Herbergswesen der Handwerksgesellen, inder er viel Kritisches zu dieser Frage sagte und auch Grund-sätze für eine neue Herbergsbewegung aufstellte.

Er schilderte erst den Wirtshauscharakter der bestehendenHerbergen, zeigte, wie minimal die Leistungen der Jünglingsver-eine auf diesem Gebiete sind, dass sie eben nur ihren Mitglie-dern einige Betten unentgeltlich bereit halten, und fuhr dannfort: der unter Kolpings Leitung stehende katholische Gesellen-verein nimmt in seinen Wirtshäusern nicht wandernde Gesellen,sondern nur wandernde Vereinsgenossen auf. Manche andere An-stalten sind nur für solche Wandergesellen bestimmt, welche nichtallein für getaufte, sondern auch als gläubige Christen wenigstensvermutet werden können. Die vom evangelischen Verein fürkirchliche Zwecke in Berlin gegründete christliche Herberge zuB. fordert von jedem, der sich zur Aufnahme meldet, evangeli-sches Bekenntnis, betont dann noch besonders, dass er ein christ-licher junger Mann sein müsse, und verlangt die Beibringungeiner besonderen Empfehlung von Seiten eines evangelischen Geist-lichen oder evangelisch-christlichen Vereins, setzt also ohneZweifel bei ihren Gästen ein in irgend einem Grade geförder-tes inneres christliches Leben voraus.

Ueber die von ihm vor genau fünfzig Jahren in Bonn er-richtete Herberge sagt Perthes folgendes, das zugleich massgebendiür andere, neue Herbergen gelten sollte und auch zum Teil ge-golten hat: die Herberge ist für wandernde Gesellen bestimmt;es siud also einesteils Orgeldreher, Harfenistinnen und Ratten-und Mausefallenverkäufer und anderseits auch alle ausgeschlossen,die, um sich behaglich zu fühlen, einer Kommode und eines Nacht-tisches bedürfen. Freundlich muss das Haus sein und so, dasses reinlich gehalten werden kann. Einfache Handwerkseinrich-tung und Handwerkskost sollen die guten Herbergen den Ge-sellen gewähren und sich dafür dieselben Preise wie die schonbestehenden Herbergen desselben Ortes bezahlen lassen; dannwerden sie nicht weniger sicher, wie jene, bestehen können.

Perthes verlangt ferner, dass die Herbergsväter nicht ausdem Gastwirtsstand, sondern aus den Reihen der Handwerks-